Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Casual german racism an der Kunsthochschule

Considering Europe’s, Germany’s and Hamburg’s demographics, this college has very few black students.

Dann kann man das da ja gerne mal machen, gelle? (Achtung,Triggerwarnung, rassistische Bilder und Worte).

So ganz unter sich. Witzig! Wenn man schon sonst nix kann, keinen Humor hat und sich für Graffiiti wohl auch nicht wirklich interessiert, schmiert man halt vernichtende Wörter und Karrikaturen an die Wände. Kampf den Konventionen!

In so einem prachtvoll wilhelminischen Gebäude gar macht das erst recht Spaß. Neulich gerade wieder „Pogo in Togo“ bei der Bad Taste-Party gesungen, vermutlich nie darüber nachgedacht, was es mit der Kunst der frühen Moderne so auf sich hat und was so alles drin steckt, bei Gauguin zum Beispiel, wozu auch solche Gedanken sich machen in einer Kunsthochschule? Aber vielleicht hat man die Street Art-Galerie ja schon fest im Visier. Um dann vielleicht noch im Namen der Kunst etwas fürchterlich Übermächtiges zu imaginieren, dem man sich heroisch nicht unterwerfe, oder dass man Rassismus doch einfach „entlarve“ – oder einfach nur gedankenlos anderen mitten ins Gesicht zu scheißen und danach auf zur Refugee-Demo. Die Flüchtlinge hatte man zur Bereicherung der Kunst ja auch schon zum Kaffeekränzchen in die HfbK geladen. Anstatt ihnen besser gleich einen bezahlten Lehrauftrag zu geben, wie es angemessen wäre. Können Studierende freilich auch gar nicht.

Ich würde gerne mal Filme von Flüchtlingen über deutsche Kunststudenten sehen und nicht immer nur umgekehrt.

Ich kann das jetzt nicht verifizieren, ob das wirklich in der HfbK zu sehen ist, noch weiß ich, ob es Studenten waren oder wer auch sonst. Vielleicht ja auch eine Lehrkraft? Irgendein konzeptioneller Begründungsrahmen ließe sich da bestimmt für finden. Die Feuilletons sind ja voll davon. Bloß keine Identitätskrisen aufkommen lassen, ist immerhin auch aus den USA, das Wort! WIR haben ja aus der Geschichte gelernt.

Die in diesen Fragen nur alle vergessen haben.

Kann das mal schnell jemand weg machen und Lehrangebote an der HfbK schaffen, dass niemand mehr auf die Idee kommt, derartigen Scheiß an Wände dort zu schmieren? Unter „Internationalität“ ist es wohl kaum zu verbuchen ,,,

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33 Antworten zu “Casual german racism an der Kunsthochschule

  1. MartinM Dezember 5, 2013 um 6:39 am

    Puh … hätte das schlimmstenfalls an einer Grundschule erwartet (wo es erklärbar wäre, weil die Kleinen einfach noch nicht den Rassismus, den sie so mitbekommen, hinterfragen können). Da wäre so etwas ein Erziehungsproblem. Aber nicht an einer Kunsthochschule ! :/ Da greift die Entschuldigung „Dummerjungenstreich“ nicht, und auch eine „bewusste Provokation“ scheidet wahrscheinlich aus.
    Meine Vermutung: Alkohol (oder andere Drogen) plus Übermut beseitigten die Hemmungen, den Rassismus, der sonst unter einer dünnen Tünche aus konventioneller Höflichkeit („so was sagt man nicht in der Öffentlichkeit“) und zweckrationale politische Überlegungen („so-was-ist schlecht für das Ansehen im Ausland“), auch ´rauszulassen. Weil eben konventionelle Höfllchkeit und zweckrationale Überlegungen beseitigen den Rasssimus nicht, sie verbergen ihn bestenfalls.

  2. Mrs Next Match Dezember 5, 2013 um 9:17 am

    Sogar neoliberale Zweckrationalität wäre wesentlich besser als der Feelgood-(aber nur wenn du weiß bist)Vibe, der da, im doppelten Wortsinne, herrscht.

  3. momorulez Dezember 5, 2013 um 9:35 am

    Die Ignoranz des weißen Ego und Zweckrationalität hängen ja leider auch miteinander zusammen 😦 … „gegenstandsorientierte“, emphatische Offenheit im Sinne der Mimesis und Kommunikationsfähigkeit als Basis gelingender Kunstwerke wird per Einübung in Supremacy-Haltungen, aburteilen, konkurrieren und verfügen wollen schon im Kindergarten ausgetrieben. Kann man allerdings als Entschuldigung nicht missbrauchen wollen. Gerade auf dem Feld der Kunst nicht, idealerweise – stattdessen blähen sich da auch alle auf, nötigen dergleichen im Gegenzug der Gegenwehr auch ab, weil sonst keiner zuhört.

