Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die Saxophon-Dialoge, Teil 3 (mit Bezügen zur „Kleine Hexe“-Diskussion)

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Ist es eine Entsolidarisierung, wenn ich vorschlage, doch lieber Jazz zu hören, als Fleischauer die Aufmerksamkeit zu schenken, mit der er sein Geld verdient? Weil er ja so lustig „provoziert“, wie neulich ein Freund beim Mittagessen behauptete? Linke ärgern, darauf ist er ja fixiert, der Herr, der „Unter Linken“ schrieb, wie auch Broder, diLorenzo und all die anderen Journalistendarsteller, die Meinung mit Recherche verwechseln.

Natürlich gehört das zum Schema, dass eine Diskussion über rassistisches, gewalthaltiges Vokabular wieder unter und im Bezug auf Weiße geführt wird und damit das, worum es auch geht, gekonnt ignoriert wird: Dass eben dieses Vokabular auch bei POC-Kindern sehr viel bewirkt diesen beibringt, wie sie fortan behandelt werden – ganz wie jedes „Schwuchtel“ auf dem Schulhof mich lehrte, was ich zu erwarten habe, auf dass ich mich lieber versteckte. Ich konnte das. Ein Privileg.

Neulich guckte ich mit meinem schwarzen Kompagnon mal wieder nebenbei Fussball – ein kleiner PoC-Spieler erwies sich als irrwitzig schneller Flügelsprinter. Mein Kompagnon lachte bitter,

dass der diese Geschwindigkeit wohl aus guten Gründen lernen musste. Ja, um vor der Gewaltandrohung, ob verbal oder physisch, schnell weg laufen zu können. Kenne auch die Erzählungen von PoC, die nicht von lustigem Dammbau zusammen mit anderen an irgendwelchen Bächen in öffentlichen Grünanlagen erzählten, sondern dass sie vor allem froh waren, heil zu Hause angekommen zu sein, eine ganze Kindheit lang. Eine andere Geschichte, die mein Kompagnon oft erzählt, ist, dass die „Brot für die Welt“-Plakate die einzigen Bilder von Schwarzen waren, die er überhaupt zu sehen bekam – jenseits von „Jim Knopf“, „Huckleberry Finn“ und „Onkel Toms Hütte“ (zu denen gab es in den USA analoge Diskussionen). Identifkationsangebote?

Dann kam „Roots“ ins Fernsehen, wirklich ein gewaltiges Ereignis – mit dem Effekt, dass er sich fortwährend „Kunta Kinte“-Witze in der Schule anhören musste. An die erinnere ich mich auch noch – weit und breit kein Schwarzer, aber 13jährige übten, „Kunta Kinte“ lautmalerisch unter „primitiv“ abzuspeichern und lachten dabei gehässig. Ich kann mich wirklich an kein Wort der Emphatie, des Entsetzens angesichts dessen, was diese Fernsehserie erzählte, erinnern. Aber wenigstens haben meine linken Lehrer den Dreieckshandel gelehrt. Müssen heute 18jährige vermutlich erst mal googeln.

Solche Geschichten werden NICHT erzählt. Nie. Nirgends. Allenfalls mal 23.30 h auf 3Sat. Und in dem einen Film mit dem N-Wort im Titel, immerhin.

Und die ganze Debatte ist nichts als restaurativ im Adenauerschen Sinn: Wegen der „Westbindung“ sind wir jetzt demokratisch und entnazifiziert, was uns nicht daran hinderte, „Brown Babies“, jene der GI, den Müttern weg zu nehmen und sie in Heime zu stecken oder in die USA zu verschicken. Und Schwule ebenso zu verfolgen wie „uneheliche Kinder“ – und deren Mütter zu brutal stigmatisieren. DAS war Adenauer-Deutschland, nicht etwas die „Stunde 0“.

Das nun freilich ist der Punkt, wo Jazz hören tatsächlich hilft beim Lernen. Gerade die Phase ab dem Cool-Jazz. Zur „Westbindung“ gehörte eben auch, dass viele derer, die uns zusammen mit der Roten Armee von den Nazis befreiten, in die Segregation zurück kehrten, „Rassen“trennung. Die dazu führte, dass durch die USA tourende Jazz-Musiker bei einer Pause an irgendeiner Raststätte oft schlicht und ergreifend nicht aufs Clo gehen durften. War nur für Weiße. (Schon angesichts dessen sind die ganzen „Darf man das N-Wort sagen?“ einfach nur eine Unverschämtheit. Schwarze durften tatsächlich keine weiße Frau angucken, ohne sich in Gefahr zu begeben, kastriert und gelyncht zu werden – in „die „Asylanten“ vergewaltigen unsere Frauen“ hallte das auch hierzulande in den 90ern nach).

