Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kategorie-Archiv: Sparwitze

DIE ZEIT, ihr Kampagnenjournalismus und warum Simon Urban mutmaßlich auch einfach nur beleidigt ist

Alle Tage wieder .. ja, bei zeit.de.

Herrschaftstabilisierende Argumentationsverweigerung im Schreihals-Akkord.

Aktuell: Simon Urban. Einer von den Schriftstellern, die zu lesen mich nicht interessieren würde.

Simon Urban ist einer, der über die eigene Irrelevanz hinaus zu wachsen versucht, indem er sich an eine mehrheitsgesellschaftliche, medial akut weit verbreitete Mode andockt.

Eine, die öde wäre, würde sie nicht schlicht die Macht jener absichern, Mehr von diesem Beitrag lesen

Assoziationsräume, morgens getwittert: Back to the Future!

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Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, August-Ausgabe. Mo, 11.8., 14 h, FSK Hamburg

Morgen um 14 h ist es wieder so weit – meine Stimme dringt, von viel besserer Musik umgarnt, aus den Boxen der Radios und Computer derer, die sie hören wollen. Wie immer beim Freien Sender-Kombinat!

Eine weitere Ausgabe voller Versprecher, Wort- und Silben-Verschlucker und -Doppler bis Verdreifachungen, Flüchtigkeitsfehler (das „Gefahrengebiet“ verlagere ich vom Winter in den Herbst, zum Beispiel)  rund um Themen, die auch in der Fanszene des FC St. Pauli diskutiert werden. Ich mühe mich, diese akustisch zu verschwulen und musikalisch White Supremacy auszutreiben mit Hilfe von House- und Black-Music und deren Verwandten.

Morgen wende ich mich unter anderem noch einmal kritisch der Ausstellung „Fuck you, Freudenhaus“ von 1910 e.V. zu und behandele zudem das Dauerthema Appropriation und die Gegenwehr von Joshua Redman und José James. Ich diskutiere wie immer und unaufhörlich, so lange, bis sich etwas ändert, wer spricht und wer nicht im Widerstand – zudem führe ich aus, wieso das Wirken von Roland Vrabec, (Noch-)Trainer des FC St. Pauli, so ganz und gar nichts mit den Tipps und Regeln zu tun hat, die Ratgeber für Krimi- und Thriller-Autoren formulieren. Um final George Lee Moore, den Philosophie-Professor mit der Gitarre aus Brooklyn, dem Massenpublikum vorzuspielen.

Wie üblich hier die Tracklist, da ich nur teilweise die Titel ansage – es geht auf jeden Fall sehr liebevoll zu dieses Mal:

 

Georgette Dee – Fürstin der Nacht (Auszug) – aus dem Musical „Beiß mich, ich will das Leben spüren“, Schmidt’s Tivoli 1992/1993

Donna Summer – On The Radio (Erkennungsmelodie)

Artenvielfalt & The Project – I’m Done (Marlon Hoffstedt & HRRSN Remix)
Hildegard Knef – Und wenn ich wage, Dich zu lieben (Markus Guentner-Remix)
Feed me & Crystal Fighters – Love Is all I Got (Larse Remix)
Bebel Gilberto – August Day Song
Boy George – Love’s Gonna Let You Down (Popcorn Mix)
CeCe Peniston – Finally
Patrick Wolf – The Sun Is Often Out
Ella Fitzgerald & Miguel Migs – Slap That Bass (Miguel Migs Petaplusher Remix)
Y’akoto – Forget
Joshua Redman – The Ocean
José James – Angel
José James – While You Were Sleeping
Gene Ammons – Jungle Strut
Nuclear Family – Rise
George Lee Moore – Niobe
Georgette Dee –  Fürstin der Nacht (Auszug 2)
Viel Spaß beim Hören, wer auch immer das mag und will!

Allerlei Stänkern und Besserwissern – von der Disziplinargesellschaft, dem Kampf gegen „Unterschichten“ und einem Spiel gegen Aue

TEIL 1: Zum Spiel

Soll ich zu dem Spiel noch was schreiben, dem gegen Aue?

