Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

„Es war eine Zeit, in der die Zukunft noch schön war und nicht nur später“

„Es gab einmal eine Zeit, da musste man übers Rauchen nicht streiten. Es war die beste Zeit. Die Raucher Jean-Paul Sartre, Ernst Bloch und Hannah Arendt lebten und dachten noch, Juliette Greco sang in Pariser Kneipen und Jean Seberg drehte dort „Bonjour Tristesse“, der Raucher Jean-Paul Belmondo war jung, die Raucher Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara machten die Revolution sexy, das Rat Pack rauchte, trank und sang, der Raucher Erik Ode war „der Kommissar“, die Raucher Ernest Hemingway und Heinrich Böll bekamen den Nobelpreis, die Raucherin Ingeborg Bachmann schrieb einige der besten Texte der deutschsprachigen Literatur, die Raucher Brecht, Benn und Frisch schrieben den Rest, der Raucher Willy Brandt wurde Kanzler, und Deutschland war geteilt. In den Fernsehstudios der Bundesrepublik durfte rauchen, wer wollte, statt Wasser gab es dort noch Wein und die Gedanken waren auch besser. Es war die Zeit, in der die Menschen sogar auf dem Mond landeten, und der Westen freier war, denn je. Es war eine Zeit, in der die Zukunft noch schön war und nicht nur später.“

Ich habe mir gerade ein Marianne Rosenberg-Album von 1991 herunter geladen. Ein grauenhaftes Machwerk. Fürchterlich produzierter Pseudo-Pop. Ich musste es hören. Jetzt. Unbedingt jetzt.

Eigentlich wollte ich in die Vaccines lauschen. Aus Pflichtbewusstsein. Man muss sich ja auf dem Laufenden halten, während in Libyen und in Japan. Während diese Parallelzeitigkeiten im eigenen Hirn kollabieren. Die ganzen Texte, Slogans, Demo-Bilder aus den späten 70ern aufploppen und so seltsam gegenwärtig scheinen. Dass damals die Thesen des „Club of Rome“ zu den Grenzen des Wachstums jeder kannte. Man sieht das Klassenzimmer im weiträumigen Waschbeton-Bau vor den geistigen Augen, es schwirren Erinnerungen an „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“ von Jutta Dithfurths Vater wie Fliegen um Kadaver.

Ein Lehrer namens Gustav mit Langhaarfrisur, aber Pony, glattes Haar, hing wie Spaghetti, darunter ein breites Grinsen, das wie zahnlos wirkte. Kiffer. Plötzlich dringt Ernst Blochs „Noch-Nicht“ in das eigene Hirn ein. „Das Prinzip Hoffnung“ lehrte er gerne. Passagen über Meister Eckhardt. Es war die Zeit, da das „Noch-Nicht-Seiende“ die Form der Dystopie annahm. Jegliche Fortschrittshoffnung lag in den Akten sozialdemokratischer Fortschrittsverwalter begraben, die sich dank Berufsverbot und Helmut Schmidts NATO-Doppelbeschluss endgültig diskreditiert hatten. In Otto F. Walters „Wie wird Beton zu Gras“, ein damals deutlich im Trend kreierter Titel, lernte ich erstmals was über die Macht der Wirtschaft, ich war ja jung. Und dieser evangelische Psycho-Brei, der aus den Stamokap-Theorien geworden war, hatte wenig mehr zu sagen, als dass es toll war, dass der Dompteur im Zirkus Roncalli mit den Löwen kuschelte, anstatt die Peitsche zu schwingen. Was ich ja bis heute nicht falsch finde. Obgleich Hans-A-Plast, Rotzkotz und Ideal meinen Plattenschrank bevölkerten, „Zurück zum Beton“ als Slogan verstand ich erst später. „Graue B-Film-Helden regieren jetzt die Welt, es geht voran!“ begriff ich sofort.

