Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

PC mal wieder

Es gibt ja Leute, die fühlen sich total befreit, wenn sie das „Joch der PC“ phasenweise mal hinter sich lassen und so richtig schön die Sau raus lassen können. Endlich dieser totalitären Indieckestellerei impertinenter Marginalisierter enthoben! Kann man beim HSV erleben, wenn knackärschige Vorstadtgymnasiasten so richtig lustvoll ihren Rassismen, ihrer Frauenfeindlichkeit und ihrer Verachtung für Schwule Raum lassen. Hach, das entspannt!

Nun ist ja schon die Frage, was das für eine eigentümliche Vorstellung von Freiheit ist, die im wesentlichen darin besteht, Räume zu fordern, in dem man Andere herabwürdigen kann. Eben die abendländische Form von Freiheit ist das, die Antwort liegt nahe. Das ist man hier so gewohnt, seine Identität auf Kosten Anderer, denen man aus unerfindlichen Gründen sich überlegen fühlt, kulturell oder wie auch immer, zu gewinnen. Da steckt tief drin. Das will raus. „DU SCHWUCHTEL!“

Nun gibt es auch andere Begriffsverwendungen von PC, die das eher im Allgemeinen auf eine Selbst-Tyrannei als Moralist beziehen. Also, in freudschen Terminologien, sozusagen ein Es leben will, das die Umklammerung durch das Über-Ich zurück weist und es sich heraus nimmt, einfach mal zu fühlen. Zuzulassen. Indem man z.B. im Stadion den Schiedsrichter wüst beschimpft. Es sollen sogar schon Bierbecher geflogen sein, und danach tobte dann erst mal eine Schlacht um Moralhoheit von Über-Ich-Geprägten. Dazu lese man einfach mal die Studien zum autoritären Charakter Adornos.

Kurz, bevor der Bierbecher flog, war ich derart wüst am Pöbeln gegen das Schiedsrichtergespann, dass ein älterer Herr, ich glaube sogar vom „Alten Stamm“, vor mir tatsächlich sich völlig entsetzt umdrehte und beim nächsten Spiel lieber erst mal woanders saß. Geworfen habe ich nicht!

Ich bekenne, dass ich ich mich dafür noch keine Sekunde geschämt habe. Und ja, auch ich finde, dass dafür ein Stadion der Raum sein dürfen, St. Pauli dreckig bleiben muss und diese seltsame Kirchentagshaltung unserer Bürgerlichen nun auch nicht weiter hilft.

Nun kann man zwar darüber diskutieren, ob Schiedsrichtergespanne zu den strukturell Diskredierten gehörten. Ich würde doch eher sagen, dass sie auf der Seite der Macht stehen wie Polizisten eben auch, und Machtmissbrauch schon Anlass für Empörung ist.

Womit man wieder bei der PC-Frage im Allgemeinen ist. Ungefähr so basteln sich nämlich tatsächlich globa mit erschütternder Wirkungsmacht, wenn ich es richtig verstehe, ursprünglich von den USA ausgehend politische Bewegungen von Personen aus nicht-marginalisierten Positionen im Kampf gegen den „PC-Terror“ ihr Weltbild als Unterjochte. Überall Juden, Schwule, Schwarze, Frauen, Migrantenverbände, die irgendwie darauf aus sind, aufrechte Mehrheitsgesellschaftler ihrer natürlichen Ausdrucksformen zu berauben und in irgendwelchen Ecken abzustellen.

Ich würde doch darum bitten, beide Fragen, also die, ob man im Stadion auch mal rum pöbelt und die nach PC im Allgemeinen voneinander zu trennen. Das ist nämlich politisch gemeingefährlich, das zu vermengen. Nicht umsonst heißt eine der Herrn Breiviks wie auch immer inspirierenden Seiten „Politically Incorrect“. Nicht umsonst wähnen katholische Nazi-Seiten sich als Unterdrückte dieser Erde, während der Papst die Massen ins Olympiastadion zieht und in öffentlich-rechtlichen Sendern wie auch Fernsehräten Kirchen sitzen. Eine leichtfertige Verwendung dieses „politisch unkorrekt“ ist aktuell politisch nicht harmlos. Was keinerlei Rechtfertigungsdruck erzeugen soll, so schwer ist ja nicht, das bleiben zu lassen.

Diese hahnebüchene Propaganda, dass irgendwelche Minderheiten mittels Lobbyorganisationen permanent dabei sind, Mehrheiten totalitär zu unterdrücken, ist ungemein erfolgreich. Es sollte schon jedem klar sein, dass diese Denkfigur schlicht ein Zementieren gesellschaftlicher Verhältnisse zuungunsten tatsächlich Dominierter ist und letztlich die Forderung nach einem Recht auf Herabwürdigung ganzer Bevölkerungsgruppen darstellt. Also: Ein Recht auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird eingefordert. Kann ja jeder selbst auf den Volksverhetzungsparagrafen beziehen.

Und es ist ein Unterschied, ob man, wenn man sich äußert, zur dominanten oder zur gefälligst servil zu bleibenden Gruppe gehört oder auch nicht. Das gilt für alle Diskreditierungsdimensionen, also Klassismus, Sexismus, Rassismus, Homophobie, um die zentralen Methoden zum Erhalt struktureller Ungleichheit zu benennen. Und dass diese vorliegt, ist eine empirische Frage.

Eine Anrennen gegen diese strukturelle Ungleichheit ist KEIN Unterjochen von irgendwas, sondern das Einfordern von Lebensmöglichkeiten für alle gleichermaßen. Manchmal irrt ja sogar Robert Anton Wilson, wenn er schreibt:

„Abgesehen davon kann ich mir auch keinen bedeutenden Künstler oder Wissenschaftler vorstellen, der sich tatsächlich als „politisch korrekt“ bezeichnen ließe, da „politische Korrektheit (wie jedes andere Dogma auch) ein informationsarmes Enviromnment erzeugt, und jede Kunst und Wissenschaft immer zu Informationsvermehrung strebt.

Information, so sagte einmal der Mathematiker Norbert Wiener, besteht immer aus den signalen, die man nicht erwartet?“

Robert A. Wilson, Cosmic Triger 3, Position 3183 von 6307 in der iPad-Kindle-Version, Hamburg 2011

Die Frage nach der Kunst mal außen vor lassend: Das Gegenteil ist der Fall. Heteronormativität, Rassismus, Klassismus und Sexismus sind gerade deshalb so erfolgreich, weil sie Erwartungen stabilisieren, Realitätstunnel zugunsten dominanter Gruppen erzeugen und nichts zulassen, was sich außerhalb einer prästabilisierten Ordnung bewegt. Frauen, die aus zugewiesenen Positionen ausbrechen, bekommen das in der Regel am drastischten zu spüren – schwarze Frauen bekommen noch einen mehr drauf, doppelt diskreditiert, da sich Erwartungen an sie richten, deren Objekt zu sein ich wirklich niemandem gönne. Und ich bewundere jede, die das aushält, zutiefst.

Der Kampf gegen den vermeintlichen „PC-Terror“ dient gerade der Informationsunterdrückung: Schwule, die selbst definieren, wann sie diskriminiert werden oder gar in Machtpositionen sich befinden, bilden ebenfalls eine Irritation des Systems, weil sie lieb gewonnene Gewohnheiten infrage stellen. Dann fordern in der Regel heterosexuelle Männer irgendeine „objektive“ Definitionhoheitsprozedur ein, um Schwule zu entmündigen, Hauptsache, es hört ihnen keiner zu – und das hohe Gericht beanspruchen dann natürlich wie immer schon Heten für sich.

Wobei einmal mehr zu betonen ist, dass ich hier keinen Essentialismus predige, „schwul“ und „hetero“ sind sozial strukturell wirksame Entitäten, die zugewiesene Rollenmuster darstellen, keine selbst gewählten oder Bekenntnisse erfordernden Identitätsmuster oder gar „Wesen“ von irgendwem. Man wird durch sie geprägt und kann sich zu diesen Prägungen verhalten. Diese Prägungen zu ignorieren ist einfach selbst eine Herrschaftspraxis zum mundtot machen.

Das könnte man jetzt anhand aller zentralen strukturellen Methoden zur Informationsunterdrückung durchspielen,; bei Frauen wird oft biologisiert, bei Schwarzen oder auch „Arabern“ traut man sich das nicht mehr so richtig, da sabbelt man von „Kultur“ und meint „Rasse“, und Klassismus Unterworfene sind sowieso grundsätzlich selbst schuld.

Ganz übel wird es nun für jene, die sich auch noch gänzlich außerhalb dieser Muster bewegen. Bisexuelle z.B., es war neulich ein ziemlich beeindruckendes Plädoyer bei Kiturak zu lesen zur Frage, inwiefern Bi-Menschen Teil „schwullesbischer Bewegungen“ sein können. Diese liefern, in Wilsons Terminologie, Informationen, die Erwartungsmuster und GS, Glaubenssysteme, und somit Realitätstunnel zum Einsturz bringen können in binären Ordnungen, und werden deshalb gar nicht wahr genommen. Auch Trans-Menschen gehören dazu, und eine Debatte, die dann plötzlich zwischen „echten“ und „unechten“ Trans-Menschen unterscheidet, zeigt einfach nur Sehnsucht auf, sich in irritationsfreie Räume zu begeben, wo man im Jargon der Eigentlichkeit wieder festen Boden unter den Füßen gewinnt.

Auch Rassismus Menschen „asiatischer Herkunft“ gegenüber, in Deutschland irgendwie quer stehend zu anderen Diskussionen, da oft mit allgemein als „positiv“ konnotierten „wesenhaften“ oder „kulturellen“ Mustern belegt und deshalb von den „politisch inkorrekten“ Broders dieser Welt missbraucht, Minderheiten gegeneinander auszuspielen, sind ansonsten ein Faktor, den man aus Diskussionen lieber raus lässt. Zu viel Information, klare Rollenmuster könnten aufweichen.

Nee, Papa Wilson, da hast Du Dich nachhaltig geirrrt und warst gerade im falschen Realitätstunnel unterwegs. Ganz im Gegenteil: Die Forderung nach PC ERMÖGLICHT erst Informationsvielfalt, also all den wuselnden, differenten Erfahrungen von Indivduen Gehör zu verschaffen. Insofern wäre es auch anzuraten, dass mal heterosexuelle, weiße, Männer sich hinterfragen, wo sie einfach nur den großen Stereotypen gemäß sich verhalten, die als Machtfaktoren diese Gesellschaft strukturieren, oder wo sie tatsächlich individuelle Erfahrungsräume sich erobern. DAS ist ja das ende, aber eben nicht der Anfang der Debatte. Wenn sie sich z.B. spannende Sex-Toys bei Beate Uhse kaufen. Aber darüber spricht man ja nicht.

83 Antworten zu “PC mal wieder

  1. MartinM August 9, 2011 um 11:38 pm

    Ich vermute, dass Du und Wilson einfach unterschiedliche Dinge mit „PC“ meint. Wilson meint offensichtlich, das ergibt sich aus dem Kontext, mit „PC“ einen rigiden (politischen) Moralkodex, einen Satz Regeln (vor allem Sprachregelungen), die einem das selbst denken abnehmen, wie geschaffen für autoritäre Persönlichkeiten. Oder für Menschen, die es bei Lippenbekenntnissen belassen.
    Wilson hielt nichts von PC, weil er Anarchist und ein entschiedener Kämpfer für die Redefreiheit war. Und PC (meiner Ansicht nach sogar die „echte“) misstraut der Redefreiheit, die sie durch sprachliche und soziale Verhaltensvorschriften regulieren will.

