Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Ich bin dafür!

Hat mal wer von euch in Köln gelebt? In der Enge schmaler Gassen, inmitten von Häusern, die fast alle gleich aussehen? Selbst auf Plätzen wie dem Neumarkt, ja, selbst beim Blick auf den Rhein von der Altstadt aus ließ mich das Gefühl von Beschränkheit nie los. Nie weit gucken können … ich musste bis Mühlheim hinauf laufen, wo der Fluss sich krümmt, um überhaupt ein anderes Gefühl von Räumlichkeit als jenes, gegen eine Wand oder den Dom zu laufen, zu entwickeln.

Was habe ich genossen, wieder in Hamburg zu leben nach einem Jahr Exil!!!

Alleine dieser Luxus des Blicks auf die Alster inmitten der Stadt, die Pracht der breiten Elbe mit Krümmung, der Weite des Hafens und auch des Heiligengeistfeldes inmitten der Stadt – Weitsicht! Raum für Visionen!

Nun macht das manchen, dem Innensenator zum Beispiel, vermutlich Angst. Es gibt das ja auch als Krankheitsbild, Panik auf großen, leeren Flächen, weil da so viel Raum für Vorstellbares vorhanden ist.

Manche brauchen es deshalb, eingehegt zu bleiben, so zum Beispiel alles Freie, Offene, Weite als Gefahrengebiet umzingeln zu wollen, und, kaum sind irgendwo 800 qm mal unbebaut, ruckzuck sollen da Gitter und Fesselungsgeräte, die doch beim wechselseitig einvernehmlichen Sex viel interessanter sein können, und Uniformen hin gebaut werden.Für die das für manche ja auch gilt, das mit der Lust. Die werden zumeist einfach falsch eingesetzt!

Andere wiederum brauchen die Enge von Budgets, die Verwaltung von Knappheit, um sich ganz als „Ich!“ zu fühlen. Die haben so eine Angst vor der idealen Welt, dass sie all ihr Bestreben darauf richten, deren Nicht-Existenz zu beschwören. Doch das Verleugnete jedoch kehrt zurück, Herr Meeske!

Es würde solche völlig aus der Fassung bringen, buchstäblich, gäben sie sich der Fülle der Möglichkeiten hin, ist doch ihre Selbstbild ganz daraufhin gerichtet, anderen die Regeln der Enge und Gehege zu erläutern. Ihre Welt geriete aus den Gittern, die sie aus Zahlen und Kalkulationen errichten, notfalls freihändig gaukelnd, Zahlensalate wie die Spielkarte aus dem Ärmel geschüttelt, weil sie die Kaninchen für den Hut ja auch im Drahtverhau regieren.

Dabei wussten wir doch schon in den frühen 80ern: Fantasie an die Macht!

Seitdem „Kreativität“ zum Slogan von Marketingverwaltern und Markenbildnern wurde, mag der Begriff entwertet sein.

Dennoch: Nur Vorstellungskraft bewegt, nur das Imaginäre sprengt das Pferchsystem, das beim Bullen mästen in der Massentierhaltung der Raumordnung von Kasernen gleicht.

So machten sich Hundert plus X St. Paulianer auf den Weg zu ihrem Zuhause, teils im Rohbauzustand, und ließen die Magie einer soziale Skulptur den Raum daneben erfüllen.

Wir sind dafür!

Für einen Hort der Geborgenheit für gebeutelte Polizisten. Wir wollen ihnen nicht zumuten, inmitten unseres Wohnzimmers ständig Slogans aus vier Buchstaben ausgesetzt zu sein und feindseligen Blicken zu begegnen. Wir – im Gegensatz zum Innensenator – gönnen ihnen ihre eigene Welt, eine, in der sie sich wohlfühlen können!!! IHR neues Zuhause, kuschelig, exklusiv, ihnen angemessen in Bescheidenheit und Funktionalität: Die neue Domwache!

Wir verstehen nicht die Missgunst der Innenbehörde, die ihnen das nicht gönnt! Die sie stattdessen in die Goliathwache einhegen will, protzig und dem eigenen Image schädlich.

