Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: Juni 2013

Die Saxophon-Dialoge, Teil 9

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„Ich habe Musiker kennen gelernt, die ihr Instrument auf einem unglaublich hohen technischen Niveau beherrschen. Ich habe darunter aber auch einige entdeckt, die diese fulminante Technik um ihrer selbst Willen pflegen, die ihre Virtuosität an die Stelle von musikalischer Substanz setzen. (…) Seid aber ehrlich – kann es das Ziel sein, dass nicht der Musiker mit seiner Klangvorstellung das Instrument steuert, sondern das Instrument mit seinen technischen Abläufen und Möglichkeiten die Inhalte bestimmt? Natürlich nicht!“

Frank Sikora, Neue Jazzharmonielehre, Mainz 2012, 5. Auflage, S. 372

Aber manche schieben ja Menschen auch ab, einfach nur, weil es Gesetze, nicht etwa gute Gründe dafür gibt. Oder noch schlimmer: Lassen abschieben, während sie sich auf ihrem White Privilege den Arsch breit sitzen, bis sie das Listening vollkommen verlernt haben.

Das unterscheidet Herr Sikora auch so schön mit Hilfe der englischen Begriffe „to hear“ und „to listen“: Einfach irgendwas hören, was sich bekannt anhört, und zuhören. Würden bayrische Politiker und ihre Hamburger Innensenatoren-Pendants mal nicht nur irgendwas hören, was ihnen dann Apparatschik-Reflexe abnötigt, sondern ganz wie Radaula vom Magischen FC ZUHÖREN – vermutlich bräche dann irgendwann das politische System zusammen, aber alle wären endlich frei.

Es ist schon eine faszinierende Erfahrung, hier in meinem privilegierten weiß-männlichen Luxusleben beim Erlernen eines Instrumentes auf so viele große Thesen aus der Zeit meines Philosophie-Studiums wieder zu treffen. Subjekt, Struktur, Leben, Disziplinargesellschaft, Vernunftkritik, was heißt es, eine Regel anzuwenden, Urteilskraft, Sinnlichkeit, Vernunft, Verstand, das Gerede des Man – ja, selbst der olle Nazi Heidegger hat ja nicht nur Quatsch gequatscht.

Auch wenn jetzt irgendwelche Adorniten um die Ecke stürmen und von Objektivität und Formgesetz daher schwadronieren und mir den Jargon der „Eigentlichkeit“ unterstellen wollen: Adornos großes Thema war nun mal die zutiefst versehrte Subjektivität unter Bedingungen eines totalitär gewordenen, funktionalistischen Kapitalismus.

Da ist kaum ein Instrument vielsagender als das Saxophon, um Versehrtes unter kapitalistischen Bedingungen in Klang zu überführen – erfunden 1842, als die Industrialisierung griff, als Weiterentwicklung der Klarinette. Nur, dass es verbindet, was in der chinesischen Metaphysik sich so feindlich gegenüber steht: Metall und Holz. Man erzeugt den Ton mit einem Stück Pfahlrohr – das ist sozusagen die Umkehrung dessen, was passiert, wenn eine Kreissäge in einen Baum dringt und setzt dies doch voraus.

Dass es dann schwarze Jazz-Musiker waren wie Coleman Hawkins oder Lester Yong, die ihre so ureigenen Klangvorstellungen in unhintergehbare musikalische Substanz überführten, es ist bekannt und doch immer wieder zu betonen – man vergleiche nur einmal, wie klassische oder Militärmusiker die Trompete spielten und wie es ein Louis Armstrong tat!

Das Unglaubliche, was diese Musiker vollbrachten, war, Klangvorstellung und das fühlende, johlende, schreiende, weinende, seufzende und durch und durch versehrte Subjekt zu Gehör zu bringen und das auch noch mit unvergleichlicher Virtuosität und auch Humor zu verbinden. Bei jedem schalen, schlaffen oder schrillen Ton, den ich Goldie Horn entlocke (habe immerhin dank neuem Mundstück Simon & Garfunkels „The Sound of Silence“ laut wie nie zuvor gespielt 😀 ) bricht in mir tiefe Bewunderung auf für diese so unglaubliche Leistung, die freilich mit dem Gesang in der Oper zumindest ein wenig verglichen werden kann. Nur dass der halt nicht improvisiert war – wobei, zu Monteverdis Zeiten soll das ja durchaus noch so gewesen sein. (Übrigens verbot irgendein Papst in irgendeiner Bulle zugleich Kastratensänger und das Saxophonspiel. Auch ein Paradox.)

Nicht umsonst liebte Hawkins die Oper – und die Callas wurde nicht nur wegen Virtuosität, sondern aufgrund ungemein kraftvoller Expressivität völlig zu Recht zur Legende.

