Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Dringende Leseempfehlung!

Großartig!!!

„Eine weitere Form, durch die sich Weiße Deutsche ihrer Verantwortung in einer pluralistischen Gesellschaft entziehen, ist ihre, ich möchte es mal Vernarrtheit in Mythen nennen. Die Mehrheit der Weißen Deutschen gibt sich dem Mythos hin, bereits in einer demokratischen Gesellschaft angekommen zu sein. Man glaubt, Diskriminierung gehöre der Vergangenheit an; Homophobie, Rassismus, Sexismus, Klassismus, Transphobie, Antisemitismus, Antizyganismus, Diskriminierung von disabled Leuten etc. wären überwunden. Manchmal wird gar eine Vergangenheit zusammengedichtet, welche annimmt, Weiße Deutsche Kultur sei Teil einer langen aufklärerischen Tradition. Jedoch ist bereits von vielen Forscher_innen dieser Mythos widerlegt worden; eine Dialektik der Aufklärung ist an weiten Teilen der Weißen Deutschen Community vorübergegangen.“

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43 Antworten zu “Dringende Leseempfehlung!

  1. futuretwin Dezember 1, 2011 um 3:37 pm

    In der Tat großartig!
    Aber an den Komentaren erkennbar, dass die mitschwingende Ironie und der ganze Ansatz des Spiegelns nicht verstanden wird. Aber es einmal so zu versuchen….super. Sollte vielleicht zusammen mit diesem Blog hier gereicht werden. Vielleicht klingelts dann mal. Aber das dauert. Hat bei mir auch lange gedauert, muss ich ja zugeben.
    Aber der Einwand mit der verschwindenden religiösen Dimension von Weihnachten ist natürlich in der Sache richtig. 😉 Dank dem Coca-Cola-Weihnachtsmann, der am Nordpol wohnt mit Elfen und so, funktioniert Weihnachten inzwischen auch säkular bestens. 😉

  2. momorulez Dezember 1, 2011 um 3:50 pm

    Was eben sehr viele Analogien auch unter Muslimen finden wird, ggf. 😉 – keine Ahnung, ob es auch säkularisierten Ramadan-Kommerz gibt, aber wer weiß?

    Dass die meisten das Spiegeln nicht schnallen, das habe ich auch befürchtet. Die lesen das als „Deutschenfeindlichkeit“ 😀 – zudem ja in vielen Passagen die Satire auch in Wahrheit umkippt, und das ist ist ja die eigentliche Gefahr, dass der Eindruck entstehen könnte, das sei dann umgekehrt bei Sarrazin auch so.

    Trotzdem brilliant. Habe mich echt gekringelt, als ich das gelesen habe.

  3. futuretwin Dezember 1, 2011 um 4:00 pm

    Ja dieser Satire-Wahrheit-Mix ist das „Problem“. Aber Wahrheitsdiskurse und Satire gibts ohne Ende, daher ist dieser eigenwillige Stil um so cooler.

  4. futuretwin Dezember 1, 2011 um 4:30 pm

    Mit „das dauert. Hat bei mir auch gedauert.“ meine ich übrigens den lanfristigen Lernprozess. Da kann ich das bestätigen was C.K. der bei „Lesen!“ mal für das stille Mitlesen plädiert hat, geschrieben hat. Früher habe ich eine Freundin nie verstanden, die mich mal drauf hingewiesen hat, dass ich nicht einfach so die Position von Diskriminierten einnehmen darf. Das waren halt „wissenschaftliche“ Diskussionen und ich hab dann den Standpunkt eingenommen, dass man dann ja gar nicht über so was sprechen könnte. Über diesen Blog hier hab ich dann langsam mal kapiert, was gemeint war.

