Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: November 2014

Wie wird es, ein St. Paulianer zu sein? FC St. Pauli : Kaiserslautern – ach, das Ergebnis ist doch egal.

Okay, okay, okay. Nein, ich habe nichts zurück zu nehmen.

Das ist mein Ernst 😉 … mögen auch die Zahlen meines Traffics hier in letzter Zeit besser gewesen sein als die Ergebnisse der Mannschaft, nun auch wieder heute gegen die Region: Das heißt ja nichts. Weil heute alles anders war. Besser. Viel besser. Und vielleicht sogar der Auftakt zu einer richtig guten Zukunft.

Weil Zahlen nicht wirklich etwas besagen. „Die Tabelle lügt nicht!“

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Erläuterungen zum offenen Brief an die Mannschaft

Der letzte Blog-Eintrag „Liebe Mannschaft des FC St. Pauli …“ ist in der Geschichte dieses Blogs der mit Abstand meistgelesene. Das war tatsächlich zu meiner Überraschung mein persönlicher Besucherrekord. Und wurde nun auch noch im Abendblatt zitiert.

Ich habe damit, wie man so sagt, wohl „einen Nerv“ getroffen, sehr viel Zustimmung, Unterstützung und Beifall gefunden. Dafür einen ganz herzlichen Dank! Es hat allerdings auch derart drastische Gegenreaktionen gegeben, dass ich mich davon noch erhole. Weil die Attacken an einem Punkt ansetzen, der mir so neu nun auch nicht ist in der „aktiven Fanszene“, was auf Dauer zermürbt.

Es wurde nun schon zu mehr Liebe statt wechselseitigem Zerfleischen aufgerufen, völlig richtig und Danke! – ich will versuchen, die kritisierten Punkte, die ich weiterhin für sachlich gerechtfertigt erachte, nun noch einmal aufzugreifen in einem eigenen Eintrag. Der wird jetzt sehr lang, sehr ausführlich, sehr anstrengend und ich kenne viele, die den Text sehr viel besser schreiben könnten als ich. Die kann mensch allesamt ganz simpel googeln 😉 … wie Rezepte für Hähnchen im Wok ja auch. Und über Anmerkungen, Korrekturen und Ergänzungen freue ich mich sehr.

Freilich werde ich die Punkte nicht erläutern, um sie im Sinne des „Absolutismus“ eines Blogs mit normalerweise eher geringer Reichweite nun allseits zu verordnen.

Wenn nicht stpauli.nu mich verlinkt, ist dieses Blog, von einem vereinzelten, schwulen St. Pauli-Fan betrieben, keine mit besonderer Machtfülle ausgestattete, gesellschaftliche Position. Da ich nun selbst regelmäßig ganz schön zulange, kann und muss ich mit Antworten und Kritik auch gut leben. Manche setzen allerdings auf Ebenen an, dass es schwerer fällt. Die aktivieren das, was ich schon auf dem Schulhof fürchtete und was sehr schnell geschieht, kratzt mensch an mehrheitsgesellschaftlichen Selbstverständnissen.

Auf die sachlich manche Lesende irritierenden, manche auch zu harschen Reaktionen animierenden Passagen sei nun noch mal erläuternd eingegangen für die Interessierten, Mehr von diesem Beitrag lesen

Liebe Mannschaft des FC St. Pauli …

… ich schreibe jetzt einen echten Scheiß-Text und lasse mich dafür auch öffentlich beschimpfen.

Ich habe mir das Spiel heute in Leipzig nämlich noch nicht einmal angeguckt. Wegen euch.

Ich vermute, dass euch das scheißegal ist. Weil ich nicht glaube, dass ihr im Gegensatz zu anderen Spielern zuvor unsere Blogs lest. Na, zwei, drei, vier von euch vielleicht, eben jene, die auch in Jugendmannschaften schon hier gespielt haben und mit dem Umfeld auch jenseits folkloristischer Mitgröhl- und Kochveranstaltungen wie „Ein Kessel Braun-Weißes“ zu verstehen suchten, was die Seele dieses Vereins bewegte.

