Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kategorie-Archiv: Momo on the radio

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 14.12. 2015, 14-16 h, FSK

Morgen tönt es wieder für die oder den, der/die will – eine neue Ausgabe der „Tales of St. Pauli“ ist auf den Frequenzen des FSK zu hören.

Den „Aufhänger“ bildet „Der Widerspruch der Kunst“, herausgegeben von Alex Körner/Julian Kuppe/Michael Schüßler, Berlin 2016; ich montiere, collagiere und kommentiere mich durch einige der enthaltenen Aufsätze, würdige und merke kritisch an. Weil eine Mail an den FSK-Verteiler ging und gefragt wurde, wer Lust habe, sich dem Werk zu widmen, bei dem mindestens 1 Radio Corax-Kollege beteiligt war.

Aber auch, weil die Rolle der Künste, ob nun widersprüchlich, dekorativ oder welterschließend als Beitrag wahlweise zur Gentrifizierung, zur Reflexion, zur Ausgrenzung und Stabilisierung struktureller Machtverhältnisse oder aber deren Verflüssung auch rund um diesen so merkwürdigen Stadtteil St. Pauli im Umbruch immer wieder Anlaß zur Diskussion bietet.

Was in verschiedenen Anläufen auch die Fragestellungen der Texte versuchen – also ein Feld auszuloten, zu erkunden und in theoretischen Ansätzen die Arbeit am Begriff zu leisten, um eine aktuelle Positionsbestimmung zwischen Markt, Resignation und dem Utopieversprechen einst, und sei es noch so gebrochen, der Künste auf Denk- oder Holzwegen zu weisen.

Ergänzt werden die Aussagen der AutorInnen mit der Forderung nach einer Erweiterung des theoretischen Bezugrahmens im Anschluss an Bell Hooks.

Wie immer am zweiten Montag im Monat zu hören ist mein Konvolut auf dem FSK von 14-16 h.

Hier wie immer die Tracklist:

 

Donna Summer – On the radio
Clueso – Out of Space (Live)
B. Slade – Changes
Charles Bradley – Golden Rule
Jonny McGovern – Soccer Practice
Erasure – Chains of Love
Alice Coltrane – Shiva-Loka (feat. Pharaoh Sanders)
Timmy Thomas – Why can’t we live together
Thelonius Monk – Let’s cool one
Aretha Franklin – Border Song
Sam Cooke – A Change is gonna come
Grace Jones – Hurricane
Noiseaux – There can be a home
Y’akoto – I will go down
DeeDee Bridgewater – You saved me
Grover Washington Jr. – Knucklehead

 

Viel Spaß beim Hören, wer auch immer das möchte!

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Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo., 9.11. 2015, 14-16 h, FSK

„Achtung, Kunst!“ ruft dieses Mal gleich am Anfang der Sendung Georgette Dee aus, und darum geht es auch.

Ausgehend von der Geschichte des „La Paloma“ am Hans-Albers-Platz und Daniel Richter, an der Ecke Davidstraße/Reeperbahn Pommes essend und die Nächte verbringend, versuche ich herauszuarbeiten, collagierend, wieso das Teil des Problems ist und welche Vorteile hingegen das Collagieren bietet … und verdanke das nicht etwa eigener Kontemplation oder dem Mich-Versenken in die Tiefe des An-Denkens an mein individuelles Da- und In-der-Welt-Sein als geschichtlichem, sondern Bel Hooks und Wangechi Mutu.

