Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Lauter falsche Fragen: Diez versus Kracht

Puuh. Es gab sie ja tatsächlich immer schon seit der Entstehung des Punk, diese seltsame Koketterie mit dem Faschistoiden aus ästhetisch motivierter Perspektive . „Joy Division“. Deren Fortschreiben in Sinn- und Formwelten wie jenen der TEMPO damals, eine Gazette, deren Herangehensweise an viele Themen retrospektiv wohl als Zäsur einzustufen ist.Und es ist nur wenigen, wie Laibach zum Beispiel, gelungen, das in Ironie zu verpacken und trotzdem die Brutalität, das Beängstigende des Phänomens zu wahren.

Wie schon die Katholische Kirche lebt diese Ästhetik ganz von dem Monumentalen, dem Protz, dem Erschlagenden, der Demonstration von Macht und Idealisierung bei gleichzeitiger Gewaltandrohung (und sei es jene im Jenseits). Doch anders als die Päpste und Pfaffen – ich schreibe gerade wirklich nur von der Ästhetik – verachtet das Faschistoide die Opfer, verhöhnt, demütig und beschimpft sie und hasst vor allem das, was als schwach und minderwertig ihm erscheint.

Im TEMPO-Umfeld ergab sich eine seltsam stilisierende und mit anderen Wurzeln wie Bauhaus undundund gekreuzte Haltung, die häufig als Ironie behauptete, was doch nur Menschenverachtung war. In den 90er radikalisierte und verflachte sich dies, und unter Maske des Ironischen verbarg sich häufig nur noch die Lust, mal so richtig vom Leder zu ziehen, um die alte, deutsche Sau und ihren Dünkel raus zu lassen. Weil man das ja sonst nicht „dürfe“.

Dabei ist gar nicht die Frage, wer da wohl befugt sei zu verbieten, sondern, woher eigentlich diese Motivation kommt, diese Lust zu demütigen mittels „Humor“. Das eint Pocher, Broder und Mario Barth – der einzige, der tatsächlich Treffer landete, war wohl Harald Schmidt.

Um so erstaunlicher – oder auch nicht – erscheint, wie gerade die Kritik von Georg Diez an Christians Krachts „Imperium“ im Spiegel am Montag allseits verhackstückt wird. Ich meine mich zu entsinnen, dass Kracht mir erstmals im Kontext der TEMPO über den Weg lief.

Der Text von Diez ist wirklich schlecht, weil er das, was er anklagt, nämlich ein zutiefst rassistisches Weltbild zu verbreiten, nicht wirklich belegen kann. Was immens traurig ist, weil Diez wie Kracht völlig zu recht den Finger in eine Wunde legen, die nie verheilen konnte, weil sie allseits verdrängt wird: Die deutsche Kolonialgeschichte. Ohne „Imperium“ zu kennen, es kann ja sein, dass Diez recht hat, wirft die Debatte rundherum ganz andere Fragen auf als jene, die diskutiert werden.

So erschreckend die Sätze sind, die er zitiert, z.B.:

„Der Roman spielt „ganz am Anfang eines des zwanzigsten Jahrhunderts“, schreibt Kracht, „welches ja bis zur knappen Hälfte seiner Laufzeit so aussah, als würde es das Jahrhundert der Deutschen werden, das Jahrhundert, in dem Deutschland seinen rechtmäßigen Ehren- und Vorsitzplatz an der Weltentischrunde einnehmen würde.“

Georg Diez, Die Methode Kracht, DER SPIEGEL Nr. 7, 13.2. 2012, S. 101

sie entsprechen schlicht dem Selbstverständnis vieler Deutscher in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, und Diez fragt zu recht: „Wer spricht da? Wer sagt, dass dieser Platz rechtmäßig sei?“. Falls Sujet in Krachts Roman die Perspektive eines deutschen Kolonisators ist, hat er ggf. dokumentarisch gearbeitet, denn bis hin zum Slogan „Platz an der Sonne“ war das tatsächlich deren Rhetorik. Und manche Revisionisten vom Schlage eines Nolte mögen heute noch so denken. Aber ist das Kracht, der das denkt?

Ein noch unangenehmeres Beispiel das Folgende:

„Wie die meisten seiner Zeitgenossen“, schreibt Kracht in diesem distanziert-ironischen Ton über Engelhardt, „wie alle Mitglieder seiner Rasse war er früher oder später dazu gekommen, in der Existenz der Juden eine probate Ursache für jedes erlittene Unbill zu sehen.““

a.a.O., S. 103

Wiederum ist das schlicht der Fall, dass zu Zeiten des Roman“helden“ Engelhardt die Welt von vielen Deutschen tatsächlich so gesehen wurde. Bei einem Roman muss man ja nicht davon ausgehen, dass Kracht sich diese Sicht seines Protagonisten zueigen macht, auch wenn der von Diez zitierte, gruselige Mailwechsel mit dem US-Künstler Woodard da als Indiz schon gelten können könnte. Ist leider nicht online, der Diez-Artikel, für näheres muss man in den Spiegel schauen.