Das ist eine zentrale Erfahrung der späten 40er und der 50er Jahre, dieses gemeinsam im Weltkrieg Kämpfen und anschließend wieder bedroht, gemeuchelt und herabgewürdigt zu werden. Das hört man in dem zen-haften Eskapismus der Musik selbst.

Also zentrales Thema im Jazz. Eine Seite einer John-Coltrane-Biographie, ein Miles Davis-Zitat erzählt doch mehr als jeder Leitartikel in DIE ZEIT in den letzten 50 Jahren das je vermochte.

„Du weißt doch nicht, wie man besser spielt, nur weil Du gelitten hast. Der Blues kommt nicht vom Baumwollpflücken“.

Miles Davis, von mir übersetzt und zitiert inKarl Lippegaus, John Coltrane, 20. Kapitel, Position 1504, Kindle-Edition

Das ist auch ein Kommentar zu „Brot für die Welt“-Plakaten. Und den Texten von Frantz Fanon, in denen er beschreibt, wie geradezu eine eigene Sprache entwickelt wurde, um Schwarze zu infantilisieren und sie im permanenten Flüchtlingsstatus des Ungebildeten zu verhaften. Um sich aus Supremacy-Haltung „um sie zu kümmern“. Wie einst die Missionare.

Das ist ja das so ungeheuer Schwierige bei den ganzen „Solidarisierungen“, dass Weiße wahnsinnig schnell in dieses Muster verfallen. Deswegen können auch auf der Linken so viele überhaupt nicht mit PoC umgehen, die über Bildung, Sprachfertgkeit und Wissen verfügen und sozioökonomisch NICHT subordoniert sind.

Miles Davis hat immer sehr großen Wert darauf gelegt, Sohn eines Zahnarztes gewesen zu sein und eben nicht vom Acker zu stammen. Wahrscheinlich entbrennen daraufhin nun in manchen Leserhirnen empörte Elogen über seinen „Klassismus“, nur dann, wenn man sich nicht klar macht, wieso. Das ist auch so ein rassistischer Klassiker, Schwarzen nun auch noch Aufstiegsträume anzukreiden, die haben „primitiv“ und „ghettosiert“ zu bleiben, sonst hört ihnen keiner zu, und sie können sich sicher sein, permanent zurecht gewiesen zu werden, verlassen sie diesen magischen Kreis. Gibt auch alberne Bücher über Miles Davis, wo ständig von dessen „Rassismus“ Weißen gegenüber geschrieben wird. Da hat wer trotz Jazz was nicht begriffen.

Der ganze Jazz ist eine Auseinandersetzung mit der gesamten europäischen Musiktheorie bis hin zu Schönberg. Nein, natürlich noch nicht im Falle des New Orleans-Jazz, wie auch, da war ja auch Schönberg noch nicht aktiv. Eine, die an Komplexität, Virtuosentum und Vielschichtigkeit sich vor der Klassik wahrlich nicht zu verstecken braucht – aber eben aus der Perspektive des Blues und des Gospels sich das Material zueigen machte und mit „afrikanischen“ Traditionen ins musikalische Gespräch brachte.

Auch deshalb ist das Saxophon ja ein so ungeheuer spannendes Instrument, das erst durch den Jazz so etwas wie eine musikalische Identität jenseits der Klarinette entwickelte. Man kommt ja – zum Glück!!! – gar nicht umhin, sich mit Coleman Hawkins, Ben Webster, Sonny Rollins, John Coltrane zu beschäftigen. Und lernt bei einer Minute Coltrane einfach mehr über die Geschichte Europas und der USA als in vielen Kunstgeschichtsseminaren.

Dieses so unglaublich durchdachte und durchfühlte Umgehen mit dem musikalischen Material als Gewordenem, den Akkorden, Tönen, Klängen und ihrer tradierten Kombinatorik, die über sich hinaus getrieben und in Kaskaden von Lauten aufgelöst werden, die erst das Eigene ermöglichen, die sich anhören wie das, was man sich beim Saxophonlernen abtrainieren möchte – aber der Weg dahin ist eben das Loswerden eines weißen Bildungsdünkels.

