Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Wenn 11 Freunde über „Spielerfrauenzwang“ höhnen …

Die Frage, ob es Bielfeld wirklich gäbe, die ist ja auch nicht neu. Und vielleicht ist man als Familienvater aus der Region, da Niklas Luhmann tätig war, so auf die Beobachterperspektive abonniert, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, als Teilnehmer zu sprechen:

„Als bekennender Arminia-Bielefeld-Fan schrieb Köster bis Mai 2010 eine Kolumne in der Tageszeitung Neue Westfälische, die an jedem Spieltag von Arminia Bielefeld erschien.

Köster ist verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter.“

Es sei wie in der Kommentarsektion bereits geschehen noch einmal betont: Dem Herren scheint gar nicht so ganz klar zu sein, über was er da schreibt, nämlich über zutiefst Persönliches. Da ist eine Verdinglichung im Gange, wenn über „Homosexualität“ Sätze in Tastaturen gehämmert werden, als würde es da nicht um Empfindungen, Begehren, Liebe, Gefühle, eben das, was Menschen zu Menschen auch zu Menschen macht, geschrieben, sondern über das verallgemeinerungsfähige Verhalten von Laborratten.

Vorgeblich agitiert Köster, um Klischees als Klischees zu entlarven und einen einsamen Kampf für die „journalistische Sorgfaltspflicht“ zu führen. Da kommt ein zumindest laut Wikipedia „Heterosexueller“ daher und formuliert Sätze wie die folgenden:

„Da ist die Tatsache, dass in dem Interview kaum ein Schwulenklischee ausgelassen wird, von der guten Freundin, die sich als Spielerfrau ausgibt, bis hin zur berühmten Duschszene, die ja streng genommen eher eine Phantasie verdruckster Hetereosexueller ist.

Da sind Äußerungen des Profis, die ratlos machen. Wenn er erzählt, Freundinnen als seine Frau auszugeben und das wie folgt begründet »Zu manchen Anlässen kann ich einfach nicht alleine kommen« und man sich fragt, zu welchen rätselhaften Anlässen ein Fußballprofi unbedingt eine Frau dabeihaben muss. Es gibt in der Bundesliga unzählige ledige, ungebundene Fußballprofis, die alleine oder mit Kollegen zu Galas, Events, Vereinsfeiern erscheinen – ohne Spielerfrauenzwang.“

Ich gestehe es „Heterosexuellen“ schlicht und ergreifend nicht zu, über „Schwulenklischees“ zu befinden.

Über das eigene Verdruckstsein von „Heterosexuellen“ können sie freilich gar nicht genug schreiben. Das ist zustimmungsfähig.

Es ist nämlich tatsächlich so, dass im Zuge auch nicht-identitären sich als schwul Begreifens nur die Wahl zwischen zwei Klischees bleibt: Denen, was ein Mann zu sein hat, und denen, die es über Schwule gibt.

Ersteres bedienen zumeist die Bürgerlichen und jene, die sie nachahmen: Richtige Männer sein wollen!!! Was glaubt der Herr Köster denn, was für Role-Models wir haben?

Letzteres, das „Tuntige“, ist konstitutiv für all die campy Varianten schwuler Subkulturen von „La Cage aux Folles“ bis zu Lilo Wanders und CSD-Kostümierungen. Ich halte das letztlich für die progressivere Variante, weil es patriachale Konstellationen, wie sie nirgends stärker wirken als im Fussball, infrage stellt und alles andere nur die Assimilation an das falsche Ganze darstellt.

Selbst cis-Mann – na. Köster, den Ausdruck mal gehört? – weiß ich, wie viel Ängste da hinter stehen, wenn der bürgerliche Weg gewählt wird. Oh Schreck! Ich könnte als „verweiblicht“ gelten!

Man muss durch das Klischee hindurch gehen, um es aufzulösen, wie Warhol, Pierre & Gilles, übrigens auch David Lynch und Priscilla in der Wüste belegen. Was auch jene vermeintlichen „Klischees“ betrifft, die Köster im Visier zu haben glaubt.