Das Kuriosum freilich ist, dass nicht etwa eine ggf. quasi-dokumentarische Herangehensweise nunmehr von all den Kracht-Verteidigern ins Feld geführt wird, sondern „Ironie“ und „Humor“. Kann ja sein, dass der Roman ansonsten nur so trieft vor Witz, aber was ist an dem Zitierten denn lustig?

So mag Felicitas von Lovenberg so weit recht haben:

„Krachts Abenteuerroman über den historisch verbürgten Nürnberger Kokosnussguru August Engelhardt, dem die Sonne der deutsch kolonialisierten Südsee zu Beginn des vorigen Jahrhunderts allzu mächtig aufs Hirn schien, sei von „einer rassistischen Weltsicht“ durchdrungen; zum Beispiel gebe es dort, man stelle sich vor, noch „Herren und Diener, Weiße und Schwarze“. Wie politisch unkorrekt die Welt doch früher war!“

aber was ist an den Zitaten nun genau „subtil“ oder „ironisch“? Okay, vielleicht das, was sie über das Romanende schreibt, kann ja sein, dass die Gesamtkonstruktion des Romanes sich über Mentalitäten in deutscher Geschichte lustig macht. Herr Küveler von DIE WELT hingegen klopft sich aus unerfindlichen Gründen beim Zitierten auf die Schenkel:

„Dieser haarige Kokos-Komplex hat den „Spiegel“-Nussknacker Georg Diez auf den Plan gerufen. Seitenlang schreit er Rechtsradikal-Zeter und Faschismus-Mordio. Nennt Kracht, der in seiner Freizeit gern dem Satanisten Aleister Crowley durch Sizilien hinterherstolpert, einen Wegbereiter „antimodernen, demokratiefeindlichen, totalitären Denkens“. Nun muss man in Diez indes einen Wegbereiter der Ironiefreiheit erkennen. Denn die meisten Zitate, die Diez für sein denunziatorisches Pamphlet böswillig aus dem Zusammenhang reißt, sind allenfalls Beweis für Krachts Humor.“

Siehe oben. Völlig verpochert, diese Journaille. „Guck mal, die Dicke da!“ Ein Brüller!

Dieses Zitat aus DIE WELT ist ja derart prototypisch für Haltungen auch vieler, die sich links nennen und rechts denken, dass sie, in den Mund einer Romanfigur über den zynischen Großstadtjournalismus des neues Jahrtausends gelegt, treffend gezeichnet wären. Aber im Grunde genommen viel zu platt und ungebrochen. Die Tragik der literarischen Figur Herr Küveler müsste im Umfeld des entlarvenden Zitats dann mehrdimensional entfaltet werden, die poetische Fantasie hinzu treten, die Überzeichnung gebrochen werden, damit nicht nur Klischee und Dokument, sondern eine lebendige Figur entsteht, die zu nichts anderem mehr fähig ist als zur bombastisch aufgeblähten Versatzstückhaftigkeit toter Sprache.

Was zum eigentlichen Anliegen dieses Textes überleitet: Angenommen, Herr Kracht will die Borniertheit deutscher Perspektiven zu Beginn des 20. Jahrhunderts literarisch in den Griff bekommen. Warum dann so 1 zu 1?

Das ist die Falle, in die auch die ungebrochene Übernahme rassistischer Stereotype im Falle der Kritik an dieser tappt. Wenn man beispielsweise den „N-Wort-Witz“ zitiert, um ihn zu kritisieren, den „Bimbo“ in einer Karrikatur zeichnet, um die Weltsicht von Rassisten zu entlarven. Das funktioniert nicht, weil einfach nur reproduziert wird, und das ist als literarische Technik einfach nur misslungen.

Und auch Frau von Lovenberg sei entgegnet, dass es zweifelsohne möglich ist, in einem Roman die Perspektive der Schwarzen und Diener nicht auszusparen, wie das so üblich ist. Vielleicht hat Kracht das ja sogar gemacht, diese einzubeziehen, ich kenne das Buch nicht. Aber wieso fragt Frau von Lovenberg noch nicht einmal danach? Sondern verteilt lieber Sottisen gegen „Political Correctness“?

Sie fragt auch nicht, wieso die deutsche Rechte von der Achse des Guten über DIE WELT bis hin zu Gazetten, die mit „Right is right – left is wrong“ wirbt, nun vereinigt auf Herrn Diez los geht. Die im Zuge dessen kurioserweise gar nicht thematisieren, wie denn nun gelungenerweise ein Sujet wie Kolonialgeschichte ins Werk zu setzen sei, also die literarische Darstellung rassistischer Verhältnisse? Sondern stattdessen Ironie und Humor diskutieren und ihre Witzhoheit verteidigen?

Ist das die angemessene Haltung, und wem wird sie denn eigentlich zumeist zuteil, die Ironie, hier und heute in Deutschland, und warum?

Ein Werk, das solche Fragen stellte und immanent auch literaisch bearbeitete, das wäre wohl eine Besprechung wert. Stellt Kracht sie, indem er ausgerechnet das Genre des „Abenteurromans“ wählt? Also einem Genre, das dazu diente, die Vorstellung zu etablieren, Amerika sei „entdeckt“ worden von abenteuerlustigen Gestalten, die „dumme Wilde“ mit Glasperlen bestachen, nicht etwa besetzt und überfallen worden, um letztlich brutalen Völkermord und Raubzug durchzuführen? Bricht Kracht das Genre, findet er Wege, das heraus zu arbeiten? Ist das die „Ironie“? Warum fragt das keiner?