  5. ziggev Dezember 1, 2011 um 4:40 pm

    ja, natürlich stimmt das. Und es wirkt ja immer befreiend, wenn jemand mal Offensichtliches ausspricht. Und wenn dann diese (Achtung, jetzt versuche ich mich in „Soziolekt ;.) ) Operation, einen Diskurs umzukehren, so billig, so durchschaubar ist, so erwartbar, so längst fällig, dass mensch das Gefühl hat, solches schon tausendmal gehört zu haben, was aber nicht der Fall ist, dann ist klar, wie nötig diese Einlassungen sind. Schaut her, ich drehe den Diskriminierungsdiskurs einfach um, auf die ganz simple Art und Weise, und schon spreche ich eine Wahrheit nach der anderen aus. Wenn es dann an einigen Stellen etwas zu weit geht . das ist das Salz in der Suppe. Und den polemischen, angriffsfreudigen Einschlag habe ich doch sehr genossen. Geht er zu weit? Egal, an den betreffenden Stellen lohnte es sich sicherlich, mal weiterzufagen. Selbst wenn er den eigenen , kritischen Diskurs persifliert, kommt er unvermeidlch zu den richtigen und nachdenkenswerten Ergebnissen.

    Aber dem Christentum klappt das Ganze nicht so ganz, imho. Klar, in anderen Ländern sieht es anders aus, und Deutschland ist im Vergleich ganz schön hinterher. Das mit dem Weihnachtsfest: ich weiß nicht über wen oder was er sich da lustig macht. Dieses lächerliche, alberne Festgewimmel! Macht er sich über sich selbst lustig, dass er nun damit jetzt ankommt, da er mit dem Bibelzitat auf den aufkeimenden christlichen Fundamentalismus anspielt?

    Denn „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6 ) ist ja so offensichtlich widersinnig und absurd, dass ja nur die ganz blöden es buchstäblich verstehen könnten. Vielmehr ist jeder und jede dazu aufgefordert, „mit seinen Pfunden zu wuchern“, also sein oder ihre Talente zu benutzen, um eine Interpretation zu finden, was nun Wahrheit, Leben da bedeuten kann. Talente, „Pfunde“, die Fähigkeiten, die jemand ohne eigenes Zutun hat. D.h. seine Intelligenz, seinen Verstand eigenverantwortlich zu nutzen, denn dazu sind dies Gottesgaben ja da. Dies nicht zu tun, etwa, um das Christentum zu kritisieren, wäre unchristlich.

  6. futuretwin Dezember 1, 2011 um 5:01 pm

    Zu säkularisiertem Ramadan-Kommerz: Als Muslim in Deutschland bekommt man vielleicht das Gefühl, man müsse sich klar positionieren, was die Gretchen-Frage angeht, da man häufig unter Beschuss steht, was vielleicht tendenziell zu Ganz-Oder-Gar-Nicht Ergebnissen führt. Dadurch gibt es dann weniger „weichgespültes Halbreligiöses“. Und in mehrheitlich muslimischen Ländern sieht es dann wieder ganz anders aus. Ist aber nur Vermutung.

  7. mühsamer Erich Dezember 1, 2011 um 5:03 pm

    Ganz großer Text!

  8. ziggev Dezember 1, 2011 um 5:45 pm

    … und natürlich hat er mit der Integration von Weißen Deutschen in eine pluralistische Gesellschaft absolut, auch auf der Fakenebene, recht. Als Weißer Deutscher, trotz allem (auch noch männlich) einigermaßen desintegriert (zumindest in die Arbeitsgesellschaft), einfach auch, weil der Erwerb eines Buches 2-3 Hartz4Ler-Mahlzeiten weniger bedeutet, oder Zahnarzt, Klamotten, Kino- und Kneipenbesuche, was bei mir Verachtung für diese oberflache Leistungs- und Konsumgesellschaft auslöst, die auch noch glaubt, ich hätte ein Bedürfnis, mich zu integrieren, wogegen ich mich aber wehre, welche Haltung sicherlich mit den mir verbliebenen Privilegien zu tun hat (soziale Ressourcen etc.); als solcher, wie eben charakterisiert, habe ich mich schon oft gefragt: du würdest dich ja gerne „integrieren“, aber wo ist diese Gesellschaft, womöglich eine pluralistische, die sie allem Anschein ja schon längst sein müsste? Wenn es Nichtintegrierte gibt, angeblich, dann muss es doch auch integrierte geben, nicht?, und das wären Wei0e Deutsche, integriert in eine Weiße Deutsche Gesellschaft, nur sind die keineswegs integriert, sondern das sind arme Schweine, oder auf Deutsch: white trash! Denen müsste geholfen werden, richtig! Nur gibt es eine Gesellschaft, in der dies gelingen könnte, eine pluralistische, in Deutschland eben nicht. Wie oft habe ich, gewissermaßen mich als Außenstehender betrachtend, wenn ich durch die Straßen einer relativ großen Stadt (Hamburg) ging, gedacht: WAU, das muss ja eine total coole, pluralistische Gesellschaft sein, bei der Vielfalt. Aber Njente. Was reden die alle von Integration, zuerst müssen sich die Deutschen integrieren!