Hier wie immer die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
Palais Schaumburg – Wir Bauen Eine Neue Stadt
Basquiat – Gray – I Wanna Go Back
Kamasi Washington – The Message
Seun Kuti & Egypt 80 – Slave Masters
Nico – Dying Of Fever
Tamyka – Cry No More
Boy George – Generations of Love
Donna Summer & Barbra Streisand  – Enough Is Enough (No More Tears)
Finna – Musik Ist Politik
Rim Kwaku Obeng & The Believers – Nothing Is Free
David Morales – Needin’ You
Evelyn Thomas – High Energy
Deutsche Indie-Band – Teil des Problems (Element des grandiosen Hörspiels „Meta-Radio“ von Noah Sow, der Stream wie auch die ungemein treffsicheren Song-Parodien können unter diesem Link  erworben werden. Am 6.12. 2015 findet zudem im B-Movie als Kino-Event das gemeinschaftliche Hören des Programms statt – es lohnt sich, hin da! )
Diesmal sind auch mehr Links, ist auch mehr Literatur zu vermerken als Quellensammlung zur Sendung:
Außerdem:
– Akt I: Politik; Szene 9: Wangechi Mutu, in: Thornton, Sarah, 33 Künstler in 3 Akten,  Frankfurt/M. 2014, eBook-Ausgabe
– Altars of Sacrifice – Re-membering Basquiat, in: Hooks, Bell, Outlaw Culture, New York 1994, eBook-Ausgabe
– Beuys keep swinging – Gottfried Tollmann im Gespräch mit Beuys, Spex 9/1982, in: Spex: Das Buch, 33 1/3 Jahre Pop, Berlin 2013, eBook-Ausgabe
Viel Spaß beim Hören! Wie immer beim FSK!

Momo on the Radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, FSK, 12.10. 2015, 14-16 h

Morgen mal wieder, da dringt sie, die Stimme des Blogbetreibers Momo Rulez, aus den Radioboxen – für die, die es hören wollen.

Diesmal sind die „Tales“ vermutlich noch kryptischer und assoziativer geworden als sonst 😀 – aber sie sollen ja auch eher Denk- und Vorstellungsräume eröffnen als Flugblattweisheiten konsumierbar verkünden. Das mundgerecht Aufbereitete ist  eher ein Problem in Zeiten vorschneller Antworten, die Egos kitzeln und dann die nächste Sau im Dorf reiten. Glaube ich zumindest. In denen zu viel vorgefertigt von Zungen perlt und einen Cocktail scheinbaren Realismus‘ wie leicht dosiertes Gift im Hardboiled-Krimi für Hörende und Lesende anrührt.

Diesmal geht es um Fantasie und wie sie politisch wirkt, im Guten wie im Schlechten; Alien-Landungen, Heimatfilme und katholische Verschwörungstheorien wie auch die Stirn von Rainald Goetz umspült Musik,  ganz so, wie Brandung Relikte und Artefakte im Erzählstrom aufgetürmter Küsten höhlt.

Hier wie immer die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
Joe Stafford – Use your Imagination
Imagination – Illusion
Prince – Sometimes It Snows In April
Bollock Brothers – Faith Healer
Bronski Beat – Screaming
Pet Shop Boys – Being Boring
Duke Ellington feat. Ben Webster – In A Jam
Shirley Bassey – Birth Of The Blues
Thievery Corporation – Le Monde
Nick Chacona – The Fear
Hans Albers – Das Herz von St. Pauli
Montego Joe – Freestyle
Licky – African Rock
Nuclear Family – Rise
Gloria Gaynor – I Am What I Am
Stevo – Pay The Price
Lana Del Ray – Music To Watch Boys To
Arnold Schönberg – Orchestral Pieces, Opus 16, Nr. 1
Stephen King, Dense Macabre, München 1988
Jean-Paul Sarte, Das Imaginäre, Reinbek bei Hamburg 1971
Zu hören wie immer beim FSK! Viel Spaß dabei!