Bemerkenswert ist sowieso, dass der weiße, blonde Herr Kracht zum Sujet für alle Feuilletons taugt und für Kontroversen gut ist, Romane freilich, die deutsche Geschichte mal nicht narzißtisch umspiegeln, sei es nun ironisch oder nicht, gar nicht erst zur Kenntnis genommen werden. So „Spiel’s noch mal“ von Esi Edugyan. Da wird z.B. hohnlachend das „Horst Wessel-Lied“ von den Opfern der Nazis verjazzt, eine hervorragend gebaute Szene, und in den „Half-Blood-Blues“ überführt. Oder die Swing-Jugend liebevoll veralbert.

Diese Kanadierin verschlug ein Stipendium nach Stuttgart, sie stieß auf die Geschichte der „Rheinlandbastarde“ wie auch der „Völkerschauen“, auf all die vergessenen Ereignisse rund um schwarze Deutsche und schafft es, zugleich ironisch und ergreifend deutsches Selbstverständnis anzugreifen mit wirklich subtiler Ironie, passagenweise grandios und so, dass es auch mal weh tut. Sie siedelt eine Geschichte zu Beginn des zweiten Weltkrieges in Berlin und Paris an, die Historie aus der Perspektive von schwarzen Jazz-Musikern erzählt. Und dabei Aktualität nicht nur streift. „Sans Papier“.

Auch das ist freilich eine Frage an Herrn Kracht, ob er sich, anstatt irgendwie Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ zu paraphrasieren, diese Mühe gemacht hat, auch mal Quellen sich anzueignen, die jenseits des ewig gleichen Kanons angesiedelt sind. Die gibt es ja. Die kennt nur vorsichtshalber keiner. Quellen der Kolonisierten. Hat er die gelesen?

Aber das fragt ja keiner. Weil es den Diez-Kritikern mutmaßlich darum geht, unter der Maske der Ironie und des Humors weiter Judenwitze erzählen zu „dürfen“ – in allen Varianten, also auch der sexistischen, homphoben und rassistischen. Wie immer schon in Deutschland.

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49 Antworten zu “Lauter falsche Fragen: Diez versus Kracht

  1. René Martens Februar 15, 2012 um 1:35 pm

    Auch wenn es nur ein Randaspekt ist: „Tempo“ hatte in der zehnjährigen Zeit seines Bestehens fünf Chefredakteure, die teilweise völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Zeitschriftenmachen hatten, das heißt, es gab in der Geschichte des Blatts völlig unterschiedliche „Herangehensweisen“. Einen sog. „Tempo“-Stil, von dem heute immer mal wieder die Rede ist – die einen verklären ihn, die anderen kritisieren ihn – gab es m. E. nie

  2. mark793 Februar 15, 2012 um 2:27 pm

    @René Martens: Eine einheitliche Stilvorgabe/schreibe nach Art der sogenannten Spiegel-Sauce gab es bei „Tempo“ meines Wissens tatsächlich nicht (ebensowenig beim „Wiener“, für den ich in den frühen 90ern sporadisch geschrieben habe). Das Phänotypische an Tempo-Geschichten war (wie Momo oben ja auch schreint) eher ein bestimmter Dreh, der erkennbare Wille, ein Thema mal von einer etwas anderen Perspektive heraus aufzuziehen. Mit etwas Glück gelang es dem Schreiber, an der einen oder anderen Denkschablone der anderen Magazine vorbei ein bisschen kalkulierten Tabubruch zu begehen, dabei einem gewissen Maß an erzählerischer Subjektivität Raum zu geben, das ganze abgeschmeckt mit einer Prise postmoderner Meta-Ironie. In dieser Zusammensetzung war die Rezeptur hierzulande schon etwas neues und eine Zäsur, die auch in den Medienbetrieb jenseits der sogenannten Zeitgeistmagazine hineinwirkte.

  3. momorulez Februar 15, 2012 um 3:00 pm

    Ja, klar, es gab das Blatt länger – ich meine vor allem die Peichl-Zeit, als eine massive Ästhetisierung und „Stil“ eingefordert wurde in zunächst eher linken Sinnzusammenhängen. Also ja eigentlich das, was die „New Pop“-Briten auch wollten und was zunächst auch äußerst erfrischend war in dieser „Öko-Betroffenheits“-Phase, was man damals mit solchen Begriffen schreiben konnte, heute aber nicht, ohne irgendwelchen Arschlöchern Nahrung zu geben.

    Nur dass sich da dann so Routinen eines vermeintlich provokativen „Tabubrechens“ einschlichen, später ja auch bei Droste und solchen, bei Rainald Goetz findet man das ja auch, Maxim Billers „1000 Zeilen Hass“ und so was, und zu Nährboden von etwas ganz anderem wurde, dieser dämlichen Stuckrad Barre-Haltung, und mittlerweile komplett nach rechts gekippt ist. Noch Fleischhauer ist doch da im Grunde genommen sozialisiert, Norbert Bolz, Poschardt und all diese Leute.