Sartres „Die Zeit der Reife“ wurde zu meiner Bibel, da wollten sich Schwule selbst kastrieren und Katzen ertränken, ließen aber beides bleiben. Philosophielehrer schwängerten Gefährtinnen und suchten „Engelmacher“, obgleich die Fruchtbare doch das Kind wollte, und hinreißende Jünglinge hatten Affären mit Nachtclubsängerinnen. Der einzig vernünftige war der Kommunist, aber den fand ich langweilig. Trotzdem kaufte ich Frosch-Putzmittel und fühlte mich ein paar, so 6-7 Jahre später, bestätigt, als Tschernobyl „passierte“. Erinnere mich an eine Fahrstunde damals, kurz vor dem Abitur, da ich panisch nach deren Ende wie so viele durch den Regen hastete, weil ich ja nicht wusste, was drin war. Kurz darauf fing ich mit dem Rauchen an; ich langweilte mich im Zivi-Zimmer bei der Rundumdieuhr-Betreuung und kaufte mir eine Schachtel roter LM.

„“Hast Du mal Feuer?“ Rauchen verbindet, hebt Distanzen auf, zwischen Menschen, zwischen Klassen, zwischen Geschlechtern. Raucher teilen, keiner verweigert dem anderen die Zigarette – außer vielleicht bei der allerletzten. Und keiner mit ein bisschen Anstand und ein bisschen Geld schnorrt sie nur bei anderen.“

Ich las Camus, „Der Fremde“, stand an einer Landstraße in der Nordheide, Luft schnappen, und fühlte mich unendlich frei. Ich lernte Begehren und hatte Liebeskummer zu, ja, Marianne Rosenberg. Er war so sexy, aber ich diente nur als Aushilfslover, weil der eigentliche in Leningrad auf Austausch weilte. Der war in der DKP und lief rum wie ein Nazi-Psych. Als er zurück kehrte, war ich abgeschreiben.

Ich konnte nicht mehr schlafen, stand nachts auf, trank dann ein bisschen und manchmal auch mehr billigen Ballantimes, um wieder einschlafen zu können. Ich bekam Augenringe, er wollte weiter befreundet bleiben, saß da, auch weiterhin, auf meinem Sofa rum, vor dem ich zuvor vor ihm gekniet hatte, und ich wusste doch, was er mit mir zu machen in der Lage war – und durfte nicht mehr wollen. Eines Abends saßen wir im Dschungel, da war der noch auf der anderen Straßenseite. Im Halbdunkel war sein Mund noch, also … ich stand auf, sagte „Viel Spaß noch im Leben!“ und ging.

Dieser Text hat keine Pointe. Ich habe heute gelesen, dass die 20-50 Helden in Fukushima, die da rum daddeln, dass es nicht noch mehr knallt, vermutlich Arbeits- und Obdachlose sind. Und habe keine Lust mehr, täglich zu lesen, ich hätte keinerlei Emphatie für die Tsunami-Opfer. Und Libyen. Und Libyen.

Ich habe Erinnerungen. Ich habe noch ein klein wenig an der Zeit schnuppern dürfen, dann, wenn mein Vater Stuyvesant rauchte, als man das „Noch-Nicht“ im Sinne des „Prinzip Hoffnung“ erlebte. Und Marianne Rosenberg singt hier gerade zu schrecklichen Synthie-Sounds „Wo schläfst du …“. Gräuslich. Ich brauchte sie. Brauchte sie jetzt.

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12 Antworten zu “„Es war eine Zeit, in der die Zukunft noch schön war und nicht nur später“

  1. Nörgler März 19, 2011 um 9:33 am

    Da fällt mir der Kalauer von dem Mann ein, der mit zwei Nonnen im Zugabteil sitzt. Er fragt sie, ob sie an Jesus Christus und die Hl. Jungfrau Maria glauben. Dies wird von den Nonnen nachdrücklich bestätigt. Der Mann weist darauf hin, dass er somit durch den Aufenthalt im gemeinsamen Abteil gezwungen sei mitzuglauben, und er bittet die Nonnen, während der Bahnfahrt das Glauben einzustellen.