    Du gehst, jedenfalls verstehe ich dich so, vom ursprüngliche Begriff der „political correctness“ aus, den ich verkürzt und vereinfacht so wiedergeben möchte: Nur Angehörige einer bestimmten (benachteiligten oder gar unterdrückten und Verfolgten) Gruppe von Menschen können über ihre eigenen Angelegenheiten wahre Aussagen treffen. Eine Aussage ist nur dann statthaft, wenn sich die Mitglieder gesellschaftlich benachteiligter oder verfolgter Gruppen von ihr nicht herabgesetzt fühlen.

    Das Problem dabei ist allerdings, das Wortführer, die vorgeben, für ihre Gemeinschaft zu sprechen, nahezu beliebige Manipulationsmöglichkeiten haben – also wieder das Problem des Machtmissbrauches, in diesem Fall der publizistischen Macht. Ich denke konkret z. B. an Alice Schwarzer, die immer noch als eine Wortführerin des Feminismus gilt – und sich das „Recht“ herausnimmt, im Namen von unterdrückter moslemischen Frauen (die es fraglos gibt) heftige antiislamische Sprüche zu klopfen. Also PC für sich einfordert, und andererseits „politically incorrect“ ist, durchaus im Sinne des gleichnamigen Moslemhasser-Blogs.

  2. momorulez August 10, 2011 um 7:57 am

    Ja, Wilson meint das, das ist soziologisch naiv und zudem seinem eigenen Denken widersprüchlich. Er führt das ein vor einem Traktat zur Biologisierung der Geschlechterdifferenz, lässt dabeiaber völlig außer Acht, was er selbst über die Rolle des Beobachters beim wissenschaftlichen Experiment in der Relativitãtstheorie und über Glaubenssystem, Hypnose und Realitätstunnel schreibt. Da erzeugt dann nicht die Analyse von „Tetestoron“ ein „Aufwachen“ sondern schränkt die Redefreiheit von Frauen ein, weil biologisierende Modelle auf einmal deren Partnerwahlverhalten angeblich, determinieren und Herr Wilson da mittels der vernaturwissenschaftlichung sozialer Phänomene in ein ganz außerordentlich reaktionäres Maskulinistenhorn stößt. Das sind so Raysonesken und Verzettelungen, die dann finden, man müsse doch diskutieren können, ob die „Bell Curve“ wahr ist, und das ist einfach perfide Scheiße, die von Prämissen brutaler Machtverhältnisse ausgeht, diese aber verschweigt. Dass „Redefreiheit“ sowieso aus der amerikanischen Ecke zur Legitimation von Herabwürdigung gefordert wird, für sämtliche Kritiker aber nicht gilt, weil die ja nur unterdrücken wollen, ist ja eh der Fall, und hättest Du das jetzt nicht geschrieben, würde ich mich auf so eine Diskussion noch nicht mal einlassen.

    Was geradezu grotesk ist, ist, bei PC sofort mit deren „Missbrauch“ zu kommen. Macht wurde nun in unseren Breiten und im kolonialen Kontext in den letzten Jahrhunderten nun in der Regel nicht von den genannten Gruppen missbraucht, sondern von ganz anderen, und auf eine Alice Schwarzer kommen Tausende von Dòpfners, Matusseks, Sarrazins, Filbingers und Ackermanns. So, wie Du gerade geantwortest hast, landen wir spätestens bei Kommentar 15 bei den schwulen Nazis. Auch Wilson, den ich ja sonst super finde, erdreistet sich, von „Feminazis“ zu schreiben. Und das ja das Widerlichste an den ganzenHetzern von Matussek bis Wilders, dass sie ihre eigene Geschichte immer auf das als Anderes permanent Produziertes projizieren und wirklich der ekelhafteste Ausfluss von US-Rechtsradikalismus.

  3. Nörgler August 10, 2011 um 9:05 am

    Was die „politisch Inkorrekten“ vertreten, ist ein äußerster moralischer Rigorismus: korrekter als diese Inkorrekten kann man gar nicht sein. Um aber nicht verdumpft rigoros rüber zu kommen, stellen sie sich als die intelligent querdenkenden Dissidenten dar. Verdumpft rigoros sind dann die Verfolger dieser Dissidenten. („Querdenker“ ist ein stehender Begriff der Br*d*r-Verehrer für ihr Objekt der Anbetung.)

    Ebenso „Islamkritik“, und dieses Wort wiederum ebenso wie „Antisemitismus“: Urspünglich nannten die Judenhasser sich selbst „Antisemiten“. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte man den Neologismus „Antisemitismus“ erfunden, um den Judenhass als rational-wissenschaftliche Angelegenheit zu propagieren. Wer aber einen Diskurs der Wissenschaft bekämpft, steht auf der Seite des Irrationalismus.
    Jener Kolummnist, der die Tatsache, dass er einen Hau weg hat bereits in seinem Namen führt, erklärt denn auch, die zu Lasten des B*od*r an den Haaren herbeigezogenen Breivik-Vergleiche dienten nur dazu „Diskursräume zu verengen“.

  4. momorulez August 10, 2011 um 9:17 am

    Wobei zur Wissenschaft eben auch immer eine Kritik derer Grundlagen gehört. Wenn ich mir überlege, in welchen Hinsichten gerade die, die durch PC überhaupt erst Diskursräume erlangen, Objekt von Wissenschaft waren und sind, ist das ja bis hin zu Menschenexperimenten auch nicht lustig gewesen. Es gibt halt immer auch Wissenschaften vorgängige Politiken, von Mathematik und theoretischer Physik abgesehen, und da ist aktuell, anders als noch 1990, „politisch unkorrekt“ ein Kampfbegriff der politischen Rechten zur Privilegiensicherung.

    Aber ansonsten: Ja. Zustimmung.

  5. kleinertod August 10, 2011 um 9:33 am

    Ein spannendes Thema. Und eines, bei dem ich erneut den link zum bereits eingebrachten Manifest von Autoaggressor ob der Ähnlichkeit bringen möchte, trotz jenen einen kritikberechtigten Wortes: http://www.autoaggressor.com/manifestiert.htm

    Kunst kommt für mich überwiegend aus dem „Es“ – und muß geradezu die Normen hinwegfegen, um sich frei entfalten zu können. Doch es kann genauso gut auch rassistische, sexistische, homophobe (etc) Künstler geben, wie jene, die trotz der Entfaltung ihrer tiefliegendsten Schichten ihrer Persönlichkeit trotzdem PC sind – und das, wenn auch nicht aus dem ES, so doch mit gutem Grund…

    Diese rechtsextreme Lust auf PC-Freiheit, endlich mal die Nazi-Sau rauslassen zu dürfen, stolz darauf sein zu können anders zu sein als diese „Gutmenschen“, das ist leider in unserer Gesellschaft angekommen und wird akzeptiert, obwohl nur ein kleiner Blick hinter die Kulissen aufzeigt, daß damit Rassismus, Sexismus und co. gemeint sind.

    Kunst muß jede Norm hinterfragen und eigene Wege schaffen – in jedem Fall. Aber genauso gut muß Kunst und auch jede künstlerisch schaffende Person dahinter sich fragen lassen, was damit für eine Botschaft transportiert wird. So, wie jede einzelne Person sich selbst fragen muß, ob etwas, was auf dem ersten Blick frei von unerträglichen Dingen ist, immer noch konsumiert werden will, wenn der schaffende Mensch extreme Ansicht auf der der PC gegenüberliegenden Seiten vertritt.

    Zu den hinterfragenden Normen gehören aber nicht nur die von PC, sondern eben alle – auch die dieser Gesellschaft, die von Rassismus, Sexismus, Homophobie und sonstigem nur so übertriefen – dies zu erkennen und über die Einschränkungen der Eingeschränkten hinauszuwachsen, das schafft Freiheit nicht nur für diese, sondern für alle.

  6. momorulez August 10, 2011 um 10:23 am

    Bei Kunst bin ich ja auch ganz bei Dir – obwohl Kunst eben nicht nur aus dem ES kommt, sondern immer auch eine rationale Praktik ist, die ihre eigene Historie auf der Ebene des Materials reflektiert. Und wenn sie denkoffen ist, produziert sie auch keine Stereotype, ohne diese zu brechen.

    Das Problem ist halt, dass dieses Sich-Übermächtigtfühlen durch vermeintliche Minderheitenerpressungen ja mitten im Millerntordiskurs angekommen ist. Also die „Politcally Incorrect“-Haltung. Und das hätte beim antisexistsichen, antirassistischen, antihomophoben Verein einfach nicht passieren dürfen.

  7. kleinertod August 10, 2011 um 10:54 am

    Diese Leute waren schon immer da, überall, eben auch bei uns. Inwieweit sie sich bei uns öffentlich dergestalt äußern können, ohne zurecht gewiesen zu werden, das ist in meinen Augen die spannendere Frage. In die Köpfe kann man (zum Glück) nicht sehen, aber man kann wahrnehmen, was irgendwie geäußert wird.

    Was in der Anonymität des Internets mitunter von sich gegeben wird, das ist ja noch eine ganz andere Sache. Hier können all jene Unerträglichkeiten geäußert werden, für die man am Millerntor selbst rasch Probleme bekommt (zum Glück).

    Schwierig ist die Grauzone, also eben jene Äußerungen, bei dem nicht alle sofort realisieren, daß hier gerade die Minderheiten angegriffen werden. Hier wäre politische Weiterbildung hilfreich. Viele wären m.E. hier durchaus offen, doch ohne die Erkenntnis, daß ein Mangel an Information vorliegt, wird kaum eine Aktivität zur Änderung ergriffen werden. Unsere Gesellschaft selbst gibt ja die Botschaft aus, daß nur „die Anderen“ schlimm seien und rassistisch, sexistisch, homophob und all das – da werden Extrembeispiele genannt und ein Sündenbock generiert, der die eigenen Tendenzen dahingehend verneinen läßt – SOOO schlimm sei man selber ja nicht, also sei man nicht rassistisch, sexistisch, homophob etc – QED… Leider ist sowohl dieses Denken am Millerntor angekommen (wie auch die Gesellschaft weiter nach rechts gerückt ist), als auch all die „Unklarheiten“, die sich durch das konsequente Ausprobieren von rechtsaußen Formulierungen ergeben haben – Stichwort falsche Toleranz, Faschismus als Meinung akeptieren etc. – weites Feld.

    Mit guten Argumenten kann man da gegenhalten (zum Glück)…

  8. momorulez August 10, 2011 um 11:00 am

    Ja, ich bin da ja dran. Wie gesagt: Für mich ist Ziel der Kontroverse, da einfach wach zu rütteln und das eigene Eingeschlafensein zu realisieren, evtl. sogar das Mitziehen bei einem gesellschaftlichen Rechtsruck, den viele noch gar nicht realisiert haben. Und das ist ja schon zu diesem Zeitpunkt so, dass viele diese Diagnose auch teilen und sehr bereit sind, beim Fortschreiben aktiv mit zu machen, Podien zu bieten usw. – da war ja der wirklich coole Teil der Diskussion. Wir machen da ja hinter den Kulissen auch schon rum. Ich habe ja auch mal einen Vorschlag unterbreitet, wie man das institutionaliseren könnte; wichtig wäre dann halt, dass Frauen, PoC und Lesben/Schwule das Sagen haben und nicht die üblichen Platzhirsche.

  9. vuvuzela//riotqueer August 10, 2011 um 2:15 pm

    Das ist mir zu sehr beginnende 1990er, als in der Postille der Roten Flora eine Diskussion aus dem links-liberalen Milieu übernommen wurde, also der Griff nach ‚politicall correcteness‘, nachdem auf einer queeren Party der laufende -Homo-Porno im Darkroom die Kabel gekappt wurden.
    Dann lieber die Moral und In-surrectionen laufender Debatten formulieren.

