Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Wenn die Angst regiert, dann schießt man keine Tore …

Es ist ja schon erschütternd genug, wie der Komplex DFB-Medien-Polizei-Behörden sich als gigantische Einschüchterungsmaschinerie betätigt. Es gab einst einen Slogan im Kontext jener „Aufklärung“, die in identitären Sonn- und Festtagsreden so gerne missbräuchlich Erwähnung findet, diese sei der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit – wie die soeben genannte Erpresserbande, so meine Meinung, auf die menschliche Psyche einwirkt, um gegenaufklärerisch Mündigkeit zu verhindern, belegt die aktuellle Stellungnahme vom Präsidium des FC St. Pauli:

„Allen sollte bewusst sein, dass wir uns auf dem Präsentierteller befinden und jede noch so kleine Verfehlung spürbare Konsequenzen für den Verein zur Folge hat.“

Was für ein Rückfall des Präsidiums! Was für ein Kriterium!

Die Art und Weise, wie Unjournalisten wie Peter Wenig ohne Legitimation durch irgendwas auf das Präsidium einwirken wollen, ist ja schon erbärmlich genug, ich habe es ausführlich begründet; was hinter den Kulissen für Droh-Szenarien von anderen Akteuren ablaufen, das möchte ich auch lieber nicht wissen.

Das muss ein Präsidium wie jenes des FC St. Pauli allerdings aushalten können und sollte sich nicht dazu hinreißen lassen, nun ausgerechnet die Vorfälle beim Schweinske-Cup oder auch politische motivierte Wut- und Verzweiflungsschreie angesichts einer immer dreister agierenden Staatsmacht als „Unsportlichkeit“ zu werten.

Es wäre vielmehr geboten, in guter Vereinstradition die politische Dimension der Entwicklungen mit zu beachten selbst dann, wenn es sich immer noch um einen Sportverein handelt.

Falls es sich tatsächlich darum handelt, empfinde nunmehr ich es als persönliche Beleidigung durch das Präsidium, derartiges auf eine Stufe mit homophoben Beschimpfungen z.B. zu stellen. Da dieses eine Reaktion auf reales Fehlverhalten von „Ordnungshütern“ darstellt, nicht etwa eine Diskreditierung von sexuellen Präferenzen, Pigmentierungsformen oder Geschlechtszugehörigkeiten, die sich im Rahmen struktureller Dominanzverhältnisse bewegt und diese verstärkt und fort schreibt.

Dass nun ausgerechnet der FC St. Pauli, in dessen Vereinsleben der Antidiskriminierungsgedanke so zentral ist, hier zu einer Verwässerung und Verunklarung auch noch beiträgt, die darauf hinaus läuft, dass die „schwule Sau“ so zu behandeln sei wie ein „Schiri, Du Arschloch“ nach blödem Pfeiffen, das empfinde ich tatsächlich als skandalös.

Ebenso das faktische Zurückrudern im Falle des Schweinske-Cups, wo die Aufklärung durch eine unabhängige Instanz ja noch aussteht.

Hier überhaupt von „Unsportlichkeit“ daher zu quatschen ist wahlweise debil oder Ideologie. Siehe auch den Kleinen Tod zum Thema und das Lichterkarussell.

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