Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Schlagwort-Archiv: sich neu erfinden

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Dachte ich zumindest, dass ich jetzt so aussehen wolle im Netz. Weil es ungefähr genau so wenig aussieht wie ich im wahren Leben wie das vorher. Ich aber vielleicht nicht ganz so dämonisch wirke, trotzig freilich sollte es bleiben. Und da heute Himmelfahrt, ja ein Tag der Transformation, ist …

Aber irgendwie zeigt WordPress noch das alte Bild an. Komisch.

Die Erfindung von Traditionen

Wollte mein neues Blog ja eigentlich „sich neu erfinden“ nennen. Habe mich stattdessen auf die Erfindung von Traditionen besonnen. Und jeder, der hier Identitätsdebatten führt oder sonst irgendwie da weiter macht, wo ich drüben mit guten Gründen aufgehört habe, wird sofort und ohne Ankündigung gelöscht.

Mobilität versus „sich neu erfinden“

„Dann zählt jeder Kilometer doppelt. Rauf aufs Rad, runter vom Rad: Die Erfahrung, das Mobilität erkauft werden muss, macht man eben viel unmittelbarer, wenn man den Preis in Schweißtropfen bezahlen muss anstatt mit der Kreditkarte an der Zapfsäule. „Immerhin“, sagt Schuster, „ist Sonne besser als Regen.““

Sonne statt Reagan, das hat ja auch Josef Beuys damals gesungen, der meinte das aber ganz anders. Ist das eigentlich eine stete Erfindung meiner selbst durch Andere, wenn ich per Funk von einem Ort zu anderen gejagt werde? Formen die mein Verhalten – und BIN ich dann mein Verhalten?

Ja, ja, die Fragen sind uralt, und sie stellen sich ja auch, wenn mein Tagesrhythmus durch Kunden-Anrufe und verkürzte Brustmuskulatur, durch langsam sich stauchende Bandscheiben am Computer bestimmt ist. Und für das Herz-Kreislauf-System und die Verdauung ist das ja auch nicht gesund. Und für die Augen. Leben ist Verschleiß, für manche jedoch erheblich mehr …. ach Gott, ein altes Möbel bin ich auch.


Wie is’n das: Karrikieren die auf den Fitness-Fahrrädern eigentlich die Daseinsform des Fahrradkurriers?

„Wenn Du liebst“ singt Klaus Hoffmann hier gerade – ja. Love is the answer. Wirklich.

„Dancin’ at the Foucault A Go Go“

Schön! Foucault Funk: The Michel Foucault Postmodern Blues. (via)

Hört sich zwar an, als hätte man The Au Pairs in einer Rückwärts-Projektion in’s endlose Wartezimmer vor Dr. Santana verfrachtet, aber wenn man sich das als Malerei vortsellt, wäre es ganz wundervoller Trash aus breit getreten Schlieren mit hübschen Akzenten Mittendrin. Hat mit der Text- und Gedankenstruktur des Denkers auch nicht wirklich was zu tun, aber die wäre wohl auch eher so, als spielte man die Neubauten rückwärts mit einem Symphonie-Orchester ein.

Noch seltsamer ja das hier: Da denkt man zwar unwillkürlich an die späten Fotos Foucaults mit Cowboyhut vor der Berkley-Arbeitsgruppe, breit grinsend zwischen Holzfällerhemden, sieht ihn mit einem dieser 70er-Jahre-Schlitten in kluftenreiche Schluchten jenseits des „kalifornischen Längstals“ (ja, so nannte man das noch, als ich zur Schule ging, über Obstanbau wurde uns da was gelehrt in diesem häßlichen Waschbeton-Gelände für 3500 Schüler) kurven, eine Rast auf verstaubten Felsen einlegen und in die Weite schauen – aber in dem Lied geht’s ja auch gar nicht um ihn, sondern seine Rezipienten, die anhand neuer Philosophie-Trips sich imer mal wieder neu erfinden. Und weil der Sänger dafür zu faul ist und stattdessen latent reaktionär auf altamerikanische Weisen setzt, hat er Bright Eyes eben einfach nicht verstanden und bleibt einfach der falschen Pose treu. Zitiert sei er trotzdem:

<„Darlin’ I’m gonna have to let you go

You keep a goin’ on about Foucault

Your infatuation’s gone too far

Last year it was Jacques Derrida

Buy a magazine and follow some fashion trends

Stop hangin’ ‘round with your literary friends

Nobody cares just how much you know

You’re just another poser

Another hanger on

Dancin’ at the Foucault A Go Go“

Na. Nörgeln kann ja jeder …