Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Es wird auch Stanis Abstieg sein. Und der des Präsidiums.

Nein, nicht wegen „Schuldigensuche“ diese Headline. Auch nicht, um nachzutreten. Noch nicht mal, weil ich es allzu dramatisch finde, wieder in Liga 2 zu rutschen. Okay, die Anstoßzeiten. Und okay, wir haben schon mal erlebt, direkt in die 3. Liga durchgereicht worden zu sein. Das tat sehr weh.

Nein, es geht darum, aus Fehlern zu lernen, im Sinne einer gelingenden Zukunft. Das geht nur mittels Kritik,

Letztlich wird uns was eigentlich sehr Schönes den Klassenerhalt gekostet haben: Dieses fraglose Festhalten an der eigenen Historie. Eben an Holger Stanislawski, dem wir alle, auch ich von ganzem Herzen, zu Dank verpflichtet sind. Dem ich alles Gute wünsche, obgleich ich nicht glaube, dass das im Kraichgau wohnt.

Nur schwingt bei dieser Tugend der Treue die Weigerung mit, Neuland zu betreten. Neuland, das eben nicht Konservieren ist, widersprüchlich flankiert vom Mitmachenwollen bei dem, was die anderen tun.

Ein seltsamer Zwiespalt: Einerseits dieses Festhalten am Eigenen, andererseits wie alle anderen auch auf Logen und Business-Seats zu setzen und wie Dortmund spielen zu wollen, obwohl der Kader dem nicht gewachsen ist. Jammern, dass man bei diesen bekloppten Fans ja eh nicht vernünftig Geld verdienen könne – ganz wie Honess das tun würde, oder ein Magath.  Natürlich ranzte J. gestern „Am Abstieg sind doch die Sozialromantiker schuld“.

Nee, eben nicht. Sondern, dass der sportliche Bereich sich verzockt hat. Fehlspekuliert. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder. Grund ist, dass die Hoffnung auf Klopp und Tuchel und dass er auch so einer sein möge, die Fehler Stanis verdeckte.

Jeder darf und soll Fehler machen, auch Stani. Das kratzt ja nicht an dem, was man an ihm bewundert. Aber lernen sollte man schon draus. Jetzt hinterlässt er jedoch einen Scherbenhaufen. Wir müssen „Ton, Steine, Scherben“ draus machen. Schritt für Schritt ins Paradies. Wieder mehr Punkrock auf dem Platz statt ständig scheiternde Versuche, den raffinierten Pass zu spielen. Fin Bartels hat gestern gezeigt, wie das geht mit dem Punkrock auf dem Platz. Der hat sich einfach durchgesetzt, und der Ball war drin.

Seine Mitspieler waren in Halbzeit 2 im Wesentlichen mit den eigenen Unzulänglichkeiten beschäftigt. Hat Frings in einem Statement auf der Homepage prima auf den Punkt gebracht. Weil die von Stani gewünschte Spielweise die Schwächen der Spieler offen legt, anstatt sie zu kompensieren. Diese nackte Panik „O Schreck, ein RICHTIGER Bundesligaspieler wie Pizarro!“, die auf Spielergesichtern aufschien, wenn der durchstartete, war in etwa die eines Mittelgewichtsboxers, der gegen ein Schwergewicht in den Ring muss. Das wurde angelernt im Zuge dieser Bundesligasaison. Deshalb gestern diese desolate zweite Halbzeit: Werder musste nur kurz den Druck erhöhen, und das Kaputtgeschossenwordensein, zu dem sich die Saison bereits in der Hinrunde entwickelte, auf Schalke, der Sky-Moderator damals, über den wir uns alle empörten, hatte recht, auch in Stuttgart, auch in Bremen, zu Hause gegen Mainz, brach auf wie eine offene Wunde.

Weil offenkundig keiner den Fehlern Stanis entgegen wirkte. Keine Ahnung, ob Schulte das versucht hat hinter den Kulissen. Ich weiß nicht, ob deshalb Stani Berichte in der FR, so schien es zumindest, lancieren ließ, in denen seine Differenzen zum Sportchef verbreitet wurden. Eben zu jenem Zeitpunkt, als seine Bewerbungstour begann. Und eigentlich Zeit für einen Schlusstrich gewesen wäre. Corny wäre wahrscheinlich nach dem gewonnen Derby gegangen.

