Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Wieso #lampedusahh und ESSO-Häuser zu einem Thema zusammen fassen?

(habe ich eben auch schon bei Facebook gepostet, sorry für den Doppler, ist aber auch noch mal ein Kommentar zu den „Nazischweine“-Rufen beim letzten Heimspiel)

Ich verstehe diese „Zusammenlegung“ „Flora – ESSO-Häuser – Refugees“ nicht.

Kann mir das mal wer erklären? Und ja, ich habe den Text gelesen und natürlich haben die Refugees irgendwie auch etwas mit Stadtentwicklung zu tun. Aber das, was dje geleistet haben, das ging doch ganz gewaltig über „Gegen Gentrifizierung“ hinaus, sorry. Oder peile ich da was nicht? Deren Erfahrungen nun gleichschalten?

Für mich wirkt diese Zusammenfassung wie eine Annektion und Überschreibung dessen, was die Refugees erreicht haben: Dass sie endlich ihre EIGENE Geschichte, IHRE Erfahrungen zum Thema machten und ausnahmsweise mal nicht die ach so heroische, weiße Widerstandsgeschichte irgendwelcher Antifa-Macker alles zuschiss. Ja, ich weiß, dass auch die in manchen Regionen schon tot geschlagen wurden.

Natürlich kann man da problemlos „Gegen die Gesamtscheiße“ drüber schreiben, aber auch das Plädoyer gegen die patriachalen Normen hinten hängt völlig unvermittelt dran.

Wer wohnt denn eigentlich in den „ESSO-Häusern?

Kein Bezug zu „Patriachat“ im sonstigen Text.

Dieses Aufsaugen von Sujets durch männlich dominierte, weiße linke Subkulturen, bis ein identitärer „Antifaschismus“ auch ja alles Queere, jede PoC-Perspektive, jedes jüdische Selbstverständnis, feministische Sichtweisen weg gedrückt hat und durch die eigene „Gegen Nazis!“-Historie ersetzte oder gar „Lesbenherrschaft“ und „Erpressung“ durch Schwule herbei fantasiert wird (letzeres ist mir jüngst gerade widerfahren) ist ja Teil des Problems und nicht die Lösung.

Ich weiß nicht, wie die Refugees das sehen, aber Flucht vor dem NATO-Krieg über’s Mittelmeer und der Widerstand gegen Musical-Theater in „Szene-Vierteln“ sind nun echt zwei Paar Schuhe.

Finde ich hochproblematisch. Kein gutes Zeichen.

In 10 Jahren sitzen dann die Protagonisten mit ihren frisch geborenen Kindern und vom Daddy besorgten Job inmitten von Weißen in lauschigen Cafés mit vergilbten „Lampedusa“-Plakaten an der Wand unter Heten beim Mate-Nachfolger und plaudern anekdotenreich vom Herbst 2013 und wie widerständig sie doch waren, während unsere St. Paulianer längst abgeschoben sind.

Und all das, was diese uns berichteten, verschwindet wieder hinter den Stories, was selbst auf Demos erlebt wurde und wie mutig man doch damals noch war, als noch keine Kompromisse eingegangen werden mussten …

Die Geschichte weißer „Gegenkulturen“ muss echt noch mal neu geschrieben werden.

Advertisements

15 Antworten zu “Wieso #lampedusahh und ESSO-Häuser zu einem Thema zusammen fassen?

  1. pauliane November 17, 2013 um 7:51 pm

    …diese Frage hab ich mir bis gerade gar nicht gestellt, doch jetzt betroffen innegehalten und darüber nachgedacht,
    Da auch die Essohäuser ein Thema sind welches mir sehr am Herzen liegt, war mir der zusammengefasste Demotermin (besonders da ich nicht immer vor Ort bin) sehr recht.
    Und da es im Grunde ums Bleiben geht, bei den Bewohnern der Essohäuser ums Bleiben im Viertel, bei den Refugees ums Bleiben in Hamburg, ist mir der Unterschied zwischen beiden Themen gerade erst bewusst geworden.
    Wobei ich jedoch das Dilemma nicht aufzulösen vermag. Ich war gestern in der Kirche und habe mich über die neu aufgestellten Container gefreut und bin danach an den Essohäusern vorbei gegangen und habe mich gefragt wie sich die Bewohner wohl fühlen in dieser aus Profitgier absichtlich herbei geführten Bauruine,