Auf dem Hinweg zwei Mal nass geworden bei der Hundelandverschickung auf die Hoheluft und mich über einen überdachten Sitzplatz gefreut. Ein Spiel auf einer versumpften Wiese gesehen, das meines Erachtens verloren wurde, weil der Gegner in den Augen der Mannschaft „nur“ eine Art Holzmicheltruppe sei, der man erst mal die eigene, individuelle technische Überlegenheit demonstrieren wollte. Die Auer kicherten sich daraufhin einen und schossen uns ab. Mal sehr kurz gefasst. Hochverdient gewonnen haben sie.

Man verstehe mich nicht falsch, im Gegensatz zu anderen im Forum habe ich, seitdem Frontzeck da ist, keinerlei Identifikationsproblem mit der Mannschaft. Zwar fehlt mir der Florian Bruns auf dem Platz doch schmerzlich, schnief, wann werden wir uns wieder sehen?, aber vom Einsatz und der Energie her kann man bei den Jungs da echt nicht meckern. Und man hat schon das Gefühl, dass sie selbst dann, wenn sie sich für ihren Erstligaverein empfehlen wollen sollten, in steter Kommunikation mit denen auf den Rängen und somit dem Gesamtphänomen FC ST. Pauli spielen,. Weil man ihnen auch nachlassenden Support deutlichst anspürt. Wobei ein Buchtmann ja so was von ackerte, dass sein so gar nicht mehr weißes Trikot Twitter-Freunde glatt zu Soccer-Kit-Fetisch-Parties inspirierte. Hut ab. Auch Gogia in Halbzeit 1 war schon prima; dass die rote Karte für Bartels auch zur Niederlage beitrug, weil er halt für schnelle Vorstöße und Flügelspiel nicht da war, zeigte nur, dass der Kader einfach nicht optimal zusammen gestellt ist. Wenn das nur einer kann und Gyau noch lernt.

An dieser anfänglichen Überheblichkeit sind nun kurioserweise unsere Mannschaften immer wieder gescheitert, seitdem ich ins Stadion gehe. Ist vermutlich einfach eine allgemeine Männermacke, die sich ebenso bei anderen Mannschaften zeigt. Und die sich nicht zeigt gegen die Hertha oder die Region.

Trotzdem war das wieder ein echtes Präsidiums-„Top 18 im Profifussball-Spiel“, die verliert man nämlich

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Entmumifiziert und transformiert. Ein Fussball- und Kunstabend.

Ein Fussball. Ein Fussballabend. Warhol sein Siebdruck, mir mein iPad.

Wie ein Planet leuchtet der Ball.

Dabei leuchten Planeten gar nicht. Da gleichen sie Fussbällen – eigentlich nur runde Stücke, allerdings von Menschenhand gefertigt. Ohne Spieler ganz nutzlose Dinger.

Doch wie Planeten von der Sonne ihr Licht empfangen, damit sie strahlen können, ihre Ringe gar leuchtend der Sichtbarkeit schenken, so auch das Spiel mit den Dingen. Für Menschen nur. Ja, liebe Leute, das Universum ist FARBLOS.

Doch wir, wir haben diese Fähigkeit, Saturnringen wie Fussbällen sehend und spielend Pracht zu verleihen:  Der Ball lebt von der Energie jener, die aus ihm etwas machen, das größer ist als sie selbst!

Denn, wie schreibt die Mutter von Norman Bates, äh, der Gegengeraden-Gerd vom Dingens, äh, ja. Lehne mich zurück, nippe am Laphroaig Quarter Cask, danke, P.A., danke. S.! Der Whiskey umspült die verkaterte Zunge. Wärme breitet sich wohlig aus im Brustraum. Aromen finden freudige Begrüßung. Geschmacksnerven lehnen sich genüßlich zurück und spüren den Torf hinter der Schärfe. Das Auge trinkt mit, eine hübsche Farbe hat das Zeug. Weil ja der Gegengeraden-Gerd schrub:

„Kennt ihr vielleicht vom Camping.“

Eben. So heißt Mehr von diesem Beitrag lesen

„Es ist unser Land“ – nur wessen?