Was natürlich auch das, glaube ich, unauflöslich widersprüchlich, das Problem von Texten wie diesem ist: Bildungsdünkelnd schreibt ein Weißer so was. Das ist zugleich die übliche Enteignungsstruktur, weil im Zuge dessen PoC meistens recht schnell wieder verschwinden. Braucht man sich ja nur die Rockgeschichte angucken.

Trotzdem, wenn ich mir das zum Beispiel angucke und anhöre, klassisch weißes, konzertantes Setting, und mittdendrin dieses Solisten-Genie, mit allen musiktheoretischen Wassern gewaschen, wie er immer weiter durch repetierende Dekonstruktionen hindurch die Möglichkeit der Selbstwerdung erahnen lässt: Ich habe geheult, als ich das raus gesucht habe und hörte. Hat mich stundenlang ausgeknockt.

Wenn man da mal mit und hörend hinein geht, was eben ein wenig besser geht, wenn man zumindest theoretisch weiß und ein klein wenig auch praktisch, wie man dieses Instrument spielt, das ist eine Reise in die Historizität des Materials selbst und zugleich das Anspielen an – ja, die Erlösung. Die Erlösung von all den Zuschreibungen, Urteilen, Diskreditierungen, die in das musikalische Material selbst als Gewaltverhältnis der Kolonisation und Missionierung eingeschrieben sind. Deshalb die Blue Notes als Gegenbewegung.

Wo ich natürlich bei dem üblichen gruseligen Teil bin – dass selbst Coltrane, gerade der spätere, dem Christentum so nachhaltig auf den Leim gegangen ist, dieser üblen Herrschaftstechnik.

Ich muss als schwuler, weißer Mann mich natürlich ganz anders dem Material annähern – um ziemlich schnell fest zu stellen, dass ich mir gar keine Mühe machen bräuchte, Diskreditierendes aus Kinderbüchern überarbeitend heraus zu aktualisieren. Solche wie ich tauchen da eh nicht auf.

Und stelle dann fest, ja, kurioserweise tatsächlich ausgelöst durch das Saxophonspielen inmitten dieser grausigen Debatte, dass der wirklich abgrundtief rassistische Karl May mir schon auch wichtig war, damals, als ich auch „Jim Knopf“ vorgelesen bekam, weil in dessen Büchern auch Transsexuelle auftauchen und Männer Männer lieben. Selbst „Silberpfeil“, steht ja in der Tradition, hatte seinen blonden Lover, wenn auch ganz sexistisch inszeniert vorsichtshalber noch eine Häuptlingstochter kurvenreich vor den beiden tanzte auf Titelbildern.

Ansonsten bedanke ich mich für den flächendeckenden solidarischen Aufschrei in PoC-Communities und feministischen Blogs angesichts dieser Meldung und auch des Interviews mit einem Protagonisten der Muslimbrüder in DIE ZEIT, der dort unter anderem verkündete, sie wünschten sich in Ägypten so was wie in Westeuropa, nur besser. Ohne Schwule. Aber das ist ja auch eh ein „identitäres“, europäischen, kolonisierendes Konzept. Fickt euch.

Und will dennoch darauf verweisen, dass für mich die Frage unaufgelöst bleibt – bezieht man sich nun ständig auf Roenicke, Fleischauer, Sarrazin und die anderen, ist das nun das Non-Plus-Ultra der Solidarität? Wiederholt man dann nicht ständig die ganze Scheiße? Ist nicht Jazz hören und sich mit dessen Geschichte beschäftigen nicht vielleicht wirklich etwas, das man denen wirkungsvoll entgegen setzen kann?

Und vielleicht sogar auch Saxophon lernen?

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8 Antworten zu “Die Saxophon-Dialoge, Teil 3 (mit Bezügen zur „Kleine Hexe“-Diskussion)

  1. distelfliege Januar 20, 2013 um 2:55 pm

    Ich hab ja vor dem Saxophon lernen Jazz nicht gemocht. Weil ich echt blöd ungebildet war, dass Jazz so irre vielfältig ist, dass man nicht einfach sagen _kann_ „ich mag keinen Jazz“.
    (Ich hatte mein Sax geschenkt gekriegt und kam dazu hm.. so wie die Jungfer zum Kinde..) Inzwischen, man kommt wegen dem Sax am Jazz halt nicht vorbei, bin ich weniger furchtbar ungebildet und kann nur den Kopf über mich schütteln. Ich mag deine Saxophon Tweets. Ich mag das, wie du Saxophon lernen und das Lernen von anderen Dingen als denen, die uns Weißbrotdetuschland an Bildung hat angedeihen lassen, verbindest. Ich finde auch: das Instrument kann schon ein Türchen öffnen.

