Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die Linie, die Fläche, das Serielle – und wieso manche St. Paulianer mal in Puccini-Opern gehen sollten

Da habe ich mir mit der Überschrift jetzt aber wirklich was eingebrockt. Der ersten Hälfte. Die stand da schon, bevor ich zu schreiben begonnen habe, die zweite Hälfte kam später hinzu. Klar, wegen Florian Bruns, das ist hier schließlich u.a ein Fanblog für ihn.

So was wie die Überschrift kommt davon, wenn man Sonntags mit dem iPad spielt. Irgendwas entsteht und ich frage mich, was da jetzt eigentlich entstanden ist. Sinniere über Hell-Dunkel-Malerei und wie cool Cézanne eine ganz andere Art der Räumlichkeit mit Farbe erzeugte, etwas, das mir noch nie gelungen ist. Seine feinen, schwarzen Linien neben Ocker sind mir trotzdem Leitlinien, sozusagen.

Grübele auch über die Frage, wieso ein Foto, das vorgibt, abzubilden, wenig nur von den Emotionen dessen einfängt, der fotografiert. Ja, okay, es stellt indirekt einen Gegenstandsbezug her, und bestimmt sieht man, ob jemand, der fotografiert, in den verknallt ist, den er fotografiert, oder auch nicht. Vielleicht versucht er sogar, etwas gar nicht ganz so schönes einzufangen, weil er glaubt, die Gefühle blendeten ihn und würden dadurch gar verfälschen, und so fotografiert er Haare in Suppen. Oder er widmet sich zum Beispiel einer ihn maßlos faszinierenden Schulter und ist enttäuscht, dass sich das Faszinierende einfach nicht einfangen lässt.

Da empfinde ich Malerei als die spannendere Methode. Man kann mit dem Pinsel Schultern wundervoll erkunden, und diese iPad-Methode, auf Fotos mit dem Finger Linien nachzuziehen, die ist auch etwas sehr Eigentümliches, Schönes, fast Intimes.

Etabliert man freilich ein Prinzip, das einen Stil definieren soll, dann verliert man ggf. den Gegenstand aus dem Auge. Und das ist es übrigens, was zum Beispiel Fernsehen oder auch viele Krimis, die man liest, so schlecht macht – da wird „formatiert“ und auch „geplottet“, und so verschwindet häufig das, was doch eigentlich in Bild oder Sprache überführt werden sollte. Gegen so was haben Philosophen wie Adorno angeschrieben, obgleich auch die für ihn paradigmatische Zwölftonmusik mit Reihen arbeitet. Aber im Sinne einer Gleichwertigkeit der Töne, wenn ich das richtig verstanden habe, und somit einer Priorität des Materials, das als Historisches verstanden wird.

Und so beginne ich auf einmal zu sinnieren über in paar Grundfragen der bildenden Kunst.

Da das aber niemanden interessiert –

also, eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, über Wanderdünen, Wüsten, Watt, Sand in den Schuhen aus Hawaii zu witzeln, als ich so in Richtung Stadion spazierte, ging ja gegen Sandhausen, wie lustig (was an dem Verein so unsympathisch ist, muss ich mir noch mal vom Kiezkieker erklären lassen, ich weiß rein gar nichts über die).

Doch dann saß ich da nach dem Kauf von Basch und Übersteiger, die ich später auf dem Sitz liegen ließ, und freute mich. Über die Musik.

Ich finde das ziemlich cool, was aktuell vor den Spielen zu hören ist. Neulich schon dieses großartige Intro zu Townsends „Face to Face“ (wieso hieß die Platte eigentlich „White City“?), das eine eigentümliche Spannung erzeugte. Gestern Proppellerheads/Shirley Basseys „History Repeating„, danach noch dieser Elvis-Filmmusik-Remix, „A little less conversation„, leider auch ein Nike-Spot, trotzdem, eine Göttin und ein Gott, da kann ja nix schief gehen. Auf Shirley Bassey wird zurück zu kommen sein.