Präsident Gauck. Die Feuilleton-Lyrik überschlägt sich gänzlich unprosaisch derzeit: Präsident Moses zum Beispiel. Ein bißchen geschmacklos finde ich das schon, nun ausgerechnet Moses anzuführen bei einem Gewählten, angesichts dessen Kür zum Präsidenten der Leiter des Simon Wiesenthal Centers in Jerusalem vor Rückfällen in der Aufarbeitung der Shoah warnt.

Der Seelsorger der Nation. Stand auch irgendwo.

„Lass bloß meine Seele in Ruhe, Gauck!“, möchte man dem Herren Pastor zurufen. Für den Irrsinn der Print-Schmierfinken kann er aber nix. Es fällt trotzdem auf, dass die biblischen Bilder ziemlich aufdringlich im Blätterwald rascheln. Als sei dem Wulff das wirklich nicht vergeben worden, dass er den Islam als Deutschland zugehörig betrachtete. Und nun ist das seit 2000 Jahren angekündigte Königreich Gottes immer noch nicht da, aber dafür das Reich der Freiheit Gaucks!

„Gauck hat das Zeug zum Aufbruch in neue Gefilde. Er verkörpert den Auszug aus dem Reich der Unfreiheit und die Ankunft im verwirrenden, unübersichtlichen Reich der Freiheit. Eine Premiere: Zum ersten Mal in ihrer schon mehr als sechs Jahrzehnte währenden Geschichte bekommt die Bundesrepublik einen Präsidenten, der keiner Partei angehört.“

Aber einer politischen Organisation wie der Kirche. Na ja. Und deutsch ist er. Er durfte das auch sofort sein, damals, nach der „Wende“. Die BRD-Staatsangehörigkeit hat man solchen wie ihm ja prompt angedient. Habe ich nie verstanden. Voller Pathos referierte er auch heute wieder von seiner Nachwendeerfahrung:

Die Menschen, die damals zur Wahl strömten, lebten noch im Nachhall der friedlichen Revolution, als wir ‚das Volk‘ waren und dann die Mauern fielen. Ich selber hatte als Sprecher des Neuen Forums in Rostock daran mitwirken dürfen. Wir waren schon frei von Unterdrückung. Jetzt schickten wir uns an, Freiheit zu etwas und für etwas zu erlernen. Nie werde ich diese Wahl vergessen, niemals. Weder die über 90 Prozent der Wahlbeteiligung, noch meine eigene innere Bewegung. Ich wusste, diese meine Heimatstadt und dieses graue, gedemütigte Land – wir würden jetzt Europa sein.

Sei ihm und allen anderen ja von ganzem Herzen gegönnt – aber wenn jemand ausruft „Es ist unser Land!“, steht der jedem Nationalstaat immanente Widerspruch mitten im Wohnzimmer und steckt mir – „Ätschbätsch“ – die Zunge heraus. Weil ja in dieser Formulierung notwendig mit drin steckt, wessen Land das NICHT ist.

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Über das Wesen der Prognose

„In meinen Augen wird es nicht nur nicht um den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga gehen, sondern vielmehr darum, den angestrebten Platz unter den ersten 25 in Deutschland auch zu halten, sprich, irgendwo um Platz 7 wird der magische FC am Ende landen.“ 

Mir ist euphorisch Bange sozusagen. Prognostiziere einen famosen Entspurt in 2012, nicht ohne um Weihnachten herum bange gen Tabellenende zu beten … Am Ende? Platz 5.

Ja, sie geben sich abgeklärt, meine braun-weißen Freunde und Fanclubmitglieder. Werfen sich in die Pose dessen, der Fakten wägt und wiegt, Maßstäbe schnitzt und Kriterien kritisiert. Naiv wie unsere Urahnen wähnen sie sich so in scheinbarer Sicherheit, zeichnen weiße Kreise, wappnen sich mit vermeintlichem Wissen über die Welt und den Fussball gegen das, was sowieso kommt. Auch Zweckpessimismus ist ein Schadenzauber gegen die Möglichkeit von Erfahrung.