    Wer weiß wo die ‚political correcteness‘ heute gelandet sind, ich vermute eher bei konservativen ‚links=gleich=rechts’Fanatiker…

  10. MartinM August 10, 2011 um 2:55 pm

    Momorulez, mir ist schon klar, dass auf eine Alice Schwarzer zahlreiche Sarrazins, Döpfners und Ackermanns kommen. Wobei ich den Ackermann in einer etwas anderen Ecke sehe – der Mann machte einfach seinen Job, und er machte in, im Sinne seiner Auftraggeber, der Aktionäre, sehr gut. Instrumentelle Vernunft in Reinkultur. Im Falle von Sarrazin usw. sehe ich noch nicht einmal diese instrumentelle Vernunft, sondern nur den Versuch, eigenen Vorurteilen ein (pseudo–)wissenschaftliches Mäntelchen umzuhängen. Und: Matussek scheint mir, auf einer bestimmten Ebene, gar nicht so weit von der Schwarzer entfernt zu sein.
    Ich bin ein misstrauischer Mensch (aus Gründen), und ich sehe auch bei Dingen, deren Notwendigkeit ich einsehe, zuerst auf die Risiken. (Ja, PC ist für mich ein notwendiges Übel. Ein Notnagel, weil die Aufklärung und guter Willen allein nicht ausreicht. Ich muss erkennen, wie frauenfeindlich und rassistisch auch ich denke, oder vielmehr: fühle. Die Konsequenz ist unbequem: es gibt Gefühle, die nicht „nur“ moralisch falsch, sondern schlicht verbrecherisch sind. Ich kann sehr gut nachempfinden, wie Wilson auf seine Gedanken kam.)
    Nein, in die Richtung „schwule Nazis“ wollte ich wirklich nicht gehen. So etwas ist IMO Relativierung von etwas, was nicht zu relativieren ist, nämlich der Nazi-„Weltanschauung“, die nun mal unter anderem zum Erbrechen schwulenfeindlich war. Es ist eine völlig andere Baustelle als Frau Schwarzers Selbstgerechtigkeit. (Vielleicht trifft „Selbstgerechtigkeit“ ihr Verhalten tatsächlich besser als „PC-Missbrauch“.)

  11. goodsoul August 10, 2011 um 3:31 pm

    Wie ordnet ihr eigentlich ein „All Cops Are Bastards“ ein?

  12. turbo August 10, 2011 um 3:52 pm

    @ goodsoul:
    Ich singe schon lange nicht mehr bei „….we hate the volkspark „bast….“ and beat the ….“ mit.
    Einmal, da ich gar nicht einsehe fast alle gegnerischen Vereine als fucking xy zu bezeichnen. Zum anderen aber und vor allem ist der Begriff Bastard bezogen auf Menschen ein nicht diskriminierungsfreier Ausdruck. So wie es keine unterschiedlichen menschlichen Rassen gibt, gibt es auch keine Bastarde.

  13. momorulez August 10, 2011 um 4:08 pm

    @Martin:

    Nein, Du nicht, also bis zu den „schwulen Nazis“, das meinte ich auch nicht. Ich denke nur, dass so massiver Machtmissbrauch in die andere Richtung über Jahrhunderte statt gefunden hat, dass der Focus auch drauf liegen kann. Von Frau Schwarzers aktuellen Aktionsfeldern halte ich allerdings auch nix. Wobei nun umgekehrt unter patriachalen Bedingungen ALLE Männer anzusprechen hat, auch Muslime. Quatsch ist nur, das hiesige zu leugnen und dann so zu tun, als wären es immer nur die anderen. Ich sehe PC auch nicht als Übel, sondern als Zeichen des Respekts.

    @Goodsoul:

    Puhh … ich habe volles Verständnis dafür und sehe es im Grunde genommen als Reaktion auf allgegenwärtige Willkür der Exekutive. Sachlich ist es natürlich einfach völlig falsch. Da das aber Funktionsträger eines sich teilweise unerträglich gebärdenden Staates sind, werden ja keine irgendwie, ob sie wollen oder nicht, einer Personengruppe zusortierten Individuen in ihre So- oder so-sein diskriminiert. Ich würde das nicht im selben Sinne als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ pauschal einordnen, im konkreten Fall kann es aber dazu kommen, wenn Individuen konkret entmenschlicht werden. Das finde ich Scheiße.

    Ist aber verzwickt.

  14. momorulez August 10, 2011 um 4:09 pm

    @vuvuzela:

    Das ist deshalb nicht frühe Neunziger, weil es seit für mich wahrnehmbar um die 8 Jahre herum zum Kampfbegriff der Rechten allerorten wurde, politisch unkorrekt.

  15. momorulez August 10, 2011 um 4:11 pm

    @turbo:

    Mit dem Bastard hast Du recht, das war mir nun wieder nicht aufgefallen. Ja, stimmt.

  16. vuvuzela//riotqueer August 10, 2011 um 4:35 pm

    Dann seid Ihr ja alle in einer ‚Szene‘ !?!

  17. momorulez August 10, 2011 um 8:11 pm

    Hier hat gerade jemand „Gutmenschen“, sinngemäß, kommentiert. Den habe ich gelöscht.

  18. MartinM August 10, 2011 um 9:04 pm

    PC als Respekt? Fällt mir schwer, mir das vorzustellen. Ich respektiere – bei allen Vorbehalten im Einzelnen – außergewöhnliche Leistung oder außergewöhnlichen Mut. Respekt, der nicht an herausragende Eigenschaften gebunden ist, hat für mich immer den schalen Beigeschmack einer Untertanengeste – Respekt gegenüber Staatsbeamten, Respekt vor der Fahne, Respekt vor der Autorität.
    Rücksichtnahme, sicherlich, aber Respekt? Das ist etwas, was man sich verdienen, erarbeiten muss!

  19. momorulez August 10, 2011 um 9:18 pm

    Nee, ich meine ja nicht die servile Version, ich meine eine ganz fundamentale Haltung Anderen gegenüber, einfach, weil es sie gibt. Konkrete Verhaltenweisen kann man harsch angehen, wenn man gute Gründe hat, aber nicht diese grundlegende Haltung, die z.B. Aretha Franklin besungen hat. Dieses liberale „Das muss man sich erst verdienen“ sehe ich nicht. Man kann auch „Achtung“ sagen, weil da „Verachtung“ der Gegenbegriff ist. Es hat niemand Andere zu erniedrigen oder mit sadistischen Manövern zu überziehen, nur weil die schwarz, schwul, Frau oder sozial deklassiert sind. Was gerade in London passiert, ist ja eine Reaktion auf die totalisierte Verachtung, die das kapitalistische System Deklassierten – und nicht nur denen gegenüber, es gehört auch eine gehörige Portion Selbstverachtung dazu, an der Börse zu arbeiten – entgegen bringt. Dieses „Ihr müsst euch das erst verdienen!“ sich anzuhören, während man weiß, dass man eh keine Chance bekommt, das macht halt ziemlich wütend. Wie übrigens auch diese ganzen Umkehroperationen derer, die „Politcally Incorrect“ sich geben und ständig invertierte Diskriminierung usw. behaupten. Das ist eine boshafte Verachtungsmaschininerie. Also bei den Härtefällen, nicht bei denen, die einfach auch nur Angst haben, man könne nun ihnen Privilegien entziehen.

  20. goodsoul August 11, 2011 um 10:48 am

    Also das man sich Respekt erstmal über Leistungen verdienen muss halte ich auch für total daneben und kann es null nachvollziehen!
    Trifft aber wohl leider genau den Punkt in unserem System! 😦

  21. momorulez August 11, 2011 um 11:10 am

    Wobei das bei uns in der Fanszene ja auch ein wenig gilt, muss man ja sagen … da wird ja auch zwischen „Leistungsträgern“ und solchen, die nur „konsumieren“, und „aktiv“ und „Drumherum“ unterschieden … nur so nebenbei …

  22. che2001 August 11, 2011 um 5:03 pm

    Schreibe mal bei mir was drüber wenn ich meinen Muskelkater pflege, allerdings ohne jeden Bezug zu Fußballfans;-)

  23. momorulez August 11, 2011 um 7:14 pm

    Du hast doch den Grundtext zu dem Thema schon geschrieben, ich kann den auch einfach verlinken 😉 …

  24. Hans August 12, 2011 um 5:12 pm

    Zwei schnelle Gedanken die mir beim Lesen gerade kommen und vll. neue Denkanstöße geben.
    1.) Ich selbst komme eher aus einer Arbeiterfamilie und hatte Glück auf dem Gymnasium einen angagierten Lehrer und ebenso angagierte Eltern zu haben. So habe ich dann studiert und bin nun in der Lage die hier geführte Diskussion zumindest zum Großteil zu verstehen und nachzuvollziehen. Wie steht es jedoch mit den vielen Menschen die dies eben nicht können? Wie kann man diese Diskussion nach aussen tragen? Helfen Schlachtrufe wie ACAB (die ich persönlich nicht mag) die dann von jedem/jeder verstanden werden können und im Kern ja eigentlich „das Richtige“ beschreiben obwohl sie ja letztendlich doch wieder Individuen in eine Gruppe quetschen?
    2.) Politik ist doch ein Ding ohne Rückrad was sich jeden Tag ändert. Was heisst dann PC zu reden/sich PC zu verhalten/PC zu leben? Ist dieser Begriff nicht (wie so viele) schon längst ausgelutscht/ missbraucht/ umgedreht worden? Wie in so vielen St. Pauli nahen Blogs/Foren zu lesen ist, wissen viele doch im Grunde wie man sich seinen Mitmenschen gegenüber verhalten soll(te), wobei sich eben einige (darunter auch ich) dann auch mal bewusst PC unkorrekt verhalten wollen. Schiris anschreien, mal bisschen pöbeln. Wo ist die Grenze?

    Sprich: Wo is die Grenze auf der Strasse und wo ist die Grenze hinter der „Belesene“ stehen die darüber Diskutieren (wie hier) und wo schaltet der Ottonormalbürger ab, weil er/sie kein Wort mehr versteht?

  25. momorulez August 12, 2011 um 5:37 pm

    Na, der Grundgedanke, Männer, weil sie Männer lieben oder Frauen, weil sie Frauen begehren, zu respektieren, Schwarze und andere „Dunkelhäutige“, weil sie ebenso so sind, nicht abfällig zu behandeln, und Frauen nicht als auf ihre Geschlechtsteile oder sonstwie reduzierend zu verunglimpfen, das ist ja nix, wofür man studiert haben müsste. Ebenso, wie man Leute mit anderen Bildungsniveaus und anderer Herkunft oder weniger Geld eben deshalb auch nicht abwertet, was am Millerntor aber sowieso schon durch Business-Seats usw. passiert.

    Dass ich selbst wie einer schreibe, der studiert hat, ist halt so. Das ist meine natürliche Ausdrucksform, sozusagen.

    Die wirklichen Gemeinheiten kommen übrigens meiner Erfahrung nach eher von den Gebildeten und aus dem Mittelstand.

    Und Grenzen setzt das Gegenüber. Neben so ein paar Sachen, die einfach jeder weiß, fand ich ja beim Anlass der Diskussion das Ärgerlichste diese arrogante Reaktion. Auch die schwarze Freundin, die nicht mehr ins Stadion geht, wurde erst mal ausgelacht und bekam dumme Sprüche zu hören, als sie sagte, dass sie etwas weiß.

    Allgemeines Rumgepöbel finde ich übrigens unproblematisch.

    Welche Aktionsformen man wählt, ist die Anschlussfrage, ja.

    Ansonsten brauchen wir, so weit es das Millerntor betrifft, mehr Frauen, Schwule, Schwarze und andere PoC in sichtbaren Machtpositionen und insbesondere mehr PoC auf den Rängen. glaube ich.

    Darüber hinaus gesamtgesellschaftlich ist das eine sehr weite Debatte. Das kann ich hier nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln.

