Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: August 2011

„When people of color point out racism as it is happening, I feel personally attacked“: Institutionelle Formen und nicht-diskutierte Inhalte

 

Abschließende Worte meinerseits in diesem Blog zur „Übersteigerfrage“! Solche Diskussionen vergiften ja das je eigene Begehren und überschreiben, wie eine Freundin dies jüngst treffend formulierte, die schönen Erfahrungen, das Selbstverständnis und das Empfinden des Alltags jenseits derselben.

Halte die ganze Debatte nichtsdestotrotz auch weiterhin für notwendig; viele der Reaktionen haben gezeigt, dass in der Fanszene des FC St. Pauli einige mit exakt jenen Mustern reagieren, die auch gesamtgesellschaftlich üblich sind Marginalisierten gegenüber, Reaktionen, die diskrimierende Strukturen permanent festigen und die sich anhand des von SPNU veröffentlichen Fragenkataloges präziser fassen lassen.

Will die Fanszene des FC ST. Pauli wieder jene werden, die sich an die Spitze des Kampfes gegen Homophobie, Rassimus und Sexismus, möglichst auch Klassismus setzen will, so ist trotz all des hochrespesktablen Erreichten verdammt viel zu tun.

Mir ist aufgefallen, dass sowohl im Übersteiger-Blog, auch bei Twitter („Stammtischsprüche: „Der spielt so, als würde er zu Hause einen Rock anhaben“ wurden kritisiert), hat mich wirklich gefreut, als auch bei anderen Publikationen rund um den FC St. Pauli wie GAS oder Supra verstärkt das Thema schwule Subkultur und Homophobie in den Focus gerückt ist. Keine Ahnung, ob das was mit der Diskussion rund um dieses Blog zu tun hat oder reiner Zufall ist oder an der Plakataktion liegt; wenn wir nicht einschlafen und vor uns hin dümpeln und vor allem auch vieles aus der Ära Littmann verarbeiten wollen, ist wohl eine ganze Menge zu tun.

In der aktuellen Ausgabe des Übersteiger wird das Thema NICHT aufgegriffen, was eben trotz oben skizzierter Freude eine weitere Entwertung sich echauffierender Schwuler bedeutet. Ein Leserbrief von mir hätte es auch nicht getan, auf Antwortmails wurde nicht reagiert.

Allerdings findet sich in dem aktuellen heft eine, wenn ich das richtig gesehen habe analog zur Stadionzeitung, Verlautbarung des „Aktionsbündnisses gegen Homophobie“. Neben dem Satz „Es ist wirklich nicht nötig, tief in die Argumentationskiste der Gender-Diskussionen zu greifen, um jemandem bewusst zu machen: was du gerade gesagt hast, ist diskriminierend„, was ich für falsch halte, zumindest Fanzines sollten in dieser Kiste sehr wohl mal gekramt haben, um sich schlicht und ergreifend über den Status Quo der Entwicklung in solchen Fragen zu informieren, eine ganz gute Darstellung dessen, was mich so wahnsinnig aufgeregt hat:

„Unser FC St. Pauli hat nicht nur einen antirassistischen, sondern auch antidiskriminierenden Satzungsparagraphen in seine Stadionordnung aufgenommen (§6 (2) a). Es wurde dort festgeschrieben, dass niemand aufgrund ihrer/seiner sexuellen Orientierung oder Hautfarbe bzw. ihre/seines Geschlechts oder Glaubens diskriminiert werden darf.

Es genügt aber nicht, diesen Paragraphen lediglich einzuführen. Wir müssen ihn mit Leben füllen: Zivilcourage beweisen und unser Vokabular nach diskriminierenden Worten abklopfen. Was machst Du, wenn du in der Kurve einen Gesprächsfetzen wie „das Shirt sieht echt schwul aus“ aufschnappst? Ziehst du es vor, wegzuhören, weil du keine Lust auf blöde Diskussionen hast, oder nicht als nervig rüberkommen willst? Kennst du den Menschen vielleicht und weißt, der hat ja nichts gegen Schwule und Lesben, also musst Du auch nichts sagen?“

Wer ist das „Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus §6(„)a“? in: Der Übersteiger 104, 22.8. 2011, S. 36

Ja, so ging es mir bei der Lektüre des 11-Freunde-Sonderheftes: Ich dachte, ich sag mal was, fülle mit Leben. Ich habe zunächst den Mail-Weg gewählt, die erste Antwort zu zitieren erspare ich der Welt und dem Autor, hat er ja per Twitter wieder gut gemacht – und hatte prompt eine blöde Diskussionen am Hals. Manche Antworten erweckten den Eindruck, als würde man, wenn man zufällig in der Gegengeraden jemanden in einem solchen Fall ansprechen, erst mal eine Woche warten müssen, bevor man folgende Antwort erhält – nachdem in der Tat zuvor ein Leserbrief angeboten wurde:

„Es geht bei der Nennung der beiden Namen um das überzeichnete Klischee des Kiezklubs und des Freudenhauses der Liga, welches (zumindest uns) einfach nur noch nervt. Nicht, weil die dort genannten Personen nerven (oder gar ihre sexuelle Orientierung, ihre Kunstform, ihre Rolle oder irgendetwas anderes an ihnen), sondern der Umgang der Medien eben damit, die Verquickung von Klischees rund um unseren Verein.
Diese Nennung kann man uns, so wie Du es getan hast, offensichtlich diskriminierend auslegen, wenn man denn will. Wir haben dies nicht so gemeint, sondern im oben beschriebenen Kontext.
Nach dem Lesen Deines Textes und Deiner Kommentare im Blog, fällt uns aber auch kein Weg ein, wie wir dies glaubhafter machen können, als es Frodo bereits versucht hat.“

Ganz ehrlich: Bei einem schlichten „Sorry, ja, soll nicht wieder vorkommen, Danke, dass Du uns da auf was hingewiesen hast“ hätte ich sofort die Schnauze gehalten. Stattdessen dieses unverschämte „Wenn man denn will“ und Rumlamentieren.

Wenn es um das alles nicht geht, fragt man sich ja immer noch, wieso nun ausgerechnet zwei Persönlichkeiten … aber lassen wir das, es verweist ja einfach nur darauf: Ich rüffelte wegen meiner Ansicht nach diskriminierender Äußerungen, und hatte wie gesagt erst einmal eine blöde Diskussion am Hals. Ja, ich habe sie, weil ich die Reaktion exemplarisch fand und solche Diskussionen sehr gut aus meinen Einblicken in die Arbeit des „Braunen Mobs“ kenne, in mein Blog gestellt. Auch, weil ich sauwütend war, dass im Rahmen meines heißgeliebten Vereins solche Sätze auf mich einprasseln und es wichtig finde, das dann auch OFFEN zu diskutieren. Wenn sich Fronten bilden, kann man die ja bei einem Bier auch wieder auflösen. Also, ich zumindest kann das wirklich.

In den Mittelpunkt der Diskussion wurden die Intentionen mutmaßlich Heterosexueller gestellt, nicht die Empfindungen Schwuler – ja, es ging so weit, mir zu unterstellen, ich würde ja ganztägig damit beschäftigt sein, Diskriminierung zu suchen.

Wie kommt man eigentlich auf so einen Scheiß? Wieso sollte ich das tun?

Man stelle sich also vor, im Stadion spricht jemand einen Forumsdiskutanten an „Hey, lass solche Sprüche sein!“, und der antwortet dann „Ach, Du suchst ja auch nur die ganze Zeit rum, was Dich gerade diskriminieren könnte.“ Könnte ich jetzt ewig fort führen, und es ist ja exakt analog zu dem von SPNU Zitierten:

„Muss ich mir rassistische Sprüche anhören und weiß, dass das dann nicht groß thematisiert wird? Ja. Werden zwei Schwarze Frauen schon mal ohne jeden Anlass bepöbelt und alle glotzen doof und niemand schreitet ein? Ja. Sind das Einzelfälle? schön wärs. Bei ‘zehn’ hab ich aufgehört zu zählen und meine Dauerkarte verschenkt. Ist die Bude schlicht und einfach weit davon entfernt, ein ‘safe space’ zu sein? Aber Hallo. Bildet der Verein (die Angestellten) sich fort, was und wie Antirassismus eigentlich überhaupt ist und funktioniert? nein. Kann ich eine Combo ernst nehmen, die gegen Rassismus sein will, sich aber über ihre eigenen Exklusionssignale und -Gepflogenheiten keine Gedanken macht? Nein. Es geht nicht ums Persönliche. Sondern ums Strukturelle. Beim ‘ernst meinen’ geht es eben nicht um „Ohren“ (das klingt fast, als haben Leute die nicht marginalisiert werden möchten ein ‘Anliegen’ und sollten ‘gehört’ werden, nicht so dass es notwendigerweise das ‘Anliegen’ einer Gruppe sein muss, Diskriminierung zu verstehen und zu bekämpfen) sondern um eigentlich genau das Gegenteil von ‘Ohren auf andere richten’, nämlich Selbstreflexion und Revision. Und auch noch gegen ‘Ohren’: http://www.noahsow.de/blog/?p=563 – Noah Sow ggue Metaliust & Subdiskurse

Zudem es im konkreten Fall noch um einen weiteren, brisanten Punkt ging: Travestie-Künstler als Präsidenten eines Fussballvereins. Da greift übertragen folgende Frage:

"I can accept leadership from people of color."

