Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: September 2014

Wie eine neue Sprache lernen … FSV Frankfurt – FC St. Pauli 3:3

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Nein, keine Fremdsprache. Eine neue.

Ich glaube ja nicht nur fest an Dennis Daube, sondern auch daran, dass zu viele Worte zu vorgeprägt und formatiert, Mehr von diesem Beitrag lesen

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Danke, Mannschaft des FC St. Pauli!!!!


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Quelle: FC ST. Pauli/Facebook

„Nach dem Training am Donnerstagnachmittag übergaben Jan-Philipp KallaChristopher Buchtmannund Lennart Thy, stellvertretend für die gesamte Profi-Mannschaft, dem Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus eine neue Fahne, die zukünftig sichtbar auf dem Dach der Südtribüne wehen wird. „Wir freuen uns, dass sich die Mannschaft so engagiert“, äußerte sich Dirk Brüllung, Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses, nach der Übergabe der Fahne.

Freue mich ja über die Regenbogenfahne des FC St. Pauli jedes Mal, seitdem sie auf dem Stadiondach weht. Es ist ein Zeichen, dass LGBTIQ-People im Stadion willkommen und Teil der Community bzw. eingeladen, es zu werden, sind – dass sich der Verein und die Fanszene des FC St. Pauli prinzipiell für unsere Rechte (und somit auch die derer, die eh schon „drin“ sind) einsetzen, dass ein diskriminierungsfreies Leben möglich sei. Finde ich sehr empowernd.

Es mag ja im Detail noch sehr viel zu tun sein; über die Funktions- und Wirkungsweisen von Rassismus, Sexismus und Homophobie sind manche derer, die sich prinzipiell dagegen zu engagieren bereit sind, nicht so informiert, wie es manchmal wünschenswert wäre. Aber das kann sich ja perspektivisch ändern.Und dieses so eindeutige Zeichen ist dabei ungemein hilfreich!

Das hat ECHT Gewicht, wenn die Mannschaft sich so engagiert, einsetzt, zeigt.

Gerade in diesem Feld des Profifussballs, wo so viele Ängste entstehen können und auch geschürt werden.

Das schafft Bewusstsein, das ist ein über Vereinsgrenzen hinweg solidarischer Schulterschluss auch mit den queeren Fanclubs in ganz „Fussballdeutschland“, die Dirk so oft so eindrucksvoll vertritt. Insofern nicht minder Dank dem Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus!

Ich freue mich! Ein Grund mehr, den FC St. Pauli zu lieben 😉 …

Der wildkonzentrierte Tanz bunter Fussballschuhe: FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 1:0

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Restrausch. Wiederinvolviertsein, Drinsein, Imflowsein – leuchtendes Dasein. Das Dasein, ins Französische einst fälschlich übersetzt mit „condition humaine“, das Subjekt, die Person, ist ja Heidegger zufolge das Seiende, dem es in seinem Sein um das Sein selbst geht. Da hat er schamlos den Taoismus kopiert, noch in den 20ern vor der „Kehre“ und Rektoratsreden, und ja, in dieser Formel steckt, was ins Milerntor-Stadion treibt, immer und immer und immer wieder: Eben das, was man fühlt, wie man erlebt und erfährt, die Art, wie man sich auf die Welt bezieht: Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Wiederherstellung der Ordnung: Exkludieren, tolerieren, umerziehen

Ein biederer Chemie-Lehrer, der, um seine Krebsbehandlung zu bezahlen, zum Drogenproduzenten und – dealer wird. Eine Krimi-Serie, in der Mensch und Institution miteinander konfrontiert werden – aber so, dass jene der „Sicherheitsapparate“ und jene der Kriminalität sich gleichen, multiethnisch besetzt. Ein Landstrich, im Norden, wo Polizei und Baulöwen Hand in Hand ein Terror-Regime installieren. Eine queere Community, die sich gegen einen konservativen Politiker, der Polizeichef ist und nun Bürgermeister werden will , intrigant zur Wehr setzt – und siegt. Ein Gangster beim Pychotherapeuten. Intrigen rund um einen Politiker.