    Hatte gestern Gehörtraining. Auch eine spannende Erfahrung, weil ich immer nur den Ausdrucksgehalt hörte und deshalb die Intervalle nicht. Mein Sax-Lehrer ließ mich daraufhin Akkordtöne singen, dann ging es irgendwann. So ein körperliches Nachvollziehen ist ja lehrreich. Würde den Schmierfinken auch nicht schaden; vielleicht würden sie dann so was wie ein entferntes Echo jener Erfahrung verspüren, die jene machen, die permanent und überall ganz alltäglich mit dieser Scheiße konfrontiert werden …

  4. Realitätbrennt Dezember 5, 2013 um 1:33 pm

    Bei den Schmierereien wurde mir ebenfalls kotzübel. Es ist nicht klar, wer da geschmiert hat. Ob diese Schmierereien generelle Aussagen über Studis einer Kunsthochschule zulassen oder das Ausmaß von Rassismus bei diesen beurteilen lassen, weiß ich nicht. Da fehlt mir vielleicht auch die emphatische Offenheit im Sinne der Mimesis, um derlei Ab_Urteile fällen zu können. Ganz ehrlich, da fühle ich mich ganz klein gegenüber denen, die das alles so genau wissen. Ich weiß ja nicht mal, was diese Mimesis ist, und warum meine Offenheit sich idealer Weise daran orientieren sollte. Soll ich mal einen Brief an die Studentenvertretung dieser Hochschule schreiben und bezüglich den Hintergründen dieser Schmierereien nachfragen?

  5. momorulez Dezember 5, 2013 um 2:51 pm

    Was man generell konstatieren kann ist dass da, wo Weiße größtenteils unter sich bleiben und nicht zuhören gelernt haben, bestimmte notwendige Prozesse nicht statt finden. Mehr kann ich über die Studenten da auch nicht sagen, das wird aber dort nicht anders sein.

    Mimesis habe ich von Adorno – das ist etwas komplexer. Da müsste ich eigens zu schreiben … das ist der Versuch einer Rationalität, die das Besondere erfasst und im Falle des konkreten, einzelnen Studenten auch in Anschlag zu bringen wäre. Aber nicht auf der Ebene der Gesellschaftstheorie.

    Brief schreiben fände ich prima!

  6. Mrs Next Match Dezember 5, 2013 um 7:04 pm

    Vor welchem Hintergrund das gemacht wurde, ist nicht maßgeblich. Anrufungen strukturellen Terrors seitens der Dominanzkultur auf persönliche Emotionalitäten/Beweggründe zu verlagern, ist ein Mittel, rassistische Strukturen aufrechtzuerhalten. Wichtig ist hier: Wann wurde das Teil entfernt (wurde es entfernt?), von wem? Warum hatten andere Studierende das nicht direkt selbst entfernt? So unrassistisch können sie also nicht sein. Hausmeister existent? Lehrpersonal anwesend? Und wie geht die Hochschule nun damit um. Versuchen sie es zu vertuschen, lernen sie was draus, finden sie heraus, wer es war, fliegt die Person raus, sind sie empathisch mit den Leidtragenden oder nicht, etc.
    Um eine würdige Reaktion zu fördern, können Briefe vielleicht helfen.
    Aber bitte verfallt nicht in die alte rassistische reflexhafte Leier, die Beweggründe abzufragen oder als wichtig zu erachten ‚ich habs ja so oder so gemeint‘, denn darum geht es dabei wirklich, wirklich, wirklich gar nicht. Sondern um Grenzziehungen. Um Duldung oder Nichtduldung rassistischer Übergriffigkeiten.

  7. Mrs Next Match Dezember 5, 2013 um 7:20 pm

    Co-Problem (und immanente Drohung) ist ja aber auch noch : sobald es an so einem Ort von Lehrenden oder Studierenden, von wem auch immer, thematisiert wird in den Seminaren oder Sitzungen oder Grupptentherapien oder was es da so alles gibt, läuft das klassischerweise so ab, dass bei genau diesen „Problematisierungsgesprächen“ NOCH 100 mal das NWort gesagt wird und auch ganz viel ekelige Abwehr durch eben genau solche Studierende-die-rassistische-Sachen-sagen-dürfen-wollen stattfindet. Das macht es dann endgültig unerträglich für anwesende studis of color. Hier ist man ja dermaßen ahnungslos (selbstverschuldet, kein Freibrief), dass man selbst die basics nicht kennt. Nwort allenthalben. Da kann natürlich auch keine un-übergriffige Gesprächsführung erwartet werden.
    Institutional fuckup 2.0: Wer dann aus der Klasse rausgeht, um rassistisches Abwehrgequatsche zu vermeiden, bekommt ggf. die Credits für den Kurs nicht oder kein Bienchen ins BA-Kinderheft, oder wird als unkooperativ vermerkt. Im Vorlesungsverzeichnis steht überall etwas wie „Diskussionsfreudigkeit ist Voraussetzung für Creditvergabe“ / „rege Beteiligung an Diskussionen unerlässlich“, usw; wie und worüber diskutiert wird, steht da nicht, vielleicht darüber ob man Menschenrechte anerkennt, man ist ja so offen und künstlerisch, dass es keine Tabus gibt.

    SEUFZ

    http://resistracism.wordpress.com/racism-101/

    http://racismschool.tumblr.com/post/16971317917/white-privilege-the-tools

    http://yoisthisracist.com/post/58277326488/anonymous-asked-i-got-an-idea-white-people-can

    http://ethiopienne.tumblr.com/post/23297134385/honestly-nobody-should-be-surprised-that-black-people

    http://casual-isms.tumblr.com/post/47568712189/the-entire-premise-of-the-song-right-from-its

    http://teambreakfast.tumblr.com/post/56337142590/yoisthisracist-anonymous-asked-lets-apply

    http://www.zeit.de/kultur/musik/2013-04/accidental-racist-ll-cool-j

  8. momorulez Dezember 5, 2013 um 7:33 pm

    Allein schon „Creditvergabe für Kurse“ als Machtmittel bei diesen ewig selbstreferentiellen, weißdeutschen (ja, ich auch, klar) Imkreisdrehdebatten, die dann anderen fortwährend mit voller Wucht in die Magengrube treten. Gruselig.