  9. georgi Dezember 1, 2011 um 5:49 pm

    Es freut mich, daß sich Nadjas Gefolge sich an ihren Blog wieder erinnert hat.

    …es könnte noch viel schärfer sein, also verlogener und moralisch korrupter. Da gibt es doch noch viel mehr: z.B. Internationaler Terror: Hat Mutlu nicht an den Einfluß von Evangelikalen in Afrika gedacht, an die vielen vom Westen finanzierten und bewaffneten Söldnerhaufen, an Folter, Mord und Krieg, an ihre Unterstützung für korrupte despotische Regime. Und vor allen Dingen hat er an das pharisäische Geschwätz von „Demokratie“, „Freiheit“, „Menschenrechten“, „Meinungsfreiheit“ gedacht (bitte beachten: Ich denke hier an Broder und Sarrazin) und an den darauf sich gründenden westlichen Paternalismus? Mutlu hat sich außerdem zu wenig Mühe mit dem Neuen Testament gegeben. Da geht doch noch mehr. Da muß man sich dann auch nicht vorwerfen lassen, man hätte ja nur diese eine angeblich unbekannte Zitat (das mir selbst als atheistisch sozialisierter DDR-Bürger bekannt ist) gefunden.

  10. momorulez Dezember 1, 2011 um 6:00 pm

    Ich antworte später, Danke aber schon mal für das Lob den Lerneffekt dieses Blog betreffend! Das freut mich!!!

  11. che2001 Dezember 1, 2011 um 7:40 pm

    @“Was eben sehr viele Analogien auch unter Muslimen finden wird, ggf. 😉 – keine Ahnung, ob es auch säkularisierten Ramadan-Kommerz gibt, aber wer weiß?“ —- Ich weiß. Ramadan in Kairo habe ich erlebt wie einen kilometergroßen Weihnachtsmarkt auf orientalisch. Und nach Fastenbrechen ist da eine Fressorgie angesagt die Ihresgleichen sucht.
    Btw: Die kopftuchtragende türkische Mutter bei Real, die mit ihren Kindern Weihnachtsartikel shoppen geht ist bei uns ja nun auch Realität.

  12. futuretwin Dezember 1, 2011 um 8:20 pm

    @ ziggev:
    „Und dann fragt man sich dann doch: Wer soll eigentlich wo rein? Rein nach wo und raus wohin? (…)
    Raus und rein und rein und raus, da kennt sich ja wohl heutzutage keiner mehr aus.“
    Die Goldenen Zitronen

  13. ziggev Dezember 2, 2011 um 12:24 am

    @futuretwin: ja, schön, kannte ich natürlich nicht (… oder? undeutlich tut sich eine vage Erinnerung kund, hallo, war da nicht was?).Hätte mir womöglich manche Zeile erspart. Oder als Überschrift:

    Jetzt mal ziemlich OFF TOPIC, dann wäre ich ja immerhin in guter Gesellschaft gewesen, ich denke an die FAZ, die monatelang Überschriften im Feuilleton von den Ärzen klaute:

    http://www.youtube.com/embed/-8YoE1JNxOQ?version=3&rel=1&fs=1&showsearch=0&showinfo=1&iv_load_policy=1&wmode=transparent

  14. futuretwin Dezember 2, 2011 um 8:58 am

    Ist aus dem Track“Flimmern“ von der Platte mit dem schönen Titel „Schafott zum Fahrstuhl“. Klimax des Songs ist die Abwandlung des Karnevalsklassikers „Mer losse da Dom en Kölle“ in: „Was solln die Nazis den raus aús Deutschland?
    Was hetn des für a Sinn?
    Die Nazis können net raus,
    denn hier gehörn se hin.“
    Nur ist mir nicht ganz klar an welchem Dialekt sich Schorsch Kamerun da versucht…….. 🙂
    Leider bin ich nicht krass genug um das hier in Köln anzustimmen. Das Potential für Mißverständnisse wär aber auch zu gross. 😉

