Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

In Deutschland verhöhnt man halt die Deklassierten …

„Loser!“

„Opfer!“

So tönt es doch schon auf Schulhöfen.

Das trainiert man denen doch an.

In einem Land, da Hartz IV eigens erfunden wurde, um zu deklassieren, zu sanktionieren, zu demütigen, zu zermürben und so genannte „Unterschichten“ im RTL-Nachmittagsmagazin vorzuführen.

Sich einfach mal so zu freuen, weil zusammen was erreicht wurde, wird ja nicht unbedingt trainiert, wenn von Kindesbeinen die Siebe regieren und später Exzellenz-Etiketten aufgeklebt werden, um andere Institutionen als Schrott für „Verlierer“ zu brandmarken. Und sogar Volksentscheide von Elbvorortlern angestrengt werden, damit das so bleibt.

Wenn Status und Männlichkeit zur Einheit zusammen schießen und als das Nonplusultra gelten. Das ist nicht typisch deutsch, aber halt allgegenwärtig im Kapitalismus.

Da werden die Jungs einander ausstechend durch „Elite“-Internate geschleust, wo sie noch nicht mal flirten lernen, und alle sprechen noch von „Belebung“ angesichts der krassen Konkurrenz.

Klar, es gibt in Fussball-Philosophien auch das „jeder rennt für den anderen“, und das soll auch tatsächlich vorkommen, wenn Ex-Spieler des FC St. Pauli zum Ärger des Sportchefs ihre Freunde stützen. Aber diese ganzen bescheuerten Sprüche wie „Kniet nieder, ihr Bauern …“, die gibt es halt auch, und der Verein, dessen Fan ich bin, ist da nun auch alles andere als frei davon.

Und es ist auch kein Zufall, dass es dann die „Gauchos“ trifft. Ich bin in lateinamerikanisch-spanischen Konnotationen echt nicht so bewandert, sorry. Habe nur allerlei deutsche Projektionen im Kopf, wenn ich das höre. Um Wikipedia zu bemühen:

Gaucho (spanisch gaucho [ˈɡau.t͡ʃo], portugiesisch gaúcho [ɡaˈu.ʃu]) nennt man in Argentinien, Paraguay, Uruguay und in Brasilien vorwiegend Nachkommen von iberischen Einwanderern und Indios, die in den Pampas Viehzucht betreiben.“

„Pampa“ ist ja auch so eingedeutschtes Bild für Nichts. Es muss sehr schön da sein.

Da bringt man den Kids von Anbeginn an bei, wie heroische Europäer die „Neue Welt“, haha, angeblich „entdeckten“, haha, und ihre ach so hehre, neuerdings „westliche“ Zivilisation all die „Wilden“ erst, haha, zu Menschen machte, haha, das ist so krass, ist aber so, dass das gelehrt wird, mittels Mission und Wirtschaftskraft  – da isses nun auch kein Wunder, dass sich der deutsche Nationalspieler als solcher so grandios erhöht und die Unterworfenen kriechen lässt, symbolisch. Auch der nunmehr verbotene Text der ersten Strophe der Hymne ist kein Zufall. Das fing halt unter Bismarck schon so an, als man in Versailles den Kaiser krönte. Sich mächtig fühlen, während man Andere demütigt, wird auch hier von Kindesbeinen an trainiert und Dieter Bohlen noch dafür gefeiert, wenn er es besonders „witzig“ macht. Hähä.

Auch die Art, wie nun beschämt angesichts der ungelenken Tänze derer, mit denen all die Feuilletonisten sich doch gerade Nationalismus wie Lack saufend identifizieren wollten, Danke,  FürdieTeilung/Twitter, für die Formulierung,  diskutiert wird, ist kein Zufall. Das hat System.

Wieder geht es ja nicht etwas darum, wie man hierzulande tatsächlich lebt, ganz und gar unterschiedlich im Allgäu, in Friesland, in Mainz, Rostock oder Hamburg. Ob man gut lebt, schlecht lebt, was und wie man liebt.  So „Spaßverderber“ wie ich würden ja überhaupt niemanden interessieren, wenn das nun alles wahr und echt wäre. Stattdessen muss ich hier Kommentare löschen und bei Twitter Trolls blocken, die nun ausgerechnet da, wo allesamt auf „schwarz-rot-gold“ verpflichtet werden, die „Gleichmacherei“ der Linken denunzieren wollen 😀 … nein, es wird wieder wild geworden das „Ansehen in der Welt“, die Spiegelung durch andere diskutiert und zitiert.

Wie – in weit krasseren, unvergleichlichen Fällen, systematisch aber wichtig – nach jedem Brandanschlag, nach jedem rassistischen Mord: Die Opfer interessieren da in der Regel kaum, aber das Image der Stadt oder das Landes, das wird dann ungemein wichtig. Und da stört jeder, der massakriert wird, weit mehr als die Täter. Das ganze NSU-Desaster dreht sich halt auch darum. Neumanns Reden drehen sich nicht um Funktionsweisen des Rechtsstaates oder tatsächliches Agieren der Polizei: Es geht einzig um Image und Ansehen von Institutionen, nicht ums wahre Leben.

