Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: November 2015

Die Wiederkehr des Schädels: Der FC St. Pauli kauft Upsolut

 
Die Fakten haben die vom Magischen FC schon derart treffend zusammen gefasst – auf der Grundlage einer vorbildlichen Informationspolitik des Vereins -, dass ich dankend zitiere:

„Erstmal die Fakten: Der FCSP kauft seine Merchandising-Rechte vollumfänglich zurück. Er gibt dafür 1,3 Millionen aus und übernimmt von Upsolut auch 80 Mitarbeiter (inklusive Aushilfen, Teilzeit und Auszubildende). Das Ganze soll aus einer Ansparrücklage und der laufenden Liquidität finanziert werden. Es soll dann eine Rückzahlung in die Ansparrücklage erfolgen, 2015 und 2016. Upsolut macht ca. 500.000 Gewinn und 8,5 Millionen Umsatz. Wie man sich zukünftig im Merch-Bereich aufstellen will, ist noch nicht geklärt. Der Verein schreibt so schön: „Teilhabe von Fans, Mitgliedern und/oder Partnern ist zu prüfen.“ Dies habe auch Auswirkungen auf die Internationalisierung des Vereines, schreibt der Verein weiter. Der Anteil des Merch am Gesamterlös war beim FCSP bisher deutlich unter einem Prozent, im Durchschnitt aller Bundesligisten liegt er bei sieben Prozent. Bisher hatte der FCSP zehn Prozent der Einnahmen erhalten. Ein Rechtsstreit lief, liegt vor dem BGH, sodass man nun eine einvernehmliche Lösung gefunden hat.“

Schon die Einbindung der Blogs und Fanzines in die Öffentlichkeitsarbeit durch Geschäftsführung, Geschãftsstelle und Präsidium ist ja, verglichen mit dem bundesrepublikanischen Institutionenmainstream, so außer-gewöhnlich, dass sie immer neu zu belobigen ist: 

Unter dem neuen Präsidium tut sich mehrdimensional vieles, was gut ist. Einladungen zum Einblicke in auch das Gewöhnliche, wo im Worte drin steckt, dass das was ist, wo mensch gewissermaßen drin wohnt, was vertraut ist, wo sie weiß, wo Treppe, Bett oder Küche sich befinden – oder auch Ballsaal, Business Seats und Fanräume -,  wo es raus geht, wie etwas rein kommt, nimmt der Blogger ja gerne hin: Einblicke in das das Gewöhnlich in dem Sinne, das das gerade in Zeiten des Neoliberalismus so oft beschworene „Unternehmertum“ seinen Bezugsrahmen uns gegenüber offenbarte. 

Wirklich eine Offenbarung ist das selten. Eher geht es darum, wie Spiel-Raum, auch das kann mensch ja durchaus wörtlich nehmen, ein Stadion ist ja eh sowas, ein Spiel-Raum – und everything is a game, dessen Regeln keiner selber schöpft -, gewonnen werden kann für einen Fussballverein. Und welche Parameter es sind, die als potenzielle Trümpfe im Poker mit viel Größeren ggf. ins Spiel kommen können. Jedoch ebenfalls darum, welcher Spieler unseres Vereins im ökonomischen Raum des Spiels wie welchen Zug ins Rollen bringt. 

Wenn ich das richtig gedeutet habe, ist Joachim Pawlik der Akteur, der im ökonomischen Klein-Klein sich orientiert – er referierte z.B. Fragen der Unternehmensbewertung von Upsolut, die ja nicht erst seit dem Aufstieg und Fall der NEW ECONOMY hochpolitisch sind. 

Weil die Kriterien nicht so objektiv sind, wie es zumeist scheint – es gibt unzählige Rechenmodelle, die je nach Hype, Interessen der Akteure und Chancenabwägungen in aktuellen Märkten bis hin zu intervenierenden Faktoren wie möglichen Rechtsstreitigkeiten reichen. 

Das sind Themen, die bis hin zu dem hochumstritten TTIP – der intergalaktischen Umgehungs-, sorry, dem transatlantischen Freihandelsabkommen – brandaktuell sind: Wenn ich nicht fehlinformiert bin, geht es da ja nicht darum, dass „die Linken Angst haben, ihnen könnte jemamd das Essen vergiften“, sondern um u.a. eine supranationale Gerichtsbarkeit installieren – um so die Investitionsrisiken, die sich aus nationaler Rechtssprechung ergeben könnten, zu minimieren oder gar per Vertrag wegzuverhandeln. Zugunsten des Investors.