Zudem ist mir mindestens ein Fall bekannt,  wo tatsächlich eine Scheinehe eingegangen wurde, um einen hohen, staatlichen Posten zu erhalten. Und Familienväter können sich da ja gerne drüber erheben – es ist einfach so, dass Männer ab irgendeinem Alter verdächtig wirken, haben sie Frau und Kind nicht vorzuweisen. Durfte Herr Altmeier doch auch gerade erleben. Und natürlich würde ein schwuler Bundesligaprofi verstärkt unter Tarnungsdruck stehen als in dieser Hinsicht vielleicht entspanntere, „heterosexuelle“ Kollegen. Was macht denn daran bitte „ratlos“? Sie hinterm Status-Privileg „Familienvater“ verschanzend über die Nöte Devianter sich zu erheben ist zwar üblich, aber von einer hervorragenden Zeitung wie 11 Freunde dürfte man mehr erwarten.

Man muss doch nur das Buch von David Berger lesen und kann nachvollziehen, wieso es so viele Schwule in die Institutionen der Katholische Kirche treibt: Dieses gesellschaftlich verordnete, ungute Gefühl im Selbstverhältnis kann religiös stabilisiert und gegeißelt werden. Manche brauchen das seltsamerweise. Zugleich fällt keinem auf, dass keine Frau an der Seite vorzuzeigen ist. Und es ist eine zumeist reine Männerwelt – wie der Fussball.

Das ist es ja, was mich so ankotzt an dem, was der Herr Köster schreibt: Diese totale Befreiung von Emphatie.

Ja, merkt der denn gar nicht, wie intim das ist, öffentlich Interviews über das zu geben, was in alltäglichen Schimpftiraden als „Schwuchtel!“, „Arschficker!“ und „Schwanzlustscher“ erscheint? So als sich brav Reproduzierender mag man dafür keinen Sinn entwickeln, für Missionarsstellungen wird man allenfalls als „Ficker“ bezeichnet. Es wird ja noch nicht mal versucht sich vorzustellen, was in dem Interviewten vorgehen könnte, falls das Interview echt ist. Und DAS ist der typische Umgang mit Lesben und Schwulen in Deutschland: Es werden zwar Bekenntnisse erwartet, die kein „Heterosexueller“ je vollbringen müsste, aber was in denen vorgeht, die man dazu zwingt, ist scheißegal.

Ich möchte zudem den Tag erleben, wo er ein Interview als Fake enttarnt, weil es voller „heterosexueller“, religiöser oder Familien-Klischees steckt.

In keiner anderen Welt wie der „heterosexuellen“  wird derart in Klischees geredet – „meine Familie gibt mir Halt!“. Ach, ist gar kein Klischee, sondern ist so?

Braucht man sich doch nur Hochzeitsfotos anschauen oder fern gucken oder Sonntags im Park spazieren gehen.

Ganze Seiten der 11 Freunde bestehen aus nichts anderem als „heterosexuellen“ Stereotypen. Und fortwährend reproduzierten Klischees von heroischer Männlichkeit. Gerade auch in der Sportfotografie, übrigens.

Und nun mittels des Hohns über den „Spielerfrauenzwang“ wieder so ein Tritt in die schwule Fresse. Allein schon diese ganze absurde Berichterstattung über Sylvie, Victoria und die anderen ist schon aus feministischer Perspektive ziemlich übles Spiel. Aber auf so einen Drive kommen Familienväter aus Westfalen wohl nicht. Die haben vermutlich „meine Frau!“.

„Für einige war es nicht so wichtig, ob das Interview echt ist, Hauptsache, das Thema Homosexualität im Fußball wird diskutiert.“

Es mag auch wichtig sein, ob es echt ist oder nicht, klar. Dass die 11 Freunde der zweite Teil nicht wirklich interessiert, das haben wir nun auch verstanden – und zum Bezweifeln müssen einfach bessere Gründe her. Wäre ich schwuler Fussballspieler, würde ich auch nicht wollen, dass die Redaktion weiß, wer ich bin. Wenigstens diese Erwägung könnte ja mal einbezogen werden.