Ich liebe den FC St. Pauli über alles, er begleitet mich seit über 14 Jahren. Ich habe Rumpelfüße bei uns brillieren, technisch limitierte Spieler ganz und gar st. paulianisch los dreschen sehen, sie waren erfolgreich, und bin grummelnd nach Niederlagen mit „Ich lieb sie doch!“ eingeschlafen. Wir haben „Aufwachen!“-Chöre angestimmt,  „Scheiß St. Pauli“ angesichts von Slapstick-Fussballt gebrüllt und Versagen TROTZDEM liebenswert gefunden. Ich bin nun auch schon drei Mal mit diesem Verein abgestiegen, und die Bindung zu denen auf dem Platz war immer da. Aber so was – nee.

Was ihr jetzt so treibt, das geht mir langsam echt auf die Nerven.

Man rekonstruiert sich als Zuschauer ja allerhand zusammen

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„Der Skandal darin ist die Kriminalisierung einer „anderen“, nicht normativen Lebensweise“

Lamentiert der Hamburger Senat von „Bund!“ und „Europa!“, so können Wähler, Nicht-Wähler und Nicht-Wählen-Dürfende sicher sein: Er will sich aus der Verantwortung stehlen.

Das war schon in der Flüchtlingsfrage so. Innensenator Neumann als Politikwissenschaftler parliert zwar gerne abstrakt über die Gewaltenteilung; dass es mutmaßlich eher ihm liegt, sich Eigeninteressen der Polizei zu unterwerfen, ließ sich an diversen Indizien bereits ablesen. Was die Gewaltenteilung ad absudum führte, regierte die Polizei als Partei.

Im Falle der Bespitzelung des FSK übt sich die Scholz-Regierung nun wieder im Arschkartenspiel, wie „Jetzt!“ berichtet: Sie will der Bundesanwaltschaft alles in die Schuhe schieben und behauptet, ab einem gewissen Zeitpunkt über keine Unterlagen zu verfügen.

Das ist aus meiner Perspektive der Plot einer Gaunerkomödie, und der Sprecher des Bundesanwaltes kommentiert es folgendermaßen:

„Die polizeiliche Umsetzung des Einsatzes im Einzelnen und die dafür erforderlichen polizeitaktischen Überlegungen erfolgen durch die von der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft beauftragte Polizeidienststelle.“

Beim Knackpunkt, nämlich eines für den juristischen Laien zumindest so wirkenden Eingriffes in die Pressefreiheit, weicht der Senat aus. Artikel 5 des Grundgesetzes besagt ausschnittsweise:

„Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Ohne Jurist zu sein, fällt es ja nicht schwer, das im Geiste mal durchzuspielen: Eine verdeckte Ermittlerin spricht Tagesschau-Kommentare zum NSUKomplex. Oder referiert zu umstrittenen Polizeieinsätzen bei Demonstrationen auf NDR 2.

Ein ganzer Sender erfährt die Aushebelung individueller Rechte auf Privatsphäre.

Rechtsgüter wie die Unverletztlichkeit der Wohnung mögen in Jahren währenden Propagandaschlachten denen, die wohnen, entwöhnt worden sein: Sie gelten aber weiterhin. Eine verdeckte Ermittlerin attackiert den Quellenschutz, indem sie selbst diese anzapft. Dem Vorstellungsvermögen aller Lesenden, was alleine das Säen von Misstrauen durch diesen Fall anrichtet, sind ja da keine Grenzen gesetzt.

Zudem immer wieder die Frage auftaucht: Warum wurde gerade die queerfeministische Szene ausspioniert? Und das auch noch zu Zeiten, da der NSU mutmaßlich vom Verfassungsschutz  wie auch immer unterstützt sein Mordwesen trieb und Fälle in Hamburg unaufgeklärt blieben?

Nun mag von der Katholischen Kirche bis zum immer breiter werdenden, rechten Rand von Pirincci bis Martenstein das vermeintliche „Zersetzungswerk“ der Gender-TheoretikerInnen symbolische und wohl auch tatsächliche Gewalt befeuern, aber was hatte da die Polizei zu suchen?

