Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kategorie-Archiv: FC St. Pauli

Melancholie: Nur mal eben den neuen Computer ausprobieren …

Verloren. Wieder verloren.

Höre die Playlist „Melancholie des Jazz“ eines Streamings-Dienstes; Herbie Hancock liebkost so unvergleichlich, wie eben nur er es konnte, die Piano-Tasten. Ein Saxophon seufzt dazu und singt von Wehmut.

Es wird Herbst da draußen und alle Klischees von den sich färbenden Blättern blala, ist eher was für ZDF-Krimis, das formuliere ich nicht weiter aus; eine Trompete setzt ein und wie verselbständigt gleichen die inneren Bilder plötzlich den Filmen jener Tage. „Außer Atem“ und so.

Als die Exis allmählich wichen und sich etwas vorbereite, das noch nicht da war und später unter „’68“ subsummiert doch den Style der Anzüge von Miles Davis oft sehr mißlungen konterkarierte.

Miles Davis, DAS wäre eine coole Entscheidung für den Literaturnobelpreis gewesen, würde er noch leben. Ja, genau, gerade, weil er ohne Worte so viel sagte und so radikal neuen Sinn erschloss, atmosphärisch dicht, bildstark und wirklich innovativ. Einer, der nicht einfach nur mit Rimbaudschen Mitteln Gospel und Traditionals entkontextualisierte und überschrub.

Dies ist der zweite Anlauf, diesen Text zu schreiben, um den neuen Computer auszuprobieren. Ja, war an der Zeit, bei dem anderen, der mir so lange so treu seinen Speicherplatz schenkte und unverdrossen diente, war es ein wenig so, wie es zumindest scheint, dass es zwischen Trainer und MAnnschaft das bestimmende Verhältnis sein KÖNNTE: Mehr von diesem Beitrag lesen

Der Weg zu kämpferischer Poesie: FC St. Pauli -Arminia Bielefeld 2:1 

„Auf den harten Linien 

Meiner Siege 

Laß ich meine späte Liebe tanzen.“

Um mit Else Lasker-Schülers Worten das Sujet zu etablieren. 

Okay, war nicht unbedingt MEIN Sieg. Sondern der der Mannschaft. Aber ja ein Sieg auch FÜR mich. Und Dich. Und für uns uns alle, die wir pilgern an das Tor, das Millerntor. 

Alleine der Jubelausbruch von P.A. neben mir in der 90. Minute, dieses entfesselt-orgiastische  Freudeverhalten, diese sich entladende Anspannung, diese im Schrei verdichtete Eruption von Glücksgefühlen – wer niemals dieses Stadion betrat, der kennt so was nicht und wird so nie erfahren, wie tiefgreifend gut solche Erinnerungsbilder am Tag danach tun. 

3 Punkte! 

Die ersten überhaupt in dieser Saison! 

Obgleich wir die doch schon in Stuttgart verdient hätten. „Lohn“ und „Verdienst“, das sind vielleicht nicht die Begriffe, die fassen können, was das Spiel gestern in einer sich über 90 Minuten steigernden Willenslust (oder wie auch immer mensch das nennen mag) an Dramatik zu bieten hatte. Viel zu prosaisch. Das Spiel verlief vom Worte suchenden Gebrabbel zur Wucht kämpferischer Poesie, die der Verzweiflung den Zweifel austrieb, so dass „Ver-ung“ alleindann eben auch keinen Sinn mehr machte.

Ja, war halt ein tölpeliger Anfang gegen Bielefelder, die sich mental seltsam, aber konsequent auf das Sein als Kegel am Ende einer Bowlingbahn eingestellt hatten. So dass sie wahlweise selbst nach fast anrührendem Bitten um körperliche Intimität mit unseren Jungs schlicht grundlos umfielen oder aber das Kegelfallartige schubsend auch den Boys in Brown beibringen wollten.  Gegen deren Willen. Schön war das nicht, was die da spielten. Nöthe musste bestimmt nur deshalb raus, weil desssen Anflüge von Eleganz in Bielefeld beim Team der Kegel mutmaßlich harsche Sanktionen nach sich ziehen. Einfach nicht plump, aggressiv und grobschlächtig genug.

Eine zumindest originelle und durch und durch eigenwillige Regelauslegung des Schiedsrichters stachelte den Glauben der Arminen an ihre kegelige Spielphilosophie noch an. Ein vom Fussballgott so zunächst an jeglichem Flow vorbei choreographiertes Geschehen auf dem Rasen trieb die Hofffnung in den Untergrund. Wir zweifelten, ja, an unseren Jungs, ich gebe es ja zu, sie maßregelten uns ja dann auch dafür mit Hilfe der Wonnen des Sieges,  an der Qualität des Kaders, an den Entscheidungen und Kriterien der sportlichen Leitungen. 
Und dann doch. Sie ließen uns die Skepsis nicht und bekämpften sie mit vollem Einsatz. Während wir noch dröge lamentierten, dass ein Mittelfeld, das nur aus Christopher Buchtmann besteht, ggf. nicht ganz optimal konzipiert sei, zeigte Aziz Bouhaddouz dem Mitspieler kurzerhand in unmissverständlicher Geste, wohin er den Ball gerne gespielt bekäme, und vollendete sogleich trotz Blockadeversuchen der Arminen-Kegel gar volltrefflich zum 1:0. Das war schön. 

Die Wende hatte sich schon angedeutet, als Sören Gonther, der Regenbogenkapitänsbinden-Verweigerer, den Platz verlassen musste. Selbstverständlich wünsche ich selbst dem gute Besserung, Gesundheit und alles Glück dieser Erde in seiner heteronormativen Welt zu endlosem Ballermann-Schlager-Bumsbeat (Vicky Leandros versteht der vermutlich gar nicht wirklich). Trotzdem immer ein gutes Zeichen, wenn er nicht spielt, und es hat ja funktioniert: Ab da ging es bergauf. Bei unserem Abseitstor war ich gerade Bier holen, selbst der Kicker schrub, es sei nur vermeintlich eines gewesen – und als dann Sahin, der dem Rest der Mannschaft hoffentlich noch ein bißchen das Tanzen beibringt, seine forschen, durchsetzungswilligen und auch nach Fehlern und Gedöhns immer neu anlaufenden Tugenden so dem begeisterten Publikum vorführte, dass sie auch gleich schon wieder ausgemerzt waren, immerhin versuchte, machte und tat er unaufhörlich und auch verdammt viel Gutes, da kochte es wieder, unser Spiel. Und es war ihm so was von zu gönnen, dass er zum bestmöglichen Zeitpunkt auch das Tor schoss. Weil: Besser schwach starten und zum Schluss mit Bravour den Sieg erkämpfen als supercool loslegen und doch verlieren. Ja, Binse, aber wahr. 

Und sowieso sind solche Spiele ja viel großartiger als routiniert und ödsouverän erarbeitete Siege. Nach so einem Spiel will die Liebe leidenschaftlich tanzen, und ich plädiere tatsächlich dafür, die Jungs mal in die Tanzschule zu schicken. Macht locker, und die Musikalität des Spiels umkurvt in Zukunft kurzerhand gegenerisches Kegelverhalten. Mit Hüftschwung.