Man denke an die These von der Umkehr der Sichtbarkeit Michel Foucaults: Während einst alle Augen auf die Monarchen sich richteten, die Macht verkörperten, geriet ab dem 19. Jahrhundert der Einzelne und seine identifizierende Erfassbarkeit in den Mittelpunkt der Machtpraktiken. Die Akte, die Nummer, der Name. „Homosexuell“, „Heterosexuell“. 11 Freunde.

So, wie Herr Köster aktuell agiert, wird sich so bald auch kein schwuler Fussballer mehr zu Worte melden. Denn angenommen, das Interview ist echt, und das ist ja zumindest möglich: Sofort geschieht das, was immer passiert. „Heterosexuelle“ kommen an und beginnen, schwule Erfahrungen als gültig und ungültig, wahrscheinlich oder unwahrscheinlich, wahr oder unwahr, gut oder schlecht zu interpretieren und zu werten. Deshalb halten die meisten Schwuppen ja lieber die Klappe, und Herr Köster trägt dazu bei, dass das so bleibt.

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33 Antworten zu “Wenn 11 Freunde über „Spielerfrauenzwang“ höhnen …

  1. momorulez September 18, 2012 um 12:46 pm

    Ich danke für’s Lob 😉 …

  2. Trude September 18, 2012 um 3:10 pm

    Mir war dein Text zu brav. Das Wort vom Schwulenklischee ist ja an sich bereits eine Ohrfeige. Da frage ich mich ja warum überhaupt. Was läßt ihn in Ohrfeigenstimmung geraten? Er sagt es sei sein Kampf für journalistische Standards oder sowas. In seiner Welt ist es also ein journalistischer Standard bei einem sehr privaten und auch heiklen Interview nicht etwa die Fakten zu hinterfragen ob es denn so sein könne wie es geschildert wurde. Stattdessen ist es für ihn der erstrebenswerte Standard mit dem polemischen Klotz zu operieren weil seiner inkompetenten Meinung nach kein Schwulenklischee ausgelassen worden sei. Er forscht selbst nicht nach. Er prüft nicht ob es homosexuellenfeindliche Fans und Bedingungen im Profifußball gibt. Er verteilt einfach Ohrfeigen und erklärt das für nichtexistent was er nicht wahr habe möchte. Alles was ihm als Journalist dazu einfällt sind schlecht begründete Fälschungsvorwürfe.

    Journalistischer Standard. Das ist zu lachhaft um es ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Ich kann nicht so recht verstehen warum es journalistischer Standard bei den 11 Freunden ist solche Artikel zu veröffentlichen die satt an Vorurteilen sind und jegliche Recherche vermissen lassen.

    Journalistischer Standard. Das Wort muß man sich merken denke ich.

  3. dontletmebe September 18, 2012 um 3:14 pm

    Ich habe das mit den „Schwulenklischees“ so verstanden, dass es um Klischees geht, die Heterosexuelle (vor allem Männer) über Schwule so haben und verbreiten. Und als weitgehend heterosexueller Kerl nehme ich das – genervt – auch so war: Sprüche über Schwule, beim (bzw. nach dem) Sport Witze übers Duschen und so weiter. Die Angst vor gleichgeschlechtlichem Begehren scheint da immer durch, wird letztendlich aber durch (dem Selbstbild nach zumindest) Heterosexuelle in homophoben Müll gewandelt. In dieser Hinsicht hätte ich jetzt das „Schwulenklischee von der Dusche“ verstanden.

  4. momorulez September 18, 2012 um 3:17 pm

    @Trude:

    Danke für die Ergänzungen! Auch für den Hinweis „zu brav“ 😉 – ich musste hier auch so schon den ersten Kommentar weglöschen, der meinte, sich darüber ereifern zu müssen, dass ich mich dagegen verwehre, dass „Heterosexuelle“ „Schwulenklischees“ kommentieren. Da bleibe ich dann manchmal unter meinen rhetorischen Fähigkeiten, weil normalerweise irgendwer ausrastet, wenn man es wagt, Familienväter Familienväter zu nennen 😀 – und die mit einer Perspektive, die nicht allgemeingültig ist, zu versehen.