Klar, jeder weiß, was da jeweils skizziert wurde – mögen auch Queer as Folk und der Yorkshire Killer nicht ganz so bekannt sein. Klar, jeder feiert die US-Serien oder auch auch „Sherlock“ – aber es ist eben nicht nur diese staatstragende nivellierende Mitte-Orientierung

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Was passiert, wenn man einfach so drauflos schreibt :D – Zeitmaschine nach St. Pauli

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An manchen Abenden, gerade, wenn der Frühherbst dem Tag heimleuchtete und Parkwächter mir hinterherpfiffen „Leinen Sie bitte den Hund an!‘, imaginiere ich mich des abends gerne in ein B-Movie voller Leben, Leiden und Melancholie.

Eben in diesen Zauber, diese Freiheit,

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Formale Gleichheit und materiale Differenz: Adornos Melange in der Minima Moralia

In einer Diskussion bei Facebook zu meinen Texten zur AfD, konkret: Zu jenem zur „Weltwerdung der völkischen Kirche„, verwies ein Nicht-Leser angesichts meines Adorno entlehnten Blog-Mottos auf einen anderen Passus in der „Minima Moralia“. Es ergab sich eine dieser Formen der Nicht-Kommunkation, die jeden Hinweis darauf, was in dem Text zur AfD tatsächlich steht, dahingehend konterte, dass der zum Anlass genommen wurde, das zu schreiben, was eh vom Gegenüber immer schon gedacht wurde.

Wie so oft folgen ja Lektüren dem Muster der Signalsprache: Also ein Verhalten entsteht, das jenem gleicht, das Mit-Krähen zeigen, wenn ein anderer Vogel krächzt „Da kommt ein Räuber!“. Ein Hund zum Beispiel.

Um die Diskussion zu beenden, sie ging trotzdem weiter, erklärte ich mich bereit, einen Blog-Eintrag zu eben jenem Passus aus der „Minima Moralia“ zu schreiben. Er könne den ja dann auseinander nehmen und mir hier kommentierend erläutern, was ich nicht verstanden habe.

Der Passus ist tatsächlich interessant, weil er zu zentralen Fragen, die später in der so genannten „Postmoderne“-Diskussion zu intensiven Auseinandersetzungen Anlass boten, einen Kommentar versucht.

Er enthält das N-Wort, insofern Trigger-Warnung. Nein, ich schreibe es nicht aus. Mindestens eines der folgenden Zitate ist meines Erachtens rassistisch kontaminiert; kein Mensch muss diesen Text nun unbedingt gelesen haben, wirklich nicht. Er ermöglicht jedoch die Diskussion ein paar relevanter Punkte rund um die Antidiskriminierungsfrage. Obgleich Bell Hooks und andere da deutlich besser geeignet sind.

Und der Text macht im doppelten Sinne deutlich, dass dieses N-Vokabular neutral nie verwendet wurde – zum einen kritisch, indem der Text selbst diese These entfaltet. Zum anderen kann man bei der älteren Kritischen Theorie auch nicht ignorieren, dass sie selbst eine eurozentrische Entfaltung u.a. rassistischer Motive darstellt.

Adorno diskutiert Rassismus anders als seine „antideutschen“ Adepten freilich auch anhand des antisemitischen der Nazis; diesen mit zu begründen kann man der DdA nicht vorhalten.

Wie so häufig bei Adorno postuliert

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Zwei „Querfronten“: Wieso die AfD auch Entwicklungen auf der Linken und bei Liberalen zum Ausdruck bringt

Energie folgt der Aufmerksamkeit, so einer der Leitsprüche Hawaiianischer Mystik. Und mag man das auch unter Esoterik verbuchen: Es stimmt ja, dass Aufmerksamkeitsverschiebungen, von vielen geteilt, ein Thema sozusagen „aufladen“.