Der Unterschied freilich ist einer ums Ganze – auch das beschreibt Sikora so schön, wie aus einer Volksmusik, dem Jazz, verkopfter Virtuosenkram wurde (den er nun u.a. auch lehrt in seiner Harmonielehre). Und klar, es gibt Bezüge, allort auffindbar, zwischen Volksmusiken und Klassik im Allgemeinen und der Oper im Besonderen, gerade inmitten der rassistischen „Carmen“ ja am deutlichsten zu hören.

Nur glaube keiner, „Volksmusik“ sei das gleiche wie Folklore oder das, was in Musikantenstadln zu hören ist. Diese Heimatfilmkarrikaturen thematisieren halt doch immer nur Verarbeitungsprozeduren aus den 50er Jahren geradezu wiedergängerisch.

Eine Ahnung bekommt man, was „Volksmusik“ heißen könnte, hört man sich den Soundtrack zu „Kansas City“ von Robert Altman an. Ein ziemlich merkwürdiger Film, ich weiß nicht, was ich von dem halten soll. Die Filmmusik freilich, selbst eine musikalische Fiktion, bei dem großartige Musiker wie „Fathead“ Newmann und auch die Herren Carter und Redman, letzterer ja mein neues Idol, zu hören sind: Situiert in einer dem Kansas City der frühen 30er Jahre nachempfundenen Kneipe ist in ihr das Coolste die Reaktion des Publikums. Das freilich an einem Filmset agierte und nach allen Regeln der Soundnachbearbeitung hinein gemischt und von Musikern nach gespielt wurde, die die Ära des Blues auch nur von Schallplatten kannten.

Trotzdem wuchtet da ein sehr bluesiger, schräger, ungemein lustvoller und teils auch witziger Jazz, an der frühen Phase des Swing orientiert, jedoch erdiger, mit all seiner Schwere und verschleppten Dynamik aus den Boxen und das Publikum geht lautstark mit – jenseits der Eventeritis auf einem öffentlichen Platz in Hamburg aufgeführt würde so ein Musizieren schlicht verboten. Aber stellte sich eine wie die Callas mittags auf den Rathausmarkt und schmetterte „Vissi d’Arte, vissi d’Amore“, dann kämen wohl auch die Schergen Neumanns, um sie zum Sturz von der Engelsburg zu treiben …

Das Interessante ist ja, das Erschütternde zugleich, das in den jüngst schon beschriebenen „Call & Response“-Praktiken noch der Worksong der Sklaven nachklingt. Der im Jazz in einer ähnlichen Paradoxie fort lebt wie bei der Kreissäge und dem Baum und dem Rohrblatt und dem Messingkörper: Die Berufsmusiker unter Bedingungen der Segregation und danach mussten und müssen ja auch verdammt schwer schuften, um dem Publikum temporäre Befreiung zu verschaffen. Und hatten sich zudem noch mit der Polizei herum zu schlagen – nein, nicht nur wegen Drogen, sondern auch, wenn sie wie Miles Davis nur einfach so vor einem Club in New York standen und vermutlich erst recht, weil er schicke, italienische Anzüge trug: Rums.

Wie gar nicht so weit entfernt übrigens auch die Transvestiten rund um das Stonewall Inn den willkürlichen Attacken der Staatsgewalt zum Opfer fielen (hier in Hamburg herrschte ungefähr zeitgleich polizeilich überwacht Tanzverbot zwischen Männern. Helmut Schmidt fand das richtig und setzte es durch. War halt gefährlich, und in der Hinsicht galten Lokale in der Neustadt als Gefahrengebiete).

Virtuos werde ich auf meinem Horn zwar eh niemals, aber vielleicht ja gefährlich 😀 ; was freilich Herr Sikora zur „inneren Stimme“ schreibt, das ist schon sehr spannend. Wie man sich zuallererst die Schichten musikalischer Prägungen klar machen sollte, um die Disziplinierung durch das Erlernen von vielleicht gar nicht der inneren Stimme entsprechenden Techniken zu vermeiden. Weil die Ablagerungen der musikalischen Biographie das eigene Hören prägten – und auch, was man wahr nimmt und was nicht!

Morgen beim Schlagermove wird man beobachten können, wie sich viele in den Gesängen, die ihre Eltern hörten, verlieren. Die Schicht treffe ich auch manchmal an, während ich tröte. Beim Üben rhythmischer Patterns, die am Funk orientiert sind, merke ich, zu was für Musik ich in den ersten Discos, in denen ich war, tanzte: The Commodores „Brick House“, Maze feat. Frankie Beverly „Feel that you’re feelin'“, Kid Creole & The Coconuts „Stool Pigeon“, Kurtis Blow „These are the Breaks“.

Boah, ey, was bin ich froh, dass es da nicht nur Trios „Dadada“ gab und Pink Floyd ein bißchen früher schon hip waren, obwohl, „Another brick in the wall“ … und dass Fehlfarben sich an Nile Rodgers-Riffs bedienten! Und ja, man kann auf „Brickhouse“ und die Coconuts mit sehr guten Gründen sexismuskritisch los gehen – aber trifft das auch die Musik?

