Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Hommage an Karl Marx

20110802-094346.jpg

(Quelle: Magischer FC -Dankeschön!)

Was ich vor lauter berechtigtem Echauffieren so gar nicht mit bekommen habe, ist diese wundervolle Choreographie in Trier. Über das Spiel schweige ich.

Fast die Funktionsjackenwerbung davor kommentierend 😀 – schön. Danke! Macht ja vielleicht auch dem einen oder anderen Stammleser Spaß. Und zeigt, dass er eben doch die einzige Möglichkeit ist, der FC St. Pauli.

Advertisements

18 Antworten zu “Hommage an Karl Marx

  1. Nörgler August 2, 2011 um 10:26 pm

    Das Foto wirkt fast, als stelle es das Bild des versöhnten Zustandes: die friedlichen Fahnen umwehen den Kritik-Creator, den bärtigen Umwälzungs-Spirit, darunter loben die Menschen – ein jeder Einzelne real identisch mit der Idee der Menschheit – die frei assoziierten Produzenten „Continental“ und „Wolfskin“, wobei das Pferd, die Tatzenspuren und das Technikprodukt des Reifens auf einer Felge die endlich erreichte Erlösung von Natur und Technik darstellen. Der begrünte Platz davor ist der Raum des freien Spiels der im Guten entfesselten Gattungskräfte.

    ***************************

    Die Vorstellung des Bestehenden als eines Galaxientonnengewichts, das um 180 Grad drehen zu müssen den Stupor der Verzweiflung erzeugt, ist ein den Verhältnissen selbst geschuldetes Trugbild. Nicht erst solche Veränderung ums Ganze, sondern die Verschiebung um eine winzige Nuance brächte das Ganze zuwege als das ganz Andere.

  2. momorulez August 2, 2011 um 10:30 pm

    Schon, um solche Gedanken anzuregen, finde ich die Choreo prima 😉 … des Kalles Konterfei lässt die Situation eben in keinem Fall bruchlos.

  3. netbitch August 2, 2011 um 10:42 pm

    Vielleicht bräuchten wir aber tatsächlich nur Nuancen, aber überall in allen Lebensbereichen, um das Ding zu wenden. Oder halt in dem Sinne: Nicht mehr prächtige Lieder singen, sondern Mächtige niederringen, nicht mehr kritische Lieder machen, sondern die Kritisierten niedermachen, nicht nur mehr Neue Rechte bekämpfen, sondern uns Neue Rechte erkämpfen.

    We don´t want just one Cake more, we want the whole fucking Bakery!
    Liberate our minds, by all means necessary!
    Ni dieu, ni maitre.
    The world ist not enough.

  4. Nörgler August 2, 2011 um 10:42 pm

    Ja, genau, ein Gespenst geht um in Europa …
    Und wer hat’s erfunden? Der FC St. Pauli!

  5. momorulez August 2, 2011 um 10:43 pm

    Jaaaaaa! (bezog sich auf Netbitch)

  6. momorulez August 2, 2011 um 11:04 pm

    Nein, der fährt nach Trier, geht ins Geburtshaus, guckt, welches Zitat auf ein Transparent passt, nähert das Portrait dem Störtebekers an, beruft sich auf Marx, und dahinter stehen sexy Sheerleader und schwenken Fähnchen. So what? Nur weil man auf dem Betzenberg noch an christlicher Mythologie klebt und Opium fürs Volk invertiert raucht, braucht unsereins doch nicht auf aktives Aneignen verzichten. (bezog sich auf Nörgler)

  7. Bersarin August 2, 2011 um 11:11 pm

    Dem Karl Marx erging und wird es ergehen wie dem FC St. Pauli und vice versa.

    Was bleibt, ist der Text. Das hilft freilich beim Fußball und überhaupt im Sportlichen wenig.

    Wenngleich meine Sprachkritik während des Schulbasketballs bei den Frauen gut ankam:
    „Werf doch den Ball endlich herüber!!!“
    „‚Wirf!‘, es heißt ‚wirf‘, Erweiterung des Stammvokals!“

    Die Frauen des Schulsports lachte und befanden es für gut. Ein Treffen am Abend mehr. Gut so. Die sportlichen Jungens waren vergrätzt.

    Insofern sind es am Ende die kleinen Dinge, die Winzigkeiten und Details, welche über die Utopie entscheiden.

  8. Nörgler August 2, 2011 um 11:37 pm

    „aber überall in allen Lebensbereichen, um das Ding zu wenden.“ Und dann landet man wieder bei Tonnenzilliarden, die zu drehen allle Kräfte übersteigt.