  4. René Martens Februar 15, 2012 um 3:05 pm

    @mark793: Was Du sagst, trifft teilweise sicherlich zu. Dennoch: Es gab mindestens drei sich stark voneinander unterscheidende Phasen. Ich habe den Übergang vom vorletzten zum letzten Chefredakteur – von Michael Jürgs zu Walter Mayer (heute Bams-Chefredakteur) – als Redakteur erlebt, und der damit einher gehende Kurswechsel war – obwohl vorher keineswegs alles gut war – Grund genug, dort zu kündigen. Und ich war nicht der Einzige, der das getan hat.

  5. momorulez Februar 15, 2012 um 3:11 pm

    Dich hatte ich da als Autor gar nicht mehr auf dem Zettel, René 😉 – sorry.

    Ich meine die 80er-Tempo. Als ich ’87 nach Hamburg zog, war die ja sozusagen Pflichtlektüre, weiß nicht, ob Du da schon dabei warst, und da vollzog sich das, was ich meine. Was zunächst richtig klasse war, aber wie so vieles, was im weit verstandenen „Postmodernen“ so entstand, wirkungsgeschichtlich auf einmal zu ganz komischen Phänomenen mutierte. Später unter Jürgs meine ich mich ja auch eine tatsächlich sehr andere Akzentsetzung zu erinnern, da wurde ja, korrigiere mich, eher wieder auf die klassische Reportage und auch mal lange Texte gesetzt.

  6. Bersarin Februar 15, 2012 um 5:38 pm

    Ich weiß nicht, ob ich das Buch von Kracht wirklich lesen möchte.

    Was die Kolonialgeschichte betrifft, so weise ich auf den genialen Roman von Carlos Fuentes hin: Terra Nostra, der – unter anderem – die Ausrottung und Unterdrückung der Ureinwohner zum Thema hat, und dies aus einer sehr speziellen Perspektive, aus verschiedenen Perspektiven.

  7. momorulez Februar 15, 2012 um 5:49 pm

    Ah, Danke für den Tipp! Kenne ich nicht!

  8. Bersarin Februar 15, 2012 um 6:07 pm

    Ja, das Buch ist sehr lesenswert. Es spielt teils im modernen Mexiko und im Spanien des 16. Jhds unter Karl V. und Philipp II., die als eine Person konstruiert werden. Die Zeitebenen schießen in diesem Roman ineinander. Aber es ist lange her, daß ich das Buch gelesen habe: 1994.

  9. MondoPrinte Februar 16, 2012 um 6:58 am

    Kann mich Bersarin nur anschließen und bin froh, dass Momo auf Conrad’s „Herz der Dunkelheit“ hingewiesen hat.

  10. momorulez Februar 16, 2012 um 11:44 am

    … und Frau Radisch feiert das selbstreferentielle und narzißtische Wissens- und Zitatespiel eitler, weißer Männer als große Kunst:

    http://www.zeit.de/2012/07/L-Kracht

    Auch eine Methode, die Erfahrung des Anderen in der Unsichtbarkeit zu belassen. Äußerst unsympathisch, das deutsche Feuilleton.Hauptsache, man bleibt irgendwie im 19. Jahrhundert stecken, komme, was da wolle ….

  11. bla Februar 17, 2012 um 2:36 am

    @momorulez
    dir ist schon klar, dass kracht in seinem letzten roman aus der sicht eines „anderen“, sprich kolonialisierten, sprich „schwarzen“ geschrieben hat? komischer rassist, dieser kracht.

  12. momorulez Februar 17, 2012 um 8:52 am

    Ich habe über den gelesen, ihn selbst nicht, dann könnte ich was dazu sagen.

    Ich sage oben und in der Kommentarsektion aber über Zitate hinaus gehend eher wenig über Kracht außer der Vermutung, dass es aus den frühen TEMPO-Haltungen, somit Mentalitäten der späten 70er und 80er Jahre mit ihrem Kokettieren mit der Ästhetik und Sichtweisen des Faschistoiden sich dergleichen bei ihm schon eingeschlichen haben KÖNNTE.

    Mir geht es um die Rezensenten, diese Front, die sich immer aufbaut, wenn es um Sujets wie Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus geht und die alles dafür tut, solche Themen in den Raum der Nicht-Diskussionsfähigkeit zu drängen. Frau Radisch liefert dafür sogar die Blaupause, weil sie Ignoranz und Borniertheit auch noch zur großen Kunst erklärt. Das ist dann aber der Kracht ihrer Rezension, nicht Kracht selbst.

    Dass es Diez nicht gelingt, die Diagnostik des rassistischen Weltbildes bei Kracht zu belegen, habe ich oben geschrieben.