  2. momorulez März 19, 2011 um 10:21 am

    Kann das sein, dass Du das auf Ziggev antworten wolltest? Oder verstehe ich’s hier nicht? Oder war das jetzt aufs Rauchen bezogen? Direkt nach dem Aufwachen bin ich immer noch verwirrter 😉 ….

  3. che2001 März 19, 2011 um 2:07 pm

    Ein großartiger Text, der eine von mir selbst erlebte Zeit so zusammenfasst, wie auch ich sie schwerpunktmäßig wahrnahm – wie immer allerdings etwas phasenverschoben. Die ökopaxgetouchten GEW-Lehrer, die politisch auf unserer Seite standen, aber piefelig-langweilig-moralistisch rüberkamen hatten wir auch, ein anderer Schnack waren meine sexy Erdkundelehrerin, auf die ich scharf war und die der Hausbesetzer-Spontiszene entstammte und auch der koksende Kunstlehrer mit seiner unglaublichen Direktheit, den man nachts in Clubs und Kneipen traf, aber dominant war immer noch der Lehrertypus „verhinderter Fliegergeneral“, der in appellhaften Auftritten vor der Klasse begründete, warum „wir“ bestimmte Kampfflugzeugtypen bräuchten oder die Terroristenhatz rechtfertigte und erklärte, wieso Antifaschisten schlimmer seien als Nazis. Tatsächlich wurde unsere erste Marxlektüre im Werte&Normen-Kurs damit begründet, dass man wissen müsste, was der Feind denke.

    @Frosch-Spülmittel: Nicht zum ersten Mal wundere ich mich, etwas über diese Marke bezogen auf jene Zeit zu lesen. Ich benutze die ja heute und kenne sie seit Mitte der 90er, wo ich von hardcore-Ökos noch dafür kritisiert wurde, eine solche „Pseudo-Öko-Kommerzmarke“ zu kaufen. So im Zeitraum 1978-84 war alles, was legitim war Neutralseife (das war schon der komplette Markenname) aus dem Haka-Werk in der Schweiz, die es nur im Ökoladen gab, als Badreiniger, Geschirrspüler, zum Wäschewaschen und zum Baden.

    @Rauchen: Vollste Zustimmung, auf unseren Plena herrschte noch ERauch- und Trinkpflicht!

  4. Nörgler März 19, 2011 um 3:26 pm

    „Oder war das jetzt aufs Rauchen bezogen?“
    Ja.

  5. momorulez März 19, 2011 um 5:24 pm

    @Nörgler:

    Ich Dummerchen 😉 …

    @Che:

    Diesen Frosch-Krempel legte man sich irgendwann ab Mitte der 80er zu, weil zumindest in meinem Umfeld so was wie Hiffnung herrschte, dass im Sinne einer „kritischen Öffentlichkeit“ bei gleichzeitiger Unterstützung „alternativer Ökonomien“ (Bio-Läden, Indie-Label) irgendwas reparierbar wäre. Eine wirklich durchgreifende Kapitalismuskritik war so ’81, ’82 noch anwesend, dann wurde es punktuell – man unterstützte die Hafenstraße, aber wusste ansonsten auch nicht recht, was los war. Das wird manchmal unterschätzt, dass bereits deutlich vor dem Mauerfall die linksutopischen Sehnsüchte am Boden lagen, was durchaus mit den ökoapocalyptischen Vorstellungen zusammen hängen kann. Finde ich im Nachhinein nicht gut, war aber so. Im Grunde isses wie heute – man tanzte als Individuum irgendwie quer zum Takt auf einer weltgeschichtlichen Bühne, die wenig mit eigem Leben zu tun hatte. Dass damals Norbert Blüm noch moderat war, ahnten wir ja nicht. So richtig repolitisiert habe ich mich dann eher in Erfahrungen in der Realwirtschaft. Klar, das Koordinatensystem war auch vorher ähnlich, aber zunächst war ich auch im Job viel bereiter, etwas zu schlucken.

