Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Gustav Seibt über disziplinierende Partnerschaftsformen: Verbürgerlichung des „Anderen“

Manchmal schenkt das Leben prompt Belege. Nichtsahnend sitzte ich im Zug, das stickige Berlin hinter mir lassend, um mich dem luftigen Hamburg zu nähern, lese gelangweilt auf das öde Brandenburg guckend in der spießigen „Süddeutschen“ – und entdecke ein links auf der ersten Feuilleton-Seite sich lang hin ziehendes Traktat von Gustav Seibt, da er dem Papst anempfiehlt, schwullesbische Partnerschaften als zweitklassig zu goutieren.

Nicht nur, dass es schon seltsam ist, sich einem (gewählten) Diktator, der einen Gottesstaat führt, dergestalt anzudienen unter der Überschrift „Ordnung im Dunkelraum“, womit er nicht die Verliese des Vatikan meint, sondern gewitzt auf Gewusel in Darkrooms anspielt. Nein, er akzeptiert auch seltsame Bibelauslegungen, die „natürliche Ordnungen“ proklamieren, lässt sich sozusagen symbolisch vom Teufel ficken, als gäbe es da nicht bessere Partner, um dergleichen zu tun, und empfiehlt Ratzinger die Anerkennung der Homo-Ehe als „zweitbeste Lösung“, womit er sich im Rahmen der Regierungsdoktrinen bewegt unserer Merkelschen Herabwürdigungsmaschinerie und somit das zurück weist, was sogar das Verfassungsgericht anders sieht. Doch während man Muslimen permanent mit dem Grundgesetz vor der Nase herum wedelt, nimmt man es wie üblich bei der Katholischen Kirche nicht so genau. Zur Erinnerung: Der besondere Schutz der Ehe war für Karlsruher Richter nicht etwa Grund für für die alleinige Privilegierung einer Rechtsinstitution „zwischen Mann und Frau“. Was ich nicht schreibe, um dem zuzustimmen, es hat nur faktisch Relevanz.

Der Herr Seibt meint es wirklich gut mit uns! Für mich fühlt sich das immer seltsam an, auf ideologischen Verschiebebahnhöfen als Objekt mich wieder zu finden.

Lustig fand ich, dass in seiner Begründung sozusagen Olivia Jones und Lilo Wanders die Bühne betreten, wenn man diese unzulässig im Kontext von Sex-Shops und Astra-Spritzen verortet:

„Warum wehrt sich die Kirche in allen Ländern so zäh gegen die Verrechtlichung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die doch offenkundig besser ist als die Unverbindlichkeit libertärer Subkulturen oder eine Lebensgestaltung nach der Ästhetik des Christopher Street Days? Gewiss, der gläubige Katholik sollte, wenn er schwul ist, nach dem Gebot der Kirche ganz Verzicht leisten, aber diese Möglichkeit wird ihm durch die Ehe unter den nicht strenggläubigen Homosexuellen nicht genommen. Für sie aber ist eine öffentlich verpflichtende Beziehung gegenseitiger Treue „in persönlicher Zuwendung und Verantwortung“ (um es auf Kirchendeutsch zu sagen) eine Verbesserung, die am Ende auch auf die umgebende Gesellschaft ausstrahlt. „

Gustav Seibt, Ordnung im Dunkelraum, Was die Homosexuellen vom Papst erwarten können, Süddeutsche Zeitung 3. August 2011, S. 11

Zoink! Und ggf. die Sozialsysteme entlastet. Man darf ja nicht vergessen, dass die Homo-Ehe eine Gemeinschaft weitestgehend ohne Rechte, aber mit vielen Pflichten ist.

Ja, da ham wirs – die bindungslosen, beziehungsunfähigen, verantwortungslosen wie blöd rum vögelnden Schwuppen in ihren Subkulturen, die wie im „Freudenhaus“ sich an die Ästhetik Olivia Jones‘ und derer Stripper assimilieren. Besser kann man das nicht pointieren, was für eine krude Ideologie in den Köpfen verbiederter und verbiester Heterosexueller produziert wird und als dem abkünftig auch in Homo-Hirnen, die sich Verantwortung außerhalb von öffentlich Gelöbnissen, diese in kleinkreisigen Rechtsinstitutionen zu belassen und auf Ausstrahlungseffekte zu hoffen, offenkundig gar nicht vorstellen können. Letztlich ein tatsächlich z.B. angesichts des Wutbürgertums im Falle der Hamburger Schulreform ja bestens zu beobachtendes Plädoyer für die Verantwortungslosigkeit: Ich und meine Familie gegen die Deklassierten.