Keine Ahnung, ob wirklich kein Geld da war, um in der Winterpause nachzurüsten, oder ob Stani sich durchsetzte im Glauben an den Kader.  Dabei zeichnete sich nun wirklich in der Hinrunde deutlich genug ab, dass wir vorne zu wenig Tore schießen und hinten zu leicht welche fangen. Ganz platt. Ein Ozcipka und ein Zambrano alleine machen noch keine Abwehr. Es darf nicht sein, dass deren Verletzungen nicht kompensierbar sind – auch ein heiler Rothenbach hätte das nicht geschafft. Bei aller aufrichtigen Liebe zu diesem Kader, der ja letzte Woche in Wolfsburg gezeigt hat, das er aus saucoolen Typen besteht. Wäre schön gewesen, wenn man denen geholfen, sie unterstützt hätte.

Die Zusammensetzung stimmte und stimmt einfach nicht. Mir tut es weh, dass einem Helden wie Lechner, den ich zutiefst bewundere, gestern mit einer derartigen Drastik seine konditionellen und spielerischen Grenzen aufgezeigt wurden. Dass man einen Traummann wie Bruns, seufz, nicht raus nimmt, der eine Halbzeit lang prima spielte, dann aber nur noch taumelte und ständig irgendwas versuchte, was er gar nicht kann.

Wieso stimmt es konditionell nicht? Wieso die ganzen Verletzungen? Das wirkt alles wie ein Mangel an Selbstreflexion, wenn sich immer die gleichen Vorfälle und Fehler häufen.

Bin ohne jede Erwartung zum Spiel gegangen. Denke gerade „Ach, ich hab die Jungs lieb, wenn sie da vor sich hin trümmern, weil es Liebenswerte sind, mit denen ich schon so verdammt viel erlebt habe!“, da gehen die in Führung. Weil ein nicht minder gemochter Peer Mertesacker dösbaddelig das Abseits aufhebt. Und es sei eh betont: Trotz des Marin-Fouls und dessen Schwalbenversuchen, trotz des unerträglichen Tim Wiese in scheußlichem Mint sind die Bremer gestern höchst sympathisch aufgetreten. Und diese Transparente zum nazifreien 1. Mai und „Flora bleibt!“ in deren Block: Super. Eben auch super, weil ein Schulterschluss in zentralen Fragen über getrennte Fanblöcke hinweg möglich ist und die Werderaner das aufzeigten. Danke!

Na, nach der Führung ging es auf einmal wieder um was. Ärgerte mich fast darüber. Die Sonne schien, ich war zu Hause, das Bier schmeckte, mir schien es prima laut zu sein, das „Forza!“ wurde mit voller Wucht angestimmt – und nun plötzlich diese Spannung.

Dann der Ausgleich. Ich wurde auch wieder etwas ausgeglichener. Geht ja doch wieder schief. Keine Angst vor dem Scheitern! Losersein hat ja auch was.

Doch nun geschah das oben Beschriebene: Die Mannschaft glaubte nicht mehr an sich. Gab sich schon vor (!!!) dem Führungstreffer auf. „Wir schaffen das doch eh nicht. Das ist ja eine richtige Bundesligamannschaft, die Bremer.“ Kruse dachte wahrscheinlich: „Da will ich wieder hin!“ Wenn der Trainer immer nur davon redet, dass man sich belohnen wolle, es aber nicht geschieht, verliert man halt die Zuversicht.  Zusätzlich der Druck zu Hause, es eigentlich dem Publikum recht machen zu wollen …

Was lernen wir nun aber daraus? Dass es nicht gut ist, unreflektiert und unhinterfragt an der eigenen Mythologie zu hängen, während man gar nicht merkt, dass sie sich auflöst und die Vision fehlt, wie sie fortzuschreiben wäre.

Was ist das eigentlich für eine Pressearbeit, die es zulässt, dass täglich Trainerabsagen berichtet werden? Wie kann es sein, dass „St. Pauli like“ mittlerweile als irgendeine bürgerliche Höflichkeitsform im Netz zelebriert wird, so dass man sich nur noch fremd schämt? Zum Glück reden die ja nicht mehr mit mir. Grauenvoll, dieser affektierte Quatsch, hinter dem sich hochaggressive Biedermänner verbergen.