    Beides sind Dinge die mich sehr betroffen machen und ich mag hier auch nicht das eine gegen das andere aufwiegen, doch es stimmt: Das Vermischen fühlt sich nicht richtig an…

  2. momorulez November 17, 2013 um 7:59 pm

    Ich bin ja auch gar nicht gegen Flora/ESSO- Häuser-Proteste, wobei ich bei letzteren schon noch ein seltsames Gefühl habe.

    Das, was ich oben beschreibe, gibt es aber schon ewig, und da muss man aufpassen, dass nicht auf der Seite des Widerstands sich einfach das wiederholt, wogegen man ist. Für mich fühlt sich das Vermischen in diesem Fall echt schlimm an – maßgeblicher wäre freilich, was die Refugees dazu sagen.

  3. Mrs Next Match November 18, 2013 um 9:18 am

    »Many whites, even white anti-racists, want to place themselves at the heroic center of any narrative about racism or equate their experiences with those of people of color, and thus misunderstand the asymmetry of racism.
    Part of how white supremacy works is that whites must configure themselves as the center of a heroic narrative. …
    The asymmetry of racism reflects the unequal power relationships in our society. The challenge for those of us interested in creating change is finding a way to get whites to acknowledge systemic racism without configuring themselves as heroic, central figures or equating their experience with that of people of color. What this requires is for white people to work in coalition with people of color and to listen to the experiences of racial discrimination that people who bear the unequal burden of systemic racism without trying to take center stage.« (aus ‚racismreview‘)

    Daher, denke ich, auch die unsägliche Einladung zum Kaffeekränzchen,

    Lasst doch bitte nicht schon wieder eine im Kern große Sache durch Instrumentalisierung und Dominanzkompulsion schimmlig machen, dachte ich.
    Leider so treffend und plastisch und vorstellbar, Dein Nachmittagsgeplänkel-über-damals-2013-Szenario, momorulez.

    Zum (panne) Kommentar oben: „war mir … sehr recht…“ „Und da es im Grunde ums Bleiben geht“ : nein. Dass es darum, was der Pauliane persönlich recht ist, mal 4 Sekunden lang nicht gehen könnte… unvorstellbar. Bitte erspart mir auch den verniedlichenden Überbegriff „Bleiben“ für Kriegsüberleben nach ein paar hundert Jahren Maafa und Entmenschlichungstradition, und dafür nach eben so vielen hundert Jahren Fordern endlich mal langsam in Ansätzen gehört werden, zu vergleichen mit Wohnungsproblemen (die die Geflüchteten übrigens alle zusätzlich zu den anderen Problemen haben, es steht hier oft im Raum, dass Probleme ‚gegeneinander abzuwägen oder aufzuwiegen wären‘, was totaler Unsinn ist, denn die Geflüchteten haben diese Probleme ALLE, und noch welche z u s ä t z l i c h, die der Peter im Hochhaus nicht hat, also gibt es da nichts abzuwägen oder aufzuwiegen oder zu vergleichen), das ist dann doch eben genau Teil dessen, was aufhören muss, damit Europa aus seiner Verrohung kommen kann.

  4. Mrs Next Match November 18, 2013 um 9:21 am

    entschuldige, das Foto sollte eigentlich ein Link sein, kein riesiges eingebettetes Monster, evtl kann das im Backend korrigiert werden.

  5. momorulez November 18, 2013 um 9:48 am

    Ich checke es gleich mal!

  6. momorulez November 18, 2013 um 10:09 am

    Ich finde das Foto gar nicht zu groß, das kann man doch so lassen?

    Und Pauliane ist die bisher einzige in der Reichweite dieses Blogs, die überhaupt sich des Themas angenommen und in Nachdenklichkeit sich begeben hat.

