Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: Mai 2012

Abwehr, Ego, „Antidiskriminierungsopferparty“

Ach, das bringt so schön auf den Punkt, was auch hier über die Jahre abging, das empfehle ich wärmstens:

„Was dann mit der Diskussion geschieht, hängt nur noch vom Moderationsverhalten der Verantwortlichen ab. Wenn sie so gnädig sind zu verhindern, dass sich die Erbosten vor aller Welt blamieren, löschen sie entsprechende Beiträge und Derailing kann vermieden werden. Wenn wir hingegen von einer größeren Tageszeitung sprechen, bricht an dieser Stelle die Apokalypse aus, denn alle, die einmal gedemütigt und verletzt wurden (sprich: auf Fehlverhalten oder Privilegien hingewiesen), kommen jetzt aus dem Unterholz und feiern eine große “Antidiskriminierungsopfer”-Party.

Dringende Lektüreempfehlung!

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Postkoloniale Maßstabskonstruktionen

„nicht nur auf den ersten Blick eine westlich anmutende Oase.“

„Baku sieht westlich aus, Kopftücher bei Frauen sind rar“

„Baku verströmt überall den Charakter von Moderne“

„um sich der Öffentlichkeit als europäisch, modern und weltoffen zu präsentieren. Einiges in Baku ist verblüffend europäisch.

Doch viele europäische Werte und Ideale zählen hier nichts.“

Äh, ähem, ja. Also. Tja. Mit der Methode landet man auch bei Diagnosen wie jener, dass so called „Homosexualität“ unafrikanisch sei. Was ist denn das für eine krude Methode, nunmehr „westlich“, also jener Kulturkreis, der nicht nur Homophobie erfunden hat, sondern durch Kapitalismus, Kolonialgeschichte, Sklaverei, Rassismus, Sexismus und fortwährende Kriegsführung bis ins Jetzt geprägt wurde und wird, als positiven Wertmaßstab zu verkünden und es sich nicht nehmen zu lassen, das dann in Sprachbildern – Kopftuch – mit „dem Islam“ zu konfrontieren?

Ganz gewitzt auch Spiegel-Online:

„Hier ist Schwulsein ein Schimpfwort“

Meint er einen Schulhof in Eppendorf oder Teile der Fankurve von Hansa Rostock? Alles, was in dem Artikel beschrieben ist, galt noch in den 70ern in der BRD, gilt in nicht nur ländlichen Regionen Westeuropas wie auch der USA oder Brasiliens, und Gewalt gegen Lesben und Schwule in Berlin bringt auch nur dann Artikelfülle hervor, wenn Schmierfinken die Möglichkeit der Ethnisierung wittern.

Durch die Denunziation Eulenburgs als „homosexuell“ agitierte die politische Linke gegen Wilhelm Zwo, so mobbten auch Horkheimer und Adorno Golo Mann, und das berühmte „ist auch gut so!“ Wowereits ist meines Wissens aus der Angst vor einer Springer-Kampagne geboren. Die ihn mitsamt der anderen Medienmacht halt zum Party-Bürgermeister stilisierte, weil Schwule ja so sind in ihrer narzißtischen und lotterhaften Verantwortungslosigkeit.

Ich finde es ja im Gegensatz zu Alliierten in anderen Blogs schon richtig und auch nicht zum Fremdschämen, wenn identitäre Schwulen- und Lesbenpolitik im Lande des Grand Prix als Möglichkeit politisch gefordert wird und eine Kritik dortiger Verhältnisse völlig richtig.

Aber doch nicht im Namen „des Westens“. Das schreibt einfach die „Nach unserem Vorbild werdet ihr zu Menschen“-Motorik fort, die schon die Herrnhuter-Missionare auf den karibischen Sklavenhalter-Plantagen Schimmelmanns antrieb.

Wenn ich nicht fehlinformiert bin, ist die politische Ideologisierung „des Islam “ wie z.B. im Falle des Iran, wo verglichen mit Saudi-Arabien noch eine ziemlich ausdifferenzierte Gesellschaft existiert und Khomeni u.a. von den USA an die Macht gebracht wurde, letztlich eine Form der Verwestlichung. Nicht umsonst finden sich im Mullah-System samt Wächterrat mannigfaltige Parallelen zu vielen Katholiken und Evangelikalen, auch, was die ökonomische Absicherung der Besitzenden und Herrschenden betrifft.

Und das identitäre Modell ist immer eines, das den Abgrenzungszwang im Sinne der Heteronormativität befördert und zudem ein klinisches Produkt, genuin, das als eine Art Säkularisierung des Christentums funktionierte. Mit solchen postkolonialen Vorstellungen, wie sie von den Autoren im Sinne „des Westens“ proklamiert werden, agitiert man nun wirklich dafür, global Schwulen- und Lesbenhass hervor zu bringen, ironischerweise oft mit dem Geld der katholischen, evangelikalen und anglikanischen Kirchen.

