Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Somewhere over the Rainbow …

„Die schöpferische Fabulation oder Fiktion hat weder mit einer Erinnerung – und sei sie auch erweitert – zu tun noch mit einem Phantasma. Tatsächlich geht der Künstler, darin eingeschlossen, der Romancier, über die perzeptiven Zustände und affektiven Übergänge des Erlebten hinaus. Er ist ein Seher, ein Werdender. (…) Er hat in seinem Leben etwas allzu Großes, auch allzu Untragbares gesehen und die Zwänge des Lebens samt dem, wovon es bedroht ist, so daß der Rest an Natur, den er wahrnimmt, oder die Stadtviertel und deren Personen zu einer Vision gelangen, die, vermittels ihrer die Perzepte dieses Lebens, dieses Augenblicks bildet, dabei die erlebten Perzeptionen in einer Art Kubismus, Simultaneismus, grellen Lichts oder Dämmerung, in Purpur oder Blau explodieren läßt, die kein anderes Objekt oder Subjekt mehr haben als sich selbst.“

Gilles Deleuze/Felix Guatarri, Was ist Philosophie?, Frankfurt/M. 2000, S. 201

Ich habe ja echt geheult, als diese Supreme-Court-Entscheidung zur Ehe gefällt wurde. Dann doch.

Erinnere mich gut daran, wie vor gut 10 Jahren z.B. das berühmt berüchtigte PI startete, zunächst unterstützt von liberalen Bloggern, die sich gemeinschaftlich im Zuge des „Pro Bush“-Bloggens formierten. Bei dieser Keimzelle des aktuellen Hasses auf – fiktiv – „den Islam“ und Muslime, PI, stand nicht zufällig auch der Kampf gegen die „Homo-Ehe“ ganz oben auf der Agenda. Das führte auch zum Bruch zwischen (Neo-)Liberalen und PI; obgleich unter ersteren auch einige sehr heterosexistisch wetterten. Andere nicht.

Das sind die Klüngel, die vorbereiteten, was nicht nur bei Pegida, sondern auch in einst mitstreitenden Blogs sich längst etabliert hat. Eben ein gewaltiger Backlash, der alles, was rund um Stonewall (was keine weiße, Cis-Gender-Veranstaltung war), die Feminismen und an Empowerment und Kritik von White Supremacy orientierte Sichtweisen aus den PoC-Communities um 67-69 kulminierte, weg beißt und auch noch ins Opfersein sich hinein dünkelt – weil trotz Erkenntnissen in die liberale Gleichheit keine materiale Möglichkeitsentfaltung zugelassen wird und der narzißtische Selbstbezug total geworden ist.

Mag sich die Fusion aus dem Hass auf Muslime und dem Kampf gegen LGBTIQ-People das in manchen Bereichen des Diskurses auch gewandelt haben: Eben da, wo nun triumphierend und geschichtsklitternd ausgerechnet der mit Zwangskastrationen, Lobotomien, Elektroschok-Therapien historisch und fortgesetzter, alltäglicher Gewalt gegen LGBTIQ-People heute glänzenden „Westen“ beschworen wird. Das „Homo-Propaganda“-Gesetz Putins hat u.a. Clause 28 Margaret Thatchers zum Vorbild, so nebenbei bemerkt. Neocon und Neoliberal hängen tatsächlich zusammen, nicht queer und neoliberal.

Um dieses quasinationalistische Konstrukt „Der Westen“ als kulturelles gedacht, angesichts dessen Anjem Choudary und Transantlantiker sich deskriptiv erstaunlich einig sind, gegen ebenso patriachale, freilich was mann-männlichen Sex betrifft ungleich reichere, kulturelle Traditionen auszuspielen: Diese gedankliche Verknüpfung von einer Frontstellung gegen pauschal gedachte „islamische Barbarei“ und „Vormoderne“ und leisen oder lauten Ressentiments gegen Feminismus, Anregungen und Inspirationen aus PoC-Communities und Varianten queeren Denkens feiern ja bei Pegida wie bis tief in Teile der Irgendwielinken hinein immer mal  fröhliche Revivals. Am liebsten bei der Kritik gegen eine imaginierte „Postmoderne“ und ihren „Gender-Wahn“, gegen den heideggernd antikapitalistische „Eigentlichkeit“ ins Feld geführt wird. Diese merkwürdige, gedankliche Kopplung schwuler Belange an „Neoliberalismus“ ploppt ja derzeit auch überall auf; das ist so die Rhetorik, dass „die reichen Schwulen den Migrantenfamilien die Wohnungen weg nehmen“ würden. Teile und herrsche. Zizek-Leser.

