Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

11 Freunde verordnen Schwulen ein widerspruchsfreies Leben in einer heterosexuellen Welt

„Die Geheimnistuerei, die Bechtold rund um das Interview inszeniert (»Niemand darf von diesem Treffen wissen, denn ihn gibt es nicht«) und die dazu führt, dass nicht einmal die fluter-Redaktion den Namen des Spielers erfahren darf, wird anschließend durch Äußerungen des Spielers vollständig konterkariert. Denn offenbar weiß die Mannschaft, in der er spielt, längst ausreichend Bescheid über seine Homosexualität. Anders sind Äußerungen wie »Es gibt sogar manche, die mit großem Interesse nachfragen« und »Natürlich sind einige Situationen wie das Duschen am Anfang für beide Seiten unangenehm« und »Ich habe aber kein Interesse an den Mitspielern und irgendwann ist es für alle Seiten egal« nicht zu interpretieren. Ein offenkundiger, eklatanter Widerspruch, der noch dadurch verstärkt wird, dass Bechtold den Spieler zuvor klagen lässt »den heterosexuellen Vorzeigespieler« geben zu müssen. Mehr noch: »Ich muss täglich den Schauspieler geben und mich selbst verleugnen.« Das passt alles hinten und vorne nicht zusammen.“

Wird da eine Privatfehde ausgetragen? Auf Kosten von Schwulen? Was soll das denn bitte? Wieso dieses Ressentiment dagegen, dass da jemand den „heterosexuellen“ Vorzeigespieler gibt? Wurde da an Verschwiegenes gerührt, als in eben jenem Interview gesagt wurde, dass so called „Heterosexuelle“ ja nur selten ihre Sexualität reflektierten, und das ist nun die Quittung für diesen Tabubruch? So reagieren so called „Heterosexuelle“oft auf derartige Aussagen. Dann bricht der Hass derer auf, die es nicht gewöhnt sind, markiert zu werden.

Ich gebe ja zu, dass ich mich bei dem Interview tatsächlich auch gefragt habe, ob das echt ist. Weil ich nicht weiß, ob diese klassische Duschszene ein schwuler Sportler so erzählen würde. Einfach, weil das Trauma Umkleidekabine zu Zeiten des Sportunterrichts zumindest mich in negativer Hinsicht nachhaltig prägte, diese Mischung aus mich, gerade zuende pubertiert, umgebenden Reizen und zugleich diesem ja ständigen Thematisieren von so called „Homosexualität“. Diese ominipräsenten, unterschwelligen, homoerotischen Spielchen bei gleichzeitig permanenter Homophobie, „schwul mich nicht an, ey!“, und rundherum noch das Quälen der „Goofy“-Typen – furchtbar.

Mag man alles anders empfinden, wenn man seine Jugend in Fussballvereinen verbracht hat, aber die Einübung des Heteronormativen habe ich nirgends sonst massiv empfunden wie im Falle der Umkleidekabine. All die Sprüche mit dem „nicht bücken, wenn Du die Seife fallen lässt“: So called „Heterosexuelle“ leben ihre Neurosen an solchen Orten geradezu hemmungslos aus. Zumindest in jungen Jahren.

ABER: Was die 11 Freunde da treibt, ist ja auf eine ganze andere Art wirklich eine Zumutung. Selbst wenn das Interview zusammen gebastelt sein sollte, so wäre es das aus diversen durchaus realistischen Bausteinen.

Es ist vorstellbar, dass es mit der Mannschaft keinerlei Probleme gibt und die Sache geregelt ist und manche Interesse zeigen, was auch immer so ambivalente Situationen sind, jene, wo die „Wie ist das denn bei EUCH so“ -Fragerunde beginnt. Weil das ja nicht nur voyeuristische Neugier sein muss, sondern auch in emphatischer Haltung vorkommt. Und dass zugleich in Öffentlichkeiten verleugnet wird. So habe ich meine Schulzeit auch verbracht: Ein paar Eingeweihte, ein paar zerbrochene Freundschaften, weil das Einweihen Konsequenzen hatte, und ansonsten lügen.

Mensch fühlt sich dennoch „geothert“, ge“die da“t, auch bei emphatischem Interesse. Zudem der unmarkierte so called „Heterosexuelle“ als „Normalmensch“ solche Fragen ja spezifischer gestellt bekommt – „Wie läuft es denn so mit Susie?“, „Hast Du auch diese Kommunikationsprobleme mit Kurt?“. Als eine spezifische Beziehung zwischen zwei Individuen wird das, was Lesben und Schwule zusammen erfahren, vom gemeinen so called „Heterosexuellen“ ja selten verstanden, da interveniert zumeist das falsche, Allgemeine, das sie auch dann leben, wenn sie über „die Frauen“ und „die Männer“ im Allgemeinen philosophieren oder Frauen auf ihre primären Geschlechtsmerkmale reduzieren.

Aber so seltsam so called „heterosexuelles“ Verhalten häufig anmutet – was treibt nun die 11 Freunde so zur Empörung? Wieso können die sich nicht vorstellen, dass ein schwules Leben eben voller Widersprüche, Ängste und sich ständig wandelnden Situationen schon deshalb steckt, weil diese sich, je nachdem, ob man sich outet oder nicht, wirklich fundamental wandeln?

Bei  fast jeder neuen, so called „heterosexuellen“ Bekanntschaft kommt der Punkt, wo er seine Begierde kumpelhaft und einnehmend gemeinschaftlich auf Frauen richten will, so unter Männern. Das fällt sofort weg im Falle des Outings. In so called „heterosexuellen“ Männergruppen, die sich nun wechselseitig ständig die aktive Form des Begehrens eines Objekts geradezu zwanghaft demonstrieren, häufig auf Kosten passierender Frauen, ist das noch extremer, die werden dann wahlweise aggressiv oder verstummen, weil die Regeländerung sie zu überfordern scheint – dass sie selbst auch Objekt sein könnten.

Stattdessen raunen sie einem an irgendeinem Punkt die Witzchen zu über Kosmetik, die man sich ja angeblich morgens ins Gesicht schmieren würde, und fangen, kennt man sie länger, an, Dir was von behaarten Ärschen zu erzählen. Weil sie sich grundsätzlich als Penetrierende verstehen.

All das nun freilich in Kontexten, wo gilt: Homophobie ist Scheiße.

Und das ist ja nicht die Regel. Was ein weiterer, tatsächlicher Widerspruch ist, da ist das Interview selbst dann gut gebaut ist, wenn es ein Fake sein sollte.

Ich kann mir die Situation zum Beispiel bei Bayern München exakt so vorstellen, wie sie in dem Interview geschildert wird. Um mich ganz ausdrücklich auf die Ebene des Gerüchts zu begeben: Man kolpoltiert, dass Uli Hoeness den Münchener Boulevard und darüber hinaus so gut im Griff habe, dass er sich schützend vor seine schwulen Spieler stellt. Das ehrt ihn. Wirklich.

Andere Gerüchte aus Fussballerkreisen besagen, dass durchaus bekannte Nationalspieler in anderen Zusammenhängen schwule Kollegen so massiv gemobbt haben, dass diese massive Leistungseinbrüche hatten.