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 14.9. 2015, 14-16 h beim FSK

Die Stimme von Momo Rulez dringt aus dem Radio, die Musik, die er spielt, eröffnet Welten jenseits des Üblichen oder deutet es um – na, so ist es zumindest gemeint. Keine Ahnung, ob es funktioniert. Macht aber immer wieder Spaß zu plappern und das gesprochene Wort gesprochenes Wort sein zu lassen (inklusive Verschlucken von Silben und gelegentlich, nur punktuell, Einschränkung der Hörbarkeit  dank suboptimaler Kopfhörer und Monitorboxen bei meiner House-Production-Mischung am heimischen Schreibtisch). Die Forschungsreise durch den  collagierten Zettelkasten rund um einen einzigartigen Stadtteil und dessen Historie reicht hinein in den frühen Punk der Hansestadt der späten 70er, frühen 80er unweit des Fischmarkts und außerdem hinter das Tor zur Herbertstraße. Und bis nach Kuba. Wo ja auch Viva con Agua entstanden ist. Das erzähle ich aber nicht.

Ja, das liegt an Mrs. Mop! Also, der Kuba-Bezug. Ungefragt, aber hier in der Kommentarsektion ja öffentlich zugänglich hat meine Lieblingskommentatorin- und -hörerin nicht nur den Einstieg (bzw. das, was nach dem Einstieg kommt, also die Eröffnung von Akt 1 der Sendung) sozusagen prädestiniert bis in die Musikauswahl. Falls ich aus Versehen bei Schrottigem gelandet bin, dann liegt das an mir, nicht an Mrs. Mop.

Ihre Tipps sind zu hören, bevor sich die Sendung durch das, was aus Ausstellungseröffnungen im St. Pauli-Museum mitgenommen ich habe, bewegt und letztlich doch wieder am Strand von Havanna sehnsüchtig Lust und Auge schweifen lässt. Die sind ja universell, und St. Pauli ohne Lust im schweifenden Blick wäre ja auch nicht, was es ist.

Zunächst wollte ich zwar „Breaking Bad“ folgend eine Metamorphose zum Bösewicht, schnackend, hinlegen, aber daran muss ich noch mal intensiver arbeiten. Trotzdem das bei all den verstrahlten Kids an Wochenenden auf dem Kiez schon möglich wäre, das Thema dieser Serie problemlos aufzugreifen. Beim nächsten Mal vielleicht. Zu hören beim FSK!

Hier wie immer die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
LKM – Move
Zulumafia – Soweto Uprising
Cubaton (feat. Alta Frecuencia) – Club de Fans
Dizzy Gillespie & Funky Lowlives – Menteca (Funky Lowlives Remix)
Jesse Gould – Out of Work
Brian Blade & The Fellowship Band – He Died Fighting
Klaus Hoffmann – Musik der Straße
Ben E. King – This Magic Moment
Marc Almond – The Hustler
Josef Salvat – Hustler
Georgette Dee – Wenn Deine Küsse …
Abba – Gimme! Gimme! Gimme!
Daymé Arocena – Drama
Noemi Waysfeld – Befrayung
Bold Breed – Let Me Down Easy
Rim Kwaku Obeng – Believe In Yourself
Leon Brigdes – River

Und die Literaturliste:

Arenas, Reinaldo, Ein Lesebuch, Berlin 2013 (kostenloses eBook)

Paulsen, Waldemar, Meine Davidwache, Reinbek bei Hamburg  2012

Teipel, Jürgen – Verschwende Deine Jugend, Frankfurt/M. 2001

Traven B., Das Totenschiff, zitiert nach: Buchbesprechung.blog.de

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo 10.8., FSK Hamburg, 14-16 h

Morgen ist es wieder so weit, eine weitere Ausgabe der „Tales of St. Pauli“ – und soooo viel will ich diesmal gar nicht vorher sagen. Wie immer auch über’s Netz zu hören – beim FSK.

