Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

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„Dancin’ at the Foucault A Go Go“

Schön! Foucault Funk: The Michel Foucault Postmodern Blues. (via)

Hört sich zwar an, als hätte man The Au Pairs in einer Rückwärts-Projektion in’s endlose Wartezimmer vor Dr. Santana verfrachtet, aber wenn man sich das als Malerei vortsellt, wäre es ganz wundervoller Trash aus breit getreten Schlieren mit hübschen Akzenten Mittendrin. Hat mit der Text- und Gedankenstruktur des Denkers auch nicht wirklich was zu tun, aber die wäre wohl auch eher so, als spielte man die Neubauten rückwärts mit einem Symphonie-Orchester ein.

Noch seltsamer ja das hier: Da denkt man zwar unwillkürlich an die späten Fotos Foucaults mit Cowboyhut vor der Berkley-Arbeitsgruppe, breit grinsend zwischen Holzfällerhemden, sieht ihn mit einem dieser 70er-Jahre-Schlitten in kluftenreiche Schluchten jenseits des „kalifornischen Längstals“ (ja, so nannte man das noch, als ich zur Schule ging, über Obstanbau wurde uns da was gelehrt in diesem häßlichen Waschbeton-Gelände für 3500 Schüler) kurven, eine Rast auf verstaubten Felsen einlegen und in die Weite schauen – aber in dem Lied geht’s ja auch gar nicht um ihn, sondern seine Rezipienten, die anhand neuer Philosophie-Trips sich imer mal wieder neu erfinden. Und weil der Sänger dafür zu faul ist und stattdessen latent reaktionär auf altamerikanische Weisen setzt, hat er Bright Eyes eben einfach nicht verstanden und bleibt einfach der falschen Pose treu. Zitiert sei er trotzdem:

<„Darlin’ I’m gonna have to let you go

You keep a goin’ on about Foucault

Your infatuation’s gone too far

Last year it was Jacques Derrida

Buy a magazine and follow some fashion trends

Stop hangin’ ‘round with your literary friends

Nobody cares just how much you know

You’re just another poser

Another hanger on

Dancin’ at the Foucault A Go Go“

Na. Nörgeln kann ja jeder …