  26. georgi August 12, 2011 um 6:34 pm

    Vollkommen in Ordnung gehen hingegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Vorurteile, wenn man sich korrekter Sprache bedient. In korrekter Sprache darf man lügen, verleumden und hetzen. Roma & Sinti seien verantwortungslose, liederliche Zeitgenossen, die bloß Steuern und Sozialausgaben verbrauchen, und die man nicht als Nachbarn haben möchte, weil die stehlen, und nichts als Unrat und Krankheiten hinterlassen; darf man öffentlich behaupten. Moslems haben nix als Terror im Kopf. Hartzies seien bildungs- und arbeitsscheu. etc.

  27. Loellie August 12, 2011 um 10:05 pm

    “ … Impressum des Online-XXX-Magazins XXX.XX und berufliche Angaben zur Person XXX XXX, Admin der Internetseite XXX.XX, Autor und Journalist für Reise, Touristik, Lebensart und Gesellschaft in Print- und Online-Medien. … “

    Und im Nebenberuf rechtsextremistischer Hassprediger im Kampf gegen PC und Kulturmarxismus.

    Ist es das was Hans mit dem abgeschalteten Ottonormalbürger meint?
    Der Rest der CV sieht auch nicht nach abgebrochenem Hauptschüler aus. Nee Hans, im Vergleich zu dem ganzen Gesocks das mit Abitur und Diplom bestückt durchs Internet marodiert, sind die bildungsfernen Schichten das geringste Problem. Zumindest meiner Erfahrung nach.

    Georgi ist ein schönes Beispiel wie das geht. Dem wurde das hier alles jahrelang und jahrebreit aufgedröhselt und trotzdem schreibt er immer wieder die gleiche Scheisse zusammen, als wärs das erste mal.

  28. che2001 August 12, 2011 um 10:07 pm

    Nein, MR, das ist etwas ganz Anderes und hat etwas mit dem Drei-zu-Eins-Theorieansatz zu tun und ist viel Grundsätzlicher, als was ich bisher dazu schrub. Kommt noch!

  29. momorulez August 12, 2011 um 10:23 pm

    @Georgi:

    Ich habe Dich gerade ganz bewusst zensiert, also gekürzt, und hoffe, nicht zu betrunken zu sein, um den Rest noch beurteilen zu können. Immerhin haben wir gerade in Bochum gewonnen!

    @Loellie:

    Meiner Erfahrung nach sind die bildungsfernen Schichten bei diesem Thema TATSÄCHLICH kein „Problem“. Die stehen komplett unter einem so desaströsen, destruktivem Druck, dass sie, so Scheiße sich das liest, derart dankbar und freundlich sind, wenn zu ihnen mal jemand nett ist und ihnen überhaupt zuhört, dass da selten ernsthafte homophobe und rassistische Ausfälle auftreten und wenn, hat das auch ganz andere Gründe.

    Wenn sich das jetzt paternalistisch liest, tut mir das leid, weil es so nicht gemeint ist. Fies sind echt die sich absichernden Mittelschichten, und da kann ich selbtst das noch so sehr auch sein, ab einem gewissen „Proll-Faktor“ fühle ich mich inzwischen sicherer. Mittelstandskids zwischen 15 und 20 machen mir hingegen Angst, da wechsel ich die Straßenseite, wenn die in Gruppen auftreten.

    @Che:

    Bin gespannt!

  30. istflut August 13, 2011 um 5:05 am

    Den Abstieg aus der Mittelschicht, den habe ich schon vor etwa 15 Jahren vollbracht. Über das Gejammere über das „Prekariat“ kann ich nur lachen.

    Ich komme aus einem bildungsmäßig privilegierten Haushalt mit einem Vater, dessen Vortrag in bestem Hochdeutsch druckreif sich stundenlang hinziehen konnte (ich habe Audiodateien als Beweise). Obwohl ich vom Elternhaus vernachlässigt und von den Lehrern und meiner Familie gefickt wurde, gehörten Gymnasium und Studium für mich irgendwie dazu. Trotzdem kann ich nicht so schreiben, als hätte ich studiert, und habe Schwierigkeiten, der Diskussion zu folgen. Zum Trost funktioniert die Kommasetzung nach einigen Jahren Übung zuletzt wenigstens einigermaßen.

    Danke also für diese Zusammenfassung, momorulez, deren Inhalt ich mich ohne Bedingung anschließe.

    Dass ich allerdings bereits „Schokoküsse“ sagen darf, ohne gleich als Radikalski zu gelten, sehe ich als eine Errungenschaft, die mein Leben besser macht.

  31. istflut August 13, 2011 um 5:10 am

    ps. es wird immer schwieriger, seine Identität zu verschleiern, was ist das eigentlich für eine Sch … , yrs, ziggev !

  32. MartinM August 13, 2011 um 10:16 pm

    „Dieses „Ihr müsst euch das erst verdienen!“ sich anzuhören, während man weiß, dass man eh keine Chance bekommt, das macht halt ziemlich wütend“ – Ich sehe das anders herum: ich respektiere Eigenschaften und Leistungen, die über das graue Mittelmaß hinaus gehen. Wenn man mir sagt, ich müsste mir den Respekt erst einmal verdienen, dann macht mich das zwar wütend, aber wenn ich beim genaueren Hinsehen erkenne, dass ich tatsächlich einen Mindeststandard an Leistung verfehlt oder – was schwerer wirkt – bei mangelhaftem Nachdenken oder empfindlichen Bildungslücken ertappt wurde, dann kehrt sich diese Wut gegen mich um. Das ist in solchen Fällen völlig gerechtfertig, in denen ich beim – beabsichtigten oder unbeabsichtigten Hochstapeln erwischt wurde. „Vor sich selbst Respekt haben“ klingt für mich nach Eigenliebe, fast wie Eigenlob oder wie Selbstgerechtigkeit.

  33. momorulez August 13, 2011 um 10:45 pm

    Da bist Du Paganist aber in eine christliche Falle getappt 😉 … behavouristisch gesprochen, kommt man in Selbstverhältnissen mit Positiv-Verstärkern besser klar. Und ob Bescheidenheit eine Tugend ist? Glaub ich nicht.

  34. MartinM August 14, 2011 um 10:27 am

    Dass “ man“ in Selbstverhältnissen mit Positiv-Verstärkern besser klar kommen soll, haben mir schon viele erzählt. Meine Erfahrung ist: sich „selbst belohnen“ funktioniert bei mir einfach nicht. Es ist Selbstbetrug.

  35. momorulez August 14, 2011 um 10:33 am

    Nö, ist kein Selbsbetrug. Kann ja sein, dass es bei Dir nicht klappt, aber ganz generell ist das kein Selbstbetrug. Ist ja als „Empowerment“ sogar eine politische Praxis im Sinne des obigen Eintrags.

  36. Hellprayer2.0 August 15, 2011 um 11:02 am

    >>>Mittelstandskids zwischen 15 und 20 machen mir hingegen Angst, da wechsel ich die Straßenseite, wenn die in Gruppen auftreten.<<<
    Was allerd ings auch nicht der richtige weg ist. Vieleicht sind diese Ängste ja gegenstandslos. Ich denke eher das es eine sache des gegenseitigen Respects ist ob gruppen aus verschiedenen "Bildungskulturen" miteinander kommunizieren können oder nicht. Es gibt eben bei jeder schicht, egal ob gebildet oder nicht momente, wo man sagen wir mal, einfach besser die Fresse hält, und sich seinen Teil Denkt.
    Und Politikal Correcntess…naja Jeschissen drauf. Ist doch eigentlich nur Heucheln falscher persähnlicher vorstellungen. Ich sage was um den anderen nicht auf den Schlips zu treten. Ich kriege immer nen anschiss weil ich meine Schokoküsse immer noch "N … köppe" nenne… Mir egal, ich bin in keinster weise ein Rassist, ich Habe kein Problem mit menschen Afroamerikanischer herkunft,(wobei dieser begriff in meinen augen Rassistischer iss als jeder andere) Aber, und jetzt kommt es… ich bin nunmal ein Kind der Strasse, aus miesen beschissenen verhältnissen der mit diesem jargon aufgewachsen iss… und bei mir iss eben manchmal ein weichei ne schwuchtel…. obwohl ich kein Problem mit schwulen habe und die auch nie haben werde… Es ist mir schlicht egal…. und wenn ich dann nen anschiss kriege oder gerüffelt werde… isses Ok weil alle recht haben. So darf man nich sprechen…. Man darf aber so vieles nicht was wir tagtäglich in unserer Gottgegebenen Dualitären Scheinheiligkeit tun… Es ist natürlich eine sache der Bildung wie wortgewand man sein kann. Aber was ist wissen, was ist bildung… Ist jemand sehr gebildet weil er einen Doktortitel hat, aber zu blöde sein eigenes leben auf die kette zu kriegen? Wie auch immer… ich als Quotenproll… sage: Political Corecness – Leschissen Drauf….

    🙂 Nix für ungut

    Ich freu mich wenn wir uns mal im RL begegnen… ganz ehrlich…

  37. momorulez August 15, 2011 um 11:39 am

    Ich habe Dich gerade zensiert, das N-Wort kommt mir nicht ins Blog … und es geht ja um Haltungen Menschen gegenüber, nicht nur um die Worte, und um so was wie ein historisches Bewusstsein. Es geht auch nicht darum, wer „Rassist“ ist, sondern wie sich Rassismus gesellschaftlich zeigt, und wie ich Dich einschätze, bist Du halt einfach jenseits bildungsbürgerlichen Getues ziemlich denkoffen. Du bist ja schon durch die Art, wie Du Dich artikulierst, eh Klassismen unterworfen. Wobei eben schon noch die Frage ist, ob „Menschen afroamerikanischer Herkunft“ mit Dir ein Problem haben 😀 … zudem jede Menge Schwarze auch keine andere „Herkunft“ als Du haben. Das ist ja eh schon ein Zerrbild.

    Nee, nix drauf geschissen, wobei ich, ehrlich gesagt, bei „Quotenprolls“ auch weniger Probleme mit „Schwuchtel“ habe als beim transphoben Übersteiger, der gegen Lilo und Olivia als „Kiez-Klischees“ wettert. Weil sich „weiter unten“ in der Gesellschaft ganz andere Männlichkeitnotwendigkeiten ergeben als bei Vorstadt-Familienvätern in leitenden Stellungen.

    „Scheinheiligkeit“ will PC aber bestimmt nicht hervor bringen; dass die Gefahr besteht, ist so, ja.

    Und wir begegnen uns bestimmt 😉 …

  38. T. Albert August 15, 2011 um 11:50 am

    Hm. Ich, ich bin nun mal kein Kind der Strasse aus miesen, beschissenen Verhältnissen, das mit diesem Jargon aufgewachsen ist. Einen Doktortitel hab ich auch nicht, bin aber nicht zu blöde mein eigenes Leben auf die Kette zu kriegen. Und bin gelernter Rassist.

  39. momorulez August 15, 2011 um 4:54 pm

    Ich bin ja auch inmitten einer „Neue Heimat“-Siedlung aufgewachsen, selbst allerdings im Reihenhaus. Der „n…-Kuss“ war leider Usus, und die „schwule Sau“ begegnete mir auch sehr früh im Leben. Es gab allerdings sehr wenige Schwarze auch auf der IGS, auf der ich war, was auch keine Oberschichteninstituition war, so gar nicht. Da war nur eine Freundin aus dem ausgebauten Bauernhaus mit Pferd und Papa in Blankenese. Die anderen waren Arbeiterkinder, vereinzelt auch von Ingenieuren und Lehrern. Die Mutter meines besten Freundes hat in einer Schule geputzt, der Vater auf dem Flughafen die Gepäckstücke aus den Maschinen geräumt. Was damals, Mitte bis Ende der 70er, aufkam, waren Sprüche wie „Was isn das hier, Klein-Kreuzberg?“, wenn mal mehr als 3 Schwarzhaarige auf dem Bolzplatz waren. Also das, was laut Bolz immer schon tabuisiert wurde. Und so Sprüche unter Kids, dass man ja „aus eigener Erfahrung wüsste“, dass die Türken nett, die Spanier aber allesamt Arschlöcher waren.