  15. mühsamer Erich Dezember 2, 2011 um 10:08 am

    Ich halte nichts von Weihnachten, das ich als moralischen Umerziehungsversuch einer Herrschaftskirche deute, wenn ich mir aber etwas in diesen Tagen zum Fest wünschen würde, dann ein Fest, wo alle weißen, cisheterosexuellen deutschen Männer für eine Woche lang spurlos verschwinden. Eine ganze Woche lang. Wie wäre das schön! Was für ein Fest!

  16. che2001 Dezember 2, 2011 um 10:14 am

    Wenn ich nur mal wüsste, was „cisheterosexuell“ eigentlich heißen soll, mit solchen Vokabeln kann ich nichts mehr anfangen.

    Weihnachten? Daran fange ich vielleicht am 24.12. an zu denken, vorher keine Zeit, muss mich wertschöpfend verausgaben.

  17. futuretwin Dezember 2, 2011 um 10:15 am

    „wo alle weißen, cisheterosexuellen deutschen Männer für eine Woche lang spurlos verschwinden“
    Ich WOLLTE ja nach Kuba fliegen, hab aber zu spät geguckt und hab nix billiges mehr gekriegt…;-)

  18. futuretwin Dezember 2, 2011 um 10:16 am

    cis ist das Gegenteil von trans

  19. momorulez Dezember 2, 2011 um 10:18 am

    Noah hat neulich so treffend gesagt, dass die, die nach -cis fragen, in der Regel die sind, die es sind 😀 – ich gehörte da übrigens auch zu. Und in ihrem Vortrag konterte sie die Zwischenfrage eben danach, die man vermutlich keinem weißen Mann so hingerotzt hätte, mitten rein geblökt, mit „Das kann man googeln“ 😉

  20. che2001 Dezember 2, 2011 um 10:38 am

    Ich hab´s ja gegoogelt und nur Sachen gefunden, die mich mehr Fragen stellen ließen als Antworten gaben. Mich würde ja freuen, wenn alles Sexuelle generell mal für ne Woche verschwindet.

  21. momorulez Dezember 2, 2011 um 11:01 am

    Ach, nö … fänd ich doof. Bzw., wir sollten einfach aus „Sexualität“ mal wieder Lust machen, die ohne das Instrumentalisieren Zweiter und Dritter auskommt. Aber wenn die weg gewünschten mal für eine Woche verschwinden würden, hätte das schon was 😉 …

    Und die Bezüge zur Bibel/zum Christentum finde ich schon deshalb gelungen, weil sie eben genau so blöd und reduktiv agieren wie die zum Koran, die allseits präsent sind. Der ja auch, ähnlich wie im Christentum, nun noch von allerlei kanonischen Schriften umlagert wird, und da durchaus von ziemlich verschiedenen. Der Katholische Katechismus hat ja mit der Bergpredigt ungefähr so viel zu tun wie Hartz IV mit Nächstenliebe. Was bei all den neurechte, weißen, männlichen Korangelehrten völlig unterbelichtet bleibt, die hasspredigend das netz mit Unsinn vollstopfen, dass das komplexe Phänomene sind und keine simplen Deduktionen aus einzelnen Sätzen.

    Deshalb ist das schon gelungen, da eine Zeile raus zu fischen und die dann auf Kollektive zu projizieren, exakt so machen das die PI-Spinner und andere doch auch.

  22. che2001 Dezember 2, 2011 um 12:01 pm

    Als jemand, der immer will und meistens kann, in seinem gesamten bisherigen Leben aber viel zu wenig Gelegenheit zu Sex hatte, zu gutem noch weniger, wünschte ich mir eher, mal ne Weile von dem ganzen Lust-Druck befreit zu werden. Es hat Zeiten gegeben, da sehnte ich mich nach Lobotomie.

  23. momorulez Dezember 2, 2011 um 12:05 pm

    Ach, Che, jammer nicht – jetzt öfter Du das betonst, desto mehr prägt es Deine Wirklichkeit.

