Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Der ganz alltägliche Shitstorm

Hatr.org ist eine Plattform, auf der Trollkommentare gesammelt werden, die sich Tag für Tag auf denjenigen Blogs finden, die sich kritisch mit (den) gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzen. Die Trollkommentare sollen durch Hatr sichtbar werden – ohne das Gesprächsklima auf den Blogs zu stören. Indem wir Werbung auf hatr.org schalten drehen wir den Spieß um und machen aus Hass Geld, das wir für coole Projekte einsetzen/spenden werden.

Wahnsinn. Hätte ich durchaus auch den einen oder anderen Kommentar, der hier gepostet wurde, dazu beitragen können – man kann insbesondere lernen, was für eine enorme Differenz es ist, ob Frau oder Mann bloggt.

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21 Antworten zu “Der ganz alltägliche Shitstorm

  1. lantzschi April 5, 2011 um 11:37 am

    Hast du die Kommentare noch? Dann meld dich an und schieb rüber den Mist 🙂

  2. momorulez April 5, 2011 um 12:39 pm

    Einen könnte ich sogar ausbuddeln 😉 – kommt im Laufe des Nachmittags! Ansonsten habe ich die dummerweise über die Jahre gelöscht und mich jetzt echt geärgert!

    Die spezifisch homobezogenen sind auch immer noch mal eine Klasse für sich („Was ist das, wenn es Plopp macht? Jemand zieht seinen Schwanz aus Momos Arsch!“); aber was ihr euch so anhören müsst, ist deutlich extreme und aggressiver. Hier geht es meistens abstrakter zu – „Moralische Legitimation durch Opferstatus“, Anspielungen auf Terrorismus (toll der ETA-Vergleich einst, wenn man als Homo mal aggro agitiert), man habe doch nur was gegen „normale, heterosexuelle“ Varianten und so weiter – am dollsten war mal „Momo, äh, Röhm“. Das hatte aber eine Folgekommunikation, die sehr anrührend und sogar erhellend war.

    Die Faschismus- und Totalitarismus-Variante ist die häufigste.

    Ich sammel jetzt auch!!!

  3. georgi April 5, 2011 um 1:23 pm

    @lantzschi oder der Programmierer, der das Ding programmiert hat:

    Könnte man vielleicht auch erfahren, woher die Kommentare stammen, d.h. wo sie veröffentlicht wurden? Da könnte man dann Wettbewerbe veranstalten, und herausfinden, welche Plattformbetreiber man auf welche Art beleidigen kann.

    p.s.: Ich habe bestimmt auch schon mit Trollkommentaren beigetragen.

  4. momorulez April 5, 2011 um 1:54 pm

    In der Tat, ja 😀 , Du bist da sozusagen Avantgarde einer ganz bestimmten Haltung, hast es aber ja noch nicht zu Löschungen gebracht … Du hast manchmal richtige Intuitionen, aus denen Du dann falsche Schlüsse ziehst, meiner Ansicht nach, deshalb ist das aber oft auch ganz spannend.

  5. Nörgler April 5, 2011 um 2:26 pm

    @ „Wettbewerbe veranstalten“
    Und dann wird, analog dem „Bambi“, der „Trolli“ verliehen.

    Bislang dachte ich, J. Fleischhauer wäre ein Idiot. Er ist aber wohl nur jemand, der Troll-Kommentare unzitiert aneinanderreiht.

  6. che2001 April 5, 2011 um 2:36 pm

    Fleischhauer ist nur ein Blogaggregat, lebt der denn überhaupt wirklich? 😉

    Otto Waalkes meinte ja mal, er müsse mit seinem Bambi zum Goldschmied, das Tier wäre längst erwachsen, da müsste jetzt ein Geweih aufgeschweißt werden.