Mein südamerikanischer Saxophon-Lehrer ist angesichts dieser mehrstufigen Ego-Betonungen, dieser neidisch schielenden, verängstigten Blicke aufgrund der Fähigkeiten und ungreifbaren Blicke Anderer, die Eigenes in Frage stellen könnten, hierzulande regelmäßig verstört. Als ich erstmal mit ein paar anderen Amateuren jammte, fragte er hinterher als Erstes: „Habt ihr euch untereinander geholfen?“ Weil er das hier nie erlebt hat. Immer nur die klamme, verborgene Freude, wenn jemand anderes versagt und die Halbton-Ganzton-Leiter auf die falschen Akkorde bläst. Das kennt er nicht aus seinem Heimatland. Dort hat man zusammen Musik gemacht und sich miteinander gefreut. Das kann man auch bei us-amerikanischen Jazzern beobachten, wenn die auf höchstem Niveau in Verzückung geraten angesichts der Ideen des Mitspielers. Um sich ansonsten musikalisch wechselseitig unterstützen.

Vielleicht gibt es das in Fussballmannschaften sogar auch. Beigebracht wird das aber niemandem mehr, oder doch, liebe Pädagogen?

Dann muss man halt auch mit Müller leben, der im Überlegenheitsrausch kolumbianische Journalistinnen abkanzelt – nicht zufällig eine Frau …

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29 Antworten zu “In Deutschland verhöhnt man halt die Deklassierten …

  1. Martino Juli 15, 2014 um 8:36 pm

    „Beigebracht wird das aber niemandem mehr, oder doch, liebe Pädagogen“?

    Doch. Ist aber nicht einfach da das System als solches ein solidarisches verhalten ja in kleinster weise belohnt.

  2. momorulez Juli 15, 2014 um 8:39 pm

    Ah, Danke, an Dich habe ich natürlich auch gedacht 🙂 – und so doof sich das anhört: In meiner Gesamtschule in den 70er/80er Jahren war das echt noch anders ….

  3. Rebecca Scardy Juli 16, 2014 um 8:09 am

    Dieses ganze nationalistische Ausgesiebe fängt tatsächlich und leider schon im Kindergarten an! Bei meinem Kleinen war das letzte kindergartengruppenübergreifende Projekt-Motto „WM“/ „Nationalitäten“. Da durfte sich dann jedes Kind die „eigene“ Landesflagge malen. Mein erster Gedanke war: „Na toll! Bislang kannte mein Kleiner noch keine Nationen, Hautfarben waren und sind ihm auch herzlich schnuppe – und jetzt wird er schon auf „Unterschiede“ bzw. „Ursprünglichkeiten“ und „völkische Besonderheiten“ hingewiesen!“ Da kann einem schon angst und bange werden…
    Und wenn man dann seinen Unmut hierüber äussert, wird man vom „Elternrat“ angeblafft: Es wäre ja wohl selbstverständlich, dass man die Kleinen – „jetzt, wo ja WM sei“ – auch mit deren eigenen Nationalitäten befassen lässt. Hat ja auch nix mit Rassismus zu tun. Nein, ganz im Gegenteil: man wolle den Kindern die Möglichkeit einer „kulturellen Identitätsstiftung“ bieten. Und so hängt man dann Bilder im Flur auf, auf denen zu sehen ist, wie die „landesübliche Kleidung“ der jeweiligen Nationalstaatsbewohner aussieht: Die türkische Frau trägt selbstverständlich ein Kopftuch (Nur damit ich hier nicht falsch verstanden werde: das Kopftuch an sich stört mich nicht, die Verallgemeinerung allerdings schon!), die Frau aus Ghana farbenfrohe Kleidung, etc….Ich hab mich dann unweigerlich gefragt, wie eigentlich die typische deutsche (Mutter und Haus-) Frau auszusehen hat. Da hing aber leider kein Bild davon im Flur.
    Schade….jetzt fehlt mir doch glatt mein identitätsstiftendes weibliches Vorbild „deutscher Herkunft“….
    Und tatsächlich: Schon im Kindergarten(!) hört man Sprüche wie: „Verpiß Dich, Du scheiß Albaner!“ oder „Hau ab, Du Kanacke!“…

  4. momorulez Juli 16, 2014 um 8:12 am

    Danke für diesen Kommentar! So traurig ja sein Inhalt ist 😦 …

  5. martino Juli 16, 2014 um 8:27 am

    also ich musste dreimal in der kita ne ansage machen dass ich nicht möchte dass mein sohn schwarz rot gold geschminkt wird…
    das schlimme daran ist dass dann echt disskutiert wird wieso denn nicht da er ja schliesslich auch ein italien trikot hätte. (was er anziehen will weil opa es ihm geschenkt hat).
    interessant ist aber dass genau das was durch die wm versucht wird zu vermitteln („kulturelle vielfalt“ und „toleranz“) kinder garnicht lernen müssen. das haben die nämlich von geburt an! die lampedusa gruppe neben unserer Kita hat genau das ja eindrucksvoll bewiesen. die waren für die kinder selbstverständlich. (bis auf anfängliche verwirrungen „warum hast du schwarze hände“?)
    ich glaube vieles würde sehr einfach sein wenn die erwachsenen einfach mal versuchen würden nichts zu tun..