    Creditvergabe gab es in meinem Studium noch gar nicht 😦 … Zensuren für Hausarbeiten lediglich.

    Links klicke ich durch, und Danke für die erneute Aufklärung!!!

  9. monodromie Dezember 5, 2013 um 8:16 pm

    also ich denke tatsaechlich auch nicht, dass mangelnde Kenntnis von Adornos Mimesis-Konzepten oder Studienreformen nach angelsaechsischem Muster hier schuldig sind, es ist einfach der alte harte Rassismus deutschen Zuschnittes. Da geht es dann nicht einmal mehr um Subtilitaeten sprachlicher oder struktureller Ausgrenzung, es geht einfach nur um die Barbaren-Keule. Das ist dort, wo jedweder Diskurs aufhoert und die nackte Barbarei beginnt. Wer sich an die Rolle und das Gebahren der deutschen Studentenschaft 1933 erinnert, der wird hier wenig Diskontinuitaeten entdecken. Das erinnert mich daran, wie der einzige nicht-weisse Mathematiker, der jemals in unserer Arbeitsgruppe an der HU Berlin zu Gast war, während seines Vortrages wie ein Schuljunge behandelt, gnadenlos heruntergemacht und infantilisiert worden war. Und zwar von allen, von den weissen Maennern, den weissen Frauen, selbst jenen die ihn direkt eingeladen hatten und die fuer sich in Anspruch nahmen (‚griechicher Ehemann‘), wahnsinnig aufgeklaert und ‚multikulturell‘ eingestellt zu sein. Im Grunde wurde alles an dem, worueber er vortrug, grundlegend angezweifelt und zwar von der ersten Sekunde an. Nie davor und nie danach ist jemand so öffentlich fertiggemacht worden (auch ich nicht). Haette ich damals ernsthaft gesagt, was ich dachte, haette ich sofort meine Diss in den Wind schiessen koennen und mir waere ein langer Leidensweg erspart geblieben, aber ich habe NICHTS gesagt, ich habe mich vor dem mainstream weggeduckt, ich habe NICHTS getan- und schliesslich war es ja auch nicht mein ‚mathematisches Gebiet‘, vielleicht hatten sie ja in allem ‚recht‘ und alles war nur ein *Zufall*? Aber diese ‚Unwaegbarkeiten‘ sind hier nicht einmal existent, es geht nur um Barbarei.

  10. Mrs Next Match Dezember 5, 2013 um 8:59 pm

    Ja, es ist krass, und auch sehr traurig. Könnte jemensch bzw jede_r, die das ebenso krass und traurig findet, bitte ein zwei Zeilen an diese Uni direkt schreiben/ facebooken/ mailen etc.? Und eine Stellungnahme verlangen, wie sie das in den Griff bekommen und sich positionieren wollen? Das wäre wohl das Produktivste nun, nicht? Die sollen sich doch damit auseinandersetzen. #terrorstoppen #aufarbeitung

  11. momorulez Dezember 5, 2013 um 8:59 pm

    @monodromie:

    Es ging mir weniger um die Kenntnis von Adornos Konzept als um die Praxis selbst, was aber schnurz ist, ich danke Dir für Deinen vieles Verdeutlichenden Kommentar!

    Und dem Appell von Mrs. Next Match schließe ich mich an!

  12. monodromie Dezember 5, 2013 um 9:43 pm

    das dortige ‚Delegate for Equality‘ scheint jedenfalls noch nicht viel über Intersektionalitaet gehoert zu haben, der scheinbar so allgemeine Titel BEMUEHT sich erst gar nicht, seine offenen Leerstellen aufzuzeigen oder auch nur am Rande zu erwaehnen, aber das waere ein Anlaufpunkt, gerade wegen dieser verzweifelten Ignoranz der Institution. http://www.hfbk-hamburg.de/en/art-academy/administration/delegate-for-equality/

  13. momorulez Dezember 5, 2013 um 10:55 pm

    Das wirkt tatsächlich eher eindimensional, wobei auch das erst lange erkämpft werden musste 😦 – aber, ich weiß es tatsächlich nicht: Gibt es denn überhaupt an Unis mittlerweile auch „Gleichstellungsbeauftragte“ im intersektionellen Sinne?

  14. Mrs Next Match Dezember 6, 2013 um 9:12 am

    „Gleichstellung“, die Rassismus und Behindertwerden ausklammert, ist gar keine. Intersektionell ist ja kein fancy akademischer Ansatz sondern unser Leben, und wer das künstlich vereinfachen will, um es der Heidi und der Hildegard nicht zu anstrengend zu machen, hat sich schon ganz klar positioniert. Daraus ist auch deutlich ablesbar, dass die dort offensichtlich gar keine Qualifikation für dergleichen haben.

  15. Mrs Next Match Dezember 6, 2013 um 9:16 am

    Sich bei so einem Vorfall erst an eine Behörde(!) oder Einrichtung wenden zu müssen… ist ein unerträglicher Gedanke. Ich bin geschockt über den Mangel an Zivilcourage, in den 80er Jahren hätte die Schülerschaft so was in 5 Minuten selbst weggemacht und dem Verursacher was gehustet.