Kann das nur jedem empfehlen, mal auszuprobieren, was passiert, wenn man vor sich hin singt. „Sing, sing, sing“ ist auch eine der Empfehlungen von Sikora. Ich lande dann irgendwo zwischen Joan Baez (freilich ein paar Oktaven tiefer und nur halb so schön), Hildegard Knef singt Cole Porter, Klaus Hoffmann und doch auch erstaunlich viel Blues- und Swing-Elementen, freilich ganz auf weiß-bildungsbürgerlich gewendet.

Ich wurde vor Polka und Marsch gerettet, von wem auch immer! Danke!

Ich hatte vor langer Zeit übrigens mehrfach mit einem Toningenieur zu tun, der sehr beeindruckend zelebrierte, dass er ein ungleich feineres Gehör hatte, wenn er kiffte.

Deshalb richtet der Senat Gefahrengebiete ein. Sie wollen uns das Zuhören austreiben.

WAS WIR ZU SAGEN HABEN: Die „Juchhei, hihi, white supremacy, schafft ein Klima, das ist prima, juchhei, hihi!“-Kolumne von Ines Pohl und Jan Feddersen, taz!

Pohlfeddersen

ES SEI UNS MAHNUNG!

Nebel zieht in dicken Schwaden übers Moor von Forest Hill, grüngespenstisch grinst ein IrrlichtEs ist Nacht in Baskerville. Wer verbreitet Angst und Schrecken, wer vernichtet, was er will? Jeder sucht sich zu verstecken vor dem Hund von Baskerville. Wen er anfällt, dieser Hund von Baskerville, oooh yeah, hat verloren in dem Kampf um Baskerville, oooh yeah!

DOCH: DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT!

Denn: Aber am Abend, da spielt der Z … (Autokorrektur dieses Blogs setzt ein. Deniz Yücel , die Marika Rökk des „kartoffeln will gelernt sein!“-Feuilletons, mischt sich ein und brüllt „Die spinnen, die Z-Wörter! Geht doch nach Ungarn!“) auf der Gitarre uns beiden was vorAber am Abend, da träumt unsereiner schönere Träume als jemals zuvor!
Aber am Abend, da spielt der Z … (Deniz Yücel rastet völlig aus und bewirft Unbeteiligte  mit Neuauflagen von Pipi Langstrumpf- und „Die kleine Hexe“-Büchern, „Damit ihr mal wisst, wie weh UNS  das tut!“) auf der Gitarre die Canzone d’Amor!

Wir setzen uns’re große Hüte auf, schauen uns die Leute an, wir pfeifen draufJetzt ist er heiter, unser Lebenslauf Wir singen alle beide: „Hasta la vista, la vista, la vistaDie Liebe, die ist da“

ZUR EUROKRISE:

Jeden Sonntag kamen sie herüber – ahaUns’re Musikanten aus AthenJeden Sonntag waren sie uns lieber – ahaUnd das können nur wir zwei versteh’nImmer wieder sonntags kommt die ErinnerungDubdidubdidubdub dubIch hör‘ die Bouzukis spielen
Grade so wie in der SonntagnachtAls das Glück uns zwei nach haus gebrachtImmer wieder sonntags kommt die ErinnerungDubdidubdidubdub dub.

WARUM WIR NUR WEISSE, SOZIALE BEWEGUNGEN UNTERSTÜTZEN: 

Sie lieben das Schöne und glauben an morgenSie wollen so sehr dass die Welt friedlich wirdSie sind doch so gut nur der And’re ist böseUnd sie haben sich noch nie geirrt.

Nur Ketten, Mauern und Stacheldraht passen nicht ins Bild hineinKetten, Mauern und StacheldrahtDas muss doch ein Irrtum sein.

ZUR LAGE IN UNGARN:

Ungarische Nächte – das sind Nächte die man niemals mehr vergißt! Weil das Leben in den Kneipen jeden Abend voller Stimmung ist. Ungarische Nächte – roter Z … (Denis Yücel bricht unter Zuckungen zusammen, ein weiteres PC-Opfer wurde von den Schergen des neuen Totalitarismus zur Strecke gebracht. Doch Pohl und Feddersen sind um eine Antwort nicht verlegen:)

Dann kommt der Sonnenschein, scheint dir ins Herz hinein und dann wird alles, alles wieder gut,
(Alle Texte stammen von weißen Schlager-Duos wie Cindy & Bert, Adam & Eve, Nina und Mike – Mouse & Mc Neal ergänzen noch: „How do you do, aha!“.

Zum Hintergrund: Unbedingt lesen!

Passt sich in der Wahl der satirischen Mittel wie auch des Humorlevels ganz dem großen Vorbild taz an: Achtung, Triggerwarnung, ist rassistischer Scheiß.)

Die Saxophon-Dialoge, Teil 8: Ein neues Mundstück ist wie ein neues Leben!