Meine Güte, was bin ich erleichtert, dass wir gestern unseren ersten Dreier eingefahren haben!!!!

Wenn Vorfreude sich zu Nachwehen wandelt: FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 0:2 


Hey, endlich wieder Fussball! 

Das dachten wir vorher. 

Schon kurz nach Anpfiff verglomm das noch gar nicht so richtig entfachte Feuer prompt. Jenes, das doch gerade erst wieder entzündet war, innerlich Bereitschaft lebend, all das magische Räucherwerk aus Leidenschaft, Glücksempfinden, Angstbewältigung, ja, auch Funken sprühenden Entsetzens und in Stichflammen sich entladender Begeisterung  in schneller Folge, gepaart mit braunweiß glühender Zuneigung zu Männerbeinen auf dem Platz, eben das ganze Repertoire, das Menschen in diesem Stadion im besten Fall verzaubert, auf dem Altar des Spiels in ritueller Ergebenheit zu  drapieren und den Fussballgöttern auf dem Platz zu opfern. Nachdem die Glut in der Sommerpause unterschwellig weiterschwelte.

Nein, die Flammen der Hingabe erfuhren eine 90minütige, nasskalte Dusche. Sie löschte das Glühen zusehender Erlebnisbereitschaft und löste es auf in einer Art Gegenzauber zu Glaube und Hoffnung. Ja, ganz verpilchert könnte ich jetzt schreiben „aber die Liebe bleibt!“, aber da kann mensch ja eh nix machen, dass die einfach da ist und sich hämisch ins Fäustchen lacht, verlässt der durchaus Frust gewohnte Fan das Stadion wie ein begossener Pudel …

Was also war des Pudels Kern? 

Keine Ahnung. 

Was kann die Welt Dir schon gewähren? Entbehren sollst Du, sollst entbehren! So fühlte sich das Spiel zumindest an. Sogar die Verständnis- und  Erkenntnisfähigkeit schrumpelte zum scheiternden Humunculus-Experiment im Reagenzglas des Alchemisten. Heraus kam nur ein Klumpen unansehnlichen Matsches wie aus einer Pfütze am Rande des Doms. 

Kennst Du das Stadion, wo nur noch Fehlpässe blühen? 

Das war ja das Schlimme: Diese komische Rat-, Fassungs- und Konzeptionslosigkeit im Spiel, die, ich zitiere einen Facebook-Freund, die Gegengerade in einen Elefantenfriedhof verwandelte (muss ich als Haupttribünensitzer gerade schreiben, ich sitz da auch nur so gerne, weil ich mich in dem Umfeld ausnahmsweise mal so richtig blutjung fühlen kann) – eine Mannschaftsleistung, die auf zwei Halbzeiten gedehnt den Sound eines Luftballons, aus dem die Luft entweicht, erzeugte. Da standen sie dann wie arme Toren und hatten so viel Punkte wie zuvor. 

Und das nach diesen sensationellen, na, 65 Minuten in Stuttgart. 

Die gleichen Sportler-Persönlichkeiten nun wie vom Irrlicht in den Sumpf des fussballerischen Trugschlusses und Fehlschusses gelockt. 

Ja, Braunschweig spielte eklig, aber sehr gut, aber dass unsere im Gegenzug herum gaukelten wie Hobby-Magier, denen ständig die gezinkten Karten aus dem Ärmel fielen und das Kanichen ausgebüxt war, so dass nur noch vertrocknete Möhrenstummel aus dem Zylinder sie zogen und beim Entfesselungstrick sie sich immer weiter nur verhedderten … 

Das Drama nahm ja schon lange vor dem Spiel seinen Lauf, als ausnahmsweise mal ein SONG gespielt wurde, „Back to black“ von Amy Winehouse, und mitten hinein die Braunschweiger Fans mit ihren wilhelminische Marschtrommeln losballerten. 

Und dann, als die ja wirklich, danke!!!, Glückwunsch, Ehrfurcht, unglaublich grandiose Fahnenchoreo (tolle Fotos wie immer beim Kleinen Tod) auf allen Tribünen den Schall dämpfte und Visionen wie im schamanischen Trance erzeugte, dass all die Energie sogleich sich orgiastisch entladen würde … nö. 

Nix mit Ekstase, nix mit Fussball, der so kosmisch schwingt wie anderswo „in Zungen sprechen“ in Leiber fährt.

Wie schreibt „Grenzenlos 1910“ so treffend? „Erst haben wir schlecht gespielt, und dann hatten wir Gonther„. Normalerweise läge es mir fern, auf einzelnen Spielern rumzuhacken, selbst auf solchen, die mit Hilfe der Lokalpresse ihre Wechselwünsche proklamieren – aber dass einer wieder zum Kapitän gewählt wurde, der in der letzten Sasion sang- und klanglos die Regenbogenkapitänsbinde verschwinden liéß, dass manche sich schon fragten, ob er sie vielleicht ganz putinesk für „Homo-Propaganda“ hielte, das mag in den Augen vieler eine Petitesse sein . In meinen nicht. Ich will keinen Mannschaftskapitän des FC St. Pauli auf dem Platz sehen, der klammheimlich Solidarität entzog, aus welchen Gründen auch immer. Und verzaubert wird so das Spiel der Mannschaft bestimmt auch nicht. Da kann es schon mal vorkommen, dass der heilige Geist unter dem Millerntorrasen sich wehrt und Rutsch- und Stolperfallen erzeugt. 

Ich bin ja sonst stets bereit, die Schönheit des Scheiterns wortreich abzufeiern, das Liebenswerte des Sichüberrennenlassens poetisch zu umschwärmen, das Tun statt des Siegens zu besingen, Fehler statt Heldenmut zu lieben und das Zarte und Weiche angesichts dieser so unangenehm straight aufspielenden Braunschweiger für den Atem wahrer Kunst zu halten. So war es aber diesmal auch nicht, dass das nun ginge. Dafür war es zu trübe, zu lau, zu profan. Und es beruhigt mich auch nicht, wenn Lienen nun proklamiert, sie müssten sich jetzt erstmal finden. 

Wo haben sie sich denn in der Vorbereitung gesucht?

Im magischen Rezeptbuch scheint das nicht gewesen zu sein. 

Wirkte eher wie der Aufprall falscher Wunsch-Vorstellungen auf den grauen Asphalt der Realität statt wie die Wiederverzauberung der St. Pauli-Welt. 

Das mit der Wunscherfüllung klappt ja nur, wenn mensch die wieder vergisst und sich ganz der Sinnlichkeit des Hier und Jetzt hingibt, so den Zauber des Seins wieder spürt. Ist der Kopf zu voll, kommen Beine ins Rutschen – und der Gegner netzt ein. 

Fafalogie und Azizisophie: VFB Stuttgart – FC St. Pauli 2:1 

Der Zattoo-Stream hakte ständig (einen funktionierenden Fernseher habe ich ja gar nicht mehr). Ein enthemmt in Nerventode hinein faselnder Peter Neururer verstörte. Ein Sport-1-Kommentator, der sprach, als würde er mit Krähenschnabel Nieten, treudeutsche Sinnsprüche formend, auf  Bundesgrenzschutzuniformen tackern. In schneidend zurechtweisender Manier traktierte er verbal unaufhörlich.