 Ich persönlich finde beim FC St. Pauli immer spannend, wie sich im Kleinen das Große zeigt. Die Rechtsunsicherheit, die sich im Falle des nunmehr beigelegten Rechtsstreites mit Upsolut offenbarte und die uns gestern im Sinne der Chancenantizipierung referiert wurde – dass also auch Szenarien durchgespielt wurden, welche Summen als Kaufsummen aufzubringen gewesen wären, wenn der Rechtsstreit gewonnen worden wäre -, soll durch TTIP minimiert werden, freilich mit dem Ziel des Investionsschutzes. 

Das ist politisch interessant, sich zu fragen was denn das wohl geheißen hätte, wären die Eigner von Upsolut internationale Investoren und TTIP griffe schon. 

Und solche Fragen werden sich dem FC St. Pauli auch tatsächlich stellen, wenn die angestrebte Internationalisierung greift. 

Ich bekenne, da gestern aufgrund der klug abwägenden und informierten Art von Joachim Pawlik mehr Vertrauen verspürt zu haben als bei vorherigen Vorstellungsrunden. Machte einen gerade deshalb so soliden Eindruck, weil differenziert verschiedene Szenarien durchgespielt wurden. 

Zumindest ist gerade auch linken Politikansätzen anzuempfehlen, da selbst Spiel-Räume zu erdenken und Menschen wie Pawlik genau zuzuhören, anstatt sich in purer „Kommerzkritik“ zu verorten und desorientiert zu bleiben. Oder aber immer dann, wenn sich in die Unternehmer-Perspektive hinein gedacht wird, z.B. 80 Angestellte, die übernommen werden, als – potenziell – „Risiko“ oder „Belastung“ zu begreifen. Dass plötzlich neoliberale Imperative sich ins eigene Denken unbemerkt einschleichen, das geschieht nämlich schnell und kann diese kontraproduktive Vergötzung geringqualifizierter Ehrenamtlichkeit, wie sie in „die Fanszene“ unreflektiert gepredigt wird, noch verstärken. Das ist dann Mythos statt Aufklärung.

Andreas Rettig hielt sich insgesamt eher zuück, blieb schwammig und es entstand der Eindruck, als sei er mit verbandspolitischen Fragen weiß Gott auch genügend ausgelastet. Viel Glück 🙂 …

Oke scheint in der Runde eher seine Richtlinienkompetenz zu pflegen und pochte vor allem auf zentrale Ziele dieses Präsidiums: „Werte“ im ethischen Sinne und Eigenständigkeit als Basis, sie auch leben zu können. Ich erspare moralphilsophische Erwãgungen, wieso ich ein in Werten gründendes Verständnis von Vereinskultur für völlig falsch halte, es geht meines Erachtens um Rechte und Regelbegründungungen; interesant war, dass trotz nunmehr erreichter Eigenständigkeit in der Vermarktung des Merchandisings – und das Präsidium und die Geschäftsführung sind ausdrücklich zu beglückwunschen, dass dies gelungen ist! – die offenen Fragen angesichts des Erwerbs von Upsolut weiterhin auf den Spagat auch in der Zukunft verweisen, eben jenen, Teil einer komplexen, von Politik, Makroökonomie und rechtlichen Rahmenbedingungen durchwirkten Wirschaftsspielregelwelt zu sein und zugleich partizipatorische Ideale zu pflegen. 

Die zukünftige Gesellschafterstruktur von Upsolut sei noch offen, bis zu 49% Prozent könnten optional an wahlweise Fans, Partner, Teilhaber, Mitglieder wie auch immer „abgegeben“, verkauft oder sonstwie verteilt werden – Kriterium sei hierbei jedoch auch die Frage der Internationalisierung des Vertriebs, auch der Produktion?, der Klamotten, Schlüsselanhänger, Toaster und was sonst noch so gewohnt ist oder im Vorgarten gepflanzt werden könnte. 

Dass NUR Eigenständigkeit gerade im Falle der Internationalisierung keine realistische Option ist, weil eben alles mit allem ökonomisch vermetzt ist, um kapitalistische Zirkulationszusammenhänge zu gewährleisten, wurde ebenfalls bestäigt. 