Wir verstehen nicht den Mangel an Emphatie von Geschäftsführung und Präsidium für die Freundinnen und Helfer, die doch viel lieber da sind, wo sie ganz sie selbst können. Und aus Unverständnis ließen wir Aktionen wachsen und gedeihen, Danke an den 1. Autohof St. Pauli, und haben selbst den Grundstein für die neue Domwache gelegt!

Wir sind bereit, wie man sieht, alles für die Polizei zu tun und das sie dort ist, wo sie hin passt!

Und wir sind uns sicher, dass der Herr Innensenator erkennen wird, dass auch er da in der Pflicht ist und freudig zum Beispiel die jüngst von uns allen gerettete HSH-Nordbank überzeugt, für dieses neue, heimelige Häuschen mal was an die Bevölkerung zurück zu zahlen! Mal keine Kredite zu blockieren, nein, gleich ganz zu finanzieren! Etwas für die Öffentlichkeit tun!

Immerhin haben sie sich von uns ja auch helfen lassen, das hilft man doch gerne zurück! Auch die Commerzbank!

Nun mal nicht knausern, seid ihr nicht auch für angemessene Behausungen für die, die euer Eigentum schützen? Die auf dem Dom, beim Public Viewing dafür sorgen, dass ihr euch sicher fühlen könnt? Der Innensenator ist bestimmt bereit, mich euch darüber zu sprechen!

Doch nicht nur für die Domwache sind wir. Wir sind für so vieles!!!

Wir sind für eine Revitalisierung nicht nur des Spirits der Mannschaft, den der Trainer verspürt hat. Dafür natürlich auch, mit aller Leidenschaft!

Nicht umsonst residieren wir am Heiligengeistfeld. Und in diesem Geiste von St. Pauli sind wir auch für ein Vereinsmuseum. Von wegen Miesepeter. Nee, wir wollen ja, um endlich aus Anachronismen heraus zu kommen, ganz beseelt vom Jolly Rouge

Vergegenwärtigung des Gestrigen im Sinne einer besseren Zukunft betreiben!

Wo mir schon sinnverfälschend unterstellt wurde, ich würde gegen das Museum wettern – nö, ich will nur nicht, dass wir immer wieder die Hafenstraße beschwören und dabei vergessen, neue Formen und somit Zukunftsfähigkeit zu entwickeln.

Und das verlange ich auch von Michael Meeske und dem Präsidium, nun ganz prosaisch-pamphletistisch. Nicht immer nur reagieren, wenn es fast zu spät ist, nein, Zeichen setzen auf allen Ebenen – auch jenen der Ökonomie. Im Sinne des Spirits des FC St. Pauli und nicht beliebig, mit Herz, nicht mit Kalkül.Wider- und bodenständig zugleich. Aber eben St. Pauli-like, Herr Stenger.

Und für uns: Die ewige, weiße Antifa-Folklore alleine kann es ja nicht sein. Nur, wo Punkrock auf Disco trifft, entsteht New Pop, der wieder Style und Politik im Stadion verbindet!

Ja, versteht jetzt kein Mensch, aber Widerstand ohne Glitter und Glam und queere Untertöne wird solche wie die falschen 11 Freunde mit ihrem Köster nie stoppen.

Dazu ein andernmal mehr, weil just, da ich das schreibe, sich 33% des Magischen FC in 66% des Bildes schieben 😆

und mich daran erinnern:

Wir sind dafür!

Für ein Museum, für eine externe Domwache, in der sich Polizisten sauwohl fühlen können, für einen Innensenator, der mit allen Kräften die Finanzierung unterstützt, für ein Präsidium, das den Spirit des FC St. Pauli weder aussitzt noch verwaltet, für eine Geschäftsführung, die all das als Herausforderung begreift, eine Aufgabe, die zu gestalten etwas ist, worauf man stolz sein kann, eine, die voller Begeisterung und Engagement zu wuppen ist – und für eine Fanszene, die sich nicht auf Lorbeeren ausruht und in heroischen Vergangenheiten schwelgt, sondern ganz wie gestern Grundsteine für eine bessere Zukunft legt.

Und vor allem diesmal auf der JHV ernst macht, falls die bisher sich als Miesepeter Zeigenden in der Vereinsführung und dem ökonomisch-operativen Sektor wie auch und vor allem in der Politik wieder nur blockieren und kaputt machen wollen! Das Museum wie auch die wundervolle, externe Domwache.

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