Wie kann es sein, dass ein Präsidium sich zwar für Benimmregeln zuständig fühlt, aber so schwach ist, dass ein Trainer alles okkupieren kann und nun zum Abschied wirklich nix, was nach Zukunft aussieht, hinterlässt? Es sei denn, wir halten durch ein Wunder doch noch die Klasse.

Natürlich will keiner, dass die Gewählten ständig überall rein quatschen. Es war nur schon damals bei „Betriebsunfall“-Fast-Insolvenz-Reenald Koch so, dass der totale Freifahrtschein für Demuth falsch war. Die Quittung bekamen wir zu Beginn der nächsten Zweitligasaison, als mit einer grotesken Kaderzusammenstellung bereits beim Auftaktspiel in Frankfurt klar war, da war ich vor Ort, dummerweise, dass der nächste Abstieg folgen würde.

Nee, her mit den Visionen!!! Gerade an so einem Nullpunkt muss die Zukunftsdebatte doch verschärft werden. Der, der 18 Jahre alles gab und viel zusammen hielt, der ist nun weg. Also her mit dem Morgen! Konservieren ist nicht mehr und das Kleben an all den Mumien aus den frühen Neunzigern auch. Nun ist echt die Chance da, der Zukunft zugewandt sich zu zeigen. Auferstanden aus Ruinen … also, legt mal los, Schulte, Spies, Stenger, Duve und Orth! Ziele wie „Top 25 unter den deutschen Fussballclubs“ kann ja jeder klopfen, wie auch von „Toleranz“ daher brabbeln – nun mal Butter bei die Fische!

Nachtrag: Ein inhaltlich teilweise ziemlich nah am vom mir Geschriebenen situierter Text des NDR – mit allerdings einer entscheidenden Akzentverschiebung:

„Diese Baustelle hätten Stanislawski und Sportchef Helmut Schulte spätestens in der Winterpause mit einem Neuzugang beheben müssen. Sie verzichteten darauf. „Weil wir voll auf unseren Kader vertrauen“, wie Stanislawski meinte.

„Müssen jetzt nach vorne schauen“

Das war aber wohl nur die halbe Wahrheit. Wahrscheinlich fehlte es St. Pauli einfach an dem nötigen Kleingeld, um den in der Breite für die Bundesliga zu schwach aufgestellten Kader zu verstärken. Stanislawski vermied es, sich darüber öffentlich zu beklagen. Der Abgang der Vereinsikone im Sommer zur TSG Hoffenheim lässt aber tief blicken. Der ebenso emotionale wie akribische Coach musste sich eingestehen, dass die Perspektiven beim Kiezclub sehr überschaubar sind.“ 

Er vermied es, sich öffentlich darüber zu beklagen.“ Wieso wird man das Gefühl nicht los, dass da jemand auch weiterhin eigenständig und ganz für sich Pressearbeit probt?

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25 Antworten zu “Es wird auch Stanis Abstieg sein. Und der des Präsidiums.

  1. bersarin April 24, 2011 um 12:01 pm

    Ich habe von Fußball in etwa soviel Ahnung wie Heidegger von Marx, würde aber behaupten wollen, daß der 1. FC St. Pauli in der zweiten Liga besser aufgehoben ist, wenngleich die Gefahr, gleich weiterzurutschen in die dritte nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Eisern Union ist ja gerade noch einmal davongekommen.

    Na ja, dann kommt St. Pauli also auch mal nach Berlin, und ich denke, daß ich mir da Karten besorgen werde und einfach mal zum Fußball gehe, ich hatte es mir wegen des Photographierens sowieso vorgenommen.

    So, ich fahre jetze in den Mauerpark, und ich wünsche Dir einen guten und sonnigen Sonntag mir Hund und spazierengehen und was so dazugehört.

  2. momorulez April 24, 2011 um 12:10 pm

    Der Hund ist ausgelagert, weil ja gestern Fussball mit anschließendem Saufen war 😉 – und, verzeih mir die Korrektur: Nur FC St. Pauli, nicht 1. .

    Eigentlich ist die erste Liga ja auch Scheiße. Aber irgendwie will man doch nicht absteigen. Komisch.