    Meine Lehrer waren da eher linker als ich 😉 – Herr L. z.B.lehrte uns den Historisch-Dialektischen Materialismus, die Vulgärversion, als objektiv gültig und bereitete uns auf den mit Sicherheit kommenden Sozialismus und Kommunismus vor. Selbst der konservativere Herr S., der Schüler auch schon mal als „grünschillernde Scheißhausfliege“ beschimpfte, suchte für mich auf Nachfrage seine Marcuse-Aufzeichnungen raus.

    ich hatte da aber im Grunde genommen eher ästhetische Ressentiments gegen die linken Lehrer, sonst verstand man sich. Die waren schon in Ordnung. Der oben erwähnte Gustav, der ein wenig wie Wolfgang Neuss wirkte, hat uns Negt, Fromm, aber auch Nietzsche nahe gebracht, das war schon in Ordnung.

  6. Pingback: Rolf Dieter Brinkmann – Rom (1) « AISTHESIS

  7. MartinM März 23, 2011 um 10:29 pm

    Toller Text. Auch wenn ich Nichtraucher bin.
    „Das wird manchmal unterschätzt, dass bereits deutlich vor dem Mauerfall die linksutopischen Sehnsüchte am Boden lagen, was durchaus mit den ökoapocalyptischen Vorstellungen zusammen hängen kann.“
    Zusammenhängen kann? Es hängt bestimmt zusammen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie (oder einer tief verwurzelten christlich-eschatologischen Tradition) dass die „Mahner“ (z. B. die Ditfurths – Vater & Tochter, die abgesehen von Umweltthemen selten einer Meinung gewesen sein sollen) als „Bußprediger“ verstanden wurden: „Kehrt um, das Ende ist nah!“ Und wer fleißig Müll trennt und Fahrrad statt Auto fährt, bekommt die Absolution von den (nicht von ungefähr so genannten) Umweltsünden.
    Fatal auch: vor dem düsteren Hintergrund des drohenden Weltuntergangs heben sich selbst „ökofaschistische“ (Jutta Ditfurth) bzw. öko-diktatorische Weltenwürfe mit dem Charme eines Umerziehungslagers leuchtendgrün ab. Utopien, die genau betrachtet Dystopien sind. Kein Wunder, dass ab Mitte der 80er die Zukunft immer weniger „Linken“ Spaß machte (während die in der „Mitte“ oder „rechts“ sich die Zukunft als Verlängerung der Gegenwart dachten – damals, als die Chefs noch keine PCs auf dem Schreibtisch haben wollten, weil es dafür ja das Vorzimmerpersonal gab, ging das noch einigermaßen).

  8. che2001 März 23, 2011 um 11:40 pm

    @Martin: Na ja, dabei unterschlägst Du aber, wie der Zeitgeist damals so war. Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung im ARD zum Wahlsieg von Kohl 1983, in der ein gesellschaftspolitischer Rundumschlag vollzogen wurde (hinsichtlich Niveau und analytischer Trennschärfe im heutigen TV gar nicht mehr denkbar, auch nicht bei arte), bei dem es zum Bleistift darum ging, dass Sanierungskonzepte für die Bahn griffbereit in Schubladen lägen (und da ging es nicht um Privatisierung) und hinsichtlich der Einführung des Porsche 944 gesagt wurde, dass es für ein solches Auto eigentlich keine Zukunft gäbe. Die damalige Prognose, selbst von Mainstreammedien war sehr weit „linker“ und ökologischer als alles, was heute überhaupt noch öffentlich formulierbar wäre. So etwas wie die Kampagne zum Autofahrverhalten „Tempo 100 freiwillig“ galt damals als guter Ton unter energiebewussten Menschen und würde heute als völlig lächerlich abgestempelt. Freiwilliger Konsumverzicht galt in den 1980ern als moralische Grundposition und Selbstverständlichkeit. Herausgekommen sind Dosenpfand, Energiesparlampen und ein bestimmter Lebensstil eines heutigen grünen Mittelstands, der sich als Distinktionsverhalten gegenüber „Prols“ artikuliert, damals aber durchaus kapitalismuskritisch gemeint war – anders leben, sich den Zumutungen der Konsumgesellschaft entziehen. Die Distanzierung von radikaleren Linken gegenüber den damaligen Grünen würde ich daher völlig anders sehen – einerseits waren sie nicht radikal genug, andererseits ästhetisch zu piefig, und es gab immer den Grundverdacht, dass sich da ein Neo-Bürgertum formiere, das mit Klassenkampf nichts zu tun habe – was sich dann ja auch überdeutlich bestätigte.