Da steigen Bilder unseliger, Hamburger Polizeipraktiken von einst vor dem geistigen Auge auf:

Die Summe dieser Akten könnte als Liste bezeichnet werden“, so damals Henning Voscherau (SPD, Vorsitzender des Innenausschusses der Hamburger Bürgerschaft).“

Es geht um „Rosa Listen“, also das Anlegen von Datenbanken über queere Szenen. Auch da verfügt die Hamburger SPD über eine reichhaltige Tradition: Innensenator Schmidt ließ unter anderem das „Tanzverbot zwischen Männern“ in der Hamburger Neustadt durchsetzen – also das, was heute ggf. der Mob oder der Hessische Rundfunk in Hetero-Kneipen ganz von selber immer mal wieder besorgt. Auf dem Polizeipräsidium wehte zwar zum CSD die Regenbogenflagge: Doch was für eine Wirklichkeit verbirgt sich dahinter?

„Das FSK“ – de facto ja ein freier und vielfältiger Haufen Menschen, die eigenständig Programme gestalten, von der Queer AG („Jenseits der Geschlechtergrenzen“) der Uni Hamburg über Doktorantenkollegs der HfbK bis hin zu mir 😉 – kommentiert folgendermaßen:

„Mit diesem Polizeiangriff werden alle Grundsätze der Pressefreiheit – erneut in Hamburg – zur Disposition gestellt: Polizei moderiert ihre eigenen Sendungen, sie spioniert Lebensverhältnisse und Arbeitsweisen der Redaktionen aus; sie kontrolliert die Recherche und sie bespitzelt die Quellen. Der Quellenschutz war ausgehebelt. In letzter Instanz kann diese Polizeiaktion verstanden werden als besondere Form des Einsatzes polizeilicher-staatlicher Gewalt zur Unterdrückung politischer Meinungsäußerung.“

Eben weil hier nun per administrativ-hoheitlichem Handeln die politische Meinungsäußerung unter Kriminalitätsverdacht gestellt wurde. Das wirkt für mutmaßliche Produzenten von Sendungen abschreckend wie auch die vom Verfassungsgericht als rechtswidrig eingestufte Durchsuchung des Senders zu Beginn der Nuller-Jahre.

Das ist also Senatspolitik, Menschen Bedrohungsszenarien auszusetzen, damit kritisch Stimmen verstummen?

Verdeckte Ermittler abends neben sich einer in der Kneipe sitzen zu haben ist ja keine angenehme Vorstellung, weil keiner weiß, was die einem anzudichten bereit sind … dass in Hamburg Polizisten behaupten können, um eigene Handlungen zu rechtfertigen, was sie wollen, die Gerichte winken es schon durch, ist ja auch vielerorts geteilte Annahme. Ist die dem Senat letztlich recht?

Das passt auch zu dem fortgesetzten, vielleicht nicht intendierten, jedoch faktischen weiteren Einschüchterungsversuch des Senates, die Aufklärung des Falles würde den Staat als solchen gefährden.

Heißt das im Umkehrschluss, nur potenziell rechtwidriges Verhalten könne ihn stützen?

Zusammenfassend und abschließend ist dem Text auf der FSK-Seite schlicht zuzustimmen angesichts des bisherigen Unwillens – so scheint es mir – des Senates, rechtsstaatliche Grundsätze ernst zu nehmen und Licht in die Angelegenheit zu bringen:

Der Skandal darin ist die Kriminalisierung einer „anderen“, nicht normativen Lebensweise.

Jargon der Eigentlichkeit: Mottofahrt nach Leipzig

Ich wollte meine Klappe halten. Echt jetzt. Geht nicht, nachdem folgendermaßen zur „Mottofahrt zu Red Bull Leipzig“ aufgerufen wird:

„Bringt etwas mit, was eure Geschichte mit Sankt Pauli widerspiegelt, was euch immer begleitet oder mit dem ihr ein geschichtsträchtiges Spiel mit unserem Verein erlebt habt. Ganz egal, ob ihr es anhattet als wir den DFB-Pokal unsicher gemacht haben, bei eurer ersten Auswärtsfahrt oder es einem Spieler abluchsen konntet.