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Den Hals aufmachen. Ja, wie denn? Erstaunlich, was man so alles mit dem Kehlkopf macht. Den ganzen Tag. Ohne es zu merken. Auf und zu, auf und zu. Weiß erst gar nicht, was mein Sax-Lehrer meint, „Hals aufmachen. „Wie denn?“ „Du machst es doch, ich seh doch, wie er sich bewegt!“

Achte beim durch die Stadt spazieren, was in meinem Hals passiert, während ich singe. Lieber leise, sonst passiert noch eine Zwangseinweisung oder so etwas Ähnliches in diesem unmusikalischten aller Länder.

Für’s Singen gibt es hier hier nur wahlweise konzertante oder Gröhl-Formen. Oper und Chor einerseits oder Hafengeburtstag und Fussballstadion andererseits, Oder die Orgel gibt vor, was aus dem Gesangsbuch dran ist.

„Call & Response“ läuft in Deutschland ja zumeist wenn, dann nach Muster „Polizei! Stehen bleiben!“ ab. Oder „Hasso, komm!“ Oder „Maaaaama!“. Imperative Anrufungen. Da sind strophenweise Wechselgesänge wie zwischen Gegengerade und Süd beim letzten Heimspiel ‚Wir sind immer für Dich da!“ – „Fahren zu jedem Spiel, na klar!“ schon Momente konkreter Utopie. Ansonsten singt man hier allenfalls mit, so, wie man mitmarschiert, aber Call & Response, und dann noch musikalisch? Eher selten.

Wobei, ich durfte Montag bei einer zauberhaften Veranstaltung im neuen Mojo dabei sein, da der Soul-Musik gehuldigt wurde – und Wunderliches passierte dort, ein paar Stockwerke unter dem Beginn der Reeperbahn: Die überragende, großartige, umwerfende, charismatische China Moses stimmte „Rescue me!“ an, und das Publikum antwortete. Singend. In eigener Phrasierung,

Ein Hauch dieses legendären und unvergleichlichen Donnie Hathaway-Albums, dem, wo auch „Talkin‘ ‚bout the Ghetto!“ so eindrucksvoll vom Publikum gesungen wird, lag in der Luft. Wow! Das hat sich ja in der House-Music tradiert, da gibt es auch Call & Response zwjschen DJ und Tanzenden, Ausrufe der Lust und Hingabe …

Das habe ich ja erst bei dem für mich so erweckenden, intensiven, maßlos sexy Konzert von Joshua Redman beim Elbjazz vollumfänglich begriffen – was die musikalische Kommunikation zwischen den Instrumentalisten im Jazz tatsächlich bedeuten kann. Dann, wenn nicht einfach jeder sein Solo abspult, sondern Call & Response statt findet und ein tatsächlich utopischer Raum der zwangfreien Kommunikation unter Gleichen sich öffnet. Gibt einen „Joshua Redman versus James Carter“-Tenorsaxophon-„Duell“-Mitschnitt bei Youtube, da man die Unterschiede zwischen Ego und Kommunikation sehr schön beobachten kann. Carter mackert los, und Redman lauscht – um dann zu antworten, indem er Phrasen aufgreift und moduliert. Carter will zeigen, quietschend und blökend, was für ein schräger und wilder Hecht er ist – Redmann greift Basstöne auf und entwickelt daraus eine Basslinie.

Was vermutlich aktuell auch nur zwischen Männern oder zwischen Frauen (bzw. solchen, die so gelesen werden) wirklich geht, diese Kommunikation in der Improvisation unter Gleichen, weil keine patriachale Assymmetrie sich dazwischen drängelt. Und wenn dann noch mittendrin jeder der Musiker kurz ganz dem emotionalen Ausdruck sich hingibt und mitreißend und ganzkörperlich seine Musik dem Publikum schenkt, dann spürt man, dass die Welt Klang ist und in manchen Kulturen einfach alles dafür getan wird, dieses Wissen zu bannen, weil es befreien könnte. Hier wird doch eher der Presslufthammer vor der Haustür akzeptiert als eine Nachbarin, die Schlagzeug übt, eher Verkehrslärm und Renovierungsterror als probende Kontratenöre …

Nur, so ganzkörperlich der Musik sich öffnen, während man sie macht – nach 23 Jahren am Computer ist das gar nicht so einfach. Vielleicht beim Piano-Spel, aber nicht im Falle des Saxophons. Die Kehle öffnen. Geht nämlich nur, wenn man Rückgrat zeigt, statt mit verkürzter Brustmuskulatur gebeugt vor Tastaturen zu sitzen. Die verkürzt sich ja wirklich, die Brustmuskulatur. Gegensteuernd muss ich das Saxophon sehr hoch ansetzen, um die tiefen Töne zu bekommen. Kopf hoch! Aufrecht gehen! Hat zwar auch Mary Roos drüber gesungen, aber so ausgelutschte Metaphern sollte man nicht unterschätzen in einer Welt voller „Polizei! Darf ich mal Ihren Ausweis sehen?“ in Gefahrengebieten, von Freiheitsverächtern als Kriegsrecht gegen die Bevölkerung erklärt.