  13. T. Albert Februar 18, 2012 um 3:11 am

    Tja, wer wie Du oder ich Frau Houston toll findet, versteht diese ganze Ironie vielleicht einfach nicht. Ich erinnere mich daran, dass ich irgendwann in den Achtzigern u. a. wegen meiner Lektüre dieser Popper-Magazine im Eiscafe (und wegen der Eisernen Kreuze, die plötzlich „ironisch“ auftauchten, und wegen der herzigen Hitlergrüsse besoffener Künstler, die jetzt immer ironisch waren) begriff, dass ich diese Ironie, die ein Zeichen der besonderen deutschen Intelligenz ist, die ganz viel Thomas Mann liest, nicht mag. Ernst Jünger wird seitdem ja auch wieder, der aber ironiefrei, als „grosser Stilist“ gelesen, da erinnere ich mich auch an merkwürdige „politisch inkorrekte“ Artikel, und ästhetische „Linke“, die ich kannte, spielten „ironisch“ Rechte, weil Ironie ein Zeichen für Intelligenz ist.
    Die italienischen Faschisten sind ja „kultivierter“ als die deutschen, die argumentieren auch ästhetisch und im Sinne eines Faschismus als moderner „Kultur“, wie früher, kann man in interessanten Blogs studieren, und das ist alles völlig unironisch, was die gerade treiben, aber das ist wieder möglich seit dieser unsäglich bescheuerten Kokettiererei mit Àsthetik und Sichtweisen des Faschistoiden in den achtziger Jahren. Das Lechts-Rinks-Geschwätz von „Linken“ kam ja damals auch auf, jedenfalls in meiner Umgebung entdeckte mancher seine eigentliche Identität, die es ihm dann nicht mehr gestattete sich als links zu verstehen.

  14. momorulez Februar 18, 2012 um 10:27 am

    Auf den Punkt hat diese Haltung ja mal wieder Herr Augstein in seiner Kolumne gebracht, der, ich glaube, Sloterdijk dahingehend zitierte, dass Faschismus ja expressiv sei. Aha. Der Industrielle Völkermord als Ausdrucksgeschehen. Ist ja immer interessant, dass knackige HJ-Jünglinge, Riefenstahl und monumentale Gebäude, gewienerte Stiefel da aufscheinen, wenn von der Ästhetik des Faschismus die Rede ist und ironisiert wird, die des Viehwagons, der Rampe, des Mengele und von Stalingrad aber verschwindet. Als sei da irgendwie Schluss mit Ästhetik. Und wenn Houston „Let my people go“ singen würde, fänden sie das vermutlich kitschig, zugleich die Ästhetik der Sklaverei affirmierend eben im Vollzug dieses Gedankens. Diese Abwehr der Versuche, Leid in Ausdruck zu überführen, verbergen sich ja hinter der Ironisiererei, euer Elend kotzt mich an. Wie köstlich, ein Lepra-Daumen, der im Sand stecken bleibt! Die Verachtung der Figur, die man ironisch ins Bild setzt, ist das Thomas Mann auch passiert? Den ich ja im Grunde eh unerträglich finde. Da ist mir die Ami-Rotzigkeit in irgendwelchen Hardboiled-Krimis echt näher.

    Und dann noch das Finale von Benjamins Kunstwerk-Aufsatzes in die Tonne treten, das macht der Augstein dann auch noch, die These vom Faschismus als Ästhetisierung des Politischen, und das natürlich wie immer schon, um sich auf Brecht zu fixieren. Das ist so gruselig wiedergängerisch, ich meine, welche Rolle hat den Brecht als Bezugspunkt in den letzten 30 Jahren noch gespielt? Mal ab von der allgegenwärtigen Ironie des V-Effektes und des Versuchs, den emotionalen Appell aus der Kunst zu werfen, eben das, was die nun allesamt toll finden?

    Das ist auch das Gespenstische an dem Radisch-Artikel – vielleicht gab es ’85 noch gute Gründe, dieses Spiel mit den Zitaten und der ironischen Imitation zu feiern, aber unter aktuellen Bedingungen, warum? Die Vielfältigkeit möglichen Materials ist doch gegeben, wenn man auch nur übers Schulterblatt läuft. Das ist nicht mehr dieses abgeschottete Postpunk-Weißsein, das sich gegen Ökos zu behaupten hat und über Erich Fried witzelt. Auch wenn sie mit der Abschiebepraxis alles dafür tun, das da wieder hin zu drehen. In Sachsen wird gänzlich unironisch Faschismus proklamiert, in Ungarn ebenso, zwei Pop-Generationen im Osten sind nazistisch sozialisiert, und klar kann man da durch einen Rekurs auf das 19. Jahrhundert erhellend Stellung beziehen – aber bestimmt nicht, indem man Hitler zum Hippie erklärt.

  15. flummi Februar 20, 2012 um 3:18 pm

    oh mann, hier bringt ihr wieder ein thema ein, welches psychiotische erinnerungen in mir weckt. ich hätte das nie u. nimmer zur sprache bringen können – als ich nach meiner ersten asienreise mit 16 (auf welche ich mich mehr oder weniger von einem zwielichtigen typen entführen ließ und wo ich dann fern der heimat, heroinsüchtig u. mittellos dem „ent-bzw. verführer ausgeliefert mich mittels spiritueller spontanmutation aus der auswegslosen lage hinauskatapultierte u. mich der wildnis, der natur u. der liebevollen fühsorge einiger buddhistischer mönche hingab die mich kurzerhand zu ihrem orakel ernannten – kurzer auszug aus meinem „roman“…) also nach dieser reise konnte ich es in der szene nicht mehr aushalten, ich sah sie unterwandert von mehr u. mehr faschopunks das ging so weit dass ich eine regelrechte Phobie vor „weissen“ bekam – irgendwann landete ich dann in der klappse und als ich da wieder rauska trieb ich mich nur noch in ganz düsteren schwarzafrikanischen schuppen rum …. auweiah 😉

