Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die Hamburger GRÜNEN, Olympia und der Regenbogen

„Die Grünen wollen eine Initiative gegen Homophobie in den Mittelpunkt der Hamburger Olympia-Bewerbung stellen.“

 

Lasst das sein. Echt jetzt. So ein billiges „Ätschbätsch“ gegen die Hamburger Olympia-Gegner zu installieren ist letztlich eine Frechheit denen gegenüber, die ihr hier zu fördern vorgebt (tut ihr das denn ansonsten?). Es ist manipulativ und ist nicht gut für die Betroffenen.

Solche Instrumentalisierungen schaden der praktischen Kritik des Heterosexismus eher, als dass sie ihr nutzen.

Sie tragen im Gegenteil dazu bei, bestimmte Formen der in diesem Fall tatsächlich „linken“ Schwuleneindlichkeit noch zu verstärken. Jene Diskurse, in denen ein Popanz wie jener aufgebaut wird, dass  „die reichen Schwulen den Migrantenfamilien die Wohnung weg nehmen“ würden.

Weil die Frage der Olympiabewerbung im Zusammenhang mit der Gentrifzierungskritik in der Stadt diskutiert wird und solche merkwürdigen Topoi der „Westerwelle-Homophobie“ (oder wie mensch das auch immer nennen will) sich dadurch nur verstärken: Also ein Zerrbild schwulen Lebens, das als Vorhut der Neoliberalisierung so eine Art Verkörperung von Design und Werbung darstellt; das als Inkarnation inhaltsleeren Styles zu deuten ist (mit bunten Turnschuhen). Ein Dasein als Party-People, die in verlotterter Verantwortungslosigkeit sich den ach so harschen Hürden des Hetero-Fortpflanzerlebens verweigerten (noch da, wo sie Adoptionsrecht einfordern).

Ich empfinde das als ziemliche Unverschämtheit der GRÜNEN, diese Fragen zu koppeln.

Sollen sie das Geld doch lieber dafür verwenden, LGBTIQ-Projekte zu fördern, die sich NICHT der Diskussion und dem perspektivischen Überwinden von Rassismus und Sexismus versperren, sondern stattdessen als Labor der Zukunft taugen – und diese mit gleicher internationaler Strahlkraft zu versehen.

Fördert Filme und MusikerInnen weit über das aktuelle Maß hinaus, , schafft und stützt Institutionen – klar ist Olympia eine gewaltige, internationale Bühne. Umgekehrt scheinen ja noch nicht mal die Finanzierungsplanungen ernst zu nehmen zu sein. Und mit geringelten Socken schafft ihr Putins Politik oder die in Katar nun auch nicht ab, ebenso wenig die des Koalitionspartners eures Koalitionspartners in Berlin.

Von Fantasie würde freilich zeugen, wenn ihr nicht den Anschein erwecken würdet, nun noch mal schnell gehässig so ein Thema nachzuschieben, nur weil Zustimmung zur Bewerbung zu scheitern droht – sondern eigene Vorstellungen zu entwickeln, was eine solche Frage in einer solchen Stadt zukunftsfähig macht, die über tagespolitische Instrumentalisierungen hinaus wiese und international nicht ignorierbar wäre.

Mir sind da ansonsten keinerlei Initiativen bekannt.

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