Das Zuseh- und Zuhörsetting bot sich so suboptimal dar – ganz, wie auch die Geräuschkulisse der Stuttgarter Horde auf den Rängen schauderlich erklang. Ein wenig so, als sei der Frust angesichts lebenslang durchlittener, sinnentstellter, aber immer aggressiv spaßbewehrter Junggesellenabschiedsrituale zu einem akustischen Verlauf mutiert, der vom Grellen des Pfeiffkonzerts in ein Triumpgeheul wölfisch-wagneresker Siegfried-Karrikaturen sich verwandelte.

Das kurze Glück sei ihnen gegönnt, doch warum nun gleich zwanghaft Antimusik produzieren, liebes Stuttgarter Publikum, wo doch Fafa Picault zuvor euch Groove, Beat und Spannungsaufbau lehrte? Ganz II und V der Dur-Jazzkadenz in Personalunion – er erzeugte die Spannung treibender Spielrhythmen, die Aziz Bouhaddouz  im 0:I so stilsicher auflöste.

Das war ja schon dolle in Halbzeit 1, vor allem der fafalogische Wirbel, der azizisophisch pointiert auch noch im Pfostentreffer sich entlud.

Dieses Spiel leicht vor der 1 des Takts wie bei südamerikanischen Claven, mal nicht laid back phrasiert, kein Dexter Gordon-Sound diesmal, in der ersten Halbzeit 1, sondern vorwärtsverteidigend, bis in Netz des Gegners die Läufe quer durch ausgeklügelte Akkordfolgen in Halbton-Ganzton-Schritten spielend. Einmal zwar nur vollendet, so what,  und doch immer spielästhetisch expressiv einen Sound kreierend, der die Vorfreude auf folgende Spiele dieser Saison anstachelt und bestimmt immer neu zum Tanze uns rufen wird!

Wie so oft, wenn der Spannungsaufbau so steil geht und die Komposition dramaturgisch vortrefflich verdichtet erklingt, entstand irgendwann ein Bruch. Waren es die Auswechslungen? War es dieser eine Solist aus der gegnerischen Blaskapelle namens Maxim, der merkwürdig entkoppelt über Marschetüden der Stuttgarter schwebend ihrem Spiel sonst fremde Melodien schenkte, dass unsere Jungs Ryo vorne auf einmal alleine ließen, weil sie überrascht lauschten, dass ein wenig Musik nun doch dem VFB entwich?

Fragen über Fragen, die nur bei einer funktionalen Analyse, nicht jedoch einer der Schönheit taumelnder Helden sich stellen.

Denn der Glanz der Zukunft scheint nur auf, wenn zwischendrin die Improvisation über den harmonischen Rahmen honigsüßer Lienen-Arrangements auch mal die falschen Töne trifft und Skalen zwischendurch verwechselt.

Dorisch über alles blasen, das konnte eben doch nur Miles Davis (das wird über ihn zumindest behaupte, das er das tat), und unser „Kind of Braun-Weiss“ soll ja eh nur die melancholische Unterströmung bleiben, die wahren Jubel erst ermöglicht, weil um den Blues sie weiß. Eben dann, wenn erneut fafalogisch die neue Kreation der rhythmisch virtuosen Kompa-Rap-Post-Punk-Prämissen das Millerntor zur azizisophischen Conclusio erbeben lässt. Und die heißt Tor.

Bin mir nach gestern sicher, dass solche fussballerischen Syllogismen ganz musikalisch uns von nun an noch oft erfreuen werden.

Der FC St. Pauli bei der Hamburg Pride? Nö. Warum nicht? Hier die Antwort.

Der Abend der Trikot-Präsentation – jener von Under Amour. Es ist regnerisch. Wolken ziehen ins Irgendwo. Die einen saufen Bier, die anderen Gin. Der Grill duftet oder stinkt, je nach Nase. Alle blicken gen Altona in die Ferne.

Die fehlenden Regenbogenärmel der Profimannschaft bestimmen die Diskussionen auf der Dachterrasse des „Übel & Gefährlich“. Ein Bloggerkollege berichtet von einer türkischstämmigen Trans*person in seinem Umfeld – und auch davon, wie unendlich viel dieses Symbol am Ärmel der Shirts einer Profifussballmannschaft diesem Menschen bedeutet hätte. Obgleich da ansonsten gar keine Beziehung zum FC St. Pauli bestünde.

Mir ja auch.

Er schwenkt um auf Berichte von einem New York-Besuch: Wie er die dortige Pride-Parade erlebt habe, tief beeindruckt von deren Wucht und zudem auch noch umschwärmt von jenen, die ihn „cute“ fanden. Ja, das schmeichelt. Dort sei ihm ebenso wie beim Gucken der Netflix-Serie „Sense8“ klar geworden: In den USA sind Diskussionen bzgl. dessen, was NACH der Diskriminierung kommen KÖNNTE, 20 Jahre weiter fortgeschritten als hier.

Und nu? Wie können deutsche Diskussionen, Verlautbarungen und auch Änderungen der Strukturen, in denen Menschen agieren, an diese Entwicklung Anschluss finden?

Das ist nicht nur eine der großen Fragen dieses Blogs, sondern sollte es seinem Selbstverständnis nach auch für den FC St. Pauli sein. Wenn Roger Hasenbein aus dem Aufsichtsrat in der Mopo verkündet, Mehr von diesem Beitrag lesen

Neues Trikot, neue Möglichkeiten? Sozialprojekte von „Under Armour“

Im Eintrag zur Trikot-Präsentation hatte ich es ja angekündigt: Teil des Deals mit dem neuen Ausrüster „Under Armour“ (das über kurz oder lang mit Sicherheit „Under Amour“, französisch gesprochen, hier heißen wird) ist, dass auch ein 6stelliger Betrag in soziales Engagement fließen wird. So interessierte es mich, was die Marke in den USA in dieser Hinsicht bewirkt hat. Philipp Walter, Marketingleiter Deutschland, erwies sich als äußerst hilfreich und auskunftsbereit.

Knauserig scheint die Firma nicht zu sein: Unter anderem steckte ihr CEO Kevin Plank 5 Millionen Dollar in ein „Community-Center“ in Baltimore:

„The 10,000-square-foot project will be located at 1100 E. Fayette St. in the space formerly known as the Carmelo Anthony Center. The project, a partnership between Under Armour and the Living Classrooms Foundation, will include a covered turf field, workforce development and entrepreneurship center, dance and yoga studios, a recording studio and neighborhood kitchen. A classroom for science, technology, engineering and mathematics (STEM) will also be part of the building.“

Wenn ich das richtig verstehe, ist das eine Mischung aus kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung.

Interessant ist dabei die Zusammenarbeit mit der „Living Classrooms„-Stiftung; nicht nur ich  werde dabei an jene Folgen von „The Wire“ denken, Mehr von diesem Beitrag lesen

„Hamburg City“? Kunst aus dem Sudan und Samuel Yirga in der Millerntor-Gallery #6

Ging ja schon los, als wir noch mit rot-schwarzen Under Armour-Menschen frisch bestochen durch das Stadion des FC ST. PAULI, ja, hier schon einmal, ST. PAULI, lieber Clueso, dazu später mehr, pilgerten. Kleiner Tod lichtete wie üblich fantastisch viele formidable Fotos future-fähiger Visionen ab und kann das auch viel besser als ich, also dort vorbeischauen! 

