Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Grundsatzfragen zur Vermarktung des FC St. Pauli

„Das Einzige, was ich nach Durchsicht des UFA-Vertrages festgestellt habe, ist, dass der Verein entgegen des Eindruckes, den er gern vermittelt, wesentlich mehr Einfluß auf die Gestaltung der Vermarktung hat im Hinblick auf die Fans und ihre Wünsche. Dass diese Einflussnahme „zu Lasten“ der UFA sicherlich nicht der bequeme Weg ist und erhöhten Diskussionsbedarf zwischen den beiden Parteien kreiert, ist klar. Aber es ist mehr möglich, als man vermutet. Oder anders gesagt: es ist mehr möglich. So wie ich vermutet habe. Das ist ein gutes Basiswissen für die nächste JHV, eventuelle Anträge und Wünsche.“

Ich verlinke das mal; ich war ja dabei, das Wesentliche hat Jeky zusammen gefasst.

Ich verlinke das auch, weil ich demonstrieren möchte, dass man auch im Rahmen des FC St. Pauli-Umfeldes sich zwar bei manchen Fragen am liebsten an die Gurgel ginge – was auch daran liegt, dass manches Argument sofort als persönliche Beleidigung ausgelegt wird, damit man sich nicht mit ihm auseinandersetzen muss, mal so ganz generell in den Raum gestellt -, in anderen Belangen aber sehr wohl an einem Strang ziehen kann.

Ergänzen möchte ich, dass das gar nicht notwendig zu Lasten der UFA gehen muss – so ein Generalabwickler von Vermarktungsfragen hat freilich von Vereinsseite entsprechend gefüttert zu werden, um gleichermaßen profitable und doch der „Seele“ des Vereins angemessene Wege zu finden.

In einigen Fällen gelingt das ja ganz gut – Hauptsponsor, mal ab von dem unsäglichen Kolonialslogan, 10.000 Stehplätze beim Gegengeradenbau -, in anderen Fällen weniger gut. Dazu bei trägt die nicht immer konsistente Verwendung des „hat doch mit Fussball nichts zu tun“-Argumentes, das bei LED-Anzeigen zu recht Anwendung findet, aber bei Aktionen gegen Rassismus ja ebenso zu recht nicht. Obwohl das ja auch manchen so scheint, als habe das mit Fussball nichts zu tun.

Nun dürften spätestens die Ausführungen von Stefan Orth zum Zusammenhang zwischen Sexismus und Bademodenschauen wie auch nicht-öffentliche Verlautbarungen von Schnittstellen der Fan-Szene zu Fragen der katholischen Amtskirche gezeigt haben, dass eben jener Kern, den so viele bei der „Warum bin ich bei St. Pauli“-Aktion hervor hoben, die Ausrichtung auf Fragen des Kampfes gegen Rechts, gegen Homophobie, Rassismus und Sexismus, irgendwie nicht so richtig in allen Köpfen gleichermaßen angekommen ist.

Was offenkundig dazu führt, dass ein korrigierendes Gegengewicht zu der eher formalökonomisch Geschäftsführung Michael Meeskes, das aufpasst, dass die INHALTE, für die wir zu stehen glauben, nicht wirklich zu existieren scheint. Obgleich Gernot Stenger sich sehr offen zeigte, auf Anregungen zu reagieren, die auf der Ebene der Vermarktung diese bereichern könnten.

Was für ein Gremium kann das sein? Ist der demokratisch nur teilweise legitimierte Ständige Fanausschuß – siehe Jekys Text – da die richtige Instanz? Ist das aktuelle Präsidium in solchen Fragen wirklich ausreichend gewappnet? Wie kann man es beraten, wie kann es sich eigenständig  fort bilden, oder stimmen die allseits zu hörenden Unkenrufe, es sei sowieso beratungsresistent? Herr Dr. Stenger machte diesen Eindruck eigentlich nicht. Und irgendwie ist ja auch gemütlich, da immer welche zu haben, über die man sich aufregen kann – vermutlich zu gemütlich.

Umgekehrt ist ja ebenso so oft zu hören, dass diese blöden Fans eh gegen alles seien, Hauptsache dagegen! – was angesichts der Reaktion auf die „Fan-Anleihe“ ja gar nicht der Fall zu sein scheint und aufgrund all der ehrenamtlichen Aktivitäten ebenso wenig.

Fragen über Fragen, aber vielleicht sind es ja zielführende. Die JHV ist dafür zu knapp bemessen.

Und diese Fragen sind bestimmt wichtiger als die, wie hoch nun ein Kassenrollenwerfer zu bestrafen sei.

 

Siehe auch stpauli.nu.

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