  6. Rebecca Scardy Juli 16, 2014 um 8:29 am

    Wahre Worte! Mein Kleiner hatte auch keinerlei Vorurteile bis er in den Kindergarten kam…. 😉

  7. momorulez Juli 16, 2014 um 9:03 am

    Gibt halt leider auch andere Eltern als euch 😦 – eine „Story“, die ich erst im Text stehen hatte, dann aber raus genommen habe, ich erklär gleich warum, erlebte ich neulich vor der Stadtteilschule hier um die Ecke. Da spazierten zwei blonde, weiße Jungs vom Schulhof, 9, 10 Jahre alt, und sagten tatsächlich „Da lassen WIR die Afrikaner hier leben“ – diese Totalisierung „Afrikaner“ ist ja ebenso volldreist wie dass ihnen antrainiert wird, dass sie „ethnisch“ Teil derer wären, die Anderen gnädig irgendetwas gewähren würden. Da habe ich fast die Fassung verloren. Auf der Schule sind sehr viele schwarze Schüler – ein paar standen hinter den Blonden am Schuleingang. Wie diese Denke bei denen ankommt, die da standen, darüber macht sich der sich als „naturgemäß“ angeblich mit Bevorzugungs- und Besitzrechten ausgestattete „Volksdeutsche“ in der Regel NULL Gedanken. Das ist so krass, wenn Menschen von Gleichaltrigen, die das so lernten, im Konfliktfall erstmal delegitimiert werden.

    Ich habe das deshalb nicht mit eingebaut, weil ich eigentlich eine der üblichen Diskussionen, was denn nun Rassismus sei und was nicht, umschiffen wollte. Dieses oben skizzierte „Zivilisierungsparadigma“ ist bei dem zwar zentral, es passiert dann nur genau das, was bei Facebook zu diesem Text ja tatsächlich statt fand: Weiße fangen an, PoC auseinander zu dividieren. Der Begriff People of Colour dient nun aber gerade dazu, Weißsein zum Thema zu machen. Und da wäre Umkehrung dann ein Begriffsfeld, das von „Pickelhauben“ über „Nazis“ bis „Bauern“ oder „Boches“ reichen würde, nur im Falle der visuellen Bilder, die Deutsche von „Gauchos“ haben, spielt das „südländische“ wie auch die Frage der First Nations einfach mit rein. Prompt fand bei der Diskussion auch rassistisches Vokabular Eingang – selbst „Indios“ dürfte ich imGrunde genommen gar nicht unkommentiert zitieren. Dann ist man mitten im mitteleuropäischen Klassifizierungsgeschehen, das Abstände zu „richtig weiß“ misst, und dann kann man jede Diskussion vergessen.

    Was bei den Kindergartengeschichten so deutlich wird, ist halt auch das so ungeheuer wirkmächtige „Exotisierungs“-Paradigma. Bezeichnenderweise ist das bunt, das „Exotische“, nicht mit marineblauem Anzug versehen, und natürlich spielt das bei „Gauchos“ mit rein. Danke für Deinen Hinweis dort, Martino, dass die argentinische Nationalmannschaft in Argentinien die Blau-Weißen genannt werden. Die Kunst- und Musikgeschichte ist proppevoll mit diesen Exotisierungen, „Mdme. Butterfly“, „Turandot“, Gauguin, und gerade auch Kinderbücher.

    Das sind dann aber ja, und darum ging es mir vor allem auch, Raster, die mitten durch Sortierungen auf dem Arbeitsmarkt gehen. Und je gewichtiger und prestigträchtiger und machtvoller es wird, desto „unexotischer“ die Besetzung. Dass nun gerade Sport geradezu klassisch Marginalisierten und „Exotisierten“ Aufstiegschancen bietet, das ist ja altbekannt. Deshalb ist auch all das Gequassel rund um die angeblich ein „tolerantes Deutschland“ repräsentierende Nationalmannschaft so eine Lüge: Was hat ein Òzil oder Boateng denn für Chancen auf Bankvorstandsposten oder Professorenjobs?

    Nimmt man da noch die Geschlechter- und Sexismusfrage mit rein, wird es doch einfach nur noch entsetzlich traurig …

  8. hannes Juli 16, 2014 um 1:33 pm

    @nur im Falle der visuellen Bilder, die Deutsche von “Gauchos” haben, spielt das “südländische” wie auch die Frage der First Nations einfach mit rein. Prompt fand bei der Diskussion auch rassistisches Vokabular Eingang – selbst “Indios” dürfte ich imGrunde genommen gar nicht unkommentiert zitieren. Öhem, die Gauchos sind weiße Nachkommen spanischer Konquistadoren die ihrerseits die first nations in Argentinien vollständig ausgerottet haben, und ansonsten ist Gaucho eine Berufsbezeichnung, identisch mit Cowboy. Dass dieser Tanz suprematisch und argentinierfeindlich war, darin stimme ich mit Dir überein, aber die übrigen Assoziationen passen da nicht zu.