Wie bereits die letzten Male fand ich besonders spannend, das mal nicht nur der tradierte Dünkel deutscher Bildungsbürgerkinder, sondern auch mit Einreiseschwierigkeiten kämpfende Menschen z.B. aus dem Sudan visuelle Räume eröffneten:


Das spannende bei einer Galerie in einem Fussballstadion ist ja gerade, wie die Gänge umdefiniert werden durch die Werke. Michael Fritz belehrte die vom Sponsoren Geladenen profund über Probleme von aus dem Sudan stammenden Künstlern und zitierte dabei viel aus dem grundlegenden Essays „Dear deutsche Kulturstiftung – Africa is not a country“ von Safia Dickersmann (das ich online nicht mehr finde). 

Mir schien wie schon beim letzten Mal neben der politischen Dimension die Auseinadersetzung mit der frühen Moderne und damit immer auch der sich damals öffnende Bruch zwischen KUNST und Kunsthandwerk prägend für diese Künstler aus den afrikanischen Ländern zu sein, was unter postkolonialen Bedingungen auch kein Zufall wäre, haben sich die Werke der Avantgarde des späten 19., frühen 20. Jahrhunderts zur Hochzeit des Kolonialismus doch häufig durch sich-erhebende Praxen der Appropriation, der kulturellen Aneignung vermeintlich „primitiver“ Kunst, erst die Aura verschafft, die Nicht-Weißen regelmäßig aberkannt wird. Kann aber auch sein, dass ich das, Eigenständigkeit ignorierend, hinein gucke, das wäre ja auch typisch. Trotzdem: So eine Fragestellung ist gerade in Zusammenhängen, in denen Menschen es sich leisten können, „Kommerzkritik“ zu üben, also bei uns im Stadion, von höchster Relevanz. 

Obgleich gerade Viva con Agua sich wie ich finde zu recht oft der Kritik ausgesetzt sieht, als U-Boot der Welthungerhilfe einfach nur die Attitude paternalistischer „Entwicklungshilfe“ für urbane, weiße Hipster fit zu machen, schätze ich ja sehr, dass die Akteure gerade deshalb in der Millerntor-Gallery oft genau da hin gehen, wo es weh tut (auch wenn viele das gar nicht merken, weil es sie nicht betrifft). Und übrigens bei Kritik auch nie beleidigt sind. Sie versuchen zumindest, trotz immer wieder aufscheinender, ethnographischer Bildwelt diese auch aufzubrechen. Wie gelungen das ist, das können andere treffsicherer beurteilen als ich; mir scheint es zumindest mehr als nur „gut gemeint“ zu sein, weil auf Ebene der Protagonisten und Subjekte doch überproportional häufig andere Menschen als sonst beim FC St. Pauli in Erscheinung treten. Wobei das Kriterium, dass auf allen hierarchischen Ebenen der Organisation auch Nicht-Weiße agieren, definitiv nicht erfüllt wird.

Dank white Privilege ist es für mich wohl leicht, das auszuhalten und da auch noch gerne hinzugehen. Ja, sagt sich leicht dahin.  Und ich gehe da sehr gerne hin und empfinde die Millerntor-Gallery  für FC St. Pauli-Verhältnisse als die multidimensionalste und avancierteste Veranstaltung, weil der Bruch und vielleicht ja auch Aufbruch da am spürbarsten ist (was sich auch im Publikum zeigt). 

Nun drang gestern bereits im Vorfeld durch, dass mit Max Herre und Clueso recht „große“, chartsaffine Namen die Bühne betreten würden. Im Falle von Max Herre finde ich persönlich die Bezüge, die er in Interviews herstellt:

Ich habe mich seit Jahren immer mal wieder mit Klezmer beschäftigt und mag vor allem die Harmonik sehr. Mit meinen Studiokollegen Samon Kawamura und Roberto Di Gioia habe ich musikalisch etwas herumgeforscht und kam auch in Berührung mit verschiedenen chassidischen Sachen. Mich interessierte vor allem die Geschichte des osteuropäischen Klezmers, der ja auch mit dem argentinischen Tango verwandt ist. Damit habe ich musikalisch experimentiert, und plötzlich war die Musik da.

Was fasziniert Sie daran?

Die Musik hat mir in gewisser Weise den Text diktiert. Ich habe mich in Berlin-Tel Aviv auf eine Reise begeben. Nämlich auf die Suche nach der Geschichte meiner Tante und die meiner Großtante.

Quelle: Jüdische Allgemeine

oft spannender als die Musik, die dann dabei rauskam; als gestern alle zu „Anna (immer wenn es regnet)“ abgingen, fand ich sogar die Kurt-Schwitters Passage irgendwie obszön. Bin ich vielleicht auch zu alt für, dieses „deutscher Hip Hop“- Ding war nie meins und die von Herre beschworenen Curtis Mayfield und Kurtis Blow sind mir doch lieber (und um Klassen besser). Trotzdem ja schön, wenn Menschen ihrer verflossenen Jugend nostalgisch nachfühlen im Stadion zum Herre-Sound (ist ja auch typisch FC St. Pauli, verflossene Jugend zu konservieren).

Na, und dann kam Clueso. Das hat mir schon harsche Kritik eingebracht, dass ich für den immer so schwärme und hat mit Sicherheit auch mit seinem zauberhaften Lächeln und den schönen blauen Augen zu tun (eine Freundin hat mal gesagt, der sei auch nur so erfolgreich, weil er weiß ist, und da ist ja was dran – die Geschichte weißer, heterosexueller Quotenmänner, deren Erfüllung je nach gesellschaftlichem Bereich zwischen 75 und 95 % zu erfordern scheint, wird ja ständig geschrieben, ohne dass die Quote Erwähnung fände). Ich mag seine Texte (mal ab von den misogynen, die sich bei ihm auch finden), finde die Stimme sexy, die Herangehensweise an den unverstellten Flow des sprachlichen und musikalischen Materials häufig sehr gelungen, weil da anders als bei mir das Bildungsbürgerliche fehlt und so Entdeckungen möglich werden. 

Also: Ich bin da schon irgendwie Fan und mache mir nur Sorgen, dass er zu sehr auf das Bild des „Neuen, deutschen Poeten“ mit ach so viel Gefühl und Gitarre sich fixiert und sich etwas zu oft mit teils fragwürdigen Dinosauriern des Deutschrock von Lindenberg bis zu den Puhdys ablichten lässt (deren „Alt wie ein Baum“ gestern im Schlagermove-Zelt lief, als ich nach Hause ging. Dann doch lieber Renft.) 

Viva con Agua unterstützt er seit 9 Jahren, und nun war er auf einer Äthiopien-Reise dabei. Ich durfte das bei Facebook ein wenig verfolgen, und das war schon faszinierend, wie alle Bild- und Tondokumente fortwährend zwischen der Kolonialtradition des weißen Helfers auf Zivilisierungsmission, umgeben von lachenden, schwarzen Kindern, und einem Sich-Öffnen für das Faszinosum dieses afrikanischen Staates und seines Musik- und Alltagslebens changierte. Fast schon kurios der Mitschnitt eines Konzertes des Goethe-Instituts in Adis Abeba, da Max Herre, Clueso und dessen Kumpel Norman Sinn mit derart großartigen Musikern aus dem Ethio-Jazz-Umfeld auf der Bühne standen, dass man bei ihren verschämten Deutschrap-Einlagen schon spürte, dass auch sie spürten, wie sie gegen diese Virtuosen komplett abkackten. 

