Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Legendengärten pflegen – und Dankeschön!

Zitiere mich ja ungern selbst, aber jetzt kann ich nicht anders – gestern in der Kommentarsektion zur Astra-Werbeaktion:

„Finde die ja auch erheblicher als das wenig überraschende Geplänkel an anderen Fronten. Wenigstens mal ein Protest, der in einen Erfolg mündete und nicht in das Kreeieren von Dolchstoßlegenden. Wart’s mal ab, was jetzt kolportiert werden wird im Sinne von „Der Sozialromantiker-Protest hat Stani vertrieben, in Hoffenheim kann er sich wenigstens in Ruhe um Fussball kümmern und hat auch Geld dafür.“

Heute in der Sportschau:

„Mit den „Sozialromantikern“, einer Gruppe von Anhängern, die sich gegen die aus ihrer Sicht zu starke Vermarktung des „Kultimage“ ihres Klubs aussprechen, hat er nie viel anfangen können. Wohl wissend, dass der Verein den schmalen Grad zwischen Kult und Kommerz gehen muss, um im Profifußball bestehen zu können. In Hoffenheim hätte er solche Diskussionen nicht zu befürchten und fände zudem bessere finanzielle und sportliche Perspektiven vor.“

Dass da ergänzend die Unterstellung von „Geldgier“, wohlgemerkt auf gebührenfinanzierten Internetseiten, süffisant eingeflochten wird, zeigt, welche Kampagnen von nun an fortgesetzt werden. Frei nach dem Motto „Was nicht sein darf, wird runter geschrieben“ pflegen sie jetzt die Legenden, jede Wette, und schmieden die dazugehörigen Dolche.

Diesen unterschwelligen Groll, der auch bei Sky-Moderatoren zu spüren ist, wenn es um den nicht nur über Kommerz, große Namen und sportlichen Erfolg sich definierenden FC St. Pauli geht, wenn also es welche wagen, nicht jenen Regeln zu folgen, die ihren Alltag prägen, hat dieser Abschied wohl verstärkt. Dass es unter Bedingungen, die sie alle insgeheim hassen, während ihre mutmaßlich Honorare sinken, während man Leute wie Pilawa für Millionen kauft und die Champions League gleich mit,  das Eigenheim immer schwerer nur zu finanzieren ist und all die Intrigen und Interessen im Haifischbecken Sender und Verlag die Luft zum Atmen rauben, solche gibt, die andere Wege einfordern, das erzeugt Neid und Aggressionen auf die, die sich das heraus nehmen.

Ansonsten aufrichtig Danke für alles, Stani! Für den Neuanfang, den Du ermöglicht hast, als Du die Mannschaft in der Regionalliga übernommen hast und jenen, den Du nun erneut ermöglichst! Etwas früher wäre im Sinne des Kampfes gegen den Abstieg wohl günstiger gewesen.

Mund abwischen, weiter machen.

4 Antworten zu “Legendengärten pflegen – und Dankeschön!

  1. Pingback: Leverkusen-Niederlage, Pauli-Hooligans, Geisterspiel-Prozeß, Astra-Einlenken und Stani-Abschied « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  2. kleinertod April 13, 2011 um 7:07 pm

    Lesenswertester Blogbeitrag zum Stani-Abschied. So ein Dolchstoß will ja schließlich gut vorbereitet sein. Wir Sozialromantiker sind schließlich an allem schuld, bestimmt bald auch an Fukushima. ^^

  3. Loellie April 14, 2011 um 12:11 pm

    Das hat zwar nichts mit Fussball zu tun, passt aber herrlich zum Thema Legenden.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,756941,00.html

    Und wann findet man schon mal einen zustimmungsfähigen Kommentar auf Spon …

  4. momorulez April 14, 2011 um 12:53 pm

    Ach, irgendwie passt das sogar, weil viele Fehlentwicklungen im Fussball ja nicht zufällig infolge der „Wieder“-Vereinigung einsetzten. Zwar verschwanden per Medialisierung und Eventisierung die Nazi-Hools in den unteren Ligen, aber ansonsten ist das ja eine Entwickung parallel zu „Glücksrad“, „Daily Talk“ und „Der Preis ist heiß“.

    Ja, fand den Kommentar auch gut 😉 …

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