  24. georgi Dezember 2, 2011 um 12:42 pm

    „cisheterosexuell“ gibt es in meinem Google nicht. höchstens einige Stellen in schwedisch (norwegisch, dänisch?). aber die sind in Sachen Feminismus sowieso immer schon weiter.

    Was es in Google gibt, sind Hetencismänner. Die angebotenen Links erklären den Begriff auch nicht. Jemanden so zu bezeichnen, führt aber dazu, daß der so Bezeichnete von der Forderung nach einer Frauenquote abzurückt. …???…

    OK. Ihr müßt den Begriff nicht erklären. Ich kann mir denken, was er bezeichnet.

  25. che2001 Dezember 2, 2011 um 12:43 pm

    Meine Wirklichkeit ist seit meiner Pubertät durch nichts Anderes geprägt. Deshalb sind für mich auch Debatten, die etwas mit Sexualität, Machtverhältnissen in Beziehungen usw. zu tun haben immer die Debatten der Anderen, die inhaltlich für mich exotischer sind als z. B. Marskolonisation. Wenn Leute, egal welchen Geschlechts und welcher sexuellen Orientierung, mir bei Liebeskummer ihr Herz ausschütten, was so selten nicht vorkommt, denke ich intern „wie beneideswert bist Du leidendes Wesen, ich komme gar nicht erst in die Situation, Deine Erfahrungen zu machen“.

  26. momorulez Dezember 2, 2011 um 12:58 pm

    @georgie:

    Futurewin hat es doch schon erläutert. Das ist deshalb wichtig, weil es z.B. ermöglicht, auch Schwule als Teil des Patriachats zu begreifen. Dann, wenn sie den gängigen Maskulinitätsmustern folgen. Was freilich nicht auftaucht in diesem Raster, sind die ganzen hybriden Formen und die zu „switchen“. Die klassische „Tunte“ entzieht sich ja der Zurichtung, oft sehr humorvoll 😉 – und das macht viele Männer dann endgültig aggressiv oder nervös.

    @Che:

    Man muss nun wirklich keinen Sex haben, um Element der Machtverhältnisse zu sein. Sag jetzt einfach drei Wochen den ganzen Tag „Ich bin sexy, liebens- und begehrenswert“ vor Dich hin, auch laut, mal gucken, was dann passiert.

  27. momorulez Dezember 2, 2011 um 1:06 pm

    Führt den Che-Diskurs mit den cis-(oder eben auch nicht)-Männern zusammen 😉 :

  28. che2001 Dezember 2, 2011 um 1:12 pm

    @ „Man muss nun wirklich keinen Sex haben, um Element der Machtverhältnisse zu sein.“ Nö, natürlich nicht, ich bezog mich ja aber auf die Machtverhältnisse innerhalb von Liebesbeziehungen, und die sind mir tatsächlich völlig fremd.

  29. momorulez Dezember 2, 2011 um 1:16 pm

    Ich hab da schon bei Drei-Wochen-Affären im Crashkurs meistens annähernd alle nur möglichen Varianten außer Schlägereien durch gehabt 😀 – z.B. mit dem im blauen T-Shirt, der da tanzt:

    Um beim Thema zum bleiben.

  30. mühsamer Erich Dezember 2, 2011 um 1:20 pm

    Lobotomie? Na, dann stell dir vor, du wärest ein hirnloser Sexsüchtiger, der nichts mehr peilt.

    Lobotomie ist auch keine Lösung.

  31. futuretwin Dezember 2, 2011 um 2:09 pm

    Vielleicht kann man ja auch das Lustzentrum entfernen lassen. Ich weiss nur nicht ob das Ergebnis dann der ideale Arbeitnehmer des Neoliberalismus‘ wäre, der sich von nichts mehr ablenken lässt oder jemand der einfach nur noch antriebslos durch den Tag treibt.
    So oder so eine traurige Vorstellung….

  32. che2001 Dezember 2, 2011 um 4:25 pm

    @“Sag jetzt einfach drei Wochen den ganzen Tag „Ich bin sexy, liebens- und begehrenswert“ vor Dich hin, auch laut, mal gucken, was dann passiert.“ —- Mein Problem ist ja nicht, dass ich selber mich nicht für attraktiv hielte. Das tun zumeist eher die von mir Begehrten. Oder es ergeben sich Konstellationen, die auf Sex mit Abhängigen hinausliefen, und da mache ich dann einen weiten Bogen drum.