    Weil der Rest offenkundig „antifaschistische“ Identitätskrisen bekommt, wenn die Refugees nicht bruchlos Teil der EIGENEN, weißen Widerstandsgeschichte sind. Außerdem sind die eh gerade beleidigt, weil ich „Nazischweine“ gegen Cottbusser nicht als ernstzunehmenden Antifaschismus begreife. Dabei ist genau das die Schnittstelle, wo aus ausnahmsweise zumindest temporär aufkeimenden vielleicht mal etwas weiter gehenden, antirassistischen Ahnungen wieder diese weißdeutsche Selbstreferentialität entsteht. Die sich jetzt auch im Demo-Aufruf zeigt.

    Interessanter fände ich ja aktuell die Frage: Angenommen, die ESSO-Häuser sind tatsächlich verrottet. Was käme nun dabei raus, wenn sich Bewohner und Refugees zusammen tuen würden und die Chance hätten, da eine neue Bebauung zu planen? Was wäre das dann, wie würde da gelebt, was würde da statt finden? Ich würde den Refugees da so gerne zuhören, in Sachen Bau, Ingenieurswesen usw. kennen wie auch hinsichtlich dessen, wie man das mit Kultur füllt, kennen die sich besser aus als die Kulturbehörde.

    Diese Heimatschutzbund-Antigentrifizierungsnummer dient ja auch der Absicherung all der Pudeleien. Und dem Mojo hat man da ja auch was Hübsches unter die Erde gebaut – auf was für Musik dieser Mojo-Mythos gründet, ist ja auch bekannt.

  7. Mrs Next Match November 18, 2013 um 3:09 pm

    „wenn wir unsere NAZISCHWEINE und NAZIS RAUS Poster und T-Shirts nicht mehr verwenden …

    – nimmt das doch unserer Antifagruppe ‚Resistant Schneeflocke‘ voll so die Identifikationsgrundlage

    – müssten wir uns evtl fragen, wieviel PoC wir schon mal in unserem Leben gesehen haben, die grinsend „Nazischweine“ skandiert haben*

    – und warum

    – und dann müssten wir vielleicht i bewahre am Ende sogar noch Beides das zusammendenken und uns ein bisschen matt vorkommen, weil wir Effizienz die ganze Zeit weniger wichtig fanden als Selbstbild-Onanie

    -> wird es aber für uns in Zukunft wenns blöd läuft mehr so anstrengend, uns sofort auf Knopfdruck als tolle Hechte zu fühlen, und darum gehts ja wohl.

    Also Finger in die Ohren und Lalala. “

    As usual.

    Ich sach mal: Der Drang nach Supremacy macht sich auf ganz unterschiedliche Arten Raum.
    So oder so halt. Bis über ihn ernsthaft und lange und aua nachgedacht würde. Aber das ist zuviel verlangt.

    *Eure Kirmes ist unser Überlebenskampf

  8. ring2 November 18, 2013 um 4:19 pm

    Ich bin immer wieder erschrocken, wie fast automatisch (auch bei mir) solche Mechanismen wirken. Selbst wenn man es eigentlich besser weiß und will, beginnen die erlernten Reaktionen zu zucken. Das haben Momo und ich letztens beim Café ja auch besprochen … wie sich Gedanken und Worte ins Reden schleichen in gewissen Contexten. Das Privileg ist ja nicht weg, nur weil mensch sich Antifaschist nennt und auf Demos geht – und wenn es allzu anstrengend wird, kann weiß-hetero-mann ja auch zurück (Pudelei ist ein schönes Wort). Und dann wird es still.