Gute Linie in der Musikauswahl, um die Stadionfläche zu beschallen und das auch noch in Serie in der Stadt, die ich liebe – ich nippte am Bier, das Stadion füllte sich, und Wuseln auf parkhausartigen Betonflächen, mit roten Linien versehen, das ist ja nicht nur im Zeitraffer ein ganz schönes Bild.

Dass die USP-Choreo sensationell sein würde, das wurde mir zuvor schon angekündigt – sie war es. Danke, und Glückwunsch von ganzem Herzen zum Zehnten, ich find euch ja sexy – Fotos habe ich hier schon hoch geladen, und natürlich ist das auch ein Spiel mit Linie und Fläche gewesen, das zudem von einer statischen Blockfahne

in ein höchst belebtes Fahnenwedeln überging. Das ist eine Symbolik, an der nun bitte auch eine Siegesserie sich orientieren soll.

Dieses Gegentransparent auf der Gegengeraden, vielleicht war es ja auch nur ironisch gemeint, „Koka, Mate, weiße Schuh, Ultras, lasst den Sport in Ruh“, wirkte gegen das magische Fahnenmeer wie der Furz, der es war. (Edith: Der Kleine Tod deutet an, es sei Ironie gewesen. Hat sich mir nicht vermittelt. Noch mal Edith: Es sei gar eine Liebeserklärung der Skinheads an USP gewesen, wurde bei Twitter mit geteilt. Na, ich mag ja auch dirty words beim Sex, also sei das mit dem Furz als erotisches Skinheadstiefellecken verstanden).

Am Anfang tanzte das Team der Boys in Brown wieder um das Kruse-Loch; aber mir schien schon eine Steigerung zu sehen sein, auch in Halbzeit 1. Sandhausen verteidigte gut, kein Wunder, da spielt ja jetzt Morena; sie hatten hochkarätige Chancen, wir aber auch. Und ich, das ist auch weiterhin meine These, hatte wieder das Gefühl, dass diese Umständlichkeit vor dem Tore viel damit zu tun hat, dass irgendwelche komplizierten Trainervorgaben in den Köpfen herum schwirren und so die Spontanität flöten geht. Als sähen sie ein Blatt Papier vor ihrem inneren Auge, auf dem mit Edding Schubert total ausgetüftelte Linien als Luafwege und Spielzüge gezogen hat, würden dann auf dem Platz das Gewirr vor sich sehen, sich zu erinnern suchen … und, ja.

Trotzdem sah das schon viel besser aus, dem Lichterkarussell kann ich da nicht vollumfänglich beipflichten dieses Mal. Ich glaube aber immer noch, dass das Team unter einem anderen Trainer viel frischer und letztlich auch erfolg- und ertragreicher spielen würde. Das Potenzial ist da. Aber ich weiß ja gar nicht, ob er ihnen mit Edding was aufmalt und gucke nur das Ergebnis. Und da war immerhin eine Entwicklung erkennbar.

Saglik wirklich top, hat teilweise fast den Spielmacher gegeben und Linie ins Spiel gebracht. Bartels war in Halbzeit 2 ja im Grunde genommen doppelter Torschütze, so sehr ich dem Ebbers das seine auch gönnte. Und dieses Strahlen, das in die Augen des Fin zurück kehrte und sich großflächig ausbreitete, das sah aus wie „Hey, Fussball kann ja Spaß machen, ich mache einfach mal wieder, was ich gut kann!“, zauberhaft und magisch. Avevor zwar mit hoher Fehlerquote, aber ansonsten wirklich von enormer Präsenz, Durchsetzungswille, Nachhaken, Festbeißen, ganz, als habe ihm der Trainer den Eigensinn noch nicht austreiben können.

Der, wie auch die systemgetreuen Auswechslungen zeigten, eben zu formatieren sucht, als sei Fussball eine Fernsehserie mit Zopfdramaturgie und zielgruppengerecht konfektionierten, stereotypen Figuren. Aber nicht darauf zu reagieren schien, dass z.B. über links viel zu wenig lief, und wenn doch mal, dann wurde es gefährlich. Wir haben die Fläche des Platzes gar nicht ausgefüllt. Würde man die Spielzüge als Linien malen, wäre rechts eine breite, schwarze Bahn und links ein paar filigrane Striche. Rechtslastig beim FC St. Pauli, das geht ja gar nicht.