  9. momorulez Juli 16, 2014 um 1:47 pm

    Nach allem, was ich bisher so gelesen habe, ist das die Landbevölkerung, da sich manche der diversen europäischen Einwanderer durchaus auch mit den Nachfahren der First Nations zusammen taten in Gemeinschaften, die Nachwuchs hervor brachten. So steht es auch bei Wkipeda. Ich weiß es natürlich auch nicht genauer, Du magst also durchaus recht haben.

  10. Martino Juli 16, 2014 um 1:56 pm

    sehe ich anders…
    Der Begriff Gaucho für die Nationalmannschaft von Argentinien ist sehr wohl rassistisch zu deuten da er eine ganz klare Abwertung aller Argentinier darstellt.
    Ähnliches gibt es in Italien wo Sarden bspw. als „Hirten“ oder „dreckfresser“ bezeichnet werden.
    Natürlich ist Hirte an sich kein Schimpfwort – genau wie Gaucho. Aber in dem Kontext und als fremdbezeichnung hat das zumindest einen üblen Beigeschmack.

  11. momorulez Juli 16, 2014 um 2:18 pm

    Laut Tagesschau.de wissen wir jetzt ja, dass wir hier lediglich die „Überhöhung von Nebensächlichkeiten“ diskutieren. Der weiße, heterosexuelle Mann hat gesprochen. Als würden nicht die Kommentarspalten diverser Online-Medien das Gegenteil belegen. Und wieder wird eine Diskussion völlig anders geführt, je nachdem, ob Menschen selbst strukturelle Diskriminierungserfahrungen gemacht haben oder auch nicht. Und prototypisch werfen dann „Volksdeutsche“ ohne solche IHRE Biographie als die Maßgebliche in den Ring. Das ist immer das gleiche. Das bißchen despektierlich stört wohl weniger, wenn man nicht mit sexistischen, rassistischen oder homophoben Sprüchen zwangssozialsiert wurde. Diese Immunsierung des „Volkskörpers“ noch bei Leuten, mit denen man sich irgendwie ähnlich gesonnen sah, frappiert mich komischerweise immer wieder.

    Argentinische Medien reagieren gmx zufolge so:

    Olé: „Die Deutschen denken, sie schauen von oben herab. Sie halten sich für eine andere Rasse.“

    „Infobae: „Eine provokative anti-argentinische Feier der Weltmeister.“

    Der argentinische Sportjournalist Victor Hugo Morales nannte die sechs Gaucho-Tänzer in seiner Sendung beim Radiosender Continental de Buenos Aires in ihrem Verhalten und ihrer Denkweise „ekelhafte Nazis“.

    La Nacion: „Ein polemischer Witz.“ (tfr)“

    http://www.gmx.net/themen/wm-2014/deutsches-team/00be1ko-wm-2014-pressestimmen-gaucho-tanz-deutschen-nationalmannschaft

    Der Tagesschau.de-Kommentar:

    http://www.tagesschau.de/kommentar/gauchogate-kommentar-100.html

    Dass wird wohl Marginalisierte noch ins Grab begleiten, dass immer irgendwer ankommt und sie erneut zur „Nebensache“ erklärt.

  12. hannes Juli 16, 2014 um 2:19 pm

    Dass das rassistisch war, darin sind wir uns ja völlig einig. Dass europäische Einwandernde sich mit Indigenen verbanden stimmt auch, ebenso, dass dies eher die Unterschichtsangehörigen unter den Neuankömmlingen waren. Das betrifft aber nicht die Pampa in der die Gauchos leben: Dort wurden die Indigenen komplett ausgerottet.

  13. momorulez Juli 16, 2014 um 2:24 pm

    Ich habe halt mal über die Musik in diversen südamerikanischen Ländern recherchiert, die ist ja oft ein ganz guter Indikator. Und ins „Cancion Nueva“ ist wohl auch viel „Indio“-Kultur eingeflossen, meines Wissens. Über die Bevölkerungsstruktur in der Pampa weiß ich freilich nichts und finde auch nichts, insofern magst Du recht haben. Ist definitiv wahrscheinlich.