Daraus entstanden ist ein Song mit: Samuel Yirga. „Aand Nen“ heißt der – hier der Clip (auch in dem sieht man dieses Changieren zwischen ethnographischem Blick, blödem Pop-Gepose mit 90er-Jahre-Lippenbewegen zum Song und echtem Interesse an der Subjektivität derer, denen sie begegneten). 

Samuel Yirga ist beim  Label von Peter Gabriel unter Vertrag, blutjung, lebt in Adis Abeba und definitiv eine Entdeckung. Danke an Clueso und Co, dass sie mir solche Künstler nahe bringen! 

Gestern deutete Yirga seine Fähigkeiten eher an, eindrucksvoll, und doch wirkte es etwas weichgespült für ein Mainstream-Publikum. In den Passagen, da er an seinem Piano so richtig los legte und sich in Blues- und dissonante Afro-Skalen hinein und wieder hinaus begab, da erœffnete sich schon eine atemberaubende musikalische Welt. Und zwar eine, die belegte, wie albern es ist, zwischen „Ethno- und World-Music“ als Partikularphänomen und globalem Pop zu unterscheiden (zudem Herre und Clueso sich nun wirklich anböten, eine Ethnologie deutscher Gegenwartskultur zu betreiben). Yirga spielte auch noch einen traditionellen, äthiopischen Popsong, der komplett unter die Haut ging, mir zumindest. Dass die ganzen offenkundig per BILD zum Cluesogucken Animierten bei diesem zum Smalltalk übergingen, das war nicht nur unhöflich, die haben auch wirklich was verpasst.

Na, und neben dieser echten Entdeckung zeigte sich doch noch die Klasse eine Clueso, über die ein Jan Delay mit seinen Backgroundsãngerinnen, die alle mehr können als er selbst, nicht verfügt: Er nutzte schlicht seine Popularität, einen Raum für Samuel Yirga zu eröffnen. Später kursierten Fotos bei Facebook, die zeigten, was ich vor Ort gar nicht wahrnahm: Dass Clueso zu Thomas Hübner wurde, der fasziniert vor diesem Mega-Musiker auf der Bühne hockte, fast kniete, und so gar keinen Anlass sah, sich in den Vordergrund zu spielen. Als er danach „Love the People“ anstimmte, glaubte ich ihm wieder und war erneut ganz verzaubert.

ABER: „Hamburg City“? Bitte? Konsequent sprach er das Publikum so an – im Stadion des FC ST. PAULI! ST. PAULI, lieber Clueso, nicht „Hamburg City“. Auch Viva con agua konnte nur auf diesem Humus wachsen, den dieser Verein bereit stellt, und in keinem anderen Stadion wäre so was möglich, dass die Gänge derart umdefiniert würden. Dieses „Hamburg City“ ging mir so auf die Nerven, dass ich als einziger (!!!) den „Saaaaaankt Paulihiiiiiiiiii“-Ruf anstimmte. Und KEINER stimmte ein. Stattdessen machten sich Menschen um mich herum lustig. In unserem Stadion! 

Also, lieber Clueso, Du Schwarm meiner schlaflosen Nächte, es ist toll, dass Du da warst, Danke!, aber wenn Du mal wieder unter MEINER Haupttribüne sein solltest, mach Dir doch bitte klar, wo Du gerade bist.

All das musste ich dann noch unserem Präsidenten buchstäblich brühwarm berichten bei einem leckeren Gin Tonic. Der DJ im Hintergrund trug nicht nur einen schnieken, bunten Streifenanzug und Lippenstift, sondern spielte auch zauberhafte 70er-Disco-Tracks, später house;  wir plauschten über Divine und Baltimore – und ja, dieses raren, queeren Momente am Millerntor macht eben doch nur die Gallery von Viva con agua möglich. 

Reine Geschmackssache? Neue Trikots – und ist das Verschwinden des Regenbogens auch das Ende „reiner Symbolpolitik“ des FC St. Pauli? 

„Welcome Hell!“ So der zentrale Slogan des neuen Ausrüsters des FC St. Pauli.

Die Hölle. Also das, wo manch fundamentalistischer Christ unsereins ja hin wünscht. Also uns, die einst „Sodomiten“ genannt wurden, bevor normalisierungswillige Psychiater „Homosexualität“ erfanden, damit es etwas gab, wogegen sich von nun an als „heterosexuell“ gelabelte, also nicht weiter klinisch zu Erforschende weil „normal“, abzugrenzen hatten. Um die Geschichte arg zu verkürzen und zurück in die Hölle  zu kommen. Oder auch dem Marketing des neuen Ausrüsters des FC St. Pauli, Under Armour. Das heißt „Unter der Rüstung“, beinhaltet also eine Verheißung. Wie ja die Hölle auch immer schon, weil da in christlicher Tradition nicht nur richtige Bösewichte angeblich landeten, solche, die gegen Gebote wie „Du sollst nicht töten“ oder „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu“ verstießen, sondern unter Protestanten noch verschärft auch einfach jene, die frei sind und Spaß haben wollen.

Mensch glaubt es ja kaum, aber Letzteres taucht manchmal auf Ebene der „Kommerzkritik“ sehr wohl wieder auf, auf jener des Geißelns von Sexismus aber nun gerade nicht – und ist zentrales Thema unter anderem in Goethes „Faust“. Auch ein ziemlich sexistisches Machwerk.

Drum: Ist diese Partnerschaft mit „Under Amour“ nun ein Teufelspakt, und sind es eher die lustvollen oder die bösen Seiten des Mephistotelischen, die sich da eröffnen, oder auch nichts von alledem?


Quelle: Kleiner Tod 

Zu Ablauf und Resultaten der gestrigen Trikot-Präsentation haben die vom Magischen FC  und der Kleine Tod ja schon formidabel und ausführlich, zudem perfekt illustriert geschrieben.

Als ich so den Weg mit schritt, den Zukunft unsere Mannschaft am „I will“ vorbei durch rot und schwarz sich ebnen wird, den Gegner verschreckend, wusste ich auch nicht so genau, ob ich nun im nervtötenden Anachronismus konservativer Punk- und Hardcore-Auslegungen ersticken würde oder nicht vielmehr das Ganze auch ganz lustvoll mir als schwulen SM-Club imaginieren könnte. Beim neuen Spielertunnel – siehe die Fotos beim Kleinen Tod – verstärkte sich letzterer Eindruck noch, da ließe sich schon was mit anfangen. Bei der Gestaltung der Wände auf dem Weg dahin hatten immerhin auch Künstler aus dem FC St. Pauli-Umfeld wie Rambazamba mitgewirkt, prima, um diese charmante Darkroom-Atmosphäre zu schaffen. Ein paar Bilder von Tom of Finland dazwischen fehlten mir aber irgendwie doch.
Ja, es geht eben NICHT um reine Geschmacksfragen. Nie. All das Gerangel um Look, Feel, Outfit, Musik, Wandgestaltung und auch Trikotdesign bewegt sich nicht außerhalb sozialer und geschichtlicher Räume.