    Schwarzen gegenüber, gab einen tatsächlich schwulen Lehrer auf unserer Schule (unter 3500 Schülern) und zwei Schüler, war man eher sehr bemüht und vorsichtig, weil man irgendwie ahnte, dass das kein leichtes Leben ist, so allein unter Weißen. Das war aber irgendwie Konsens unter allen, wenn ich mich richtig zurück erinner. Und da mein Vater ganz auf Völkerverständigung aus war, guckte ich Fussballeuropameisterschaftseröffnungsspiele mit Studenten aus Ghana, es liefen Inder bei ihm auf, die darum baten, beim Brunnenbau in ihrem Heimatdorf zu unterstützen. Und wir hatten viele Kontakte nach Brasilien, und da ging natürlich schon eine soziale Schere auf, dass mein Vater, als ich 14 war, 4 Wochen mit uns da herum reiste, während andere an der Adria zelteten oder gar keinen Urlaub machten. Das war aber so was wie eine „Reise in den Rassismus“, partiell, weil unsere am Goethe-Institut angestellte Gastgeberin derart drastische rassistische Sprüche klopfte, dass die ganze Familie empört war. Und je weiter man dort in den Norden kam, desto drastischer wurde die soziale Kluft.

    Das einzige, woran ich mich in offen rassistischer und sexistischer Manier, aber irgendwie auch nicht, erinnere, ist, dass mein Vater immer den Witz brachte „Wenn die Tochter Fussball spielt, ist das ja fast so schlimm, als wenn sie einen Schwarzen heiratet“, was irgendwie Verhältnisse explizit machte. Das N-Wort war aber abgesehen von den Küssen schon tabu, glaube ich, und ich kann nicht finden, dass mich das in Scheinheiligkeit hinein sozialisiert hätte. Natürlich kursierten auch die heute scharf kritisierten Bücher „Onkel Toms Hütte“ und „Huckleberry Finn“. Ich erinnere mich auch an ein US-Meldoram, wo eine fast weißhäutige Tochter nicht zu ihrer schwarzen Mutter stehen wollte, und als die Mutter starb, brach die Tochter zusammen und unsere ganze Familie heulte. Das „Taka-Tuka-Land“ wird schon auch seine Spuren hinterlassen haben, dominant waren die „Brot für die Welt“-Bilder, wenn man an Schwarze dachte. Ich kann mich aber nicht an dieses militante Einfordern rassistischer Spechweisen, weil ja alles andere scheinheilig oder irgendwie kontrollierend wäre, erinnern. Man hat doch, auch wenn Scheiße schmeckte, Nicaragua-Kaffe nicht etwas gekauft, weil man paternalisieren wollte, sondern aus Solidarität mit den Befreiungsbewegungen. Und es kam damals „Roots“ in Fernsehen, was zu bescheuerten „Kunta Kinte“-Witzen von Mitschülern führte, aber da war schon allseits ein historisches Bewusstsein da. Später bei Filmen wie „Mein wunderbarer Waschsalon“ wurde ja auch zugleich schwule Geschichte mit Kolonialgeschichte verwoben, da war ja nix, wo man sich nun von den gewonnenen Erkenntnissen unterjocht oder im „natürlichen Ausdruck“ eingeschränkt fühlte. Da kam allerdings kurz darauf auch diese Mode auf, es wieder „sagen zu dürfen“, kann man z.B,. bei Rainald Goetz nachvollziehen. Das war wie üblich Mitte der 80er.

    Was alles nur so ausführlich geschildert sei, weil das immer gar nicht schaden kann, sich die eigene Sozialsiation in solchen Fragen vor Augen zu führen. Für mich war auch zu Studienzeiten selbstverständlich, weil das bestens belegt ist, Antisemitismus unter dem Rassismus-Aspekt zu betrachten und natürlich die Imperialismus/Kolonialismus- und Antisemitismus-Geschichte zusammen zu denken. Da ist seitdem so viel Gülle in die Hirne gekippt worden, da kann man echt von Regression sprechen.

  40. che2001 August 15, 2011 um 5:14 pm

    Ich denke manchmal, die heutigen SPON-und sonstwas Redakteure haben in ihrer Studienzeit irgendwie am Rande die verhärmten PC-Debatten von 1990 mitbekommen und fleischauern sich jetzt aus nicht begriffenen Rudimenten ihre Ausgrenzungsideologie, und alle machen wie die Blöden mit.

  41. momorulez August 15, 2011 um 6:00 pm

    Nee, das ging früher los. Dass die Talking Heades den Punk „vernegern“ würden, das findest Du schon ’82 oder so. Das taucht auch in „Subito“ von Goetz auf. Das ist irgendeine Folge von affirmativen Aneignungen faschistischer Ästhetiken, wo das zuerst aufkam, im frühen Punk, in Abgrezung zum „Gutmenschentum“ der Hippies Und dann, mutmaße ich jetzt einfach mal, kam mit dem Mauerfall im Westen dieses abstruse Gefühl, historisch auf der richtigen Seite, also der in Asien, Südamerika und anderswo Milionen Opfer produzierenden CIA-Seite, zu stehen, hinzu, was eben diese Geschichtsklitterungen nach sich zog, immer schon im Dienste der Aufklärung und Freiheit zu den Wahren, Guten und Schönen gehört zu haben, da fand so was wie eine rückwirkende Kolonialismuslegitimation statt – während viele Ossis sich eher dieses Besserwessi-Vorurteils, dass sie eh alle Nazis seien, positiv ermächtigten. Die haben ja alles nur noch als anmaßende Belehrung rezipiert.

    Diesen „PC-Terror“, den Du ja offenkundig auch als Bedrohung hegemonialer Positionen erlebt hast 😀 , den hat die Mehrheitsbevölkerung doch gar nicht mit bekommen. Die Drostes usw. waren Spezifika der linken Ränder, zunächst, und Broder kippte endgültig um, als er mangelnde Solidarität mit Israel im Papa-Bush-Golfkrieg auf der Linken sah. Das hat im Mainstream nur gar keiner mitbekommen. Der kippte mit Lichtenhagen/Hoersverda nach rechts und dem ganzen Medien- und New Economy-Hype dann noch mal verschärft. Aber noch Mitte der 90er war z.B. die Love Parade explizit multisexuell und -kulturell. Die PC-Debatten in den autonomen Zirkeln hat damals in der breiten Bevölkerung kaum wer mit bekommen.

  42. che2001 August 15, 2011 um 6:06 pm

    Das ist mir schon klar, aber die Begrifflichkeiten müssen die heutigen Feuilletonisten ja irgendwo herhaben. Den PC-Terror habe ich als Verschärfung meiner ohnehin ausgeprägten Marginalisierung erlebt und, als ich dann in hegemonialer Position war, mit grobem Schabernack zurückgeschossen. Long live Currywurst-Communism!

  43. David August 15, 2011 um 6:49 pm

    Ich hätte mal eine Frage: In der kürzlichen Sprachlog-Diskussion kam wiederholt und von unterschiedlicher Seite die Behauptung auf, „schwarz“ sei inzwischen ja auch nicht mehr korrekt, es müsse jetzt „farbig“ heißen. Davon habe ich zwar in den vergangenen zehn Jahren rein gar nichts mitbekommen, und beispielsweise beim braunen Mob liest sich das auch ganz anders, aber ich erinnere mich, daß ich das irgendwann in den Neunzigern selbst geglaubt habe. Ich habe aber keine Ahnung, wo diese Vorstellung herkam, also wer das verbreitete. Kann mir da irgendwer von Euch kurz auf die Sprünge helfen?

  44. momorulez August 15, 2011 um 7:26 pm

    @Che:

    Ich glaube, dass die das größtenteils einfach von US-Rechtsradikalen übernommen haben. Viele der Argumente finden sich schon bei Milton Friedman. Das sind zumeist abgewandelte, libertäre Muster, nur eben nicht die Wilson-Libertären, sondern der anderen. Und einige sind Renegaten, Matussek ja auch, die anderen sehr an US-Think Thanks orientiert.

    @David:

    Mein Kenntnisstand ist der, dass ich Deutschland „schwarz“ die aktuelle Selbstbezeichnung ist. Zunehmend populär ist PoC, weil das nicht erlaubt, Vietnamesen (bzw. solche, die für Deutsche so aussehen), „Araber“ und Schwarze auseinanderzudividieren, sondern den Blickpunkt auf das Selbstverständnis Weißer zu richten. Das hat insofern auch eine andere Konnotation als „farbig“, was No go ist, weil das wieder die irgendwie Angemalten, dem Weißen irgendwie abkünftig als Sonderspezies signalisiert.

  45. georgi August 15, 2011 um 7:47 pm

    Das N-Wort war aber abgesehen von den Küssen schon tabu

    Nein, in der DDR war es bis zu dessen Ende nicht tabu. Ich kann mich dunkel an ein Kinderbuch erinnern, das Eltern ABC-Schützen (d.h. Schülern der ersten Klasse) zu schenken pflegten, damit die ihre Lesefertigkeit trainieren konnten. Da kam das leibhaftige N…-Wort vor. Ja! Das war kein N… im Baströckchen. Der war europäisch angezogen, freundlich, zivilisiert und lieb zu Kindern, wie alle N… in DDR-Kinderbüchern.

    Auch über das Kinderlied mit N… hat sich niemand je beschwert. Ich kannte alle 10 Strophen, die ich aber nun vergessen habe. Den Text findet man nur noch überall da, wo man „Die Fahnen hoch! SA marschiert“ findet. Das findet man noch mit der russischen Version von Google. Mit der deutschen nicht mehr. Tja, in Rußland gibt es noch Meinungsfreiheit. Gegen das N…-Lied hatte in der DDR niemand etwas. Wer aber „Die Fahnen hoch! SA marschiert“ interpretierte, der konnte richtig Ärger bekommen. In Amerika scheint es umgekehrt zu sein. Die Melodie gibt es noch von den Toten Hosen.

    Natürlich kursierten auch die heute scharf kritisierten Bücher „Onkel Toms Hütte“ und „Huckleberry Finn“.

    Mark Twain kam zwar aus Amerika. Aber den fanden die in der DDR richtig gut. Ganz besonders „Tom Sawyer“, „Huckleberry Finn“ wurde der Jugend ans Herz gelegt. Seine Geschichten wurden auch von der DEFA verfilmt. Die Darstellung der N… fand man ausgezeichnet, weil darin die Solidarität zwischen den Unterdrückten künstlerischen Ausdruck fand.

  46. David August 15, 2011 um 7:58 pm

    @Momorulez: Danke, aber das meinte ich nicht, diese Informationen habe ich schon beim braunen Mob gefunden. Ich wollte nur fragen, ob von Euch jemand weiß, woher die falsche Annahme kommt, „farbig“ sei aktueller und korrekter als „schwarz“. Wie gesagt, einige haben das in der Diskussion behauptet, und ich glaubte das auch mal (fand es damals auch witzig, es mit „bunt“ zu parodieren, was vielleicht schon zeigt, daß das Wort keine so gute Idee war), habe aber keine Ahnung mehr, aus welcher Ecke ich das damals aufgeschnappt hatte, das ist bestimmt bald 15 Jahre her.

    Betreffend N-Wort und DDR: In der Diskussion meinte auch jemand, in einem – ich glaube – Schulbuch der DDR habe gestanden, daß die N. in Amerika abschätzig als schwarz bezeichnet würden. Nur nebenbei, habe da nix nachgeprüft.

  47. momorulez August 15, 2011 um 8:13 pm

    Das ist ein ganz interessantes Thema, wie das in der DDR war. Auch, wie diese in afrikanischen Ländern agierte; meines Wissens ging es zwar in den sozialistischen Ländern nicht so schlimm zu wie in den an kapitalistische Märkte Gekoppelten, aber faktisch ganz ähnlich kolonialrassistisch.

