Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Es wird gebaut, aber nicht gestaltet. FC St. Pauli, der Controller-Verein?

Verzerrt. Falsch. Leblos. Es fühlte sich – so gar nicht mehr und nach gar nichts an. Nach dem Spiel. Während des Spiels. So leer. Pathos findet die treffenden, richtigen, melancholischen, wahren, poetischen Worte.

So leer. So nichtig. Wie eine Hülle, wie ein ausgeblasenes Ei, das zu Ostern angemalt nicht mehr das Gelbe zum Frühstück mir schenken mag. Als wären die Vereinsfarben plötzlich Türkis und Magenta, weil jemand, „prinzipientreu“ stand im Abendblatt, ein 4-4-2 anstelle eines Teams aufgebaut hatte. Als würde Fussball so gespielt, als wäre das Leben eine Abfolge wie das Alphabet, das stur und willkürlich in eben dieser Reihung, basta, dem Leben, Lieben und Begehren entgegen steht und es zu unterwerfen hat.

Ich wünsche Herrn Schubert alles Gute für die Zukunft! Und danke ihm für die letzte Hinrunde, und dass er, auch, aber eben nicht nur einem coolen Team sei Dank, in der letzten Saison den erwarteten Abstiegskampf vermeiden half. Dass er uns sogar auf Platz 4 führte.

Man kann mich allerdings gerne dafür rüffeln, dass ich schon im letzten Frühjahr vieles spooky fand, was er getrieben hat. Dass ich mich gefreut hätte, wenn er zur Sommerpause gegangen worden wäre, dass ich bereits nach dem 1. Heimspiel Herrn Spiess zurief vor der Domschänke, ob er denn nun den Trainer feuern würde und sogar wiederholt #schubertraus getwittert habe.

Ich finde Pfeiffen und derartige Rufe im Stadion auch doof; obgleich: Was sich da sehr heftig und lautstark rund um mich herum auf der Haupttribüne die Bahn brach, das war anders als dieses blöde Pfeiffen nach dem Mainz-Spiel, war es doch?, in Liga 1.

Das waren die Emotionen, die vom Platz vertrieben wurden und sich nun auf den Rängen bei denen, die sich noch nicht in die Teilnahmslosigkeit oder den Fatalismus verabschiedet hatten, mit Knalleffekt und intensiv ein Ventil suchten. Wie ein explodierender Dampfkessel fühlte es sich an. Kann man jetzt als „Nachtreten“ lesen, von mir aus; ich glaube, dass bei anderen Vereinen André Schubert ein sehr guter Trainer sein wird. Zu uns passte er einfach nicht. Ich finde die Entlassung richtig und fühle mich befreit.

Wenn er sich heute im Abendblatt beklagt, beim FC St. Pauli würde zu vieles aus Stimmungen heraus entschieden, mag das auf das Präsidium vielleicht sogar zutreffen. Wie ja die Schmierenkomödie im Sommer belegte, die allerdings immer auch im Ergänzungsverhältnis zu Meeskes inhaltsleerem Kalkül zu sehen ist. Darüber schwebt ein Präsidium, dass immer erst in Erscheinung tritt, wenn gerade mal wieder die Milch überkocht und der Herd stinkt, dann dem Bedürfnis nach „Entscheider“-Schauspielerei nachgibt, jenem Lockruf, den großen Auftritt hinlegen zu wollen, um mit sicherer Instinktlosigkeit den falschen Ton anzuschlagen. Noch der Presse gegenüber verlautbaren zu lassen, man habe den Trainer „kurzleinig beobachtet“ – das ist entwürdigend für den, der das hört. Und man fragt sich, was Herr Duve sich da eigentlich anmaßt als Feierabendpräsident. Hält der Vereinsangestellte für Hunde? Wenn Männer begriffstutzig „Autorität“ signalisieren wollen, kann man sicher sein, dass anschließend alles schief geht.

Froh bin ich bisher über das Auftreten von Herrn Azzouzi. Ich gehe nicht davon aus, dass er hier liest, aber dass er die gleichen Bilder wählt wie ich hier im Blog, schmeichelt mir doch: „Bleiern“, und dem sei „Spiel“ und „Freude“ entgegen zu setzen.