    Und dann gehen wir halt zusammen zu Union!!! Und Dir auch einen schönen Sonntag!

  3. Sven Edlefsen April 24, 2011 um 12:31 pm

    Schonungslos gute Analyse. Wenn Mythen sich verselbständigen bleibt die kriitische Reflektion ja schon mal auf der Strecke. Wenn ich an das „Nichtaufbäumen“ gestern in Halbzeit Zwo denke, ist es eher wahrscheinlich, dass der (Rest-) Kader nicht alle der noch zu vergebenen 9 Punkte holen wird. Bin trotzdem sehr froh, dass es nur eine Möglichkeit gibt. Forza Pauli!

  4. momorulez April 24, 2011 um 12:38 pm

    „Bin trotzdem sehr froh, dass es nur eine Möglichkeit gibt. Forza Pauli!

    Jau! Das definitiv! Meine Liebe zum St. Pauli-Kosmos kann das eh alles nicht trüben 😉 … Danke für das Kompliment!

  5. che2001 April 24, 2011 um 2:40 pm

    Tja, was soll ich sagen? Pardon, meine Dschungs haben gewonnen? In diesem Fall hätte ich ja beiden Mannschaften den Sieg gegönnt.

  6. Sonnenstrahl April 24, 2011 um 7:30 pm

    Ich verstehe nicht viel von Fußball. Nur konnte Stani nach dem Aufstieg weder große Verstärkungen einbauen, mangels Finanzkraft, noch wäre es klug gewesen, die Mannschaft völlig umzubauen. Der Aufstieg aus der zweite Liga war ein halbes Wunder und lag oberhalb der Qualität der Mannschaft. Ich halte 29 Punkte in der Bundesliga mit dieser Mannschaft für eine gute Leistung.

    Die merkwürdige Konditionsschwäche von St. Pauli verstehe ich allerdings auch nicht. So weit ich es mitbekommen habe, wird bei St. Pauli nicht ausreichend professionell regeneriert. Immerhin, manche Erstligapartien von St. Pauli waren beeindruckend. Der Abstieg in die zweite Liga hat für mich den Vorteil, daß der Umbau in Richtung Businesskrimskrams damit aufgehalten wird.

    So, und jetzt bitte fünf Siege in Folge!

  7. momorulez April 24, 2011 um 7:41 pm

    5? Du glaubst an die Relegation? Dein Wort in Gottes Ohr.

    Ich weiß nicht, ob das so ist, dass nicht Kohle für ein paar mehr Verstärkungen drin gewesen wäre. So ein Abstieg kommt ja deutlich teurer. Ansonsten kann man schon auch diskutieren, ob eine deutlich defensivere Ausrichtung nicht zielführender gewesen wäre und wir nicht eher einen klassischen Konterstürmer gebraucht hätte. Vielleicht glaubte man, Richie sei das. Keine Ahnung.

    Es wurden aber auch Spiele verloren, weil zum blödesten Zeitpunkt die Defensive durch „Jetzt aber noch mal richtig nach vorn!“ destabilisiert wurde. Mit anderen Worten: Ich habe nicht den den Eindruck der optimalen Ressourcenverwertung 😉 – rückwirkend. Hinterher ist man ja immer schlauer. Und die Verunsicherung der Mannschaft ist Resultat dessen. Eigentlich haben die oft so gespielt, als würden sie sich erschrecken, dass da auch noch ein Gegner ist und der dann auch nicht so spielt, wie sie es doch im Training gelernt haben. Das ist eine mangelnde Realitätsanpassung.

  8. Sonnenstrahl April 24, 2011 um 8:36 pm

    Okay, drei Siege hintereinander wären auch fein. Alles weitere wird man sehen, aber Funkels Bochum sollte doch zu knacken sein.

    Restprogramm St. Pauli: Lautern – Bayern – Mainz (2 x auswärts)
    Restprogramm KdF: Bremen – Lautern – Hoffenheim (2 x auswärts)
    Resprogramm Gladbek: Hanno – Freiburg – HSV (2 x auswärts)

    Okay, letzer Spieltag gegen den HSV, das ist fast schon Wettbewerbsverzerrung. Aber wenn St. Pauli auf Lautern punktet, und zuhause den Bayern die Zipfelmützen vom Kopf haut, dann könnte das Rennen um den Relegationsplatz wieder offen sein, vorausgesetzt, KdF zeigt Nerven. Bisher hat KdF doch fast immer Nerven gezeigt. Es ist doch so, sie verlieren in der Fremde gegen die Bremen, und schon liegen die Nerven blank und die Dieter Hoeneß Gedächniswochen laufen auf Hochtouren.