Nix gegen Satz zwei, wer dem päpstlichen Quatsch folgen möchte, soll das doch tun, und abweichende Lebensformen als Terror-Attacke auf privilegierte anzusehen, das ist eh ein Kuriosum und zeigt wohl eher, das niemand besser um Verlockungen außerhalb derer weiß als zölibatäre Priester, die ihre eigenen Praktiken des Machtmissbrauchs dann immer auf „die Anderen“ projizieren. Auch nichts gegen jene, die sich in ihren Ehen und Familien glücklich fühlen, wirklich nicht. Empörend ist nur die Etablierung dieser Hierarchie, die Bilder des Lotterlebens braucht, um dann „zweitbeste Lösungen“ anzuempfehlen. Damit sich, ganz plump, der, der sich diszipliniert, als etwas Besseres fühlen kann, um den eigenen Verzicht auszuhalten und so Identität und Selbstbewusstsein aus Abgrenzung gegen Andere gewinnt.

Weil, natürlich haben so konträre Denktraditionen wie die Kritische Theorie und die Foucaults gleichermaßen Recht: Diese Selbst-Disziplinierung dient der Bindung der Lüste, um sie auf Warenwelt und Funktionieren im kapitalistischen Wirtschaften zu richten. Die „schrillen Vögel“ stören dabei nur, weil sie an den Verzicht auf die Vielfalt menschlicher Möglichkeiten erinnern …

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19 Antworten zu “Gustav Seibt über disziplinierende Partnerschaftsformen: Verbürgerlichung des „Anderen“

  1. che2001 August 4, 2011 um 11:26 am

    @“lässt sich sozusagen symbolisch vom Teufel ficken, als gäbe es da nicht bessere Partner, um dergleichen zu tun“ —- Woher weißt Du das, heißt ja schließlich „verteufelt gut gefickt“.

    Mir macht es ja Spaß, diese ganze logik mal umzudrehen – gegen die Ehe und die CSD-Buntheit und das Darkroom-Gewusele als Regelfall auch für heterosexuelles Liebesleben zu fordern. Es gab eine Zeit, da war das in linksalternsativen Subkulturen durchaus verbreitet, wenn auch nie sehr verbreitet.

    Wäre vielleicht einen Gegenartikel wert. Bürgerschrecken rulez!

  2. momorulez August 4, 2011 um 11:31 am

    Ja, schreib mal! Da ich ja den Papst für teuflisch in dem Sinne des metaphorisch, nicht buchstäblich Bösen halte, meinte ich diese Verwendung und nicht die lustvolle, implizit die Doktrinen des institutionalisierten Christentums kritisierende Verwendung.

    Und ja, das was Du schreibst, war tatsächlich weit verbreitet in den 80ern und frühen 90ern auf der Linken. Das ist ja so was wie ein zentrales Thema dieses Blogs, das immer wieder einzuklagen.

  3. Foxxi August 4, 2011 um 11:55 am

    …und ich konstatiere, dass Du schon wieder in Berlin warst ohne Dich zu melden 😉

  4. momorulez August 4, 2011 um 12:09 pm

    Ja, vermutlich sogar direkt bei Dir um die Ecke, Pappelallee (?) – aber ich dachte, ich müsse meinen Hund übernehmen, so bin ich 10 h hin, 15.30 h schon wieder zurück. Und musste dann doch nicht. Beim nächsten Mal!!!