  14. hannes Juli 16, 2014 um 10:37 pm

    Ich bin mir da sehr im Zweifel, ob Musikgeschichte etwas über soziale Prozesse oder gar Ethnogenese (problematischer Begriff, weiß ich) aussagen kann. Nueva Cancion entstand in den Metropolen Buenos Aires, Montevideo und Santiago als Mischung aus spanischer Gitarren/Ballardenmusik, andinen Musikrichtungen, also dem Hochland (Ketchuas, die Nachkommen der Inkas, also Peru und Bolivien) und afrokaribischer Musik vor allem aus Kuba. Da begegneten sich nicht Bevölkerungsgruppen, sondern allenfalls Musizierende aus verschiedenen Ländern, bzw. auch importierte Musik quer über den Kontinent, ohne dass es da einen ethnischen Schmelztiegel gegeben hätte. Das ist analog zum Beat: Der entstand aus Rhythm and Blues (afroamerikanisch), Rock´n Roll (weiß kopierter R&B, USA), Skiffle (irisch-gälisch) und Klezmer (gesamteuropäisch-jüdisch), ohne dass es da eine Begegnung von Bevölkerungsgruppen gegeben hätte. Mit der Übernahme von Musikstilen aus nichteuropäischen Richtungen ist es nicht anders als in der Bildenden Kunst: Afrikanische Masken beeinflussten Picasso und Braque und bereiteten den Kubismus vor, aber dessen Akteure machten ihr eigenes Ding. Sie hielten die europäische Kunst für tot und suchten nach neuen Impulsen, die sie auch fanden. Weder war das eine Begegnung mit Menschen aus Afrika noch eine kolonialistische Aneignung, sondern vielmehr eine Stilsynthese aus vorgefundenem Material. Es braucht auch keinen Nachweis einer Heirat zwischen einem Inuit und einer Melanesierin, um festzustellen, dass kulturelle Entwicklungsprozesse die gesamte Menschheit betreffen. Nur sind die halt kein Nachweis einer soziokulturellen Herkunft von Stilen, daraus lässt sich auch kein Besser-Schlechter herleiten.

  15. momorulez Juli 16, 2014 um 11:40 pm

    Ich mache das Fass nun mal lieber nicht ganz auf, aber Du hast Unrecht 😉 – schon in den Details. Aber bei Braque und Picasso dann schon mal endgültig. Weil die Voraussetzungen für das „eigene Ding“ ihnen halt trotz Armut gegeben war, denen, die ursprünglich diese Masken bauten, aber nicht und diese sich auf den Kopf hätten stellen können und trotzdem hätten die reichen Sammler bei denen nicht gekauft, und ohne als „Veredelung“ anerkannte europäische, institutionelle Ordnungen und Praxen hätte auch der von mir sehr verehrte Picasso nix gerissen. Das Nueva Cancion geht stark auf Violeta Paras (?), ich schreibe die immer falsch, zurück die analog zum nordamerikanischen Folk die „Weisen“ der Landbevölkerung einsammelte, obgleich sie auch lange in Paris lebte. Und klar gab es da diverse Einflüsse, die „indigenen“ aber auch. Was nun nix gegen den kubanischen Einfluss auf lateinamerikanische Musik im Allgemeinen sagen soll, aber ob nun gerade in dem Kontext und wie dann genau, da ist nicht mal eben so mit dem großen „Melting Pot“ los zu legen, das ist zu billig. Und das ist dann der Link, den ich meine, dieses Einsammeln bei der Landbevölkerung. Was Du zum Rock’n’Roll schreibst stimmt schon wegen Ike Turner nicht.

    Ich weiß nicht, ob wir zu dem Thema schon mal diskutiert haben, ich vermute das mal angesichts Deines engagierten Monologes, aber dieses Weggewische im großen Aufwasch, dafür habe ich aktuell auch die Muße nicht, sorry. Du reagierst da auf irgendeine vorherige Diskussion. Und die hier jetzt zu führen, lass mal. Dein Bedürfnis, nun Fragen der Appropriation in Wohlgefallen aufzulösen, in Ehren, wer’s braucht. Da rede ich vielleicht mit meinem chilenischen Sax-Lehrer noch drüber, aber selbst in diesem Blog ist mir das mittlerweile zu nervtötend.

    Wie schrieb Martino heute so schön bei Facebook: Ich bin soooo müde … und nach dieser Gaucho-Debatte bin ich das tatsächlich auch, nicht wegen Dir. Schon eher wegen des Tagesschau.de-Kommentares. Die dominanten Kulturen werden das eh bleiben, und ich ziehe auf irgendeine Insel. Es ist völlig unmöglich in diesem Land, mal irgendeine andere Sicht als die weißer, heterosexueller Männer zu etablieren. Die setzen sich eh immer an die Spitze von allem, zerreden alles, drohen und besserwissern, bis jeder Widerstand erlahmt.

    Habe mir eben dieses Drama mit der Nationalmannschaft noch mal angeguckt: Dieses Land kann man einfach vergessen.

  16. Rebecca Scardy Juli 17, 2014 um 6:45 am

    Vielleicht doch noch passend zum Thema:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/studie-zur-fussballweltmeisterschaft-fussballtaumel-und-fremdenfeindlichkeit-1.893255

    und:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/liebe-zum-land-die-maer-vom-guten-patrioten-1.912131

    Ich ertrage dieses aggressive Rumgeblöke überzeugter „Party-Patrioten“ auch nicht mehr. Da schallt es dann von überall her: „Diese verdammten PC-Kacker sollen doch einfach mal ihre dumme Fresse halten! Humorloses Gesockse!“ etc.pp.