  7. kleinertod April 5, 2011 um 3:18 pm

    Amüsant. Schon extrem, was da für abartige Kommentare kommen – und wie ähnlich sich diese sind. Es scheint für jede Zielgruppe ein Art spezielles Hass-Klischee zu geben. Wie harmlos sind dagegen die Sprüche, die FCSP-Hasser immer mal wieder meinen absondern zu müssen – oder auch gegen die Schwarze Szene (Postpunk/Gothic/Wave) immer wieder kommen. Das Prinzip scheint aber das Gleiche – man nehme das in den denkfaulen Hirnen vorhandene Klischee und stopfe es mit aller minderwertigkeitskomplexbeladenen Hassülze voll, die man nur mittels Tastendurchfall erreichen kann… Lesenswert wird das Ganze nur durch das spezielle Sammeln wie auf so einer Seite – wo eben NICHT der/die/das Angegriffene mit in Verbindung zu bringen ist. So läuft die Giftküchenrethorik ins Leere. Schöne Sache.

  8. momorulez April 5, 2011 um 3:32 pm

    Das Schöne ist, wenn man die so geballt liest, dass die Stereotypie der Hass- und Diskreditierungsschemata so schonungslos offen gelegt werden und in der Tat die Fleischauer-Welt in sich zusammen stürzt als reine Trollwelt …

    PS: Wenn noch mal wer bei Dir über „Denunziantentum“ oder „Drecksspießer“ diskutieren möchte, darfst Du gerne hierher verweisen, das musst ja nicht Du ausbaden, und ich habe für beides gute Gründe anzubieten 😉 …

  9. georgi April 5, 2011 um 4:08 pm

    Nun ja, lieber Momo, der, um den es hier geht, ist in Deinem Blog wahrscheinlich gesperrt und von Nörgler des „katholischen Fundamentalismus“ bezichtigt worden. (…) Dennoch müßte der Leser den Zusammenhang kennen, um das Zitat beurteilen zu können, denn in diesem Posting geht es ja darum, daß sich jemand von einem anderen persönlich angegriffen fühlt.

    (…)

    Das Beleidigtsein beruht also auf Gegenseitigkeit. Deshalb müßte der Leser den Zusammenhang kennen, um die Situation richtig einschätzen zu können. Diese Plattform akzeptiert prinzipiell aber nur den Standpunkt einer der streitenden Seiten, wovon man ausgehen muß, weil:

    Selbstverständlich lassen wir nur Blogs und Projekte mitmachen, die wir unterstützenswert finden. Stell uns bitte Dein Blog oder Projekt vor:

    Das aber führt nicht zu einer vielleicht sinnvollen Diskussion über störendes Verhalten einiger Internetnutzer. Vielmehr handelt es sich um rabiate ideologische Indoktrination. Das Ganze hat den Charakter eines Tribunals. Die eine Seite spielt sich als Ankläger auf. Eine Verteidigung ist nicht vorgesehen. Die Argumente der Gegenseite werden prinzipiell als „Haß“ angesehen und beseitigt. So geht es in totalitären Sekten zu.

  10. momorulez April 5, 2011 um 4:48 pm

    Sorry, ich die Bezugnahme auf das eine von Dir verlinkte Blog heraus redigiert, das soll hier bitte nicht stellvertretend diskutiert werden.

    Mit der Pointe hast Du Dich schon mal für ein Zitiertwerden auf der im Eintrag verlinkten Seite qualifiziert, das ist die billigste Nummer der US-Rechten, diese Geschichte mit den totalitären Sekten. In diesem Sinne trägt sozusagen die hiesige Gesellschaft den Charakter einer totalitären Sekte, da die von Dir genannten Symetriebedingungen hinsichtlich der prominentesten Diskriminierungsformen in keinem Fall gegeben sind – übirgens auch und gerade im Fall des Klassismus nicht.