Denen blase ich jetzt den Blues, das haben die nun davon. Mitten im Gefahrengebiet. Auch eine Form, das Recht auf Rausch zu leben und zu proklamieren. Und je weiter mein vom Arbeitsalltag gekrümmter Körper sich öffnen lernt – da muss man aufpassen, das kann massive Weinkrämpfe verursachen, ist meinem Sax-Lehrer neulich passiert, dass eine Schülerin plötzlich zu heulen anfing und gar nicht mehr aufhören konnte -, desto limitierter erschien mir das Mundstück, auf dem ich blies. Viel zu kurz für meine für mein hohes Alter noch erstaunlich pralle Unterlippe.

Nun habe ich das Glück, nur 10 Minuten vom Büro entfernt einen der sogar international anerkannten Saxophon-Mundstück-Experten residieren zu haben. Da habe ich auch Goldie Horn gekauft. Also mal rum probieren, was die Welt mir sonst noch so bieten hat …

Saxophonmundstücke haben einen unterschiedlich großen Spalt zwischen dem Holzblatt, das den Ton erzeugt, und dem „Schnabel“, sind unterschiedlich lang und haben mal große, mal kleine Kammern. Die mit mehr Platz sind schwerer zu kontrollieren und geben drum mehr Freiheit.

Also eins mit mehr Platz. Wo schon die Kehle sich öffnet, braucht die Luft ja auch Raum. Hat sogar die gleiche Farbe wie Goldie Horn, ist aus Metall, mein neuer Schatz. Handmade. Einzelstück.

Soeben beim Genießen der Blues-Tonleitern machte ich es erst dicht. Das ist ja immer das Problem, wenn es mehr Möglichkeiten gibt – schockiert macht man dicht und sieht sein bisheriges, eingeschränktes Ausdrucksrepertoire bedroht, das sich doch so vertraut anfühlt. Blörbs. Oh Schreck, mehr Raum. Iiiiiietsch. Oh Schreck.

Doch da hilft ja der Blues. Erstaunlich, wie viel expressiver die Tonfolgen klingen. Schließe die Augen, alle Bildschirme verschwinden, da sind nur noch ich und Goldie Horn und das Erkunden der neuen Klangmöglichkeiten … nicht zubeißen, Momo, nicht quetschen, let it flow, brüll es raus … wow!!!

Eine ganze Welt beginnt sich zu anzudeuten … das d“ ist plòtzlich gar nicht mehr dumpf! Hey, was geht denn da beim d“‘ ab? Glasklar! Hey, da ahne ich ja, was MEIN SOUND werden könnte! Irgendwann! Aber sein wird!

Nur wenn man den gefunden hat, besteht die Möglichkeit, auch Antworten zu bekommen. In all den Imperativen, die trotzdem wie ein Kugelhagel immer wieder auf mich eindringen werden, zeigt sich nur doch nur die Angst vor dem, was jenseits der Wertungen der Egos beginnt …

Vom Recht, Rechte zu haben

Ich mag diese Texte zur Debatte rund um die Refugees in Abendblatt und Mopo hier gar nicht verlinken.

Genau so wenig, wie ich rechtsradikale, rassistische, schwulenfeindliche oder frauenverachtende Seiten verlinken würde.

Gar nicht wegen der Artikel selbst, ich finde das eher erstaunlich, dass solche Blätter wie die erwähnten sich tatsächlich um Information statt um Ressentimentpflege mühen. Aber die Sätze, die dort von Vertretern der Exekutive und der Legislative geäußert werden, Phrasen, in denen sie sich Verfügungsmacht über die Biographien anderer Menschen zusprechen, ich mag das immer alles gar nicht mehr lesen.

Diese unglaubliche Dreistigkeit und Impertinenz, anderen Menschen erzählen zu wollen, wo sie eine Perspektive hätten und wo nicht. In meiner Naivität sind für mich ja kontrafaktische Begriffe wie „Mündigkeit“, „Selbstbestimmung“, die Möglichkeit von Selbstverwirklichung für alle gleichermaßen für mein Demokratieverständnis maßgeblich – und Politik sollte sein ein gemeinschaftliches Bemühen, die Rahmenbedingungen für die maximale Bedürfnisbefriedigung aller gleichermaßen zu schaffen. Nicht etwa eine Methode, administrative und ökonomische Macht zu maximieren.

Wobei „gemeinschaftlich“ eben NICHT die völkische Volksgemeinschaft meint, die die Asylrechtsvernichter von 1993 konservieren wollten, auch nicht die im Sinne der über Abstammung definierten „Nation“ – sondern ein solidarisches Miteinander derer, die gerade da sind, wo sie eben sein wollen.