Hier auf jeden Fall wie üblich die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
Coco Rosie – Beautiful Boyz
Seu Jorge – Tive Razao
Jonny – The Gay Canon
Brolin – Swimm Deep
Madblush – Love Love Love
Low Motion Disco – People Come In Slowly
Sharon Needles – Everyday Is Helloween
Massive Attack – Risingson
DeeDee Bridgewater – Midnight Sun
Thiago Pethit – Nightwalker
Mando Diao – Sweet Wet Dreams
Maya Jane Coles – The High Life
Portishead – Sour Times
Ben Webster – Soulville
Louis Armstrong – West End Blues
Kansas City Band – Moten Swing
Hildegard Knef – Es hat alles einen Anfang
Literatur:
Rechy, John, Nacht in der Stadt, München 1965/1986
Schmidt, Gunther, Das grosse DerDieDas, Reinbek bei Hamburg 1991
Links:
Ludersocke (Contentwarnung; nicht, weil das ein schlechtes Blog wäre, ganz im Gegenteil – es ist eines der besten, das ich zur Hamburger Geschichte und der von St. Pauli kenne. Es enthält aus Gründen der historischen Dokumentation freilich diverse rassistische und sexistische Orginalquellen auch im Bildmaterial)

Gebrauchsanleitung: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 13.7., FSK, 14-16 h

Nachdem die letzte Sendung aufgrund unerklärlicher technischer Probleme nicht zu „bouncen“ war, also in eine Gesamt-Sound-Datei zu rechnen, hat es diesmal wieder geklappt. Wenn auch im Produktionsprozess etwas komplizierter. Und ich habe, um die Sprach-Takes „zwischenbouncen“ zu können, erstmals „geskriptet“. Hoffe, dass das nicht auf die Spontanität, die ein Medium wie Radio meines Erachtens erfordert, ging.

Diesmal steht ganz und gar Roland Barthes „Die Vorbereitung des Romans“ (Frankfurt/M. 2008) im Mittelpunkt – ein recht faszinierendes Werk. Eher Notizen, die Barthes verfasste, um seine Vorlesung am „Collège de  France“ halten zu können. Das Beeindruckende ist, wie bereits die Form übliche, akademische Diskurse und Haltungen sabotiert – assoziativ, mit Rekurs auf persönliche Situationen, Mehr von diesem Beitrag lesen

Momo on the radio : Neues aus dem Metalustversum! FSK, Mo, 11.5., 14-16 h

Reiner Zufall! Ja, aus mangelnder Vorbereitungszeit – Angebote von Mäzen_innen nähme ich gerne entgegen! – regiert die Sendung morgen das EinfachmalsoherumliegendeBücherzufälligirgendwoaufschlagenundvorlesen. Deshalb auch vorab keine Literaturliste, das wäre für meine 3 Hörer_innen ja öde. Wie immer  auf dem FSK!

Die Tracklist sei dennoch nicht ausgespart:

Donna Summer – On the Radio
Auf dem Weg ins Kaufhaus erledigte ich noch einen kleinen Hauskauf – Dear Existenz
Benjamin Herrmann – Namely You
La Canaille – Jamais nationale
MC Solar feat. Kerry James – ? (Je ne veux pas aller á la guerre)
Henri Dikongué – Ho a Muto
Manu Dibango – Soul Makossa
Rufus Wainwright – Poses
Patrick Wulf – Count the Casualty
Beach House – Other People
Gus Gus – Another Life
Eddie Silverton – Another Day
Barbara Manson – Another Man
David Morales – Needin’ you
Joe Smooth – Promised Land
Cabaret Voltaire – Just Fascination
Erasure – Dead of night
Clueso – Herz Boom Boom
Hildegard Knef – Du bist das Salz in der Suppe (Hannes Nieswandt-Remix)
Frederika Stahl – Deep Breath then dive
Michael Henderson – Goin’ Places
Hoffe, das Ganze ist nicht zu krude geworden – wünsche auf jeden Fall viel Spaß bei der Zufallsausgabe der Metalustversum-Akustik-„Show“!

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, FSK, Mo., 13.4. 2015, 14-16 h

Trotz chronischer, aber hochinspirierender Überarbeitung im Job-Leben (mal ’nen Abend in einer Frankfurter Hotelbar als einziger Gast das Treiben in der Taunusstraße, Bahnhofsviertel im Schatten der Türme, zu beobachten, verabreicht nachhaltige Dosen Existentialismus auch ganz ohne Drogen, na okay, Bier und Zigaretten waren schon im Spiel) soll das Ehrenamtliche ja nicht liegen bleiben.

