Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Welcome 2015! Neujahr im Metalustversum.

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„Der Madison Square Garden in New York City hat Platz für 20.000 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 66.000 mal besucht. Das entspräche etwa 3 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Madison Square Garden.“

Hat mir WordPress geschrieben, ein zuverlässiger Dienstleister, kostenlos und immer für mich da – dafür ein herzliches Dankeschön!

Als Auflage für ein Buch oder bei 1 Euro pro Hit wäre das ja schon dolle, 66.000 im Jahr – sind aber gerade mal 180 Besucher pro Tag im Durchschnitt. Was bei einem seine Randständigkeit kultivierenden Blog schon recht cool ist, das einen fortwährenden Crossover zwischen Stilen, Genres und „Disziplinen“ sucht und sich um möglichst undiszipliniertes Schreiben müht.

Als Flucht vor institutionellen Bedrängnissen einst gestartet ist es auf Reichweite auch gar nicht angelegt – nichtsdestotrotz einen herzlichen Danke an alle, die Muße, Mühe und Metalust mitzubringen bereit sind, sich durch die Teststrecken hier zu wurschteln!!!

2014 war ein grandioses Jahr für mich, 2015 wird noch besser, da bin ich mir sicher.

Mag auch die politische Großwetterlage sich immer weiter verdüstern und für meinen geliebten FC St. Pauli das Jahr mal ab von dem zu begrüßenden Wechsel im Präsidium eher übel gewesen sein: Persönlich konnte ich mir so viel Freiheit nehmen wie nie zuvor.

Der Mensch ist nur im Spiel er selbst, schrub Friedrich Schiller einst, im zweckfreien Probieren – und dazu hatte ich 2014 viel Zeit und Lust. War toll. Konnte mich beim Radiomachen ausprobieren, eine Promotion anschieben, bin nun zugelassen und freue mich darüber. Habe vieles angefangen und doch nicht zu Ende gebracht – wahrlich ein Luxus!

In der letzten Nacht habe ich mir sogar den Traum erfüllt, mal zur Unzeit lautstark Saxophon zu spielen😀 – wenn es überall knallt, stört das ja niemanden. War toll. Super-Start in ein neues Jahr!

Nun freue ich mich trotz alledem, trotz politischer Grausamkeiten, fortgesetzter Marginalisierung all derer, die viel mehr zu sagen haben als jene, die rund um die Uhr auf allen Kanälen quatschen, trotz des Malträtierens so vieler wundervoller Menschen durch Staat, Wirtschaft und Nachbarn, ja, im Bewusstsein all dessen trotzdem auf 2015.

Weil ich den Glauben nicht verliere, dass Besseres möglich ist, wenn mensch sich darauf konzentriert. Die Erkenntnis des Verfügenkönnens über male und white Privilege sollte ja meines Erachtens nicht zu Schuldgefühlen führen, sondern beides sollte zur Abschaffung derselben zu nutzen sein in dem Sinne, dass Anderen, die nicht darüber verfügen können, im eigenen Aktionsradius Raum zu verschaffen und dabei selbst zurück zu treten richtig sei, die Gnade des Lernens erfahrend. Ich gebe mir weiter zumindest Mühe im Bewusstsein fortwährenden Scheiterns.

Denn was allerorten fehlt: Die Utopiearbeit. Die Vorstellung einvernehmlichen Miteinanders und geteilten Glücks über den „privaten“ Radius hinaus. Und emphatischer Offenheit denen gegenüber, die nicht sowieso schon jede Bühne frei geräumt bekommen. Um handelnd, denkend, Kunst schaffend und Medienarbeit betreibend die hoffentlich richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Irgendwo zwischen „The Wire“ und Xavier Dolan die Suche startend …

Das wollen die Funktionalisten, die Supremacy-Prediger, die Verwerter zwar allen austreiben, noch an das Bessere zu denken. Das Hohngelächter angesichts solcher Formulierungen wie oben vernehme ich sehr wohl. Doch wer sich dem Diktat verordneter Realitätsprinzipien beugt hat eh schon verloren, noch bevor er je gespielt hat.

In diesem Sinne wünsche ich allseits ein 2015, da die Unterwerfung unter den Haterwillen daran scheitert, dass viel zu viele in der Lage sind, im Sinne der Ambiguität, der Vielfalt und – deutigkeit ihren persönlichen Weg zum „Pursuit of Happiness“ zu ertrotzen. Und das auch noch mit Spaß dabei!

Let’s do it – let’s fall in love!

4 Antworten zu “Welcome 2015! Neujahr im Metalustversum.

  1. lalberth Januar 1, 2015 um 4:36 pm

    So das ungefähr war auch meine Neujahrsresolution. Nicht ganz so differenziert, aber die Stossrichtung ist diesselbe

  2. momorulez Januar 1, 2015 um 4:39 pm

    Im Sinne dieser guten und wohlvertrauten Kontinuität auch Dir ein ganz und gar wundervolles 2015!

  3. lalberth Januar 1, 2015 um 4:59 pm

    Merci. Dir auch.

  4. ziggev Januar 18, 2015 um 2:54 pm

    Äh … „Utopiearbeit“ – das meintest Du doch nicht wirklich im Ernst, oder? Mit einer contradictio in adiecto dieser Art m Speziellen lockst Du jedenfalls noch nicht ´nen ziggevschen Hund hinterm Ofen ´vor😉

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