 

Kann sich ja jeder selber Gedanken machen, was das vielleicht AUCH mit der Ära Littmann zu tun haben könnte. Dass auch ich an Corny viel zu kritisieren sehe, ja, schreibe ich zwei Mal die Woche. Es wurde dennoch AUCH mit homophoben Klischees gearbeitet, zu denen es im Falle Orths  noch nicht mal mögliche Analogien gäbe.

Ansonsten kamen die üblichen Sprüche – so ein Wort wie Transphobie habe man ja noch nie gehört, es wurde die übliche „Wer definiert denn, was Diskriminierung ist?“-Frage gestellt, was immer etwas absurd ist, wenn diese Frage von jenen gestellt wird, die zu dem Teil der Bevölkerung gehören, der strukturell NICHT diskriminiert wird – Diskriminierung ist die Frage des Empfängers, ganz einfach.

Diskriminierung funktioniert unabhängig von Intentionen, was, Danke für die Diskussion hier im Blog, schon daran deutlich wird, dass ein mit Beleidigungsintention geäußertes „Hopp, Du Bürgersteig“ nicht im selben Sinne funktioniert wie beispielsweise „Momo, Du Tunte“. Es kann nicht angehen, dass Diskriminierte darüber Belehrung erfahren, wann sie sich diskriminiert fühlen dürfen und wann nicht. Was für eine Groteske, wenn man sich das im Stadion vorstellt. Dass nunmehr Aufklärung über diskreditierende Muster auch in objektiver Hinsicht erfolgen muss, ja, sehe ich auch so.

Wie völlig frei von Sensibilität in solchen Fragen dennoch manche Mitglieder des FC St. Pauli sind, zeigt sich zum Beispiel auch am Bericht der 7. Herren zum Besuch im Vatikan, ebenfalls im Übersteiger.

Nun gilt selbstverständlich auch jener Passus des §6, dass niemand wegen seines Glaubens diskriminiert werden darf. Dennoch ist weltweit, insbesondere in den USA, aber auch in Ländern wie Uganda und eben AUCH in Deutschland ein offener Konflikt zwischen christlichen Kirchen und so called „Homosexuellen“ permanent am Köcheln. Der Papst ist da einer der Antreiber, er steht diktatorisch einem Gottesstaat vor, der u.a. intiiiert, dass Gutachter der Bundesregierung, die Opus Dei-Mitglieder sind, den Diskrimierungsschutz für Schwule z.B. mit Mitteln des Grundgesetzes attackieren.

Nun steht es jedem Katholiken frei, sich enthaltsam zu zeigen, vor dem Glauben selbst habe ich hehren Respekt, wenn er homoerotische Neigungen verspürt, es besteht ja kein Fick-Zwang.

Die Katholische Kirche jedoch geht deutlich darüber hinaus und attackiert allerorten staatliche Gesetzgebungen zu Diskriminierungsschutz und Gleichstellung, bringt in Spanien Hunderttausende zur Demonstration gegen Schwule auf die Straße. Ich finde es ein bißchen absurd, wenn nun ein Besuch in dieser Institution, dem Vatikan, ohne auch nur ein Wort zu all diesen Themen zu verlieren, wie eine x-beliebige Touristenattraktion behandelt wird.

Ein weiterer zu pointierender Aspekt findet sich in dem Artikel zu der Auseinandersetzung mit Susis Showbar, der wiederum die oben skizzierte Form des Ausweichens bei Diskussionen berührt:

„Die Diskussion, ob Stangentanz sexistisch oder diskriminierend oder weder noch ist, wollten wir nicht führen, wir bezogen uns lediglich auf die bestehenden Zusagen des Vereins, dass am Millerntor der Fußball im Vordergrund zu stehen habe und es solche Tanzeinlagen eben nicht gibt.“

Anwalts Show Bar, in: Der Übersteiger, a.a.O., S. 9

Ach so. Wiederum wird Diskriminierungs- und Sexismusdiskussion umgangen und ein ganz anderes Thema in den Vordergrund geschoben. Das ist schon erstaunlich; handelt es sich hier nicht um eine Ignoranz der Stadionordnung? Es ist auch nicht zu vergessen, dass der Herr Stenger politische Transparente als „hat mit Fussball nichts zu tun“ einordnete; vielleicht sieht das ja der eine oder ander mittlerweile auch bei der Antidiskriminierungsarbeit so?

Die Problemverschiebung ist schon erstaunlich: Wieder wird eine ernstzunehmende Diskussion unterbunden zugunsten der institutionellen Ordnung. So oft wie in letzter Zeit „Das diskutiere ich nicht mit DIR!“ habe ich selten in meinem Leben vernommen, nicht nur ich, übrigens; manchmal schaut man erstaunt in die Leere des Seins und fragt sich, ob beim FC St. Pauli die Diskussion, wer was mit wem wann diskutiert oder auch nicht prioritär gegenüber dem zu Diskutierenden ist.

Heute stand im Abendblatt ein Auszug aus einem Buch des ehemaligen Sonstwas-Senators Peiner, der meinte, dass unter Ole von Beust in der CDU irgendwann Sachfragen keine Rolle mehr gespielt hätten, sehr wohl aber die nach Posten und Gremienbesetzung. Nun steht so dermaßen oft das „Ernstnehmen der Gremien“ viel mehr im Focus als das, was diese eigentlich machen, treiben, sagen, tun, dass man sich insbesondere bei der Lektüre der aktuellen BASCH schon weiter gehende Fragen stellt:

„Der entscheidende Moment, in dem jeder feststellen musste, der sich mit diesem Verein und seiner Fanszene seit einigen Jahren beschäftigt, war der Tag, an dem der ständige Fanausschuss seine Stellungnahme veröffentlichte. Zum Höhepunkt der Proteste traf sich die die vermeintliche Führung des FC St. Pauli mit dem Gremium des Vereins, um über eine Beruhigung der Lage zu sprechen. Das Präsidium hatte in diesem Moment schlicht und ergreifend den Willen „die Kuh möglichst schnell vom Eis zu kriegen“. Das ist ihnen gelungen und das ist ein schlechtes Zeichen.

Wenige Tage nach diesem Treffen vom 18. Januar erschein eine Stellungnahme des Ständigen Fanausschusses, in der angekündigt wurde, dass es von nun an regelmäßige Treffen mit dem Präsidium gebe, das erste sei bereits geplant – Ende März. Des weiteren würden die positiven Signale aus dem Präsidium anerkannt. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum sich ein Gremium, welches sich aus langjährigen aktiven Fans zusammen setzt (Fanladen, USP, Übersteiger …) so hat verarschen lassen.“

Henning, Das Ende des Jolly Rouge?, in: BASCH #2, 22.08. 2011, S. 7

Dreht sich um die Sozialromantiker-Proteste. Haben sie ja vielleicht gar nicht, sich verarschen lassen. Vielleicht ist die Art, wie aktuell das Gegengeraden-Neubau-Thema z.B. über den Übersteiger gespielt wird  ja das, was viele bei der Jolly Rouge-Aktion erreichen wollten: Dass nicht, wie schon unter Corny, die Fan-Gremien ignoriert werden, sondern aktiv in Gestaltungsprozesse eingebunden. Und das ist ja dann zunächst mal ein riesiger Erfolg, von außen betrachtet.

Es bleibt trotzdem die Frage: Und was ist nun aus den INHALTEN geworden, die mit der Jolly Rouge-Kampagne verknüpft waren? Mehr Macht den Gremien, prima Sache, aber wofür stehen die denn aktuell? Sexismus- und Homophobie-Fragen nicht zu diskutieren? Weil es ja ein Aktionsbündnis gibt, soll das sich doch darum kümmern?

Ich glaube, wenn wir das ernst meinen mit dem, was in §6(2) steht, brauchen wir eine Quotierung in allen relevanten Vereinsorganen – verbindlich müssen Frauen, Queer People bzw. LGTB und PoC in diesen vertreten sein bis hin zu Aufsichtsrat und Präsidium.

Das ist übrigens keine Bewerbung, mir war die aktuelle Diskussion schon zu nervenzehrend, als dass ich zu so was bereit wäre. Ich habe Norbert vom Magischen FC angeboten, Infoveranstaltungen durchzuführen; wenn irgendein Fanzine Gastartikel haben will, schreibe ich die gerne.

Aber die Quotierung muss her. Da sitzt ein eingespielter und verdienter Klüngel, der mal aufgemischt werden muss. Dass auch wieder INHALTE der Diskussion zugänglich werden.

 

Noch mal ein paar Worte zum Thema „Markierung“ …

… für jene, die aus dem dogmatischen Schlummer liberaler Credos erwachen, ergänzend zu dem Text eben: Holzschnittartig gilt, dass dominante Kulturen wirkungsmächtig die Dominierten markieren – in unseren Breiten markieren Weiße Schwarze, Christen und Atheisten Muslime, Heterosexuelle Homosexuelle, Männer Frauen. Seit geraumer Zeit überhäufen auch Politik und Medien die Gesellschaft mit Markierungen ALS Unterschicht: Hartzer, die z.B. im Nachmittagsprogramm vorgeführt werden.

Man kann das immer ganz gut belegen anhand dessen, wozu jeweils geforscht wird: Das als abweichend Markierte unterliegt zumeist human- und sozialwissenschaftlichem Zugriff.

Michel Foucault hat beispielsweise in „Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen“ furios die These aufgestellt, dass Homosexualität nicht etwas irgendein schlummerndes Begehren, das wahlweise therapiert oder befreit werden müsste, sei, sondern ein Produkt der klinischen und psychiatrischen Forschung des 19. Jahrhunderts. Dass man, indem man dazu genötigt wird, sich als „Homosexueller“ zu identifizieren oder fortwährend als solcher identifiziert wird, nicht umhin kommt, sich irgendwie zu all den dort erzeugten Stereotypen zu verhalten, weil sie einem fortwährend übergebügelt werden.