Die Zukunft ist also so offen, wie immer schon – Verweise darauf, dass „mit den Fans zusammen“ Ideen für Produkte entwickelt werden könnten, sind ja begrüßenswert. 

Bei Upsolut bisher stellten sich freilich auch Fragen wie jene, wer denn von den Erlösen z.B. der „Refugees Welcome“-Produkte profitiere. Keine Ahnung, ob die je beantwortet wurden. Nun kann selbstverständkich die Frage auch schlicht so beantwortet werden, dass das, was Geld in die Kassen des Vereins spült, angesichts des seit des Einsatzes für die Lampedusa-Gruppe ja vorbildlichen und hochengagierten Agierens der Geschäftstelle auch gut für Flüchtlinge sei. Dass zudem aufgrund einer auch noch internationalen Orientierung die Strahlkraft und Wirkung des Verins ungleich weiter reiche als z.B. die einer Stadtteilinitiave, zudem ein Zweitligist mit derart hohen Bekanntheits-und Popularitätswerten eh schon ein Politikum ist und z.B. vom Senat als strukturell relevenat auch nicht einfach ignoriert werden kann. 

Andere Modelle wären freilich, Erlösanteile von Produkten, die für marginalisierte Bevölkerungsteile und deren Rechte und Sichtbarkeit eintreten, zweckgebunden diesen Personengruppen auch zugute kommen zu lassen: Im Falle von Regenbogenaccessoires queeren Gruppierungen, im Falle von „Refugees Welcome“-T-Shirts Flüchtlingen, im Falle von Antirassismus-Slogans People of Colour und von denen selbst verantworteten Projekten.

Zumindest wurde die Diskussion eröffnet und auch offen gehalten. Fur mich zeigte das einmal mehr, dass in Geschäftsführung, Präsidium und Geschäftsstelle aktuell visionärer, refkektierter und zugleich realistischer gehandelt und wird als in den verknöcherten und verkrusteten Strukturen der organisierten und „aktiven Fanszene“. 

Der weitere Verlauf der Diskussion bleibt spannend – auch, weil sich zeigen wird, ob letztere sich beim Werden des FC St. Pauli als störend und blockierend im Sinne der Dominanzwahrung einiger Platzhirsche erweist, oder ob die Handreichungen, das Schaffen von Möglichkeitsbedingungen und die gestalterische Power der operativ Aktiven produktiv und zukunfsträchtug genutzt werden wird. Vorgelegt haben Präsidium und Geschäftsführung nun einmal mehr ganz enorm. 

Die Hamburger GRÜNEN, Olympia und der Regenbogen

„Die Grünen wollen eine Initiative gegen Homophobie in den Mittelpunkt der Hamburger Olympia-Bewerbung stellen.“

 

Lasst das sein. Echt jetzt. So ein billiges „Ätschbätsch“ gegen die Hamburger Olympia-Gegner zu installieren ist letztlich eine Frechheit denen gegenüber, die ihr hier zu fördern vorgebt (tut ihr das denn ansonsten?). Es ist manipulativ und ist nicht gut für die Betroffenen.

Solche Instrumentalisierungen schaden der praktischen Kritik des Heterosexismus eher, als dass sie ihr nutzen.

Sie tragen im Gegenteil dazu bei, bestimmte Formen der in diesem Fall tatsächlich „linken“ Schwuleneindlichkeit noch zu verstärken. Jene Diskurse, in denen ein Popanz wie jener aufgebaut wird, dass  „die reichen Schwulen den Migrantenfamilien die Wohnung weg nehmen“ würden.

Weil die Frage der Olympiabewerbung im Zusammenhang mit der Gentrifzierungskritik in der Stadt diskutiert wird und solche merkwürdigen Topoi der „Westerwelle-Homophobie“ (oder wie mensch das auch immer nennen will) sich dadurch nur verstärken: Also ein Zerrbild schwulen Lebens, das als Vorhut der Neoliberalisierung so eine Art Verkörperung von Design und Werbung darstellt; das als Inkarnation inhaltsleeren Styles zu deuten ist (mit bunten Turnschuhen). Ein Dasein als Party-People, die in verlotterter Verantwortungslosigkeit sich den ach so harschen Hürden des Hetero-Fortpflanzerlebens verweigerten (noch da, wo sie Adoptionsrecht einfordern).

Ich empfinde das als ziemliche Unverschämtheit der GRÜNEN, diese Fragen zu koppeln.