Und, an all die Bruns-Lästerer rund um mich herum – ihr seid echt Banausen allerschlimmster Art. Habt ihr nicht diese unglaublich wundervoll theatralische Geste vor einem vergurkten Freistoß fast an der Eckfahne gesehen, als Bruns noch dramatisch seine Hände streckte wie der Künstler, bevor er an das Piano tritt? Großartig. Wirklich. Ihr solltet mehr Shirley Bassey hören, mehr in Puccini-Opern gehen, euch einer Callas-Arie hingeben oder auch nur den 3 Tenören, für Einsteiger. Löwen wie Bruns leben aus der DRAMATIK, und, so brav und bescheiden er sich gibt, natürlich regt sich in ihm die große Geste, der kühne Pinselstrich, die starke Farbe, nicht das Aquarell und auch keine kalkulierte, serielle Produktion. Da ist jeder Pass, jeder Schritt, jeder Laufweg nicht etwa Malen nach Zahlen, keine fussballerische Buchhaltung oder Präzision, sondern ein Schöpfungsakt, jawohl! Und das ist etwas unglaublich Wundervolles, meine ich ganz und gar ernst, gucke ich mir selbst dann gerne an, wenn es scheitert, und das passt zum FC St. Pauli auch viel besser als Uhrwerke, Fahrpläne oder Anstoßzeiten. Schon gar solche um 13 Uhr. Ich bewundere ihn dafür, das ist nämlich wirklich enorm mutig, jede Woche aufs Neue dieses Risiko zu fahren.

Wie ich aus ganz anderen Gründen auch Fabian Morena bewundert habe – für dessen immer kluges Stellungsspiel, für seine Integrität. Und ich mochte ihn dafür, dass er so tief im St. Pauli-Kosmos Wurzeln schlug, als er erst solo, dann mit Freundin, dann mit schwangerer Freundin, dann mit Kind zum Beispiel dem O-Feuer treu blieb und man spürte, dass er diese Stadt, das Stadionumfeld, lebte und liebte. Ja, wer es nicht fühlt, kann es nicht verstehen. Das ist wie bei Gunesch, Lechner, Eger – man spürt einfach, wer das zauselige Understatement des St. Pauli-Lebens aufgesogen hat und über Eitelkeiten, Prunk und Protz wie beim Lokalrivalen nur lachen kann. Puccini-Opern sind nämlich gar nicht protzig 😀 … sondern schön.

Und so konnte ich das „You’ll never walk alone“ gar nicht mitsingen, weil ich in der mir eigenen Rührseligkeit wirklich kurz flennen musste und eher Gejammer aus mir drang. Weil das ja Menschen sind, mit denen man nie ein Wort gewechselt hat, aber irrsinnig viel erlebt, gemeinsam, von Liga 3 bis Liga 1. Weiß noch, wie er im Schneespiel gegen Bremen den Klose zu Fall brachte und der sich verletzte, dies aber so supersauber tat, das Ballablaufen, dass noch nicht mal der Allofs, der vor dem Spiel solche Angst um die Nationalspieler hatte, meckern konnte. Ach, Du bleibst doch St. Paulianer, ob nun in Sandhausen oder sonstwo. Was Deiner Rede ja auch ebenso anzuhören wie der Welle rund ums Stadion anzusehen war. Danke für so wundervolle Erlebnisse, Fabio Morena!! Damals, als wir noch Intensität statt Fussball-Intellektualität lebten …

Hat natürlich trotzdem Hoffnung gemacht, das Spiel. Man muss im Seriellen halt Flächen und Linien auch mal variieren, damit es keine Stereotype werden, sondern sich entwickelnde Verschiebungen und Ableitungen und Diversifikationen. Wie beim Jazz. So kann man sogar einen positiven Begriff von Stil entwickeln. Weil Adorno ja zu recht schrub, das NUR NOCH STIL eben nichts ist, sondern Scheiße. Aber solcher, der sich einfühlt in die Welt und dabei sich selbst nicht aufgibt, der kann auch prägend sein.