Bush hat damals seine Wiederwahl erreicht auch, indem er gegen die „Homo-Ehe“ wetterte und somit eine der Schlachten der Kulturkämpfer gewann – der Krieg scheint nun jedoch verloren.

Sehr gut nachvollziehen lässt sich dieser Teil der Historie an der (sehr weißen) Serie „Queer as Folk“, US-Version, die zunehmend sich mit Disziplinierungstendenzen der Neocons auseinandersetzte und in einem etwas kuriosen Gipfelpunkt dann trotz Tendenzen zum Abfeiern eines „spießigeren“, schwulen Lifestyles (auf Lesben wird der in der Serie a priori projiziert, die sind da zur Fortpflanzung da) (und ja, ich liebe Serie trotzdem, was sie ja vor Kritik nicht schützen muss) noch all die Ledermänner, Transmenschen und Promisken wieder hinein holt in die Arme der Community.

Damit sind die Probleme benannt.

Aber eben auch, dass in diesen 10 Jahren aus was für Gründen auch immer eben doch irgendwas passiert ist, was mir zumindest sehr gut tut und, denke ich, auch gut so ist.

Habe ja irgendwann aufgehört, all die Traktate von grünen Thüringern, CDU-Ministerpräsidentinnen und seltsamen Schreibunfällen von FAZ-Schmierfinken, dass der Verweis auf Vielfalt automatisch GEGEN gesellschaftliche Mehrheiten operiere, zu lesen. Na, manche habe ich offenkundig doch gelesen😀 …

WHM als Struktur zu benennen ist eben keine „Polemik“, sondern schlicht das Eröffnen eines Möglichkeitsraumes, der die Dominanz von Mehrheiten zugunsten von Diversity auflöst, Strukturen zu transzendieren vermag. Und da hüte mensch sich, deren Vorgaben zu folgen.

Statt solcher Lektüren widme ich mich doch lieber dem, was ich schön finde. Dann, wenn ich ganz verliebt in die Welt queere Sichtweisen entfalte im Alltagsvollzug. Also das, was oben Gilles Deleuze beschreibt, dieses Werden, das mehr ist als nur das Aufbereiten von „Erinnerung“, eben der Umgang mit Perzepten und Perzeptionen, Wahrnehmungen und dem, was mensch draus macht, ist ja auch außerliterarisch möglich. Und das ist leichter für mich, wenn ich überall Regenbogenflagge sehe. Ja, auch Privilege. Das verschwindet aber auch nicht, wenn ich ganztägig leide. Auch nicht, wenn die Flaggen verschwinden würden.

Erinnere mich gut daran, wie ich hinter dem Sarg meines frisch verstorbenen Vaters her gen Friedhof spazierte, hinter uns her an die 1000 Leute, vorneweg ein paar Schützenvereinsvertreter, neben mir meine Hetero-Geschwister mit ihren frisch Angetrauten. Meine Mutter behauptete, würde ich da nun mit Lover lang spazieren, sei das doch lediglich eine unangemessene Provokation. Ebenso sind die Eindrücke nicht verschwunden, die prägten, als der Gatte meiner Schwester vor Gericht stand und ich als „verschwägert“ Zeugnisverweigerungs-Recht genossen hätte – wäre es mein Freund gewesen: Nö, dann eben nicht.

Diese rechtliche Absicherung ist noch dann von Vorteil und auch hierzulande weiterhin anzustreben, obgleich ja tatsächlich nachgewiesen scheint, dass die Legalisierung eine Verknappung von „homosexuellen“ Handlungen nach sich zieht. Weil ja doch keiner „so“ sein will, wohl wissend, was trotz rechtlicher Forschritte blüht, lebt mensch so. Manche ertragen uns halt nur, wenn wir uns ihnen gleich machen. Und auch das Mauscheln im Geheimen und plötzlich aufploppende Lustimpulse können bei formaler Legalität Identitätskrisen nach sich ziehen – war vorher anders.

Trotzdem sind solche rechtlichen Gleichstellungen eben auch eine Form von Sicherheit.

ABER: Auch das ist richtig ( da kann ich kein Zitat aus dem Zusammenhang lösen).