  9. momorulez April 24, 2011 um 8:40 pm

    Ich kann mich nur dummerweise an keinen einzigen guten Auftritt von uns auf dem Betzenberg erinnern 😦 – Dein Optimismus in Ehren, aber …

  10. Sonnenstrahl April 24, 2011 um 8:44 pm

    Habe ich schon angemerkt, daß ich mir vor ein paar Tagen Samplitude Music Studio 16 für zwanzig EU-Ionen angeschafft habe? Bombe, saggich, was man für Geld für feine Sachen bekommen kann!

    Da lohnt sich das Flaschensammeln.

  11. Sonnenstrahl April 24, 2011 um 8:56 pm

    Aber hey, warst du nicht derjenige, der vor wenigen Zeilen die Mutlosigkeit der St.-Pauli-Spieler angeprangert hat??? Lautern ist doch wirklich keine Übermannschaft. Schau ich auf die Tabelle, sehe ich bei Lautern 48 Gegentore, und eine Heimbilanz von gerade einmal 20:17 mit gerade einmal 4 Heimsiegen. St. Pauli hat bislang 4 Auswärtssiege vorzuweisen. Lautern ist also im Grunde genommen eine machbare Aufgabe.

    Wie gesagt, zwei schöne Spieltage, und die Welt sieht plötzlich so ganz anders aus.

  12. Sonnenstrahl April 24, 2011 um 8:59 pm

    So, muss jetzt raus und mich den geldwerten Hinterlassenschaften der Grillfreunde widmen.

  13. momorulez April 24, 2011 um 9:10 pm

    Ich lasse mich doch jederzeit liebend gerne eines besseres belehren!

    Musikprogramme hab ich zwei auf dem iPad, aber irgendwie krieg ich mich da nicht reingefuchst.

    Viel Erfolg! (Und, um wahrscheinlich einen schweren Sturm der Entrüstung zu ernten: Ich habe ein chronisches Problem mit Pfandgutentsorgung. Falls Du in Hamburg wohnst …)

  14. Pingback: Verloren – 1-3 gegen Bremen und wohl auch den Kampf gegen den Abstieg. #FCSP « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  15. Nörgler April 26, 2011 um 2:14 pm

    Der Grund für die Lauterer Heimschwäche liegt darin, dass sie zuhause das Spiel machen müssen, und das können sie nicht. Auswärts müssen die anderen, und da tut sich der FCK leichter.

  16. momorulez April 26, 2011 um 3:06 pm

    Unsere werden dann, Hurra, versuchen, das Spiel zu machen, sich dabei echt prima fühlen, und 2-3 doofe Kontertore fangen 😦 … ab der ca. 80 Minute reicht dafür auch ein langer Ball nach vorne auf irgendwen, der zufällig gerade vor unserem Strafraum rum lungert, und der kriegt den dann schon ins Tor. Unsere Spieler sind darauf eingestellt, denen fährt da ganz von selbst prophylaktisch die nackte Panik in die Knochen. Dass sexy Tiffert uns noch ein Eigentor schenkt, das glaube ich auch nicht.

  17. ElsKur April 27, 2011 um 6:53 am

    Mensch, momorulez, haste gut zusammengefasst und formuliert. Abgesehen davon, dass es mit Hinblick auf den Schon-jetzt-ex-Trainer zu versöhnlerisch ist. Und Deine hoffnungsvolle Aufforderung an Orth & Cie zur Zukunftsbewältigung ist fern der Realität: diese Weicheier von Burmeesters und Eichs Gnaden sind in Kombi mit dem sich selbst genügenden Aufsichtsrat und den Säuslern vor der Südtribüne zu nichts Gutem in der Lage. Alles kleine Kochs . . . Am besten fand ich in der zu Ende gehenden Saison, als Lehmann sich über den Platz beschwert und die miserablen Vorstellungen entschuldigend gemeint hat, darauf könne man keinen guten Fußball spielen. Prompt kriegt er einen neuen Rasen, und die Ausnahme-Filigraneure gewinnen nicht mehr einen einzigen Punkt auf ihrer Spielwiese.