Hat ja schon Konstantin Wecker gesungen, „Doch bleib nicht liegen, denn sonst gräbt sich etwas fest in Deinem Hirn, das Dir irgendwann die Luft zum Atmen nimmt …“.

Und ja, ich bedaure aufrichtig alle, die die frühen 80er nicht erlebten 😀 … jene vor Kohl, meine ich. Als Thatcher allerdings schon Großbritannien verwüstete, was sogar einen Bezug zur Refugees-Politik des Senates ermöglicht: Neoliberalismus heißt halt auch Vereinzelung und „Individualisierung“ durch administrative und ökonomische Systeme. Soll heißen: „Einzelfallprüfung“ im Falle kollektiver Probleme.

Das, was nun die ja nicht erst seit Kurzem meines Erachtens unwählbaren GRÜNEN mittragen in Unterwerfung unter schillzsche und neumannsche Doktrinen im Zuge der Koalitionsverhandlungen bezogen nicht nur auf die Lampedusa-Gruppe IST unerträglich.

Diese in meinen Augen demokratiefeindlichen Bestrebungen (man beachte die Wahlbeteiligung; und ja, es ist auch ein Skandal aus Perspektive des Artikels 1 des Grundgesetzes, dass z.B. die Mitglieder der Lampedusa-Gruppe über kein Wahlrecht verfügen) Herrschaftssicherung auf Kosten großer Bevölkerungsgruppen (ja, Refugees SIND Teil der Bevölkerung, sobald sie den Geltungsbereich des Grundgesetzes betreten) schützen auch nicht vor den noch Rechteren, wie das manche in der SPD vielleicht glauben mögen – denen sind bessere Alternativen zu völkischem Treiben entgegen zu setzen und kein Entgegenkommen. Das stärkt sie nur auf Kosten Dritter.

Konnte ich alles nicht mehr in die Radiosendung einbauen. Montag beim FSK, einfach Stream oben rechts anklicken.

Diese akustische Spiel- und Plauderwiese atmet jetzt abgekoppelt von „die Fanszene“ neue Frische, hoffe ich.

Das, was ich da so erzähle bei dem stets scheiternden Versuch, anderes zu Gehör zu bringen als Weißdeutschheteroselbstreferenz, interessiert in dieser Szene vermutlich viel mehr Leute, als mir das klar ist.

Es wird aber trotz sehr denk- und kommunikationsoffenem Präsidenten samt Geschäftsstelle, mutmaßlich auch Spielern und vielen Schweigenden, Lauschenden und Bloggenden (mensch beachte auch die Kommentare unter dem Link!) im Stadion und drumherum eben doch von zu viel zentralen Institutionen weg gedrückt, stumm gestellt und ja auch offen bekämpft. Um auch ja die eigene Selbstgefälligkeit und Binnenperspektive als dominante auf allen Ebenen der „Fankultur“ aggressiv abzusichern.

Und so konnte ich nach Preisgeben der Hoffnung, dass sich in „die Fanszene“ noch mal was ändern könnte, auch viel lockerer plaudern. Plätscherte nur so aus mir heraus – ganz anders, als wenn ich noch irgendwelche Jolly Roger-Facebook-Wegmobber und Analoge als Referenz, und sei es auch in kritischer Perspektive, im Kopf kleben hätte.

Die Sendung nimmt ihren Ausgangspunkt bei den Ergebnissen der Befragungen in der Planbude, also den Diskussionen, in denen sich Menschen Gedanken über die mögliche Zukunft des Terrains der ehemaligen ESSO-Häuser machen. St. Pauli wird eher als eine Art utopische Diversity-Metapher denn als tatsächlicher Ort begriffen. Und so beginnt eine eine Reise durch die Kontemplation und marginalisierte Perspektiven und Historien.