Reicht doch, die Möglichkeit von Selbstbestimmung global und für jeden einzufordern und die ökonomischen und politischen Voraussetzungen gleich mit. Und deren Möglichkeit ist menschlich, nicht westlich.

Äh … Frau Kuttner, ich habe da ein paar Fragen.

„Nichts zu sagen ist allerdings gegen meine N(…)puppe. Ein riesiges Stoffungetüm, ganze achtzig Zentimeter purer, unschuldiger Rassismus mit einem obszön großen Kopf, der so schwer ist, dass er der Puppe immer wieder auf die schmalen Schultern fällt und ihr so permanent einen ergreifend niedergeschlagenen Eindruck verleiht. Als wäre das nicht schon entsetzlich genug, wird das Ganze noch von einem furchterregenden Paar praller, aufgenähter Wurstlippen getoppt. Vollkommen undenkbar, dass so etwas heute noch verkauft würde (…).“

Ich finde den Fall ja auch schwieriger als andere und hoffe sehr, dass sich PoC-Freunde dazu noch profunder äußern als ich hier und jetzt und mich ggf. rüffeln.

Aber … was soll das N-Wort da? Das hat nirgends etwas verloren, von Weißen geäußert.

Was ist „unschuldiger Rassismus“?

Wieso diese geradezu genüsslich angewiderte Beschreibung der Puppe, die nun wirklich jedes noch so blöde Darstellungsstereotyp zwar kritisiert, aber eben auch reproduziert?

Wieso diese bescheuerte Pointe, dass so was ja HEUTE nicht mehr verkauft würde? Wieso so eine seltsame Geschichte kollektiver und individueller Läuterung schreiben, als sei man in einen post-rassistischen, historischen Raum vorgestoßen – als würde man gewissermaßen auf die Kindheit der Republik zurück blicken, die nunmehr in ganz Schland zum vermeintlich exklusionsfreien Party-Nationalismus übergegangen ist? Bei einer Lesung unter Weißen, die sich darauf einigen, wie schlimm sie das finden und wie frei sie doch nun davon sind und darüber ewig und untereinander reden?

Und das auch noch im Rahmen eines Buches mit dem Titel „Wachstumsschmerzen“?

Das ist echt nicht harmlos. Wieso erscheint da wieder nur ein Objekt, mit dem sich die Autorin konfrontiert und über sich selbst verständigt, aber keine Person, kein Subjekt, die ihr z.B. von Rassismuserfahrungen berichtet? Mal ganz im Ernst: Stephen King kann so was besser. Der gestaltet ganze Sequenzen in ES mit der Wahrnehmung des einzigen, schwarzen Jungen in einer nordamerikanischen Kleinstadt der 50er als Subjektive. Wieso wird ein Platzhalter gewählt?

Wieso stellt der Spiegel nicht die Frage, wie es zu der Rezeption des PoC-Mannes im Publikum kommen konnte? Sie schreiben, sie hätten versucht, ihn zu befragen, er stünde jedoch nicht zur Verfügung – sollte sich jede_r auch gut überlegen, ob sie oder er sich zur Verfügung stellen will in so einem Fall, wenn wieder erleichtert das weiße Deutschland jubiliert und sich unter Weißen einigt, dass natürlich der Rassismusvorwurf unbegründet war. Hat sich wieder wer was eingebildet.

Natürlich jammert der SpOn-Autor jetzt herum, was für ein gemeiner Shitstorm über Frau Kuttner herein bricht – über eine Vorstellung von den Shit-Tornados, die über jene herein brechen, die es wagen, Sexismus, Rassismus oder Homophobie anzugreifen, Strukturen, denen sie eh schön ständig unterworfen sind, scheint er nicht zu verfügen.

Weil es ja angeblich nichts Schlimmeres in Deutschland gäbe, als als Rassist, Schwulen- oder Frauenfeind dargestellt zu werden. Das ist so schlimm, dass man von DIE ZEIT und der FAZ interviewt und dort veröffentlicht wird und Millionen Bücher verkauft. Dass Rassismus, Homophobie oder Sexismus unterworfen sein schlimm ist, das geht wie üblich unter.

Es werden ja mit zementiert heteronormativen Gründen keine „Schwuchtelpuppen“ in Kindergärten gespeist, da besteht ja Gefahr, dass Kind selbst es werden könnte. Wenn ich mir jetzt eine analoge Beschreibung einer solchen vorstelle, „dieser ekelhaft effiminierte Gesichtausdruck, dieses widerlich künstliche und affektierte Kleid an einem Männerkörper, der Arsch war zum Wackeln eigens beweglich gemacht – man gut, das so was heute nicht mehr hergestellt wird!“ – ja, der Vergleich hinkt, weil „Tunten“ ggf. wirklich „effiminiert“ wirken, Schwarze hingegen sich in der Beschreibung der Unwort-Puppe einfach in kolonialrassistsicher Tradition böswillig karrikiert sehen, und auch sonst verschieben sich da nicht nur Nuancen. Ja. Trotzdem.