Ja, so sagen sie, alles nur Mutmaßung, alles nur Abwägen, alles nur Spekulation – als seien an so was nicht schon ganze Wirtschaftssysteme zerbrochen. Als käme es auf die Ball- und Zielsicherheit eines einzelnen Spielers an, wenn es um Tore geht – den Kader beurteilen wie Personalbeauftragte, liebe Leute, „Personalentwickler“ nennt man die ja neudeutsch, in großen Unternehmen, jene, die ganz, wie einst Walter Ulbricht träumte, neue Menschen schaffen wollten durch Einwirken auf diese. Ich will stattdessen Abenteurer, Suchende, gebrochene Helden auf dem Platz, die in zielsicherer Dramatik wissen, wann sie wo Flaggen einzurammen haben und wann sie wem die Halsabschneidergeste zeigen!

Ich finde ja, dass man, jenseits des Alters und der körperlichen Verfassung angekommen, wo man noch einen abkriegt, die insgeheime Frage „Bin ich scharf auf den Spieler oder nicht?“ die maßgebliche sein sollte, und wer sie sich nicht stellt, erlebt im Stadion eh nur den halben Genuss. Saglik fällt da bei mir schon mal klar durch. Ich nehme nicht an, dass ihn das stört.

Diese ganze Hochzeitsfotografiererei gerade allerorten im Umfeld des FC St. Pauli ist doch auch nur Selbstkasteiung aufgrund der ungelebten, ja, noch nicht mal das Wagnis der FANTASIE anpeilenden Wunschunterdrückungssystems der buchstäblich herrschenden Ordnung. Sich selbst institutionalisieren, das sind mentale BAUSPARVERTRÄGE, und das angesichts der aktuellen Immobilienpreisentwicklung. Wie albern.

Und da glaubt manch einer an Weltverschwörungen, während allesamt dem „Verschwör Dich gegen Dich“-Motto Tocotronics folgen und dann auch noch PROGNOSTIZIEREN, anstatt sich einzulassen und den Wellen des Lebens zu folgen, in ihre Strudel zu stürzen, auf ihnen zu reiten wie auf dem Rücken feuriger Pferde die Prärie erkundend, wo Murmeltiere täglich grüßen!

Was interessieren angesichts all dessen Tabellenplätze? Habt ihr euch je Gedanken gemacht, wie das Wesen der Prognose AUSSEHEN könnte? Vielleicht ja so? Mehr von diesem Beitrag lesen

Macht ist produktiv

Schopenhauer-Missbrauch und -Gebrauch

Auch wenn ich auf solch meiner Ansicht nach rechtsradikale Schwulenhasser normalerweise nicht verlinken würde, dieser Text ist schon für philosophisch Halbgebildete so lustig in seinem Verfahren, dogmatisierte Grundbegriffe in ihm fremd bleibendes Denken hinein zu lesen und Namen wie Hegel und Marx nur als Chiffre von allerlei Projiziertem wahrzunehmen, daß es schon deshalb lohnt, sich über ihn zu amüsieren. Klarer Fall von Diskursvermengung und dem Umschlagen von Aufklärung in pseudoliberale Mythologie.

Als Gegenbeispiele seien viel zu spät verlinkt die Würdigungen Schopenhauers durch Bersarin und Hartmut. Für die, die sie nicht eh schon gelesen haben.

Die Aufarbeitung geht los! Endlich!

Großes haben wir angestoßen – nun zeigt es ein erstes Ergebnis: Nach 20 Jahren totalem Schweigen und Tabuisierung kam soeben der erste Willige über den Suchbegriff „Vergangenheitsbewältigung Stalin“ auf dieses Blog. Noch sind wir wenige. Doch wir werden viele sein. Jetzt hat die Linkspartei keine Chance mehr!