Hier wie immer die Tracklist:

Donna Summer – On the Radio
B.Slade – The Beautiful Place
Dalida – Bang Bang
Nitin Sawhney – Timetrap
Nneka – Restless
Imany – Shape Of A Broken Heart
Bettina Wegner – Waffenlos
Joan Baez – Diamonds And Rust
Asaf Avidan – Over My Head
Asaf Avidan – My Tunnels Are Long And Dark These Days
Billie Eve – Real Love
Charles Bradley – The World Is Join‘ Up In Flames
Abbey Lincoln – Left Alone
Johnny McGovern – Soccer Practice
Jonny – The Gay Canon
Hidden Cameras – Skin & Leather
Alone Together – Logan Lynn
Frankie Knuckles – Baby Wants To Ride
49ers & Masters At Work – The Message (Vocal Dub)
Jeremy Gloff – Outsiders
Literatur:
Kureishi, Hanif, Der Buddha aus der Vorstadt, München 1990
Seel, Martin, Adornos kontemplative Ethik, in ders.: Adornos Philosophie der Kontemplation, Frankfurt/M. 2004
Links:

Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 9.3., 14-16 h, FSK Hamburg

Am Montag nun ist es wieder so weit – eine neue Sendung der Tales of St. Pauli geht über den Äther. Genauer: Wird beim FSK Hamburg ausgestrahlt (einfach Stream oben rechts auf der Seite anklicken). Das war diesmal eine insofern ganz lustige Vorproduktion, weil die Stimmung bei der zu Beginn der Bastelei doch eine deutlich andere war als die nach dem Sieg in Braunschweig heute 😉 …

Diesmal geht es wie immer um das Einklagen der Sicht- und Hörbarkeit marginalisierter Perspektiven in der Fanszene und darüber hinaus. Zu diesem Zweck scheitere ich an den Cut Up Techniken von William S. Burroughs (lustvoll scheitern ist ja auch eines der Motti der Sendung), grübele über Improvisation und philosophische Essays und beschäftige mich viel zu wenig, aber doch mit dem Berliner DJ Lotic – immer auf der Suche nach einer Sprache der Liebenden …

Außerdem erdreiste ich mich, kurz, bündig und aus dem heutigen Spiel heraus auch Tweets von @Curious, @Kleiner Tod, @Moelliw. und @Kratzifa zu zitieren.

Ich hoffe, mein Logic hat alles richtig gerechnet, eben vor dem „Bouncen“ war noch mal alles Mögliche verschoben 😀 – das Programm mag meine Festplatte nicht so. Was ich hier parallel testhöre, funzt aber gerade.

Hier nun wie immer die Tracklist:

 

Donna Summer – On The Radio

Jimmy Somerville – Freak

Caroly Winters – Crazy

Krono – Redlight (feat. Vanjess – Pretty Pink Remix)

Hanne Wieder – Circe

Yazz – The Only Way Is Up

Joshua Redman – Soul Dance

Dizzy Gillespie – Swing Low, Sweet Chariot

Beady Beele – Faith

Joan Armatrading – Love and Affection

Lotic – Heterocetera

Lotic – Phlegm

Barbara Manson – Another Man

C & C Music Factory – Gonna Make You Sweat (Everbody Dance Now)

Vicky Leandros – Ich liebe das Leben (selbstverständlich auch Sören Gonther, Danke für das Tor heute!!!, und all jenen Spielern gewidmet, die dieses Lied lieben!!!)

Bonnie Tyler – Holding Out For A Hero

Nneka – Local Champion

 

Literaturliste:

Daniel-Martin Feige, Philosophie des Jazz, Berlin 2014

Kathrin Busch, Philosophischer Essayismus im Zeitalter künstlerischen Experimentierens, in: Lenger/Ott/Speck/Strauss: Virtualität und Kontrolle, Hamburg ???? (ich finde da keine Jahreszahl)

Und: „Du weißt, ich liebe das Leben!“ hier im Blog.

