Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

„Schwarze Wissensproduktion als angeeignete Profilierungsressource“ – Artikel von Noah Sow

Ich hatte den im folgenden dringendst zu verlinkenden und zur Lektüre empfohlenen Text von Noah Sow bereits mittels eines Veranstaltungshinweises hier im Blog wie auch in der FSK-Sendung „Tales of St. Pauli“ beworben. Und gar nicht mit bekommen, dass er online bereits zu lesen ist – jetzt aber.

Er ist ungemein wichtig und eindeutig auch an mich adressiert; ich mühe mich, es mir fortwährend hinter die Löffel zu schreiben und lese den ab jetzt einmal im Monat und ebenfalls da, wo es mir möglich ist, PRAKTISCH zu berücksichtigen, worum es geht. Die Konsequenzen sind keineswegs nur auf den universitären Zusammenhang beschrankt.

Er ist wichtig auch in Zusammenhängen, wo sich Menschen z.B. in der Flüchtlingsarbeit engagieren, ebenso dort, wo harsche, narzißtisch gekränkte Reaktionen bei dem Verweis auf Marginalisierungserfahrungen und deren Potenzial erfolgen und dann zur Vertiefung auf irgendwelche vermeintlich objektivierenden Aufsätze zu deren Abwertung verwiesen wird.

Also: Lesen! Am besten mehrfach, nicht nur auszugsweise und ohne die üblichen Instant-Argumente zu zücken.

„Post[i]- und dekoloniale Studien verlangen insofern genaue und gesonderte Betrachtung, als dass sie unter anderem Lehre über autonomiebringende Schwarze Widerstandspraxen behandeln. Sofern sich weiße Lehrende innerhalb postkolonialer Studien überhaupt verorten (müssen), erfolgt dies regelmäßig in Form des klassischen Helfer_innenmythos von fortschrittlichen Heilsbringenden, die wichtige Inhalte vermitteln und ‚Unterdrückten‘ [Menschen, Themen, Theorien] ‚endlich eine Stimme verschaffen‘. Zu wenig findet Betrachtung, dass dabei Schwarze Stimmen überlagert, fremdkontextualisiert und überdeckt werden. Dem deutschen Mehrheitsbewusstsein ist noch nicht gegenwärtig, dass die Interpretationen, Analysen und Fragestellungen derer, die von den kolonialen Strukturen profitieren, kaum deckungsgleich sein können mit den Interpretationen, Analysen und Fragestellungen derer, die durch ebenjene Strukturen eingeschränkt werden. Originäre Schwarze Wissensvermittlung wiederum findet sich an der Universität überwiegend im akademischen Prekariat wieder.“

Und im Anschluss sei das folgende Interview mit Noah Sow auch anempfohlen: „Zwischenbilanz – 7 Jahre nach Deutschland Schwarz Weiß.“

Eine Antwort zu “„Schwarze Wissensproduktion als angeeignete Profilierungsressource“ – Artikel von Noah Sow

  1. Anonym Dezember 24, 2014 um 2:23 pm

    Decolonising white Berlin – „The myth of an all-white, Christian German society largely persists. So does the idea that anyone who is black only arrived here in the late 20th century or the 21st as refugees, or for economic reasons.“ So http://africasacountry.com/decolonising-white-berlin/ am 19.12.2014 zum Symposium vom 20.11.2014 ebenda.

    Google News nach [„Schwarze Diaspora“ Berlin] ergibt bei mir Null und Nichts zu http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/29.10.%20DEUTSCH%20bpb%20metro%20Black%20Diaspora.pdf oder http://www.hsozkult.de/event/id/termine-26461 – ohne Berichterstattung auf einem New Yorker Blog wäre davon nichts geblieben. 

    Soviel zur öffentlicher Wahrnehmung Schwarzer Wissensproduktion in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s