Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, August-Ausgabe. Mo, 11.8., 14 h, FSK Hamburg

Morgen um 14 h ist es wieder so weit – meine Stimme dringt, von viel besserer Musik umgarnt, aus den Boxen der Radios und Computer derer, die sie hören wollen. Wie immer beim Freien Sender-Kombinat!

Eine weitere Ausgabe voller Versprecher, Wort- und Silben-Verschlucker und -Doppler bis Verdreifachungen, Flüchtigkeitsfehler (das „Gefahrengebiet“ verlagere ich vom Winter in den Herbst, zum Beispiel)  rund um Themen, die auch in der Fanszene des FC St. Pauli diskutiert werden. Ich mühe mich, diese akustisch zu verschwulen und musikalisch White Supremacy auszutreiben mit Hilfe von House- und Black-Music und deren Verwandten.

Morgen wende ich mich unter anderem noch einmal kritisch der Ausstellung „Fuck you, Freudenhaus“ von 1910 e.V. zu und behandele zudem das Dauerthema Appropriation und die Gegenwehr von Joshua Redman und José James. Ich diskutiere wie immer und unaufhörlich, so lange, bis sich etwas ändert, wer spricht und wer nicht im Widerstand – zudem führe ich aus, wieso das Wirken von Roland Vrabec, (Noch-)Trainer des FC St. Pauli, so ganz und gar nichts mit den Tipps und Regeln zu tun hat, die Ratgeber für Krimi- und Thriller-Autoren formulieren. Um final George Lee Moore, den Philosophie-Professor mit der Gitarre aus Brooklyn, dem Massenpublikum vorzuspielen.

Wie üblich hier die Tracklist, da ich nur teilweise die Titel ansage – es geht auf jeden Fall sehr liebevoll zu dieses Mal:

 

Georgette Dee – Fürstin der Nacht (Auszug) – aus dem Musical „Beiß mich, ich will das Leben spüren“, Schmidt’s Tivoli 1992/1993

Donna Summer – On The Radio (Erkennungsmelodie)

Artenvielfalt & The Project – I’m Done (Marlon Hoffstedt & HRRSN Remix)
Hildegard Knef – Und wenn ich wage, Dich zu lieben (Markus Guentner-Remix)
Feed me & Crystal Fighters – Love Is all I Got (Larse Remix)
Bebel Gilberto – August Day Song
Boy George – Love’s Gonna Let You Down (Popcorn Mix)
CeCe Peniston – Finally
Patrick Wolf – The Sun Is Often Out
Ella Fitzgerald & Miguel Migs – Slap That Bass (Miguel Migs Petaplusher Remix)
Y’akoto – Forget
Joshua Redman – The Ocean
José James – Angel
José James – While You Were Sleeping
Gene Ammons – Jungle Strut
Nuclear Family – Rise
George Lee Moore – Niobe
Georgette Dee –  Fürstin der Nacht (Auszug 2)
Viel Spaß beim Hören, wer auch immer das mag und will!
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5 Antworten zu “Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, August-Ausgabe. Mo, 11.8., 14 h, FSK Hamburg

  1. Mrs. Mop August 11, 2014 um 1:27 pm

    Wow, sehr überraschender, gewagter, fast intimer Opener (Foucault) … und danach die Knef, wundervoll, passt wie angegossen! Und wie ähnlich die Stimme Domenicas derjenigen der Knef ist, oder kommt mir das jetzt nur so vor? „Der anderen Seite der Reeperbahn lauschend …“, jaaa! Mehr!

    (Ich lausch jetzt erst mal weiter)

  2. Mrs. Mop August 11, 2014 um 3:16 pm

    Leider habe ich eine besonders spannende Stelle komplett verpeilt, wo Du über die Esso-Häuser gesprochen hast bzw. über „zukunftweisende (widerständige?) ökonomische Projekte“ (oder so ähnlich), die Du in dem dortigen Kontext vermisst? Könntest Du das bitte nochmal, ganz kurz zusammengefasst, wiederholen?
    yeah, Radio ist tatsächlich „ein flüchtiges Medium“ … 🙂

    Und vielleicht kannst Du noch den einen oder anderen Link rüberschieben, wo Du in Deinem Blog über „appropriation“ bzw. „whitewashing“ und „Klauen von Stilmitteln“ geschrieben hast?

    Und, öhm, wenn Du schon dabei bist, vielleicht noch einen Link zu Domenica in Deinem Blog, der vermutlich auch das Video enthält, das Du in der Sendung angesprochen hast?

    Das wäre supernett. Ich bedanke mich jetzt schon, vor allem aber für die tolle, mit Infos, schrägen Gedanken und Wahnsinnsmusik proppenvolle Sendung. Keep the rhythm busy 😉

    P.S.
    „Slap THAT Bass“ muss es übrigens heißen, sorry, bei Ella Fitzgerald werd ich korinthenkackerisch 🙂

  3. momorulez August 11, 2014 um 3:26 pm

    Oh, Danke, auch und insbesondere für die Korrektur 😉 – und auch das so prompte Feedback, das freut mich natürlich sehr!!!! Die Links suche ich im Laufe des Tages noch raus, das stimmt natürlich, dass da prima ist, das hier zu verlinken – was „White Washing“ und „Apropriation“ betrifft, taucht das hier sehr oft auf, da muss ich noch mal gucken, was sich da am besten anbietet!

    Der Gedankenganz zur Ökonomie, da habe ich mal einen ganzen Text zu geschrieben, suche ich auch noch raus, muss hier vorher noch etwas fertig machen. Das ist natürlich im Grunde genommen zentral für alle Fragen auf St. Pauli und darüber hinaus und hier schon lange Thema, wie kann man Ökonomie trotzt alledem mal so denken, dass man eigene Machtbastionen aufbaut und sich nicht auf Kommerzkritik beschränkt. Für mich hat die Alternativbewegung der frühen 80er, auch wenn da vieles scheiterte, einst Zeichen gesetzt, die mittlerweile mir weitestgehend verschwunden scheinen, trotz Crowdfunding, New Economy etc. Interessant ist, dass Oke Göttlich, der hoffentlich zukünftige FC St. Pauli-Präsident, so eine Art „Lobbyist für Independant Music“ ist, also Vernetzung zwischen Einheiten bündelt, die nicht – so weit das möglich ist – von den ökonomischen Zentren abhängen. Dazu weiß ich viel zu wenig, das finde ich aber besser als Antikommerz-Ablasshandel in ehrenamtlicher Beschäftigung und tagsüber dann im Schweinesystem mitwurschteln, wie die meisten das machen (ich früher auch). Dadurch, dass die Anwohnerinitiativen nun in die Gestaltung der Neubebauung einbezogen sind, ist auf einmal das strukturkonservative „X,Y.Z bleibt!“ dem zwang zum produktiven gewichen, sozusagen, was ich als sehr spannende Konstellation empfinde. So ungefähr war der Gedankengang 😉 …

    Links folgen später, und 1000 Dank!!!

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