    Allein diese aggressive „Abwehrreaktion“ bestätigt mir immer wieder aufs Neue, wie notwendig es ist, einem so genannten „Nationalstolz“ auf den Zahn zu fühlen. Tweets will man sich erst gar nicht zu diversen Spielen durchlesen, ansonsten dreht sich einem der Magen um…

    Und prompt fallen auch Vergleiche zur Sexismus-Debatte („Aufschreien gegen Sexismus“): Waren ja auch alles „verkrampfte, humorlose Frauen“, „Über harmlose Witze sollte man als emanzipierte Frau drüber stehen können“, etc…

    Erschreckend für mich, dass die vermeintlich emanzipierten Stimmen vieler Frauen für diese testosterongeschwängerte Heteronormativität immer lauter werden. Das nennt sich dann wohl Emanzipation.

    Autsch!

  17. momorulez Juli 17, 2014 um 8:43 am

    Danke für die Links! Und: Ja. Vollste Zustimmung in allen Belangen. Deshalb auch mein gestriger Depressionsausbruch. Es geht halt um Dominanz und sonst nix. Freie Fahrt für Bürger, möglichst immer auf Kosten Anderer. Bei gleichzeitigem Ausradieren der paar Spuren der Lebenswirklichkeit Marginalisierter, die allenfalls als Objekt oder Ressource taugen, da ist Hannes dann ja fröhlich mit dabei. Ich sehe auch weibliche Perspektiven als marginalisierte, und dass es nun gerade um dieses wirklich ja auch ästhetisch armselige „Feiern“ dieser irgendwie ja auch armen Jungs der Nationalmannschaft dann so abgeht, liegt ja daran, dass die halt auf Muster dessen zurück greifen, was an Unkultur sowieso alle Großstädte mit Events zuscheißt. Derart unsinnliche Bewegungen wie dieses Luftgitarrenspiel, was anderes lernt man hier ja auch nicht. Die sind nun halt auch keine Entertainer und nutzen dann den allgegenwärtigen Ballermann, was anderes lernen die vermutlich auch gar nicht kennen, zum „Feiern“, und die Nation steht Kopf, ihre Aprés-Ski-Scheiße notfalls mit Gewalt zu verteidigen – und Tagesschau.de erklärt diesen alltäglichen Terror auch noch zur aufgebauschten Nebensache. Mein Sax-Lehrer, sorry, dass ich den hier immer anführe, aber da gehen mir immer die Augen und die Ohren auf, hat mir neulich, als er mir auch ein wenig Gitarre bei brachte, ein Lied vor gesungen, dass er früher in chilenischen Bussen gesungen hat zum Geldverdienen, wie man das hier aus U-Bahnen ja auch kennt. Der ist nun auch zugegeben ein Virtuose, trotzdem, als ich das hörte und dann mit dem verglich, bei was hier so mitgesungen wird von Leuten, die dann in der Berliner MoMa-Ausstellung Schlange stehen, um sich Picasso-Bilder anzugucken, boah, da ging aber echt ganz weit das Fenster auf zu Sehnsuchtsorten jenseits dieses ungelenken „Feierns“ nun auch noch von Weidenfeller, dessen „schwarze Sau“ gen Asamoah vom DFB-Gericht zur „schwulen Sau“ umgedichtet wurde, weil das ja nun nicht ganz so schlimm sei, wenn ich nicht völlig fehlinformiert bin. Da sieht man doch schon in der ganzen Körpersprache, wie denen das beigebracht wird, was bei #aufschrei Thema war. Das liegt ja einfach völlig nahe, deshalb ist der Verweis auch so völlig richtig. Und dann denkt man zurück an die Tänze der kolumbianischen Spieler 😦 – klar muss man auch da aufpassen, dass sich nicht einfach wieder Rassismen einschleichen in eine solche Sicht, und jenseits des Sexismus werden die auch nicht verortet sein. Aber die können wenigstens tanzen und dabei eine ganz andere Körperlichkeit zum Ausdruck bringen als dieses zusammengerottete „“Wir Männer in einer Gruppe machen uns jetzt mal über „Gauchos“ lustig.“ Das ist ja nicht zuletzt auch so tragisch unsinnlich. Boah, als ich das gestern noch mal geguckt habe, das haut mich auch immer so um, weil da ja nun durchaus ganz hübsche Typen dabei sind und man dann sieht, was man aus denen gemacht hat. Irgendwas, was im Kollektiv maschinenhaft auf andere los geht, anstatt sich mal einfach zu genießen. Posen statt Körperlichkeit, und das auch noch unmusikalisch. Kriege mich gerade gar nicht ein. Da steckt einfach die Gewaltandrohung schon drin, die sich dann in den Kommentarspalten zeigt. Nur dass viele Hetero-Männer das gar nicht mehr lesen können, so verzogen, wie die sind. Das lernste halt als Schwuler sehr früh, im Rahmen welcher Körpersprachen Du Dich problemlos bewegen kannst und wo es heißt „Aufpassen!“ Ich vermute, dass Frauen das genau so lernen. Und bei diesem „Feiern“ kann man sich bestimmt nicht problemlos bewegen, und das ist um so trauriger, nachdem Poldi und Schweini ja zunächst mal das Gegenteil taten. Was dann u.a. MTV dazu brachte, seine Kommentatoren darauf hinzuweisen, dass man „schwul“ doch nicht als Schimpfwort gebrauchen solle, weil das unter den Knutschfotos dann ständig passierte. Natürlich findet Patrick das alles völlig nebensächlich, weil es ihn ja nicht treffen würde. AAAAAAARGH. Mich macht das schon fertig, weil es halt den eigenen Lebensradius, den von PoC-FreundInnen und auch Frauen im Allgemeinen so dramatisch einschränkt.