  16. momorulez Februar 20, 2012 um 5:57 pm

    Oha … auweiah … oje … mir fehlen gerade ein wenig die Worte … wobei ich das mit der Phobie schon nachvollziehen kann …

  17. flummi Februar 20, 2012 um 7:33 pm

    grade wurd das buch in kulturzeit thematisiert

  18. momorulez Februar 20, 2012 um 7:52 pm

    Ah! I will check it out – und freue mich über Deine Kommentare hier, so krass der Inhalt ja zumindest mir scheint, nicht, dass Du meine Sprachlosigkeit falsch verstehst 🙂 …

  19. flummi Februar 20, 2012 um 8:15 pm

    auch da – later falche fragen… ironie, witz, katikatur… frau radisch kam zu wort….

    da fiel mir gerade ein, dass es zu jener zeit mitunter tatsächlich hip in der szene war, schwarze bimbos zu nennen, u. das nicht etwa rassistisch, ne, ganz ironisch… wer nen bimbo lover hatte, der hatte sicher viel spaß…

  20. momorulez Februar 20, 2012 um 8:45 pm

    Ja, das fand man damals wirklich witzig, ich erinnere mich da auch noch dran. Das ist so eine Pose, die sich dann irgendwie verselbstständigt hat und in eine Surpremacy-Haltung überging, die es zunächst mal gar nicht war.

    Habe eben nur auf der Kulturzeit-Seite so einen Kommentar dazu gelesen, der auch echt halbgar war.

    Gestern lief „Gran Tarino“ oder so ähnlich mit Clint Eastwood, der so proppevoll mit rassistischen Ausdrücken gegen Ostasiaten war, dass man irgendwann auch drüber lachen musste, weil das so übertrieben wurde (und es Äquivalente für mich ja auch nicht gibt, deshalb weiß ich nicht, wie hierzulande als „Asiaten“ Markierte den gucken würden, obwohl ja Filme vorstellbar sind, wo alle weißen Deutschen ständig als Krautfresser, Nazis, Hitler usw. beschimpft werden, der Junge Thao wird da auch firtwährend Mao genannt) ,vielleicht auch, weil die hier, wahrscheinlich zu Unrecht, als nicht so drastisch erlebt wie die gegen Schwarze gerichteten werden. Und die ganze Anlage des Films sozusagen das Weichwerden des misanthropischen Rassisten zeigt, der sich seinen Hmong-Nachbarn öffnet, auch, weil er sonst gar nichts mehr hat außer einem schicken Auto und einem Sohn, den er nicht mag.

    Da hab ich mich gefragt, ob man den in deutsche Verhältnisse transferieren könnte, den Film. Ich glaube, das ginge nicht.

    Edith: Natürlich ist „Bimbo“ ein immer schon abwertender Behriff gewesen, aber zunächst lag da bei manchem eher die Absicht drin, genau das herauszuarbeiten, deutlich zu machen, wie die Verhältnisse sind, aber nicht, um sie zu stabilisieren. Unter Bedingungen des Jahres 2012 geht das nicht mehr, und es ist in Supremacy übergegangen. Die Haltung des „Tabubruchs“ gab es freilich auch damals schon.

  21. Lenaaussessen Februar 21, 2012 um 10:36 am

    Was ist denn bei der Verwendung des Begriffs „Bimbo“ 2012 anders als in 1995?

    @Gran Torino: Warum soll das nicht auf Deutschland übertragbar sein? Pensionierter ehemaliger Stahlarbeiter aus Eisenhüttenstadt, der als NVA-Freiwilliger am Vietnamkrieg teilgenommen hat (solche Einsätze, die offiziell nie existierten gab es, auch in Angola und Mozambik) entwickelt ein erst rassistisches, dann ambivalentes, dann freundschaftliches Verhältnis zu laotischen Migranten. Oder: Ex-Opel-Arbeiter mit Montageerfahrungen auf dem Balkan, wo er ausgeprägten Zigeunerhass erfahren und selber gelebt hat lernt den Romajungen Tino kennen, den er stets Tito nennt usw.

  22. momorulez Februar 21, 2012 um 10:51 am

    Anders als 1984 – und das, weil es meines Erachtens einen sich sich im Zuge der 90er arg verschärfenden Rassismus gab. Strukturell rassistisch war es natürlich auch 1984, aber da war irgendwie trotzdem viel Offenheit gegenüber dem „Anderen“.

    Die beiden Varianten gingen tatsächlich. Für mich schien es das Problem zu geben, dass man gezwungen werden könnte, ’nen richtigen Nazi möglichst menschlich zu zeigen, und da wird es schon problematisch.

  23. Lenaaussessen Februar 21, 2012 um 11:18 am

    Aber Eastwood ist ein polnischstämmiger Prolet mit Frontschweinrassismus, kein „richtiger Nazi“, auch nicht dessen US-Äquivalent (Also KKK-Rassist oder durchgedrehter Radikalreligiöser), man müsste in der deutschen Version also irgendeine Art von frustriertem Opi, möglichst auch noch Aussiedler zeichnen und keinen echten Nazi.

