Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Unterstützt Sharon Otoos „Synchronicity“!

Sharon Dodua Otoo durfte ich einmal auf einer Lesung im Hamburger Café Timbuktu erleben – und wurde schwer und nachhaltig beeindruckt von dem, was sie aus ihrem ersten Roman las.

Wie schon von dem Titel als solchem: „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“.

Da steckt halt schon im Titel mehr drin als in manchem Antifa-Traktat.
Nun hat sich eine Unterstützerkampagne für die Finanzierung eines weiteren Werkes Otoos formiert. Der Grund:

„Entstanden ist die Kampagne mit dem starken Wunsch danach, Bücher lesen zu können, die einmal nicht aus der Perspektive geschrieben wurde, die seit Jahrhunderten die literarische Welt dominiert. Es entgeht uns so vieles, weil wir unsere Strukturen bisher nicht für die Werke von Autor*innen of Colour geöffnet haben.
Sharon Dodua Otoos Werke sind nicht nur literarisch besonders und überzeugend. Auch bei der Frage, was Autor*innen of Colour in Deutschland Kritisches zu sagen haben und warum im Literaturbetrieb ganz wesentlich nur „weiße“ Autor*innen von „weißen“ Leser*innen gefeiert werden, wurde ihre Novelle die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle selbst im großen Feuilleton hervorgehoben und wahrgenommen (Wenn Weißbrote wie wir erzählen, Dietmar Dath, FAZ).“

Die Ausgrenzungsmechanismen greifen auf dem Buchmarkt wie auch im Rezeptionsverhalten der dominanten Kulturen nachhaltig – lieber feiert das weiße, „antirassistische“ Publikum schlecht abgehangene Hymnen der Toten Hosen mit problematischen Texten ab oder „den neuen Thees Ullmann“, anstatt sich wirklich auf die Perspektiven und Thematisierungsweisen Betroffener einzulassen. Und wenn, dann dürfen sie mal allenfalls bei irgendeinem Podium umsonst Traumatisches aus der Diskriminierungserfahrung berichten. Und danach wenden sich alle nach dem Ablasshandel wieder wahlweise Zizek, DIE ZEIT oder dem Übersteiger zu (je nach Diskussionskontext). Soweit überhaupt noch gelesen und nicht lieber die Top Ten der gruseligsten Bücher bei Youtube angeklickt wird.

Dabei ist so großartig, was Sharon Otoo in Sprache überführt und wie sie es tut! Es hat die Kraft, gleichermaßen lehrreich und packend Weltbilder zu verschieben und neue Wahrnehmungsräume zu eröffnen.

Somit formiert sich Widerstand gegen Üblichkeiten in Form der Ermöglichung eines neuen Werkes:

„Um großartige Buchprojekte wie Sharon Dodua Otoos neueste Novelle Synchronicity zu unterstützen, gründet sich nun gerade ein Unterstützer*innen-Kreis. Im Rahmen dessen wollen wir Projekte unterstützen, die ohne finanzielle Zuschüsse von außen nur schwer realisierbar wären. Der Unterstützer*innen-Kreis supportet insbesondere rassismuskritische Bücher mit dem Ansatz des Empowerments. 

Weder bei diesem Projekt noch beim Crowdfunding wird es aufhören: Es sollen Büchertische organisiert, weitere Kampagnen gestartet, Solipartys gemacht, auf Zuschussmöglichkeiten geachtet und Zuschüsse eingeworben werden. Außerdem sollen Vorbestellungen gesammelt und Lesungen organisiert werden. Buchprojekte können auch selbst initiiert und Manuskripte geprüft und eingereicht werden.
Wenn ihr Lust habt, bei der Entstehung des Unterstützer*innenkreises dabei zu sein und mitzuhelfen Projekte wie dieses zu unterstützen, meldet euch einfach unter ukreis@edition-assemblage.de.“

 

Alles weitere findet sich unter dem folgenden Link, aus dem auch die Zitate oben stammen:
https://www.indiegogo.com/projects/synchronicity-the-original–2#/
Mitmachen!

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