  18. momorulez April 27, 2011 um 8:01 am

    Das mit dem Rasen war mir noch gar nicht aufgefallen 😀 – stimmt. Na, das mit den „Säuslern“ von der Süd, so es denn den „Dauersupport“ meint, sehe ich zwar anders – meine Hoffnungen in das aktuelle Präsidium sind allerdings äußerst gering. Nur dass nun gerade jetzt eine AOMV tatsächlich kontraproduktiv wäre, irgendwer muss ja erst mal den Kopf dafür hinhalten, wer nun Trainer wird und was mit dem Kader passiert. Aber dass die die nächste JHV überleben hoffe ich auch nicht, und wenn, dann nur flankiert von Anträgen, die es in sich haben. Aber da sitzen wir ja schon dran.

  19. Sonnenstrahl April 30, 2011 um 2:04 am

    Ein Satz mit X:

    „Für uns kann es nur aufwärts gehen, weiter nach unten geht ja nicht“, sagte vor dem Anpfiff St. Paulis Coach Holger Stanislawski

    Doch. Zweite Liga.

    Schade, daß eine Reihe von St.Pauli-Spielern bereits den Abgang planen, Naki sogar zu einem anderen Zweitligaverein. Lehmann nach Hoffenheim. Asamoah möchte gerne auf der Tribüne in Schalke sitzen. Kessler einfach nur weg, würde sich über Hertha freuen – allerdings voraussichtlich umsonst, und nicht für 60000 Euro im Monat, weil die sich Kraft angeln.

    Ich finde allerdings, St.Pauli hat in der Bundesliga mit seinem Zweitligakader viel erreicht, und verlässt die erste Liga ohne Schulden, sondern mit einer gute Perspektive in der zweiten Liga. Das ist immerhin besser als nix.

  20. momorulez April 30, 2011 um 8:25 am

    Na ja, was die Perspektive in der zweiten Liga betrifft wie auch die Frage nach der Verschuldung müssen wir echt erstmal abwarten. Und der verbleibende Rumpfkader ist zum Teil echt etwas überaltert – Morena, Bruns, Ebbers, Boll. Und ob Ebbers nach der Wiederholung seines Erstligatraumas sich noch mal berappelt – mal gucken.

    Was mich weiter ärgert, ist das letzte halbe Jahr Stanislawskys. Das ist echt kein Abgang mit Stil, dieses erst die Presse instrumentalisieren und noch dann große Töne spucken, wenn man alles dafür getan hat, die eigene Autorität zu untergraben. Marco Kurz hat den Ligaerhalt geschafft, Stani nicht.

    ABER: Im Grunde genommen finde ich die erste Liga so erbärmlich, dass die uns gar nicht verdient haben 😀 … dazu kommt noch ein Text.

  21. Sonnenstrahl April 30, 2011 um 11:29 am

    In den letzten 12 Partien hat St. Pauli nur 7 Punkte geholt. Etwas Verletzungspech mag da eine Rolle gespielt haben, aber ich sehe da angesichtes der Spielverläufe schon stärker die Konditionsschwäche, von der du geschrieben hast. An mangelhaften Konditionstraining kann es eigentlich nicht liegen, es ist bekannt, daß Stani eher als Schleifer gilt und einen akribischen Konditionsaufbau betreibt. Mir fällt nur auf, daß die Punktausbeute mau ausfällt, seitdem Stani seinen Fußballern den freien Tag gestrichen hat. Außerdem litt das Team in der vergangenen Saison wiederholt unter Disziplinproblemen. Ich kann aber nicht beurteilen, wieviel davon Stanis Verantwortung ist. Beim Kaderaufbau gebe ich dir auch recht, da gab es zu wenig Verstärkungen. Wenn man schon auf eine Spielweise setzt, die hohe Passsicherheit voraussetzt, dann sollte man sich für die 1. Bundesliga auch ein paar Spieler dazu holen, die dem Kader hier Impulse geben. Mit gerade einer Viertel Million Euro für die Einkauftour und nur fünf Neuzugängen beim Kaderaufbau für die erste Liga war man wohl zu sparsam, so im Nachhinein sieht es jedenfalls so aus. Was hätte St. Pauli für einen Ligaverbleib also geholfen?