  9. pauliane November 18, 2013 um 4:32 pm

    @Mrs Next Match : Doch, es ist sehr für mich sehr wohl vorstellbar, dass es nicht darum geht was mir recht ist.
    Ich versuche nur mich im Rahmen meiner Möglichkeiten zu solidarisieren und zu unterstützen.
    Genau das Vergleichen der beiden Themen wollte ich vermeiden, dies ist hier scheinbar nicht so angekommen.
    Mir war schon klar, dass ich mich auf dünnes Eis begebe wenn ich hier kommentiere, doch damit, dass Kommentare sofort als „panne“ tituliert werden und eine (mir ja auch bewusst gewordene) gedankenlose Aussage sofort als Überheblichkeit oder Egoismus dargestellt wird, hab ich jetzt nicht gerechnet.
    Weder will ich bewerten noch mich als Gutmensch darstellen, es wurde mir nur bewusst, dass ein Vermischen sich hier nach Lesen des Textes auch für mich nicht richtig anfühlte. Dafür bin ich Christian dankbar und das wollte ich eigentlich auch nur zum Ausdruck bringen.
    Leider fehlt mir das rhetorische Geschick um meine Beweggründe hier besser zu erklären.
    Trotzdem werde ich mich weiterhin sowohl mit den Refugees als auch mit den Bewohnern der Essohäuser solidarisieren, soweit es mir möglich und auch erwünscht ist.

  10. momorulez November 18, 2013 um 4:46 pm

    Danke euch für eure Kommentare.

    Ja, Mrs. Next Match, genau solche Mechanismen meine ich – und es ist ja kaum möglich, sich da überhaupt verständlich zu machen.

    Aber es gibt dieses Kuriosum, dass, sobald in Deutschland diskutiert wird, wer Nazi ist und wer nicht, geht der, der es nicht ist, dazu über, sich als der, der aus der Geschichte gelernt hat, am liebsten als allererstes über tatsächliche Nazi-Opfergruppen zu erheben oder zumindest deren Anliegen derart zueigen zu machen, dass diese möglichst zu verstummen haben. Weil sie diese fragile Konstruktion bedrohen könnten.

    Da funktioniert Herr Neumann nicht anders als linke Szenen.

    Natürlich ist der Aufruf oben verglichen mit anderen Aktionsweisen noch völlig harmlos. Nur bin ich nun auch seit Anfang der 80er immer wieder an Peripherien linker Disussionszusammhänge unterwegs gewesen und kenne das ja in- und aufwändig.

    Setzt man sich dann nicht als PoC, Jude, Schwuler, Lesbe brav in die Ecke, hält die Schnauze und bewundert die Größe dieser historischen Errungeschaft, dann eskaliert es völlig und man ist eh der Verrückte, der Traumatisierte, die Diva, der Amaßende, der Störenfried, Netzbeschnutzer USW.

    Deshalb erlebe ich das richtiggehend als körperlich bedrohlich. Und im Falle von Lampedusahh auch als das gruseligste, was da aktuell denkbar ist. Das Spiel spielt Neumann ja die ganze Zeit: Der Rechtsstaat, der aus der Nazi-Zeit gelernt hat, gegen die „Linsextremisten“ und impertinent-anmaßendem Flüchtlinge, die ja wohl mal peilen müssten, dass es hier nicht mehr läuft wie unter Adolf. Und der Aufruf oben geht dem auf den Leim.

    Das ist eine fatale Struktur als solche, und immer, wenn das ausbricht, geht Politik nicht mehr, sondern nur noch Selbstverständnisdebatten.

  11. momorulez November 18, 2013 um 4:55 pm

    @ Pauliane:

    In solchen Fällen gilt einfach, dass man das „Panne“ auch hinnehmen können muss, wenn Betroffene schreiben – auch und gerade dann, wenn es passiert, dass tatsächliche Solidarisierung ja von ganzem Herzen kommt. Du bist ein ganz wundervoller Mensch und mit ganzem Herzen dabei; das schützt nur niemanden davor, ständig in Situationen zu agieren, wo man aufgrund von Prägungen selbst in die Scheiße langt. Ich war mit Mrs. Next Match jüngst Kaffee trinken und habe da auch mindestens einen fundamentalen Bock geschossen. Passiert mir an dem konkreten Punkt bestimmt nicht wieder, und ich war für den Hinweis dankbar. Da geht es auch gar nicht um rhetorische Fähigkeiten, sondern um Haltungen, die man als weißer Deutscher einfach zeitlebens eingeübt hat, ohne es zu merken. Die Anderen aber trotzdem weh tun. Da kann man dann gucken, was der Punkt war, und lässt es in Zukunft sein.