Wenn auf so eine seltsam indirekte Art man sich meine Diskreditierungsgeschichte aneignen würde, von mir aus ein Buch voll scheißen mit den Schulhofwitzen über Arschficker, Schwuppen und Trinen und wie ekelhaft das doch alle fanden und dass sie selbst das ganz, ganz schlimm fand, dass alle das so sahen, zum Glück gibt es das ja HEUTE nicht mehr – mich würde das sehr, sehr unangenehm berühren. Im Falle der Beschreibung eines Objekts noch viel mehr. Was fehlt, sind bestimmt nicht PoC-Objekte, sondern Subjekte.

Übrigens auch unangenehm berührt, weil man gewöhnt ist, darauf trainiert wurde, sich mit dem Diskreditierenden gemeint zu fühlen. Das hat einen geformt.

So hat es Herr B. ggf. auch wahr genommen.Oder irre ich?

Re-demokratisiert die Sicherheitsbehörden!

Na, das ist aber eine Ohrfeige für die so genannten „Ordnungshüter“, die sich gewaschen hat. Dezent als Fragenkatalog formuliert und doch sehr deutlich. Wir harren der Antworten.

Nichts in dem Bericht erstaunt. Es ist das, was bereits während der Veranstaltung per Twitter zu lesen war, sinngemäß lautete ein Tweet:

„Bisher habe ich ein gewisses Grundvertrauen in die Polizei gehabt – das ist hiermit vorbei.“

Es entspricht dem, was auch Vereinsvertreter auf der Pressekonferenz zuvor verkündet hatten; es ist zudem schäbig von einer sich „sozialdemokratisch“ nennenden Partei mit einer zwar zwiespältigen, aber doch großen Historie, dass sie vorab mittels parlamentarischer Spielchen noch die ihnen dann wohl bekannten Abläufe gewissermaßen zu verwässern suchte.

So pathetisch, naiv, ahistorisch und kontrafaktisch sich das anhört: Eine Demokratie basiert auf Wahrheit und Vertrauen in die gewählten Volksvertreter. Innensenator Neumann suggerierte bei einer Versammlung anlässlich der Vorfälle beim Schweinske-Cup, dass ihm das bewusst sei – an seinen Taten sei er zu messen. Die einzigen mir bekannten Taten bestehen im dem mutmaßlichen Lancieren dieser Anfrage, wohl, um seinen Beamtenapparat zu schützen.

Nun sind diverse Fälle bekannt, so auch ein laut Augenzeugen regelrechter Überfall von Seiten der Polizei auf die Fankneipe „Jolly Roger“, da der Eindruck eines fast schon hooliganesken Spiels der Behelmten mit den Fans des FC St. Pauli im besonderen und „linken Szenen“ im Allgemeinen entsteht. Auch das gab es schon 1968, es gab in den Jahrzehnten Tote, Benno Ohnesorg, Conny in Göttingen, aber das legitimiert ja nix.

Für mich liest sich der Bericht von Vertretern der Ruhr-Universität Bochum, Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft, also vermutlich kein verlängerter Arm des schwarzen Blocks, als Bestätigung eben dieses Eindrucks. Es sei eine Sequenz heraus gegriffen, die bereits Folgen zeitigte:

„Als das erste Spiel zu Ende war, entfernten sich die Lübecker Fans in kleinen Gruppen aus dem Block. Offenbar war eine Umgehung der Hamburger Gitter an den Toiletten ge- plant. Hier haben weder der Ordnungsdienst noch die Polizei die Fanbewegung unterbun- den, obwohl sie dies möglich und auch notwendig gewesen wäre. Die Lübecker Fangruppe erreichte auf diese Weise unter anderem den St. Pauli-Block und entwendete unter Gewalt- anwendung gegen umstehende St. Pauli-Fans Banner. Da dies die größtmögliche Provoka- tion darstellt, verfolgten St. Pauli-Fans anderer Blöcke die Lübecker Fans, um die Banner zurück zu holen. Ab hier griff dann auch die Polizei ein, allerdings nicht gegen die Lübecker, sondern gegen die Fans des FC St. Pauli. Hier wie an einigen anderen Stellen drängte sich uns der Eindruck auf, dass Polizei und Ordnungsdienst zumindest aus der Sicht der St. Pau- li-Fans nicht objektiv vorgingen, sondern einseitig gegen sie vorgingen.“

Dass solch ein Verhalten der Polizei, das eskalierend wirkt, einseitig gegen eine Fangruppe vorgeht, dabei auch noch Straftaten ignoriert, prophylaktische Maßnahmen nicht ergreift, den Überblick verliert und laut Bericht unter dem Verdacht steht, unsachgemäß und rechtswidrig Gewaltmittel eingesetzt zu haben – dass die Möglichkeit besteht, dass all das so ist, das ist zumindest den Fragen zu entnehmen. Von den größtenteils selbst in verbeamteten Verhältnissen und Verwaltungen und politischen Organisationen sozialisierten „Volksvertretern“ wird somit das eigene „Milieu“ vor den Maßstäben eines demokratischen Rechtsstaates mutmaßlich geschützt.