Und auch dieses ist erneut be-denkens- und merkenswert:

„Und, was gibt’s denn da zu meckern?“, fragen sich viel­leicht einige. Gleich mal vorab: Ich finde es schön, dass Heteros sich nicht immer nur mit der eigenen Lebens­realität beschäftigen. Ich finde es auch gut, dass Menschen, die sich selten zu gesell­schafts­kritischen Themen unter­stützend äußern, mit solchen Thematiken vielleicht (erste? emanzipatorische) Politisierungen erleben. Es bleibt aller­dings problematisch, wenn der einzige (oder einer der wenigen) Ansätze zu Gesell­schafts­kritik im Abfeiern der Homo-Ehe verharrt, und so die gesell­schaftlichen Strukturen wie Homo­phobie und Hetero­normativität, die (unter vielem anderem!) hetero­sexistische Institutionen wie die Ehe und die damit ver­bundenen Privilegien überhaupt erst her­vorbringen, aus dem Blick geraten. 

Ebenso zur Lektüre empfohlen sei der der folgende Text (in Gänze):

„While so many Americans shed joyful tears because same-sex marriage has been ruled constitutional at last, once-alive black bodies will be placed in the dirt.

I am gay. I understand the historic importance of this moment. But I know, whether I am legally married or not, the rainbow flag of LGBTQ equality will never shield my black body from a reckless police officer’s bullet. I cannot summon enough pride to prevent my black, gay body from being the target of white racial supremacy. I cannot selectively choose which fight I can show up for, because mere survival requires me to fight for racial, sexual, gender, economic and social justice at once.“

Auch die viel bei Twitter berechtigte Empörung darüber, dass Zeichnungen kursierten, in denen weiße Gay-Aktivisten sich mit Black Panther-Faust wie einst bei den olympischen Spielen in Mexiko zeigten: Voll zustimmungsfähig. Es ist nicht gut, die Erfahrung Anderer zu okkupieren und zu überschreiben, indem mensch sich an deren Stelle setzt. Was übrigens auch für HfbK-Seminare gilt, wo lauter Weiße sich über das „schwarz-werden“ im Sinne von Gilles Deleuze austauschen.

Doch bei all diesen im Sinne des Werdens so entscheidenden Einwänden: Auch diese Regenbogenflagge ist zumindest mal das Schaffen von Möglichkeitsräumen, die bei weitem nicht ausreichen und eben doch über rechtliche Sicherheit hinaus atmosphärisch etwas ändern. Und dazu zählen schon auch flächendeckende Solidaritätsbekundungen von Heterosexuellen.

Ich hatte kurz zuvor noch über schwule Geschichte in Deutschland recherchiert, Massenprozesse in Frankfurt mit anschließenden Selbstmorden, polizeiliche Demütigung in Hamburg deutlich über 1969 hinaus – erinnerte mich an Peter Gauweilers Internierungsphantasien zu Zeiten meines Coming Outs, an die Erzählungen von Liebhabern, wie sie in Köln auf dem Ring beim Verlassen der Disco krankenhausreif geprügelt wurden. Das ist auch keineswegs verschwunden.

Regierungen, an denen die CDU beteiligt sind, degradieren ja auch weiter lautstark und finden immens viele Fürsprecher, die in üblicher Hetero-Selbstreferenz finden, dass Formen der Gegenwehr illegitim seien, weil das ja den Kritisierten so weh tun würde. Auch das ein Schema, auf der Irgendwielinken fortwährend reproduziert: Sich post-rassistisch, post-patriachal und post-heterosexistisch Wähnende wenden es ja auch fortwährend in Solidarität mit verletzten, verbalen Gewalttätern an. Dominante Kulturen verstehen da keinen Spaß und sind eingewöhnt in Zurechtweisungen der Geotherten, um denen noch vorzuschreiben, wie sie sich zu artikulieren haben, wenn ihnen etwas weh tut.

Die Entscheidung des Supreme Courts wird zudem einen gewaltigen Backlash nach sich ziehen, wie immer, wenn ein Stück gleicher Rechte erkämpft wurde: Der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts war – neben vielen anderen Faktoren – auch eine Reaktion auf die rechtliche Gleichstellung von Juden, immer dem Slogan folgend „Ungleiches ungleich zu behandeln“. Die damit korrespondierenden Gesetze folgten 1935.