In diesem Dilemma steckt halt jeder, das bringt das Interview sehr gut rüber: Es gibt all diese widersprüchlichen und auch negativ überraschenden Situationen. Und scheint sich die 11 Freunde auch über das Sensationsheischende zu ereifern: Auch das gibt es einfach, dass nach den Regeln des Spektakels was eigentlich ganz Selbstverständliches aufgebauscht wird, weil die heteronormative Gesellschaft das braucht, um sich selbst als den Regelfall zu begreifen.

Ich habe bei dem 11 Freunde-Artikel eher den Eindruck, dass da diese Zwickmühle gebaut wird, die man gerade im Falle des FC St. Pauli so tragisch nachvollziehen konnte. Ja, in Cornys Fall. Diese buhenden Horden, wenn er seine Sex-Witzchen riss, die haben mich auch nachhaltig eingeschüchtert. Glaubt mir ja keiner, war aber so. Ich wollte bei einer JHV einfach die Flucht ergreifen, wenn ein so called „heterosexueller“ Mob über einen offen Schwulen herfiel.

So eine Situation, dass angeblich „meine Sexualität“ instrumentalisiert würde, um andere zu erpressen, auch so eine perfide Unterstellung, erleben Normalisierte einfach nicht. Sobald Du Dich outest, hast Du die am Hals. Dir wird ständig Erpressung unterstellt, sobald Du Dich zeigst. Und dann geht die ganze Westerwelle-Nummer los: „Auch wenn Du schwul bist, heißt das noch lange nicht, dass wir Dich nicht kritisieren dürfen!!!“ Da kann man jetzt wahlweise schwarz oder Jude auch einsetzen.

Weil das natürlich das ist, was Schwulen und Lesben noch mal gemeiner, weil man denen eine eigene Sexualität oft glatt abspricht, permanent angetan wird: Einerseits dieser normative Maßstab, „man müsse auch dazu stehen“, auch aus den Gay Communities. Macht man es, ist man den halben Tag mit Sprüchen „Du hälst Dich wohl für was Besonderes“, „na, das scheint Dir aber sehr wichtig zu sein, mir doch egal, mit wem oder was Du fickst“, „dass Schwule aber auch immer über Sex reden müssen“. Als würden das so called „Heterosexuelle“ nicht auch den ganzen Tag tun. Die zelebrieren das, wo Du gehst und stehst.

Gerade die Bildungsbürgerlichen in ihrer Prüderie sind da zu jeder Gemeinheit fähig. Erst zwingt Dich die Gesellschaft, Dich über „Deine Sexualität“ zu definieren, um es Dir dann permanent reinzuwürgen. Während das, was sie zur Norm erhebt, ganztägig und überall auf allen Kanälen auf Dich einwirkt.

11 Freunde übernehmen einfach die andere Seite der Homophobie und würzen das auch noch mit Kohärenzforderungen an die Erfahrung Schwuler, implizit.

Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass die Angst vor Medien tatsächlich am größten ist bei schwulen Spielern. Da braucht man doch nur den Fall Wulff verfolgen, Christian, nicht die Gattin: Wer da mit den Dieckmanns kumpelt, ist einfach das nächste, potenzielle Opfer. Und das ist unberechenbar, wann die was auspacken. Ole von Beust durfte das auch erfahren, als das Abendblatt nach seiner Amtszeit über ihn herfiel.

Nun konnte ich rund um das Interview keinen Artikel zuende lesen, um Schreikrämpfen auszuweichen. Dass ausgerechnet Zwanziger sich nach dem Fall Amarell erdreistet, sich zu Worte melden, ist wirklich ein Tritt in die Fresse. Exakt dieser Fall ist doch typisch – Beckenbauer schwängert seine Sekretärin, hat er doch?, und die Welt findet es normal, aber doch bitte nicht Herr Amarell!

Und diese ganze „Toleranz“-Grütze, die der Spieler, ob nun echt oder gut zusammen gebaut, auch noch reproduziert, hübsche Zeit-Schreiberlinge, die rum labern, wie viel sich doch geändert habe – für mich haben wir trotz des Bundesverfassungsgerichtes seit Mitte der 90er einen gewaltigen Rollback erlebt -, woher weiß er das denn?

Am perfidesten freilich die Bundeskanzlerin:

„Ich bin der Meinung, dass jeder, der die Kraft aufbringt und den Mut hat, wissen sollte, dass er in einem Land lebt, wo er sich eigentlich davor nicht fürchten sollte.“

Während sie selbst mitsamt den Rechtsextremen in ihrer Partei das hohe Lied des  „Wir sind die Besseren!“ im Falle des Ehegattensplittings anstimmt und mittels Kabinettsbeschluss Schwulen und Lesben Rechte vorenthält. Sie hat auch nicht interveniert, als CDU-Fraktionsvorsitzende aus NRW und Frau Reiche uns für unnütz und überflüssig erklärten.

Das ist purer Sadismus, was Frau Merkel da macht, ob gewollt oder nicht, und auch das zeigt das Interview sehr gut: Machst Du es, interveniert wertend permanent und allerorten die „Hetero“-Welt. Es war Herr Lammert, der das Bonmot abließ, man könne ja nicht der Biologie Diskriminierung vorwerfen, und das ist weiß Gott kein Hinterbänkler. „Du lebst in einem toleranten Land, aber wir erklären Dich dann permanent zur niederen Lebensform und jubeln dem Papst noch zu, wenn er das im deutschen Bundestag begründet.“ Fies das.

Nee, auch wenn die 11 Freunde da den Gegendiskurs führen wollte, indem sie vermeintliche Klischees zu entlarven vorgab: Die gibt es als Widersprüche in der „Hetero“welt. Und die bürdet sie uns auf. Ihre eigenen Widersprüche.

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50 Antworten zu “11 Freunde verordnen Schwulen ein widerspruchsfreies Leben in einer heterosexuellen Welt

  1. kleinertod September 14, 2012 um 1:26 pm

    Den Artikel von 11 Freunde halte ich auch für hochgradig problematisch. Wobei die Fragestellung, ob ein Interview an sich ein fake ist oder nicht, natürlich nicht nur vollkommen in Ordnung ist, sondern gerade bei Verdachtsmomenten diesen auch nachgegangen werden kann. Dennoch stellt sich mehrere Fragen.

    Ersteinmal die Eingangsfrage, wem ein solcher Artikel in diesem Moment nützt – schwingt doch gleich ein „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ bei dieser Infragestellung mit. Und dieser Außenwirkung hätte sich 11 Freunde in jedem Fall stellen sollen, bevor selber ein solcher Artikel veröffentlicht wird. Diese Selbstreflektion vermisse ich in jedem Fall.

    Zweitens erscheint mir das Zweifeln an der Einhaltung journalistischer Qualitätsstandards, die als solches bekanntlich nur allzu oft, ja geradezu alltäglich nicht eingehalten werden, ein wenig konstruiert. Warum so selten diese Frage stellen, aber in diesem Fall so vehement? Auch das wirkt befremdlich. Zumal offensichtlich noch nichteinmal selbst nachgefragt wurde, ob das Interview ein fake ist, sondern lediglich aus dem Gelesenen die Fragen konstruiert wurden. Ob das den Qualitätsstandards entspricht?