    „Oh, Mönsch ey, immer diese Hetenklischees, das kann doch gar nicht wahr sein“, da können sie in der Regeln gar nicht drauf. Und es ist ja Teil des Spiels, dass ich darauf gewissermaßen vorab schon reagiere.

    Stimme Dir in allem zu!

  5. momorulez September 18, 2012 um 3:27 pm

    @dontletmebe;

    Ja, ich auch. Aber das übersieht dann die Realität, die in Klischees drin steckt. Es gibt ja Scheißsituationen in Umkleiden, das hatte ich hier neulich schon ausführlicher. Und ich verstehe schwule Subkultur tatsächlich als ein Spiel mit Klischees da, wo ich sie gut finde. Du bist halt mitten in heteronormativen und auch „Normaler Mann“-Welten, wenn Du als Hetero auf „Schwulenklischees“ Bezug nimmst. Und nun auch die „Scheinspielerfrau“, „Spielerfrau“ ist eh schon sexistisch, Frau als Derivat eines Mannes, das IST kein Klischee.

    Es ist ja nun nicht so, dass nicht z.B. in den Kommentarspalten von queer.de nicht auch viele Schwule über diesen „Glanz & Gloria“-Heini zum Beispiel herfallen, weil sie ja „ganz normale Männer“ sein wollen. Was ich unter patriachalen Bedingungen eher für eine Form internalisierter Homophobie halte.

    Was aber noch was anderes ist, als wenn ein „Heterosexueller“ gewissermaßen von außen und mit ausgeprägter Ahnungslosigkeit gesegnet, der hat ja nun vermutlich auch nicht zu vermeintlichen „Schwulenklischees“ recherchiert, bevor er los schreibt, da hinein quatscht. Und das, indem er Statements, die ja immerhin Originalaussagen eines Schwulen sein KÖNNTEN, den schwarzen Schwan führt er ja auch nicht an, den von Popper, sonder er mutmaßt ziemlich unseriös vor sich hin, als unglaubwürdig ausweist. Und da machen sich „Heterosexuelle“ wirklich keine Vorstellung, wie oft das passiert, wenn man insbesondere von homophoben Erlebnisse spricht. Die sprechen einem glatt ab, dass man das erlebt hat. Und das macht Köster auch. Der diskutiert ja noch nicht mal die Möglichkeit, dass es wahr sein könnte.

  6. Sebastian Kroemer September 18, 2012 um 3:33 pm

    „Danke für die Ergänzungen! Auch für den Hinweis “zu brav” 😉 – ich musste hier auch so schon den ersten Kommentar weglöschen, der meinte, sich darüber ereifern zu müssen, dass ich mich dagegen verwehre, dass “Heterosexuelle” “Schwulenklischees” kommentieren. Da bleibe ich dann manchmal unter meinen rhetorischen Fähigkeiten, weil normalerweise irgendwer ausrastet, wenn man es wagt, Familienväter Familienväter zu nennen 😀 – und die mit einer Perspektive, die nicht allgemeingültig ist, zu versehen.“

    Ok, ich war das, ereifert habe ich mich schonmal überhaupt nicht. Ich habe festgestellt, dass Heteros nunmal Schwulenklischees haben, genau wie du/ihr/Schwule „Heten“-klischees haben.

  7. momorulez September 18, 2012 um 3:41 pm

    Performativ war das die übliche Zurechtweisung, die ich halt kenne.

    Und das ist falsch, was Du schreibst. Ich bin in Hetero-Welten aufgewachsen, habe heterosexuelle Freunde, auch mit Kindern, auch Familienväter und Mütter (bemerkenswerterweise gibt es ja keine „Famlienmütter“, und die, die ich kenne, haben intensiv mit Mütterklischees zu kämpfen) lebe den ganzen Tag in Hetero-Welten, bin im Stadion in Heterowelten, arbeite in Hetero-Welten, lese und sehe ganztägig Hetero-Medien – eine gewisse Expertise gestehe ich mir das schon zu. Umgekehrt ist das nicht so. Herr Köster mag mal in einer schwulen Bar gewesen sein, wenn überhaupt, und hat vielleicht sogar schwule Freunde, aber das ist kein Vergleich.