Sollen sie das Geld doch lieber dafür verwenden, LGBTIQ-Projekte zu fördern, die sich NICHT der Diskussion und dem perspektivischen Überwinden von Rassismus und Sexismus versperren, sondern stattdessen als Labor der Zukunft taugen – und diese mit gleicher internationaler Strahlkraft zu versehen.

Fördert Filme und MusikerInnen weit über das aktuelle Maß hinaus, , schafft und stützt Institutionen – klar ist Olympia eine gewaltige, internationale Bühne. Umgekehrt scheinen ja noch nicht mal die Finanzierungsplanungen ernst zu nehmen zu sein. Und mit geringelten Socken schafft ihr Putins Politik oder die in Katar nun auch nicht ab, ebenso wenig die des Koalitionspartners eures Koalitionspartners in Berlin.

Von Fantasie würde freilich zeugen, wenn ihr nicht den Anschein erwecken würdet, nun noch mal schnell gehässig so ein Thema nachzuschieben, nur weil Zustimmung zur Bewerbung zu scheitern droht – sondern eigene Vorstellungen zu entwickeln, was eine solche Frage in einer solchen Stadt zukunftsfähig macht, die über tagespolitische Instrumentalisierungen hinaus wiese und international nicht ignorierbar wäre.

Mir sind da ansonsten keinerlei Initiativen bekannt.

Unterstützt Sharon Otoos „Synchronicity“!

Sharon Dodua Otoo durfte ich einmal auf einer Lesung im Hamburger Café Timbuktu erleben – und wurde schwer und nachhaltig beeindruckt von dem, was sie aus ihrem ersten Roman las.

Wie schon von dem Titel als solchem: „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“.

Da steckt halt schon im Titel mehr drin als in manchem Antifa-Traktat.
Nun hat sich eine Unterstützerkampagne für die Finanzierung eines weiteren Werkes Otoos formiert. Der Grund:

„Entstanden ist die Kampagne mit dem starken Wunsch danach, Bücher lesen zu können, die einmal nicht aus der Perspektive geschrieben wurde, die seit Jahrhunderten die literarische Welt dominiert. Es entgeht uns so vieles, weil wir unsere Strukturen bisher nicht für die Werke von Autor*innen of Colour geöffnet haben.
Sharon Dodua Otoos Werke sind nicht nur literarisch besonders und überzeugend. Auch bei der Frage, was Autor*innen of Colour in Deutschland Kritisches zu sagen haben und warum im Literaturbetrieb ganz wesentlich nur „weiße“ Autor*innen von „weißen“ Leser*innen gefeiert werden, wurde ihre Novelle die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle selbst im großen Feuilleton hervorgehoben und wahrgenommen (Wenn Weißbrote wie wir erzählen, Dietmar Dath, FAZ).“

Die Ausgrenzungsmechanismen greifen auf dem Buchmarkt wie auch im Rezeptionsverhalten der dominanten Kulturen nachhaltig – lieber feiert das weiße, „antirassistische“ Publikum schlecht abgehangene Hymnen der Toten Hosen mit problematischen Texten ab oder „den neuen Thees Ullmann“, anstatt sich wirklich auf die Perspektiven und Thematisierungsweisen Betroffener einzulassen. Und wenn, dann dürfen sie mal allenfalls bei irgendeinem Podium umsonst Traumatisches aus der Diskriminierungserfahrung berichten. Und danach wenden sich alle nach dem Ablasshandel wieder wahlweise Zizek, DIE ZEIT oder dem Übersteiger zu (je nach Diskussionskontext). Soweit überhaupt noch gelesen und nicht lieber die Top Ten der gruseligsten Bücher bei Youtube angeklickt wird.

Dabei ist so großartig, was Sharon Otoo in Sprache überführt und wie sie es tut! Es hat die Kraft, gleichermaßen lehrreich und packend Weltbilder zu verschieben und neue Wahrnehmungsräume zu eröffnen.

Somit formiert sich Widerstand gegen Üblichkeiten in Form der Ermöglichung eines neuen Werkes:

„Um großartige Buchprojekte wie Sharon Dodua Otoos neueste Novelle Synchronicity zu unterstützen, gründet sich nun gerade ein Unterstützer*innen-Kreis. Im Rahmen dessen wollen wir Projekte unterstützen, die ohne finanzielle Zuschüsse von außen nur schwer realisierbar wären. Der Unterstützer*innen-Kreis supportet insbesondere rassismuskritische Bücher mit dem Ansatz des Empowerments. 