    Dann ist die gewählte Methode, die Argumente zusammenzustellen – und hierbei gerade auch die Aussagen anzuführen und zu bewerten, die von einem schwulen Fußballer stammen (sollen) und dabei diese inhaltlich zu bewerten. Da bewertet also ein (vermutlich) heterosexueller Journalist, ob ein (vermutlich) schwuler Fußballer solche Erfahrungen erzählen könnte oder nicht. Das schreit doch geradezu nach einem Bewertungsproblem.

    Die Wirkung des Artikel ist katastrophal. Einerseits, weil sie das Thema als solches diskreditiert, indem das Interview bereits in Frage gestellt wird. Und andererseits, weil, wenn das Interview echt sein sollte (und dieses wird 11 Freunde wohl kaum zu 100% ausschließen können, damit also auch diesen Punkt in Kauf genommen haben), der Druck auf den betreffenden Fußballer so immens erhöht wird, sich zu seiner Rechtfertigung (gefälligst) zu outen. Auch die Wirkung für die Außenwelt ist alles andere als gut – so wird doch gezeigt, wie schnell bereits auf Kleinigkeiten wie angebliche Widersprüche in Formulierungen oder Empfindungen mit der Keule des fehlenden Glaubens eingeschlagen wird, wenn man sich als Schuler outen würde – selbst wenn dieser Punkt von 11 Freunde gar nicht beabsichtigt sein sollte. Dabei sind, wie hier so treffend ausgeführt, diese Widersprüche das normalste der Welt im Leben. Sie sind menschlich. Das Fehlen jeglicher Widersprüche wäre eher ein Hinweis auf ein Problem gewesen als das Vorhandensein.

    Und zuletzt ist das Thema unabhängig von der Echtheit eines solchen Interviews zu wichtig, um auf einen Nebenkriegschauplatz auszuweichen. Jetzt reden alle darüber anstatt…

  2. erz September 14, 2012 um 1:58 pm

    Krass vor allem die Rechtfertigungskommentare unter dem Artikel. Das strotzt dermaßen von Alpha-Journalist-Attitüde und Mansplaining, da wird klar, dass mangelnde Selbstreflexion alleine nicht der Auslöser war. Meine Fresse.

  3. momorulez September 14, 2012 um 2:17 pm

    @Kleinertod:

    Sehe ich alles auch so. Und ist auch nicht okay, den, der das Interview geführt hat, namentlich in dieser Form anzugehen. Ich hatte ja wirklich auch anderen Punkten so meine Zweifel, da waren Gedanken drin, die man eher hat, wenn man viel in der Szene unterwegs ist, was ich in so einem Fall eher für unwahrscheinlich halte. Aber gut gefaktet ist bei einem solchem Thema immer noch besser, als da nun Widersprüche aus dem Material entwickeln zu wollen auf so eine blöde Tour. Lebenserfahrungen, die man nicht kennt, unter „Klischee“ abzubuchen, das ist übel Sie können ja gerne journalistische Ethik und Handwerk anführen, aber dazu gehen sie zu tief in den Stoff hinein. Zudem das danach riecht, als hätten die mit dem Interviewer schon mal anderswo Kontakt.

    @Erz:

    Die muss ich mir erst noch durchgucken, ich kann es mir aber gut vorstellen 😦 …

  4. Gast September 14, 2012 um 2:24 pm

    Dieser so called Blogeintrag ist stilistisch ungefähr das mieseste, was ich jemals gelesen habe. Zudem bin ich der Ansicht, dass der 11Freunde-Artikel missverstanden wurde. Nichtsdestotrotz ist es bedauerlich, dass mit dem Artikel Gefühle von Schwulen verletzt worden sind (sofern der Autor das beurteilen kann?). Da wäre eine Entschuldigung/Richtigstellung vonnöten.

  5. momorulez September 14, 2012 um 2:38 pm

    Na ja, ihre Erfahrungen mit Sprache sind halt die ihren, ich habe meine. Aber ebenso, wie ich schon wegen meiner Neigungen zurecht gewiesen wurde, passiert mir das hinsichtlich meiner Ausdrucksweise ja nun auch regelmäßig. Gehen Sie davon aus, dass ich zumindest ganz absichtlich so schreibe; Ihnen steht aber selbstverständlich frei, das mies zu finden.

    Und natürlich habe ich da nichts missverstanden, weil der Autor sich ja nun einmischt in die Möglichkeit dessen, was ein schwuler Bundesligaprofi erfahren könnte. Um dann zu behaupten, da passe ja nix zu nix. Das finde ich schon erstaunlich, in welcher Art das geschieht.

    Ich finde da jetzt gar keine Entschuldigung angemessen, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen Homophobie und Heteronormativität. Was hier passiert ist das Gegenteil: Ein Interview, das, sei es nun echt oder nicht, immerhin zu einer breiten Diskussion geführt hat, wird aus dieser geschmissen. Das ist schon als Akt eine Zensur möglicher, schwuler Erfahrung, die gegenstandslos gemacht werden soll, indem mutmaßlich „Heterosexuelle“ meinen, sie seien dafür zuständig, da zwischen möglich und nicht möglich zu unterscheiden.

    Zudem das gewichtigste Argument ist, dass der, der das Interview führte, nicht sagt, wer sein Gegenüber war, um das Interview infrage zu stellen.

    Nun kommt 11 Freunde und sagt: Den gibt es doch gar nicht! Das ist ungemein praktisch für die heile, heteronormative Fussballwelt. Während zugleich implizit Outing-Forderungen erhoben werden, und dazu habe ich ja nun gebloggt, was das bedeutet, wenn man sich da den Vorgaben der Mehrheitsgesellschaft fügt.

    Es wäre für ein Medium wie 11 Freunde, eine Zeitung, die ich prima finde, nun vielmehr Anlass, sich vielleicht jenseits der üblichen Gönnerhaftigkeit von Toleranzforderungen ernsthaft mit dem Thema Heteronormativität auseinander zu setzen. Das fände ich gut. Bei Twitter, sind ja auch nur wenig Zeichen, wurde ausschließlich auf die journalistische Sorgfaltspflicht verwiesen, und das ist mir einfach zu wenig.

  6. Gast September 14, 2012 um 2:46 pm

    Ich glaube, ich verstehe ihr Problem mit der Sache. Wobei ich nicht finde, dass das Interview die Debatte um Homophobie beendet (oder beenden will) und einen Akt der Zensur darstellt. 11Freunde ging es mit dem Artikel nicht um das Thema Homosexualität im Fußball, sondern um Journalismus. Aber deswegen wird doch die Debatte nicht beendet? Die Anschlussfähigkeit eines Zeitschriftenartikels nur deshalb zu begrenzen, weil es wichtigere (liegt im Auge des Betrachters) Themen gibt? Das finde ich wiederum nicht besonders tolerant.

    Wie dem auch sei, der Gedanke der Heteronormativität ist mir neu und interessant. Wieso nicht einfach mal bei 11Freunde anregen sich auch damit auseinanderzusetzen?

  7. momorulez September 14, 2012 um 2:59 pm

    😀 – „tolerant“. Da geh ich immer ab drauf. Toleriert werden will ich gar nicht. Akzeptiert schon.