Mit „Konzept“ ist nicht etwa Arschficken oder ein einigermaßen konstant sich auf ein „gleichgeschlechtliches“ Gegenüber richtendes Lieben und Begehren gemeint, sondern eine komplexe Charakterologie „homosexueller“ Individuen. Diese avancierten zum Gegenstand der Forschung, als die bürgerliche Kleinfamilie sich durchzusetzen begann. Andere Sujets, die sich prompt immenser Beliebtheit erfreuten, waren die „Hysterisierung der Frau“, also insbesondere jene, die nicht auf Zuruf Sex mit einem Mann haben wollten, Stichwort „frigide“, eingebildete Symptome (Migräne), und masturbierende Kinder. Z.B. der Frühstücks-Kellogs hat grausame Apparaturen erfunden, um Kinder vom Spiel an ihren Genitalien abzuhalten.

Diese Gruppen wurden Objekte, weil sie sich dem „guten Sex“, dem zur Fortpflanzung dienenden, partnerschaftlichen, innerehelichen, entzogen, und die Kinder darauf zentriert und dressiert, sich später auf diesen zu beschränken.

In seinem Spätwerk prägte Foucault den Begriff „Problematisierungsweisen“: Dass etwas gehäuft Thema ist in verschiedenen, vorwissenschaftlichen und wissenschaftlichen Abhandlungen, zeigt, dass es als etwas nicht Selbstverständliches, Anormales  gilt. Diese Gedanken führt Foucault anhand der antiken „Knabenliebe“ aus, die er als Erfahrung komplett different zu dem heutigen Konzept der „Homosexualität“ begreift. Es sei für die alten Griechen schlicht ein Problem gewesen, dass jemand, der später freier Bürger, Mann, werden würde, sich in seiner Jugend von älteren Herren penetrieren lässt, weil doch nur die aktive Rolle Freiheit bedeute. Und weil das schwierig zu denken war für die alten Griechen, gibt es zu dem Thema so viele historische Belege.

Pointe dieser Ausführungen ist: Die dominante Kultur ist in den seltensten Fällen Thema. Die bleibt unbefragt, während die devianten, abweichenden Formen allseits „Markierungen“ erfahren: Schwul, schwarz, Frau. Ja, das wirkt wie ein Kuriosum, das ist aber so – Frau wird in unserer Gesellschaft oft als abweichend und defizitär in Relation zum Mann, der das Allgemeine vertritt, betrachtet. Subjektiv, emotional, weich usw.

Es gibt zudem einerseits ein Völkerkundemuseum, andererseits historische Museen und Kunsthallen, wo das Allgemeingültige zu finden ist, während man afrikanische Kulturen anders behandelt. Die Ethnologie hat das später geschnallt, die breite Bevölkerung nicht – sie identifiziert weiter den Weißen mit Kunst und Geschichte, PoC-Kulturen mit exotischer Folklore.

Nun reproduziert sich all das auch noch im liberalen „Aber wird sind doch alle gleich“. Weil eine moralische und rechtliche Kategorie zur Empirischen wird. Auch so ein Gedanke, den viele schwer zu fassen bekommen, weil sie die Sein/Sollens-Differenz im Alltag nicht reflektieren. Es SOLLTEN alle gleiche RECHTE haben, aber faktisch haben sie das nicht. Ich kann selbst dann, wenn ich mich an bürgerliche Beziehungsformen assimiliere, keine Kinder adoptieren oder steuerrechtliches Ehegattensplitting anwenden.Ein Kumpel von mir WURDE aktiv von der deutschen Botschaft daran gehindert, seine schwarze Frau, die er in Ghana geheiratet hat, mit hierher zu bringen. PoC OBLIEGEN häufiger polizeilicher Kontrolle als Weiße.

Insofern ist Ziel von Aufklärungspraktiken wie „Critical Whiteness“, das Gegenüber AUCH zu markieren. Weiße werden das hierzulande normalerweise nicht, Heten auch nicht. Wenn dann jemand über die Gegengerade läuft und ihm PoC als PoC erkenntlich werden, ist das nur die Vorstufe, gewissermaßen: Die Eigenmarkierung ALS WEIß mit einer Reflektion der daran gekoppelten Privilegienstruktur ist das Ziel. Damit formale Gleichheit WERDE. Auch bei Toleranzgerede ist ja immer noch die dominante Kultur die, die toleriert, deshalb kommt man da aus dem Schema auch nicht raus.

Natürlich wirkt der Ansatz so, als würde er auch die „White Pride“- Schiene begründen können. Kann er nicht, weil er darauf zielt, weiße, männliche und heterosexuelle Privilegien nun gerade im Sinne einer Gleichstellung abzuschaffen, auf dass solche Texte irgendwann überflüssig werden- und differenten ERFAHRUNGEN statt Zuschreibungen Raum zu verschaffen.

Der Ansatz macht nur dann Sinn, wenn man die in NORMATIVER Hinsicht egalitäre Stoßrichtung beachtet.

Formlosigkeiten rund um das Spiel FC St. Pauli – MSV Duisburg 2:1

Soeben vor der O-Feuer-Sportsbar, da saßen sie, Marcel Eger auf Stippvisite, der gestern so groß aufspielende Kevin Schindler, Marius Ebbers und der wie immer unverschämt attraktive Florian Bruns und chillten, unprätentiös den Blick auf das Schulterblatt gerichtet und eben, im Gegensatz zum Fernsehsender, der diesen Slogan verbreitet, wirklich mittendrin statt nur dabei. Und hatten sich das Genießen der Getränke danach aber so was von verdient.

Das ist ja mein FC St. Pauli, diese Orte im Zentrum des Geschehens, wo jene, die im Viertel in den Bars und Restaurants arbeiten sich, wenn Auswärtsspiele übertragen werden, vor den Bildschirmen und dem Beamer sammeln, wo mittendrin die Spieler sitzen wie alle anderen auch und keiner sie nervt, wo immer mal König Bönig vorbei schaut und die beiden Kostas einen ebenso mit Handschlag begrüßen, wie die beiden Mittags das Essen auf die Tisch manövierenden, wundervollsten Kellnerinnen der Welt einen umsorgen.

Ich fühle mich einfach wohler, wo ein hoher PoC-Anteil mit Leuten wie mir ganz selbstverständlich zusammen lebt, wo nicht nur Leute sind, die unter Weißen und Heterosexuellen irgendwann während des Studiums politisch linke Formen adaptiert haben, die Mann dann, mit Defintionsmacht, Status und Pöstchen ausgestattet, dem Rest der Welt zu präsentieren trachtet und allen Anderen eigene Artikulationsräume, Problemdefinitionen und Ausdrucksformen abspricht, ganz unter sich bleibend. Ja, habe ich auch alles gelernt. Kenne mich nur mit meinen Erfahrungen besser aus als die.

Lieber da hin, wo alle sich sauwohl fühlen und keiner sich in irgendeinem politischen Machtraum bedroht fühlt, einfach weil es den da gar nicht gibt.

Ebenso wie die Domschänke, nach den Spielen gerammelt voll, wo eine kunterbunte Horde die noch extrem günstigen Astras schlürft, wo Tresen- und Clubraum wie Relikte aus den 60er oder 70er Jahren wirken, ein rauher Ton gepflegt wird und überhaupt niemand auf die Idee käme, Formfragen zu diskutieren. Die, na, eher schon älteren Herren zum Teil, die seit 10 Jahren mit mir auf der Haupttribüne sitzen, pflegen einen derben Umgang und sind dabei ganz klischeehaft wirklich herzlich.

Man muss sich immer wieder klar machen kann, dass Leute wie ich, also weiße Bildungsbürger aus der Mittelschicht, allen Unkenrufen gegen Werber und deren 250 qm-Lofts zum Trotze, die Vorhut der Gentrifzierung bilden, insbesondere in Vierteln wie Ottensen und Prenzlauer Berg, und eben jene verdrängen, die sich selbst die günstigeren Getränkepreise irgendwann nicht mehr leisten können. Es ist die so oft gerühmte weiße „Mitte“, die im Zuge ihres stetigen Absackens nichtsdestotrotz oder gerade deshalb als Vorhut der Reglementierung agiert.

Die wollen Anderen als allererstes Kommunikationsformen diktieren, weil sie das wohl in Studium und Schule so gerlernt haben, so ganz unabhängig von deren Inhalt. Nun kann ich zumindest guten Gewissens sagen, ziemlich ungentrifiziert zu wohnen und mir die aktuellen Mieten auch nicht leisten zu können und vor allem eines gelernt zu haben: Wenn Dir jemand eine „sachliche Form“ vorgeben will, erhebt er einen Herrschaftsanspruch im Rahmen jenes Wissens, das seine soziale Position mit sich bringt. Und Gekränkten die Wut abzusprechen ist schon ein wenig sadistisch.

Es war damals der erste Frust im Studium, dass all die querschreibenden Versuche, durch Spex und andere einst inspiriert, sofort dem Diktat der Gliederung, der Fussnote, des vermeintlich „sachlichen“ Stils, der eben alles und jeden zur Sache, zum Objekt des Verfügbarmachens degradiert, untergeordnet wurden. Da kommt man auch mit dem Habermasschen „Sich mit jemanden über etwas verständigen“ dann nicht raus, wenn dieses „etwas“ das eigene Leben ist.

