Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo 10.8., FSK Hamburg, 14-16 h

Morgen ist es wieder so weit, eine weitere Ausgabe der „Tales of St. Pauli“ – und soooo viel will ich diesmal gar nicht vorher sagen. Wie immer auch über’s Netz zu hören – beim FSK.

Hier auf jeden Fall wie üblich die Tracklist:

Donna Summer – On The Radio
Coco Rosie – Beautiful Boyz
Seu Jorge – Tive Razao
Jonny – The Gay Canon
Brolin – Swimm Deep
Madblush – Love Love Love
Low Motion Disco – People Come In Slowly
Sharon Needles – Everyday Is Helloween
Massive Attack – Risingson
DeeDee Bridgewater – Midnight Sun
Thiago Pethit – Nightwalker
Mando Diao – Sweet Wet Dreams
Maya Jane Coles – The High Life
Portishead – Sour Times
Ben Webster – Soulville
Louis Armstrong – West End Blues
Kansas City Band – Moten Swing
Hildegard Knef – Es hat alles einen Anfang
Literatur:
Rechy, John, Nacht in der Stadt, München 1965/1986
Schmidt, Gunther, Das grosse DerDieDas, Reinbek bei Hamburg 1991
Links:
Ludersocke (Contentwarnung; nicht, weil das ein schlechtes Blog wäre, ganz im Gegenteil – es ist eines der besten, das ich zur Hamburger Geschichte und der von St. Pauli kenne. Es enthält aus Gründen der historischen Dokumentation freilich diverse rassistische und sexistische Orginalquellen auch im Bildmaterial)

2 Antworten zu “Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo 10.8., FSK Hamburg, 14-16 h

  1. Mrs. Mop August 10, 2015 um 9:43 pm

    Hey hör mal, da hat sich einer aus dem drittvorletzten Hinterhof schräg gegenüber (dort, wo die marginalisierten Musiker am Jammen sind) gemeldet und lässt latinisiert-groovige Grüße ausrichten an Deinen First-World-Jazzpraktikanten im ersten Hinterhof, because it‘s Summertime, hat er gesagt, und wenn Du schon Manteca(!) vom Dizzy(!!) den ganzen Sommer über auf der staubigen Straße verdursten lässt, ohne ihn in endlich Deine Sendung aufzunehmen, dann hör Dir wenigstens an, was Ray Barretto zu dem Thema beisteuert – hat er so gesagt, der aus dem drittvorletzten Hinterhof, ich schwör‘s – also, jenes Narrativ von den musikalischen Geschwistern Guajira und Blues, und mach endlich einen zweiten Hinterhof (= Sendeplatz) frei für Cuban und sonstigen Latin Groove – lass mal so richtig latinmäßig krachen, weil, sonst fehlt was, hat der gesagt, echt! – und ich dachte, das geb ich jetzt einfach mal so an Dich weiter. Ayee, hombre.🙂

    P.S.:
    „Verbürgerlichung führt zu Entsolidarisierung“ – ein eigentlich trivialer Befund, aber im konkreten Kontext sehr erhellend, sehr anregend und zum Nachdenken anstiftend. Das sind so Passagen in Deinen Sendungen, die hängen bleiben und im Fortgang, reflektierend, ein befruchtendes Eigenleben entwickeln.
    P.P.S.:
    „Chemtrails machen schwul.“ – „Schön wärs.“
    Herrlich. Mehr davon, bitte.

  2. momorulez August 10, 2015 um 10:15 pm

    😉 – es war ja ein tatsächlicher, gar nicht witziger Chemieunfall in Billbrook, der nun Anlass zu dem Gedanken bot. Und das mit der Verbürgerlichung ist ja bei aller Trivialität ein weltgeschichtliches Drama, die Struktur, das hast Du überall – ganze Länder sind davon geprägt, afrikanische z.B.. Weil bei Verbürgerlichung oft christliche Kirchen das Vehikel zum Aufstieg sind, und da, wo sich ökonomisch Mittelschichten bilden, wird es schnell rigide. Noch in den 20ern in Hamburg waren Stricher- und Arbeitermilieus z.B. hier in der Neustadt wild gemischt. Im Adenauer-Deutschland dann mit all den fremdfinanzierten „Wohlstand und Bürgerlichkeit“-Ideologien war Schluss mit lustig. Müssen queere Communities ja nicht mitmachen.

    Und Ansätze von Latino waren ja sogar da, da sind einige Songs aus südamerikanischen Gay-Charts bei Youtube zusammen geklaubt. Madblush ist schon krass.

    Aber ich setze dann beim nächsten Mal wunschgemäß eins drauf😉 … und Danke für’s Feedback!

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