Ich weiß nicht, was hinter den Kulissen lief, aber in meiner Wahrnehmung hat Corny sich immer vornehm zurück gehalten in sportlichen Fragen. Weil intelligente Unternehmer wissen, was ihr „Middle-Management“ wert ist. Das mag dazu geführt haben, dass Michael Meeskes Rolle, klar, als Geschäftsführer eigentlich nicht „Middle“, aber irgendwie halt doch, zu stark wurde – aber wenn ich mir vorstelle, ich wäre Trainer und dann kommen Herr Orth, Herr Spiess und Herr Duve an und suggerieren mir „Kurzleinigkeit“, unter der ich zu „halten“ wäre, würde ich sehr unangenehm. Und wurde das auch in Zeiten, da ich „Middle-Management“ war. Das war nicht lustig für meine damaligen Chefs.

Ich finde diese Methode, sich ewig zu verkriechen und bei sich bietender Gelegenheit den Dicken zu geben, die unser aktuelles Präsidium pflegt, wirklich vereinsschädlich. Das war schon vor den Sozialromantikerprotesten so, erst wegducken, dann schlimme Reden zum Jolly Rouge halten; das war vor dem Sommertheater so, und das ist auch bei der Goliathwache wieder so. Ich habe übrigens so blöde Erfahrungen wie der Kleine Tod deshalb beim Pappen verteilen nicht gemacht, weil ich drinnen an der Säule beim „normalen“ Haupttribünenpublikum stand und ihnen die Dinger entgegen streckte. Es waren welche darunter, die deutlich, aber freundlich sagten, dass sie den Protest blöd fänden.

Der wirklich beeindruckende Großteil schien gut informiert, wusste, worum es geht, da ergänzend zu den uns von der „Breiten Masse“ großartigerweise zur Verfügung gestellten reinen „Jolly Rouge“-Pappen und zu den Medienberichten auch massenhaft Info-Flyer verteilt wurden. Sie waren schlicht und ergreifend für das Museum; anderen erklärte ich, dass man nicht gegen die Polizei sein müsse, um für das Museum zu sein.

Und ganz, wie es sich gehört: Ich stand da ganz in Jolly Rouge gehüllt vor meinem Sitz, einer meiner langjährigen Sitznachbarn empörte sich über den Protest, fand ihn Scheiße, ist ja sein gutes Recht, und danach soff man zusammen wie immer schon in wechselseitiger Sympathie und Respekt seine Bierchen. Geht doch.

Was freilich nicht geht, ist, dass ein Vizepräsident sogar zur Gründung eines St. Pauli-Museumsfördervereins beiträgt, und anschließend passiert zumindest für mich ersichtlich rein gar nichts von seiner Seite. Ich habe ihn im Zusammenhang mit diesem Verein bisher nicht wahrnehmen können, außer im Falle einer Verlautbarung auf der offiziellen Homepage. Er hat keine begeisterten Interviews zu dem Thema in der Mopo lanciert, hat keine – zumindest meine Wissens – Sponsoren für Broschüren gewonnen, und erst reagiert, als der Protest bereits am Kochen war.

Wir haben ein Riesenproblem: Es wird gebaut, aber nicht gestaltet.

Das leitet zurück zu den Stimmungen, die Herr Schubert hier nicht mochte. Früher kursierten immer so Sätze, dass am Millerntor der emotionalste Fussball in Deutschland gespielt würde. Und selbst, wenn es anderswo noch mehr abginge: War zumindest sehr oft so. Und natürlich lag das auch am alten Stadion, das eine trashige Intimität bot, eine Nähe zum Spiel, die nicht mehr wiederzugewinnen sein wird. Das muss aber kompensiert werden, sonst sterben wir.

Es gibt unzählige großartige Visionen und Aktionen aus Fankreisen: Fanräume, Millerntor-Galerie, die Malaktionen von USP sind Beispiele, und die Bespielung des Stadions mittels Jolly Rouge ja auch. Das bringt Leben in die Bude.

Und, was ist die Vision des Präsidiums? Top 25 im Profifussball. Und dann so eine Provinzposse, um den Trainer mit einer Hypothek auf der neuen Saison zu belasten. Na, hätte auch gut gehen können – aber „kurzleinig beobachtet“?

Im Zweifel immer für die Belegschaft. Also für die Mannschaft, die Buchhaltung, die Kartencenter-Mitarbeiter – und auch den Trainer. Ich erwarte übrigens auch vom Präsidium, Herrn Vierkant noch dann zu verteidigen, wenn er Scheiße baut, buchstäblich.