    Die Echtheit des Interviews infrage zu stellen und journalistische Sorgfaltspflicht einzufordern, dagegen habe ich ja gar nix. Dann ist nur schwierig, das Thema überhaupt anzugehen, und es entsteht schnell der St. Petersburg-Effekt, auch ohne die dortige Gesetzgebung: So lange sich keiner outet, gibt es so was wie Schwule im Profifussball auch gar nicht. Uff!

    In dem oben Zitierten wird ja zudem die Notwendigkeit der Geheimniskrämerei in Frage gestellt in Formulierungen, wie sie bei denen auftauchen, die immer behaupten, es stelle doch gar kein Problem dar in dieser Gesellschaft, schwul zu sein. Da wird etwas, das so wirklich geäußert worden sein könnte, als unlogisch behauptet, obwohl es der Lebenserfahrung vieler Menschen entspricht. Deshalb ja die Überschrift. Es gibt diese Konstellationen.

    Bei Twitter hat sich die Redaktion eher patzig gezeigt. Aber ich fände das gut, wenn da weiter darüber nachgedacht würde, und freue mich, dass Sie das auch so sehen!

    Dass das Thema noch nicht erledigt ist, zeigt folgendes:

    http://www.abendblatt.de/sport/article2400441/Bayern-Trainer-Heynckes-Gesellschaft-noch-nicht-soweit.html

    Da könnten Sie also recht haben. Ich glaube, dass Heynckes da recht hat und dass er auch nicht wie andere einfach das Thema nicht behandeln möchte. Und nach allem, was man so hört, ist der FC Bayern da tatsächlich vorbereitet und in der Hinsicht ein cooler Verein. Da taucht zwar auch das Toleranz-Wort auf, aber bei einem 67jährigen verstehe ich das schon so, wie es gemeint ist.

  8. momorulez September 14, 2012 um 3:05 pm

    Hier noch ein Link zu dem Interview als solchem vor der Infragestellung durch 11 Freunde. Ich kann mich diesem Vokabular wie „Dummheit“ usw. immer nicht anschließen, das ist ja keine Frage des wie auch immer ermittelten IQs. Hochgebildete und ggf. intelligente wie der Papst kommen ja nun auch zu abwegigen Urteilen. Und was ich von „Toleranz“ halte, habe ich ja auch geschrieben, und das ist keine Begriffshuberei. Es sei der Vollständigkeit halber aber verlinkt:

    http://www.queerfootballfanclubs.org/primaernavigation/service/aktuelles/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=102&cHash=83e40e7065d7986e7c7e223d37dbe35c

  9. momorulez September 14, 2012 um 3:25 pm

    Der ist eigentlich ganz gut, na, zwei Anmerkungen hätte ich, egal, das geht zumindest in die richtige Richtung:

    http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/abgeblogged/schwuler-kicker-kurve-kriegen-133309224–spt.html

  10. mark793 September 14, 2012 um 4:36 pm

    Am perfidesten freilich die Bundeskanzlerin:(…)

    Eben, da hätte sich sie sich mit solch gut gemeinten Ratschlägen gar nicht aufs Fußballparkett wagen müssen. In ihrem Kabinett gibt es ja schließlich jemanden, der laut Eigenaussage seit 54 Jahren allein durchs Leben geht, und laut Stern-Interview als Politiker nicht über seine „sexuelle Identität definiert oder wahrgenommen werden“ werden möchte, Und wer wollte ihm das verdenken (außer vielleicht Stefan Niggemeier)? Tatsächlich würde ich weder einem Fußballer noch einem konservativen Politiker oder sonstwem den ungefragten Rat geben, sich zu seiner Homosexualität (oder was auch immer) zu bekennen. Der Widerspruch in der heterodominierten Gesellschaft, den Du da oben aufgezeigt hast

    Einerseits dieser normative Maßstab, “man müsse auch dazu stehen”, auch aus den Gay Communities. Macht man es, ist man den halben Tag mit Sprüchen “Du hälst Dich wohl für was Besonderes”, “na, das scheint Dir aber sehr wichtig zu sein, mir doch egal, mit wem oder was Du fickst”, “dass Schwule aber auch immer über Sex reden müssen”.

    existiert tatsächlich und lässt eine wirklich stringente Positionierung auch gar nicht zu. Das ist mir vor der Lektüre hier in der Deutlichkeit nicht klar gewesen.

  11. momorulez September 14, 2012 um 5:06 pm

    Ach, das freut mich dann aber! Das kann einen nämlich echt verrückt machen, das sind ja quasi ständig Double Binds, denen man da ausgesetzt ist.

    Und diese Outing-Forderungen sind ja ein Klassiker auch von schwuler Seite. Finde ich hochproblematisch. Ich entscheide das ja im Falle neuer Kontakte auch von Fall zu Fall. Und habe das beruflich nie verschwiegen, aber auch nie groß zum Thema gemacht, weil ich nicht auf die „schwulen Themen“ abonniert sein wollte. Das ist immer wieder echt ein Risiko.

    Solltest mal die Gesichtszüge von manch wildfremdem St. Pauli-Fan nach dem Spiel beim Bier vor einer Kneipe entgleiten sehen, wenn der mit Dir über Frauen quatschen will, weil Mann das so macht, und Du teilst Deine Interessen mit (nicht an ihm, ganz allgemein). Das kann selbst in dem Raum echt ganz schön schief gehen.

    In Fällen wie Ole Beust, wo wir das ja alles wussten und die Polizei ihm – Achtung, Hörensagen – vor Razzien in der „Wunderbar“ nach einem Mordfall Bescheid sagte, damit er noch schnell verschwinden könne, wohlgemerkt bevor er Bürgermeister wurde, da sehe ich es noch ein wenig anders. Der hat jahrelang den homophoben Kurs seiner Partei mit getragen. Bei konservativen Politikern ist ja eher die Frage: Wieso gehen die denn in so eine Partei?

    Bei Altmeier kann ich mir sogar vorstellen, dass der einfach asexuell lebt. Ist ja auch eine Möglichkeit. So lange man das nicht macht, weil der Papst das möchte.

    Dieses Schwulengrüppchen in der CDU hat Frau Merkel auch noch nie öffentlichen Beistand erhalten. Und dann diese ewigen Sprüche über die offene Gesellschaft.

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  14. kleinertod September 15, 2012 um 3:28 pm

    Spannend finde ich ja auch, daß in http://www.derwesten.de/sport/fussball/kontroverse-diskussionen-nach-outing-eines-schwulen-profis-id7090205.html geschrieben wird, daß die Bundeszentrale für politische Bildung gerade NICHT an der Echtheit des Interviews zweifelt und außerdem dieser ein Schreiben vorliegt, welches die Echtheit des Interviews beweisen soll. Und weil bekanntlich nicht sein darf, was nicht sein kann, wird von 11 Freunde über twitter diese Argumentation auch gleich angezweifelt, indem die Beweiskraft eines solchen Schreibens, welches ja gerade allen anderen unbekannt ist, angezweifelt wird, anstatt hier ersteinmal nachzufragen oder dem zu vertrauen. Motto: bitte outen – aber bitte nicht darüber sprechen (weil das ja die Heteros nervt). Hals.