Auch nach den Erfolgen der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung verlagerte sich der Kampf gegen PoC hin zur „Knastindustrie“ und Polizeigewalt, gegen vermeintliche „Welfare Queens“ und zu anderen Formen der Stigmata, wie sie in der Unterhaltungskunst (ich liebe manche DDR-Begriffe) und Weisen derSichtbarkeit und Wertigkeitsgefüge abzulesen sind wie auch in der ganz realen Ökonomie. Trotzdem sich gerade im Medium der Serie auch Spuren des Anderen zeigen. In Fragen der Staatsgewalt oder der teilprivatisierten Knastidustrie allerdings nicht.

Die mangelnde Solidarität in Gay Communities mit feministischen, Transgender- und PoC-Drangsalierungen ist dennoch lautstark anzumerken und zu beklagen.

Über die Regenbogenflagge freue ich mich trotzdem.

Obgleich mir die Kopplung an weiße Erfahrungen schon voll und ganz bewusst ist, glaube ich da ja eher – oder hoffe darauf – an ein Ergänzungsverhältnis. Diese Kämpfe sind nicht teilbar, und entsprechend ist zurückzutreten, sind Perspektiven harsch Marginalisierter zu Gehör zu bringen – gerade WEGEN der Regenbogenflagge.

Ich bin z.B. vor analoger Polizeigewalt in Russland zwar nicht, aber in Deutschland halbwegs geschützt aufgrund des White Privilege. Das muss doch der nächste Schritt der Bewusstwerdung sein. Nicht etwa, sich nun an alles Mehrheitsgesellschaftliche zu koppeln, um auch mal in den Genuss von Supremacy zu kommen. Was es als Mechanismus in Gay Communities zur Genüge gibt. Kann ja nun mal aufhören.

Das ist aber der Appell dieses Eintrages: Eben dabei nun nicht stehen zu bleiben. Sondern aus den Kritiken ein Werden entstehen zu lassen.

Trotzdem kein Grund, auf Seiten der Kritik mit „homonormativ“ der politischen Rechten Kampfbegriffe bereit zu stellen.

Nun ist das Recht allenfalls ein Rahmen für die Utopie (übrigens auch sozialistischer). Es ist notwendig abstrakt, es tilgt Erfahrungen, es mag auch im Werden begriffen sein und stülpt doch das Prinzipielle dem gelebten Leben über, im deutschen Recht noch stärker als in der angloamerikanischen Tradition – zudem es ein Äquivalent zum „Pursuit of Hapiness“ auch in der „freien Entfaltung der Persönlichkeit“ nicht gibt. Es gibt die Defininitionsmacht in die Hände der Mächtigen, eben den Akteuren systemisch administrativer Macht, strukturell gekoppelt an ökonomische Systemimperative. Es ist ein Medium der Sozialdisziplinierung und eines, das Beschweigen befördert, wie z.B. die fortwährenden Leugnungen der Existenz von Racial Profiling belegen. Die Disziplinen unterlaufen das Recht, wie schon Michel Foucault diagnostizierte.

Die Vermittlung des Besonderen und des Allgemeinen funzt nicht im Recht, weil unter Regeln subsummiert wird. Das veranlasste schon Kant, die „Kritik der Urteilskraft“ zu schreiben.

Was dann eben doch zum Appell von Deleuze im Eingangszitat überleitet. Das falsche Allgemeine, also WHM, krude Vorstellungen einer Naturgesetzlichkeit des Kapitalismus, Funktionsweisen weißer Institutionen und ihrer omnipräsenten Supremacy sind durch das Schaffen von machtvollen Partizipations und auch Dominanzmöglichkeiten und dem Bereitstellen des für ein gelingendes Leben Vorauszusetzenden für alle gleichermaßen ebenso zu unterlaufen wie – ja, durch Künste. Nur möglichst nicht jene, die kanonisiert in auf Ausgrenzung ausgelegten Institutionen wirken.

Die ästhetische Praxis und deren Genuss ist so, wie Deleuze es beschreibt, ja eben deshalb so spannend, weil anders als andere Formen sie das Allgemeine empathisch und zugewandt zu unterlaufen vermag so, dass Eigendynamiken entstehen. Und das auch und gerade da, wo historische Bezüge, insbesondere marginaliserte Erfahrungen, das Material bereit stellen. Obama hat ja nicht zufällig „Amazing Grace“ in Charleston geschmettert, weil schwarze Kirchen und Gospel eben unter den spezifischen, geschichtlichen Bedingungen ihres Entstehens Kommunikationsräume wurden für jene, denen sonst keine gewährt wurden.