Die Hausarbeit zu Baudelaires „Hymne an die Schönheit“, da ich ein Bild eines lecker in Unterhose posierenden Liebhabers auf den Deckel gepackt hatte, wurde nie korrigiert. Dabei passte das durchaus zum Thema. Wundere mich auch, wenn ich all die Fanzines im Vereinsumfeld lese, dass so wenig formale, sprachliche Versuche unternommen werden, da mal Gedanken ein wenig aufzumischen. Den Autoren muss man schon frühzeitig eine Menge Angst eingeimpft haben, etwas falsch zu machen.

Ein Exkurs auch zum gestrigen Abend; es war wieder sehr schön, all die Bekannten, Bekloppten und Wohlvertrauten nach diesem dramaturgisch so überragenden Spiel vor der Domschänke versammelt zu sehen. DSP tummelte sich mit Twitterern, und da kann man sich dann auch zu Hause fühlen. Eben weil da keiner die Form wahrt, sondern alle so wundervoll individuell sind. Wie zuvor auch mal wieder im Stadion; die Stimmung war schon eigenartig eruptiv , das Flutlicht golden. Eine angemessene Choreo aus gelben Schildern mit durchgestrichenem Sport1 und DFL leuchtete von der Süd, und zu meiner großen Freude fand lauthals per Stadionsprecher die Präsentation des Transparentes gegen Homophobie statt:

SPNU hat sich ergänzend Gedanken gemacht. Wie zu erwarten ist, folgen von mir auch noch welche; aber heute, am Todestag Loriots, R.I.P.,wie auch am Tag nach dem Heimspiel will ich das Meckern mal weitestgehend bleiben lassen. Da nun aber mittlerweile schon andere Texte erschienen sind, sei lediglich darauf hin gewiesen, dass es erstaunt, dass bei manchem Ärger erzeugt wird, wenn er auf die Möglichkeit differenter Sozialisationsweisen, Erfahrungsräume und Arten, wie man zu dem gemacht wird, ständig, immer und überall, was man ist, verwiesen wird. Und auf Machtungleichverteilungen diesbezüglich. Na, nicht jeder mag, wenn er aus der liberalen Hypnose erwacht.

Miteinander knutschende Männer gibt es ja uns im Stadion ansonsten immer noch zu wenige zu sehen, um so besser, dass diese Aktion statt fand. Ich weiß nicht, ob diese Haltung „Ey, das ist doch Kult, da darf ich doch F… sagen“, andernorts zitiert, wirklich aufgrund offensiver Bezüge zu Hafen, Kiez oder Szene zu suchen ist. Ich glaube nicht, dass sie sich breit machen würde, wenn wir mehr offen Schwule, PoC-Gangs aus den Vororten und von anderswo, militante Feministinnen und aggressive Transvestiten im Frank N. Further-Style ZUGLEICH im Stadion und vor allem auch als Funktionsträger hätten.

Das Spiel ging schwungvoll los, nach dem Führungstreffer waren sich die unseren zu sicher und fingen einen Gegentreffer ein. Ich weiß nicht, wie Tantra-Sex funktioniert, schade, aber hätte man sich auf das Spiel so eingelassen, dass all das Hinhalten, Bearbeiten, die immer neuen Wellen, Aushalten, beinahe doch, aber nee, wieder nicht, und dann, jaaaa, das so unsagbar orgiastische Finale als Technik zur meditativen Luststeigerung begriffen worden wäre, vielleicht hätte es ja noch mehr Spaß gemacht.

Vielleicht aber auch nicht, die Überraschung hätte gefehlt; noch kurz vor Abpfiff war ich mir sicher, dass wir uns noch einen fangen würden, und eine derartige Ekstase wie nach dem Bartels-Tor habe ich seit Bolls 1 zu 0 gegen die Rauten nicht mehr erlebt. Noch die trockensten Sprücheklöpfer, deren ironische Distanz ansonsten glänzte wie eine frisch polierte, dennoch schmunzelnde Stoßstange, fielen SCHREIEND einander in die Arme, jede Form war aufgelöst zugunsten entfesselter Glückseligkeit, wüstem Gebrülle, sabberndem Taumel, dionysischer Magie … ein Gefühl, das mit dem günstigen Astra aus der Domschänke in die Länge gezogen wurde, inmitten toller Individuen, die allesamt ihre ganz eigene Form gefunden haben im Laufe des Lebens. Das war schön mit denen. Und der ganze Stadionabend auch.

Prima!

„Fans von Tennis Borussia übergeben das Banner der Fangruppe „St. Pauli Mafia“, die es beim Spiel des FC St. Pauli gegen den MSV Duisburg am Millerntor präsentieren wird.“

Gegen Heteronormativität – was als Slogan keinerlei Heterophobie beinhaltet, übrigens – ist dann was für die nächste Runde. Vielleicht findet sich dazu ja auch noch ein griffigerer Term. Mehr dazu auch hier. (via Die Pauliane/Facebook)

Und „Für Critical Whiteness“ und „Gegen das Patriachat“, das kriegen wir auch noch hin. „Kogge versenken – Heteronormativität bekämpfen – Critical Whiteness durchsetzen – Patrichat beenden – Kapitalismus abschaffen“, ein 5-Punkte-Plan diesmal, sozusagen. Muss nur noch stolperfreier formuliert werden.

 

Weiter so!

Robert Anton Wilson, den man ab „Cosmic Trigger 3“ lieber nicht mehr lesen sollte, weil man dabei im Gefühl verreckt, Rayson von den „Bissigen Liberalen Ohne Gnade“ habe bei ihm abgeschrieben, stellt irgendwo in seinem verstreuten Werk fest: Der weltweite Umbruch 1968 sei auch so zu verstehen, dass die erste Generation, die mit dem Fernsehen aufgewachsen ist, auf die Straße ging, Bewusstseinserweiterung suchte, in Prag Panzern gegenüber stand und in Deutschland mal im Anzug, mal wie Langhans den „Muff unter den Talaren“ bekämpfte.

Das ist ganz spannend: Die irgendwie apolitischen „Halbstarkenkrawalle“ der 50er Jahre waren noch durch das Radio, R&B- und Armee-Sender, wie auch das Kino, „Blackboard Jungle“, angeregt. Das soll jetzt keineswegs die These implizieren, ohne diese Medien hätte es die Verwerfungen nicht gegeben, wie Konservative das gerne hätten. Umgekehrt strukturiert die Produktivkraftentwicklung Öffentlichkeiten, ob man das nun mag oder nicht, und damit muss man umgehen.

Wir haben nun auf der Süd, wenn ich das richtige sehe und verstehe, die erste Generation, die wirklich mit dem Internet als Kommunikationsmedium aufgewachsen ist, stehen, singen und performen. Zwar haben auch alte Säcke wie ich und die vielleicht um die 10 Jahre Jüngeren sich in Computerwelten eingegroovet, es haben auch nicht alle wie ich die ersten Uni-Hausarbeiten noch mit der Schreibmaschine geschrieben, mit Blick auf Flora-Demos auf dem Pferdemarkt und allseits manifeste Polizeistaatlichkeit, als man noch Abende lang seufzend neben dem Festnetz-Telefon saß und auf den Anruf der aktuellen Affäre wartete und morgens im Briefkasten nach Post suchte, die nicht nur aus Rechnungen und Steuerbescheiden bestand – z.B. von der feministischen Cousine aus Tübingen, wilde Debatten zu Foucault und Habermas, Kant und Vernunftkritik, seitenlang.

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass sich das auf Sichtweisen auswirkt. Während Teile des „Gegengerade-Establishments“ sich bis heute fasziniert von Beckmann-Slogans wie „Das Freudenhaus der Liga“ zeigen und Fanzines schreiben, die exakt so aufgebaut sind wie Stadtzeitungen, deren Bauweise sich in den 80er Jahren etablierten, beherrschen die Jüngeren die Kommunikation im Netz, kommunizieren symmetrischer und kennen sich im Positiven (transparente Öffentlichkeiten, dezentrale Vernetzung)  wie auch im Negativen (Shirtstorm, entfesseltes Trollen) einfach besser aus mit den neuen Kommunikationsmedien. Toll z.B. dieser Dialog zwischen Lichterkarussell und EslebedasLaster.

Da stellen sich auch Kritikmuster auf einmal ganz anders dar, als wenn man nun auf Abwehr jeglichen „Kiez-Klischees“ setzt und irgendwann sich auf eine Perspektive einschießt, die mit „spießig“ noch wohlwollend beschrieben ist (was man ja ändern kann):

„Von außen betrachtet sieht alles noch immer so “kultig” aus, und das meine ich sogar positiv (!!!!). Der verrückte, schwule Theaterfreak aus Hamburg-St. Pauli. Das Original, dass politisch interessiert ist und am Hauptbahnhof den Spiegel zerstörte, hinter dem die Polizei saß, um die Homosexuellenszene zu beobachten. Der schrille Corny, der so gut zu passen scheint zu diesem herrlich verrückten Stadtteilverein. Nach Innen sah es ganz anders aus. Nach Innen hast du den Verein und fast alle seine Gremien lange Zeit an einem Nasenring durch die Gegend geführt und immer mehr Menschen gegen dich aufgebracht.“

Ungefähr nach dieser Sicht der Dinge habe ich mich immer geradezu gesehnt. Das wird angerissen, wenn man mit „aktiven Fans“ im Raval sitzt, aber immer mit diesen Sottisen „Diese Sprüche zu seiner sexuellen Orientierung kamen dann nicht mehr so gut an“ gewürzt, wo ich innerlich zusammen zucke als jemand, der gelernt hat, seine „sexuelle Orientierung“ immer wieder zu verstecken, während Heterosexuelle ihre ständig zelebrieren, rund um die Uhr auf allen Kanälen. Der erst als „Schwuler “ produziert, dann exkludiert wird, um auch noch permanent auf die Nase zu kriegen, wenn er erwähnt, dass das so ist, weil ja alle gleich seien. Schon ein sadistisches Spiel, unbewusst.