  5. Sonnenstrahl August 4, 2011 um 2:56 pm

    Ich fände es konsequent, wenn das Institut der Heirat nicht vom Staat, sondern von jedem beliegigen Anbieter verteilt werden kann. Warum soll eine Stereoanlage nicht ihre CD-Sammlung heiraten können? Soll doch jeder machen was er für richtig hält. Das Ehegattenprivileg im Steuerrecht muß als erstes weg. Das wäre ein richtig guter erster Schritt. Das dann zusätzlich fließende Steuergeld könnte dann zur Unterstützung armer Alleinerziehender genutzt werden.

  6. momorulez August 4, 2011 um 3:09 pm

    Das ist übrigens die Programmatik der Linkspartei, obwohl das tatsächlich mit der Verfassung kollidieren würde: Die staatliche Institution Ehe abschaffen und stattdessen Kinder fördern und jene, die sie aufziehen. Finde ich völlig richtig. Und wer noch kirchlich will, kann das ja machen. Und dann kann man sich tatsächlich lauter lustige Rituale noch ausdenken, mit denen man Liebe und Zusammenleben feiert und sich freuen, wenn andere mit feiern. Finde ich auch richtig.

  7. che2001 August 4, 2011 um 4:32 pm

    Ich weiß nichtmal, ob das Scheinheiligkeit ist oder der Bosbach sich das selber glaubt. Wer strikt christlich-normkonservativ denkt merkt unter Umständen gar nicht, dass sein eigener Blickwinkel ein von Vornherein Diskriminierender ist.

  8. vuvuzela//riotqueer August 4, 2011 um 4:50 pm

    Viele konservative Homo-Beziehung teilen sich aber auch auf in ‚aktiv‘ und ‚passiv‘ Rollenmustren.

  9. momorulez August 4, 2011 um 5:18 pm

    Ja, es gibt ja allerlei seltsame Anpassungsmodi. Die aber oft aus dieser suggerierten Gehirnwaschung resultieren, man sei defizitär und könne das dann durch die Übernahme von irgendwelchen Mustern kompensieren. Was aber ja bei einer aktiv/passiv-Rollenteilung gar nicht so sein muss. Ich hätte ja auch gern wen Dominantes, habe aber noch keinen gefunden, der mir gewachsen wäre 😀 – dafür gibt es auf die Nase, ich weiß. Einen hatte ich mal gefunden, der sah das aber leider anders als ich.

    Der Bosbach macht da einfach ganz billigen Trick durch reine Positivbestimmung und diese alberne Rhetorik, all die Abkünftigen seien ständig dabei, nun Diskriminierungen zu suchen und das würde ja eine furchtbare Unsicherheit und Kontrolle verurachsen. Die es definitiv gibt, aber die muss auch sein als Vorstufe, sozusagen. Das entsteht ja, weil sich die Leute an die heteronormative Matrix so gewöhnt haben, dass der Verzicht auf in ihr eingeübtes Verhalten sofort Verunsicherung erzeugt.

    Immerhin trauen sie sich bei den Schwuppen noch, diese als zweitbeste auszuweisen. Bei Frauen und Schwarzen denken ja viele auch, dass das nur die zweitbeste Version Mensch in bestimmten Hinsichten sei. Pack. Bei Muslimen wird genau das ja auf großer Bühne seit Jahren gespielt, nur dass da sogar das „-beste“ weg fällt.

  10. che2001 August 4, 2011 um 6:30 pm

    Lese da gerade einen Roman über die Liebe eines schwarzen GIs zu einer weißen Deutschen in der Ära Adenauer, Titel „Gottes zweite Garnitur“.

  11. momorulez August 4, 2011 um 6:42 pm

    Das ist unglaublich bedrückendes Thema, das hatte ich hier ja schon ein paar Mal. Sowohl für die Kinder, die da entstanden, für die Mütter, denen sie weg genommen wurden, für schwarze Soldaten, die zurück in die Segregation kamen. Das hat ja indirekt sogar auf den Cool Jazz gewirkt, der u.a. auch ein Rückzug aus der Politik in Drogen ist.