So ging es ganz in diesem Sinne wieder vor die Domschänke …

… und da, wo der Pfeil hin zeigt, ging gerade dieser Diffi-Dingens-Marsch entlang. Ich kann mir den Slogan nicht merken und bin nichtsdestrotz vollkommen solidarisch!!!

Und so stand ich da, freute mich, dass manche auch da waren, die lange nicht da waren wie Foxxibär und Bucanero1910 und über alle anderen auch und liebte einmal mehr die Physiognomie der Stadt rund um das Stadion meines Fussballvereins, der so viel Linien, Flächen und Serielles in meinem Leben bestimmt. Und sich bestimmen lassen kann halt auch schön sein – man sollte nur genau wählen, von wem. Und sich anschließend voll und ganz hingeben …

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17 Antworten zu “Die Linie, die Fläche, das Serielle – und wieso manche St. Paulianer mal in Puccini-Opern gehen sollten

  1. Pingback: Tränen spülten den Sand weg – #FCSP gewinnt gegen Sandhausen und der Abschied vom Capitano « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  2. Zaphod September 2, 2012 um 8:34 pm

    Danke für die Erinnerung an Propellerheads, gleich mal Decksandrumsandrockandroll auflegen, ewig nicht gehört. Und die Bruns-Lästerer (zu denen ich, zugegeben, auch manchmal gehöre) verzweifeln eigentlich nur, weil sie auf mehr seiner wirklich genialen Momente hoffen, schließlich weiß man ja dass er es eigentlich kann.

  3. momorulez September 2, 2012 um 8:49 pm

    Ich glaub ja, dass das Nichtkönnen und Können sozusagen aus der gleichen Quelle sich speisen – vermute ich zumindest. Und mal ab davon, dass der Name sich ja rein lautmalerisch auch eher anbietet als Avevor zum Beispiel, das war gestern derart massiv um mich herum, dass es mich nur noch nervte. Weil wirklich alle Spieler ständig blöde Abspielfehler machen und dämliche Fehlpässe, aber bei Bruns gehen die immer ab … dabei hat der auch echt championsleuguereife Pässe gespielt, zwischendurch.

    Ist ein bißchen wie bei Lotter damals: Nur weil er einen guten Friseur hat und nicht doof rum mackert und nicht so wirkt, als hätte er noch nie ein Buch gelesen und es vielleicht sogar verstanden, fallen die dann über ihn her.

    Aber vielleicht hast Du ja recht, und es sind nur enttäuschte Erwartungen. Ich witter da immer was anderes. Zudem ich dieses zwischendurch Theatralische echt prima finde und das im Fussball auch mag. Das steht quer zu diesen „Gras fressen!“-Männerbildern.

    Diese Shirley-Bassey-Nummer kam supergut rüber. Ich find das ja gut, dass wir musikalisch von der dieser verstaubten Punkrock-Gitarrenmusik weg gekommen sind. Rund ums Stadion läuft viel House und Electro, da haben USP auch eine irgendwie zeitgemäßere Schiene etabliert, kommt ja, glaube ich, auch aus der Ecke, Electromob und so?

  4. kleinertod September 2, 2012 um 8:49 pm

    Das mit den Angriffen auf Bruns höre ich in meinem Umfeld auch bei fast jeder Ballberührung. Auch bei den tollen Schüssen, die knapp drüber gehen oder vom Torwart mittels Glanzparade gerade noch so herausgekratzt werden. Der könnte wohl zehn Tore in einem Spiel schießen und die würden trotzdem noch irgendwas zum meckern finden – einfach aus Prinzip. Da habe ich schon längst aufgehört, mir irgendwelche größeren Gedanken zu zu machen. Der hat bei vielen ein standing wie Bene – gruselig, mit was für Mitfans man mitunter das Millerntor teilt. Wobei natürlich nichts gegen diese Mischung aus Verzweiflung und Liebe einzuwenden ist, die bei vielen Meckerern ja auch vorhanden ist – das gehört ja dazu. Nur eben nicht so extrem wie bei gewissen Spielern, da hört bei mir dann irgendwann das Verständnis auf. Für mich ist Bruns ein extrem wichtiger Spieler – wenn er geht, dann geht (seltsamerweise…) meist fast nichts mehr – aber komischerweise fällt das seinen Kritikern ja nie auf…

    War sehr schön, nur sehr kurz. Müssen wir irgendwie bei einem Auswärtsspiel länger nachholen!