  16. momorulez Dezember 6, 2013 um 9:47 am

    Ja. Das verstehe ich ja sowieso immer noch nicht ganz, was da eigentlich für eine krude Restauration statt fand. Wie dieser Rollback sich vollzog, der ja sich abschottend auch zu einer unsäglichen geistigen, ästhetischen, theoretischen, lebenspraktischen Verarmung führte in allen Institutionen.

    Muss im Moment ständig an die Pop-Klitsche denken, in der ich in den Neunzigern gearbeitet habe. Der Queer-Anteil mag da noch höher gewesen sein, und als es schwule, leitende Angestellte gab, schmiedete ausgerechnet die Geliebte des Chefs Verschwörungstheorien, Unterwanderung durch den „Völklinger Kreis“ 😀 – aber es gab auch Women of Colour in Führungspositionen, die firmenimmanent voll respektiert waren. Da wurde es dann krude, wenn Dienstleister hinzu stießen, die eher so einen maschinellen Handwerker-Ethos hatten, solche, die Du als Rowdies etc. kennst. Deutschiraner waren direkt an die Geschäftsführung gekoppelt, jemand, den Du auch kennst, bekam Executive Producer-Posten angetragen, PoC-Mann.

    Vermutlich idealisiere ich da irgendwas rückblickend, und es ging vor allem um Popmusik, aber da war ein ganz anderes Klima. Und jetzt erklären Promovierte bei Tagungen in der HfbK das tatsächlich als „Old School“, wohl wegen „Mainstream der Minderheiten“, und so was steht in Kunsthochschulen an Wänden, und alle diskutieren am allerliebsten das N-Wort.

    Klar gab es in den 90ern auch den Asylkompromiss, Lichtenhagen und Co, dieses Pseudo-Mittel der Lichterketten, sehr krudes Vorführen von PoC im Euro Trash und das White-Washing und De-Queering von Techno.

    Ich verstehe trotzdem nicht, wie dieses Umkippen passierte.

    Jetzt verneigen sich heute alle vor Nelson Mandela, aber so ein Scheiß steht trotzdem an Universitätswänden, die ESSO-Häuser werden mit Refugee-Biographien kurz geschlossen, und PoC, die nicht völlig entrechtet und fast ersoffen sind, erfahren fortwährende Belehrungen und Gewaltandrohungen. Immer wieder klare Verhältnisse herstellen. Bis hin zu linken Demos, oder sogar gerade da.

    Ist alles hammerhart, was Du beschreibst.

  17. monodromie Dezember 6, 2013 um 8:33 pm

    also ich habe gestern tatsaechlich einen boesen, aber der Form nach ‚korrekten‘ Brief an das obige ‚delegate for equality‘ verfasst, in dem ich auf die doch ’seltsame‘ Koinzidenz von ‚Kloetuer’rassismus und offiziell-institutioneller Ausklammerung von PoC hinwies und werde das, nach einigen Tagen Wartezeit auf eine (unwahrscheinliche) Antwort, evtl. noch auf meinen blog stellen. Im uebrigen, allein dieser NAME ‚delegate for equality‘, der sich ja auf so eine peinliche Art ‚weltoffen‘ gibt, symbolisiert diese offene Positionierung, die Mrs. N. M. oben anspricht, im Grunde mit kaum zu überbietender Deutlichkeit: man weiss zweifellos genau, dass Institutionen mit diesen oder aehnlichen Namen im angelsaechsischen Raum fuer Intersektionalitaet in ziemlich weitem Sinne stehen und demonstriert hier OFFEN dieses: „nö, bei uns gibt’s sowas ‚angelsaechsisch-neumodisches‘ nicht“, diesen germanischen Hinterwelt-Rassismus-Stolz, ‚die Sprache der anderen‘ ja, aber doch bitte nicht unter Verlust ‚unserer (Rassismus-)Traditionen‘- ganz furchtbar; dass das Phaenomen zudem mit der damaligen Fast-Aufloesung der Maedchenmannschaft unter diesen ‚Streitpunkten‘ korreliert, zeigt auch, wie endemisch das Problem in Wirklichkeit ist.

  18. Mrs Next Match Dezember 6, 2013 um 11:58 pm

    Da solche Einrichtungen oft nicht weniger ausgrenzend und exklusiv werden wollen, sondern nur international weniger peinlich typisch ausgrenzend °°°°dastehen°°°° wollen, bin ich vor einiger Zeit und nach reiflicher Überlegung dazu übergegangen, solche Institutionen nicht mehr darüber zu unterrichten, woran sich ihre Fails offen zeigen. DENN: so wie die Homepage und Außendarstellung jetzt gerade ist, ist sie wenigstens deutlich! Alle Leute können mit ein, zwei Blicken und minimal Lebenserfahrung sofort sehen, wo es hier hakt. Das ist ein wichtiges Warnschild für PoC und Leute, die behindert werden. Wenn das denen nun vermehrt zugetragen wird, ändern sie vielleicht kosmetisch was an dem Namen des albernen alibi-Office, aber es wird ihnen ja sicher nicht durch Zauberhand eine Schlüsselqualifikation oder der Wille zum Abschalten des großgrundbesitzerhaften golden pudel Dünkels vom Himmel fallen. Mir ist das Warnschild „you no count here“ lieber, als dass es überpinselt wird und dann vielleicht eine junge Sister aus einem anderen Land nach Hamburg zieht, weil sie denkt, sie sei dort an der Schule mitgemeint und könne in Sicherheit studieren, weil es ja online so schön intersektionell anklingt…
    Es wird da sicher keine Hemmungen geben, sich mit etwas zu schmücken, was nicht verdient wurde (equality-Kompetenz[en]), daher finde ich den momentanen Text online gut und richtig und möchte ihn gerne so behalten, so lange er ehrlich die Zustände wiedergibt.

