Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die flächendeckende „Mitte“ des Audiovisuellen

Was Mathias Dell (via René Martens/Twitter) heute in seinem Altpapier zusammen gesammelt hat, ist so erschütternd wahr. Und ich behaupte, dass sich das auf diverse gesellschaftliche Bereiche bezieht – was man so aus akademischen Kontexten mitbekommt ist ja ähnlich armselig. Mal ab von Martin Seels Buch über das Kino. Aus der Politik nicht minder. Und die Non-Kommerz-Kultur der linken Kulturkritiker besorgt noch den Rest.

Einerseits existieren hier zwar staatliche Ermöglichungsformen, die andererseits freilich durch wilhelminische, institutionelle Ordnungen die bleierne Schwere der Antizipation der (austauschbaren) „Entscheider“-Gedanken in Hirnen etabliert, bis alles „Tatort“ ist. Der zum schwulen Fussballer zeigte ja, wie erbärmlich und niederträchtig solche Institutionen mit „gesellschaftlich relevanten Themen“ umgehen.

„Das Konzept der Entwicklung ist immer das gleiche. Zuerst werden die Autoren wegen ihrer originellen Idee verpflichtet, dann konfrontiert man sie so lange mit dem, was alles im deutschen Fernsehen nicht geht, weil es ‚der Zuschauer‘ nicht mitmacht und am Ende bleibt es dann bei den gewohnten Konzepten. ‚Lindenstraße‘ lässt grüßen.“

Und:

 

„Der Erfolg der Redakteure besteht heute eher darin, die Wünsche ihrer Chefs zu erahnen, um innerhalb der Funkhäuser Karriere zu machen, als sich auf die Suche nach der besonderen, der relevanten oder gar provozierenden Geschichte zu machen.“

 

Die von Mathias Dell zitierte Verteidigungsrede des leitenden WDR-Angestellten wirkt dann auch nicht zufällig wie die Proklamation des „Rechtsstaates“ durch Michael Neumann: Die Welt als „Gefahrengebiet“, in dem Gesetze dazu da sind, Freiheitsrechte einzuschränken. Und da sind wir stolz drauf, werten Kritik als „Selbsthass“ und immunisieren uns ansonsten.

Diese ästhetische Variante der Extremismustheorie zeigt ihre fatalen Folgen auch darin, wer vermutlich mit der Entwicklung neuer Serien beauftragt wird: Hauptsache, die Produzenten sind eh schon so riesig, dass sie alle Kanäle voll scheißen. Die können auch kompensieren, dass man mit allem Avancierten eh Miese macht.

Oder sie sind in irgendeiner Form mit etwas ökonomisch verwoben, was eine öffentlich-rechtliche Beteiligung in irgendeiner Form hat: Studio Hamburg, ZDF-Enterprises, Bavaria, wo sich dann auch ZDF/ARD-Gegensätze auflösen, bei letzterer. Und ist es nicht die Schäuble-Tochter, die jetzt der ARD-Degeto vorsteht? Irre ich?

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