Kleiner Tipp deshalb an all die Beleidigten und Verletzten, die sich in letzter Zeit am Wegesrande meiner Kommunikation türmen: Sie können ja mal versuchen, Heterosexuellen-Szenen ALS Heterosexuellenszenen zu betrachten, White-Comunities ALS White Communities.

Bei vielen der empörten Sottisen bei Jahreshauptversammlungen gegen Corny habe ich natürlich da gesessen und nur noch eine linken, homophoben Mob wahr genommen, vielleicht zu Unrecht, aber das ist ja nix, was man sich nun immer nur einbildet, und ohne Empfindlichkeiten läuft ja nun keiner durchs Universum. Ich sage nicht, dass das ein homophober Mob WAR, aber vielleicht hat meine Wahrnehmung dessen ja trotzdem Relevanz.

Mir fehlte immer die Anerkennung dessen, wofür Corny eben AUCH steht, was für meine persönliche Biographie tatsächlich wichtig ist als ehemaliger Stammgast in „Tivoli“ und „Wunderbar“, der direkt davon profitierte. In der Hinsicht ist der für mich auch Vorbild.

Ein Labsal, das nun bei Eslebedaslaster zu lesen, wobei ich auf das Attribut „schrill“ auch hätte verzichten können. Egal.

Mit so einer Variante komme ich supergut klar: endlich nicht mehr dieses sinnentleerte Eindreschen auf irgendwelche Symbolfiguren aus schwulen Kontexten, sondern eine differenzierte Sicht der Vorgänge. Weil ich all die dort geschilderten Kritikpunkte supergut nachvollziehen kann.

Wobei sich ja auch die ignorierten Gremien mal fragen können, ob es zumindest auch auch an ihnen liegen könnte, wenn manche sie manchmal nicht ernst nehmen. Nur mal so nebenbei als Frage, nicht als Behauptung gestellt.

Habe lange in einem Unternehmen gearbeitet, das von einem echten Patriachen geleitet wurde, ein Charismatiker, der wirklich die Branche gerockt hat, ein scheißarroganter Knopf, der mitten in Meetings mit sich fürchterlich wichtig fühlenden Kunden aufstand, gelangweilt im Obstkorb wühlte, sich wieder hin setzte und breitbeinig am Sack kratzte, um mitten in den Kundenvortrag einzufallen und ein völlig anderes Thema anzustoßen, was ihm gerade durch den Kopf ging. Ich kann eine gewisse Bewunderung da nicht verhehlen. Der hat streckenweise agiert wie eine Wildsau und war komischerweise deshalb sehr durchsetzungsfähig, auch im Guten. Und er war vor allem nicht minder respektlos „nach oben“, also Leuten gegenüber, von denen er sogar wirtschaftlich abhängig war. Und es tat dem Unternehmen irgendwie auch gut, dass alle sich an ihm rieben, so schaffte er im Alleingang, die Gründung eines Betriebsrates zu provozieren. Solche Antagonismen setzen ja Energien frei, das hat das Lichterkarussell einfach recht.

Das ist politisch-idealtypisch totale Scheiße, das weiß ich. Trotzdem hat Franz-Josef Strauss mehr Leute auf die Straße gebracht als Frau Merkel.

Dann jedoch kamen Finanzinvestoren in das Unternehmen, der Charismatiker verlor an Einfluss. Es wurde alles sehr höflich, und hinter dieser freundlich-diskursiven Art herrschte Eiseskälte. Es war alles so nüchtern, so (zweck)rational, dass Menschen nunmehr GAR NICHT MEHR zählten, von gelegenttlichen Ausfällen „die hat sich doch auch nur schwängern lassen, um Kündigungsschutz zu genießen“ mal abgesehen. Es wurde auch nicht mehr herabgewürdigt, es gab nur noch Zahlen, Images, Mission Statements, aber nix mehr, wofür diese standen. ALLES wurde zur strategischen Manövriermasse. Die Firma hat das nicht überlebt und fällt gerade endgültig auseinander.

Ich will die Charismatiker nicht idealisieren, und ich weiß auch nicht, ob Corny eben all das Selbstreferentiell-Funktionale  intern auch und zugleich war. Ich finde alles stichhaltig, was Eslebedaslaster schreibt, und habe beim Lichterkarussell das Gefühl, er vermisst so was wie meinen alten Chef und spürt genau das, was die Neuen da treiben: Aalglattes Zahlendrehen hinter der Fassade des „Moderierens“.

Ein anderer Aspekt sei dennoch hervor gehoben aus dem Text von „Es lebe das Laster“:

„Wir haben es vor Abfahrt vor der alten Südkurve gesprüht. “Corny, mach Schluß mit dem Theater” stand da drauf. Witzig, oder? Im Nachhinein begann das Theater erst richtig, aber irgendwie hätten wir uns das auch denken können, wenn wir einen Theater-Produzenten holen, um unseren Verein zu führen.“

Ich stelle einfach mal die These auf, dass das nicht nur Cornys Problem ist, sondern eines des ganzen Vereins. Und dass es ganz generell wenig Sinn macht, ständig zwischen „Schein“ und „Sein“, dem „Künstlichen“ und dem „Echten“ zu unterscheiden, Strukturen, auf die man als so called „Homosexueller“ ziemlich sensibel reagiert, weil einem zeitlebens irgendetwas Unechtes unterstellt wird, während das „Wahre“ bei den Heten wohnt.  Das ist der Jargon der Eigentlichkeit, nicht Entfremdungskritik. Die Differenz zwischen Außensicht und Innenperspektive ist nicht der Unterschied zwischen Schein und Sein, sondern eine andere Form der Kommunikation.

Es gibt ganz generell das Problem, dass bei uns wahnsinnig viel auf der Ebene medialer Effekte sich situiert und dann verpufft. Was für tolle Bilder mit dem „Jolly Rouge“! Was für eine geile Choreo! Haben wir wieder tolle Transparente gegen Rassismus gemalt!

Das ist alles aller Ehren wert, ich hege tiefe Bewunderung für jene, die allwöchentlich unglaublich beeindruckende Aktionen auf die Beine stellen und kann als fauler Haupttribünensitzer da auch mein Maul nun wirklich nicht weit aufreißen.

Erhoffen würde ich mir trotzdem, dass, was Teil der medialen Gegeninszenierung ist, bis hin zu der Blockade, deren Anliegen ich völlig richtig fand, deren Durchführung nicht so gelungen und deren Gegner oft noch schlimmer, um noch mal da hin zu gehen, wo es weh tut, vertiefend auch im Verein sich wieder fände.

Vieles kenne ich bestimmt auch gar nicht.

Aber so, wie Lichterkarrussell und Eslebedaslaster das Netz bespielen, die eigene Rolle „unter Corny“ reflektieren, scheint ja ein Prozess anzulaufen, der in die genau richtige Richtung weist. Weiter so.

Die Wünsche, Bedürfnisse und Grenzüberschreitungen der Anderen

Puzzlestücke hat einen mich tatsächlich tief berührenden Text geschrieben, den ich jedem zur Lektüre empfehle.

Intensiv behandelt sie jene innere Mechanik, die alltäglich angegrabbelten Frauen widerfährt und die sich auch in Beziehungen zeigen kann, dann, wenn man, wie das entsprechender Literatur folgend ja üblich zu sein scheint, als Frau im Zuge der Sozialisation die Verantwortung für die Beziehungs- und Bedürfnispflege Anderer aufgebürdet bekam, während die Jungs sich darauf trainieren, gesellschaftlichen Status und Durchsetzungsfähigkeit zu erlangen und sich auf die Rolle als Fortpflanzer und Ernährer vorzubereiten. Was bei jenen, die in diesem Schema „scheitern“, dann auch zu allerlei Unlustigem führen kann.

Die Geschlechterrollendifferenz lässt sich vielleicht anhand zweier meiner Erlebnisse klar machen: Eine Situation, ich war ca. 17 und hatte damals sehr weiche Gesichtszüge und lange Haare, in einer Göttinger Disco – ein besoffener Öko setzt sich ungefragt auf meinen Schoß und droht mir Schläge an, wenn ich ihn runter schubse. Ich war völlig perplex, mir sicher, er hielte mich für eine Frau, und durfte also wider Willen erleben, was die sich so raus nehmen, die Hetenmänner. Meine Schwester deutete das zwar als schwule „Anmache“, ich nicht. Und saß trotzdem paralysiert da, weil ich nun nicht unbedingt darauf trainiert war, mich gegen grabbelnde Heten zu wehren, sondern eher ziemliche Angst vor antischwuler Gewalt hatte und, völlig idiotisch, dachte: „Gott, was was macht der bloß, wenn der merkt, dass ich gar keine Frau bin?“

Das sei deshalb erwähnt, weil es vielleicht klar macht, wie ähnliche Erlebnisse aufgrund unterschiedlicher „Konditionierung“ unterschiedliche Reflexe auslösen können. Was bei einer generalisierten Debatte, in der die unterschiedlichen Erfahrungsdimensionen verschiedener gesellschaftlicher Positionen nicht berücksichtigt wird, eben völlig untergeht. Ein Weißer WEISS OFT NICHT, was ein Schwarzer in einer Diskriminierungssituation fühlt. Und die meisten sind dann nur beleidigt, wenn sie darauf hin gewiesen werden, diskutieren, was Rassismus sei und was nicht und landen bestimmt nicht an dem Punkt, einfach mal zuzuhören, anstatt sich mit dem eigenen, schlechten Gewissen zu beschäftigen. Ich vermute mal, dass Feminismus formulierende Frauen das Schema kennen, und meiner Erfahrung nach ist die Reaktion in diesem Fall aktuell am schärfsten. Na, was PoC-Frauen so alles erleben, die ständig noch von ach so aufgeklärten, Weißen zur sofortigen Selbstbefreiung aufgefordert werden, während man sie zugleich doppelt paternalisiert, sexualisiert und verniedlicht, ja, ich will das wissen, damit es aufhört. Und lasse mich auch sofort für alles rüffeln, was ich hier ggf. kontrafaktisch mutmaße.