Das ist ein derartiger Bruch mit allen verfassungsgemäßen Grundsätzen, dass es gar nicht reicht, wenn da ein Senatorenkopf rollt. Da muss im Grunde genommen das ganze hamburgische Parlament zurück treten inklusive Senat, da es sich verselbständigt habende Sicherheitsbehörden nicht mehr wirksam kontrolliert  – mit Ausnahme der Linkspartei.

Das ist strukturell ein derartiges Desaster für die Demokratie, dass auch in den Polizeibehörden wie auch dem Polizeiapparat selbst aber bergeweise Köpfe rollen müssten.

Weil eben so ein Schweinske-Cup zwar wie eine Ausnahmesituation wirkt; mit all den kleinen Vorfällen, die man ganz alltäglich erfährt z.B. von Eltern von PoC, von Schanzenfetsbesuchern, den Vorfällen in Neuwiedenthal usw. kombiniert ist das aber eine letztlich frei flottierende Regentschaft der Polizei über die Bevölkerung, deren Rechte sie doch angeblich schützen soll.

Stattdessen werden nach Gutdünken, politisch rechter Orientierung des Personals oder auch Rachefantasien, was weiß ich, das wäre als nächstes zu erforschen, bestimmte Personengruppen zu Freiwild für Sicherheitsorgane.

In der DDR ist man dagegen irgendwann auf die Straße gegangen. Bis die Mauer fiel.

Das darf nicht sein, Herr Lorenz …

Ähem, ja. Der Herr Lorenz vom guten und gerechten DFB:

„Es kann nicht so weit gehen, dass wir psychische Beeinträchtigungen zulassen. Das würde für die Zukunft bedeuten: wird ein farbiger Spieler nach 20 Minuten rassistisch beleidigt und trifft keinen Ball mehr, könnte man immer auf psychische Beeinträchtigung plädieren. Das darf nicht sein. Beide Klubs hatten Nachteile durch die Unterbrechungen. Und es gab mehrere Unterbrechungen, die auch von Hertha verursacht wurden.“

Mal abgesehen davon, dass in manchen Ex-Autonomen-Kreisen rassistische Beleidigungen als gar nicht möglich betrachtet werden, weil deren Kritik ja lediglich der Selbstaufwertung weißer, linker Bildungsbürger diene, manmanman, wie weit nach rechts manche rutschen, merken sie gar nicht, was für eine narzißtische Scheiße, 1 mal in 3 Monaten liest man da wieder und findet prompt den üblichen whm-Privilegienabsicherungs-Scheiß – auch ein Herr Lorenz könnte sich ja mal um einen Sprachgebrauch bemühen, der sich auf der Höhe der Zeit bewegt, so als verbeamteter Richter im wahren Leben auch, meines Wissens. Voraus gesetzt, er wurde korrekt zitiert und das ganze ist nicht der Sprachunfall des Protokollierenden, dann sorry.

Es geht in solchen Fragen nicht um ein Selbstverhältnis, sondern um das zu einem bzw. vielen anderen Menschen – und um das, was das mit dem Selbstverhältnis des Herabgewürdigten in solchen Momenten macht. Das ist dem guten und gerechten Richter freilich wahlweise nicht so wichtig oder nicht bewusst im Rahmen seiner „Wo kämen wir denn da hin?“-Denke. Verwaltungsideologie, administrative Macht statt Intersubjektivität. In manchen Punkten hatte Habermas einfach recht, damals, zu Zeiten der „Theorie des Kommunikativen Handelns“.

Und weil dieses als irrelevant-und-geht-ja-gar-nicht-Abtun die Effekte menschenverachtender Äußerungen verniedlicht und zudem eine schlicht falsche Brücke geschlagen wird zwischen struktureller, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und einem bisher zumindest eher außergewöhnlichen Ereignis, möchte man dem Herrn Lorenz mal dringend ein Antirassismustraining empfehlen. So bei DFB-Rechtssprechern könnte man das ja auch Einstellungsvoraussetzung annehmen. Oder nicht?

Es wird außerdem etwas als gar nicht so schlimm behauptet, weil eine rassistische Äußerung offenkundig keinen Anlass zu einem Spielabbruch gibt, warum denn eigentlich nicht? Und kann das einseitig eine Mannschaft beeinträchtigen. Ist ja „nur“ die Wirkung auf die psychische Verfasstheit eines Individuums, oder wie? Wo der Einzelne nichts zählt …

Und wieso sollen psychische Beeinträchtigungen diesbezüglich kein Kriterium für die DFB-Gerichtsbarkeit sein?