Lasst uns allen zeigen, was wir schon erlebt haben und wie viele Erlebnisse uns mit unserem Verein verbinden. Wir müssen dazu nicht mit dem Wort Tradition um uns schmeissen, ein Blick in den Kleiderschrank genügt, um zu erfahren, was wir mit diesem Verein schon alles durchlebt haben.

Das liest sich harmloser, als es ist. Demnächst also irgendwo in Niedersachsen: Der örtliche Schützenverein holt seine Uniformen aus dem Jahre 1990 heraus, um dem neuen anatolischen Restaurant in der Fachwerkhaus-Fussgängerzone einen Besuch abzustatten und ihm seine Erlebnisse entgegen zu schmettern? Diese Heimatschutz-Attitude gibt es auch in der Gentrifizierungskritk, sie ist allerdings strukturell hochproblematisch. Wie sich auch in der letzen Ausgabe der BASCH zeigte:

„Den Medien ließ sich entnehmen, dass dass mehrere Testspielansetzungen gegen RB massiv kritisiert worden und RB als perverseste Form der Kommerzialisierung des Fußballs massiv angefeindet wird.“

Anachronist, Red Bull Leipzig verrecke, in: BASCH #57, S.

Im Gegensatz zu anderen „Dorffanszenen“ (USP) Mehr von diesem Beitrag lesen

Willkür dem Staate – an Recht zu halten haben sich nur die Anderen?

Wo mich die „Rote Hilfe“ schon bemustert, veröffentliche ich mal deren Presseerklärung:

 

Presseerklärung:
Verdeckte Ermittlerin in Hamburg enttarnt – Keine rechtsfreien Räume bei
Polizei und Verfassungsschutz!

In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass im Zeitraum von 2000 bis
2006 eine Verdeckte Ermittlerin des Landeskriminalamts in verschiedenen
Gruppen der Hamburger linken Szene eingesetzt worden ist. Dazu Kim
König, Sprecherin der Roten Hilfe Ortsgruppe Hamburg:

„Dass Polizei und Verfassungsschutz nicht zimperlich sind, was
Ermittlungsmethoden im linken Spektrum angeht, ist leider nichts Neues.
Regelmäßig erreichen uns Berichte von Menschen, denen von Hamburger
Behördenvertretern aufgelauert wurde, um sie als V-Leute anzuwerben,
teilweise auch unter Drohungen. Der vorliegende Fall setzt der
skandalösen Praxis der Hamburger Behörden noch eins drauf: Es ist eine
Ironie der Geschichte, dass diejenigen, die allzu oft über „rechtsfreie
Räume“ in der Roten Flora und ihrem Umfeld fabulieren, über Jahre und
mehrere Innensenatoren hinweg offenbar im rechtsfreien Raum agieren
konnten. Die Hamburger Behörden pfeifen aber offenbar nicht nur auf das
Recht: Dass die Verdeckte Ermittlerin bei ihren Spitzeleien auch noch
mehrere Liebesbeziehungen führte, stellt eine unverantwortbare
Grenzüberschreitung dar. Bei einer wie auch immer gearteten wirksamen
rechtlichen Kontrolle wäre ein solcher Einsatz undenkbar gewesen.““

 

Hervorragend berichtet Radio Dreyecksland über den Fall. Definitiv hörenswert ist das Interview mit Christiane Schneider, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburger Bürgerschaft. Sie weist darauf hin, dass es nicht mehr möglich sei, noch in dieser Legislaturperiode einen Untersuchungsausschuss einzurichten und potenzielle, zukünftige Mehrheitsverhältnisse das gänzlich unmöglich machen könnten. Und dass, so ihre Annahme, der SPD-Senat und die CDU-Opposition sozusagen als in der Operationsweise Einheitspartei sich darauf zurück ziehen würden, dass sie das Alltags-Geschäft des LKA nicht zu kommentieren hätten. Wie praktisch. Auch so kann freilich „Gewaltenteilung“ ausgelegt werden: Kontrollbefugnisse sind aufgrund strikter Trennung von rechtsstaatlichen Prinzipien einerseits,  dem Agieren von Exekutive und Legislative andererseits nicht auszuüben.