    Waren denn außerhalb der Bücher mit den Freundschaftsideologien und Solidaritätsbekundungen Schwarze in irgendeiner Form präsent? Wurden nicht die z.B. „asiatischen“ Arbeiter abgeschottet, was dann auch zu den Ausschreitungen in Hoyersverda führte?

    Dieses Gegeneinanderspielen des Kinderliedes, bei dem es in einer früheren Fassung glaube ich eh um Juden ging, müsste ich googeln, und des SA-Schlagers funzt übrigens nicht; das ist ja einer der Skandale der hiesigen Debatte, dass mit Verweis auf die Shoah die Kolonialgeschichte verniedlicht wird. Dabei gibt es da nachweislich Zusammenhänge; dass alle aufschreien, wenn man auch nur fragt, ob das „Volk braucht Raum“ und somit die „Ost-Feldzüge“ nicht auch eine koloniale Ideologie gegenüber „slawischen Untermenschen“ war, rasten ja alle immer gleich aus. Und die US-Fassung des Liedes ist ja noch einen Zacken schärfer

    Der Hinweis, dass auch wenn Antirassismus Staatsideologie ist, er unter offiziellen Sprechweisen fort lebt, den habe ich schon verstanden. Und ja, es sind tiefer gehende, ökonomische Strukturen anzugreifen. Man darf aber echt nicht den Effekt unterschätzen, den diese Sprechweisen haben auf jene, die durch sie zugerichtet wurden. Judith Butler, bei der Du vermutlich gleich wieder dicht machst, hat das in „Hass spricht“ hervorragend ausgearbeitet. Ich reagiere da situativ unterschiedlich, aber es gibt schon Momente, wo diese Allgegenwart von schwulenfeindlichen Sprüchen mir.echt den Boden unter den Füssen weg reißt. Gab vor geraumer Zeit einen US-Spielfilm mit Matt Damon und diCaprio, die sich auch nich ständig appetitlich räkelten, und Nicholson, wo keine Minute ohne solche Beschimpfungen auskam, wo auch sehr drastische Gewaltdarstellungen enthalten waren, da war ich wochenlang paralysiert. und das zu schreiben ist gefährlich, man gibt ja anderen durch das Zeigen von Verletzljchkeit eine Waffe in die Hand.

    Auch diese Sprüche unseres Fanzines neulich im 11 Freunde-Heft, also in einer Umgebung, in der ich mich halbwegs sicher fühlte, waren für mich wirklich brutal.

    Ich habe nun allerdings den Vorteil, dass man mir das nicht ansieht. Das N-Wort ist Gewaltandrohung durch Herabwürdigung, macht Gewaltverhältnisse explizit.

  48. momorulez August 15, 2011 um 8:18 pm

    @David:

    Sorry … nee, weiß nicht, wo das her kommt, zudem „black“ ja auch in den USA als Selbstbezeichnung verwendet wird. Vielleicht stammt das ja aus der DDR, keine Ahnung.

    Toll übrigens auch immer, auch in der Sprachlog-Diskussion wenn auf die Rap-Texte mit der schärferen Variante des N-Wortes verwiesen wird und auch da nicht zur Kenntnis genommen wird, dass es ein Unterschied ums Ganze ist, WER spricht. Ich glaube ja, dass da wirklich eine Form sadistischer Freude drin steckt, bei den N-Wort-Verteidigern.

  49. che2001 August 15, 2011 um 8:21 pm

    @“Dabei gibt es da nachweislich Zusammenhänge; dass alle aufschreien, wenn man auch nur fragt, ob das „Volk braucht Raum“ und somit die „Ost-Feldzüge“ nicht auch eine koloniale Ideologie gegenüber „slawischen Untermenschen“ war, rasten ja alle immer gleich aus.“ —Tun sie? Vielleicht bin ich zu sehr Historiker, der nicht mitbekommt, wer da ausrastet, aber dann sollten sie sich mal mit dem Generalplan Ost beschäftigen. Die Juden waren nur das Vorprogramm, es war die Vernichtung von 20 Millionen Menschen geplant, und aus Moskau sollte ein Stausee werden.

    @N-Wort: Das stand bei uns noch 1982 in den Erdkundebüchern: Pygmäen und N. im Urwald alsKapitelüberschrift.

  50. georgi August 15, 2011 um 8:24 pm

    @david
    Gegen die Bezeichnung „schwarz“ hatte man in der DDR auch nix. Nur gegen das alte „……“ der Südstaatler, gegen die Ungleichheit zwischen N… und Europäiden, welche in Amerika aus unerfindlichen Gründen „Kaukasier“ heißen, zu denen Juden, aber nicht Araber, und auch nicht Inder und Roma (also ……..) gehören, wohl nicht einmal, die ich selbst für Kaukasier halten würde, also Armenier, Georgier, Tscherkessen, Tschetschen, Lasen, Mingrelen, Kürinen.

  51. momorulez August 15, 2011 um 8:32 pm

    @Che:

    Hier unten in der Kommentarsektion kann ich es ja sagen – konkret war es der Geschichtsredakteur eines großen, öffentlich-rechtlichen Senders, der da ausrastete. Das will keiner mehr hören. Das ist eh ein ganz interessantes Phänomen, dass ja irgendwie die Verwüstung Osteuropas durch die Wehrmacht kaum noch in den Köpfen präsent ist, Auschwitz ja, aber bei den Feldzügen nur Stalingrad und die „Vertreibung“, auch nicht die differente Behandlung französischer einerseits, polnischer, russischer oder ungarischer „Normalbevölkerung“ andererseits. Was die Westbindunspolitik deutlich erleichterte, dass das auch größenteils Arier aus deutscher Sicht waren. Von den schwarzen G.I.s mal abgesehen. Dafür hat man sich dann an deren Kindern gerächt, dieser „Rassenschande“.

    Wir hatten an der IGS tatsächlich andere Schulbücher, glaube ich, und haben zum Beispiel den Dreieckshandel intensiv durchgenommen, was meine schwarzen Freunde sehr verblüffte, an deren Schulen gab es das nicht.

  52. georgi August 15, 2011 um 8:44 pm

    Das ist ein ganz interessantes Thema, wie das in der DDR war. Auch, wie diese in afrikanischen Ländern agierte; meines Wissens ging es zwar in den sozialistischen Ländern nicht so schlimm zu wie in den an kapitalistische Märkte Gekoppelten, aber faktisch ganz ähnlich kolonialrassistisch.

    Es gibt Beispiele hervorragender Integration wie auch solcher, die danebenging. In Dresden, meiner Heimatstadt lebten viele griechische Immigranten. Das Zusammenleben mit diesen war in der DDR unproblematisch. Die machten in der DDR keine Bildungsprobleme, lebten nicht in Ghettos wie im Westen. Unproblematisch waren auch Kubaner. Die waren total anders als die Zonis und gerade deshalb beliebt. Anderssein ist nicht immer Grund zur Diskriminierung.

    Zum Ende der DDR hin verschlechterte sich das Verhältnis zu vietnamesischen und polnischen Gastarbeitern. Die wurden von der DDR-Bevölkerung abgeschottet, wurden unverzüglich nach Hause geschickt, sobald einer von denen ein Kind erwartete. Es gab sogar vereinzelt Stimmen von Jugendradio DT64, die auf die Probleme aufmerksam machten. Inwieweit der Haß gegen diese „Fidschis“ zentral gesteuert war oder auf Abwehr gegen die DDR-Propaganda beruhte, in der alles Schlimme der Welt also auch Ausländerhaß nur beim Klassenfeind zu Hause war, weiß ich nicht.

  53. momorulez August 15, 2011 um 9:11 pm

    Ah, Danke! Habe ja mit manchen Deiner Parameter, „Integration“, immer so meine Probleme, diese Sicht gehört aber trotzdem AUCH zu den marginalisierten Perspektiven. Das finde ich spannend.

    Die Frau Kahane von der Antonio-Amadeu-Stiftung, auch eine umstrittene Figur, die ja von ihrer Stasi-Tätigkeit im Glauben an den Sozialismus offen berichtet hat, die hat ihr „Erwachen“ im Zuge der Arbeit in sozialistischen Ländern Afrikas beschrieben. Eben diesem Schock, dass Rassismus und auch Antisemitismus im offiziell antifaschistischen Staat nun auch nicht minder präsent waren als beim Klassenfeind.

    Manchmal habe ich ja das Gefühl, dass diese Kalter-Krieg-Perspektiven, dieses immer auf den anderen glotzen und bloß nicht über das System, in dem man selbst lebt, nachdenken, nie aufgehört hat. Und dass das nach dem Mauerfall eher noch schlimmer wurde.

    Ist auch gerade Effekt meiner Wilson-Leserei, dass man all das, was man ja irgendwie weiß, aber deaktiviert hat, also ich zumindest, wieder aufschwappt, weil man alles noch mal nachgoogelt: Operation Condor, Gladio, P2, Iran-Contra-Affäre, Watergate, die Rolle der Vatikanbank, die Morde an Kennedy, Malcolm X, Martin Luther King, George Bush der ältere, als CIA-Chef, wie sie mit Timothy Leary oder Osho umgesprungen sind, J. Edgar Hoover hatte man ja wenigstens noch so richtig auf dem Zettel wie auch Pinochet und Cointelpro und Vietnam; aber es ist ja jämmerlich, diese ganze Scheiße einfach unter „Verschwörungstheorie“ abzubuchen und ansonsten so zu tun, als wäre ausgerechnet diese Scheiße auch noch mittels Krieg exportfähig. Selbst Khomeni fanden die erst prima, weil der Schah nicht mehr parierte. Manchmal habe ich das Gefühl, das dem West-System gerade ähnliches passiert wie einst dem Osten, nur dass man nicht weiß, wohin man mit seinem Trabbi mal fahren sollte … habe auch gar kein Auto.

  54. T. Albert August 15, 2011 um 10:22 pm

    @momorulez August 15, 2011 um 4:54 pm

    Das Problem mit Bolz ist, dass er seine mehrheitsfähigen Arschlochpositionen an einem exculpierenden Nicht-Ort, wo sich die meisten Deutschen zusammendrängen, an Damen und Herren bringt. Natürlich ist niemand Nazi ausser denen, die sich so nennen, weil unsere Grosseltern auch alle keine waren. Das läuft ja alles nach dem Motto „Ich bins nicht, Adolf Hitler ists gewesen.“ Die Scheisse, die ich im Kopf wälze, habe ich aber nicht selbst erfunden, sondern es ist die Scheisse aus den Köpfen unserer Vorfahren, mindestens seit 1871. Und wenn ich diese Scheisse-Tradition abspalte, kann ich mit Bolz gewissermassen von vorne anfangen, sie zu formieren, als Publikum endlich sagen, was ich wirklich denke, weil das mit Nazis eingebildetermassen nichts zu tun hat. Klar hat diese Rede Erfolg, weil ein historischer Zusammenhang des eigenen Denkens nicht wahrgenommen wird, im Gegenteil, kontextualisiert werden diesbezüglich nur andere, weshalb ja Broder so gern als Lehrer akzeptiert wird, mit dem in den eigenen vier Wänden durchaus ausgesprochenen Gedanken: der Jude sagts ja auch (nicht mehr „selbst“). Das ist ja, was immer mitläuft. Ausserdem haben wir praktischerweise zum abspalten und verschieben die DDR und ihren „staatlich verordneten Antifaschismus“, der in den Neunzigern für die Ost-Glatzen und -Pogrome verantwortlich gemacht wurde, daraus kann man dann gesamtdeutsch einfach „antisemitische Linke“ machen und dabei Glatze sein.
    Das spielt sich doch alles ganz konkret in gesprochenen Worten bei gleichzeitigem, permanentem Bestreiten der Tatsache in unseren Familien ab, nach aussen wird das abstrahiert, und das machen Leute wie Bolz oder Sarrazin mit ihrem Wissenschaftsquatsch, der wieder sagt, dass wir mit unseren vermaledeiten Vorfahren sprachlich nichts zu tun hätten, obwohl wir ihre Worte benutzen. Dann kann man auch – wieder – freudestrahlend und „unschuldig“ das N-Wort benutzen. Ich weiss doch, woher es in mir die ganze Zeit echot und hallt, und das ist ausgesprochen widerlich. Also, ich, ganz konkret, weiss das.
    Auch der „Kulturmarxist“ ist ja uralt, es gab ja auch den „Kulturjuden“ und den „Kulturbolschewisten“, die trifft man in der völkischen, blonden Kunstkritik ja seit den zwanziger Jahren an, da hat der Mörder sich gleich auf eine vornehmer aussehende Ebene des abstrahierens begeben.