Das wäre doch mal ein Zeichen, eben aufzuzeigen, dass es hier nicht um irgendeine Sprachhygiene geht, die irgendwem das Selbstverständinis, ein guter Mensch zu sein, ermöglicht, sondern um Handlungen im Rahmen realer, gesellschaftlicher Verhältnisse, die etwas mit und aus Menschen machen können und eben deshalb zu unterlassen sind.

Bei so einer DFB-Gerichtsbarkeit braucht man sich echt über nix mehr zu wundern … im Raum der Ahnungslosigkeit der Priviligierten  große Reden schwingen können sie jedenfalls.

Und, ergänzend: Ich verstehe das Urteil so, dass ein Platzsturm zur Ergebnissicherung dem DFB als probates Mittel erscheint, wenn das Spiel danach wieder angepfiffen werden kann. Oder habe ich da was falsch verstanden?

„Got the wings of heaven on my shoes …“

„Kaum zu glauben, dass drei Brüder mit so tuntigen Eunuchenstimmen in viel zu engen Glitzer-Overalls mit Riesenstehkragen und Brusthaarimplantaten, gepaart mit geföhnten langen Locken …“

Na, und nach diesem Ausfall folgt das völlig gerechtfertigte Lobpreisen dreier Pop-Genies. „Tuntig“ darf aber nicht fehlen. Voll schwul, ey.

Sie wimmerten, jammerten, kreischten, umschmeichelten, zeigten sich in ihrer Musik weich und doch rhythmisch – erinnere mich gut an ein leckeres Essen im „Freischwimmer“ mit einem der wichtigsten Musikproduzenten Deutschlands, der unter anderem Tocotronic und Kante zum Leuchten brachte, als wir uns völlig hinein steigerten in Begeisterungsstürme für die Bee Gees.

„Menschen, die gewohnt sind, auf derart hohem Niveau Musik zu machen“, so Tobias wörtlich, und irgendwie verspüre ich bei den BeeGees immer den Drang, Kronzeugen wie ihn anzuführen, weil auch hier in der Kommentarsektion zumeist von heterosexuellen Männern ungewöhnliche Ausfälle gegen sie erfolgten.

„Plastikmusik“, „Kommerzscheiße“ und diese Reihungen von Begriffen, die sich auch im Stern-Artikel finden – die wohl „unmännlichste“ Musik, die von einem rein männlichen Trio je gemacht wurde, allein das schon würde alle zu ihren Ehren verfassten Hymnen rechtfertigen. So was macht sich ihres Phallus stets versichernde Kerle ja oft nervös, all diese als weiblich geltenden Attribute, da nagt etwas am Selbstverständnis, wenn die brillianten Popsongs in ihrer so eigenwilligen Rhythmik aus Lautsprechern tönen.

Wer etwas über die Dramaturgie des Pop-Songs lernen möchte, sollte sich mal genau Stücke wie „Spirits having flown“ anhören. Das ist derart präzise, wie sich die Spannung aufbaut, wie die Chöre und Gesangslinien gesetzt sind als Flächen und Rhythmen über einem instrumentalen Bett, das ist wundervoll artifiziell, das gaukelt keinerlei Authentizität vor und spielt mit sich verschiebenden Oberflächen, ganz, wie man das auch von Andy Warhol lernen kann. Das ist konsequent durchproduziert und in sich vollkommen, vollständig künstlich und virtuos pointiert. Toll.

Da ist nichts inszeniert „Wildes“, ist nichts raw – was nun gar nichts gegen Künstler sagen soll, die raw agieren, aber dieses „Tuntige“, „Unechte“, das haben sie mit Wehmut und Melancholie gesättigt zu jenen Höhen geführt, zu der guter Pop fähig ist und die Cockrocker nie erreichen werden. So einen Welthit muss man erst mal zustande bringen, da stimmt einfach alles.

Klar, man kann ihnen wie vielen weißen Künstlern vorwerfen wollen, sie hätten sich Sounds aus PoC-Subkulturen zusammen geklaut und dann kommerziell abgesahnt, kurioserweise ähnlich wie auch Elvis Presley, der White-Trash-Junge mit den gefärbten Haaren und den geschminkten Augen, indem sie Country-Elemente mit vermengten und verpoppten. Diese Anekdote scheint das zu be- wie auch zu widerlegen:

„Do you know what „Jive Talkin'“ means? And we said, well yeah, it’s, ya know, you’re dancing. He says NO…it’s a black expression for bullshitting. And we went OH, REALLY?!?“. Maurice goes on to describe how Arif gave them „the groove, the tempo, everything.“ Robin then goes on to mention that, because they were English, they were less self-conscious about going into the „no go areas“, referring to musical styles that were more black in styles, etc. He then said „We didn’t think that there was any „no go“ areas, it’s music!“

Hier der Song zur Geschichte – ich denke, das ist so weit abstrahiert von jedem Versuch, an „Street Credibility“ zu schmarotzen, ist so eigen, dass man hier andere Kriterien anlegen muss als bei Leuten, die in den 80ern in Joe Cocker-Konzerte rannten, weil der „wie ein Schwarzer singt“ (so wörtliche meine Mutter). Zu Chuck Berry-Konzerten gingen sie nicht.