Ich finde, dass weder ich noch Herr Neumann irgendein begründungsfähiges Privileg zum Hiersein gegenüber den Flüchtlingen in Anschlag bringen können. Wenn er der Meinung ist, die einzige Perspektive für „die da“ sei eine Italienreise, gilt das auch für ihn selbst.

Mich graust es wirklich angesichts der Geschichtsvergessenheit und Borniertheit des SPD-Senates, von FDP und CDU – und DIE GRÜNEN würden wohl auch weniger mitmenschlich agieren, wären sie noch regierend.

Für mich als Pimpf-Nachkomme galt immer die Verpflichtung, mich mit den Verwerfungen und Grausamkeiten der ersten Hälfte des Jahrhunderts (und der Zeit davor und danach natürlich auch) zu beschäftigen – und da nicht damit, was an Hitler nun menschlich gewesen sei, Herr Ganz, sondern insbesondere auch die Auseinandersetzung mit Exil und Exilanten. Die Biographien eines Willy Brandt, einer Else Lasker-Schüler und eines Walter Benjamin sind relevantere Bezugspunkte als Ernst Jünger-Lektüren. Ebenso die Vergegenwärtigung verschiedener Phasen jüdischer Einwanderung nach Hamburg.

Ich fasse es bis heute nicht, dass 1952 Debatten darüber tobten, was für eine Schweinerei es doch sei, angesichts des Schicksals volksdeutscher Flüchtlinge aus Pommern und Schlesien nun auch noch jüdische KZ-Opfer zu entschädigen. Und es packte mich Entsetzen, als ich las, dass der erste Kommentar bei Facebook, nachdem der FC St. Pauli mitteilte, er helfe den Refugees, darauf verwies, was denen denn nun einfiele, in Deutschland gäbe es schließlich gerade eine Flutkatastrophe, was helfe man denn da … Schwarzen schrub sje nicht, meinte sie aber wohl. Die lässt die EU ja wissentlich massenhaft im Mittelmeer verrecken.

Wahrscheinlich sind Neumann und Co auch deshalb so unverschämt und übergriffig, wenn es darum geht, in die Lebensentwürfe anderer Menschen einzugreifen unter Berufung auf unmenschliches EU-Recht, weil die jegliches Bewusstsein davon verloren haben, dass es auch sie treffen könnte.

Kennt der Kurt Schuhmacher überhaupt noch? Dass also historisch gerade auch Sozialdemokraten es waren, denen von Bürgerlichen und Adeligen verordnet wurde, was ihre Perspektive zu sein hat und was nicht? Dass sie es waren, die zu Beginn der 30er Jahre von immer weiter in die Bereiche administrativer Macht vordringenden Nationalsozialisten, die nicht zufällig auch und gerade in die Polizeiapparate vordrangen, ENTRECHTET wurden? Damals stimmten sie noch gegen das Ermächtigungsgesetz … würde ich denen heute gar nicht mehr zutrauen.

Es gibt diese unübertroffene Formulierung Hannah Arendts vom Recht, Rechte zu haben. Die sie in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ auch angesichts von Staatenlosen und Flüchtlingsströmen formulierte.

Und genau darum geht es ja allerorten gerade in Abstufungen – im Falle des Bleiberechts für die Refugees ebenso wie im Fall des Ehegattensplittings im Falle eingetragener Lebenspartnerschaften für Lesben und Schwule oder auch den katholizistischen, gewalthaltigen Ausfällen gegen die Homo-Ehe in Frankreich wie auch beim faschistischen Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ in Russland wie auch bei #aufschrei um das Recht auf körperliche Selbstbestimmung wie auch bei N-Wort-Debatten um das Recht, nicht herabgewürdigt und beleidigt zu werden. Klar ist verweigertes Bleiberecht ungleich gravierender als vorenthaltene Ehegattensplittings. Dass Mehrheiten sich erdreisten, Minderheiten zu entrechten, ist strukturell dennoch grausam. Graduell je nachdem noch grausamer.

Nun greift die linke Kritik am Begriff der Rechte dann, wenn sie nur und ausschließlich durch einen Staat gewährt und entzogen werden. Der Begriff Hannah Arendts, die als Jüdin vor den Nazis flüchten musste, weil sie um die kommende Entrechtung wusste, geht darüber hinaus – es ist schlicht und ergreifend logisch wie moralisch geboten, dass Rechte, die man für sich einfordert, auch Anderen zu gewähren sind. Und dass all die skizzierten Gegenbewegungen genau dagegen anrennen: Rechte nur für mich, aber nicht die Anderen! Das Motto der politischen Rechten halt.

