Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: Januar 2, 2018

Jahresmotti: Nicht mit Rechten reden, sondern stattdessen über Solidarität. Unter anderem mit Geoffroy de Lagasnerie

Das Jahr der Schockstarre ist nun endlich vorbei. 2017: Das Grauen!

Ein Jahr, da nach der Wahl Donald Trumps zum Prädidenten der USA das allmähliche Einsickern vermeintlicher „Einsichten“ in die Gründe, die zu seiner Präsidentschaft führten, auch in den Diskursen der Irgendwielinken ein allzu gruseliges Klima erzeugte. Eines, das sich auch in meine beruflichen Zusammenhänge derart bedrohlich einschlich, dass zumindest in mir eine Art Lähmung sich ausbreitete.

Es ist den Rechten ja vieles gelungen; vor allem aber, dass sie eine Art vorauseilenden Gehorsam erzeugten. Weil bei vielen die Angst sich breit machte, dass ihre Interventionen, die stets einsetzen, wenn sich irgendwer irgendwoaus guten Gründen gegen sie wehrt, zuschlagen könnten.

So dass als Effekt eine Debatte, ob denn nun „mit Rechten reden“ geboten sei oder auch nicht, auf einmal alles dominiert – und wer sagt „Nö, deren Programmatik besteht nun mal genau darin, mir die Schnauze zu verbieten, mich symbolisch und ökonomisch zu vernichten und meinereins allenfalls noch dann ein wenig relevant zu finden, wenn es pauschal gegen den verallgemeinerten und entindividuiierten Muslim“ geht“, wird sofort mit allerlei Diskursdiebstahl aus genuin linken und linksliberalen Zusammenhängen, mit Gramsci-, Habermas- und Foucault-Verdrehungen angegriffen: Meinungspolizei! Ausgrenzung! Mundtot machen! Diskurverweigerung! Faschismus! Linke Hegemonie! Systemsklaven! Die wahren Faschisten seien schon immer vor allem die Linken gewesen und alles andere nur Selbstverteidigung. Fehlt immer nur noch der Zusatz im Geiste Noltes, dass es schon irgendwie richtig war, dass Hitler „uns“ vor denen schützte …

Andere wiederum denken zumindest, wenn einer wie ich schreibt, mittlerweile: Du neoliberaler Selbstoptimierer. Gerade solche wie Dich braucht doch der Kapitalismus, Mehr von diesem Beitrag lesen

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