  2. momorulez Januar 20, 2013 um 3:13 pm

    Danke! Das freut mich wirklich sehr!

    Ich hatte irgendwie das Glück, von meiner Schwester in eine Kiffer-Disco auf dem Lande schon sehr früh mit genommen worden zu sein, mit 15, 16, wo sehr viel Black Music, Jazzrock und Fusion lief, und Herbie Hancock und Keith Jarrett wurden damals echt viel gehört, Anfang der Achtziger. Und der damalige Freund meiner Mutter hatte bei meinem ersten Saxophonlernen, da muss ich 15, 16 gewesen sein, mir eine Cassette mit den Großen von Coltrane bis Sanborn zusammen gestellt. Bin ich bis heute dankbar für. Damals bin ich eher bei Grover Washington jr. und David Sanborn hängen geblieben; die Beschäftigung mit Cool, das kam bei mir auch erst 2009 oder so. Und jetzt, wo ich Sax wieder angefangen habe, intensiviert sich das dankenswerterweise.

    Von daher, was Du als Deine Erfahrung schreibst, da fang ich auch gerade wieder an und bin völlig verblüfft, was das gerade mit mir macht. So zwischen neu Hörenlernen und Euphorie und chronischer Verstörtheit, weil dieses Instrument einen Propfen löst und ich von irgendwas wie vom Unbewussten oder so mich manchmal fast überflutet fühle. Ist aber toll!

  3. MartinM Januar 20, 2013 um 7:02 pm

    Danke Momo, dass Du Karl May erwähnst. Er ist ein sehr gutes Beispiel für einen faktisch tief rassistischen Schriftsteller, der Rassismus für dumm und ablehnenswert hielt und entschieden gegen die „harten“ Rassisten seiner Zeit, z. B. den Ku Klux Klan, Stellung bezog. Es kommt beim rassistischen Sprachgebrauch – was in diese merkwürdig verqueren Diskussion untergeht – nicht auf die erklärte Absicht des Autoren an. Astrid Lindgren war (anders als May) auch nach heutigen Begriffen Antirassistin. Trotzdem steckt in einigen ihrer Bücher einiges an Rassismus, über das N-Wort hinaus.
    Was ich auch schmerzlich vermisse, ist Differenzierung. Dieses „Alles-oder-Nichts“, „alle oder keinen“-Denken geht mir schwer auf den Geist. Für ein Kinderbuch gelten nun mal andere Maßstäbe als für Jugendbücher und für die wieder andere als für eine Werksausgabe für erwachsene Literaturfreunde. Das war eigentlich schon immer so – es ist seltsam und bezeichnen, dass eine übliche Praxis auf einmal, wenn es um die Lieblings-Kinderbücher der heute Erwachsenen geht, infrage gestellt wird. Vielleicht Sehnsucht nach einer Zeit, in der auch Rassismus dazu beitrug, die Welt einfach und übersichtlich zu halten?

  4. momorulez Januar 20, 2013 um 7:17 pm

    Kann sogar sein. Und ich fand Antjes Text, auf den Du anspielst, auch nicht richtig – dieses „Nicht-Rassist-Sein“, wie soll denn das gehen, wenn es eine der zentralen Kategorien der sozialen und kulturellen Ordnung vollumfänglich hinter sich lässt?

    Da hat nun ausgerechnet Genova zwar begrifflich unsauber, aber in der Sache richtig mal zwischen zwei Formen unterschieden – eben den aktiven Hassern, Hetzern und Mördern und denen, die unreflektiert Stereotype verwenden. Was mir allerdings neu vorkommt, ist diese Geschichtsklitterung – „neutraler Begriff“ – und das hochaggressive Bestehen darauf, sich das liebgewonnene Herabwürdigen nicht nehmen lassen zu wollen. Bei dem aktuellen Titel von DIE ZEIT werden ja sogar die Grenzen zum Ku-Klux-Clan flüssig,

    Ich habe bei Karl May auch über die Rechte wie auch die Vernichtung der „First Nations“ erstmals was erfahren. Der hat da natürlich trotzdem den „edlen Wilden“ par excellence beschrieben, und diese ständig „Massa“ gebrochen sagenden Schwarzen, unterwürfig, die sind auch nicht kritisch gebrochen oder einfach nur dokumentarisch in Sprache überführt. Das ist schon ganz schön krass teilweise, was der da geschrieben hat – wie das „Taka Tuka“-Land eben auch. Und es NICHT so, dass man das in jenen Tagen nicht besser hätte wissen können. Selbst von Missionaren, die ja oft genug mit gewütet haben, gab es ja genug kritische Berichte.