Insofern werde ich mich hüten, mich nun täglich mit der AfD zu beschäftigen; solche zwanghaft-exkludierenden Kräfte mit ihren Vorstellungen „natürlicher Ordnungen“, übrigens das gleiche Begriffsfeld wie „Authentizität“ und eben Heideggers „Jargon der Eigentlichkeit“, sind am besten durch die Attraktivität der Gegenentwürfe zu bekämpfen.

Nur schaffen es Agitatoren Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Weltwerdung einer völkischen Kirche: Der Programmentwurf der AfD für die Bürgerschaftswahl in Hamburg

Sie sind schlauer als die Anderen von rechts. Sie tarnen sich besser, kompilieren geschickt Politikentwürfe von Michael Neumann (Polizeistaat statt Rechtsstaat; Achtung: Das ist keine Tatsachenbehauptung, sondern eine Meinungsäußerung) über Norbert Lammert (Leitkultur) bis zu Thilo Sarrazin und behaupten dies als „gesunden Menschenverstand“: Die so genannte „Alternative für Deutschland“. Bei einem Abendblatt-Redakteur fand ich nun geleakt einen als vertraulich gekennzeichneten Programmentwurf. Nun ist er in der Welt, die AfD muss sich dazu verhalten, dann  kann man es auch zitieren.

Sie passen sich offenkundig an regionale Gegebenheiten an und wagen es in einer Stadt wie Hamburg nicht, gegen LGBTIQ-Rechte Front zu machen – ganz anders als Frau von Storch im Europaparlament. Sie verzichten in der Hansestadt auf explizit christliches Gedöhns. Sie setzen auf Sozialingenieurstum Mehr von diesem Beitrag lesen

Wenn Privilegierte wollen, dass sich auch ja nichts ändert

Die aktuellen politischen Diskussionen sind gespenstisch – seien es jene rund um die Ukraine, rund um die AfD, rund um die völlige Ineffizienz eines selbstgefälligen und selbstgenügsamen, sich als links verstehenden Widerstandes in den Städten. Ich denke, das liegt daran, dass alle Probleme so definiert werden, dass sie einfach nur die eigene gesellschaftliche Position absichern.

Symptomatisch ist hier einmal mehr Publikative.org. Vieles, nicht alles dort halte ich für so problematisch, da ähnlich wie bei manchen Formen der Gentrifizierungskritik Mehr von diesem Beitrag lesen

SMS nach Kreta: FC St. Pauli – 1860 München 1:2 (bzw. 2:2)

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„0:1 München 11-Meter – wir spielen trotzdem super bisher, viel energetischer“
„1:1 John Verhoek – Super-Tor, Willensleistung, nachdem der Münchener Torwart 3 Großchancen hielt“
„Schiri gab schon 2 (!!!) Tore nicht für uns“
„1:2 für München gibt er – schlecht verteidigt“
„Das gewinnen wir noch, Mannschaft ist prima drauf“
„Beinahe 2:2 zum zweiten Mal“
„Spiel ist leider deutlich abgeflacht, obwohl Budimir jetzt drin ist“
„Ein wenig verpfiffen werden wir schon …“
„60 schauspielert sich bis zum Sieg“.
„Meggle auf der Tribüne, Schiri Schieber, verloren.“
„Verloren, aber Beginn einer großen, neuen Ära!“

SMS-Protokoll einer trotz allem magischen Niederlage am Millerntor. Selbst urlaubsreife Freunde schalten hinsichtlich des FC St. Pauli ja nie ab. P.A. räkelte sich am Strand, derweil unsere Boys, gestern in weiß, revitalisiert und auferstanden, reanimiert und von Bleiwestenschwere befreit über den Platz jagten, sah aufs griechische Meer und prostete uns aus der Ferne zu, gebannt dem Flow der iMessages Mehr von diesem Beitrag lesen