Und ansonsten sollen sie mal dem hochkarätigen Sportchef Azzouzi vertrauen, nicht doof um die Trainerfrage lamentieren, sondern sich Gedanken machen, wie man den Verein angesichts eines neuen Stadions transformiert.

Ich finde die Entlassung wie gesagt richtig: ich brauche dazu keine Kommentare und Analysen von Herrn Orth. Von dem will ich wissen, wie er damit umgeht, dass z.B. die Business-Seats Süd sehr löcherig besetzt waren. Lag auch an der Anstoßzeit, aber who knows, wie diese Stadionregionen besetzt gewesen wären, hätte man welche zurück gebaut?

Das ist ein Symptom dafür, dass von den LED-Banden einst bis hin zu dem lediglich um 200 qm Schrumpfen der Goliathwache einfach ein Scheißdreck an Gedanken verschwendet wird, was das Stadionerlebnis Millerntor noch besonders macht. Das ist kein Selbstläufer mehr. Wir sind nicht mehr der schräge Underdog mit den absurden Stehplätzen und einer Haupttribüne, auf der es sich so wundervoll saß wie bei einem Amateurverein.

Und die Stehplatz-Gegengerade ist ja auch nur ein Reagieren, kein Konzept.

Ich kann mich an keine einzige Initiative des aktuellen Präsidiums erinnern, solche Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Und ich sehe im Gegensatz zu anderen auch Michael Meeske in der Pflicht. Der ist nicht kaufmännische Leitung oder Controller, sondern Geschäftsführer und hält doch sogar Vorträge über Markenbildung. Da reicht es aber nicht, überall „Rebel“ und „Straße“ drauf zu schreiben, wenn man das nicht mit Leben füllt.
Wenn es zudem noch wahr ist, dass Gernot Stenger laut Kicker an diesen unsäglichen und tatsächlich totalitären Fanreglementierungen, die rechtsstaatliche Prinzipien durch der katholischen Kirche analoge Strukturen ersetzen wollen, von DFB und DFL mitwirkt … . Es zeigt sich nur einmal mehr, dass Denken, das über die Binnenpersektive des in der UFA-Loge Sitzens hinaus geht, über ein entnervt sein, eine Riesenwelle wegen einer sich nicht entrollenden Kassenrolle zu durchleben, einfach gar nicht vollzogen wird. Fankontrolle als Antwort ist die falscheste. Das erzeugt nur Trotz. Es braucht Initiativen, die überzeugen, will man nicht, dass mit den unteren Tabellenregionen ein leeres Stadion einher geht.

Stattdessen kommt es zu Controlling auf allen Ebenen: Ein Geschäftsführer, der sich wie ein Controller äußert, ein Präsidium, das nichts unter Kontrolle hat, aber da kontrollieren will, wo es eine kompetente sportliche Leitung engagierte, und Controller-Fussball mit einer leblos gespielten Mannschaft. ABCDEFG statt Leben, Lachen, Augenzwinkern, Johlen, Weinen, und, ja, Herr Azzouzi!!!, Miteinander, Kämpfen, Leidenschaft – stattdessen platzt der Kessel in Pfiffen und Geschrei.

Ich will, das sich das ändert. Ich hätte am liebsten eine Präsidentin, damit dieses unangenehme Interimsgemackere von Orth, Duve und Spiess aufhört. Ich will Visionen, wie wir den Verein und das Stadion beleben und so retten, was zu retten ist, statt irgendwelchen willkürlichen sportlichen Zielsetzungen, die auch meine Oma so formulieren könnte, Gott habe sie selig, nichts gegen sie. Mit Fussball hat sie sich allerdings nicht beschäftigt.

Dass sportlich gilt „Je besser, desto besser“, das ist doch eh klar. Dafür brauche ich kein Präsidium.

Ich will wieder leuchten, wenn ich vor der Domschänke stehen, weil ich emotional Bedeutsames erlebt habe, zu dem ich selbstverständlich der Heiserkeit nah auch beigetragen habe.

In braun und rot und weiß und auch mit dem weißen Totenkopf auf schwarzem Grund.

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13 Antworten zu “Es wird gebaut, aber nicht gestaltet. FC St. Pauli, der Controller-Verein?

  1. Gabi September 27, 2012 um 12:23 pm

    Wunderbarer Text, danke dafür!

  2. momorulez September 27, 2012 um 12:24 pm

    Oh, gern geschehen! Ist aber auch ein durchlittener Text 😦 – Dank zurück!!!