  5. momorulez September 2, 2012 um 9:01 pm

    Jau! Versuche morgen Köln klar zu machen!

    Und dass oft nix mehr läuft, wenn Bruns raus ist, zeigt die Schwäche des Trainers. Gestern war gut, dass Avevor auch da ist, an dem haben sich die Mitspieler auch sehr orientiert, was Bruns entlastete. Die wissen ja auch, wer Linie 😀 ins Spiel bringt und so was wie Spielintelligenz mitbringt. Bruns ist z.B. auch die leere, linke Seite aufgefallen, und der ist schwer gerannt, um da Lücken zu stopfen, die Kalla gerissen hat, aber auch, um sich anzubieten. Das wirkt manchmal so, als würde er die zu starren Vorgaben des Trainers kompensieren müssen, und er hat halt auch eine Menge Erfahrung.

    Ich geh auf dieses Bruns-Geläster natürlich auch so ab, weil da ein Runtermachen mit läuft, dass Du auch als Schwuler abkriegst in bestimmten Zusammenhängen. Ich weiß einfach, was für echt hochaggressives Abwehrhalten bei vielen Männern einsetzt, wenn die den Passus zur Oper oben lesen 😀 – bei vielen ja auch nicht. Aber eben „nicht männlich genug“. Das kriegen Typen wie Ronaldo oder Gomez doch auch zuhauf ab. Klar, gibt Riesenunterschiede zu denen, von Bruns aus gesehen, aber ich glaube, ich bin da instinktsicher – Flo hat einfach Stil, und das können die nicht ab.

  6. momorulez September 2, 2012 um 9:10 pm

    PS: Bei Bene ist das freilich ein anderer Film 😀 – da bündelt sich ja eher eine Mischung aus Ultra-Hass, deshalb hab ich ja das Skinheads-Plakat ernst genommen, und dieser unsinnigen Annahme, man würde entgegen allen Regeln der Effizienz sich „Maskottchen“ halten wollen. Völlige Unverschämtheit Bene gegenüber.

  7. kleinertod September 2, 2012 um 9:13 pm

    Also nach Köln würd ich auch sofort mitkommen. Nur hab ich die nächsten Tage überhaupt keine Zeit, da irgendwas zu organisieren… -.-

    Und was die genannten möglichen Hintergründe bei den Bruns Ablästerern betrifft, da vermag ich solche Gedankengänge nun wirklich nicht nachvollziehen. Das „Männliche“ als Extremideal war für mich eher ein Grund zum Amüsieren. Wer das so dringend zu Betonen und Verteidigen nötig hat, tut mir einfach leid. Ich mag es halt bunt und nicht schwarz-weiß. Braun-weiß geht aber klar… 😉

    Avevor war bei den Pässen ja nicht wirklich gut, Wenn die auch noch stimmen, dann wird er eine Riesenverstärkung. So nur ohne Riesen-… Bruns hat gut gearbeitet und auch von hinten Alarm mit Schüssen gemacht, als er – vor allen anderen – die Notwendigkeit von Fernschüssen an diesem Tag erkannte. Allgemein hat mir unser Spiel zum ersten mal in der Saison gut gefallen, insbesondere in der zweiten Halbzeit – ganz unabhängig vom Ergebnis. Muß ja nicht immer erfolgreich sein – aber mit Seele, das MUSS sein. Für die Liebe.

  8. kleinertod September 2, 2012 um 9:14 pm

    Das mit dem Ultra-bashing bei Bene hab ich auch erkannt und mich schon darüber aufgeregt. Woran es bei Bruns liegt hingegen noch nicht – also bei den Kritikern, nicht bei ihm. Danke für diese Denkanregung. ^^

  9. momorulez September 2, 2012 um 9:19 pm

    Das, was ich vermute, ist ja nix, was auch nur irgendwem bewusst wäre. Das ist so in antrainiertes, psychologisches „Immunsystem“ unter Bedingungen des Patriachats und des Männer-Rudels. Wer da gut tanzen kann, kriegt vors Maul. Eigentlich sind sie insgeheim neidisch 🙂 …

    Wegen Köln sach ich Bescheid, einfach, was Stand der Dinge ist.