    Am Wochenende war ich auf einer Hochzeit, wo die Grossmutter des einen Ehepartners mit über 90 Jahren aus Jerusalem gekommen war und ein kleine Rede auf die „so andere junge Generation“ gehalten hat, man hörte ihren Kölner Dialekt noch durch, und ihre Kinder und Enkel und Urenkel sprechen Schweizerdeutsch und Ivrit und dann rede ich mit jüngeren Kollegen, sie eine deutsche Kroatin und er aus Amsterdam über die Situation für Ausländer und Künstler in den Niederlanden und Europa -„linke Hobbies“, Gerd Wilders – und als ich schlief, hatte ich einen furchtbaren Traum von Krieg und Flucht, hinter mir brennts und so.

  55. Loellie August 15, 2011 um 10:31 pm

    Das man nicht Schwarz sagt hab ich in den frühen 70ern auch so gelernt. Im Westen und ohne Schulbücher.
    Wikipedia ist nicht wirklich aufschlussreich, aber ich glaube das „Colored“ offizielle Sprachregelung der Regierung war, bis Anfang des letzten Jahrhunderts „Negroe“ verwendet wurde. Ich glaube das „C…“ auch zu Zeiten der Rassentrennung für die Beschilderung seggregierte Bereiche (zB Toiletten oder Parkbänke) genutzt wurde. Zu mindest teilweise, vllt auch abhängig vom jeweiligen Bundesstaat. First Nations wurden auch als „C…“ bezeichnet, weshalb die NAACP ausgeschrieben „National Association for the Advancement of Colored People“ heist.
    Die Argumentationskette „C…“ = angemalt = Minderwertig verschliesst sich mir komplett. Trotz Pipis Schuhcreme.
    Haben die „Off limits“ Schilder nicht auch ihren Ursprung in der Rassentrennung, als Versuch das zu umgehen?

    Worauf ich hinaus will ist, dass selbst wenn „C…“ als offizielle Sprachregelung nicht beleidigend gemeint gewesen sein sollte, und vlt auch nie als Schimpfwort benutzt worden wäre, ist und bleibt es diskriminierend weil es u.a. auf Schildern stand, die PoC den Zutritt, zu was auch immer, unter Strafandrohung verboten haben.

    Und das N-Wort, in sämtlichen Varianten, war von Anfang an weniger ein (über die Fremdbezeichnung hinausgehendes) abwertendes Schimpfwort, sondern eine eliminatorische, soziale Praxis. Eine neutrale Nutzung hat es deshalb zu keinem Zeitpunkt gegeben.

    Jetzt müsste ich der Fairnesshalber noch was zum Argument „wie’s gemeint ist“ schreiben. Das kommt morgen, weil wenn ich das hier speicher anstatt abschicken, schmeiss ichs dann doch in die Tonne.

  56. momorulez August 15, 2011 um 10:31 pm

    @T. Albert:

    Die ewige Wiederkehr der Stunde 0:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gehlen

    Ja.

  57. momorulez August 15, 2011 um 10:42 pm

    @Loellie:

    Der weiße Mensch ist der Mensch an sich, der irgendwie gesondert existierende Schwarze ist dem abkünftig. Und Vorstufe. Zumindest nicht allgemein menschlich. In rassistischen Mythen, versteht sich.

    Hast aber einerseits recht, man kann das auch anders verstehen. Umgekehrt ist es ja nun kein Gerücht, dass es real und Fotoshopped „Whitewashing“-Praktiken gibt, ebenso wie das „Haare glätten“, um sich dem Mensch-Original, altgriechisch, anzuähneln. Was ja immer das grauenhafteste ist, dieses sich den Arschlöchern, die einem zu dem machen, was man ist, auch noch anpassen zu wollen.

    Danke für die „Coloured“-Erläuterung. Die, die entnazifizierten, lebten in Segregation. Auch so ein Knaller.

  58. momorulez August 15, 2011 um 10:57 pm

    Hätte jetzt beinahe noch Hans-Martin Schleyer verlinkt … 1933 in die SS eingetreten und für die Arisierung von Betrieben in Böhmen zuständig, wenn ich mich nicht vergoogelt habe. Was haben sie auf Grass eingedroschen, diese „Antibürokratieteamler“! Der „moralische Rigorismus“ der ’68er, dieser SAler, aber gleichzeitig mit moralischem Rigorismus Iraker ermorden und den Drogenhandel ganz wie Oliver North, Held der US-Konservativen, in Afghanistan kontrollieren.

    Okay, sie haben Grass weder entführt noch ermordet. Das haben ja über die Jahre auch andere für sie erledigt. Finde ich beides nicht gut, auch die RAF fand ich Scheiße. Und im Falle von Grass ja auch nicht.

  59. logog August 15, 2011 um 11:17 pm

    n-wort geht gar nicht, aber „fidschis“ schon?

  60. ziggev August 15, 2011 um 11:18 pm

    „… nur dass man nicht weiß, wohin man mit seinem Trabbi mal fahren sollte … habe auch gar kein Auto.“

    deshalb meine kleine Liebeserklärung an die Hansestadt, unfern dem Meere. es gibt (rein theoretisch) die Möglichkeit, sich illegal auf irgendeinem Schiff einzuschiffen. ohne diese Phantasie lebte es sich schlechter hier. es muss eine Hafenstadt sein, anders könnte ich nicht leben. das Meer muss in der Nähe sein. wo es hinginge, die Alternative, welche es wäre – keine Ahnung. aber erst mal weg. ich weiß nicht, wie es sich sonst in Schland so lebt – von allen Seiten umschlossen von Land und Erde, und nochmals Land, Land, Land … horror

  61. momorulez August 15, 2011 um 11:31 pm

    @logog:

    Stand das nicht in Anführungsstrichen? Geht natürlich genau so wenig … diese ganze Ethien-Charakterologie incl. Exotisierung der Kubaner geht nicht, aber es ist doch erhellend, um zu verstehen, wie in der DDR unter anderem gedacht wurde.

  62. Loellie August 16, 2011 um 12:29 pm

    Da haben wir sie ja wieder, die bildungsferne Schicht bei der Notwehr gegen den PC-Terror der kondomverteilenden Pro-Familia:

    “ Die Unterzeichner dieser Petition fordern die politisch und administrativ Verantwortlichen der Stadt Gießen auf, der Aktion „Liebe wie du willst“ keine öffentliche Einrichtung als Forum zu überlassen und diese Aktion in ihrer Funktion als Amtsträger auch nicht zu unterstützen.

    Begründung: Der Staat muss Minderheiten vor Diskriminierung schützen, aber es ist nicht seine Aufgabe, deren Lebensformen zu fördern oder gar zum „Mainstream“ zu erheben. Staatliche Stellen sind zu allererst dem Wohl und damit der Zukunft des ganzen Volkes verpflichtet. Die Familie aus Mann, Frau und Kindern hat sich als Urzelle der Gesellschaft in der Menschheitsgeschichte als überlebensnotwendig erwiesen. Die Aktion „Liebe wie du willst“ ruft dagegen dazu auf, andere Lebensgemeinschaften der Familie als Leitbild gleichzustellen. Daher dient diese Aktion nicht dem Wohle unseres Volkes, auf das die politisch Verantwortlichen ihren Amtseid geleistet haben. “

    http://www.openpetition.de/petition/online/familie-muss-mainstream-bleiben

    Und die Koch Brothers führen die Seggregation an Schulen wieder ein.
    Wer war das denn nochmal, der auch in D vehement die Einführung von Bildung auf Gutschein forderte? 😉

  63. momorulez August 16, 2011 um 2:23 pm

    Wir Volksschädlinge …

  64. georgi August 16, 2011 um 3:25 pm

    @logog
    „fidschi“ ist gar viel schlimmer als das N-Wort.

    (redigiert, MR)

    Natürlich stellen sich bei jedem Menschen Konnotationen und Assoziationen zum N-Wort ein. So funktioniert menschliches Denken. Begriffe werden positiv oder negativ bewertet und mit anderen Begriffen assoziiert. Diese Konnotationen und Assoziationen stellen sich aber auch mit jedem Synonym ein, also auch bei Begriffen we „schwarz“, „coloured“, „farbig“. Es hat keinen Zweck, das N-Wort zu verbieten. Manche alternative Begriffe wie „Afrodeutscher“ sind gar viel bedenklicher, da man damit an unangenehme, vorurteilsgeschwängerte Geschichten aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg rührt.

    Ganz anders verhält es sich mit dem Begriff „fidschi“. Soweit man nicht gewisse Bewohner des südpazifischen Raums damit bezeichnet, ist das ein Schimpfwort für „Vietnamese“, genau wie „Kanake“ ein Schimpfwort für „Türke“ ist, und „Musel“ ein Schimpfwort für „Muslim“ ist. Wer Menschen so bezeichnet, der möchte sie abwerten, hassen, ausgrenzen. Diese Vokabeln möchte ich aber trotzdem nicht verbieten. Ich mag es, wenn man Haß und Abwertung wahrnehmen kann.

    Wer aufmerksam einem durchschnittlichen Roma zuhört, der wird bemerken, daß ihm die Zuordnung zu Z… mißfällt. Ihm mißfällt aber auch die Zuordnung zu den Roma. Der gewöhnliche Roma verschweigt und verdrängt die Zugehörigkeit zu seiner Volksgruppe, einfach deshalb, weil ihm das nur Nachteile einbringt, und nicht, weil man Roma sonst für Zieh-Gauner hielte. Während viele Menschen stolz auf jüdische Verwandte sind, machen viele Roma kein Aufheben mit ihrer Volkszugehörigkeit. Oder habt ihr das schon einmal erlebt bei Marianne Rosenberg unnd Daffy Deutscher?

  65. georgi August 16, 2011 um 3:55 pm

    diese ganze Ethien-Charakterologie incl. Exotisierung der Kubaner geht nicht,

    Diesen Einwand hätte ich kommen sehen können. In einem so provinziellen, grauen, langweiligen Land wie der DDR freut man sich über fröhliche Menschen aus der Karibik. Mit Exotisierung hat das nix zu tun. Auch Europa ist schön, weil es soviele unterschiedliche Temperamente in ihm gibt: Engländer, Franzosen, Italiener, Russen etc. Das ist alles keine Exotisierung. Alles halb so wild.

  66. momorulez August 16, 2011 um 4:33 pm

    Georgi, ich werde Dir Ausführungen zum vermeintlich neutralen N-Wort jedes Mal wieder weg löschen. Bin nur gerade unterwegs.

  67. ziggev August 16, 2011 um 4:40 pm

    georgi, damit, mit einigem, was du schreibst, bin ich nicht einverstanden. Das Schimpfwort für Vietnamese ist relativ selten, meine ich, und wer es ausspricht, tut es bewusst in gewalttätiger oder jedenfalls verletzender Absicht. Was das N-Wort auslöst, sitzt gewissermaßen tiefer. Das ist noch mal einer oben drauf. Beim ersten Wort sehe ich sie vor mir, auch den Gesichtsausdruck beim Aussprechen, diese ụnterprivilegierten Deutschen, die einfach einmal zuschlagen können dürfen wollen. Beim zweiten bekomme ich einfach nur ein drückendes Gefühl in der Magengegend, das sich über alle Maßen ungesund anfühlt.