    Diese Suggestion der Umkehrbarkeit ist einfach Teil der Macht. Sonst nichts. Es gibt die Symmetrie nicht, auf deren Basis das möglich wäre.

  8. Sebastian Kroemer September 18, 2012 um 4:06 pm

    Na ja, es liegt ja in der Natur eines Klischees über eine Lebenswelt, dass diese Leute, die dieses Klischee besitzen, nicht Teil dieser Welt sind. Sonst müsste man ja Klischees komplett verbieten oder abschaffen. Das heißt, dass du von einem Hetero, der ein richtig zünftiges Schwulenklischee hat, tatsächlich noch etwas lernen kannst, ob dir das Klischee passt oder nicht.
    Demzufolge MUSST du (ok, müssen muss man nix ;-)) ein Schwulenklischee eines Heteros demjenigen zugestehen.

  9. Loellie September 18, 2012 um 4:26 pm

    „Köster ist verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter.”

    Das diese Heten immer ihre Sexualität so demonstrativ vor sich hertragen müssen. Der glaubt wohl, er wär was besseres.

    „Ich bin in Hetero-Welten aufgewachsen…“

    Achkomm, jetzt erzähl noch, deine Eltern wären Hetero, wo wir doch alle wissen, das Schwule erst in den 60ern aus Gleitgelbottichen in irgendwelchen Darkrooms gekrochen sind.
    Du solltest dich lieber bei Herrn Köster für die Aufklärung über schwules Leben wie es richtig und in Wirklichkeit ist bedanken, anstatt nur zu nörgeln.

    Andererseits, und das jetzt im Ernst, wäre das Stockholm-Syndrom des anonymen Fussballmillionärs ja nun auch kein erfreuliches Thema. Auch wenn der Grad meines Mitleids nichts and der Realität ändert.

    Die Kommentare zu Kösters „Artikel“ waren auch sehr aufschlussreich. Ich bin jetzt sowas von erleichtert darüber, das diese ganzen Heten bestätigt haben, dass es in der BRD keine Homophobie mehr gibt. Rassismus gibt es ja schon länger nicht mehr, und überhaupt gibt es ja wichtigere Themen.

    Ueber T.Alberts Einwurf neulich, das mit den Sozialwohnungen, bin ich noch immer einigermassen geschockt. Manchmal hat der Gute einfach seherische Fähigkeiten …

  10. Loellie September 18, 2012 um 4:34 pm

    Dieser Kroemer ist herrlich …
    Weil er nicht weiss wovon er redet hat er recht 😆

  11. Sebastian Kroemer September 18, 2012 um 4:35 pm

    Ja?

  12. momorulez September 18, 2012 um 4:53 pm

    @Sebastian Kroemer:

    „Na ja, es liegt ja in der Natur eines Klischees über eine Lebenswelt, dass diese Leute, die dieses Klischee besitzen, nicht Teil dieser Welt sind.“

    Falsch. Ich könnte mehrbändige Buchreihen über „Schwulenklischees“ in „der Sub“ schreiben. Und, siehe oben: Wie „Heterosexuelle“ im Rahmen ihrer eigenen Klischees leben, das ist einfach empirisch gut erforscht. Gibt es zum Beispiel viel aus der Jugendforschung dazu.

    „Das heißt, dass du von einem Hetero, der ein richtig zünftiges Schwulenklischee hat, tatsächlich noch etwas lernen kannst, ob dir das Klischee passt oder nicht.“

    Da sich die von 1980 bis heute nur hinsichtlich der AIDS-Frage gravierend gewandelt haben, ist das so lehrreich nicht. Die „Westerwelle-Homophobie“ ist neu, aber die spielt hier keine Rolle.

    Ja, müssen muss ich nichts, schon gar nicht, mir von Heten erzählen zu lassen, wie ich auf „Schwulenklischees“ und deren vermeintliche Demaskierung zu reagieren habe. Die sadistische Lust „Heterosexueller“, Schwule wie auch immer mit Klischees zu konfrontieren, werde ich auch nicht aus der Welt schaffen, die wüssten ja gar nicht, wer oder was sie sind, hätten sie diese Möglichkeit nicht.