  10. kleinertod September 2, 2012 um 9:27 pm

    Ich wär sofort dabei. Und über mail auch immer erreichbar. 😉

    Das erinnert mich etwas an http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-und-ernaehrung-warum-fleischesser-vegetarier-anfeinden-1.1274443 – da wird das Abwehrverhalten von Fleischessern gegenüber Vegetariern wunderbar erklärt. Bei der konstruierten Männlichkeit mit den ganzen Abwehrmustern geht es ja ähnlich obskur zu. Wer sich als Mann zu unmännlich aufführt (in deren Augen) gefährdet wohl deren eigene Männlichkeit oder so. Ich will das gar nicht verstehen.

  11. kleinertod September 2, 2012 um 9:32 pm

    Da fällt mir noch ein Erlebnis von heute ein: zwei erwachsene Frauen spielen mit einem Mädchen (etwa 3) und einem Jungen (etwa vier) Ball. Die eine Frau wirft dem Jungen aus etwa einem Meter Entfernung mit voller Wucht an den Kopf, daß diese natürlich umfällt und heult – und die Frau lacht höhnisch und sagt „du bist doch ein Junge!“.

  12. momorulez September 2, 2012 um 9:40 pm

    Der Link ist spannend, das passt ja auch zu vielen PC-Debatten, wo manche dann ja auch die Rassismusfrage mit der Vegetarismusfrage vermengen (der verlinkte Text auch mit seinen „exotischen Stämmen“) oder dem von Alkoholverboten, als ergäbe das einen Gesamtkomplex, was auch wider dummes Zeug ist.

    „Fleischesser hätten oft das Gefühl, dass Vegetarier sie moralisch verurteilten und fühlten sich zu schlechten Menschen degradiert. Und Attacken auf ihr positives Selbstbild wehren Menschen ab, indem sie Angreifer lächerlich machen.“

    Den Mechanismus kenne ich gut aus anderen Zusammenhängen. Fürchterlich anstrengend. Wobei das bei männlichen Selbstbildern noch weiter geht, da fühlen sich viele wirklich sehr bedroht durch „unmännliches“ Verhalten und machen sich nicht nur lustig, sondern schlagen zu. Auch, wenn sie sich von Frauen in ihrer „Männlichkeit“ nicht angenommen sehen. Das ist echt gemeingefährlich für Frauen.

  13. kleinertod September 2, 2012 um 9:44 pm

    Spannendes Thema, was ich heute und die nächsten Tage leider kaum vertiefen kann. Bei nächster Gelegenheit gern. Gute Nacht!

  14. momorulez September 2, 2012 um 9:49 pm

    Oje … also, die Story mit dem Ball. Ojeoje. Ich habe mit Barbiepuppen gespielt! Ich hatte eine Wunderhaar-Barbie 🙂 – mit Lockenstab. Und habe nur deshalb so eine große Klappe, weil ich mich so zur Wehr setzen konnten, bzw. mir deshalb auch nichts passierte. Obwohl mir einmal in einem Landheim irgendwelche Bundeswehrhosenträger aus einer Parallelklasse, gab rund um die Vorstadt, aus der ich komme, damals tatsächlich Wehrsportgruppen, mal die Haare schneiden wollten tatsächlich, und nein, ich hatte keine Rastas, da war ich Öko. Und lief ganz in lila mit schwarzer Opa-Weste herum 😆 – das muss die Abschlussfahrt zehnte Klasse gewesen sein. Trauten sie sich nicht richtig und haben dann meine Matratze geklaut. Und dann habe ich die aus meiner Klasse so zusammen gerüffelt, dass sie sie mir wieder geholt haben, dabei hatten die gar nichts damit zu tun 😀 – und dann war Ruhe.

    Na, zu solchen Themen hast Du ja bestimmt auch jede Menge Anekdoten parat.

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