  12. Pingback: Daily Diary (9), Hamburg und der Papst kommt « AISTHESIS

  13. futuretwin August 5, 2011 um 10:14 am

    Hallo zusammen,
    diese aktiv/passiv Verteilung finde ich ganz interessant. Es ist ja die Frage ob das was ist, was aus der heterosexuellen Matrix in die Homo-Kultur reinragt oder etwas generell vorgängiges.
    So nach dem Motto: Gegensätze ziehen sich an. Oder ist das auch schon heteronormativ (weil hetero ja verschieden heißt)? Kommt eine Wertung später in das Schema rein oder ist sie von Anfang an drin? Hat eigentlich schonn mal irgendwo jemand versucht (anthropologisch) zurückzuverfolgen wo eigentlich dieses aktiv=Macht=Penetration herkommt? Vielleicht durch die Analogie der Penetration mit einem (Er-)Stechen?

  14. momorulez August 5, 2011 um 10:52 am

    Ich glaube, es gibt nix in der Homo-Szene, was nicht irgendwie der Aktualität der heteronormativen Matrix abkünftig wäre, dafür wird ja gesorgt. Ganztägig.

    Diese aktiv/passiv-Nummer ist allerdings eher allgemein patriachal. In der Türkei gilt meines Wissens der passive Part gar nicht als „homosexuell“. Und Band 2 von Foucaults „Sexualität und Wahrheit“ thematisiert ja ausgiebig die Differenz der altgriechischen „Knabenliebe“ zu heutigen Konzepten von „Homosexualität“ und weist sie als völlig andere Erfahrung aus. Da sei der Konflikt gewesen, dass jene, die doch zu freien Männern erzogen würden (weil die älteren Liebhaber immer auch als Lehrer vorgestellt wurden und oft zugleich ein Haus mit Frau und Kind führten, und Sklaven), sich penetrieren ließen, was die Sklavenrolle sei. Effiminierte Männer hingegen galten auch bei den alten Griechen als blöd. Am Anfang von Band 3, „Die Sorge um sich“, wird eine herrliche „Traumdeutung“, altrömisch, vorgestellt, wo Träume hinsichtlich dessen analysiert werden, ob sie ein gutes oder schlechtes Omen darstellen. Schlechtes Vorzeichen ist, von sozial tiefer gestellten gefickt zu werden. In wieder anderen (Sub-)Kulturen, man munkelt, auch unter US-Hip Hoppern, gilt es schlicht als Bestrafung, eine Symbolik, die ja durchaus auch bei schwulem Sex zum Tragen kommen kann.

    Was dahinter steht, ist immer auch die Abwertung von Frauen, würde ich mal behaupten. Wenn in schwulen Pornos der passive Part als „Fotze“ beschimpft wird und ihn das erregt, dann ist das ja ein ziemlicher Schwurbel und sei individuell gegönnt. Übergreifend freilich haben Lesben recht, wenn sie anmahnen, auch schwule Männer sollten gefälligst ihre Rolle im Patriachat refelektieren. Dieses ganze Loslassen, sich Hingeben usw. fällt Männern – mir auch – einfach wahnsinnig schwer, weil die meisten ganz auf Kontrolle gepolt sind. Und auf Status.

  15. vuvuzela//riotqueer August 5, 2011 um 11:51 am

    Mir half damals dieses BDSM-Rollenspiel ungemein, ohne gleich den Pol zu treffen, erst mal lange und breit darüber reden und reflektieren was genehm ist….denn merke, im Kapitalismus gibt es immer wieder so was wie ‚aktiv/passiv‘-Rollen in einem Maßstab.

    Während Händchen haltende männliche Muslims völlig, und ich meine völlig normal sind.

  16. futuretwin August 5, 2011 um 11:54 am

    Ich hatte irgendwann vor Urzeiten mal eine Diskussion mit einem wo ich versucht habe jemanden davon zu überzeugen, dass Frauen genauso das Recht auf Promiskuität hat.
    Er hat ins Feld geführt, dass der aktive und passive Part einer Penetration in diesem Zusammenhang zu unterscheiden sei (Bzw. hat er wörtlich gesagt: „Es ist doch was anderes, wenn du was reingesteckt bekommst). Ich hab da immer wieder drüber nachgedacht und hatte den Eindruck, dass es sich um eine grundlegende Stütze des Patriarchats handelt, dieses „aktiv beeser als passiv Prinzip“. Ich hab mal überlegt, warum dass überhaupt so und nicht anders herum strukturiert ist. Bei der Herr-Knecht-Dialektik ist der Knecht ja schließlich aktiv, aber das ist ja noch etwas komplizierter. Bei der Penetrationsproblematik hatt ich halt das Gefühl, dass die Analogie Phallus=Gladus vielleicht eine Rolle spielt. Der Phallus wird als Waffe imaginiert, der aggressiv eindringt.