  15. momorulez September 15, 2012 um 4:24 pm

    Da werden bei der Westen auch andere Journalisten zitiert, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann – so allgemein, dass man nichts damit anfangen könne. Was erwarten die denn? Detaillierte Berichte vom Fistfuck in den Katakomben der Schalke-Arena? Gerade angesichts des totalen Phrasensalates in der Sportberichterstattung, die schon zur Einführung von Schweinen in Talkshows führte, ist das doppelt komisch. Der Herr von den 11 Freunden kann ja schon mal Texte darüber verfassen, wie es so mit seiner Geliebten läuft, weil die so schön versaut ist und so gut bläst, während seine Gattin nur ein mal die Woche Missionarsstellung zulässt. Dieses Eiseskälte angesichts dessen, dass es da ja um einen ziemlich intimen Bereich geht in einer Gesellschaft, da Arschficker, Schwanzlutscher und Schwuchtel zu den populärsten Schimpfworten gehören und die ganze Sozialisation darauf aufbaut, „so etwas“ nach Möglichkeit NICHT zu sein und zu machen, spricht doch auch schon wieder Bände. Als Herr Knopp klischeefrei aus seiner Ehe berichten.

    Diese auch mich irritierende Versatzsstückhaftigkeit kann auch eine Mischung aus Medienerfahrung, nur über das, was halbwegs Konsens ist, reden, und ja, was willste denn da sagen über Bereiche, in denen Mensch ungeheuer verletzlich ist?

    Dieses Rumgezweifel hat mit journalistischer Sorgfaltspflicht auch nichts mehr zu tun. Die Passage, die ich oben zitiert habe, zeigt auch etwas, das einem auch ständig passiert: Wenn als Deviante Produzierte aus ihrer Erfahrung berichten, wird eh alles ständig angezweifelt. Viele halten das nicht aus, diese eigene Erfahrungswelt, und reglementieren sofort. Das ist aus der Rassismusarbeit genau so bekannt als Phänomen. Da kommt immer irgendein weißer Weltendeuter und erzählt ihnen, was sie wirklich erfahren. Das ist ja das Gruselige an solchen Texten.

    Vermutlich würden sie nach einem Outing weiter zweifeln. „Das hat der doch nur erfunden, um sich wichtig zu machen. Publicitygeil. Wir haben diverse Mitspieler gefragt; er hat KEINEN angebaggert.“

  16. Musenrössle September 15, 2012 um 6:15 pm

    Also ich bin zwar weder schwul noch lesbisch ;-), aber ich kann das leider auch nur bestätigten.

    Wenn man wasauchimmer verheimlich, dann heisst es man solle doch dazu stehen.

    Steht man dazu, dann wird man ständig darauf reduziert und es wird einem vorgeworfen, daß man den Leuten das wasauchimmer aufdrängen würde.

    Menschen! *augenroll* 😦

  17. MelusineB September 15, 2012 um 10:15 pm

    Diese Umkleide/Dusche-Situation, die du beschreibst, von der haben mir schon viele Männer/Jungen erzählt. Es scheint da „unter Männern“ noch krasser zuzugehen, als das bei Frauen ist, vielleicht weil die homosexuelle Anziehung unter Frauen einerseits weniger direkt diskriminiert(?) wird, andererseits wird sie schlicht weggeleugnet. Also eine noch andere Form der double bind -Situation. Ich kann das nicht gut erklären; vielleicht so: Es gibt keine „Witze“ dazu, was da geschieht; das schützt, aber es ist auch wie ein schwarzes Loch. Mir ist mit 14 Jahren in so einer Situation ein Übergriff widerfahren, den ich nicht verstanden habe und auch nicht in Worte fassen konnte. Das hat mich in eine Ecke getrieben – eine „heterosexuelle“, wenn du so willst. Weil es die „Norm“-Ecke ist, war das ein „Privileg“. Ist es. Aber dahinter verbirgt sich doch eine Verlust-Spur. Vielleicht kommt von daher die Wut, der Zwang zur Abwertung, das Bedürfnis auszugrenzen: Weil diejenigen, die es tun, etwas von sich selbst abspalten, wegschneiden (müssen), was sie in solchen Situationen erfahren haben. Bei mir ist es weniger Wut als die Trauer darüber, dass ich einen Teil von mir nicht ausgelebt habe.

    Ich glaube ja, dass die meisten heterosexuell lebenden Menschen gar nicht so eindeutig heterosexuell sind, wie sie sich einreden mögen oder sollen. Und vielleicht werden deshalb gerade überall da, wo geschlechtlich homogene Gruppen miteinander arbeiten, solche Aufwände betrieben, um das eigene Gefühl, das eigene Begehren wegzuleugnen.

    Im Männer-Fussball: Wo nicht nur Männer miteinander spielen, sondern auch überwiegend Männer Männern bei einer sehr körperbetonten Tätigkeit zusehen, die viel Gelegenheit bietet, den anderen zu berühren. Was sehen die da? Ich gehe auch jede zweite Woche zum Männer-Fußball (Eintracht Frankfurt) und ich sehe dabei auch „schöne Männer“, nicht nur „Spielzüge“. Wird das Thema „Schönheit“ aber überdeutlich, drehen die Tribünennachbarn ab: Wer „zu schön“ ist, wird verbal abgewertet. Wovor haben die also Angst?

  18. momorulez September 15, 2012 um 11:49 pm

    Die Umkleide-Situation ist ja auch die in „Carrie“ von Stephen King, wo das arme Mãdel menstruiert, ohne aufgeklärt worden zu sein – und als Mobbing-Opfer dann Rache übt. Mal ganz egal, was man vom Buch und dem Film hält, dass das ein derartiger Welterfolg wurde ist kein Zufall.

    Ansonsten kann ich das echt schlecht beurteilen, was da zwischen Mädels läuft – ich glaube, dadurch, das sie auf Beziehungspflege im Bezug auf Männer gedrillt werden, was ich jetzt aus der Jugendforschung übernehme und wofür ich mich gerne rüffeln lasse, ich weiß es ja nicht, laufen da andere Einübungen und Konkurrenzen ab, aber es ist ein Keim zur Solidarität vorhanden. Während sich Jungs eher um geteilte Interessen gruppieren. Da könnten Nadine und @riotmango jetzt aber viel profunder was zu sagen, ich komm da aus einem männlichen Blick ja auch nicht raus. In späteren Jahren habe ich zumindest immer den Eindruck gehabt, dass das Abgrenzungsbedürfnis nicht so stark ist gegen Lesben bei Frauen. Das kann ein gravierender Irrtum sein, seit dieser Diskussion bei der Kathrin Roenicke hat sich dieser Eindruck bei mir auch stark gewandelt, weil der gesellschaftliche Druck rund ums Thema Mutterschaft einfach eine viel geringere Rolle bei Männern im Falle der Vaterschaft spielt. Glaube ich zumindest. In der Hoffnung, das jetzt nicht als der Herrklärbär angegangen zu sein. Das gehört in das Thema aber mit rein, indirekt, und ich freue mich über Rüffel und Korrekturen.