  12. momorulez November 18, 2013 um 5:38 pm

    PS: „Netzbeschnutzer“ ist so schön, das lasse ich stehen 🙂 …

  13. pauliane November 18, 2013 um 5:56 pm

    @Momo:
    es ging mir hier in der Hauptsache auch darum, dass ich ja froh war auf diese Gedankenlosigkeit aufmerksam gemacht wurde durch deinen Text.
    Dass es eben nicht darum geht was mir gerade recht kommt sondern darum, das Vermischen dieser Themen zu überdenken.
    Leider wird mir nur durch den Kommentar nicht klar was der Punkt war, sondern ich erkenne lediglich eine Interpretation die so einfach nicht stimmt. Ich bin froh wenn ich auf falsche Verhaltensweisen aufmerksam gemacht werde damit ich sie abstellen kann, doch evtl. hab ich dann den Kommentar nicht verstanden.

  14. momorulez November 18, 2013 um 6:23 pm

    Ich will Mrs. Next Match jetzt nicht vorgreifen, lediglich entlasten als „mobster“, falls gewollt, sonst lösche ich wieder wie auch alle Fehlinterpretationen:

    Schon in diesen Formulierungen, welcher Demo-Termin Dir recht sei, zeigt sich ’ne Haltung, die z.B. den Refugees ja gar nicht erst zugestanden wurde, vermutlich, und PoC im Allgemeinen sowieso auch so gut wie nie. Da wird nicht gefragt, was ihnen recht sei. Die sollen devot dankbar sein, wenn sie nicht erschlagen werden in postnazistischer Güte.

    Ich weiß nicht, ob man die St. Paulianer gefragt hat, dass nun der Überlebenskampf von #lampeduusahh mit dem der Flora zusammen gelegt wird. Und wenn ja: Was gibt es denn für Artikulationsspielräume für fundamental Entrechtete ihren Unterstützern gegenüber, die faktisch die Macht haben, zu bestimmen, was ihnen recht und was nicht ist?

    Das sind keine Spitzfindigkeiten; Mrs. Next Match reagiert da auf Signale, die sie nach einem lebenslangen, unfreiwilligen Antirassismustraining sehr genau lesen kann. Und die man als Weißer aus Gewohnheit nicht peilt.

    Der andere Punkt ist, dass „bleiben“ einfach etwas so fundamental anderes bedeutet im Falle der Refugees als im Falle der ESSO-Haus-Bewohner zumindest mutmaßlich, ich weiß ja nicht, wer da wohnt, im Falle der Flora aber sowieso, dass es geradezu wahnwitzig ist, das in einem Atemzug zu nennen.

    Das ist echt eine Situation von annähernd historischen Ausmaßen, dass es dieser Gruppe gelungen ist, ganz, wie Mrs. Next Match schreibt, dass nach Jahrhunderten der Entmenschlichung, der Sklaverei, der Kolonisation, der Ausbeutung ihre Subjektive, ihre Sicht der Historie, der Politik, bundesweit tatsächlich vernehmbar wurde. Das passiert sonst NIE. Selbst bei dem so gnadenlos fürchterlichen Flüchtlingsmarsch durch Deutschland ist nur das in die Presse gelangt, was sich paternalisieren ließ und wo irgendwie wieder ein „Na, unreif, die hamsiedochnichtalle“ möglich wurde, nämlich beim Hungerstreik. „Wir lassen uns doch nicht erpressen!“ sagt dann die Politik. Da guckt der weiße Mainstream mal kurz hin. Wenn sie fast tot sind.

    Da hat die Lampedusa-Gruppe es geschafft, das ein wenig aufzubrechen, das ist der Hammer, wenn Du Dir die Lebensläufe anguckst. Eine Gruppe Traumatisierter klärt Herrn Neumann und uns alle über das Leben auf.

    Und das macht einfach unglaublich wütend, wenn das mit dem Bleiben der Flora und ESSO-Häuser überhaupt zusammen gedacht wird.

  15. Pingback: Beeindruckender Brief der Gruppe Lampedusa Hamburg - St. Pauli NU*de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s