    Was die aktiv-passiv Problematik im Homo-Kontext angeht, so kamen wir auf das Thema im Rahmen eines Seminars zur psychologischen Morphologie (eine Schule, die ich ganz interessant finde, die aber leider nicht die Bohne „links“ gelagert ist). Der Dozent meinte, es ginge in Liebesbeziehungen doch immer um Gegensätze. Als eine Teilnehmerin einwarf, was denn mit homosexuellen Beziehungen sei, schüttelte der Dozent nur den Kopf und meinte, da sei es doch genauso. Da er praktizierender Psychotherapeut in Köln ist, könnte ich mir vorstellen, dass diese Meinung vielleicht empirisch nicht völlig unfundiert war.
    Krass wurde es dann aber, als an einer anderen Stelle die Gestalt-Grund-Beziehung mit einer männlich/weiblich Analogie verquickt wurde: Das Männliche als das Konkrete, „Heraustretende“, Aktive und das Weibliche als das eher Diffuse, Passive.

    Zum Begriff „Fotze“ im Schwulenporno: Dürfen das nur Lesben kritisieren oder auch Hetenfeministinnen? 😉

  17. che2001 August 5, 2011 um 12:53 pm

    Während Händchen haltende männliche Muslims völlig, und ich meine völlig normal sind.

    Deswegen hielt ich den Nahen Osten irrtümlicherweise für ein Schwulenparadies, als ich dort zum ersten Mal war.

  18. momorulez August 5, 2011 um 1:03 pm

    @vuvuzela/riotqueer:

    Das ist ja das tatsächlich Gute an BDSM, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse zugänglich und somit auf „aufhebbar“ werden. Und das Händchenhalten und Arm-in-Arm-gehen ist mir auch schon häufig aufgefallen, auch, dass das ansonsten niemanden auffällt. Ein ehemaliger, lockerer Bekannter von mir, den Du übrigens unter Garantie auch kennst, der war als Soziologe eine Zeit lang in der Türkei und berichtete dann, wie sich dort zur Begrüßung Männer wechselseitig in den Schritt griffen. Das sollte man sich hier mal erlauben 😀 …

    @futuretwin:

    Diese Penetrationsfrage ist ja auch gewichtig bei Heten; zudem ja nun nicht nur schwuler Sex auch mit wechselseitigem Runterholen und Oralverkehr zu tun hat. Da gab es bei hier auch kommentierenden Che neulich auch eine Diskussion zu. Und das mit dem Gladus spielt da definitiv eine Rolle.

    Diese Analogie, die Du erwähnst, ist ja patriachaler Kernbestandteil – ebenso die Identifikation Frau mit Natur und Mann mit Kultur, historisch. Und das mit den Gegensätzen, klar, nur dass ich das, was beim Sex passiert, immer als Inszenierung dessen, was in der Personenkonstellation eh wirkt, begreifen würde. Es gibt bei Günther Schmidt im „Großen DerDieDas“ diese Trinität „Bedürfnisgeschichte“, „Beziehungsgeschichte“ und „Geschichte der individuellen Geschlechtsidentität“, und das spielt ja bei unterschiedlichen Gegenübern auch eine Rolle. Wenn man sich majestätisch einen blasen lässt, ist das ja irgendwie auch passiv, aber eben auch nicht. Gibt aber die gleiche Situation als Inszenierung von Übermächtigung. Glaube, dass das über die Frage „Wer fickt wen“ irgendwie hinaus weist 😉 … es switchen ja auch viele.

    Und klar, das war halt eine lesbische Kommentatorin, die da sehr genervt drauf verwiesen hat. Bei Heteras besteht manchmal die Gefahr, dass das in Prüderie umschlägt, wenn sie Schwule kommentieren.

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