    Das mit dem Abspalten sehe ich auch so. Und ich schreibe ja absichtlich „so called“. Und das für mich immer wieder Verblüffende ist, dass kein Schwein Sexualität aus konkreten Beziehungen heraus erklärt. Die für mich im Grunde genommen schönste war zu einem wundervollen Mann, mit dem es gar keinen Sex gab, aber Zärtlichkeit und auch Liebe, das zog sich über Jahre. Der hatte seinen Freundinnen, die kurioserweise einen Schritt zurück traten, wenn ich da war, und auch wenn er formal die Hete und ich der Schwule war, war das einfach eine spezifische Beziehung zwischen Individuen, die nicht generalisierbar ist. Ich habe doch auch bei Mann X ganz andere erotische Haltungen als bei Mann Y. Ich gehe da jetzt nicht ins Detail :D, aber das ist vielleicht sogar leichter als Schwuler, weil Mann nicht notwendig der aktive Verführer und Stecher sein muss.

    Und da wird so vielen Leuten durch all die Schablonen so unendlich viel an Möglichkeiten genommen durch diese bescheuerte Frage „Bin ich etwa schwul? Bloß nicht!“ Es gibt doch so derart viel Situatives. Wenn die sich beim Torjubel knutschen und irgendeiner von ihnen findet das sogar sexy, schließt das doch gar nicht aus, dass er danach viel Spaß mit seiner Freundin hat. Meine Güte.Und umgekehrt. Durch diese strikten Reglements wird so viel Mögliches ausgeschlossen.

    Ich wollte Dir wortreich zustimmen 🙂 …

  19. lars September 16, 2012 um 7:11 pm

    kleine Randbemerkung zu den Umkleiden: Es gibt meine ich für diese Umkleidesituationen keine Sprachkonventionen. ich habe das mit meinen Studierenden ja jetzt 2 Semester lang in Form von Beobachtungen in Umkleideräumen von Fitnessstudios gemacht (und das Material noch nicht systematisch ausgewertet) und was sich mir da präsentiert ist eine weitgehende Sprachlosigkeit. Insgesamt gab es zwar in den mir vorliegenden Protokollen bei den Frauen mehr beobachtete Interaktionen. Und da gab es sowas wie kollektives Schutzverhalten, um z.B. Einzelne vor den Blicken anderer (möglicherweise Männer, etwa wenn die Tür zum Gang aufgeht) zu schützen. Bei den Männern war es schon ganz schwierig, dass die Beobachter ihre eigene Rolle überhaupt ernst nahmen. Die mussten das zunächst sofort durch Übertreibung und auch homophobes Verhalten brechen. Ständig wurden die eigenen Interpretationen entsprechend kommentiert. Schließlich hatten ja Männer Männern nachgeschaut. Sie konnten die Körper der anderen auch nicht beschreiben, außer z.b. geschätztes Alter, dünn, dick, muskulös etc. Unabhängig von den Beobachtungen konnten sie durchaus Körper differenzierter beschreiben. Das führt mich schon ein bisschen zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine derart tabuisierte Szene für Männer handelt, dass sie nicht in der Lage sind, dazu etwas zu sagen. Eine sehr stumme Gewalt, die da am Werke ist, wenn ich die Erfahrungen ernst nehme, wie sie Momo beschreibt. Für Profisportler schaut das vielleicht noch mal anders aus, der Beschreibungsfähigkeit. Für die Frauen mag es aber auch selbstverständlicher sein, den eigenen Körper den Blicken anderer Frauen zugänglich zu machen, wenn ich den Studien zu Madchenfreundschaften und Modesozialisation trauen darf.

  20. momorulez September 16, 2012 um 7:16 pm

    Ah, danke. Das bestätigt mich in allem, was ich so denke und wahrnehme. Und mal ab von schwul oder nicht – das ist ja ein Verhalten zu einem Körper eines Geschlechts, Gender, dem sich die meisten auch selbst zuordnen. Das sagt auch was über Selbstverhältnisse aus und hat sehr viel mit dem zu tun, was die „Dialektik der Aufklärung“ beschreibt.

  21. lars September 16, 2012 um 7:25 pm

    Gleichzeitig wissen sie aber, was sie tun.

  22. momorulez September 16, 2012 um 7:36 pm

    Ja, weil natürlich die ganzen Gesellschaften darauf ausgerichtet sind, dass es keiner sein will, was sich ja auch in fast jedem Coming Out wiederholt. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund 🙂 … hätte ich jetzt ein heterosexuelles Coming out, was für eine Horror-Vorstellung. Das wollte ich zum Glück auch nie sein.

    Das ist übrigens insofern noch ein Unterschied zumindest zu feministischen Zusammenhängen, dass da Lesben formal ein besseres Standing haben und es ein solches Äquivalent für Schwule nicht gibt, außer Dance- und House-orientierte Clubszenen und eben der schwulen Szene selbst. Und wie brüchig das auch für Lesben ist, zeigte ja dieser unsägliche Kinderstreit rund ums Gendercamp, da wurde Solidarität auch ratzfatz entzogen.

    Umgekehrt glaube ich, dass dieses extreme Abgrenzen immer auch Gewalt gegen sich selbst ist, aber auch das wird uns ja anerzogen. Im Grunde genommen unterliegen wir einem Zwang zur Autoagression.

  23. lars September 16, 2012 um 7:50 pm

    Ja, die Hassliebe gegen den eigenen Körper der da durchbricht. Da trifft das „Interesse am Körper“ ja durchaus den Kern. Und die locker rooms bilden nicht umsonst ein typisches Setting für homoerotisches Begehren in der entsprechenden Literatur. Sind ja eben kein Aquivalent

  24. momorulez September 16, 2012 um 7:54 pm

    Es gibt so wenig Literatur, in der homosexuelles Begehren so eingefangen wird, dass ich damit was anfangen kann 😦 – Film schon eher. Aber klar, der Lockerroom ist bis in die Pornographie hinein recht beliebte Location.

  25. lars September 16, 2012 um 8:06 pm

    Ist eben auch eine Gelegenheitsstruktur, wie die Phänomenologen sagen würden. Das Problem mit der Literatur, wie steht es denn da mit der Lesbenseite? Gibt es da adäquate gegenwärtige Literatur?

  26. momorulez September 16, 2012 um 8:19 pm

    Puh, da bin ich ehrlich gesagt völlig überfragt. Das ist ja nun auch was, was es so schwer macht, Lesben und Schwule wirklich bündnisfähig zu machen – man begehrt eben doch was anderes und auch anders, und so Scheiße sich das jetzt liest, so spannend ich finde, was ich von Nadine und denen von der Hamburger Queer AG mit bekomme, früher von Somlu, schade, dass sie so verschwunden ist, ich würde ein belletristisches Werk zu lesbischer Liebe nicht lesen. Dafür hat Ästhetik zu viel mir mit Erotik zu tun. Wobei ich tatsächlich gerade bei meinen St. Pauli-Tales eine bisexuelle, weibliche Hauptfigur baue, und da merke ich viel Unsicherheit, weil die mir sehr männlich gerät. Es gibt ja einen schwulen Blick auf Frauen, auch einen stark sympathisierenden, wo ich dann manchmal auch nicht mehr weiß, ob der so ganz koscher ist.

    Ich hatte neulich auch eher den Moment, dass ich im Zuge der Morgenseiten, die ich fast täglich schreibe, nach all den, ja, Lerneffekten durch die vernetzten Feministinnen, dass ich seitenlang aufschreiben musste, was ich denn nun eigentlich an Männern liebe 😀 – das kam gut. Also jetzt nicht Körperteile oder präferierte Praktiken, sondern was für mich die Erotik ausmacht, das Besondere, Schöne, Spannende. Kann ich nur empfehlen. War 3 Tage lang fast schon euphorisch.Und das ist ja nun nicht gerade Sujet in lesbischer Literatur.

