Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Vergraut die Ödnis bochumisiert – FC St. Pauli – Vfl Bochum 0:1

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Moosgrün. Mausgrau. Öde. Leere. Noch nicht mal meditativ. Buchtmann fehlt. Aber so was von. Kalla irrlichtert irgendwo rum, Trybull ist sexy, halleluja, der hat ja fast einen James Dean-Touch, aber so jung 😦 – und bemüht, reicht aber nicht. Keine Bindung zwischen Offensive und Abwehr. Ratsche nur ein Schatten seiner selbst. Zu viel Kleinklein. Einzig Nöthe blitzt manchmal auf, steht aber zu oft mit dem Rücken zum Tor und will Bälle verteilen, anstatt sie vielleicht mal hinein zu schießen. Sie spielen, als hätte wahlweise Neururer ihnen Meditationstee aus irgendeinem Eso-Shop in Castrop Rauxel in die Kabine geschmuggelt und heimlich verabreicht oder als dachten sie, Bochum mal eben so locker auszuspielen. Als seien sie angesichts der taktischen Disziplin und körperlichen Präsenz des Gegners wahlweise ängstlich oder beleidigt oder von einem „Na, dann eben nicht, vielleicht ein andernmal?“ in die Interesselosigkeit getrieben. Ideenloses Rumgekicke ohne Kick.

Die Süd hat irgendwann in den Archiven gewühlt, Walter Ulbricht selbstgefällig grienend bei der kleinbürgerlichen Massengymnastik entdeckt, juchhu, toll, machen wir auch so, und fordert seitdem uns Haupttribünensitzer zum „Aufstehen“ auf. Und das noch nicht mal im Sinne von bots 1980. Demnächst adaptieren sie vermutlich eine Gymnastikkeulen-Choreo, aber mit Clobürsten. Wie sang Georgette Dee noch so schön? „Immer, wenn ich traurig bin, dann muss ich keulen …“. Ich werd doch auch nicht hetero, nur weil Matussek, Maischberger und Thierse mir meine vermeintliche Minderwertigkeit ins Gesicht schreien. Und bleibe bewusst defizitär sitzen. Pfiffe. Ach, ihr süßen Vorzeige-Anarchisten, bißchen sehr Neumann, oder? Konformismus predigen und herbeipfeiffen wollen? Antifaschismus stelle ich mir irgendwie anders vor.

Im Bochum-Block gibt es wenigstens Philosophen. Steht zumindest auf einem Transparent. Die Nord hat eine großartige Don Scholz- und Sancho Neumann-Choreo vor dem Spiel gezeigt. Super! Mit sich drehenden Windmühlenflügeln. Aus Clobürsten. Das Spiel wird dem nicht gerecht. Bochum ist besser und gewinnt verdient.

Was haben die unseren eigentlich in der so intensiven Vorbereitung gemacht? Sich verstritten? Blutleer. Orientierungslos. Wirkt nicht wie eine Mannschaft.

Wünsche mich nach Pittsburgh, in die Liberty-Street. Da haben wenigstens nicht alle Männer einen Vollbart und eine Wollmütze wie die bei uns auf den Rängen. Sich selbst stereotypisierende Heterosexuelle sind soooo langweilig … nee, das nächste Heimspiel hätte ich gerne anders.

Stylish, sexy und tänzerisch ganz weit vorn ist unser Team ja. Gute Friseure kennen sie auch. Macht doch mal wieder was draus!

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3 Antworten zu “Vergraut die Ödnis bochumisiert – FC St. Pauli – Vfl Bochum 0:1

  1. Erik P. Hauth Februar 15, 2014 um 10:53 pm

    Diese „Och-Menno, die lassen uns garnicht spielen“-Attitude hab ich lange nicht mehr gesehen. Zuletzt, als noch Ludwig und Takyi bei uns waren. Aber da waren ja noch ein paar beherzte dabei, wie der tschechische Wühler oder Boller in gesund.

  2. momorulez Februar 15, 2014 um 11:02 pm

    Ja, ich glaube auch, dass zu sehr ausschließlich auf die Spielstarken, Quirligen gesetzt wurde und Kalla hat das ja nun auch so gar nicht wett gemacht. Schachten fehlte auch sehr. Ich find das ja gut, dass Vrabec erstmal das Frontzeck-Korsett gesprengt und auf Spielfreude gesetzt hat. Jetzt muss er aber an die Motivation, den Mannschaftsgeist und das Kämpferische ran. Das haben uns sowohl die Arminen (großer Fight) als auch Bochum (geschlossene Mannschaftsleistung) gezeigt, wie das geht. Und Buchti hat gezeigt, wie man von einem, der Stani als körperlich nicht durchsetzungsfähig galt, zum Fighter wird und trotzdem spielerisch glänzt. Dann können die anderen das auch. Wenn sie wollen.

  3. Pingback: Wir lieben sie trotzdem? #FCSP und die Heimniederlage gegen Bochum | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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