Disco ist immer schon die hybride Kultur des Melting Pots,

„The New York Times‘ effect on man

Whether you’re a brother

Or whether you’re a mother,

You’re stayin‘ alive, stayin‘ alive.

Feel the City breakin‘

and everybody’s shakin‘ – stayin‘ alive!“

und wenn man die dann noch in leckeren engen weißen Satin-Hosen betritt und dabei nicht den Jon Bon Jovi oder Rod Stewart  gibt, sondern die Föhnwelle, und mit „Eunuchenstimme“ singt, dann ist das, glaube ich, ziemlich in Ordnung – wurde Jimmy Summerville oder Sylvester eigentlich auch eine „nervige Falsettstimme“ bescheinigt, oder halten sich Heten da lieber gleich fern, um nicht in Verdacht zu geraten und lieber weiter über die Frisur von Mario Gomez zu lästern?

Ja, alles eben auch Nachfolger der Bee Gees, irgendwie, und es ist unendlich traurig, direkt nach einem Nachruf auf Donna Summer nun einen über Robin Gibb schreiben zu müssen. Auch hier gilt ein Dankeschön von tiefstem Herzen; über die guten Seiten einer Ästhetik der Popkultur habe ich bei denen unglaublich viel gelernt. All-Time-Favorites.

Rest in Peace, Robin Gibb.

Ein ziemlich persönlicher Nachruf: Danke, Donna Summer!

Well, darling, it is nice to be the queen of something. Isn’t it?! Wouldn’t you like to be the queen of something or the king of something? It is better than being, you know, I mean nothing. It is very, it is the highest compliment.”

Donna Summer in einer Fernseh-Dokumentation

«Wenn man sich « I feel Love » von 1977 anhört, klingt es wie aus der Zukunft. Und das zu einer Zeit, wo sich Punk gerade entwickelte und Punk dagegen altmodisch wirkte.

Simon Reynolds ebd.

Queen of Disco – bei mancher Musik weiß ich ja selbst nicht so ganz genau, wieso sie mir so immens viel bedeutet. Sie spricht etwas Fundamentales in meinem Seelenraum an, trifft einen Punkt, da Hochempfindliches, Elementares lebt, ein Zentrum des eigenen Lebensgefühls, das wie eine Farbe ein Bild prägen kann, die eigene Wahrnehmung, Aisthesis durchdringt und in einem fast schon intimen Innen angesiedelt ist.

Viele der Songs von Donna Summer berühren mich in diesem Sinne. Gar nicht unbedingt die bekanntesten Nummern, eher „On the Radio“ oder „Dim all the lights„, die Mac Arthur’s Park-Suite und „Last Dance„. Dieses bewusste und seltsam artifizielle, trotzdem ganz von Sehnsucht durchdrungene Spiel mit dem Kitsch, dem Glamour, dem Sentimentalen, das in ihrer Stimme liegt, die einen so ganz und gar eigenen Sound im ekstatischen Drive der Disco-Klänge entfaltet und durch die Arrangements strahlt in unübertrefflicher Klarheit; die dabei eine Wahrheit trifft, eine Möglichkeit, inmitten des Involviertseins noch Distanz und sogar Ironie in Melancholie zu wahren, gerade weil man gefühlstrunken den Klängen fast mit Hingabe folgt, ganz ohne sich aufzugeben oder sich nicht mehr ernst zu nehmen. Ach, ich liebe diese Stimme einfach, nun ist sie verstummt, und ich trauere wirklich.

In einem Urlaub auf Elba war es, da ich das „Bad Girls“-Album zum Geburtstag geschenkt bekam. Ein wirklich visionäres Stück Popmusik; ich meine, es wäre eines der ersten gewesen, da die Tracks ineinander gemixt waren, und es enthält so viel mehr als nur die Gassenhauer „Hot Stuff“ oder „Bad Girls“, auch so viel Leises, Sanftes, einfach nur Schönes. „On my honor“ zum Beispiel.

Es war toll, dieses Cover, das eigentümlich Donna Summer in verschiedenen Huren-Posen zeigte, in den Händen zu halten, während sich jeden Abend die eigene Mutter mit ihrem damaligen Freund unerträglichst über dessen Tochter stritt. Dass Heterosexuelle ganz schön seltsam sein können lernte ich da, ohne schon über derlei Begrifflichkeiten zu verfügen, während der Körper des Sohnes des Lebensabschnittsgefährten mir durchaus interessant erschien, damals, mit 13.

Donna Summer gehört zu diesen Initiationen in eine schwule Ästhetik, die natürlich erst durch Aneignung durch Schwule zu eben solcher wird. Wie einst auch Abba, in den mich sozialsierenden Jahren auch Zarah Leander oder Marlene Dietrich, keine Ahnung, wen die Youngster heute wählen, ob Beth Dito oder Lady Gaga.