    Wirklich faktisch etwas zu ändern in einer Institution mit so einer Tradition, kommt mir fast unmöglich, unerreichbar vor – vom Wilhelminischen zum Westwerkianischen ist ja kein Unterschied, ich sehe da eigentlich gar keinen Ansatzpunkt außer (aber das ist jetzt auch schon wieder total achtziger) symbolischen Abriss. Danach: Neuinstallation durch Jugendliche aus Wandsbek, Mümmelmannsberg und die ganzen PoC von der HAW. Die ist nur zwei Kilometer entfernt und wie ein anderes Land, nämlich Deutschland 2013.

  19. Mrs Next Match Dezember 7, 2013 um 12:39 am

    ROFL alles ab 1’20 deadliest death by Deadly Cliché ever:

    #Unterhaltung #unfreiwilligkomisch #soganzuntersich #nolongerunmarkiert

  20. momorulez Dezember 7, 2013 um 12:40 am

    Einen Unterschied in der finanziellen Ausstattung und institutionellen Bevorteilung gibt es schon zwischen Westwerk/Pudel und HfbK, im Immobilienwert vermutlich auch; das ist aber gar kein Einwand, weil Prozesse wie auf der Fleetinsel oder auch in der Flora oder der Hafenstraße oder dem Gängeviertel sich nie vollzögen hätten, wenn das die unter „Kunsthandwerk“ etc. verbuchten PoC-HAW-Schüler aus Mümmelmannsberg besetzt hätten oder gar solche ohne noch die Möglichkeit, in der HAW mit zu spielen.

    „Nicht-kommerziell“ muss man sich auch erst mal leisten können, weil sich immer Strukturen finden, die schon irgendwie fördern und Fragen wie Aufenthaltserlaubnisse, Duldungen, Abschiebungen oder auch nur der ganz ordinäre Alltag der Herabwürdigung von PoC auch nicht intervenieren.

    Das schnalle ich ja auch gerade erst dank Dir vollumfänglich, was dieser kuriose Mythos der weißen „Gegenkulturen“ für ein systemstabilsierender Fake ist. Mittlerweile frage ich mich gar, ob es die Abschiebungen nicht u.a. auch WEGEN der Flora gibt, weil deren „Widerstand“ alles Hinterfragen in den völkischen Zentren überflüssig macht, sondern sogar noch Pseudo-Legitimationen für Unrecht generiert. Per Linksradikalisierung des Themas im öffentlichen Diskurs.

    Habe mir neulich mal ein paar Videos zu diesem heroisierten Streik gegen Studiengebühren, der dann wie eine weltgeschichtliche Zäsur gefeiert wird von Studierenden, angeguckt – das ist schlechter als die Heute-Show, arbeitet aber mit ähnlichen Mitteln, und wie da mit „Bruch“, „Diskontinuität“ = „Ey, geil!“ gearbeitet wird, dagegen waren die frühen 80er heroisch.

    Verstehe Deinen Frust so was von vollkommen, das hat auch was ganz Erbärmliches, dieses verpudelte Getue, was sich wahnsinnig aufbläht, um Dominanz auszuüben, ohne nun wirklich irgendwas gerissen zu haben außer Nicht-Kommerz-Kunst am Bau des falschen Ganzen zu sein.

  21. momorulez Dezember 7, 2013 um 12:41 am

    Das gehörte zu den Videos, die ich neulich geguckt habe 😀 …

  22. momorulez Dezember 7, 2013 um 10:04 am

    Dieses Vorlesungsverzeichnis ist echt erschreckend. Wobei ich ja nicht weiß, was denn da nun wirklich gelehrt und diskutiert wird. Aber nur an zwei Stellen gibt es offizielle Andockstellen für das, was wir hier diskutieren, bei dem Seminar, wo es um Ranciére geht, und bei dem über das Rhizom, wo dann völlig ungebrochen „Orient“ oben drüber steht. Ganz kurios wird es dann bei dem „Schwarz/Weiß“-Thema.

    Ich weiß ja auch nicht, was die so reden, wenn sie durch die Kunsthalle gehen, aber es gibt da ja keine Disziplin, wo es dem, was steht, äußerlich wäre, was wir hier diskutieren – ob Plastik/Skulptur, „ethnographischer“, also kolonialer Blick im Dokumentarfilm wie auch der Fotographie, der Kampf gegen die Narration im „Experimentellen“, die ganze Aneignungen in der Malerei, die dann Büttner und Co mit den gleichen Mitteln „vom Sockel hoben“, um damit zugleich Entwertungen zu vollziehen und Kommunikationsräume immer nur hinsichtlich weißer Selbst-Thematisierungen und Geschichtsschreibungen gleichzeitig dicht zu stellen und zu besetzen – und dann beschäftigt man sich doch lieber mit Österreich.

    Performance und Musik bleiben institutionell von einer Tagung abgesehen systematisch ausgeblendet, und mittendrin dann nicht zufällig der alte „Spex-Underground“.