Es gibt nicht das individuelle, bürgerliche „Geschmacksurteil“ in der Unschuld interesselosen Wohlgefallens, von dem Immanuel Kant einst träumte.

Genau das war ja die Sensation der Trikots, die Jason Lee im Auftrag von „Hummel“ für uns gestaltet hatte: Die Vielfalt der Bezüge von Aquaman bis zu Sex Pistols-Covern, Keith Haring und Animal Print im Post-Punk, die thematische Zuwendung zu queeren Symboliken und auch zu der Lampedusa-Gruppe haben das eindrucksvoll belegt.

Die Orientierung am „Klassischen“ ist immer auch ein bürgerliches Statement gegen die vermeintlich schrillen und grellen Haltungen Geotherter und Deklassierter. Auch das war schon zu Goethes Zeiten so. Und wiederholte sich im New Yorker CBGB zu Zeiten von Patti Smith (die mit dem berühmten Cover zu „Horses“ das aber sogar thematisierte und Gender -Kategorien aufmischte) auch in Abgrenzung gegen die quietschbunten und mit Glamour, Glitter und Pailetten sich feiernden queeren People of Colour der Disco-Ära. Mir ist es jetzt auch scheißegal, ob das in irgendeiner Fankneipe am Thresen verstanden wird – aber wenigstens ist der eine oder da ja bierschwul🙂 …

Und nein, lieber geschätzter Andreas Rettig, das ist auch zu billig, nun zu sagen, die neuen Trikots seien eben wie der FC St. Pauli: Wenig Form, viel Inhalt. Das hängt schon zusammen, Form und Inhalt. Und hinter das, was Jason Lee für den FC St. Pauli geleistet hat, fiel das Präsentierte zunächst mal deutlich zurück.

Zu Beginn war ich drum eher etwas entsetzt über das, was „Under Armour“ gestern mit viel Aufwand uns vorführte: Ein Business-Sprech-Vortrag von irgendeinem ranghohen Offiziellen, den ich problemlos auch selbst hätte schreiben können, ich höre mir so was ja nun auch seit mehr als zwanzig Jahren an. Textbausteine. Trailer, auf grausige Musik irgendwo zwischen Metallaica und Hardcore geschnitten, die so auch schon bei BRAVO TV ’93 in Sepultura-Beiträgen hätten laufen können. Eine ganz lustige Skype-Schaltung zur Mannschaft deshalb, weil die Spieler auch nicht so recht wussten, was sie sagen sollten und Christopher Buchtmann immerhin zu berichten wusste, dass die Trikots schön eng und sie deshalb für den Gegner nicht so leicht zu fassen seien. Der Moderator fragte bei allen interessanten Punkten auch dann nicht genauer nach, wenn Oke Göttlich und Andreas Rettig wirklich Spannendes zu berichten gehabt hätten. Und alles, was im Vorfeld diskutiert wurde über Bezüge zum Blackwater-Nachfolger Akademi oder auch zu Bezügen zur US-Waffenlobby NRA blieb, weil Werbeveranstaltung, ausgespart. Ist das St. Pauli-like? Trivial ist das nicht, weil sich z.B. nach dem Massaker an LGBT-People in Orlando, darunter maßgeblich Latinas und schwarze Menschen, „Gays against Guns“ formierte, explizit gegen die NRA gerichtet. Ich habe beim Rumgoogeln in keinem der Fälle eine engere Verknüpfung gefunden als z.B. die Zusammenarbeit von Under Armour mit Grosshändlern, die Messen beliefern, wo auch die NRA auftritt, finde aber nicht, dass das Thema zu den Akten gelegt werden kann.

ABER: Ich will ja gar nicht nur meckern, weil das eigentlich ganz großartig war gestern😀  … und ja, ich wurde ja auch mit einem Trikot, Speis, Trank und After-Show-Party bestochen, es war sehr schön und ich danke Under Armour für all das und mühe mich trotzdem redlich um Unabhängigkeit.

Es war auch sehr schön, weil der FC St. Pauli ja schon deshalb so großartig ist, weil die Kommunikationswege so kurz und offen sind. Zum Positiven:  Zur Beziehungsanbahnung nach Baltimore wurde tatsächlich eine Delegation von 16 St. Paulianern sowohl aus dem sportlich-ökonomischen Bereich als auch aus den Vereinsgremien geschickt, und so unangenehm besetzt ich letztere mal ab vom Präsidium zum Teil finde, so cool ist das als Ausweis demokratischer Kultur natürlich. Under Armour stellt zudem eine sechsstellige Summe für soziale Projekte zur Verfügung – ob das nun eher 100.000 oder 999.999 Euro sind, wollte Andreas Rettig auf direkte Nachfrage nicht beantworten. Sie statten auch Jugendspieler  und Nachwuchs aus, was  Talente locken kann. Vorbild sind Projekte in Baltimore, wo z.B. auch Sportplätze aus geschreddertem Sportausstattungsabfall gebaut wurden, Schulen bemustert und versorgt  und Müllentsorgung gefördert wurde. Genaueres dazu wurde mir per Mail vom Marketingleiter Deutschland noch versprochen, Philipp Walter, dazu blogge ich dann noch, der sich als ganz außerordentlich zugänglich erwies und so einem dahergelaufenen Blogger wie mir anschließend auf der Terrasse des „Übel & Gefährlich“ für ausgiebiges Fragen zur Verfügung stand.

Deutlich wurde die Bereitschaft, in einem auf mindestens 5 Jahre angelegten Engagement behutsam und mit offenen Ohren auf die Spezifika des FC St. Pauli zu reagieren und nicht auftrumpfend allesamt nach dem Motto „Wir bringen schließlich das Geld mit“ zu überrumpeln. Einzig merkwürdig war die Unterscheidung zwischen Sport und Politik. Aber wenn die Kommunikation so bleibt, wozu auch gehört, dass über die zu fördenden Sozialprojekte Vereinsgremien entscheiden, ist mehr Musik drin als nur Hardcore-Gitarrensound in dieser Zusammenarbeit …

Bleibt nur die Frage: Wohin ist der Regenbogen verschwunden? Da hat sich ja in Teilen des Vereins bis hin zu mutmaßlich denen, die die Kapitänsbinde tragen, so eine Haltung eingeschlichen, dass es sich z.B. bei queeren Ansprüchen um Partikularinteressen einer Minderheit handele, angesichts derer dann Heterosexuelle von Fall zu Fall nach eigenem Ermessen autoritär verfügen könnten, wann diese nun von Belang seien oder auch nicht. Das ist aber weder dem Grundgesetz noch den Vereinssstatuten zufolge (zumindest nicht denen des FC St. Pauli, bei 1910 e.V. könnte das anders sein) so und Kern jeder diskrimierenden Struktur. Das ist auch dann falsch, wenn es üblich und Hetero-Gewohnheit ist – schon wegen „Was Du nicht willst, dass man Dir tu …“.

