Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: Februar 2, 2018

Wo bleibt das Positive?

Ja, gemeint ist dieses legendäre Gedicht von Erich Kästner:

„Herr Kästner, wo bleibt das Positive?“

„Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt!“

Oder so ähnlich.

Tatsächlich gelingt es ja den Hatern, den Rechten und allen, die ständig mit denen reden wollen, also, zusammenfassend den alles gleich machenden und das Partikulare weg nivellierenden Identitätstheoretikern (nein, ich meine nicht das, was letztlich falsch unter „Identitätspolitik“ zum Wortfetisch der Reaktion mutierte, einfach Link anklicken), dass sie mittels Gaslighting, Gruppenmobben und Geltungssucht ihre narzißtische Zufuhr daraus beziehen können, dass 1 sich auch noch auf sie bezieht. Und so wird das Unheilvolle auch noch distribuiert.

Die herkömmlichen Medien bringen das Vokabular dann in die Öffentlichkeit jenseits der sozialen Medien. Ganz egal, ob sie diese Aussagen wertfrei wiedergeben oder sie verurteilen, sie vervielfältigen durch ihre Berichterstattung die monströse Sprache der Menschenfeinde und tragen damit zur Verschiebung der sprachlichen Normalität bei. Der Philologe Victor Klemperer beschrieb schon in seinem 1947 veröffentlichten linguistischen Buch Lingua Tertii Imperii, wie die durch ständige Wiederholung erzeugte dauerhafte Präsenz sprachlicher Brutalität schon in kleinen Dosen dafür sorgt, dass sich ihre Muster in unseren Köpfen festsetzen.

schreibt dazu Anatol Stefanowitsch in der „Jüdischen Allgemeinen“, und er hat ja recht: All die sich wacker wähnenden Suchenden, Mehr von diesem Beitrag lesen

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Empfehlung: Das Onlineseminar „erfolgreich rassismuskritisch Veranstalten“ der Noah Sow-Academy

„Aus dem Wissen über Unterdrückungsmechaniken ist inzwischen eine Industrie geworden. Das wäre gerade noch erträglich, wenn das Wissen darin angewendet würde. Wird es aber in vielen Fällen nicht. Mir sind unzählige Antidiskriminierungsbeauftragte begegnet, die diese Aufgabe ehrenamtlich, zusätzlich zu ihren anderen Berufsaufgaben, „nebenbei“ erledigen sollen, und noch nicht mal Anerkennung und regelmäßige Fortbildungen dafür erhalten. Auf der anderen Seite gibt es „Diversity Management Consultant“-dudes, die Texte, die sie in den USA auswendig gelernt haben, in Konzerne tragen und dort nicht nur „Oohs“ und „Aahs“ sondern auch exorbitante Honorare ernten. Keines der beiden Modelle kommt infrage für die Subjekte intersektionalen Wissens, Schwarze Frauen*Inter*Trans*.“

Schreibt Noah Sow. Sie ist eine gute und langjährige Freundin von mir und auch eine meiner wichtigsten Lehrerinnen und Mentorinnen.

Ich bin ihr unendlich dankbar für das, was ich von ihr lernen durfte.

Was nun aber nicht aus Versehen in Antiwerbung umschlagen sollte: Für das, was ich hier schreibend fortwährend verbreche, kann sie nichts. Das Unheil richte ich höchstselbst an.

Dennoch: Zumindest glaube ich gelernt zu haben, wenigstens für 20 Minuten oder auch länger einfach mal das eigene Denken, Meinen und Wissen hinten anstellen zu können. Die ganzen Irrtümer und den Willen, nun einst geformte Argumente in jede Diskussion einwerfen zu müssen, auch mal auszusetzen und die Ohren aufzusperren.

Und das auch deshalb, weil anders, als z.B. Jürgen Habermas es annimmt, Performatives, de facto aufzuzuzeigende gesellschaftliche Macht- und Dominanzverhältnisse (und da gibt es noch weitere als nur ökonomische) und gendertypisches Sprechverhalten oft das Gegenteil dessen erzeugen, was angeblich Ziel sei: Nämlich die Möglichkeit einer nicht verdinglichenden, nicht instrumentellen Rationalität und ihrer Entfaltung zuzulassen.

Argumente wesen nicht irgendwo im idealen Raum (der selbst bei Habermas „kontrafaktisch antizipiert“ wird). Deshalb sind so viele Diskussionen rund um das Thema auch so irrational , wenn die Gralshüter des Tradierten mal wieder unter Schock stehen, nicht automatisch die Kompetenzprüfung ganz ohne Lernen, Aufwand und Führerschein bestanden zu haben. Die brüllen dann los und kriegen anschließend vermutlich einen Job bei DIE WELT. Da dürfen sie ja gerade mutmaßlich deshalb schreiben, in Ahnungslosigkeit, aber voller Meinungsfreude …

Ich weiß nicht mehr, wie der Comedien hieß, der sich neulich über den „marketplace of ideas“ lustig machte. Aber er amüsierte sich treffsicher.

Noah hat über die Jahre intensivst Aufwand betrieben, eben jenes Wissen zusammen zu tragen, das insbesondere in US-Communities, aber keineswegs nur da entwickelt wurde. Und das, um Situationen herzustellen, in denen über Rassismus überhaupt erst mal diskutiert werden KANN. Um nicht im Irrationalen und nackter Macht zu versuppen.

Sie hat es originell, poitiniert und profund mit ihren eigenen Ansätzen kombiniert und auf Deutschland zugespitzt. So entstanden Konzepte, die, statt in Retro oder absoluter Gegenwart zu verharren, Wege in die Zukunft weisen können. Der allseits anzutreffende Rollback verdankt sich ja dem, dass viele der Ansätze auch schon recht erfolgreich waren. Das ruft halt die Reaktion auf den Plan.

Dieses Wissen stellt Noah Sow nun in einem kompakten Onlineseminar jenen zur Verfügung, die statt Spruch, Mem und Abwehrschlacht tatsächlich die Vertiefung ihres Wissens anstreben. Es ist praxisbezogen, anwendbar, spannend.

„Das ausführliche Qualifizierungsseminar führt mit Videos, Arbeitsblättern, Quiz, Checklisten und Forum Schritt für Schritt durch die einzelnen Themen der Veranstaltungsplanung. Gleichzeitig erklärt es bei jedem Schritt die geschichtlichen und aktuellen Gründe für die Besonderheiten, die es zu beachten gibt.“

Also: Buchen! Bei der Academy Noah Sow.