Eine anderes Erlebnis: Ich schlage mich auf dem Nachhauseweg vom Kiez einigermaßen betrunken in die Büsche, um zu pinkeln (man darf mich jetzt fürs Wildpinkeln beschimpfen), und auf einmal drängt sich jemand hinten an mich und drückt mir seinen Schwanz in die Hand, zischt „Gib’s mir!“. Es war wohlgemerkt kein „Cruising Area“. Ich fahre herum und ihn an, er solle das mal bleiben lassen. „Aber Du bist doch schwul!“ „Ja, aber deshalb kannste doch vielleicht vorher mal fragen, ob ich auch will!“ Und hielt einen Moralvortrag.

Auch hier wieder: Die Situation war Scheiße, aber in keinster Form vergleichbar mit dem, was eine Frau in der gleichen Situation empfinden würde, die eh durch latente Gewaltandrohungen ggf. sozialisiert wurde und zudem noch darauf diszipliniert, sich zu hinterfragen, ob sie irgendetwas „provoziert“ hätte. Für mich war spontane Reaktion „Nein, ich will nicht, die Form ist mehr als nur Scheiße, ich habe aber prinzipiell die Legitimität schwuler „Anmache“ nicht in Frage zu stellen, und der arme Kerl, wenn der jetzt an eine durchgeknallte Hete geraten wäre.“ Was ich mir ja nicht lange überlegt habe, das war eine spontane, vielleicht auch falsche Reaktion. Und ich hatte da nun als Mann auch nicht die Packen zu tragen, den Frauen mit sich herum schleppen.

Ein Referat als Plädoyer dafür, sich eben immer selbst zu hinterfragen, zu was man jeweils gemacht wurde und somit auch dafür, die Differenz zu den Erfahrungen anderer zunächst mal anzuerkennen, anstatt gleich die eigene darüber zu stülpen oder permanent narzißtisch gekränkt durch die Gegend zu laufen. Und vor allem dafür, sich den Text bei Puzzlestück sehr genau zu Gemüte zu führen trotz meiner umfangreichen Randbemerkungen.

Ein anderer, evtl. zu generalisierender Aspekt sei im Kontext dieses Blogs noch hervor gehoben:

„Ich werd jetzt nicht ins Detail gehen, aber grob gesagt verläuft mein innerer Gedankengang viel zu oft so: Person XY wird mich auf Dauer nur dann nett finden und mögen, wenn ich tue, was er_sie von mir erwartet (bzw. wovon ich glaube, dass es erwartet wird)“

Das ist insofern interessant, weil insbesondere männliche Leser hier ja regelmäßig aus der Fassung geraten und Kommunikationen abbrechen, wenn ich die Rolle des wohlwollend tolerierten Schwulen NICHT spiele, somit Verhaltenserwartungen nicht erfülle (so meine Problemdefinition). Oft bezieht sich das auf formale Fragen, irgendwas sei zu aggressiv, zu polemisch, zu sonstwas. Im Zuge der „Transphobie“-Diskussion merkten das auch schwule Leser nun wiederum in anderen Blogs an.

Zum einen finde ich das schon erstaunlich, als Antwort auf den Hinweis auf eine dem Selbstverständnis von St. Paulianern beruhend wohl  zurückzuweisende Diskriminierung erstmal formale Kriterien formuliert zu bekommen, WIE ich, mich verletzt fühlend, diese Verletzung zu artikulieren habe. Es wird also ein Grenzverstoß mit einer Verhaltenerwartung geahndet, und mangelndes Wohlverhalten negativ sanktioniert. Was für mich nichts anderes ist, als eben meine Erfahrung zu eliminieren, meine Subjektivität, und diese mit der Machtfrage, ICH bestimme die Form, zu beantworten. Zudem zumeist die formale Zurechtweisung erfolgt, weil die Inhalte nicht ausgehalten werden.

Diese irgendwie angenervten Reaktionen von anderen, vereinzelt, Schwulen habe ich mir, vielleicht zu Unrecht, als Resultat von etwas ziemlich Grausamen erklärt: Dass man

a.) an bestimmte Punkte gar nicht rühren will, weil die Reaktion, die man dann gewohnheitsmäßig erfährt, in der Regel noch deftiger ausfällt, als wenn man homo- oder transphobe Stereotype einfach so hin nimmt. Man ist ja daran gewöhnt.

b.) Die Frage, was das mit einem macht, dass man sich daran gewöhnt hat, eine ist, die zunächst mal ganz gewaltig weh tut. Weil man realisiert, was für eine Einschränkung von Autonomie man ganz alltäglich erfährt, wie man duldet, sich zurück nimmt, um eben keinen abzubekommen. Wie man sich selbst anhand dessen geformt hat, was als diskreditierende Zuschreibung zeitlebens auf einen einprasselt. Was in „der Szene“ ja zu viele der dortigen Auswüchse führt: Die internalisierte Homophobie und die Selbstdefinition über sexuelle Praxen, die ja schon im Wort „Homosexualität“ steckt, neigt dazu, total zu werden. Ohne dass die internalisierte Homophobie dadurch getilgt würde.

c.) viele sind so froh, dass sie mal irgendwo NICHT fortwährend – indirekt – attackiert, dass sie es als bedrohlich empfinden, wenn in diesem Raum eben auch existierende Probleme benannt werden. Sie haben dann Angst, dass auf diesem Feld, wo man ausnahmsweise mal meistens nett zu ihnen ist und nicht heimlich in der Kaffeeküche getuschelt wird, obwohl sie doch gelernt haben, „es sich nicht anmerken zu lassen“, dass sie es sogar für unglaubwürdig empfinden, wenn jemand sich Aggression zutraut. Wobei ich noch vor 10 Jahren zu diesem nachholenden Empowerment auch nicht in der Lage gewesen wäre. Für mich ist das die einzige Form, die Verletzlichkeit nicht zu dominant werden zu lassen, wenn ich Herabwürdigung empfinde. Ja die Schwuppen, diese Sensibelchen. Und schon ist man wieder drin. Exakt DAS will ich vermeiden.

Vielleicht haben diese Strukturen ja doch ein wenig mit dem zu tun, was Puzzlestück so eindrucksvoll schreibt.

Dieses permanente Angegrabbeltwerden hingegen, was mir viele Frauen berichtet haben, muss ich zum Glück nicht erleiden. Mich spricht auch niemand nachts in der Kölner Altstadt an „Na, keine Angst hier so alleine, Kleines?“

Dieses sich an den Bedürfnissen Anderer statt an den eigenen zu orientieren, das kenne ich hingegen gut, wenn auch nicht so alltäglich, tief sitzend und durchgreifend wie viele heterosexuelle Frauen, die in ihren Partnerschaften und Beziehungen zur Wunscherfüllungsmaschine von Männern und auch Kindern mutieren, um gemocht zu werden.

Falls ich übertreibe oder etwas falsch verstehe, bitte ich um sofortige Korrektur. Diskussion eröffnet.

 

Na, das ist doch mal was! Vielleicht „Fanszene FC St. Pauli goes Adbusters“?

„Genau diese Diskussion wollen wir mit allen Interessierten führen. Vorerst wird es beim Montagsspiel gegen Duisburg neben einer kochenden Südkurve also vor allem Protest in Form von Spruchbändern und Unmutsäußerungen geben. Unsere Fanszene hat gerade in den letzten Monaten bewiesen, dass gute Ideen und teilweise sogar Bewegungen entstehen, wenn sich viele Fans mit verschiedenem Background mit einem Thema beschäftigen.“

Finde ich ja schon deshalb gut, weil die auch von mir so oft gescholtene, vielleicht auch fälschlich subjektiv nur so empfundene Abschottung der „aktiven Fans“ da demonstrativ aufgeweicht wird und auch nicht mit „Schreib doch mal einen Leserbrief, aber was Diskriminierung ist, entscheiden Hand in Hand Forums-Moderatoren und die Redaktion“ beantwortet wird. Das war jetzt ein strukturelles, kein inhaltliches Argument. Es wird das Medium Netz zeitgemäß genutzt, da jubiliere ich innerlich.

Schön ist auch, dass mal eine Frage gestellt wird – nämlich die nach den Grenzen der Beschäftigung mit medialer Wirkung bzw. derer Mechanismen. Es ist ja leider so, dass die meisten Protestformen ratzfatz vom Medium aufgesogen werden und als Teil einer bunten Bilderwelt sofort quotenträchtiges Sujet werden können. Selbst Bilder von Gewalt liebt und produziert das audiovisuelle Medium und zeigt sie drum immer wieder, weil es zudem die oberflächliche Empörungsmaschinerie in Gang zu setzen vermag. Wäre Nivel am Boden vom Privatfernsehen gedreht worden, hätte man mit den Lizenzen richtig Geld verdienen können – grausam, aber wahr.