Was zugleich heißt, dass ihnen rechtsstaatliche Grundsätze schlicht egal zu sein scheinen und all die „Law & Order“-Parolen in ihren Augen zwar für jeden kleinen Marihuana-Dealer Geltung haben sollten, aber anscheinend nicht für sie selbst oder die Polizei. Willkür für uns, Recht den Anderen, sozusagen … und da auch nicht im Sinne des grundrechtsbasierten Schutzes vor dem Staate, sondern lediglich gegen die Bevölkerung gerichtet ausgelegt.

Vielleicht sind ja reichweitenstärkere Online-Publikationen als diese hier dazu in der Lage, sich des Falles mal anzunehmen. Solche, die sich des vor allem seit des „War on Terror“ verstärkt in den Focus gerückten Themas „Freiheit versus Sicherheit“ folgendermaßen annehmen:

„Die Ambivalenz von Freiheit, so brüchig sie auch ist, kippte ohne den Staat in ihre vollständige Negation. Mit dem Staat bleibt zumindest die Hoffnung, ohne den Staat wäre auch sie verwirkt.“

Nein, ich teile das dort skizzierte Szenario so nicht 😉 – schon, weil „Wirtschaft“ nix Anarchisches ist und liberale Grundbegriffe nicht ausreichen, um das Thema zu erfassen.

Nichtsdestotrotz wäre es schön, wenn Verbreitung fände, dass es in Hamburg mutmaßlich einen beispiellosen Eingriff in die Rundfunkfreiheit gegeben hat. Dass die vermutlich als verdeckte Ermittlern Agierende eben auch im FSK ausgerechnet queerfeministische Zusammenhänge auszuspionieren schien, z.B. Quellenschutz nur höhnisches Gelächter wohl entgegen setzte und, so wird berichtet, ein verdecktes LKA-Programm in dem einzigen wirklich unabhängigen Rundfunk der Stadt sendete, dass sind keine Petitessen.

Recht ist nicht ohne Prinzipien zu haben; hier wurden sie, wenn alles zutrifft, schlicht mit Polizeistiefeln getreten.

 

EDITH: Wenn ich die Antwort auf eine kleine Anfrage bzgl. des hier geschilderten Falles richtig verstehe, scheint der Einsatz nicht bestritten zu werden. Knackpunkt im hier zu diskutierenden Kontext ist:

„Grundsätzlich ist die Tätigkeit eines verdeckten Ermittlers im Rahmen seiner Legende auch bei einem Radiosender nicht ausgeschlossen.“

Was dann wohl so zu verstehen ist, dass die verfassungsrechtlich garantierte Rundfunkfreiheit den Agierenden schnurz war?

„Wir sind keine kickende Werbeunterbrechung!“

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Mit Glückwünschen und Danksagungen einsteigen – ach, das überlasse ich mal Wirtschaftsinformatikern und anderen Freunden der dehumanisierten Formeln und Algorithmen. Mühe mich eher um Synthese, die seltsame Melancholie und auch Ratlosigkeit, die diese Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli bei einigen auslöste, will ja sortiert sein.

Zentral wehte und windete, ja wand sich die Frage, was den Aufsichtsrat bewogen hat, das Präsidium um Stefan Orth nicht zur Wiederwahl zu stellen, Mehr von diesem Beitrag lesen

Der Terror tief sitzender Elternängste

„Angeregt durch das Studium bei Eberhard Jüngel und Wolfhart Pannenberg, gilt ihr besonderes Interesse der Systematischen Theologie.“

Was erforscht mensch denn wohl im Zusammenhang der „systematischen Theologie“?

Ich meine die Frage völlig unverächtlich. Ein Buch hier auf meinem Regal wendet Heideggers Frage nach dem „Sein des Seienden“ systematisch auf verschiedene Religionen an. Das ist alles andere als uninteressant. Antworten sind denkbar wie „in allem materiellen Sein steckt das Göttliche“, „das Göttliche ist jenseitig, wir dürfen es erst erfahren, wenn wir all die Prüfungen des Irdischen bestanden haben“, „Gottes Wille ist unergründlich und rätselhaft, lasset uns beten!“, „Gottes Wort steht in den heiligen Schriften, wir müssen es nur verstehen und befolgen“. Und so weiter – die Formel vom „Sein des Seienden“ stammt aus dem Taoismus; vielleicht ist das Sein ja wirklich das Kommende, das wir freudvoll in Empfang nehmen können, wenn wir wollen – indem wir handeln durch nicht-handeln.