  27. momorulez September 16, 2012 um 8:22 pm

    PS: Das Erstaunliche ist, dass bei den auch expliziten schwulen Unterhaltungsromanen, unsereins hat ja einen deutlicheren laxeren Umgang mit Pornographie als ihr, oft Frauen die in dieser Hinsicht besten Bücher für Schwule schreiben. Auch ein seltsames Phänomen. Die Typen zählen oft nur Techniken auf, während die Frauen den Beziehungsrahmen besser hinbekommen. Das ist für das übergreifende Thema gar kein Randaspekt.

  28. lars September 16, 2012 um 8:38 pm

    Lesen würde ich es schon. Aber es geht ja auch darum, ob es Unterschiede darin gibt, wie sich schwule und lesbische AutorInnen auf dem Belletristikmarkt behaupten. Fand ja die Parallelgeschichten von Nadas gut (auch wenn der Roman letztlich scheitert), weil er mit diesen ganzen Blickregimen spielt: was stellt sich ein Mann den weiblichen Blick auf den männlichen Körper vor. Die einzige Figur, die aus der Ego-Perspektive erzählt, ist schwul, verliebt sich aber in eine Frau. Insgesamt auch sehr fleischlich geschrieben. Von der Seite wurde es mich schon interessieren, was da beschreibbar wird. Habe ja selbst sehr lange gebraucht, um überhaupt so etwas wie einen erotischen Blick überhaupt einzuüben. Verstand auch nie jemand.

  29. momorulez September 16, 2012 um 9:01 pm

    Ich glaube auch, in der Hoffnung, Dir damit nicht zu nahe zu treten, dass das für jemanden wie Dich, der ein so ausgeprägtes Bewusstsein für Patriachat, Sexismus, Gendertheorie usw. auch viel schwieriger ist als für Schwuppen – wobei Du das, glaube ich, überhaupt nie erwähn hast, wo deine Leidenschaften liegen, deshalb quatsche ich ja vielleicht eh konstant krumm.

    Und im Mainstreammarkt behauptet man sich eh nicht, wenn man schwule Themen bedient – und jetzt, wo ich es schreibe, Rita Mae Brown haben wir damals alle gelesen. Und die hat sogar ganz gut verkauft, glaube ich. Aber ansonsten sind das Ausnahmen wie Michael Chabon, der das mit einbaut, und das gar nicht so schlecht.

    Lese hier lustigerweise gerade parallel „Tänzer der Nacht“, ein Roman von 1978, einer, der diese kurze, exzessive Phase im New Yorker Nachtleben nach Stonewall und vor AIDS thematisiert. Bin gerade erst auf S. 16, und da ist das Thema, dass das doch im Grunde genommen niemand interessiert, es sei denn, es ist furchtbar tragisch. „Philadelphia“, das lieben sie dann, schwule Serienmörder, Selbstmörder, Depressive, um Anerkennung heischende, Todkranke, so ungefähr steht das da auch. Seltsamerweise ja auch „La Cage aus Folles“ oder diesen Film mit Patrick Swazey.

    Was übrigens ganz lustig ist, spielt man das mal mit dem Interview durch. Stell Dir vor, der hättet ernsthaft geantwortet : „Ach, wissen Sie, wir haben einen Heidenspaß, daran wollen wir nur niemanden teilhaben lassen. Die Massenmedien entzaubern das Ganze doch nur, dabei ist es wirklich schön. Wir haben zwei glückliche Paare, und die Dreierkette aus der Abwehr, die leben zu dritt zusammen. Die beiden Söhne vom Außenverteidiger, der hat jetzt noch manchmal was mit Frauen, wir tolerieren das aber, leben da ganz glücklich mit und lieben ihre 3 Väter. Manchmal gibt es richtige Orgien nach Auswärtssiegen, im Hotel danach – einfach geil. Ich liebe den Torwart. Nach der Karriere wollen wir gerne 1 Kind adoptieren“. Mal abgesehen, dass das nun wirklich keiner glauben würde – stell Dir vor was los wäre, wenn es WAHR wäre. Und er einfach nur glücklich.

    Es gibt doch diese etwas alberne Komödie mit der schwulen Amateurmannschaft mit dem Leder-Trio, das immer zu dritt unter der Lackdecke sich schlafen legt 😀 – die fand ich immer prima. Und das jetzt mit 3 Weltklassestürmern …

  30. lars September 16, 2012 um 9:03 pm

    Achso, noch das zu Deinem Postscriptum: Technik vs
    Beziehung. Wenn die Männer in den Umkleiden über ihren eigenen Körper oder gar den Körper gegenwärtiger Anderer sprechen, dann wird auch gerne ins technische Detail gegangen: Was essen, wie häufig trainieren, Verletzungsrisiko usw. Die Nichtthematisierung des Ästhetischen in einem Feld, das sich zentral ums Ästhetische dreht, spiegelt auch dieses Problem wieder. Nie zuviel commitment zeigen.

  31. lars September 16, 2012 um 9:21 pm

    Ja, mich mit diesem Wissen um Gender und Körper auseinanderzusetzen war heilsam. Man kommt nicht umsonst zu seinen Themen. Was du schreibst, liest sich so natürlich lustig und wünschenswert. Allerdings lauft es genau gegen die Institution Sport mit ihren Regeln. War ja hochgradig schockiert, als Löw bei der letzten EM einen Spieler sperrte, weil er wohl am Abend zuvor im Rotlichtmilieu unterwegs war. Dass die Spieler zugleich Poster Boys moralischer Lebensführung sein müssen. Würde ja wirklich gerne mal Interviews mit Profisportlern dazu machen, was es bedeutet, wenn ihnen der eigene Körper nicht mehr gehört.

  32. momorulez September 16, 2012 um 9:34 pm

    Da mach Dir, was das Rotlichtmilieu betrifft, mal keine Sorgen 😀 … da könnte ich echt Geschichten erzählen, zwei ganz Schlimme. Und aus seeeehr glaubwürdiger Quelle.

    Die haben oft eher das Problem, dass sie, wenn sie auf hohem Niveau spielen, komplett in Fussballinternaten usw. aufwachsen, sehr viel trainieren, viel weniger Freizeit haben, nicht rauchen, nicht saufen, kaum Nachtleben. Und dann noch weniger als andere Männer lernen, wie man Beziehungen anbahnt, weil sie mit Frauen viel weniger zu tun haben. Dann sind sie irgendwann bekannt bis berühmt, haben ein Schweinegeld; die aus „unteren Schichten“ gehen oft sehr stark über Statussymbole. Und dann kommt es zu so was wie bei van Persie. Ribéry hat wenigstens bezahlt oder bezahlen lassen, falls die Geschichten stimmen.

    Da herrscht bei einigen, vielen, wie auch immer, eher klassische Doppelmoral – für die Zeitungen die Vorzeigegattin, und ansonsten … ich glaube, je weniger prominent, desto geradliniger dann.Und auch ganz viele andere.