  18. Rebecca Scardy Juli 17, 2014 um 9:34 am

    „Posen statt Körperlichkeit“. Das trifft´s total. Trotzdem: Ich selbst bin wohl eher eine recht ungelenke Tänzerin – und mehr „Sinnlichkeit“ in meinem körperlichen Gebaren täte mir vermutlich auch nicht schaden. 😉 Und nicht jeder Kolumbianer kann toll tanzen – ebenso wenig möchte ich anderen grundweg unterstellen, dass sie es nicht können. Beim „Gaucho-Dance“ stand der primitive Belustigungsfaktor im Mittelpunkt und die Nähe zu den Fans sollte hier wohl zum Ausdruck gebracht werden.Das sagt dann trotzdem nichts über die tänzerischen Fähigkeiten der einzelnen Posing-Protagonisten aus. Wer weiß? Vielleicht schwingt der ein oder andere unter ihnen heimlich auch ganz gern mit den Hüften…Ich würde mich jedenfalls über eine „unerwartete, von mir aus auch sinnlichere Freudentanzeinlage“ der deutschen Nationalmannschaft sehr freuen.
    Allerdings eben nicht aus der sexistischen perspektive, sondern schlichtweg deshalb, weil es mal was Neues wäre!
    😉
    Über die Inszenierung(srituale) von Männlichkeit im internationalen Fussball schreibt übrigens derzeit einer meiner Freunde eine wissenschaftliche Abschlussarbeit. Bin höchst gespannt auf das Ergebnis…
    😉

  19. momorulez Juli 17, 2014 um 9:41 am

    Oh, das ist wirklich spannend! Die soll er mal öffentlich machen!

    Ich habe mir halt gestern nicht nur den „Gaucho“-Tanz noch mal angeguckt, sondern ’ne längere Sequenz, autsch, und das tat mir echt körperlich weh beim Gucken, zu was diese Jungs da dressiert wurden, für was sie glauben gerade unter Kumpels Anerkennung zu erhalten.

    Mich hat das etwas erstaunt, dass das in britischer Presse unter „erstaunlich anarchisch“ gehandelt wurde. Die waren vermutlich noch nie auf dem Alstervergnügen, Schlagermove oder so.

    Und nein, nicht jeder Kolumbianer kann toll tanzen, wäre ja wirklich ein rassistisches Klischee, aber deren Spieler machten das schon ziemlich gut 😉 …

  20. Rebecca Scardy Juli 17, 2014 um 9:50 am

    Ich werd das mal meinem Kumpel so weitergeben…aber so, wie ich ihn kenne, wird er die Arbeit ohnehin veröffentlichen. 😉 Ich sag Dir bescheid, wenn sie fertig ist! LG, „R.S.“

  21. hrafnsgaldr Juli 17, 2014 um 11:12 am

    Mich erstaunt es leider nicht, dass das in britischer Presse unter “erstaunlich anarchisch” gehandelt wurde. Erst einmal wegen der Deutschenklischees, die in der britischen Presse auch abseits der Revolverblätter wie „Sun“ oder „Daily Mail“ immer noch vorkommen, und dann, weil, zumindest die britische „Middle Class“, aus der ja fast alle Journalisten immer noch stammen (ähnlich wie bei uns) meines Erachtens eine der deutschen „Mittelschicht“ nicht unähnliche Mentalität aufweist. Die erkenne „ihre“ Festkultur inklusive schlechter Witze auf Kosten anderer in den Deutschen wieder und halten „mal die Sau rauslassen“ für anarchisch.