    Mehr Freizeit. Mehr Geld.

    Mir persönlich würde das jedenfalls sehr helfen, vor allem die letztere Komponente. Achja.

  22. ziggev April 30, 2011 um 1:24 pm

    St. Pauli ist super-super! alle paar Jahre ne absolute party – beim Sie gegen B. München! oder HSV! – wer erinnert sich nicht, ein kleiner Stadtteil wird zum deutschlandweitem Ereignis, und ich weiß, da bin ich mir ganz sicher, wird immer wieder für diese Party sorgen .. weiter so ? das erübrigt sich, es wird immer wieder so sein. St. Pauli 4 ever !

  23. momorulez April 30, 2011 um 4:18 pm

    ?

    Hat ja alles, also zumindest das, was ich meine, nix mit der „Paaaaadie“-Fraktion zu tun, sondern eher damit, na, dass in allen ersten Ligen dieser Welt im allgemein verstandenen Sinne die Schweine, die Korrupten und die Arschlöcher sich dauerhaft halten, was deren Präsenz auf anderen gesellschaftlichen Feldern leider nicht ausschließt. Und man irgendwie das Gefühl hatte, in Liga 1 nicht man selbst bleiben zu können.

  24. ziggev April 30, 2011 um 9:57 pm

    @ ?

    Das war durchaus nicht als Einmischung in innere Angelegenheiten gemeint. Also, ich wollte mich in keinster Weise zu solchen äußern. Leider ist der Nickname Außenbetrachter schon vergeben. Aber ich erinnere mich an die Zeit, als ich im Karoviertel wohnte, als vor den Kneipen sich Pulke von Menschen bildeten, wer drinnen war, konnte das Spiel im Fernsehen verfolgen, und beim Sieg (gegen B. München) ging von dort die Party aus, die aufs ganze Viertel übergriff, auf einmal war´s draußen überall wie ne Privatparty, man konnte sich den gar nicht entziehen, egal, wer, was, wann wo, tratest du vor die Haustür, warst du, eingeladen oder nicht, auf nem Fußballfest. Erstaunlich, das mitzuerleben.

    Tabellen, Vereine, Tabellenpläze, Ligen und all das, sind mir sowas von herzlich egal. Und natürlich auch, was da intern abgeht. Klar hätte ich mir den Klassenerhalt gewünscht – ich war sogar mal im Stadium mit meinem Cousin aus Leipzig, war das nicht Regionalliga?, und stand etwas abseits der Leipziger und meinem Cousin, Polizei-Kommissar in Leipzig, in der Nähe des Zauns next zu den Hamburgern und langweilte mich – , aber egal, St. Pauli ist der Verein, der immer mal wieder die ganze Gegend vom Hafen bis zum Fernsehturm zum Brummen bringt, dafür sorgt, dass Bilder von Chaoten, Anarchisten und die entsprechenden Symbole im Fernsehen auftauchen, wenn etwa auf dem Hl Geist Feld gefeiert wird, und sich deshalb der Herzschlag, will man´s oder nicht, beschleunigt. Und das wird, mein Gefühl, immer so bleiben, hoffentlich jedenfalls. That´s it. Ich lehne mich also zurück, schaue alle paar Jahre mal „das Sportstudio“ oder so, und freue mich auf die nächste Party, wird kommen, da bin ich mir ganz sicher.

  25. momorulez Mai 1, 2011 um 8:58 am

    😉 – habe ja nur auf dieses „Paaaadie“-Klischee reagiert, das manchmal echt tödlich ist, weil es ganz furchtbare Leute anzieht.

    Beim Bayernsieg, dem letzten, den nächsten haben wir ja unmittelbar vor uns 😀 , war ich natürlich im Stadion. Aber das stimmt schon, dass das Geschehen im Stadion auf Schanzenviertel, Karoviertel und St. Pauli sofort übergreift – ganz großartig war das bei dem Spiel in Fürth in der letzten Saison, als der Aufstieg klar gemacht wurde, Menschentrauben vor jeder Kneipe hingen und eine ganz traumhaft-glückliche Atmosphäre herrschte. Toll.

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