Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Ach ja. Seufz.

Sag zum Abschied … wo der Ralph Gunesch nun in die Stadt der Illuminaten und des Dr. Frankenstein wechselt, da steigen sie auf, die Erinnerungen, und tanzen wie Schatten auf einer Höhlenwand, derweil das Feuer der Ekstase im Rücken lodert. Vor allem dieses Spiel erscheint vor dem inneren Auge und flackert traumhaft:

„Diesen megastarken Hoppenheimer Kader niederzuringen, an die Wand zu kämpfen, platt zu laufen – also, das was unsere Jungs da gestern brachten, Hallelujah. In Ehrfucht jubeln und nicht nur in Liebe entbrannt, das passiert auch nicht alle Tage. Was haben die da gestern auf den Rasen gelegt, noch immer innerlich glückstaumelnd dringt durch schlicht Fassungslosigkeit im positivsten Sinne angesichts eines solchen Spiels.

Sich einfach nicht demoralisieren zu lassen von einem solchen Schiedsrichtergespann und solchen Top-Spielern, das ist einfach nur gigantisch. Und sogar mal so richtig effizient spielen wie in der ersten halben Stunde, als unsere Abwehr schwamm wie ‘n Stück Holz im Brackwasser, und dann doch dieses sensationelle 1:0 – wir dachten noch alle „Gott, wo spielt dieser Takyi nun wieder hin“, dann jedoch „rummms“ und Ludwig hämmert drauf und alle hüpfen. Wegen des Song 2. Das sind so Momente, da fehlen Worte und nur noch irgendwie tierisches Gebrüll entringt sich den Kehlen … reines Gefühl halt. Begeisterung.

Dann steht man in Halbzeit 2 am Bierstand, und plötzlich branden Laute auf, steigern sich, werden stadteilfüllend, die schöner sind als jede Symphonie – wenn dann der Song 2 einsetzt, dank Marcel Eger, da spürt man’s: Das wird noch viel großartiger heute am Vorabend!

Nachdem Pliquett bereits in Halbzeit 1 perfekt choreographierte Glanzparaden zelebrierte, rannten sie die Mannen Hopps nunmehr in Grund in Boden, und dieser Solo-Lauf von – wahlweise – Felgen- oder Gyros-Ralle als glanzvoller Schlußpunkt, also, was dann so in St. Pauli-Seelen vorgeht, das kann sich hier jeder noch mal anhören.“

Da stand die alte Haupttribüne noch, schluchz, nein, ich habe ihren Abriss nicht verwunden.

Da waren wir noch Underdogs, frisch aufgestiegen, hatten eine Hänger-Phase hinter uns, doch kurz zuvor schon dieses unglaubliche 5:0 gegen Freiburg:

„Ja, Wunder gibt es immer wieder. Man will „Amazing Grace“ anstimmen, singt stattdessen nicht minder euphorisch das eigentlich ja dumpfe „O, wie ist das schöööööön“ mit und findet das auch völlig in Ordnung. Weil’s ja wahr ist.

Dem Fußballgott möchte man irgendein Getier opfern vor Erleuchtung, wenn man sowas wie gestern erleben darf. Das Leben lohnt sich ja wirklich. Echt.“

und kaum einer glaubte, dass es gegen die Millionentruppe aus dem Kraichgau noch einmal so euphorisch würde. Doch weit gefehlt!

Dieser Solo-Lauf von Ralph Gunesch zum 3:1 über gefühlt den ganzen Platz, das ist mir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben von all seinen Aktionen in all den Jahren.

Und es keimt die Nostalgie, vergleiche ich das Gefühl heute, wo immer so viele glauben, es müsste immer und jederzeit ganz toll und spitzenmannschaftsmäßig gespielt werden und der Blick auf Liga 1 gerichtet sein, mit jenen Auferstehungszeiten nach düsteren Jahren in der Regionalliga, als man sich noch freute, dass eher die Leidenschaft als der Status das Spiel getragen hat und man in Solidarität mit manchem Unvermögen und plötzlichen Ausreißern nach oben Liebe zu Millerntorgeschehen und Mannschaft empfand.

Na, auf jeden Fall viel Glück und Dankeschön für diesen Moment und so viele andere auch!

Eine Antwort zu “Ach ja. Seufz.

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