  3. astro September 27, 2012 um 12:56 pm

    Wow! Genau meine Gedanken und Gefühle! Interessant auch in Kombination mit diesem Blogpost: http://basch.blogsport.de/2012/09/26/archiv-basch-19-hintergrundrauschen-jhv-kolumne-i/

    Denn die Analyse ist ein Punkt, das aktiv zu ändern noch ein ganz anderer.

  4. momorulez September 27, 2012 um 1:00 pm

    Jau! Hatte den Text auch gelesen vorher und schon bei Facebook verlinkt – und finde die Conclusio auch exakt und genau richtig, wollte im Grunde genommen flankieren.

    Und kann zumindest für mich – mitsamt anderen – in Anspruch nehmen, im letzten Jahr den Business-Seat-Rückbau-Antrag mit gestellt zu haben. Und das, um zu zeigen, dass es den Sozialromantiker-Protesten ernst war auch über Fragen wie „Susi“ hinaus.

    Dieses Jahr müssen wir da echt eine Schippe drauf legen bei der JHV. Ich bin dabei 😉 …

  5. vio la September 27, 2012 um 3:48 pm

    WOW !!! Und danke!!!! Besser hätte man es nich sagen können!!

  6. astro September 27, 2012 um 4:33 pm

    Bzgl. Business Seats: das ist wirklich nicht so einfach, da die Einnahmen daraus als Sicherheiten dienen. Ohne Zustimmung der Bank können wir das nicht so leicht ändern. Leider wurde bei der letzten JHV der schlechtere Antrag zum Thema behandelt und der bessere zurückgezogen.

    Aber es gibt sowieso noch genügend andere Themen.

  7. momorulez September 27, 2012 um 4:44 pm

    Unser Antrag war nicht schlecht 😉 – der war voll durchdacht.

    Und das stimmt so nicht, das hat der PSD-Bank-Typ (?) einfach so behauptet als generelle Regel, der damit konkret aber gar nichts zu tun hat, mit der Finazierunsgebene, meines Wissens, und Meeske hat geblufft mit seinen Zahlensalaten.

    Ich müsste das noch mal nachlesen, wir haben uns ja die UFA-Verträge, und DIE sind da relevant, noch mal angeguckt, da war Herr Stenger wirklich sehr kooperativ – die Sache ist zumindest komplexer, und der Verein hat da mehr Handlungsfähigkeit, als man das gemeinhin glaubt. Dazu ist hier und bei santapauli.wordpress.com was zu lesen.

    Einiges ist einfach Mehrarbeit, die externe Domwache zum Beispiel. Und auch da kursieren meines Erachtens bisher eher Spekulationen, was reale Kosten betrifft. Wobei die Szenarien durchplanen schon auch immer Geld kostet.

  8. Wettbuero (@wettbuero) September 28, 2012 um 9:25 am

    Momo, ich bin beeindruckt. Hättest Dich mal im Frühjahr so äußern sollen; ich würde immer noch neben Dir sitzen. Hätte mich nicht immer als Meckerpott behandelt und inmitten meiner Freunde verloren fühlen müssen. Mein Platz ist ja noch da, wo er bei meinem letzten Spiel im Mai war. Mal sehen, jetzt wo 4-4-2 à la Paderborn Geschichte ist, sitze ich in der Rückrunde vielleicht wieder drauf. Museum ist o.k. – aber nicht das, warum ich ins Stadion gehe. Und Beamte unserer Stadt, mit und ohne Uniform, im Beton der Gegengerade: nicht mein Problem. Was sie tun und wie sie es tun, das zählt. Nicht, wo sie vor ihren Bildschirmen sitzen und observieren, die Kollegen „draußen“ dirigieren.

  9. momorulez September 28, 2012 um 10:01 am

    Ich HABE das im Frühjahr hier schon gebloggt, und Du hast selbst mein „paderborniert“ bei Twitter noch gefeiert 😉 … das mit dem Meckerpott muss andere Gründe haben. Und wir vermissen Dich! Freuen uns aber trotzdem, das S. da ist. Wir brauchen Platz für euch beide!