  5. Mrs Next Match Januar 20, 2013 um 9:36 pm

    Danke für diesen Artikel! Kann mich an keinen unverblümt bösartigeren Backlash erinnern.

    Aber FYI: Die „Asylanten vergewaltigen unsere Frauen ergo lynchen“ hallte nicht in den 90ern nach, sondern Oury Jalloh wurde in den 2005 aufs Polizeirevier gebracht, auf dem er ermordet wurde, nachdem er Frauen belästigt haben soll. Ob die Belästigung eine war oder nur durch Anwesendsein while Schwarz so empfunden/befürchtet wurde, ist nicht geklärt, spielt aber auch gar keine Rolle für den Punkt, dass der unmenschliche Verlauf kein Zufall ist sondern in einer Tradition steht. Das hallt also nicht bis in die 90er nach sondern es hallt heute noch nach und zwar recht laut, und exakt wegen der Entmenschlichung, die das N-Wort im Kinderbuch schon Kleine lehrt.

  6. vuvuzela//riotqueer Januar 20, 2013 um 10:08 pm

    Um mal den subjektiven Faktor meiner Befindlichkeit hinsichtlich Kinderbücher beizumessen, die das ‚anders-sein‘ zum Thema hatten, und warum ich nach meinem letzten Zuspruch auf diesen Blog ein gewisses Unbehagen verspürte, war immer, wie z.B. meine erste komplette Lese_erfahrung mit Peter Härtling ‚Ben liebt Anna‘ http://de.wikipedia.org/wiki/Ben_liebt_Anna,…die ausgesprochene Makulanz von Verobjektivierungen und dem Warensubjekt einer Sprache, wie die deutsche Narration -für mich- mit die pathologischste Sprache ist, und somit dem Gedenken in der BRD-West immer die Werte von Männlichkeit, Rittertum und Recht des Schwächeren, schon eine kleine Tradition hat. Es muss auch mal gesagt und geschrieben werden, das bevor sich der ganze biologistische Schiet um romantische Exotik sich Bahn brechen konnte, die Frau nicht gern beim lesen von nicht_religiösen Elementen sich einer Strafe unterziehen musste, bzw. verachtet wurde.

    Meine Mutter mag sehr gerne Historische Romane mit dem Reflektionsgehalt von vergangener Schreibung von Tatsachen, die heute wohl so nicht möglich sind,…und kann sich ganz schön in Ihrer Einfachheit darüber echauffieren, das der Klerus sich doch dem Orakel der Lust hingaben…wer’s mag,…aber die stoffliche Substanz von dem ist die Selbe wie beim Kinderbuch, die latente Hierarchisierung durch Diskriminierung von Sprachgebrauch der Erkenntnis abgewinnen, das nur der Weg allein das Ziel sein kann, der verschiedenen Sprachen die Zwei_züngikeit zu nehmen. In aller Liebe zum geschriebenen Wort, ein ungemein wichtiges Thema!

    Schönen Start in die Woche euch Allen!

    http://www.kritisch-lesen.de/ausgabe/alternative-kinderbucher

  7. momorulez Januar 20, 2013 um 10:21 pm

    @Mrs. Next Match:

    Danke für die Richtigstellung!!!

    Ja, klar. Das war wohl mein merkwürdiger Erinnerungsflow, der mich bei dem Umgang mit dem Instrument hier gerade ständig überkommt!

    Und der Backlash ist echt derart vor Boshaftigkeit triefend, dass ich spätestens beim Titelbild von DIE ZEIT wirklich die Fassung verloren habe – dann aber auch dachte, dass man sich damit ja gar nicht mehr sachlich oder sinnvoll auseinandersetzen kann, schon gar nicht, wenn da noch so ein Hacke mit seinem „Sie haben mich Rassist genannt!“-Gejammer auflagenstark Verbreitung findet. Die Argumente sind ja bekannt, und bei schenkelkopfender Böswilligkeit hilft auch keine Erklärung.

    Dann scheint der Weg oben im Text aber ja so verkehrt nicht gewesen zu sein, bin mir da ja immer wieder nicht wirklich sicher. Und freue mich über Korrekturen!

    Und habe heute einen Coltrane-Nachmittag erlebt, was muss man diesem Mann danken, echt!!!

  8. momorulez Januar 20, 2013 um 10:23 pm

    @Vuvuzela:

    Dir auch! Links lese ich in Ruhe durch!

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