Weder bei diesem Projekt noch beim Crowdfunding wird es aufhören: Es sollen Büchertische organisiert, weitere Kampagnen gestartet, Solipartys gemacht, auf Zuschussmöglichkeiten geachtet und Zuschüsse eingeworben werden. Außerdem sollen Vorbestellungen gesammelt und Lesungen organisiert werden. Buchprojekte können auch selbst initiiert und Manuskripte geprüft und eingereicht werden.
Wenn ihr Lust habt, bei der Entstehung des Unterstützer*innenkreises dabei zu sein und mitzuhelfen Projekte wie dieses zu unterstützen, meldet euch einfach unter ukreis@edition-assemblage.de.“

 

Alles weitere findet sich unter dem folgenden Link, aus dem auch die Zitate oben stammen:
https://www.indiegogo.com/projects/synchronicity-the-original–2#/
Mitmachen!

Die unheimliche Leichtigkeit des Gewinnens: FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf 4:0

„Thy-Amo“-Chöre vor der Domschänke. Ich raune noch dem Kleinen Tod zu, dass die doch alle viel zu jung seien, um irgendwann in den 70ern als Kind an der Reihenhaus-Kellerbar (ja, der berühmte Partykeller!) der Nachbarsfamilie S. den Howie aus dem Radio erstmals, also für mich erstmals, diesen Song hauchen gehört zu haben …

Thy-Amo

„Sagtest Du das nur so“, so sang Carpendale einst, doch nein, gesungen wurde es gestern nicht nur so. Stimmen, erfüllt von der genießenden Hingabe an dieses Spiel der Mannschaft – alle hatten  Mehr von diesem Beitrag lesen

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo., 9.11. 2015, 14-16 h, FSK

„Achtung, Kunst!“ ruft dieses Mal gleich am Anfang der Sendung Georgette Dee aus, und darum geht es auch.

Ausgehend von der Geschichte des „La Paloma“ am Hans-Albers-Platz und Daniel Richter, an der Ecke Davidstraße/Reeperbahn Pommes essend und die Nächte verbringend, versuche ich herauszuarbeiten, collagierend, wieso das Teil des Problems ist und welche Vorteile hingegen das Collagieren bietet … und verdanke das nicht etwa eigener Kontemplation oder dem Mich-Versenken in die Tiefe des An-Denkens an mein individuelles Da- und In-der-Welt-Sein als geschichtlichem, sondern Bel Hooks und Wangechi Mutu.

Hier wie immer die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
Palais Schaumburg – Wir Bauen Eine Neue Stadt
Basquiat – Gray – I Wanna Go Back
Kamasi Washington – The Message
Seun Kuti & Egypt 80 – Slave Masters
Nico – Dying Of Fever
Tamyka – Cry No More
Boy George – Generations of Love
Donna Summer & Barbra Streisand  – Enough Is Enough (No More Tears)
Finna – Musik Ist Politik
Rim Kwaku Obeng & The Believers – Nothing Is Free
David Morales – Needin’ You
Evelyn Thomas – High Energy
Deutsche Indie-Band – Teil des Problems (Element des grandiosen Hörspiels „Meta-Radio“ von Noah Sow, der Stream wie auch die ungemein treffsicheren Song-Parodien können unter diesem Link  erworben werden. Am 6.12. 2015 findet zudem im B-Movie als Kino-Event das gemeinschaftliche Hören des Programms statt – es lohnt sich, hin da! )
Diesmal sind auch mehr Links, ist auch mehr Literatur zu vermerken als Quellensammlung zur Sendung:
Außerdem:
– Akt I: Politik; Szene 9: Wangechi Mutu, in: Thornton, Sarah, 33 Künstler in 3 Akten,  Frankfurt/M. 2014, eBook-Ausgabe
– Altars of Sacrifice – Re-membering Basquiat, in: Hooks, Bell, Outlaw Culture, New York 1994, eBook-Ausgabe
– Beuys keep swinging – Gottfried Tollmann im Gespräch mit Beuys, Spex 9/1982, in: Spex: Das Buch, 33 1/3 Jahre Pop, Berlin 2013, eBook-Ausgabe
Viel Spaß beim Hören! Wie immer beim FSK!