Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Lieber an das denken, was ich will: FC St. Pauli – FSV Frankfurt 2:1

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Burnout-Kandidaten empfehlen jene, die sich damit auskennen, vor allem eine Übung: Konzentriere Dich nicht immer auf das, was Du nicht willst, nicht magst, nicht wünscht. Richte Dein Augenmerk ganz auf das, was Du willst und begehrst, was Du gut findest und gerne erführest.

Die Gefahr ist offenkundig: Überbordende Erwartungen, die in Frustration über Ist-Zustände umkippen. Realitätsverlust. Unkritisches Verhalten gar.

Umgekehrt tut es wirklich gut, sich auch dann, wenn irgendwas gerade nicht schön ist, sich vorzustellen, was man stattdessen gerne erleben würde. Eine Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus und Homophobie – wow!, wie die wohl aussehen würde? Eine ganz ohne aufgeblasene Egos, stattdessen vernetzt in Kooperation, Kommunikation, Solidarität, Mitgefühl, dem Wunsch, voneinander zu lernen – ich komme ins Schwärmen …

Und auf wundersame Weise könnte man manches davon sogar in sein Leben ziehen … und immer dann, wenn Unangenehmes widerfährt oder Handlungen dazu nötigen, vollzogen zu werden, einfach eine angenehme Erfahrung und das, was Spaß macht und gut tut, sich und Anderen, anschließend von ganzem Herzen gönnen.

Politisch sind die Systemgewalten eh so gewaltig, gewalthaltig und gewalttätig, dass ich nostalgischer Demokratieverfechter gar nicht weiß, wen ich wählen soll. Aber in individueller Lebensführung hat sich das Rezept jüngst tatsächlich bewährt.

Aber wie überträgt man das denn nun auf Spielberichte? Große Freude, dass auf der Süd endlich mal wieder eine Choreographie zu sehen war voll politischer Wucht, die jeden schlichten Lokalpatriotismus weit hinter sich ließ wie auch chronische Beschäftigung mit sich selbst und eine Reduktion auf „Polizei doof“, „Viertelschutz“ und „HSV ist Scheiße“? Begeisterung darüber, dass Halstenberg auf seiner Seite nicht fortwährend allein gelassen wurde, die Abwehr stand wie ein Bollwerk und nie der Eindruck einer 85 Minuten währenden Abwehrschlacht entstand?

Man soll sich ja immer vorstellen, was man gerne erleben würde …

Und auf das konzentrieren, was richtig prima lief! Fantastischer Spielzug zum 1:0 nach 3 Minuten! Verhoek trifft und trifft! Tschauner haut Geniestreich-Glanzparaden raus wie Bach einst Fugen! Trotz Hulk-artiger Körperlichkeit und konsequenter Konzeption hervorragen Fussballs auf Seiten des FSV Frankfurt haben wir 2:1 gewonnen! Waren das Brecher, S. neben mir fühlte sich an American Football erinnert.

Und in der Pause waren schöne Trailer für das „Fussball und Liebe“-Love Inn vom 26. bis zum 28.9. im Millerntor-Stadion zu sehen.

Weil man sich ja auf das konzentrieren soll, was man mag, will und erleben will … Fussball und Liebe halt.

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2 Antworten zu “Lieber an das denken, was ich will: FC St. Pauli – FSV Frankfurt 2:1

  1. Pingback: Punkte fressen – #FCSP holt den Dreier daheim gegen einen starken FSV Frankfurt | KleinerTods FC St. Pauli Blog

  2. Pingback: Fink’n Werder gibt’s nicht | Blutgrätsche Deluxe

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