    Rassismus und „Bimbo“: Zum Rassismus 1984 kann ich nichts sagen, dazu bin ich zu jung, aber Bimbo ist für mich eher ein Juxbegriff, bei dem ich zunächst an einen Clown mit roter Nase und erst an zweiter Stelle an einen Schwarzen denke. Was den Tabubruch angeht, kenne ich das auch heute noch als ein Wort, das grinsend und bei Anderen Lachen verursachend gebraucht wird, lebe aber auch in einem Umfeld, das eher links geprägt ist, normalerweise um korrekte Umgangsformen bemüht, zugleich aber auch auf derbe Späße steht. Entkatere ja gerade von gestern, rheinischer Karneval ist auch so eine Art Katharsis durch das überhaupt nicht mehr Korrekte.

  24. momorulez Februar 21, 2012 um 11:57 am

    Ja, bei Eastwood hat Du recht; mir ist kurioserweise gestern beim Mittag mit einem schwarzen Kollegen tatsächlich kein Äquivalent eingefallen.

    „Bimbo“ kenne ich nur als rassistischen Begriff – ach, und dieses vermeintlich karnevalesk abzustreifende Joch der Korrektness: An dem Punkt, an dem sich weiße, heterosexuelle Männer da mal ihrer selbst tabubrechend annehmen, kann man das auch anders diskutieren 😉 …

  25. Lenaaussessen Februar 21, 2012 um 12:08 pm

    Bei uns im Rheinland ist das aber so: Ob Fronleichnamsprozession, Christopher-Street-Day, Karneval oder Ostermarsch, Hauptsache auf der Straße und Action;-)

  26. momorulez Februar 22, 2012 um 9:12 am

    „Nazistische Unterstellungen erscheinen absurd. Schließlich gab eszu Beginn des 20. Jahrhunderts viel Sprengstoff zwischen Kolonialherren und Einheimischen, Händlern und Gouverneuren, Verwaltern und Pflanzern. Kracht beschreibt das in schönen Naturbildern, atmosphärisch dicht – etwa den Stich einer Mücke, die Malaria überträgt, einen Sturm oder Ereignisse im Ort – und in kunstvoller Sprache.“

    … schreibt heute das Abendblatt 😀 – das ist ja wirklich wie in diesem berühmten Text „Wenn Sie über Afrika schreiben, beschreiben Sie Landschaften! Geben Sie Tieren eine Seele!“ Was für eine Unverschämtheit, an den Konflikt zwischen Kolonialherren und Einheimischen dann die „schönen Naturbilder“ und Malaria-Mückenstiche zu hängen. Was für ignorante, dünkelhafte DrecksäckInnen. Geistig arme Armgard.

    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article2193699/Streit-um-Roman-Das-Imperium-schlaegt-zurueck.html

  27. flummi Februar 23, 2012 um 1:09 pm

    „der blonde Ästhet“ hab ich jetzt auch schon zig mal gelesen. Ist das jetzt eine neue Kategorie? Oder gar ein Rassemerkmal?
    Da fällt mir schon wieder so biografisch traumatisches Erlebnis aus meiner Kindergartenzeit ein. Mir wurde aufgrund meiner dunklen Haare in Frau Holle die Rolle der Pechmarie zugeschrieben, was mich in den Abrund einer frühkindlichen Despression stürzte. Tatsächlich begann ich damals, mich vor „blonden Ästheten“ zu fürchten.

  28. momorulez Februar 23, 2012 um 2:45 pm

    Mich hat die Tochter von Gunther Gabriel, Yvonne, im Kindergarten „dicker fetter Mops“ genannt und wollte trotzdem mit mir zum „Nussknacker“ Ballett tanzen 😀 – ich wollte aber nicht. Und mag seitdem kein Ballett 😉 … und stimmt, in „der blonde Ästhet“ steckt wirklich was Gruseliges. Nicht umsonst schrub Nietzsche von der „blonden Bestie“.

  29. flummi Februar 23, 2012 um 3:13 pm

    ich fand das einfach ungeheuerich, ich wurde ja nicht gefragt ob ich die rolle spielen wollte. ich meine man hätte die kinder doch fragen können wer welche rolle spielen will. ich fühlte mich verraten, streikte u. ging nicht mehr in den kindi, meine mutter musste das dann ausdiskutieren. So bot man mir dann alternativ die kl nebenrollte eines Fliegenpilzes u. Sabine, die ebenfalls dunklehaarig war (u. außerdem noch am selben Tag Geburtstat hatte wie iche!) bekam die Rolle.

  30. flummi Februar 23, 2012 um 3:16 pm

    ps die goldmarie war selbstverständlich blond.

  31. momorulez Februar 23, 2012 um 3:20 pm

    Frühe Selektionsweisen …

  32. flummi Februar 23, 2012 um 3:55 pm

    puh. nach all den kritiken bzw. „nicht kritiken“, hast du vor das buch zu lesen?

  33. momorulez Februar 23, 2012 um 3:58 pm

    Nö 😀 – ich finde ehrlich gesagt alles, was ich darüber gelesen habe, so abschreckend, auch das der Befürworter, das ich nicht wüsste, was mir diesen Buch nun für eine Erfahrung oder Erkenntnis verschaffen könnte, nach der mich gelüstete.