Das Merkwürdige ist, dass viele dieser Identifikationsangebote, bei denen man selbst oft nicht weiß, wieso es welche sind, mich bereits faszinierten, bevor der Schritt der Annahme von so etwas wie „sexueller Identität“ auch mir aufgenötigt wurde. Die Knef oder Marianne Rosenberg und eben auch Disco packten mich in zartem Alter, ging ja los, als ich anfing, bewusst Musik zu hören; den ersten erotischen Traum, an den ich mich erinnern kann, hatte ich tatsächlich von Barry Gibb, man glaubt es kaum – eben jener der auch so überragenden Bee Gees, über deren „Eunuchenstimmen“ sich gröhlende Heten in Unkenntnis popmusikalischer Kriterien für Größe und Genie so gerne erheben.

Es ist ja fast ein Paradox, dass so vieles, was ein „queeres Lebensgefühl“ ausmacht, aus der Gospelkirche stammt. Da hat auch Donna Summer ihre Erweckungserlebnisse empfangen, da kommt so viele großartige Black Music her, das durchzieht noch den Chicago-House der 80er, diese fast religiös aufgeladene Hingabe an den Rhythmus, über den die nach Erlösung strebenden Gesangslinien sich sphärisch erheben und so einen Rausch erzeugen, den schon Irenäus von Lyon dem Glauben austreiben wollte. Disco und House sind so, oft so gar nicht intendiert, auch immer eine schwule Rache an der Kirche und eine Wiederaneignung von Gewissheit im Tanz.

Um so größer der Skandal, als vermeldet wurde, Donna Summer habe AIDS als Strafe Gottes behauptet. Manche Quellen vermelden, sie habe bestritten, das je gesagt zu haben, andere, sie habe sich entschuldigt. Auch als Gerücht ein schwerer Schlag, war Disco doch auch Soundtrack jenes Aufbruchs nach der Legalisierung von so called „Homosexualität“, jener so kurzen Phase nach Stonewall und vor AIDS. Es gibt einen Dokumentarfilm über West End-Records, eines der wichtigen Label damals, der, wenn ich mich recht entsinne, mit einer Totenliste endet, weil jeder Schwule in New York binnen kurzem einen Freundeskreis aus lauter Leichen besaß – es ist eine unsagbare Gemeinheit der Geschichte, mitten hinein in die neue Freiheit diese Krankheit geschickt zu haben.

Die Melancholie, die unterschwellige Traurigkeit, die so vielen Disco-Hymnen, den guten, inne wohnt, scheint das voraus geahnt zu haben und spiegelt auch reale Verhältnisse. Und diese Doppelbödigkeit ist es, die auch im Gesang von Donna Summer wirkt und noch die Arbeiterinnenhymne „She works hard for the money“ antreibt. Es erstaunt nicht, dass sie mit einer anderen unserer Göttinnen, Barbra Streisand, ein Duett geschmettert hat.

Und natürlich fragt man sich manchmal, ob bei dieser Vergöttlichung eine Instrumentalisierung von Frauen durch Schwule vorliegt, aber, ich weiß nicht, ist Verehrung und sich inspirieren lassen ein instrumentelles Verhältnis? Simon Reynolds, jener Autor, der die wohl besten Bücher über Popmusik ever geschrieben hat, erklärt den Zusammenhang folgendermaßen:

„Disco kam aus dem schwulen Untergrund – die erste Pop-Musik, die die schwule Kultur in die Normalität des Alltags einbrachte. Die Homosexuellen, vor allem die Männer, haben sich mit starken weiblichen Stimmen identifiziert, mit Diven wie Donna Summer.“

Weil es ansonsten kaum Identifikationsangbote für Schwule gab und im Grunde genommen ja bis heute kaum gibt. Weil man nicht automatisch daran gewöhnt wurde, als Mann von Männern begehrt zu werden, ganz im Gegenteil, und so die Vorstellung, wie Donna Summer fast pornoesk zu locken, als Pose angeeignet wird.

Wer will schon sein wie Guido Westerwelle? Auch das ist ja das Bemerkenswerte an Disco: Es ist genuin nur dann eine Anzugträger-Kultur, wenn selbst Marginalisierte wie der von John Travolta in „Saturday Night Fever“ Verkörperte ihn sich überstreifen, um der ökonomischen Rollenzuweisung auf der Tanzfläche zu entfliehen. Was dann im „Studio 54“ – ambivalent, immerhin auch der Ort für Andy Warhol, Truman Capote und Grace Jones – oder dem P1 draus wurde, geschenkt; es ist eben die Musik zum Zelebrieren von Emotion und Körperlichkeit und nicht das vertonte Gedicht eines Bob Dylan und gerade deshalb so großartig. Es ist auch das Gegenbild zum verbürgerlichten LSVD-Schwulen und setzt dem Hedonismus, Ekstase und Rausch entgegen – wobei man wohl beides auch verbinden kann, schade eigentlich.