    @Loellie:

    An das mit den Sozialwohnungen erinnere ich mich gerade nicht …

    „Andererseits, und das jetzt im Ernst, wäre das Stockholm-Syndrom des anonymen Fussballmillionärs ja nun auch kein erfreuliches Thema. Auch wenn der Grad meines Mitleids nichts an der Realität ändert.

    Ja, das haben ich beim Lesen des Interviews auch gedacht. Die wirklich schlimmen Stellen fallen solchen wie Köster ja gar nicht auf. Ich hatte schon angefangen, dazu zu bloggen, aber irgendwie hätte man zu komische Sachen diskutieren müssen.

  13. Pingback: Hordak und die wilde Horde » Magischer FC

  14. momorulez September 18, 2012 um 8:12 pm

    In der Kommentarsektion bei den 11 Freunden ist man mittlerweile so weit, Schwule mit Tupperware zu vergleichen, das geht zu weit 😀 – diese ganzen Buchhalter im Geiste und ihre entmenschlichende Vorstellung von „Objektivität“ sind einfach ein Gräuel. Schlimm.

  15. kleinertod September 18, 2012 um 8:53 pm

    twitter war in gewisser Hinsicht erhellend. Traurigerweise.

  16. momorulez September 18, 2012 um 9:27 pm

    Ja. Weiß man ja auch nicht, wer da den Twitter-Account betreut, aber dass man doch bitte „kapieren“ solle, dass es um fussballerische Lebenswelten gehe, zeigt ja wie auch diese Elaborate des Herrn Chefredakteurs, wie scheißegal denen schwule Perspektiven sind. Eine weitere Zeitung, die ich nicht mehr kaufen werde. Da ist wohl viel Fake in der Attitude. Die haben für mich ihre Glaubwürdigkeit verspielt, wenn so ein Autor da Chef spielt.

  17. kleinertod September 18, 2012 um 9:49 pm

    Wie wäre es mit einem neuen Titel? 11(heterosexuelle)Freunde…

  18. momorulez September 18, 2012 um 10:18 pm

    Das setzen die voraus 😉 – alles andere ist Fake und nur Klischee. Eigentlich sollte man sich mal ein Heft greifen und all die heterosexuellen Klischees, Phrasen und Versatzstücke raus schreiben.

    Der Werbeclaim „Hier geht es fussballerisches, nicht um schwules Leben!“ könnte tatsächlich die Auflage stärken. Die CDU versucht ja auch, so Wähler zu gewinnen. Kapiert? Wie armselig …

  19. kleinertod September 18, 2012 um 10:28 pm

    Es geht ja um fußballerische Lebenswelten und nicht um schwule Lebenswelten. Oder so. Ich bin immer noch fassungslos.

  20. momorulez September 18, 2012 um 11:05 pm

    Und ich Tunte habe das Fussballerische einfach nicht kapiert 😀 … wie auch. Wäre ja Fake.

  21. Schnellinger September 18, 2012 um 11:38 pm

    Ich halte Kösters angebliche Heterosexualität auch für gefaked.
    So wie der aussieht hat der noch nie richtig gefickt. Und ne verkackte Hornbrille macht einen auch nicht automatisch zu einem der sein Hirn sinnbringend benutzen kann.
    11Freunde ist mit diesem „Fake!“-Dreck in meinem Ansehen jedenfalls radikal gesunken. Das Niveau hätte ich eher bei der Sport-bild vermutet.

  22. rotebrauseblogger September 19, 2012 um 12:08 am

    Sehr guter, weil völlig richtiger letzter Fazitabsatz. Ich habe mich auch beim Lesen des Köster-Textes die ganze Zeit gefragt, ob ihm wohl auch nur ansatzweise bewusst ist, was seine abschätzige Bewertung der schwulen Authentizität des Interviewten impliziert. Hatte er wirklich niemanden in der Redaktion, der ihm dies ausreden konnte? Traurig eigentlich..