Nun läuft man als „homosexuell“ Markierbarer eh mit der Erfahrung durchs Leben, dass Rechte historisch-faktisch gerade uns immer wieder entzogen wurden und entzogen werden und jederzeit wieder entzogen werden könnten und dass diese sich brüstende „Toleranz“ der Mehrheitsgesellschaft ein höchst fragiles Unterfangen ist. Es gibt immer den temporären Entzug, da man acht geben muss, sich nicht im falschen Moment zu zeigen, um nicht z.B. sehr plötzlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit einzubüßen, zum Beispiel – ein Gefühl, das vielen Frauen und PoC, die nicht entscheiden können, wann sie verbergen, wann zeigen, auch sehr geläufig ist.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass es sehr fix ein Rollback geben kann und ich mir nie sicher sein kann, ob ich mein Leben nicht in irgendeinem Gefängnis oder irgendeiner Psychiatrie oder irgendeinem Lager beende, einfach wegen devianter Form des Begehrens. Das war mir mit 16 klar, dass das zumindest möglich ist; die LGTB-Brüder und Schwestern in Russland machen gerade exakt diese Erfahrung. Und Frau Kuby und der Papst wünschen sie mir auch.

Manchmal denke ich, dass es dieses Bewusstsein ist, das Politikern wie Neumann und Co einfach fehlt. Deshalb schwingen sie diese unsäglichen Reden, agieren in konfrontativer Unmenschlichkeit und rufen skrupellos „Gefahrengebiete“ aus, also Entrechtungsgebiete. Weil sie sich viel zu sicher sind. Dabei kommt schlechte Politik heraus. Weil es an Emphatie fehlt.

Dabei bräuchte er nur mal den Geflüchteten zuhören. Dann könnte er noch was über Demokratie lernen – falls er das überhaupt will. „Wenn die Gesetze schlecht sind, muss man sie ändern“ hat einer von ihnen sinngemäß gesagt. Eben.

Das wär doch mal was! Hamburg als Vorreiter im Kampf gegen all die unheilvollen Gesetze, die die „Festung Europa“ mörderisch „absichern“! Und Menschen, die es trotzdem schafften, zur Manövriermasse zwischen Deutschland und Italien machen. Dagegen Avantgarde sein! Yeah!

Wohl nur ein Traum. Aber ein schöner.

Mal gar nichts zu meckern beim FC St. Pauli :) – schön!

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Was habe ich gewettert, genörgelt, gezetert – und bestimmt auch manches Mal belehrt. Aber ja nur, weil ich den FC St. Pauli liebe, ganz genau wie jene, die operativ im Verein und deren ökonomischen Sektoren tätig sind, ja auch.

Nun betrachte ich Verläufe und Kommunikationen und News der letzten Wochen und bin echt erfreut, so weit es den Magischen FC betrifft. Nicht nur, dass „der Verein“ im Falle humanitärer Soforthilfe für jene, die vor seinem Stadion leben, so prompt und, verfolgt man Berichte über Nachtwachen, auch wirkungsvoll ein offenes Ohr und Auge zeigte und dann handelte. Und das begleitet von durchgängig extrem freundlichen und offenen Kommunikationen bis in die Geschäftsführung hinein. Das hat riesig gut getan.

Dass darüber hinaus politische Statements von Vereinsseite vermieden werden ist völlig richtig, ’ne politische Partei ist der FC St. Pauli ja nun doch nicht.

Das müssen wir halt übernehmen.

Und wenn ich auch aufgrund von viel zu viel Arbeit aktuell das meiste nur über Facebook und Blogs verfolgen konnte, bin ich doch einmal mehr fasziniert, mit was für einer Energie und Geschwindigkeit die FC St. Pauli-Community mobilisieren kann, zu mobilisieren ist und aktiv wird. Toll. Bin glücklich, Teil derer zu sein.

Aber auch darüber hinaus: Rachid Azzouzi stellt eine spannende und sinnvoll erscheinende Neuverpflichtung nach der anderen vor, so dass ich statt Sommertheater zu verfolgen in wohliger Erwartung der nächsten Saison schon mit den Hufen scharre und, wie dem Forum ja auch zu entnehmen ist, wie viele andere auch sehr angetan die Entwicklung verfolge. Das fühlt sich alles sehr gut an und nährt Vorfreude. Dass die Gespräche mit Florian Bruns verebbten ist traurig, aber auch da scheint ja was versucht worden zu sein. Ich vermisse den jetzt schon 😦 …

Oft wurde sich zudem darüber ereifert, dass Union Berlin den Stadionbau als Gemeinschaftsprojekt aller Eisernen betrachtet habe, während bei uns manchmal (bei mir zumindest) der Eindruck entstand, er würde eher in Opposition zur Orientierung der Fan-Base als Projekt von solchen betrieben, die ihr eigenes Business-Denkmal schaffen wollten. Nun, ich weiß nicht wie genau es entstand und welche Rolle wer in der Stadionbau AG dabei spielte, erfolgt der Aufruf zum gemeinsamen Gestalten der neuen Gegengeraden. Ganz, als sei die Kritik sehr ernst genommen worden. Finde ich richtig gut! Trog der Eindruck vielleicht. Und wenn dann erst unser Museum da rein kommt!

Die neuen Fanräume sind auch richtig prima geworden – äh, also zu meckern im Falle meines Lieblingsvereins habe ich aktuell gar nichts.