  33. momorulez Dezember 2, 2011 um 4:40 pm

    Probiere es doch mal. So ein bißchen Umprogrammierung. Wenn Du ständig glaubst „ich krieg eh keine ab“, kriegste auch keine ab.

  34. che2001 Dezember 2, 2011 um 4:57 pm

    Gut, Experiment beginnt;-)

  35. georgi Dezember 2, 2011 um 5:18 pm

    @momo

    Mich wunderte, daß jemand, der, auch jetzt noch, Politiker so schreibt: „Politiker*in“, aufhört, für verbindliche Frauenquoten in Kongreßpodien einzutreten, sobald er als „Hetencismann“ bezeichnet wird. Mit Devianz von Tunten hat dieses Verhalten, glaube ich, wenig zu tun. Eher mit dem Gefühl, ausgeschlossen worden zu sein.

    Tunten machen mich nicht aggressiv und nervös. Günther Preuße („Mary“) habe ich ganz gern ertragen. Es ist anders: So ein Bushido zum Beispiel denkt ja, wenn er von „Tunten“ spricht, nur insofern dabei an Günther Preuße und an Dich, als er euch nicht für „Männer“ ansieht, sondern nur für Männer. Für Bushido ist unabhängig von der sexuellen Orientierung Sido schwul, also einfach so ohne besonderen Grund.

  36. momorulez Dezember 2, 2011 um 5:25 pm

    Fantasiere einfach, was Du gerne hättest. Und glaub dran, dass es wahr wird. Tu so, als sei es schon da, und versuche zu empfinden, wie verdammt gut es sich anfühlt. Nicht als Sehnsucht, als Erkenntnis dessen, was nicht da ist, sondern als Vorfreude auf das, was Du für Dich als „fühlt sich gut an“ entschieden hast.

    Mal von stärkeren Begründungstypen esoterischer Art abgesehen glaube ich schon, dass man dadurch so was wie eine innere Bereitschaft entwickelt, anders wahrzunehmen. Während, wenn man sich immer auf das konzentriert, was man nicht hat, auch nichts bekommt. Mal ganz platt.

    Aber wenn ich so zurück gucke, war das zumindest bei mir wirklich sehr oft, dass in Phasen, wo ich mich weniger auf meine Frustration, sondern eher auf meine Wünsche konzentrierte und daran glaubte, dass sie wahr werden könnten, wahnsinnig Dynamik in meinen Leben kam und erstaunlich vieles wirklich was wurde.

    Das ist ja eigentlich eine NLP-Praxis, und über NLP kann auch viel Kritisches sagen, aber an den „versteckten Glaubenssätzen arbeiten“ und sie durch positive Annahmen zu ersetzen, das ist schon möglich, wenn man da mal ein paar Wochen dran fest hält und das Zweifeln einfach mal bleiben lässt. Ich merke das gerade an der Auftragslage meiner Firma 😉 – kein Witz.

    Ist jetzt ein wenig abgedriftet, aber ich glaube, das könnte Dir helfen. Das hat bei Dir beruflich doch auch gerade ganz gut geklappt – nicht mehr auf den Ärger über die Willkür von Scheiß-Chefs konzentriert sein, sondern die Alternativen erst gedanklich, dann faktisch ausprobieren. Bei mir ja auch.

  37. momorulez Dezember 2, 2011 um 5:33 pm

    @Georgi:

    Das habe ich jetzt nur halb verstanden. Vor allem den Anfang nicht. „Schwul“ im Sinne von „uncool“, das einfach ein wahlweise unmännliches, maniriertes Verhalten meint, irgendwas Verkitschtes, nicht hartes, manchmal auch einfach nur „Scheiße“, aber gar keine sexuellen Praktiken, das spielt schon oft auf nicht die Travestie, sondern eben „tuntiges“ Verhalten an bei cis-Männern. Georgette oder Mary ist Travestie, wenn auch auf unterschiedlichen Niveaus, das ist ja auch weniger irritierend als „tuckiges“ Verhalten bei einem Mann im Anzug oder Fussball-Klamotten.