So lange ich nun ins Stadion gehe, so lange gibt es die Proteste, und bewirkt haben sie rein gar nix, muss man ja bei aller Bewunderung für die Aktivisten immer wieder fest stellen. Weil der kapitalistischen Maschinerie, die anderswo etwas unbeholfen als „verkürzte Kapitalismuskritik“ in einem falschen Kontext verortet wurde, eben niemand entkommen kann. Das ist ja das etwas Absurde daran, wenn einer Lilo Wanders vorgeworfen wird, dass sie Geld verdient – mal ab von den mittels Hartz IV Exkludierten und den Studenten und Rentnern auf den Rängen auch nur zum Teil kommt ja nun niemand drumrum, sich immer mal wieder die Finger schmutzig zu machen. Entsprechend ist das folgende:

„Seien es vom Übersteiger initiierte Boykottaufrufe gegen die werbenden Firmen, Angriffe auf Mitarbeiter des Fernsehens, Übertragungsstörungen durch die Pro 15:30-Bewegung, der optische Protest beim Spiel selber mittels Spruchbändern oder der 20-minütige Supportboykott, um im Rahmen unserer Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Fußball aussieht, wenn dieser Irrsinn sich weiter durchsetzt.“

auch eher kontraproduktiv, mal ab vom Stimmungsboykott, weil irgendwelche Kabelhilfen und Kameramänner, ja, selbst die Redakteure von Sport1 nun auch schon lange kein lustiges Leben mehr haben; der Strukturwandel in den Medien macht ja vielleicht vor Döpfner, Sarrazin und diLorenzo halt, aber selbst die Arbeitsbedingungen bei Springer sind einfach die Vorhölle, so wird gemunkelt, wenn man die Mitarbeiter mal beim Abendessen trifft. Und würde man die Firmen durchleuchten, wo USP-Mitglieder oder Übersteiger-Redakteure arbeiten, träfe man wohl auch kaum auf das wahre Leben im Falschen, oder allenfalls in Ausnahmefällen. Manchmal ist das nun auch ein wenig verlogen, im Stadion einen auf Anti-Kommerz zu machen, um am nächsten Tag dann Mehrwert für Multis zu generieren.

Ein wenig anders als die Arbeitsbedingungen in den Medien verhält es sich in der Tat noch in der Werbung – je mehr Werbung ins Netz wandert, desto schwieriger werden allerdings auch diese. Das mediale System ist ja eben, mal allgemein bekannte Binsenweisheiten verkündend, teils gebühren-, teils werbefinanziert, und vergleicht man die Budgets für eine öffentlich-rechtliche Dokumentation, die sich mit den Kolonialismusfolgen oder Schwulenverfolgungen in katholisch und orthodox geprägten Ländern beschäftigt mit jenem für einen Audi-Werbespot, da kommt man schon ins Grübeln. Insofern fand ich die Adbusters immer von der Grundidee her gar nicht schlecht, die Gegen-Meme starten und Werbebotschaften destruieren. Das meines Erachtens bisher wirkungsvollste Mittel war ja das ziemlich schlichte „Scheiss DSF“, weil das nun etwas ist, was die wirklich nicht zeigen wollen und eben die „Mittendrin statt nur dabei“-Werbung plump, doch wirkungsvoll destruierte . Ebenso wenig wie totale Öde, aber das passt irgendwie nicht zu uns. Das ist ein Kapital, über das Oberhausen verfügt, was ich völlig unironisch meine, im Gegensatz zu uns sind die ja wirklich Underdogs. Und das bei uns grassierende Biedermann-Getue kann ja auch nicht die Lösung sein.

Umgekehrt könnte man schon auch Bilder von wilhelminischen Massaker-Soldaten mit dem „Ein Platz an der Sonne“-Slogan konfrontieren, mal ganz selbstkritisch, ausnahmsweise. Auch mit anderen beim DSF Werbetreibenden müsste das ja möglich sein – kein großer Konzern hat KEINEN Dreck am Stecken, das wissen die ja auch alle, deshalb gründen sie sie ja kompensatorisch Stiftungen, um Abbitte zu leisten. Im Grunde genommen wäre so eine Gegenwerbung mit aufklärerischer Stoßrichtung doch mal was, oder? In der Tradition eines Klaus Staeck, sozusagen. Man kann das ja verdichten. Ein  Beispiel fällt mir gerade nicht ein, das erfordert ja etwas Recherche.

Ich glaube ja ergänzend, dass auch wüst kopulierende, schwule SM-Sessions auf den Rängen denen ganz schön den Spaß verderben würden. Das würden die auch nicht zeigen wollen. Das halte ich allerdings nicht für wirklich durchsetzungsfähig 😉 …

Ähem …

Offensiv homophobe Beschimpfungen, Vereinsmäzenen entgegen geschmettert, fallen ja sogar manch Fanzine im Umfeld des FC St. Pauli auf, das es da ansonsten nicht so genau nimmt. Merkwürdig hingegen die Reaktion auf andere Anfeindungsmodi in Richtung von Piepston-Hopp, die andernorts zu lesen waren, und deren öffentliche Diskussion:

 

 „Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als ‚Sohn einer Hure‘ beschimpft zu werden. Das Schlimme ist, man fühlt sich total hilflos. Ohnmächtig. Ich bin auch nur ein Mensch. Wer meine Mutter kannte, weiß: Sie war eine herzensgute Frau. Es tut weh, so beleidigt zu werden.“

 

Ich finde es auch nicht gut, Herrn Hopp zu beleidigen. Der gibt auch nur einer Struktur ein Gesicht.

Aber wieso beleidigt dieser dann im Gegenzug Huren (in der Hoffnung, dass diese Selbstbezeichnung noch up to date ist)? Man kann nun wirklich viel zum Thema Prostitution denken und schreiben, ein hochkomplexes Thema, aber die Nachkommenschaft von Sex-Arbeiterinnen ebenso zu verunglimpfen, wie a priori davon auszugehen, bei Huren könne es sich nicht um herzensgute Frauen handeln, also, mich empört das schon.

Zudem auch die populäre übertragene Bedeutung „Frau mit verschiedenen Sexualpartnern“, im Volksmund ja negativ belegt, warum eigentlich?, nur einmal mehr diese absurde bürgerliche Vorstellung, eine Frau habe Gattin zu sein und einem Mann zur Verfügung zu stehen, zementiert (während der sich ggf. Puffbesuche mannhaft zugesteht, um dann die abzuwerten, die da arbeiten). Was nix gegen wechselseitig einvernehmliche und freiwillige Treue-Geblöbnisse sagen soll.

Kann man den Beschimpfungskanon nicht mal etwas weniger bürgerlich-patrichal gestalten? Wenigstens auf die Freier von Zwangsprostituierten losgehen? Vorschläge erbeten.

PC mal wieder

Es gibt ja Leute, die fühlen sich total befreit, wenn sie das „Joch der PC“ phasenweise mal hinter sich lassen und so richtig schön die Sau raus lassen können. Endlich dieser totalitären Indieckestellerei impertinenter Marginalisierter enthoben! Kann man beim HSV erleben, wenn knackärschige Vorstadtgymnasiasten so richtig lustvoll ihren Rassismen, ihrer Frauenfeindlichkeit und ihrer Verachtung für Schwule Raum lassen. Hach, das entspannt!

Nun ist ja schon die Frage, was das für eine eigentümliche Vorstellung von Freiheit ist, die im wesentlichen darin besteht, Räume zu fordern, in dem man Andere herabwürdigen kann. Eben die abendländische Form von Freiheit ist das, die Antwort liegt nahe. Das ist man hier so gewohnt, seine Identität auf Kosten Anderer, denen man aus unerfindlichen Gründen sich überlegen fühlt, kulturell oder wie auch immer, zu gewinnen. Da steckt tief drin. Das will raus. „DU SCHWUCHTEL!“

Nun gibt es auch andere Begriffsverwendungen von PC, die das eher im Allgemeinen auf eine Selbst-Tyrannei als Moralist beziehen. Also, in freudschen Terminologien, sozusagen ein Es leben will, das die Umklammerung durch das Über-Ich zurück weist und es sich heraus nimmt, einfach mal zu fühlen. Zuzulassen. Indem man z.B. im Stadion den Schiedsrichter wüst beschimpft. Es sollen sogar schon Bierbecher geflogen sein, und danach tobte dann erst mal eine Schlacht um Moralhoheit von Über-Ich-Geprägten. Dazu lese man einfach mal die Studien zum autoritären Charakter Adornos.

Kurz, bevor der Bierbecher flog, war ich derart wüst am Pöbeln gegen das Schiedsrichtergespann, dass ein älterer Herr, ich glaube sogar vom „Alten Stamm“, vor mir tatsächlich sich völlig entsetzt umdrehte und beim nächsten Spiel lieber erst mal woanders saß. Geworfen habe ich nicht!

Ich bekenne, dass ich ich mich dafür noch keine Sekunde geschämt habe. Und ja, auch ich finde, dass dafür ein Stadion der Raum sein dürfen, St. Pauli dreckig bleiben muss und diese seltsame Kirchentagshaltung unserer Bürgerlichen nun auch nicht weiter hilft.

