Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Demnächst auf St. Pauli: Antigentrifzierungsdemos presented by STRABAG!

Sind halt die, die ich fand, als ich den Bauherren der „Tanzenden Türme“ suchte, somit seien sie einfach exemplarisch genannt für Immobilienriesen und nicht selbst gemeint. Und einen Fachanwalt für Immobilientransaktionen haben wir schließlich (zumindest noch) im Präsidium. Auch interessant beim Thema „Gentrifizierung“, übrigens. Würde uns Herr Dr. Stenger viel zu erzählen können, mutmaßlich.

Und sie kommen ja supersympathisch rüber, der Ebbe, der Bene und der Boller. Sind ja auch unsere Helden.

Nun allerdings Promo-Clips einer Coca Cola (!!!) -Marke (danke, Erik, für den Hinweis) mit Statements wie „St. Pauli hat eine politische Haltung, die es sonst so nicht gibt im Profifussball, hat natürlich ’ne ganz krasse Vorreiterrolle“ zu garnieren, ist das Verarschung oder Realsatire?

Absurder geht ja gar nicht. Dann Zoom auf den Jolly Rouge, fehlen eigentlich nur noch „atmosphärisch starke“ Bilder von Pyro beim Diffidate-Marsch mit launigem Blaulicht als Zwischenschnitt.

Nein, man kommt um Sponsoren nicht herum, aber die Nummer ist echt eine Frechheit. Mal ab davon, dass es geschnitten ist wie am iPhone und die Musik da drunter geklatscht wurde wie ein fauler Apfel, an eine Häuserwand geschmissen – eine derart krasse Entleibung der politischen Botschaft empfinde ich echt als Schlag ins Gesicht. Nicht, weil es falsch wäre, was die Jungs da sagen – aber Coca Cola? Es ist kein „Antiamerikanismus“, da schlechte Laune zu bekommen.

Rechts bei den Youtube-Videoempfehlungen ist zu sehen:

 

FC St Pauli: a socialist football club in Hamburg’s Red Light District

 

Ich lach mich scheckig. Coca-Cola-Sozialismus. Gelungener kann man die politischen Messages gar nicht zum Gespött der Wieauchimmerlinken in Deutschland und darüber hinaus machen. Kein Wunder, dass bei Twitter über „Politclowns“ gewitzelt wird, wenn es um unsere Fanszene geht. Weil eben auch über so einen Quatsch aus welcher Marketing-Ecke auch immer völlig absurde Bilder transportiert werden.

Aber der FC St. Pauli ist ja auch der Verein, dessen Fanartikelkatalogmacher einer schwarzen Frau empfehlen, sich die Haare für Fotos glätten zu lassen, ein Afro würde da nicht hinein passen. Ist zwar ein paar Jahre her, macht es aber nicht besser.

Kann mal jemand den Vermarktungsnasen ganz kräftig und natürlich gewaltfrei in die Eier treten?

 

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5 Antworten zu “Demnächst auf St. Pauli: Antigentrifzierungsdemos presented by STRABAG!

  1. Headnut November 22, 2012 um 12:54 pm

    Digga, womit verschwendest du bloss nur deine Zeit? Ich habe da schon so eine „bloss gar nicht erst angucken“ Bremse, die mich davor bewahrt sich wirklich noch darüber aufzuregen. Man kann das auch negativ Gewöhnung oder Resignation nennen.

  2. momorulez November 22, 2012 um 1:10 pm

    Ich halte das nicht für Zeitverschwendung. Und sehr nette Menschen haben die Filme ausdrücklich empfohlen bei Facebook.

    Noch hab ich mich
    noch hab ich mich
    an nichts
    gewöhnt

    … wer hat das noch gesungen?

  3. momorulez November 22, 2012 um 1:15 pm

    Kunze war’s!

    (etwas seltsame Fotocollage, nur auf die Musik achten).

    http://www.youtube.com/watch?v=1_cFmp4Zyvw

  4. momorulez November 22, 2012 um 1:16 pm

    … einige der Fotos passen allerdings gut zu Coca Cola …

  5. Bel November 24, 2012 um 7:10 pm

    Da regten sich manche Journalist_Innen damals um Türkkkischen Rap-Gruppen auf, und heute der Gangstaa-Rap sich Schranken bahnend diese die Verantwortung nehmen für Unzucht und Reglementh.

    One Posse from hell, kill all the Nazis!

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