Kuriosum im Netz ist ja, dass man so richtig Resonanz nur erzielt, greift man an, haut man drauf, watscht man ab – was manchmal auch dazu führt, vor allem dann zu schreiben, wenn es Aufreger gibt. Kann ich an den Leserzahlen hier auch gut nachvollziehen – die schwärmenden, sehnenden, träumenden Texte gehen oft unter, während z.B. Kritik an der taz wochenlang das Blog belebt.

Aber sich daran nur zu orientieren hieße ja, an denen, über die ich mich auch in Zukunft aufregen werde, kleben zu bleiben.

Drum heute mal ganz ohne – die winzigen Spuren der Utopie, die sich beim FC St. Pauli manchmal zeigen, genießend.

Nähere Infos zur Unterstützung der Refugees:

„Folgende Nachricht erreichte uns eben von kirchlicher Seite:

An Sachspenden werden gebraucht:
– Isomatten, Faltmatratzen und Schlafsäcke
– Männerjacken: Regen, Flies, etwas gefüttert
– Hygieneartikel: Zahnbürsten, Zahnpasta, Duschzeug, einmal Rasierer, Rasierschaum
– Rucksäcke und Taschen
– Schuhe ab 42 (bitte nur welche die noch gut in Schuss, nicht zu ausgelatscht und eine intakte Sohle haben, am besten wasserdicht)
– neue (!!!) Socken und Unterwäsche (man muss das “neu” leider betonen…)
– Schreibartikel: Kulis, Hefte oder Blöcke, es wurde auch schon nach deutsch-französisch, deutsch-englisch Wörterbüchern gefragt.
– Einmalgeschirr v.a. Becher

Die Sachspenden mögen bitte an das Info-Zelt am Anfang des Steindamms gebracht werden.

Essensspenden bitte nur nach Rücksprache! (zB Freitags Reissäcke an die Erlöserkirche, Getränke an St Pauli Kirche oder Infozelt, etc)
Für Geldspenden gibt es entweder eine kleine Box am Infozelt, ein Konto der Karawane und eins der Nordkirche.

Tatsächliche Mithilfemöglichkeiten und weitere Projekte werden gerade noch überlegt, mit den refugees abgestimmt und koordiniert.
Dazu halten wir euch aber dieser Tage auf dem Laufenden.

Bitte schaut regelmäßig in die entsprechenden Quellen!

Veranstaltungen

Samstag
Solifest im Karoviertel

Demo

Sonntag
Benefizkonzert “Embassy of Hope” 19h St Pauli Kirche

Wichtige Adressen:

Sankt Pauli Kirche, Pinnasberg 80, 20359 Hamburg
Infostand der refugees Steindamm, vor der internationalen Apotheke

Hamburg – das Tor zur Welt, nicht die Festung Europa

(english version below)

Mit Bestürzen beobachten viele von uns, wie mehrere hundert Geflüchtete aus afrikanischen Ländern seit Wochen von der Stadt Hamburg im Stich gelassen werden. Wir, eine Gruppe von Fans des FC St. Pauli, wollen unsere Kräfte sammeln und den Geflüchteten aktiv bei ihrem Kampf für einen sicheren Aufenthalt in Hamburg und ein besseres Leben unterstützen. 

Schon lange versäumt es der Senat, seiner Verantwortung als Regierung einer der reichsten Städte Europas gerecht zu werden und jene Menschen zu unterstützen, die vor einem Bürgerkrieg mit wenig mehr als dem eigenen Leben hierher geflohen sind. 

Das ist nicht unser Hamburg! 

Was auch immer wir tun können, wir werden helfen. Dazu fordern wir alle BürgerInnen der Stadt auf, sich einen Ruck zu geben und mit anzupacken. Im Augenblick vernetzen wir uns mit den Geflüchteten direkt, mit den Kirchen, mit antirassistischen Initiativen und anderen wichtigen Stellen, um einen konkreten Plan auszuarbeiten. Wem das Schicksal der Geflüchteten nicht im Allerwertesten vorbeigeht, verfolge weiter diese Kanäle, auf denen wir in Kürze die Möglichkeiten nennen werden, wie ihr eure Solidarität und Unterstützung zeigen könnt.Wir fordern zudem auch die Institutionen und Gremien des FC St. Pauli selbst auf, da zu helfen, wo dieses von den Betroffenen und ihren Unterstützern gewünscht und gebraucht wird.

Kein Mensch ist illegal!

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Hamburg – the Gate to the World, not the Fortress Europe

Deeply concerned, a lot of us see several hundred African refugees being left behind by the City of Hamburg for weeks. We, a group of supportes of the FC St. Pauli, are willing to gather our powers to help these refugees with their struggle for a save stay in Hamburg and a better life.
For a long time the Hamburg Senate fails in its responsibility of being the government of one of the richest cities in Europe and support those people who fled from a civil war with little more than their own lives.

That is not our Hamburg!