Nun kann man zwar darüber diskutieren, ob Schiedsrichtergespanne zu den strukturell Diskredierten gehörten. Ich würde doch eher sagen, dass sie auf der Seite der Macht stehen wie Polizisten eben auch, und Machtmissbrauch schon Anlass für Empörung ist.

Womit man wieder bei der PC-Frage im Allgemeinen ist. Ungefähr so basteln sich nämlich tatsächlich globa mit erschütternder Wirkungsmacht, wenn ich es richtig verstehe, ursprünglich von den USA ausgehend politische Bewegungen von Personen aus nicht-marginalisierten Positionen im Kampf gegen den „PC-Terror“ ihr Weltbild als Unterjochte. Überall Juden, Schwule, Schwarze, Frauen, Migrantenverbände, die irgendwie darauf aus sind, aufrechte Mehrheitsgesellschaftler ihrer natürlichen Ausdrucksformen zu berauben und in irgendwelchen Ecken abzustellen.

Ich würde doch darum bitten, beide Fragen, also die, ob man im Stadion auch mal rum pöbelt und die nach PC im Allgemeinen voneinander zu trennen. Das ist nämlich politisch gemeingefährlich, das zu vermengen. Nicht umsonst heißt eine der Herrn Breiviks wie auch immer inspirierenden Seiten „Politically Incorrect“. Nicht umsonst wähnen katholische Nazi-Seiten sich als Unterdrückte dieser Erde, während der Papst die Massen ins Olympiastadion zieht und in öffentlich-rechtlichen Sendern wie auch Fernsehräten Kirchen sitzen. Eine leichtfertige Verwendung dieses „politisch unkorrekt“ ist aktuell politisch nicht harmlos. Was keinerlei Rechtfertigungsdruck erzeugen soll, so schwer ist ja nicht, das bleiben zu lassen.

Diese hahnebüchene Propaganda, dass irgendwelche Minderheiten mittels Lobbyorganisationen permanent dabei sind, Mehrheiten totalitär zu unterdrücken, ist ungemein erfolgreich. Es sollte schon jedem klar sein, dass diese Denkfigur schlicht ein Zementieren gesellschaftlicher Verhältnisse zuungunsten tatsächlich Dominierter ist und letztlich die Forderung nach einem Recht auf Herabwürdigung ganzer Bevölkerungsgruppen darstellt. Also: Ein Recht auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird eingefordert. Kann ja jeder selbst auf den Volksverhetzungsparagrafen beziehen.

Und es ist ein Unterschied, ob man, wenn man sich äußert, zur dominanten oder zur gefälligst servil zu bleibenden Gruppe gehört oder auch nicht. Das gilt für alle Diskreditierungsdimensionen, also Klassismus, Sexismus, Rassismus, Homophobie, um die zentralen Methoden zum Erhalt struktureller Ungleichheit zu benennen. Und dass diese vorliegt, ist eine empirische Frage.

Eine Anrennen gegen diese strukturelle Ungleichheit ist KEIN Unterjochen von irgendwas, sondern das Einfordern von Lebensmöglichkeiten für alle gleichermaßen. Manchmal irrt ja sogar Robert Anton Wilson, wenn er schreibt:

„Abgesehen davon kann ich mir auch keinen bedeutenden Künstler oder Wissenschaftler vorstellen, der sich tatsächlich als „politisch korrekt“ bezeichnen ließe, da „politische Korrektheit (wie jedes andere Dogma auch) ein informationsarmes Enviromnment erzeugt, und jede Kunst und Wissenschaft immer zu Informationsvermehrung strebt.

Information, so sagte einmal der Mathematiker Norbert Wiener, besteht immer aus den signalen, die man nicht erwartet?“

Robert A. Wilson, Cosmic Triger 3, Position 3183 von 6307 in der iPad-Kindle-Version, Hamburg 2011

Die Frage nach der Kunst mal außen vor lassend: Das Gegenteil ist der Fall. Heteronormativität, Rassismus, Klassismus und Sexismus sind gerade deshalb so erfolgreich, weil sie Erwartungen stabilisieren, Realitätstunnel zugunsten dominanter Gruppen erzeugen und nichts zulassen, was sich außerhalb einer prästabilisierten Ordnung bewegt. Frauen, die aus zugewiesenen Positionen ausbrechen, bekommen das in der Regel am drastischten zu spüren – schwarze Frauen bekommen noch einen mehr drauf, doppelt diskreditiert, da sich Erwartungen an sie richten, deren Objekt zu sein ich wirklich niemandem gönne. Und ich bewundere jede, die das aushält, zutiefst.

Der Kampf gegen den vermeintlichen „PC-Terror“ dient gerade der Informationsunterdrückung: Schwule, die selbst definieren, wann sie diskriminiert werden oder gar in Machtpositionen sich befinden, bilden ebenfalls eine Irritation des Systems, weil sie lieb gewonnene Gewohnheiten infrage stellen. Dann fordern in der Regel heterosexuelle Männer irgendeine „objektive“ Definitionhoheitsprozedur ein, um Schwule zu entmündigen, Hauptsache, es hört ihnen keiner zu – und das hohe Gericht beanspruchen dann natürlich wie immer schon Heten für sich.

Wobei einmal mehr zu betonen ist, dass ich hier keinen Essentialismus predige, „schwul“ und „hetero“ sind sozial strukturell wirksame Entitäten, die zugewiesene Rollenmuster darstellen, keine selbst gewählten oder Bekenntnisse erfordernden Identitätsmuster oder gar „Wesen“ von irgendwem. Man wird durch sie geprägt und kann sich zu diesen Prägungen verhalten. Diese Prägungen zu ignorieren ist einfach selbst eine Herrschaftspraxis zum mundtot machen.

Das könnte man jetzt anhand aller zentralen strukturellen Methoden zur Informationsunterdrückung durchspielen,; bei Frauen wird oft biologisiert, bei Schwarzen oder auch „Arabern“ traut man sich das nicht mehr so richtig, da sabbelt man von „Kultur“ und meint „Rasse“, und Klassismus Unterworfene sind sowieso grundsätzlich selbst schuld.

Ganz übel wird es nun für jene, die sich auch noch gänzlich außerhalb dieser Muster bewegen. Bisexuelle z.B., es war neulich ein ziemlich beeindruckendes Plädoyer bei Kiturak zu lesen zur Frage, inwiefern Bi-Menschen Teil „schwullesbischer Bewegungen“ sein können. Diese liefern, in Wilsons Terminologie, Informationen, die Erwartungsmuster und GS, Glaubenssysteme, und somit Realitätstunnel zum Einsturz bringen können in binären Ordnungen, und werden deshalb gar nicht wahr genommen. Auch Trans-Menschen gehören dazu, und eine Debatte, die dann plötzlich zwischen „echten“ und „unechten“ Trans-Menschen unterscheidet, zeigt einfach nur Sehnsucht auf, sich in irritationsfreie Räume zu begeben, wo man im Jargon der Eigentlichkeit wieder festen Boden unter den Füßen gewinnt.

Auch Rassismus Menschen „asiatischer Herkunft“ gegenüber, in Deutschland irgendwie quer stehend zu anderen Diskussionen, da oft mit allgemein als „positiv“ konnotierten „wesenhaften“ oder „kulturellen“ Mustern belegt und deshalb von den „politisch inkorrekten“ Broders dieser Welt missbraucht, Minderheiten gegeneinander auszuspielen, sind ansonsten ein Faktor, den man aus Diskussionen lieber raus lässt. Zu viel Information, klare Rollenmuster könnten aufweichen.

Nee, Papa Wilson, da hast Du Dich nachhaltig geirrrt und warst gerade im falschen Realitätstunnel unterwegs. Ganz im Gegenteil: Die Forderung nach PC ERMÖGLICHT erst Informationsvielfalt, also all den wuselnden, differenten Erfahrungen von Indivduen Gehör zu verschaffen. Insofern wäre es auch anzuraten, dass mal heterosexuelle, weiße, Männer sich hinterfragen, wo sie einfach nur den großen Stereotypen gemäß sich verhalten, die als Machtfaktoren diese Gesellschaft strukturieren, oder wo sie tatsächlich individuelle Erfahrungsräume sich erobern. DAS ist ja das ende, aber eben nicht der Anfang der Debatte. Wenn sie sich z.B. spannende Sex-Toys bei Beate Uhse kaufen. Aber darüber spricht man ja nicht.

Ich schließe mich dem an!

„Als Mitglied des FCSP würde ich es begrüßen, wenn die JHV im Herbst beschliesse, dass immer VertreterInnen der Frauenabteilungen ins Präsidium einziehen

Ein offenkundig skandalöser Vorgang im Rahmen des FC St. Pauli, den stpauli.nu dort zitiert beschreibt, und wohl symptomatisch für die Platzhirschwirtschaft bei uns im Verein, sei es nun  im Präsidium oder auch anderen formalen und informellen Institutionen des Vereins.

Schön auch zu sehen, wie sich die Reihen der „Fanszene“ sogleich in einem Ziel zusammen finden, wenn es gegen das Präsidium geht, während Selbstkritik ja zumindest nicht zu den öffentlich zelebrierten Tugenden dieser gehört. Hinterzimmerwirtschaft zeigt sich in allen Belangen. Wobei da die Erklärungen von USP nach der Südkurvenblockade eine rühmliche Ausnahme darstellten.

 

PS: Nach Hinweis des Magischen FC korrigiere ich meine Zustimmung dahingehend, dass Frauen im Präsidium nicht notwendig solche aus dem Frauenfussball sein müssten, diese aber tatsächlich zu fordern wären.