  23. Mrs Next Match Dezember 7, 2013 um 2:49 pm

    Oh ja, Spex hatte ich schon ganz verdrängt. Das chiffre von ‚weiß kann jetzt underground sein, wenn es schwarz ausblendet oder ins ausland verortet‘ omg.

    Wie bei der aussagekräftigen Pseudogleichstellungsbeauftragten geht es mir auch mit dem Vorlesungsverzeichnis: es spricht dermaßen Bände, dass es mir in dieser Form deutlich lieber ist, als wenn jetzt plötzlich diese Leute aus Imagepflege noch irgendwelche Themen draufsetzen, und kulturell tun, aber natürlich nicht qualifiziert bearbeiten können. Die müssten einfach schnell ihre Einstellungspraxis ändern, sähe ich als einzige Chance.

    Zu dem von Dir oben Geschriebenen und zum Wilhelminischen und Westwerkianischen: die sind kulturell wirklich nicht besonders unterschiedlich, finde ich, und in ihrer Verbindung schon eng: so sehr sie sich auch in den Gedanken gefallen mögen, sich von der ‚Vergangenenheit‘ inform der Väter-/Großvätergeneration abzugrenzen, rekurieren sie doch sobald es ihnen gefällt immer wieder direkt auf genau die Privilegien und rohen Verhaltensweisen, die die teilzeit-ungeliebten Opas verteidigt haben. Es heißt heutzutage eben nur ‚Sentimentalsein‘ oder ‚Zitat‘ oder was kann ich dafür wie ich aufgewachsen bin oder stell dich nicht so an. (Als einen Ausdruck dieses Vibes, das ‚erlaubte Ventil‘, das ’stell dich nicht so an‘, das ‚er wurde sogar nach Israel eingeladen‘, des ‚die Leni hat aber tolle Filme gamacht…‘ kann man z.B. auch Max Raabe lesen.) Und natürlich ist auch monetär keine Trennlinie zwischen Institution mit viel Geld, die den weißen Mann als Norm beschützt und befördert so gut es möglich ist, und der Galerie um die Ecke, die exakt dasselbe tut, denn alle Resourcen laufen ihnen gemeinsam zu, oder von der einen in die andere [Generation] inklusive der Resourcen ‚Staatsgewalt‘, Exekutive, niemals-flüchten-müssen, und eben auch Geld, ganz unmittelbar.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3779076/data/kunst-programmfoerderung-ergebnisse-2013.pdf

    http://kreativgesellschaft.org/de/veranstaltungen/2013/starterdays

    http://kunstbeutel-hamburg.de/was-ist-der-kunstbeutel/

    Ich würde nun nicht unbedingt so weit gehen, dass ich finde, dass die Abschiebegegner die Abschiebungen bedingen. Dass das auf einer °°spirituellen°° Ebene so sein könnte, meine ich Vivekanandas Lehre zu deuten, in seiner chicagoer Vorlesereihe, in der er vor 120 Jahren im übrigen sehr detailgenau über Europäer, ihre Auffassung von Mildtätigkeit und ihre Praxen der spirituellen Aneignung und des abwertenden Othering beobachtet und referiert hat. Mir kommt dabei immer hoch, dass sicherlich Bob Geldof die Welt durch die Propaganda von white supremacy wesentlich schlechter gemacht hat, als jede beliebige Menge Geld aufwiegen können wird. Man ziehe sich den Text von ‚do they know it’s christmas‘ rein. Perfider geht es kaum.

    Ich freue mich immer noch über zivilen Ungehorsam, das kann völlig irrationale Gründe haben, die in meiner Sozisozialisierung liegen. Auch wenn der Ungehorsam oft genug zum großen Teil Selbstbild-Onanie ist, finde ich es besser, wenn bei G8 Demos oder Lampedusa viele auf der Straße sind. Auch weil da Weiße mal aus ihrer Anonymität heraus treten, was sonst meistens nur geschieht, wenn es eine unmittelbare Belohnung dafür gibt (Kekse, fame, gutes Gewissen). Ich finde es aber dringend notwendig, dass eben diese Selbstbild-Onanie auch mal angegangen wird um überwunden zu werden, das zumindest versucht wird in den Gruppen, die sich darin gefallen, selbstkritisch sein zu können. Das geht vielleicht, ich bin nicht sicher. Es ist halt leider so absolut erbärmlich durchsichtig traurig lächerlich und feige, dass ausgerechnet aus der dominanten Sprechperspektive immer versucht wird, sich selbst zum machtlosen Opfer zu konstruieren, um nur ja keine Selbstreflexion stattfinden zu lassen, um nur ja die Macht zu verdecken, die man bereits missbraucht, und sich während man „ich bin Opfer“ schreit gleichzeitig aufzuführen wie der schlimmste Plantagenbesitzer. Die Grünen brauchen 30 Jahre bis sie zähneknirschend über ihre pädophilen Strömungen reden für fünf Minuten dann ist das Thema wieder erledigt, Kartoffeln verklagen Leute, die sie Kartoffel nennen, sehen sich aber zensiert und kulturell bedroht, wenn ein Autor freiwillig genozidpropagandistische Passagen aus seinen Kinderbüchern entfernt, die HfbK Hamburg ist ‚total offen‘ und voll so progressiv ey, hat aber ausschließlich weißes Lehrpersonal und blendet Kulturalitäten so konsequent aus, dass sie dadurch andauernd Rassismus reproduziert… aber Terroristen sind die anderen. Ziviler Ungehorsam wird dadurch pervertiert, und ist an solchen Orten, sich dagegen zu wehren, mit dem Unterdrücken aufzuhören. DAS müssten die mal hinter sich lassen, vorher kann auch gar keine ordentliche Lehre stattfinden, man kann das ja deutlich hier sehen.