  38. georgi Dezember 2, 2011 um 6:27 pm

    Das habe ich jetzt nur halb verstanden.

    Ja. Wir reden aneinander vorbei. Um Schwulenfeindlichkeit ging es nicht, sondern darum, daß die sonst so schlaue Google-Maschine nix Gscheites zu „cisheterosexuell“ ausspuckt. Allerhöchstens Artikel, deren Autoren sich angepißt fühlen, etwa:

    http://rotstehtunsgut.de/2011/11/03/wir-hetencismanner-und-der-feminimus/

    Die übliche Empfehlung, unbekannte Begriffe, also „cis-“ zu googlen, hilft nicht weiter.

  39. momorulez Dezember 2, 2011 um 8:37 pm

    Mmmh, dann muss man da doch noch was für tun;) – Christian, der Papst-Fan, ist dafür nicht die richtige Expertise.

  40. che2001 Dezember 2, 2011 um 11:27 pm

    @“Das hat bei Dir beruflich doch auch gerade ganz gut geklappt – nicht mehr auf den Ärger über die Willkür von Scheiß-Chefs konzentriert sein, sondern die Alternativen erst gedanklich, dann faktisch ausprobieren.“ —Ja, das stimmt. Ich bin als Selbstständiger ja nur deshalb erfolgreich, weil ich völlig Neues, zu dem Vorgebenen Queres ausprobiere und auf Kunden empathischer eingehe, als meine Vorgänger es getan hatten. Gerade von einem Auftraggeber sehr dafür gelobt worden. NLP ist ja außerdemingens das Programm von Illuminatus!, und das in Liebesdingen auszuprobieren wäre nicht so verkehrt. Bin in der Hinsicht allerdings sehr geprägt durch die Außenwahrnehmung von mir durch Andere und habe möglicherweise aufgrunddessen Schwierigkeiten, ich selbst zu sein.

  41. mühsamer Erich Dezember 3, 2011 um 10:19 am

    Innere Programmierung und Selbstkonzept sind ein spannendes Thema. Ich kann mit meinen Erfahrungen sagen, daß so etwas verblüffend hundertprozentig funktionieren kann. Als ich als Student zu Studienanfang ziemlich einsam war, habe ich mir aus einer Laune heraus einmal folgenden Satz eingeredet:

    Es ist sehr erstrebenswert, mit mir befreundet zu sein.

    Ein knappes halbes Jahr später hatte ich sagenhaft viele Freunde und gute Bekannte gefunden. Es ging wie von selbst und das hat sich bis heute gehalten. Wo immer ich in einen neuen Kreis eintauche, finde ich sehr schnell Anschluss und Freundschaft.

  42. momorulez Dezember 3, 2011 um 11:50 am

    Das ist auch wirklich erstaunlich, wie diese positiven Affirmationen wirken. Ich bin da kurioserweise erst durch die „Morgenseiten“ von Julia Cameron, ein teils esoterisch arg verbrämtes Konzept aus „Der Weg des Künstlers“, sozusagen von selbst drauf gekommen, bevor mir dann ein paar weitere Bücher über den Weg liefen.

    Die Morgenseiten sind nichts anderes als jeden Morgen erst mal 3 Seiten schreiben, egal was. Völlig egal. Das wirkt zunächst wie ein psychischer Mülleimer, man kotzt da morgens rein und ist dann auch los, was einen nervt, denkt gar nicht dran. Dann tritt irgendwann der Effekt ein, dass man sich selbst auf die Nerven geht und auch langweilt, wenn man immer über das gleiche jammert. Und dann entwickelt sich ein ganz zauberhaftes Umschreiben der eigenen Biographie, und man entwickelt ein besseres Gefühl für das, was man will, statt immer nur auf das glotzen, was man nicht will. Die auferlegten Fremdzuschreibungen schwinden da allmählich. Das ist automatisches Empowerment, sozusagen 🙂 ..

    Und diese „Ich bin“-Affirmationen sind auch erstaunlich in ihrer Wirkung. Ich find die Klasse, und allen politischen Unkenrufen zum Trotze ist das gerade beim Sich-Wehren gegen diskriminierende Zuschreibungen auch echt hilfreich.

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