Nun hat, gewitzt, Oke  gestern, darauf angesprochen – zugegeben zwischen Bier und Gin -, erwidert, dem Verein würde so oft vorgeworfen, er würde lediglich Symbolpolitik  betreiben, und so was wäre ja auch der Regenbogen am Ärmel (das Lichterkarussell opponierte da zurecht) – da wolle der Verein doch nun mal allmählich wirklich strukturell ran und in diesen Fragen grundsätzlich voran schreiten.

Word! Ich bin dabei und allzeit bereit🙂 …

Intensitäten: FC St. Pauli – Kaiserslautern 5:2 (… und viel Backstory zur Schnürsenkelfrage)

Heute ist der 17.5. – der internationale Tag gegen Homo- und Transphobie. 

Mag der Begriff „-phobie“ in diesem Zusammenhang auch weiterhin mit guten Gründen umstritten sein, Heterosexismus trifft es besser; sollte auch eher ein Bindestrich-PRO für alle Lebensformen- und weisen jenseits von Hetero- und cis-Sexismus Ziel sein: Im Sinne der Freiheit aller gleichermaßen führt als Weg dahin eben nur das nachhaltige Abräumen all dessen, was Grenzen und Abwertung schafft. Von Strafandrohungen – und -vollzug überall da, wo es den noch gibt, ein Ende der großen und kleinen Feindseligkeiten gegen „Geotherte“, versteckter und offener Gewalt (der insbesondere Trans*menschen am häufigsten zum Opfer fallen). 

Und auch dort, wo alle sich vollends aufgeklärt wähnen, formal-liberale Toleranz zu leben glauben, sind die Mikrophysiken der Macht, der subtilen Entwürdigungen und offenen Ignoranzen „Dann hängen wir mal ’ne Regenbogenflagge auf, und das Thema ist endlich erledigt und wir können uns wieder dem heteronormativen Tagesgeschäft lautstarken Mackerns zuwenden“ oft noch wirksam. Geboten ist, Diskriminierungs-, Unterdrückungs- und Gewaltformen systematisch aufeinander zu beziehen. Sie auf Identität und Unterschied (!!) hin abzuklopfen. Was immer auch beinhaltet, die Instrumentalisierung Homosexueller zurückszuweisen, wenn dadurch Rassismus genährt wird – und eben diesen wie auch Transfeindlichkeit in Gay Communities ebenso hinter sich zu lassen.

Zum Kernbestand nicht etwa der „Werte“, sondern der notwendigen Regeln eines gelingenden Miteinanders gehört beim FC St. Pauli satzungsgemäß auch das Ziel, solche Formen symbolischer Gewalt, Diskriminierung eben, wirksam zu bekämpfen. Das betrifft Sexismus, Rassismus, Homo- und Transphobie gleichermaßen – und Ableismus auch. Welche Mittel, strukturellen Wandlungen und symbolischen Aktionen dazu führen können, das ist wohl so klar noch nicht. Damit nicht im Sinne des Erreichten die Suche einfach so selbstzufrieden eingestellt werden kann, sondern sie kontrovers weiter betrieben wird, formulieren Aktive häufig über so genannte „soziale Medien“ initiierte Interventionen.

Zuletzt: Warum beteiligt sich die Mannschaft des FC St. Pauli nicht an einer Aktion „der Region“, Regenbogenschnürsenkel beim letzten Heimspiel zu tragen?

Bei Facebook machte ein Post des „Aktionsbündnisses gegen Homophobie und Sexismus“ die Runde, in dem suggeriert wurde, in der Geschäftsstelle und im sportlichen Bereich herrsche das Lippenbekenntnis.. 

Mich wunderte das. So was kenne ich eher aus Teilen der „aktiven Fanszene“, aber aus der genannten Richtung bisher nicht. Könnte aber ja so sein.

Trotzdem: Immerhin hatte die Mannschaft eine Regenbogenflagge gespendet, lief mit Transparenten, die Sookees „Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben“ beim Heimspiel auf, trug stolz die Regenbogentrikots wie auch antifaschistische Botschaften am Leib – nun kursierte die Aussage, an Aktionen an Spieltagen wolle sie sich nicht mehr beteiligen. 

Verwundert rieb ich mir die Augen. Huch? Geladen als Blogger zum Fotoshooting von Viva con Agua, die Diskussion im Kopf, fand ich mich in einem Hinterhof in Ottensen wieder. Robin Himmelmann, Lennart Thy und Philipp Heerwagen waren noch anwesend – ein Making of zu den Fotos, die als Geburtstagsgeschenk an den Verein bei der Milerntor-Gallery zu sehen sein werden, findet sich bei Stpauli.nu. Die Diskussion rund um die Schnürsenkel entbrannte zunächst unter Bloggern und Pressebetreuern mitten im Raum – wohl unüberhörbar. Philipp Heerwagen gesellte sich zu uns. Ganz von selbst. 

Klarstellung: Im Mannschaftsrat sei das Thema ausführlich diskutiert worden. Tatsächlich, was dem Nicht-Fussballer vielleicht so klar nicht sei, seien Schnürsenkel nun mal zentraler Bestandteil des Arbeitsgerätes. Wohl wie das Rohrblatt, auf dem ein Saxophonist spielt, da geht ja auch nicht jedes – Haptik, Reißfestigkeit und andere Eigenschaften seien entscheidend für ein sicheres Gefühl beim Spiel. Keineswegs habe sich sich die Mannschaft generell gegen Aktionen an Spieltagen ausgesprochen, und schon gar nicht die Teilnahme an einer solchen gegen Homophobie grundsätzlich verweigert. Immer gern!  Spieler, die neu zum Team stießen, würden unter anderem von ihm prompt darüber aufgeklärt, welche Haltungen und Grundsätze in diesem Verein geboten und Grundlage, somit ggf. erlernbar seien – weil diese auch für jene auf dem Rasen gelten. Er selbst trüge zudem den pink Torwartdress auf dem Platz sehr gerne, weil er wisse, dass viele Zuschauer das provoziere (alle Zitate sinngemäß, ich habe nicht mitgeschrieben. Er fand es aber okay, dass ich darüber blogge, hab ich mir selbstverständlich erlauben lassen). 

Das Bemerkenswerte sind ja nicht nur die Aussagen. Prima! Sondern, dass diese Art von Kommunikation zwischen Fussballprofis und Bloggern einfach so stattfinden kann beim FC St. Pauli – von den Spielern initiiert. Ich jammer und hader ja nun auch alle Nase lang mit irgendwas rund um den Verein. Aber, hey, das ist, glaube ich, doch ganz schön ungewöhnlich. Eine mangelnde Identifikation mit dem, wofür der Verein neben dem Fussball sonst noch so steht, war da aber so gar nicht spürbar. Dankeschön! Und: Toll!

Auch die Geschäftsstelle legte nach. Regenbogeneckfahnen beim Spiel statt der Schnürsenkel, und heute deutlichste Stellungnahmen zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie. Alle Kommunikationen drumherum zeigen: Das ist Bewegung drin! Es werden auch strukturelle Fortentwicklungen diskutiert und hoffentlich eines Tages umgesetzt. Solche, die weiter gehen als das, was in der „aktiven Fanszene“ mir zumindest diskutierbar erscheint. Auch Viva con Agua regt sich und ist in Bewegung. Bin gespannt, wohin🙂 – und blogge begleitend.