  24. Mrs Next Match Dezember 7, 2013 um 3:24 pm

    also, mit „Einstellungspraxis“ meinte ich oben: Personalabteilung. Nicht „innere Einstellung“ 🙂 Die natürlich auch, aber davon haben wir nichts, es würde noch Minimum 10 Jahre dauern bis sie sich auf die Reihe bekämen.

  25. momorulez Dezember 7, 2013 um 3:32 pm

    @Mrs. Next Match:

    Zu Jutta Köthers Zeiten habe ich das noch nicht ganz so drastisch in Erinnerung wie es später wurde mit der SPEX; es kann aber gut sein, dass ich einen Riesenschreck bekäme, wenn ich da noch mal rein guckte. Ich vergesse ja manchmal bei all dem Frust über mediale Mechanismen, die mich die letzten Jahre quälten, dass ich trotz Spexgeprägtsein damals ziemlich bewusst mitten in die kommerziellste Form gesprungen bin, weil ich die im Vergleich viel freier fand und auch lustvoller, damals. Das waren aber auch die Aufbruchszeiten, später wurde es da auch viel schlimmer. Ich hatte eben erst „Pionierzeiten“ geschrieben, und zack, prompt ist man begrifflich schon wieder mitten im Thema. Also wieder weg gemacht.

    Zum Fließen der Ressourcen haste schon recht. Ich war nur ganz verblüfft, als ich mir das Vorlesungsverzeichnis sah, wie wenig die so hoch gehandelten „Professoren mit Namen“ da auftauchen. Und die verdienen zwar auch nicht mehr wie zu C3-Zeiten, aber das ist ja schon was Feines, so eine Grundversorgung. Würde ich ja allen Menschen gleichermaßen gönnen.

  26. monodromie Dezember 12, 2013 um 2:53 am

    dokumentiere hier folgendes Antwortschreiben auf meine mail an jene ‚Equality Delegates‘, wie meine unten angehangene mail zeigt, wurden jegliche Fragen zur strukturellen Situation des Rassismus an der HFBK ignoriert. Offenbar gab es auch keinerlei Konsequenzen fuer die studentischen Urheber, es wird so getan, als habe es sich bei alldem lediglich um eine ’schraege Zitation‘ gehandelt und der Urheber des Rassismus sei in Wirklichkeit ‚afro-amerikanischer Herkunft‘. Ziemlich schmerzhaft, das ganze.

    Sehr geehrter Herr K.

    Bei den im Blog diskutieren Schmierereien handelt es sich um einen Teil von
    Grafittis welche vor zwei Wochen in einem Flur der HFBK „auftauchten“.

    Als die Lehrenden der dort verorteten Klassen die Sprühereien in ihren Klassen
    thematisierten, meldeten sich gleich einige der Studenten und zeigten sich dafür
    verantwortlich.

    Am 4.12, zu dem Zeitpunkt als Sie die (unter
    http://casualgermanracism.tumblr.com/post/68998412573/this-art-academy-is-called-hfbk-hamburg-they
    sichtbaren) Fotos veröffentlichten war der Großteil der Schmierereien von den
    Verursachern bereits selbst beseitigt worden und seit letztem Freitag sind auch die
    dokumentierten Reste des Graffitis unter weisser Farbe „verschwunden“.

    Selbstverständlich wurden mit (allen) Studierenden der Grundklassen am Montag
    nochmals ausführliche Gespräche über den problematischen Inhalt des Schriftzuges
    geführt so dass wir davon ausgehen, dass die Studenten spätestens jetzt verstanden
    haben, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein Rapper afro-amerikanischer
    Herkunft in seinem Lied „snitch N*“ singt oder ob ein deutscher Student
    Fragmente dieses Liedes an die Wand der HFBK sprüht.

    Beste Grüße,
    Heike Mutter / Ingrid Jäger
    Gleichstellungsbeauftragte der HFBK
    ————————————————-
    Sehr geehrte Frau Jaeger, sehr geehrte Frau Mutter,

    in ihrer Funktion als ‚Delegate foer Equality‘ an der HFBK Hamburg würde
    es mich interessieren, wie Sie sich offiziell oder inoffiziell dazu
    positionieren, dass die HFBK Hamburg ganz offensichtlich kein ’safe space‘
    fuer nicht-weisse Studierende ist und dieses Faktum offenbar nicht in
    nennenswerter Art öffentlich thematisiert wird. Ich verweise etwa
    hierauf:

    http://casualgermanracism.tumblr.com/post/68998412573/this-art-academy-is-called-hfbk-hamburg-they

    Daher meine Fragen: wird das Vorhandensein rassistischer und
    rechtsextremer Schmierereien IN den Raeumen der HFBK Hamburg auf ‚hoeherer
    Ebene‘, das heisst auf Ebene von Lehrenden- oder Studierendengremien
    thematisiert? Wird über Konsequenzen dessen nachgedacht? Wird über
    strukturelle Gruende dafuer nachgedacht oder diskutiert, dass sowohl
    rassistische Schmierereien und aehnliches ganz offenbar in groesserem
    Massstab auftauchen, während es gleichzeitig kein offizielles Delegat
    fuer die Gleichstellung von PoC, also nicht weissen Lehrenden und
    Studierenden an der HFBK gibt? Sind Sie sich dieses (nur auf den ersten
    Blick) ‚merkwuerdigen‘ Gleichklanges von ‚Klotuerrassismus‘ und
    struktureller Ausblendung von Belangen nicht-weisser Minderheiten in
    Deutschland und an Ihrer Universitaet in irgendeiner Weise bewusst?