    Was Du gerade schreibst ist der Appell „Gegenwehr verboten“ und die Stabilisierung der dominanten Perspektive im Falle jener Nischen, da überhaupt Gegenwehr stattfindet. Usw., wir haben das 1000 Mal diskutiert, und es werden immer wieder die weißen, heterosexuellen Männer ankommen und sich achso unterdrückt fühlen, damit sie weiter unterdrücken können. Sie werden immer wieder Beleidigung, Diskreditierung und Herabwürdigung als ihr Menschenrecht behaupten, während sie andere verbieten, drangsalieren und quälen. Sie werden immer wieder sich als die Indviduen und die anderen als die Gruppe behaupten. Usw.

    Ich greife das einzig aus dem Grund auf, da Du hier gerade wieder mit Bravour vorgeführt hast, wie das funktioniert: Bei Kommentar 9 kommt die Totalitarismus-Variante. Siehe oben. Sofort auf jeden Schutzraum eindreschen, wo man sich den ganzen Dreck ausnahmsweise mal nicht ganztägig anhören muss.

    Ansonsten ist mir das jetzt aber zu doof, hier die Exportabel-Debatte noch mal aufzuwärmen. Ein erster Schritt wäre „einfach mal in Ruhe lassen“. Wieso machst Du Dir das Thema zueigen? Finde ich viel interessanter, wieso hier im vierteljährigen Rhythmus dann Leute auflaufen und mir erzählen, Schwule würden auf Parties doch hip gefunden, und die Republik sei eh längst von Antirassismusinitiativen, Frauen- und Schwulenverbänden unterworfen. Was einfach haarsträubender Blödsinn ist.

    Nun aber gut, bitte. Das müssen wir ja nun nicht zum zwangzigsten Mal durchexzerzieren. Du kannst ja das Gegenportal starten, Du wirst sehr viele Unterstützer finden.

  11. bersarin April 5, 2011 um 5:04 pm

    Ich schwanke bei diesen Einträgen auf hatr zwischen Kopfschütteln und Lachen. Manche Kommentatoren sind so blöd, daß es nicht einmal mehr weh tut.

    Und wenn ich schon schwanke, dann werde ich mir sogleich aus dem Weingeschäft einen angenehmen Trollinger besorgen, der das wieder gerade rückt.

  12. georgi April 5, 2011 um 6:23 pm

    Man kann auch das Fenster schließen, wenn der Lärm von der Straße nur noch stört. Kübi nehme ich das nicht übel, den Feministen aber schon. Man muß sich nicht die Klimawandel-Leugner, Moslemhasser und diversen anderen recht phantasiearmen aber unermüdlichen Anonymusse ständig antun, die beständig in Schwärmen über die Foren und Blogs herfallen. Das Problem an den Feministen ist aber, daß sie dieses Problem für ihr dogmatisches System mißbrauchen. Das ist ärgerlich, wenn das dann das einzige Argument darstellt für Frauenquote und für die Entscheidung, den Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern nicht mehr bei der Gestaltung von Lebensversicherungsverträgen berücksichtigen zu dürfen. Gegen all das gibt es gute und vernünftige Argumente, die erfahrungsgemäß von Feministen als „Frauenhaß“ abqualifiziert werden.

  13. momorulez April 5, 2011 um 8:08 pm

    Ich kenne weit mehr und vor allem historisch und weltweit weitaus wirksamere antifeministische Dogmatik – beim Papst bemerkenswerterweise angefangen – als ihr Gegenteil. Und erstaunlich wenig Leute, auch Frauen, die die Bereitschaft hatten, sich mit verschiedenen feministischen Ansätzen zu beschäftigen. Du brauchst doch nur – z.B. – das Dir ja geläufige Klassenkampfkonzept auf die Geschlechterfrage zu beziehen. Das ist aber eine ganz andere Diskussion als die über diese Trollsammkung. Die halbe Gesellschaft quasselt ständig und fortwährend über Schwarze, Schwule und Frauen, ohne dass deren Perspektive, Antwort oder Fragestellung auch nur irgendeinen Raum erhält – wir zwei hier doch auch gerade wieder. Und Du gehst schon ab bei einer Ansammlung von Troll-Zitaten. Echt, weiß ja nicht, was bei Dir biographisch dahinter steckt, aber einfach mal zuhören und lesen, was z.B Lantzschi oder Antje Schrupp schreiben, ohne gleich loszublöken, das könnte Deinem Seelenheil durchaus zuträglich sein.