  23. Sebastian Kroemer September 19, 2012 um 10:13 am

    Ich glaube nicht, dass Köster auch nur im geringsten Homophobie unterstellt werden kann bzw. muss – ich denke eher, dass durch das (mit Verlaub grottenschlecht konstruierte oder aber aufgearbeitete) Interview „der Sache“ ein Bärendienst erwiesen wurde.
    Ansonsten bin ich mal gespannt, wie ihr Schwule, die in diesem Portal ja scheinbar in der Mehrheit seid, weiterhin mit einer Minderheit umgeht – und vielleicht wird mir ja sogar NICHT unterstellt, dass meine Heterosexualität gefaked ist und ich mal richtig durchgefickt werden müsste.

  24. Sebastian Kroemer September 19, 2012 um 10:14 am

    Ich verbessere: …ich noch nie richtig gefickt habe.

  25. momorulez September 19, 2012 um 10:43 am

    Herr Kroemer, wissen Sie eigentlich, dass Kommentare wie die Ihren mit fast hundertprozentiger Sicherheit, ja fast naturwissenschaftlicher Genauigkeit vorhergesagt werden können? Es kommt immer an irgendeinem Punkt der Diskussion der weiße Rassismusexperte, der männliche Sexismushoheitsbewahrer oder eben der heterosexuelle Homophobie-Bescheidwisser. Angesichts dessen, dass Herr Köster wie auch der 11-Freunde-Twitter-Account alles dafür tun, schwule Perspektiven zum Verschwinden zu bringen und sogar explizit fussballerische Lebenswelten gegen diese in Stellung bringen (bei Twitter), ist das nicht Homophobie im Sinne der Schwulenfeindlichkeit, sondern der Ignoranz und das vehemente Stabilisieren von Heternormativität. Das hat einen Effekt wie dieses Gesetz in St. Petersburg, das jede öffentliche Äußerung zu „Homosexualität“ unter Strafe stellt, freilich ohne Stafbefugnis.

    Was Herr Köster treibt, ist das Bestehen auf dem Verfügenwollen eines „Heterosexuellen“ über das, was Schwule erleben und sagen dürfen und was nicht, also grober, medialer Machtmissbrauch.

    Und den Spruch mit dem „nie richtig gefickt haben“ hätte sich so auch nicht gebracht, er ist angesichts dessen, dass Köster wie ein Elefant in die Intimssphäre und zudem ja auch das Berufsleben eines jungen Journalisten mit ungebremstem Vernichtungswillen hinein trampelt nicht unangebracht, siehe mein Text. Wer sich darüber moquiert, dass Menschen glauben, sie bräuchten eine Frau an ihrer Seite in der Öffentlichkeit, muss er schon damit leben, dass man sich auch über sein Intimleben moquiert.

  26. Schnellinger September 19, 2012 um 12:08 pm

    Ach Herr Krömer, nur zur ihrer Angst zu einer armen Minderheit zu gehören, ich bin eine ziemliche Hete und möchte Herrn K. überhaupt nicht penetrieren.
    Das mir angesichts des Unsinns den er verzapft nachts um 3 mal der Sarkasmus durchgeht bitte ich zu entschuldigen. Aber die Obsession mit der Köster jetzt schon 2 Artikel raus gehauen hat, in denen er nachweisen will das dieses Interview gefaked sei, verlangt nach einem groben Keil.

  27. sascha restgrau September 19, 2012 um 7:50 pm

    diese leute, die immer so schön gerade aus laufen, dass sie nie gegen gitterstäbe aus normen rennen (oder gegen gitterstäbe aus jobcentern, oder aus gentrifizierung, oder oder) und aus dieser position der ahnungslosigkeit heraus denen, die die stäbe kennen, erklären wollen, was sie falsch machen, dass sie lügen oder wie der normgerecht fußballglotzende familienpapi köster, dass es sie nicht geben kann, die sind echt zum kotzen.

    danke für den artikel, momorulez!

  28. momorulez September 19, 2012 um 8:37 pm

    Danke zurück, auch für den treffenden Kommentar!

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