    Die Polizeiwachenfrage sehe ich anders, aber selbst wenn ich weniger Aversionen gegen deren obrigkeitsstaatliches, oft rassistisches Gehabe hätte und die völlig in Ordnung fände: Der Platz für das Museum ist zu klein, wenn die da rein gehen. Und daraus kann man echt was machen. Und es reicht zudem völlig aus, fest zu stellen, dass nun man viele der jüngeren Fans ein denen nicht trauen, dafür gute Gründe haben, und das schadet Fanladen und Fanräume. Insofern kann man ja Solidarität auch bei nicht geteilter Meinung üben, so als St. Paulianer.

  10. Pingback: Leidenschaft auf den Rängen, Leiden auf dem Platz – #FCSP Heimniederlage gegen Aalen « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  11. kleinertod September 28, 2012 um 10:57 am

    Ersteinmal Kompliment zu diesem treffenden Text. Ein bloßes Reagieren und Moderieren kann nicht das Kriterium einer Führungsebene beim FCSP sein – dafür muß viel zu viel in Bewegung gesetzt werden, nicht nur gesteuert. Auch durch das Schaffen von Freiräumen, wie es das Museum in faktischer Hinsicht zumindest für gewisse Aktionen werden kann – eine Wache mit Sicherheit nicht.

    Die Reaktionen der „normalen“ Hauptsitzer, die den Protest nicht unterstützt haben, war tatsächlich eine ganz andere als die der B-Sitzer – wobei ich auch positiv die drei Logen erwähnen möchte, die in Rot zu sehen waren. Aber auch bei den meisten Ablehnenden merkte man, daß sie zumindest grob über das Thema informiert waren – zumindest hatte nach meiner Einschätzung an diesem Tag keine_r eine Pappe hochgehalten, ohne zu wissen, warum.

    Zumindest in die Mannschaft kann nun wieder die braun-weiße Leidenschaft zurückkehren, da bin ich mal ganz optimistisch. Mal gucken, was heute schon geht.

  12. momorulez September 28, 2012 um 11:15 am

    Was ich halt angenehm fand, war, und das war anders als bei den Sozialromantiker-Protesten, wo man sich auch „Solche Idioten gibt es also auch auf der Haupt!“ und ähnliches anhören musste und der Typ, der vor mir sitzt und, glaube ich, zum „Alten Stamm“ gehört, mich anpöbelte, dass dieses Mal auch dieses „Nö, sehe ich anders“ sehr sachlich, im Sinne wechselseitiger Akzeptanz geäußert wurde. Auch wenn F. kurz fluchte 😀 – trotzdem, da war mehr Miteinander und „I agree to disagree“ spürbar.

    Und das Schlimme ist ja, dass das Präsidium da aufhört zu moderieren und krass interveniert, wo es sich mal auf seine Leute verlassen sollte, nämlich im sportlichen Bereich. Das sind so Typen, der sehr schnell in Verachtung gegenüber dem „Bodenpersonal“ umschwenken, Stenger nicht – und wie Meeske mit Christoph bei „Pommes Braun/Weiß“ umging, die „Na, Kleiner, red Du nur“-Ironie, die ist gefährlich. Über letzteren hört man sonst nur Gutes, was seine Führungsqualitäten betrifft – aber dass ein solche Präsidium, das mit Begriffen wie „kurzleinig“ um sich wirft und zwischen devot und überheblich schwankt dann an einen Trainer gerät, dessen Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich nach allem, was man so hört und den Spielern auch anzuspüren war, gelinde gesagt nicht sonderlich respektvoll mit seinen Leuten umgeht, das ist einfach kein Zufall. Und das spürt man Teams dann an. Ich habe nun genug Chefs in verschiedenen Zusammenhängen in meinem Leben getroffen, und die, die Loyalität erzeugen können, sind nie die, die den Autoritären raushängen lassen und ständig runter machen, für unfähig erklären, auf Kontrolle setzen, gestandene Spieler, die den Verein gelebt haben, als unbrauchbar und „nicht gut genug“ vom Hof jagen.

    Die, die Loyalität erzeugen haben Autorität kraft Kompetenz und der Wahrnehmungsfähigkeit der Qualitäten ihrer Mitarbeiter.

    Und diese Loyalitätsfrage ist keine Marginalie: Wir haben ein Team aus lauter Leihspielern. Wenn die mitkriegen, dass der sich für sportlich kompetent haltende Vizepräsident von „kurzleinig“ spricht und wie der Trainer noch beim Abgang ohne Dank gedemütigt wird, bauen die niemals Loyalität zum Verein auf. Das wirkt noch auf das Spiel, was das Präsidium da treibt.

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