  14. che2001 April 5, 2011 um 9:52 pm

    Ich komme mir ja allmählich wie ein Exot und lebender Atavismus vor, wenn ich Kritik am Klassenwiderspruch und Feminismus im Wesentlichen als aufeinander bezogen kenne und das als linke Standardposition bezeichnen würde – von Engel´s „Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ über die triple oppression oder den Drei-zu-eins-Widerspruch (Die Materialien für einen Neuen Anmtiimperialismus würden noch Imperialismus als gemeinsames Resultat und zugleich gemeinsamen Nenner von Klassenwiderspruch, Rassismus und Heterosexismus begreifen und als vierte Komponente anführen) bis hin zum Dekonstruktivismus Butlers.

  15. momorulez April 5, 2011 um 10:35 pm

    Na, aus meiner Perspektive ist ja von uns alten Säcken, leider größtenteils Männer, dazu beizutragen, diese mittlerweile fast vergessenenen Perspektiven wieder stark zu machen, um so, falls das gewollt ist, z.B. Lantzschi zu unterstützen. Was sie in den letzten Wipochen an Texten durch Twitter gejagdt hat, hat mich schwer beeindruckt, ebenso wie meine letzten Diskussionen mit Menschen, die sich in der Antira-Arbeit viel besser auskennen – nur was mir oft zu fehlen scheint, ist der Rückbezug auf das, was Du, der Nörgler und der Alte Bolschewik wissen und können. Im Grunde genommen kreisen wir seit 5 Jahren wie die Geier über diesem Thema – incl. Bersarin. Auch die ganzen Auseindersetzungen erst mit den Liberalen, dann mit privilegienschützenden Heten wie Genova oder dem Herrn Initiavgruppe laufen darauf zu, die postrukturalistische Dezentrierungsthematik, Diskriminierungs- und Sprachkritik rückzubeziehen auf Ansätze in der Tradition von Marx. Da müssen wir weiter machen!

  16. momorulez April 5, 2011 um 10:49 pm

    Jetzt habe ich ja erst den Link von Georgi entdeckt, das ist ja echt erschütternd, völlig ohne Ironie. Der Kommentarthread, das ist grausam, was für Arschlöcher sich da austoben. Und mittemang der Herr Initiativgruppe, lehrend und paternalisierend. Arme Welt.

  17. che2001 April 5, 2011 um 11:05 pm

    PI ist Maßstab, inzwischen. Eines Tages wird am Himmel ein riesiger Arsch erscheinen, der das ganze Pack gehörig zusammenscheißt. Das Nicht-Verhalten Europas zur ägyptischen Revolution (Mohamed, Ashraf,
    Ayman, ich bin bei Euch!) und die Halbherzigkeit im Umgang mit Libyen (Bomben immer, aber ja keine konkrete politische Stellungnahme) haben wiedermal gezeigt, was vom Imperialistenpack (Generalbezeichnung für alle westlichen Regime) zu halten ist.

  18. momorulez April 5, 2011 um 11:21 pm

    Sind ja alles Antisemiten, deshalb egal.

  19. Nörgler April 6, 2011 um 11:23 am

    „postrukturalistische Dezentrierungsthematik, Diskriminierungs- und Sprachkritik rückzubeziehen auf Ansätze in der Tradition von Marx. Da müssen wir weiter machen!“

    !

  20. georgi April 15, 2011 um 5:20 pm

    Du kannst ja das Gegenportal starten, Du wirst sehr viele Unterstützer finden.

    …melde Vollzug. Viele Unterstützer werde ich nicht finden. Das ist mir aber egal.

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