Kunst als Kommunikationsform zu begreifen, nicht als Egobespiegelung oder achsodolle Analysen der werkimmanenten Schlüssigkeit, das ist ja unter anderem das so ungemein ehrfürchtig zu betrachtende Erbe der Black Cultures. Da wird noch beim Genie-Kult in der Beschäftigung mit dem Jazz ständig vergessen, was die Musiker_innen da miteinander tun.

Und das würde gerade auch Gay Communities gut tun, sich das mal zu vergegenwärtigen, wenn sie zu alten Gassenhauern wie jenen von Joe Smooth tanzen. Einfach mal lauschen, was ihnen da so erzählt wird … und dann in voller Solidarität die oben verlinkten Texte lesen. Und draus lernen.

Kann ja nur ums Werden gehen, nicht um das reine Abbilden mit den Mitteln der Kritik. Das klebt nur fest am Kritisierten. Es muss das Darüberhinaus wieder auf die Tagesordnung.

Ich finde die Regenbogenflagge allerorten ist da ein ziemlich guter Anfang. Und statt sich nun angepisst von all den möglichen Kritiken daran zu fühlen, ist ein Fokussieren auf’s Werden durchaus angebracht: Es kann ja nun auch noch viel Besseres entstehen, liest mensch sie und nimmt sie ernst.

PS: Beim ersten Aufblitzen der neuen St. Pauli-Trikots bin ich ja fast schon wieder nah dran, mich doch erneut als Fan zu fühlen😉 …

2 Antworten zu “Somewhere over the Rainbow …

  1. Mrs. Mop Juli 1, 2015 um 9:46 pm

    Kurzer Einwurf zu der „bei Twitter berechtigten Empörung darüber, dass Zeichnungen kursierten, in denen weiße Gay-Aktivisten sich mit Black Panther-Faust wie einst bei den olympischen Spielen in Mexiko zeigten: Voll zustimmungsfähig.“

    Einspruch: Nein, das ist nicht voll zustimmungsfähig. Besagter Twittershitstorm wurde von dem Linksaktivisten Joe Catron losgetreten, der die Karikatur eines (heterosexuellen) argentinischen Zeichners aus dessen Kontext riss, um mal eben auf den allseits gefeierten schwulen Hochzeitskuchen zu pissen und gezielt böses Blut zwischen der Black und der Gay Community zu generieren, just zu dem Zeitpunkt, als in Amerika die gay marriage legalisiert wurde. Komischer Zufall, oder?

    Der argentinische Karikaturist Liniers hatte seine Zeichnung anlässlich der olympischen Spiele in Sochi publiziert mit eindeutiger Bezugnahme auf die Homophobie in Russland. Kein Hahn hatte damals gekräht von wegen „Okkupierung oder Überschreibung der Erfahrung Anderer, indem mensch sich an deren Stelle setzt“. Es war Catrons Entscheidung, diese Karikatur zu missbrauchen, nämlich diese willentlich dekontextualisiert am Tag nach der Supreme Court Entscheidung so zu präsentieren, als feierte die Gay Community damit ihren ‚Sieg‘. Der Typ hat damit eine ganz linke (!) spalterische Nummer gefahren (wurde übrigens von Glenn Greenwald deshalb unmissverständlich angepisst, via Twitter). Ein krummes Ding sondergleichen war das.

    Liniers seinerseits war schockiert, als er mitkriegte, was für ein krummes Ding da aus seiner Sochi-Karikatur gedreht wurde. Er hat die Genese bzw. den Kontext seiner Zeichnung auf Twitter klargestellt – ja, glaubst Du etwa, dies hätte einen selbstgefälligen Catron zu einer Richtigstellung oder Korrektur seines manipulativen Schachzuges veranlasst? Gar zu einer Entschuldigung gegenüber Liniers? Mitnichten. Einen so perfekt nach Plan funktionierenden Shitstorm will man sich ja nicht kaputtmachen lassen, gell.

    Hm, ist jetzt doch ein längerer Einwurf geworden. Auch recht😉

  2. momorulez Juli 1, 2015 um 10:24 pm

    Ich danke sehr für diese Erklärung und Erläuterung der Hintergründe!!!!!

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