    Gibt übrigens auch Stories von einst sehr bekannten Profis, die erst mal Schwule aus einer Disco schmeißen ließen, weil sie – er, einer wars, und ich habs von einem Augenzeugen – nicht mit so was in einem Raum sein wollten.

    Du stößt da eher auf die üblichen Promi-Machismen der Medienwelt, glaube ich.

    PS: Es ging übrigens in keinem Fall um einen Spieler des FC St. Pauli noch bei einer der Quellen um jemanden aus dem Verein.

  33. lars September 16, 2012 um 9:53 pm

    Gestört habe ich mich weniger am Rotlichtmilieu (was zu erwarten ist … Die Schätzungen zu Nutzerhäufigkeiten sind ja aussagekräftig genug) als am disziplinarischen Prozedere. Alles was du danach schreibst: ja, aber was folgt daraus für eine Körpererfahrung? Was mögen sie an sich, was nicht? Was wurden sie gerne ändern? Worüber wurden sie gerne starker selber entscheiden? Unter meinen Studies waren lange auch Sportstudenten mit Profikarriere, die hatten ziemlich genervt von den Dopingkontrollen berichtet. Nicht die Regelmäßigkeit war dann das Problem, sondern, dass sie nicht mal kurzfristig weiter weg fahren konnten, ohne sich bei den Behörden abzumelden und so weiter.

  34. momorulez September 16, 2012 um 10:00 pm

    Oje. Ja, die anderen Fragen sind auch definitiv relevant. Darüber hinaus auch jene des totalen Verschleißes – habe mal ein Interview mit Boris Becker gelesen, wie es dem geht, wenn er morgens aufsteht. Schlimm. Nur Schmerzen. Wie die mittlerweile auch 90 Minuten über den Platz rennen, das ist ja auch – also, wie Dortmund spielen, das geht physisch ja eigentlich gar nicht.

    Falls Du ein universitär abgestempeltes Forschungsvorhaben hast, könnte ich Dich an Leute vermitteln, die Dir weiter helfen könnten.

  35. lars September 16, 2012 um 10:08 pm

    Abgestempelt isses nicht. Auch noch nicht richtig geplant. Aber die Verschränkung von Macht, Leiblichkeit und Sozialisation finde ich ziemlich wichtig. Hatte gerade das Gefühl, mich jetzt weit abseits der Ursprungsdiskussion zu befinden. Bin aber doch mittendrin, wie ich gerade merke.

  36. momorulez September 16, 2012 um 10:09 pm

    Wir sind so was von mittendrin!

  37. lars September 16, 2012 um 10:16 pm

    Ich monopolisiere ja gerade Deinen Thread. Leicht. Sitze noch bis im halb zwei im Zug und die Alternative sind die Finanzkrisen von Philipp II. Im 16./17. Jahrhundert. Da ist das doch spannender. 😉

  38. momorulez September 16, 2012 um 10:19 pm

    Ich gucke gerade einen ganz spannenden Film auf 3SAt 🙂 …irgendwann ist mein iPad auch leer. Aber jegliche Reflexion ist hier jederzeit willkommen!

  39. lars September 16, 2012 um 10:32 pm

    Ich habe immerhin eine Steckdose hier im ICE. Bis Köln zumindest. 😉 Dass ich es überhaupt soweit geschafft habe, in einer Fussballdiskussion wundert mich eh. Wo ich doch mit diesem Sport wenig anzufangen weiß. Und mein Schreibtischkollege an der Uni ist zudem noch begeisterter Dortmunder…

  40. momorulez September 16, 2012 um 10:38 pm

    Gäbe es den FC St. Pauli nicht, wäre ich ja auch nie so weit vorgedrungen. Aber ich finde das ja abgesehen davon, dass ich es auch sexy finde, auch philosophisch-soziologisch interessant. Bin aber auch eher St. Pauli- als Fussballfan.

    Von wo kommst Du denn, dass Du so lange unterwegs bist?

  41. lars September 16, 2012 um 10:45 pm

    Aber im Ernst. Was mich an der ganzen Mannlichkeitsklamotte derart aufregt sind diese Selbstverständlichkeiten, mit denen Vorannahmen getroffen und als gemeinsam unterstellt werden. Muss mich ja immer rechtfertigen, dass ich keinen Fussball mag. Dabei war das genau der Sport, der mich in der Schule traumatisiert hatte. War noch schlimmer als die Umkleiden. Finde das heute mittlerweile fast witzig, dass andere immer irritiert sind, wenn sie merken, dass ich am Fernsehsport nicht wirklich interessiert bin, obwohl ich mittlerweile vergleichsweise sportlich geworden bin.

  42. momorulez September 16, 2012 um 10:50 pm

    Ich hab immer mit den Mädels Völkerball gespielt 😀 – fand Sportunterricht aber auch furchtbar. Hätte mich fast das Abi gekostet, weil ich fast nie da war, obwohl es zum Schluss wenigstens Jazztanz war. Und vorher konnte ich mich oft mit Tischtennis oder Badminton durchmogeln.

    Diese unbefragten Voraussetzungen nerven auch wirklich.

  43. lars September 16, 2012 um 10:51 pm

    Kurzbesuch bei meinen Eltern und meinem Bruder in Bayern. Bin aber auch erst spät los: das Wetter war so schön warm. Und ich hatte viel Spass mit meiner kleinen Nichte.

  44. momorulez September 16, 2012 um 10:53 pm

    Das ist dann die Strecke über Stuttgart und am Rhein lang, oder?

    Jetzt hat er ihn übrigens gerade mit dem Kissen erstickt. Auf 3Sat.

  45. lars September 16, 2012 um 11:02 pm

    Ja, das hattest Du schon mal erwähnt. Bei mir waren es einfach alle Ballspiele. Hatte was mit der Hand-Augen-Koordination zu tun. Konnte mich immer mit Laufen und Hoch- oder Weitsprung und Schwimmen ins Befriedigend retten. War im Sommer immer froh, wenn wir einen Coopertest rennen mussten. Fanden alle anderen natürlich schrecklich. Das gemeine war, dass mir der Schulsport lange Zeit jeden Spaß an jeder Form von Sport genommen hatte. Und die Sportlehrer operierten gerade mit diesen Vorannahmen, dass das doch gar nicht anders sein könne, als Spaß zu machen. Sie müssen zudem manchmal auch geradezu grausam gewesen sein. Mein Vater erzählt immer, dass ich ihm in der 5. Klasse in der Hauptschule verboten habe, mit dem Lehrer zu reden – aus Angst, es wurde nur schlimmer werden…

  46. lars September 16, 2012 um 11:14 pm

    Genau diese Strecke. Aber nicht die schöne alte IC-EC-Strecke direkt am Rhein, sondern ab Frankfurt Flughafen die schnelle über Siegburg. Bin jetzt quasi auch erstmal eine Transportleiche. Bin am Kölner Bahnhof und der Anschlusszug kommt erst um kurz vor 1.

  47. momorulez September 16, 2012 um 11:16 pm

    Oje. Na, dann komm mal gut nach Hause! Bin jetzt off, muss ja morgen was tun – und schlaf gut dahoam!

  48. lars September 16, 2012 um 11:28 pm

    Ja, dir auch. Die Arbeit wird es morgen bei mir auch wieder geben.

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