Disco heißt „Ich habe nichts als meinen Körper, und selbst wenn ich ihn verkaufen muss, den habe ich und genieße ich“ von Latino-Strichern und -Transvestiten und anderen, die zur Disco gewandelte Kirchen im New Yorker Hell’s Kitchen so lustvoll betanzten, dass Razzien an der Nachtordnung waren und zum Sound von Curtis Mayfield die Polizei tanzend und lautstark verhöhnt wurde. Bis sie den Club dicht machten, habe vergessen, wie der hieß.

Interessant ist somit auch, wo und wie Disco fort gewirkt hat – zum einen der Negativ-Strang, der zu Dieter Bohlen führt, zum anderen aber zu großartigen und stilprägenden Künstlern wie den Pet Shop Boys. Klaus Walter hat jüngst eine Hommage zu deren neu veröffentlichten B-Seiten geschrieben; ich habe mich schon geärgert, dass mal wieder eine Hete Schwulen erzählen will, wie sie zu agitieren haben, aber in der Sache hat er ja recht:

„Schwule Pop-Universalisten im besten Sinn und als solche für bestehende Ordnungen mitunter gefährlicher als Bekennertypen, die zu dröger Musik lauthals rauströten, wie „Glad to be gay“ sie doch sind.“

Und mag auch Donna Summer von „Hot Stuff“ an mit dem Rock kokettiert haben, ihr Erbe lässt sich auch wie folgt verstehen:

„Oder was ist zu halten von Titeln wie „Sexy Northerner“? „The Truck-Driver And His Mate“? Oder „How I Learned To Hate Rock And Roll“, ein Konzeptkunstwerk von einem Popsong.

Zum simplen Eurodiscowumms wiederholt Tennant viereinhalb Minuten lang die Titelzeile, seinen Hass äußert er mit aller Teilnahmslosigkeit, zu der seine Stimme fähig ist, und es gab nicht viele teilnahmslosere Sänger in den letzten 60 Jahren. Damit führen die Pet Shop Boys in ihrem Hasslied genau das vor, was Rockisten hassen an Pop, an Disco, an House, an Techno. An den Pet Shop Boys.“

Eben jene reaktionären Wixer, die bei „Disco Sucks!“-Veranstaltungen Platten verbrannten, was sie jedoch lieber gleich und am liebsten auch mit Queer- und People of Colour gemacht hätten. Weil die aus dieser Musik etwas zogen, was die Headbanger und Luftgitarrenspieler nie erfahren werden.

Ein emphatisches und wirklich tief empfundenes Dankeschön an eine gigantische Künstlerin wie Donna Summer, es sind Tage, Wochen, Monate, Jahre des mit ihrer Musik Lebens, sei somit stellvertretend formuliert für alle, denen sie wirklich viel Glück im Erleben geschenkt hat, sei es nun auf der Tanzfläche, zu Hause auf dem Sofa oder mit Kopfhörer im ICE. Und derer gibt es weltweit so unendlich viele.

Rest in Peace.

„I liked my mem’ries as they were – but now I leave rememb’ring her“

Die Story, wie ich mich Knall auf Fall in einen Mann verknallte, der dieses so wundervoll vor Kitsch und Pathos triefende „Why God Why“ aus Miss Saigon volltrunken an der Bar von Schmidt’s Tivoli schmetterte, die erzähle ich jetzt nicht – kann man ja sinnentstellt auch als Zeilen auf ein Bauwerk hin, das gerade abgeräumt wird, lesen, den Passus in der Überschrift.

War es gegen Nürnberg, im letzten Spiel der Hinrunde, als Nico Patschinski nach einem grandiosen 1:0-Sieg gegen den Tabellenführer ein Interview mit der Gegengeraden im Rücken gab – als er sozusagen nebenbei, während er Fragen beantwortete, die Arme hoch riss und mit den dort Stehenden die Welle machte? Das Spiel

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Zur Mikrophysik der Macht

Unterschwellig ist die Debatte rund um Stadionverbote für Fans des FC St. Pauli infolge der Angriffe durch gegnerische Fans sowie der Polizei im Rahmen des Schweinske-Cups hochgradig präsent in allen Kommunikationen rund um den Verein.

Ich erinnere mich bestens an die Tweets aus der Sporthalle, die berichteten, bisher sei ja noch ein gewisses Grundvertrauen in die Polizei bei ihnen vorhanden gewesen, das sei nun verschwunden. Der Polizeieinsatz traf in diesem Fall auch solche, für die Gesänge wie „Ganz hamburg hasst die Polizei“ bis dato tabu gewesen wären.

Der Forderung derer vom Magischen FC ist insofern zuzustimmen, das Präsidium möge doch im Sinne des Hausrechtes trotz wohl verständlicher Prozessmüdigkeit auf den Vollzog der Verbote  im eigenen Stadion einfach verzichten, ist insofern zuzustimmen – Mehr von diesem Beitrag lesen