    Fuer die Beantwortung obiger Fragen waere ich Ihnen dankbar. Beachten Sie,
    dass diese Kommunkation von mir oeffentlich gefuehrt wird, ich mir also
    die ganze oder auszugsweise Veroeffentlichung von Stellungnahmen im Rahmen
    dieser Kommunikation vorbehalte.

    Mit freundlichen Gruessen,
    A.K.

  27. momorulez Dezember 12, 2013 um 9:28 am

    Wenn ich das richtig verstehe, war das das Zitat eines schwarzen Rappers, dass dann ein weißer Student sprühte, und dass das einen Unterschied macht, wurde offenkundig auch diskutiert. Auf die parallel gepostete, rassistisch-entwürdigende Karrikatur wird bemerkenswerterweise nicht eingegangen, dabei ist die nicht minder gravierend. Weil es diese merkwürdige Üblichkeit in der weißen Kunstgeschichte und -gegenwart gibt, so was auch noch als Kritik an rassistischen Darstellungen zu behaupten. Boris Hoppek (heavy Triggerwarnung, wenn man den googelt) ist da ein typisches Beispiel, der übrigens von einem Hamburger Galeristen vertreten wird. Einer der wenigen Fälle, wo auf eine Intervention meinerseits er bei einer bestimmten Ausstellung dann tatsächlich was anderes malte.

    Ich habe zumindest schon schlimmere Antwortschreiben auf so was gelesen; wäre aufschlussreich zu erfahren, wie die Antwort ausgefallen wäre, wenn nicht Herr K, sondern ein Woman of Colour es verfasst hätte. Der Tonfall ist dann meistens sehr anders.

    So ist ja, was als „Klärungsprozess“ geschildert wird, als irgendwie tölpelhaftes „Macht man nicht!“ unter Weißen diskutiert worden, vermute ich. Irgendwie weg gespielt unter an sich natürlich vollends Aufgeklärten und strukturell nicht von Relevanz. Das kann aber gar nicht sein, guckt man sich das Vorlesungsverzeichnis an. Das selbst übertüncht ja schon mittels Themenwahl, wieso so was in Studierenden-Hirnen auftaucht und den Weg an Wände findet. Und natürlich seinen Ursprung in Nicht-Kunst wie dem Rap hatte. Das verschmutzt dann schon mal hehere, weiße Universitätswände. Die Story steckt da ja auch drin.

    Bin aber gespannt, was Mrs. Next Match noch auffällt.

  28. monodromie Dezember 12, 2013 um 10:21 pm

    Also im ersten Moment dachte ich auch: uh, da haben sie ja mal richtig diskutiert und die Schuldigen haben sich (angeblich) sofort gemeldet etc. und am Ende haben alle eingesehen, dass das nicht geht usw.; aber wie du selbst schon sagst: es gab da noch mindestens ein anderes ‚Graffiti‘, das man hier kurzerhand überging und das nicht in Richtung auf ‚Rapper afro-amerikanischer Herkunft‘ umgedeutet werden konnte. Unabhaengig davon: zwei Worte, die nicht einmal Worte, sondern Unworte sind, bilden noch kein lokalisierbares ‚Zitat‘, nur weil angeblich irgendeine als Suendenbock identifizierbare Person sie auch benutzte, zwei (Un-)Worte sind aus gutem Grund nicht einmal urheberrechtlich schuetzbar und koennen niemals ein ‚Zitat‘ sein, noch dazu eines das kurzerhand bei denen lokalisiert wird, die ueber Jahrhunderte damit unterjocht wurden, unfassbar! In Wirklichkeit war es also so, dass diesem strukturellen Niemandsland des Rassismus die verlogene ‚Selbstbezichtigung‘ und ‚Apologie‘ exakt der Urheber so weit entgegenkam dass man sie seinen Kritikern als Choral der ‚Aufklaerung‘ entgegensingen konnte, wie fuerchterlich! Meine zweite mail war deutlich unfreundlicher.

  29. momorulez Dezember 12, 2013 um 10:25 pm

    Halte hier gerne auf dem Laufenden. Dass das Zitat auch schon wieder so eine Externalisierung ist, das stimmt. Ebenso, dass das so ganz von selbst weißen Kunststudenten einfallen könnte, weil sie Rassisnus von der Pieke auf lernten wie Du und ich, entfällt.

  30. monodromie Dezember 13, 2013 um 1:03 am

    noch einmal: natuerlich haben sie jemanden ‚zitiert‘, aber die Zitatquelle ist so offenkundig, dass niemand darueber reden will und kann an der schoenen HFBK. Es ist ein wenig so, als wuerde man den Hitlergruss als Phaenomen der israelischen Nachkriegs-‚Stalag fiction‘ interpretieren und angeben, von dort zu ‚zitieren‘.

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