  22. hannes Juli 17, 2014 um 11:32 pm

    Gehts noch? Ich hatte Dir in fast allem was Du schriebest zugestimmt, jedoch angemerkt, dass der Gaucho-Tanz eine rassistische Diskriminierung von Argentiniern, aber nicht von Indigenen sei-Gauchos sind nun mal spanischstämmige Rinderhüter. Cowboys sind ja auch keine Comanche oder Kiowa. Als Du dann aus der Musikgeschichte herleitestest, dass im argentinischen Nueva Cancion indigene Musik enthalten sei wies ich darauf hin, dass dies importierte indigene Musikelemente sind, nicht aus der Pampa, sondern aus den Anden, Peru, Bolivien. Das hatte ich verglichen mit der Genese des englischen Beat aus unterschiedlichen, teils amerikanischen, teils britischen und irischen Musikstilen und den Einflüssen afrikanischer bildender Kunst auf die Klassische Moderne. Ich hatte mich da auf Deine eigenwillige Herleitung von eigentlich sozialhistorischen und ethnosoziologischen Zusammenhängen aus der Musikgeschichte eingelassen, um zu zeigen, dass das rein faktisch keinen Sinn macht. In Deiner Verurteilung dieses widerwärtigen Deutschmonzes im Kontext der WM bin ich ja ganz bei Dir.

    Und was passiert? Was ich rein faktenbezogen -ich habe eine Weile in Argentinien, Uruguay und Venezuela gelebt und kenne mich in dieser Weltregion aus – schrieb landet bei Dir in der Schublade: Weiße, heterosexuelle Männer wollten Dir etwas vorschreiben. Meine sexuelle Orientierung war hier noch nie Thema, dass Du schwul bist hat nichts mit Kompetenz in Südamerika-Fragen zu tun. Ich bemerkte einfach, dass Du in Fragen zu den sozialhistorischen Voraussetzungen der Pampa keine Ahnung hast, und lande dann als Dein Unterdrücker.

    Was soll dieser Kappes?

  23. momorulez Juli 18, 2014 um 8:32 am

    Was dieser Kappes soll? Das Du da eine hiesige, weiße, mehrheitsgesellschaftliche Perspektive einnimmst, wenn Du das auch noch mit Picasso und dem Rock’n“Roll verrührst, ganz unabhängig davon, wo Du schon so alles gelebt hast.

    Das Du Phänomene wie Appropriation mal eben so weg wischt in einem sachlich so auch nicht richtigen Aufwasch. Weil selbst beim Beat die Sachlage noch mal eine andere ist, je nachdem, ob man nun bei den Stones, den Animals oder den Beatles ansetzt. Oder gar den Lords 😀 …

    Dass Du nun auch noch die Dreistigkeit besitzt, Expertisen darüber abzugeben, wo nun meine Art des Liebens eine Rolle zu spielen habe und wo nicht, ein Satz, den Du einer Hete gegenüber so nie formulieren würdest, das ist schon ein starkes Stück, aber eben auch typisch.

    Das ist wie Patrick in seinem Tagesschau-Kommentar eben eine Haltung des Andockens an den Diskurs der eh schon Mächtigen.

  24. momorulez Juli 18, 2014 um 9:48 am

    Verschiedene, über GMX vermittelte Perspektiven hatte ich ja schon zitiert. Mal schauen, wie weit ich da beim Spanisch lesen komme. Danke für mal einen interessanten Link 😉 …

    Bei der Performance des DFB-Teams sind freilich Perspektiven Martinos insofern mindestens ebenso relevant, weil das hierzulande ja auch auf „nicht ganz so Deutsche“ aus Sicht derer, die einen „ethnisch homogenen Volkskörper“ denken, wirkt, was die da getrieben haben, trotz Boateng und Özil. Und zudem auch bestimmte Männerbilder und die Relation zu „Losern“, vermeintlichen, da ebenso relevant ist. Es gibt ja nun wirklich viel zu meckern auch am Millerntor, aber da werden oft Mannschaften, die als faire, starke Gegner auftraten, im Falle von Niederlagen wie auch Siegen oft noch beklatscht. Das ist dann kurioserweise, obwohl es in jedem Fall eine Respektsbekundung ist, trotzdem immer ein schmaler Grad, weil aufgrund dessen, dass die das nicht gewöhnt sind, manche es als Verhöhnung rezipieren. Die meisten peilen das aber. Um mal ein Gegenbild zu formulieren.

  25. lenaausessen Juli 18, 2014 um 1:27 pm

    Männliche Fußballfans sind aber nicht nur in Doitschland oft übel drauf. Nach dem finalen Foul gegen Neymar verkauften die argentinischen Fanshops Plastik-Wirbelsäulenprothesen, mit denen die argentinischen Fans den BrasilianerInnen zuwinkten.

  26. momorulez Juli 18, 2014 um 2:35 pm

    Ich weiß. Das ist definitiv auch Scheiße, aber auf Individuen bezogene Schadenfreude ist trotzdem noch was anderes als gruppenbezogene Herabwürdigungen, zudem die Gruppe in diesem Fall ja auch nicht Ärzte oder Bergsteiger waren. Es gibt auch in Brasilien schlimmere, wirtschaftliche Zustände, das ist aber kein Grund, Favelas für München zu fordern oder neue Formen der Sklaverei in Meck-Pomm. zu etablieren. Ich weiß immer gar nicht, welche Relevanz diese Hinweise haben sollen.

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