 

 

 

Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 9.2., 14-16 h, FSK Hamburg

Vor lauter Arbeit kam ich kaum noch zum Bloggen, die nächste Radiosendung der „Tales of St. Pauli“ aus gescheiterten Moderationen, toller Musik und einem fortwährenden Verstoß gegen Regeln der Servicehaftigkeit habe ich soeben dennoch fertig gestellt. Wird Montag ausgestrahlt.

Diesmal witzel ich im Vorbeigehen über einstige Aussagen des neuen Trainers Ewald Lienen und die „Einfach mal die Klasse halten!“-Kampagne des Vereins, lästere über den Facebook-Auftritt des Jolly Roger und verlese den im folgenden verlinkten, ungemein wichtigen, weil über den akuten Anlass hinaus strukturell bedeutsamen Text:

Community Statement: “Black” Studies at the University of Bremen

in Auszügen auch auf deutsch im Blog von Noah Sow zu lesen (das verlese ich auch):

SCHWARZE STUDIEN OHNE SCHWARZE LEUTE: COMMUNITY STATEMENT ÜBER DIE IMPLEMENTIERUNG VON “BLACK” STUDIES AN DER UNIVERSITÄT BREMEN

Ziemlich albern wirkt dagegen meine Lesung von Tweets, geschrieben parallel zum Sandhausen-Spiel.

Außerdem kommentiere ich den merkwürdigen Wandel des „Rechtsstaates“ von einer Selbstbeschränkung staatlicher Willkür hin zu „List und Tücke“ (Michael Neumann) und einer Anforderung an das Bewusstsein der Staatsbürger, während diverse Grundsätze meines Erachtens von der vermeintlichen „Gefahrenabwehr“ folgenden Disziplinen unterlaufen werden und der Staat sich nicht mehr groß drum kümmert, was als Lehre aus dem „3.Reich“ er sich selbst einst auferlegte.

Unsortiert rede ich u.a. diesen Gedanken folgend ein wenig über die Serie „The Wire“, ohne auch nur einmal zu erwähnen, worum es darin überhaupt geht, und lausche Xavier Dolan, obgleich ich nur einen seiner Filme nenne.

Das Finale bilden dann kurze Erläuterungen zu Thomas Bauers „Die Kultur der Ambiguität“ und Gunnar Hindrichs „Die Autonomie des Klangs“.

Hier wie immer die Tracklist:

Jingle „Nun aber doch“
Lisa Simone – Interlude
Donna Summer – On The Radio
Moldy Peaches – These Burgers
Two Dancers – We Still Got The Dancin‘ On Our Tongues
The Lumineers – Flower in your hair
Klaus Hoffmann – Wenn ich sing
The Blind Boys Of Alabama – Way Down To The Hole
Theo Parrish – Make No War
Joshua Redman – People Like You
Harlem River Drive – Harlem River Drive Theme
Lisa Simone – As Is well
Curtis Harding – Next Time
Miss Dominique – Les Moulins de mon coeur
Bent – Magic Love
Jingle „Fubbel“
Patrick Juvet – Medley Gay Paris
Julia Bell – We Watch The Stars
Badi Assad – Saudade Verdade Sorte
CéU – Mais Um Lamenta
Ingrid Caven – Chambre 1050
Mittendrin ist auch noch ein gnadenlos verunglückter Versuch eines Mashups aus „Happy“ und „Self Destruction“ zu hören, der sich aus einer Kommunikation mit Odradek/Twitter ergeben hat. Viel Spaß, wer auch immer sich das geben will  – zu erlauschen beim FSK-Hamburg.
Literatur:
Thomas Bauer, Die Kultur der Ambiguität, Berlin 2011
Gunnar Hindrichs, Die Autonomie des Klangs, Berlin 2014
 UPDATE: Die Black Knowledges Research-Group, der die oben verlinkte, massive Kritik galt, hat sich aufgelöst, weil sie die Intervention als zutreffend und richtig erkannte (via Mädchenmannschaft). Das freilich schafft ein zu füllendes Vakuum: Es anders machen – unter der Regie von PoC, und zwar ausreichend finanziert.