  68. momorulez August 16, 2011 um 5:45 pm

    @Georgi:

    Ach, Verbot, hier im Blog wird es konsequent gelöscht, und ich gehe mal davon aus, dass jeder, der es vermeidet, damit ja schon mal ein Signal sendet. Ich kann mir sogar vorstellen, dass, wenn man in einem Land aufgewachsen ist, in dem es eine „offizielle“ und eine „inoffizielle“ Wahrheit gab, so haben es zumindest meine Verwandten geschildert, eher zu solchen Denkweisen wie den Deinen tendiert. Ansonsten ist das für mich aber gar nicht Deine oder meine Diskussion; ich orientiere mich da eher an Selbstbezeichnungen, weil schon da einen Verzicht auf Fortschreiben kolonialer Haltungen bedeutet. Und Frau Rosenberg hat hat den Vorteil, dass man es ihr nicht im selben Sinne ansieht wie Frau Mitchel. Und ob das nun jeweils eine Rolle spielt oder auch nicht, das obliegt wiederum den Betroffenen; dass sie aus einer bestimmten Perspektive jeweils von der Mehrheitsgesellschaft ihre Rollen zugewiesen bekommen, das zeigt sich ja schon an Deiner Aufzählung. Und da will ich ja raus im Sinne der Autonomie. So lange man Schwarze damit gängelt, ständig darüber zu diskutieren, ob denn das N-Wort nun neutral mal war oder ist, so lange sind sie in Deinen Zuweisungen verortet. Da sollte man ja raus.

  69. georgi August 16, 2011 um 6:52 pm

    Na ja, Marianne Rosenberg habe ich angeführt, um verständlich zu machen, warum manche Menschen es nicht nicht mögen, Z……. genannt zu werden. Z……., Gypsy, Rom, das alles bedeutet für den Einzelnen Ausschluß, Vorurteile, Probleme. Zu denen möchte niemand gehören. Aus diesen Umständen heraus die Vokabel „Z…….“ zu verbieten, ist aber der falsche Schluß. Um den Roma wirklich zu helfen, muß man schon mehr tun, als Vokabeln zu verbieten.

    Den Vorurteilen und Vorbehalten gegenüber den Roma schadet PC nicht im geringsten. Rechtspopulisten schadet es nicht, wenn sie von PC-Querulanten vollgepöbelt werden. Da PC nichts als blanken Moralismus bedeutet und keinen gedanklichen Inhalt enthält, wirken die Argumente der Rechtspopulisten einfach überzeugender. Rechtspopulisten faseln zwar von in diesem Zusammenhang von Zensur. Wirkliche Macht haben PC-Querulanten aber nicht. So muß sich kein Rechtspopulist an PC-Dogmen halten und kann sich trotzdem als verfolgte Unschuld aufspielen. Je öfter und schamloser er die PC-Regeln übertritt, desto erfolgreicher ist so ein Rechtspopulist. Auf der anderen Seite schadet PC all denjenigen, die diese Vorurteile und Vorbehalte bekämpfen möchten. Die PC-Querulanten mischen sich dann in die betreffenden Diskurse ein, und zerschlagen diese mit ihrem Moralismus.

  70. che2001 August 16, 2011 um 7:43 pm

    Was den F-Begriff angeht: Der wird fast flächendeckend in der EX-DDR für alle Gelben gebraucht, und ich erinnere mich an eine Schwester in einem dortigen Klinikum, die bezogen auf einen schwerstverletzten Mongolen meinte:“Ach, lasst ihn doch verrecken, den alten F…

  71. momorulez August 16, 2011 um 8:37 pm

    Georgi, Deine „PC-Querulanten“ kannst Du Dir gepflegt in den Hintern schieben, so was kann Spaß machen. Mir geht dieses Monologisieren auch ziemlich auf die Nerven; nur weil Du dicht machst und fortwährend rum moralisierst, heißt das ja nicht, dass nun so gar keiner lernfähig ist hinsichtlich dessen, was PC meint. Bei dem einen oder anderen soll das ja schon zum Nachdenken geführt haben. Ich halte trotzdem nichts davon, Nun alle möglichen Leute beim bewaffneten Klassenkampf am nächsten Baum aufzuknüpfen.

    Wie man „Rechtspopulisten“, die ja meistens Mitte-Extremisten sind, angeht, hast Du da ein Rezept? Die sind Argumenten eh nicht zugänglich und verbohrt und wettern vorzugsweise gegen Moralisierung, „Gutmenschen“, der sie dann vermeintlich unumstößliche „Wahrheiten“ entgegen schleudern und wollen eh nur hetzen und sonst gar nix. Mir ist da bisher kein Rezept eingefallen.

  72. georgi August 17, 2011 um 6:24 am

    Das sind wirklich Rechtspopulisten. Man sollte schon studieren, wie deren Propaganda funktioniert. Ihrer Propaganda bieten PC-Querulanten einen wertvollen Dienst. PC-Querulanten wie übrigens auch Feministen und Grüne sind nämlich sogenannte Strohmänner. So ein Bolz vermeidet es, sich mit Statistikern, Soziologen, Ökonomen anzulegen, um Sarrazins Werk zu verteidigen. Es könnte nämlich sein, daß Bolz ziemlich alt aussehen würde, wenn es zu einem echten Streitgespräch kommen würde. Nein, Bolz macht es besser: Der sucht sich Leute in der Linken, denen Bolz gewachsen ist, also Irrationalisten und Moralisten. Irrationalismus und Moral ist ja auch genau das, womit sich der blöde Sarrazin-Mob am liebsten beschäftigt. Dieser Irrationalismus und Moralismus der Rechten tritt dann gegen den Irrationalismus und Moralismus der Linken an, und zerstört die Autorität all derjenigen, die ernsthafte Einwände gegen Sarrazins Werk vorbringen können. Die gelten dann als PC, grün oder sowas, und wären damit von vornherein ungültig. So sehen dann Statistiker, Soziologen und Ökonomen alt aus. Mit dem Sarrazin-Mob im Rücken kann sich Bolz nun seelenruhig bei Anne Will breitmachen.

  73. momorulez August 17, 2011 um 9:10 am

    Aus was für einer Perspektive formuliert Man denn eigentlich so was wie „Querulant“? Oh mein Papa … Paternalisten wie Du machen PC notwendig.

    Aus Deiner Perspektive hätte man wohl gegen Rechtspopulisten nur dann eine Chance, wenn man Schwule verbietet, Frauen entmündigt und Schwarze undMuslime ausweist. Dann hätte Bolz keine Chance mehr! Und Juden waren auch immer schon am Antisemitismus schuld, wenn sie als Querulanten Emanzipation forderten. Da musste ja Auschwitz bei raus kommen!

    In Deinen dialektischen Hinterzimmerfantasien argumentierst Du doch selbst rechtspopulistisch, was wohl auch daran liegt, dass es in der DDR weder die Black Panther noch ein Stonewall gab.

  74. georgi August 17, 2011 um 9:47 am

    Von Schwule verbieten war nicht die Rede. Frauen entmündigen Feministen schon selbst. Um die Ausweisung Schwarzer und Muslime ging es nicht. Um die Techniken von Rechtspopulisten ging es. Lafontaine zum Beispiel hat das besser gemacht, Rechtspopulismus zu bekämpfen, in seiner bekannten Rede zum Freiheitsbegriff. Irgendwelche anderen Linke deuten den Begriff „Leistung“ um. Das sind zwar alles moralische Diskussionen. Aber das blöde Volk beschäftigt sich vornehmlich mit Moral. So ist diese Moralisiererei eine sinnvolle Strategie bei Anne Will. Bolz: „Manager und Reiche verdienten ihr Verdienst. Man müsse Leistung auch anerkennen. Deshalb müßten Reiche noch reicher werden. Wenn man das unterließe, dann gäbe es bald Leistung nicht mehr.“. „Die Krankenschwester vollbrächte doch auch Leistung“ moralisieren diese Linke. „Zumindestens ein Leben in Anstand und Würde hätten die einfachen Leute doch verdient. Bitte bezahlt sie doch besser!“, denkt das Volk dabei. Verteilungskampf also bei Anne Will! So wie es man von Rechten und Linken erwartet. Was entgegnet nun Bolz hierauf? Na! Kommt ihr darauf? „PC verbietet mir das Denken! Die Linken hätten sich in der Verwaltung breitgemacht und verbieten dem Volk das Denken. Nieder mit der linken Meinungsdiktatur!“. PC und die Gewerkschafter-Linken sind aber zwei verschiedene Fraktionen der Linken. Verboten haben die Gewerkschafter-Linken nichts. Bolz‘ Anti-PC-Geholze ist also nichts als auf Strohmänner eindreschen.

  75. momorulez August 17, 2011 um 10:08 am

    An dem letzten Satz in einerseits was dran, andererseits aber auch nicht, weil die Legitimationsdiskurse für das Schweinesystem nun mal auch Wirkung zeigen, exakt das erleben wir doch seit dem Ende der 70er, Du seit Anfang der 90er. Und Du willst mit Deiner Anti-PC-Rhetorik doch Schwuppen und Schwarzen den Mund verbieten, um selbst wie gewohnt Privilegien in diskursiven Zusammenhängen abzusichern, indem Du Perpektiven Marginalisierter ganz wie Frau Merkel auch die Relevanz absprichst.

    Aus dieser Gleichheit versus Leistung-Diskussion wirst Du in diesem Wirtschaftssystem nicht heraus kommen. Ich hätte ja auch gerne ein anderes.

  76. momorulez August 18, 2011 um 12:17 pm

    Die sind echt krank, völlig krank. Und da wird hier gegen „Denkverbote“ gewettert, während Sarrazin BILD S. 1 bekommt.

  77. Loellie August 18, 2011 um 12:59 pm

    Ja eben. Anne Frank wegen Obszönität nicht mehr unterrichten …

    Andere Baustelle. Auf Pink News gab es letztens einen Bericht, dass das Tel Aviver Cafe, in dem damals zwei jugendliche Queers erschossen wurden, wegen 200£ Defizit im Monat wahrscheinlich demnächst geschlossen werden muss.
    Zwar ist die Kommentarspalte dort grundsätzlich ein Hort des Grauens, merkwürdigerweise gab es, im Gegensatz zu sämtlichen anderen Diskussionen zum Thema Israel mit hunderten Kommentaren, ganze drei Wortmeldungen. Kein Israelfroind weit und breit, sobald es konkret um Menschen geht.

    Das die Konferenz des „Welt-Queerverbands“, den korrekten Buchstabenbandwurm dafür krieg ich im Leben nicht korrekt zusammen, nun doch nicht in Tel Aviv stattfindet, ist im deutschsprachigen Raum auch komplett untergegangen, obwohl der Erfolg dieser israelfeindlichen Extremisten doch ein gefundenes Fressen für die Djihadistenfresser gewesen wäre. Wo doch jetzt zu fürchten ist, dass der Kongress an einem Ort stattfindet, wo arabische Queers teilnehmen können.

  78. momorulez August 18, 2011 um 3:58 pm

    Dieser Pinkwashing-Nationalismus-Fraktion gehen ja konkrete Personen eh am Arsch vorbei, völlig richtig. Das ist ein rein instrumentalisierender Ersatz-Nationalismus incl. Ersatz-Ariertum, was schon hinsichtlich dessen kurios ist, dass die sich immer auf Adorno beziehen, aber dessen Kritik der instrumentellen Vernunft gar nicht rezipieren. Da wird alles Rangiermasse auf dem Ideologie-Güter-Bahnhof.

    Fies, das alles.

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