Nun sind Gottesanbeter bestimmter Konfessionen traditionell übergriffig. Sie folgen häufig nicht Mehr von diesem Beitrag lesen

„Die große Schar der weißen Heten, die sich für nichts zu blöd sind …“

Formulierte so jüngst ein beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Beschäftigter hier in der Kommentarsektion. Nun würde ich lügen, behauptete ich, dass ich mit diesen Institutionen nichts zu tun hätte.

Problem derer ist ja, dass ihnen schlicht die Zuschauer weg sterben. Zwar gab der NDR-Intendant jüngst die Parole aus, dass das Internet sowieso völlig überschätzt würde, Video-on-Demand ebenso und gerade Leuchttürme wie der „Tatort“ weiterhin gesellschaftliche Institutionen seien. Umgekehrt wird natürlich in den Sendern wüst diskutiert, was denn nun crossmedial sei und wie man das mal richtig angehen könne.

Jeder, der sich mit Mechanismen des Generierens von Aufmerksamkeit

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Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, FSK, Mo, 10.11., 14-16 h

Ich bekenne ja: Seitdem der mutmaßliche Skandal bekannt wurde – Skandal, weil, wenn die Expertise von Ver.di stimmt, es sich um einen atemberaubend krassen Verfassungsbruch handelt – produziere ich nun noch viel lieber für das FSK 😉 …

Im Gegensatz wohl zum Innensenator, der zwar gerne mal über den Rechtsstaat doziert, aber da, wo der in seinen Grundsätzen mutmaßlich hart angegriffen wurde, lediglich anmerkt, er würde sich zu Internetveröffentlichungen nicht äußern, halte ich ja sehr viel von unabhängigen, demokratischen Öffentlichkeiten.

Die Sendung morgen ist maßgeblich vom Job eines der designierten Mitglieder des Präsidiums des FC St. Pauli inspiriert! Joachim Pawlik hat uns Mechanismen seiner Personalberatung für mittelständische Unternehmen skizziert, ich spinne das weiter; falls ich unsinnige Verknüpfungen vornehme, kann er da selbstverständlich auch nichts für. Ich hatte aber  auch angekündigt, dass ich darüber schreiben würde. So ist es aus Metalustversum-Perspektive in die Gestaltung der Sendung eingeflossen. Hört einfach rein. Umrankt ist das Ganze mit Erwägungen zum Trickster aus queerer Sicht wie auch mit Spielberichten aus besseren Tagen, als das Elend uns St. Paulianer noch nicht vollumfänglich ergriffen hatte – und wie immer mit viel Musik. FSK-Seite aufrufen und rechts oben den Stream starten! Wer auch immer das möchte.

Hier die Playlist:

 

Donna Summer – On the radio
Elaine Stritch – I’m still here
Julia McKenzie – Losing my mind
Grace Jones – She’s lost control
Lana del Ray – Money Power Glory
Phantom/Ghost – This work is inside out
SOHN – The Wheel
Nicolette – No Government
Kele – Like we used to
Y’akoto – Talk to me
Tocotronic – Neues vom Trickster
Macin Wasilewski, Michael Miskiewicz, Slawomir Kurkiewicz, Tomasz Stanko – Kattorna (Danke, @Fanne, für diesen Tipp!!!)
Contemporary Noise – Even Cats dream about flying (Danke, @Fanne, auch für diesen Tipp!!!)
Bang Bang – The Prisoner
Man Parrish & Klaus Nomi – Total Eclipse Remake
Phosphorescent – Wolves
Albert Ayler – Oh! Love of Life
Und hier die Literaturliste:
– Rosenkranz, Bernhard/Lorenz, Gottfried – Hamburg auf anderen Wegen, Hamburg 2005
– Han, Byung-Chul, Psychopolitik – Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, Berlin 2014
– Marty_Huber, Queering Gay Pride, Wien 2013
– Tugendhat, Ernst, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung, Frankfurt/M. 1997 (8. Auflage)
Und dieser wundervolle Link sei nicht vergessen!