  
Also: INTENSITÄTEN! Ja, Überleitung zum Schwärmen. Zur offenen Begeisterung. Nicht nur darüber, dass es in diesem Verein doch möglich ist, als offen Schwuler mehr oder minder mitten in die Umkleidekabine zu spazieren, laustark Heterosexismus zu diskutieren und dabei nicht nur auf offene Ohren, sondern auf aktives Interesse und volle Handlungsbereitschaft zu stoßen. 

Nein, auch diese so rundum schönen, erfüllenden und ja, intensiven Stadionerlebnisse: Es gibt sie noch!

Solche Erfahrungen, Emotionen wie das Spiel am Sonntag, das glückliche Ausharren nach dem Spiel auf den Rängen, ehrliche Freude angesichts einer doppelten Ehrenrunde der Mannschaft, sich nicht lösen können vom Stadion, ein Wohlgefühl jenseits trügerischer Euphorie ein Schweben in den Alltag trägt und „Zeitqualität“ neu definiert – wow! 

Nicht nur wegen der 5 Tore. Nicht nur, weil Ryo Miyaichi derart einschlug (klar, auch deshalb, aber nicht nur) – und auch nicht nur, weil wirklich von ganzem Herzen Lennart Thy, Okan Kurt, Jan Verhoek und Enis Alushi so was von alles Gute gewünscht werden kann, weil’s gute Typen sind  – weil sie mit uns ja ein verdammt tiefes Tal durchschritten haben, in schwierigsten Situationen reinhauten (Kurt, einst auf den Platz geworfen inmitten eines Abwärtssogs, er hielt stand!) und auch für Restabilisierung sorgten. Ich meine, Platz 4: Danke! Natürlich auch an Ewald Lienen. Auch, weil ich niemandem das Tor mehr gönnte als Christopher Buchtmann. 

Weil es insgesamt einfach schön war. 

Weil so ein Feeling des Neuen in der Luft lag. Als gäbe es mehr als Konservieren längst erzählter Geschichten. In der Spielweise. Im Torjubel auf den Rängen. 

Vielleicht ja von Regenbogenfarben beschwingt, eingefärbt, verzaubert. „Somewhere over the rainbow“ –  

„And the dreams that you dreamed of

Dreams really do come true ooh ooooh

Someday I’ll wish upon a star

Wake up where the clouds are far behind me ee ee eeh

Where trouble melts like lemon drops …“

Und das auch noch auf der Reeperbahn nachts um halb 1. Wurde ja auch endlich mal wieder gesungen. Viele sprachen von einem „versöhnlichen Abschluss“. Wofür versöhnt? Zu meckern hatten wir ja nicht wirklich was. 

Es bleibt halt das Werden … wenn es weiter so wird, wird es gut. 

You don’t have to be cool to rule my world: FC St. Pauli – 1860 München 0:2 

Cool muss echt nicht. Lovesexy reicht ja, und das ist eh eine Energie, die befällt, wann immer das Individuum sich empfangsbereit dafür fühlt. Glaube ich. Nur dass das halt allzu oft blockiert und behindert wird durch all die -ismen …

Aber … vielleicht wäre es ja anders gelaufen, wenn eben doch, ganz, wie Erik sich das gewünscht hatte, „Let’s go crazy“ vor dem Spiel gelaufen wäre. Immerhin ist Prince da noch aufgetreten. Und immerhin standen wir hinterher in einer Kleingruppe nicht mehr so ganz Junger vor der Domschänke und schwärmten uns von Prince ausgehend durch die Tracks der Heroen, auf deren Schultern er thronte: Nile Rodgers zum Beispiel. Auch, dass der in einem Club, in dem Trans-Menschen performten, auf die Idee zu „I’m coming out“ kam, das er Diana Ross schrub. So berichteten wir uns, durch Super-ARTE-Dokus belehrt.

Da schließt die Frage an, wieso in so einem Fall eine Göttin wie Diana Ross als Medium männlicher Songwriter hier von mir beinahe behandelt worden wäre. Was sowohl falsch als auch unverschämt wäre. Unsere Spieler sind ja auch nicht die Medien Lienens, während sie mal mehr, mal weniger seine Vorgaben in Musik auf dem Platz verwandeln. Vielleicht ist Lienen ja ihre Muse. Diese Frage danach, inwiefern die Interpretin eben selbst erschafft, stellt sich z.B. den Jazz-Improvisierenden gar nicht. Da dudelt mensch über die Akkorde von Cole Porter oder Miles Davis und macht was draus. „Rappers Delight“ der Sugarhill Gang basierte ja auch auf „Good Times“, dem wohl meistgesampleten Riff, von – Nile Rodgers. 

Gerade in Zeiten, da auf Stuttgarter Parteitagsreden ein chauvinistischer und hochaggressiver Kulturnationalismus erhebliche Bevölkerungsteile zu „Volksfremden“ erklärt (und damit auch nur explizit macht, was die Gefühls-, Wahrnehmungs- und Handlungsweisen großer Teile der „Mitte“ implizit im Altagsempfinden bestimmt, selbst wenn viele derer anders darauf reagieren) und sie in ihren Freiheitsspielräumen krass beschneiden will, ist ja im Gegenzug auf die tiefschürfende Prägung kultureller Diversität hierzulande  u.a. durch internationale Popkultur zu verweisen. Die eh wirkt, zum Glück. Die wollen zurück in die Zeit vor AFN und BFBS zu „Grün ist die Heide“, was die Kulturwüste Deutschland nur endgültig veröden würde. Mensch braucht ja nur mal in die Gazetten schauen, was hier mittlerweile als Philosoph gilt. Fängt mit S an. Erschütternd. Jetzt verteidigt – übrigens zu recht – sogar schon Alan Posener in DIE WELT Political Correctness als Basis sinnvollen Diskutierens, während die Irgendwielinke noch dabei ist, Critical Whiteness niederzuschreiben.

Was nun durch immer dieselbe Punkrock-Folklore auch dann nicht korrigiert werden kann, wenn Vertreter derer von den Neurechten am Auftreten gehindert werden sollen (was nix wurde; wären die echt noch subversiv, hätte die SPD den Slime-Gig vermutlich gleich mit unterbunden). 

Ja, ich tue mich schwer, über das Spiel zu schreiben – für die 60er war’s schön, für uns irgendwie belanglos. 

  
Keineswegs belanglos die tolle Choreo auf der Gegengeraden – die weist hoffentlich auch weiter auszubauende Wege in die neue Saison. „All colours are beautiful“ – von Regenbogenfahnen umgeben.

Wie froh wir sein können, dass Fafa Picault bei uns bleiben wird, das stellte er einmal mehr unter Beweis. In den war „Let’s go crazy“ nun aber so was von gefahren, hinten und vorne und überall Picault. Toll. You don’t have to be cool, you have to be Fafa. Und beim nächsten Mal strahlt das dann derartig intensiv auf alle aus, dass unser Saisonfinale, das letzte Heimspiel, schon all das Grandiose vorweg nehmen wird, was die nächste Saison uns schenkt. Und dann wird das Spiel bestimmt auch von den Klängen Prince‘ bestrahlt. Ja, wer keine Kraft zum Träumen hat …