    „Mächtige niederringen, die Kritisierten niedermachen, uns neue Rechte erkämpfen“, ist eben der arbeiterbewegungsmarxistisch abgelullte Käse in chemisch reiner Form, der seit 150 Jahren nichts gebacken kriegt.
    Bittesehr, Ches, Netbitchs, Wörkingklasser, macht dochmal hin! Ich bin doch nicht der, der dem entgegensteht. Erkämpfet Rechte, wälzet um das Universum!
    „Rechte“ ist übrigens ein bürgerlicher Begriff, und da ist dann der Hund begraben.
    Ni

  9. georgi August 3, 2011 um 6:02 am

    In seinem Sessel behaglich dumm sitzt das deutsche Publikum.

    Das soll von Karl Marx sein?

    Was bedeutet das? Fußballspiele sollen sich die Leute lieber im Stadion als im Fernsehen daheim anschauen.

    Der Arbeiterbewegungsmarxismus hat nichts gebacken bekommen? Einmal das Kapitalverhältnis abgeschafft und das Ding kolossal an die Wand gefahren, ist doch schon was. Aber wahrscheinlich versteht Nörgler unter Arbeiterbewegungsmarxismus etwas anderes als ich, so etwas linksliberales, sozialdemokratisches aber intolerantes, gewalttätiges, ressentimentgeschwängertes: „Mächtige niederringen, Kritisierte niedermachen“, also „… niederringen, … niedermachen“, also „… totschießen, … niederschreien“. Dabei verstehen momo, netbitch und all die anderen hier unter Macht offensichtlich auch noch etwas anderes als ich.

  10. momorulez August 3, 2011 um 6:51 am

    Das bezieht sich, wenn ich es richtige verstehe, auf die Macht des Fernsehens im Fussballkontext, und falls der Satz nicht von Marx ist, macht das auch nix 😀 …

    Der Nörgler ist doch nur sauer, weil seine hegelianische l’art pour l’art-Marx-Lektüre der begrifflichen Immanenz natürlich ein wenig von dem Spruch betroffen ist. Es sei ergänzend erwähnt, dass meines Wissens das bürgerliche System der Rechte auch bei Marx Voraussetzung des Besseren, das da kommen könnte, ist, und in seinem Aufzeigen des Widerspruchs zwischen Citoyen und Bourgeois der Citoyen nicht völlig verworfen wird, dass also der Menschenrechtsgedanke der gesellschaftlichen Aufhebung harrt und das Problem die Eigentumsrechte sind. Zudem auch die Aufforderung, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern zu verändern, nicht einfach so dahin gesagt war.

  11. Sonnenstrahl August 3, 2011 um 8:51 am

    Wir ziehen wieder in die Wälder, bauen Bomben und Raketen, leben ohne viel Moneten, das Ende kommt dann umso bälder. Oh. Shit. Sounds like Unabomber.

  12. che2001 August 3, 2011 um 12:52 pm

    @Georgi „Aber wahrscheinlich versteht Nörgler unter Arbeiterbewegungsmarxismus etwas anderes als ich, so etwas linksliberales, sozialdemokratisches“ — Nö, davon ist er extrem weit entfernt. Der interpretiert Marx vor allem werkimmanent und sieht alle sozialdemokratischen und linksliberalen ebenso wie alle lenistischen Marxinterpretationen als Abirrungen und Verfremdungen.

  13. Nörgler August 3, 2011 um 2:13 pm

    @ Che
    Danke für 12:52 pm. So ist es.
    It separates the boys from the men.

  14. Nörgler August 3, 2011 um 2:30 pm

    Wer nicht mal den Satz der Identität begreift, muß nicht zwingend den FCK evozieren, denn der Evokativ setzte das principium identitatis voraus.

  15. momorulez August 3, 2011 um 5:21 pm

    Im längst eingestürzten Realitätstunnel verharren, evozierend 😉 …

  16. Nörgler August 3, 2011 um 9:50 pm

    „Einmal das Kapitalverhältnis abgeschafft“
    Das Problem mit Dir, Georgi, ist, dass Du einfach zu blöd bist. Die Nummer mit der Zentralverwaltungswirtschaft hast Du nicht verstanden. Als Formvariante des Kapitalverhältnisses schafft sie es durchaus nicht ab. Du gucke auf Geld und Markt. Isse weiter da.
    Wie oft muß Che denn noch die „nachholende Modernisierung“ erklären? Che und ich sind im Auftrag des Bildungsauftrags des HERRN unterwegs, und wir stellen dann schon mal die Frage, was die Städter denn machen sollen, wenn die Bauern den festen Willen erklären, die Städte verhungern zu lassen. „Macht kaputt, was Euch kaputtmacht“ ist ein stalinistisch vernünftiger Satz.

    „Der Nörgler ist doch nur sauer“
    Nein. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Du hast es nur nicht begriffen. Wieder mal.

  17. momorulez August 3, 2011 um 9:58 pm

    Ich bin halt auch einfach zu blöd. Obwohl ich doch darauf verweisen möchte, dass die These von der nachholenden Modernisierung auch von mir in schöner Regelmäßigkeit vertreten wird, wobei ich eher auf die Industrialisierung setzen würde, weil andere, moderne Formen nicht im selben Sinne sich realisierten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s