  34. momorulez Februar 23, 2012 um 4:02 pm

    PS: Der neue Stephen King ist bestimmt eh besser 😀 …

  35. flummi Februar 23, 2012 um 4:06 pm

    so gehts mir auch. btw kennst du walter spies?

  36. momorulez Februar 23, 2012 um 4:19 pm

    Nee, von dem hatte ich komischerweise noch nie was gehört – Murnau ist ja immer einer, von dem man in diesem „Exotismus“-Raum was gehört hat.

    Was ich gerade ergoogelt habe, sieht allerdings tatsächlich wie eine Auseinandersetzung mit verschiedenen „aisatischen“ Darstellungsformen aus und nicht einfach nach Exotismus aus. Was ja was ist!

  37. flummi Februar 23, 2012 um 4:21 pm

    Warum ich vor über 20 Jahren in Bali hängen geblieben, war übrigens der Musik geschuldet. Ich fand einen tollen Lehrer u. wurde Schülerin in einem Orchester, als einzige Frau

    http://www.istov.de/htmls/indonesia/indonesien_schriften_einleitun1.html

    mit Gamelanelementen in der so called „Weltmusik“ habe ich allerdings so meine Probleme… nicht selten wird daraus einfach nur eine kommerzielle Verwurstung im Wellnesstempel der Beliebigkeit.

  38. momorulez Februar 23, 2012 um 4:29 pm

    Spannend! Von Gamelan habe ich auch noch nie was gehört, gestehe ich 😦 …

  39. flummi Februar 23, 2012 um 8:17 pm

    nochmal spies, hier gibts ein schönes feature von jean claude kuner

    http://jean-claude-kuner.de/index.php/feature/walter-spies/

    Nur falls es dich interessiert (die vollständige version muss man allerdings per mail anfordern, – es gibt aber einen einspieler u. das textmanuskript – empfehlenswert!)

  40. flummi Februar 23, 2012 um 8:34 pm

    ^^ah, stelle grade fest, dass jetzt das komplette feature abrufbar ist, sehr schön!

  41. flummi Februar 24, 2012 um 11:45 am

    moin, ein Fundstück habe ich noch für dich, ich hoffe es interessiert auch, in dem Feature hört man auch in einem kurzen Einspieler das nach indonesischen Tonleitern gestimmte Klavier, auf welchem Walter Spies zusammen mit Colin MC Phee vierhändig spielen.

    hier eine kl. Kostprobe wie sich Gamelan auf dem Klavier anhört

    Colin McPhee: Balinese Ceremonial Music (II: Gambangan)

    Ein solches Klavier wäre vermutlich das absolute Seelenheil(mittel) für mich…Der musikalische Ost-Westliche Diwan, eine „Psycho-Couch“ auf der ich mich mit Freuden nierlassen würde…

  42. momorulez Februar 24, 2012 um 3:32 pm

    Muss ich mir mal in Ruhe angucken 😉 …

  43. flummi Februar 24, 2012 um 8:30 pm

    nicht gucken – hören…

    da fiel mir eben noch was unschönes auf. im deutschen wiki wird folgendes zitiert:
    „An Silvester 1938 wurde er wegen unmoralischen Verhaltens kurzzeitig in Gewahrsam genommen und in der Folge von der Pita Maha Association ausgeschlossen.“
    also ich weiss nicht was hiermit gemeint sein soll, Spies wurde nicht von der Pita Maha Association ausgeschlossen, er hatte diese ja selbst zusammen mit Balinesischen Musikern gegründet u. niemand hat ihn da ausgeschlossen. Er wurde von der Holländischen Kolonialverwaltung verhaftet, keiner der Balinesen hat ihn jemals irgendwo ausgeschlossen und diskriminiert, ganz im Gegenteil

    Zitat aus dem Feature
    Im Zuge der Verschärfung des faschistischen Klimas in Europa und Japan zieht
    die holländische Kolonialverwaltung mit einer rigorosen Verfolgung Homosexueller
    in Java und Bali nach.
    Spies wird verhaftet und kommt für Monate ins Gefängnis.
    Die balinesischen Freunde tragen Spies‘ Lieblings-Gamelan vor die
    Gefängnistore in Denpasar und spielen ihm auf. Seine Freilassung erreichen sie nicht.

    Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass er noch heute von den Malern u. Musikern hoch geehrt wird, ich hab sogar noch ein paar alte kennengelernt, die ihn noch kannten. Das sind wieder mal so Feinheiten, die den unbedarften Leser auf völlig falsche Fährten führen. Ich hab hier auch noch etliche alte Bücher, mich lange nicht mehr damit beschäftigt u. komme jetzt durch dein Posting hier wieder mal drauf zurück.

  44. flummi Februar 24, 2012 um 9:17 pm

    ^^hihi jetzt war ich selber unkorrektut, war vereinigung von malern, nicht musikern, sorry. gibt heute noch ne schule, die darauf aufbaut..

    so, sorry für den kleinen schwenk

  45. momorulez Februar 24, 2012 um 10:44 pm

    Pas de probléme, der ist echt eine spannende Persönlichkeit! Kam nur noch nicht dazu, in die Links zu hören …

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