  9. momorulez März 24, 2011 um 12:07 am

    Ich glaube, ihr widersprecht euch gerade gar nicht, sondern ergänzt euch …

  10. che2001 März 24, 2011 um 12:46 pm

    Signifikant für die damalige Stimmung ist z.B. das hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Totenflo%C3%9F

    Teilweise galt es fast schon als trendy, Weltuntergangsängste zu verinnerlichen. Da hing eine Art Authentizitätskult dran, den z.B. Manfred Maurenbrecher in einem Lied über Liebe in der Ökopax-Bewegung spöttisch auf die Schippe nahm: „ja ja, du spürst die Angst ganz echt“ als Form von Anerkennung.

  11. MartinM März 24, 2011 um 9:08 pm

    Momorulez hat recht, Che, wir ergänzen uns. Denn z. B. die Verengung des politischen Spektrums, die erlebe ich genau so – wenn der frühere SPD-Rechte Michael Sommer heute, als DGB-Vorsitzender, regelmäßig als „Linker“ tituliert wird, dann ist es meines Erachtens nicht Sommer, der seinen Standpunkt änderte.
    Ich war damals bei den „Grünen“, was bei den Linken abging, sah ich meistens nur aus der Außenperspektive. Es gab nicht nur diejenigen, die aus Überzeugung höchstens 100 fuhren, sondern auch die, die sich aus Auto klebten: „Freie Fahrt für freie Bürger“, oder wenn es zum Sarkasmus reichte: „Mein Auto fährt auch ohne Wald“. Ich empfand „die Grünen“ irgendwann – und das war noch vor 1989 – als extrem spießig. Und einen starken rechten – richtig rechten – Flügel hatte sie auch noch nachdem „Braungrüne“ wie Springmann oder Grün-autoritäre wie Gruhl schon jahrelang nicht mehr dabei waren. (Für die Dittfurth waren das alles „Ökofaschisten“, auch wenn zwischen den politischen Auffassungen Spingmanns, Gruhls oder Bahros Welten lagen. Eine sehr kluge, fantastisch umfassend gebildete, dabei sehr mitfühlende Frau, die in meinen Augen nur einen Fehler hatte: wenn sie etwas ablehnte, differenzierte sie nicht mehr. („Esoterik“ und alles, was sie dafür hielt, war für sie „emanzipationsfeindlich“ und im Grunde faschistoid. Dass sie sich damit z. B. bei den Ökospirtuellen keinen FreundInnen machte, war klar, dass sie bei den vielen, die über kirchlichen Umweltgruppen zu den „Grünen“ gekommen war, nicht beliebt war, dito. Und „Spontis“ waren für sie machtgeile Machos – was auf ihren Intimfeind Joschka Fischer zufällig tatsächlich zutraf, zumindest die Machtgeilheit.) Ihre Fehler teilten damals viele, ihre Stärken wenige.

  12. che2001 März 25, 2011 um 12:10 am

    Volle Zustimmung. Wobei bei mir immer eine ganz andere Komponente dazukommt – die Verbundenheit mit im engen Sinne klassenkämpferischen Positionen und etwas, das zwar ähnlich wie der damalige linke Flügel der Grünen verortet war, aber weiter ging – eine Genossin von mir ging z.B. als Brigadistin nach Nicaragua, wir bauten eine zerbombte Schule im Irak wieder auf usw. Ditfurth und Konsorten waren für uns der softere Flügel von dem, was wir selber machten. Bei der Bundestagsblockade in Bonn 1993 wg. Änderung der Asylgesetzgebung schmiss sich ja Trittin an uns ran und bekam „Auf die Fresse“ als Antwort angeboten. Letztendlich hat das Spektrum von Rayson bis Lötzsch mehr miteinander gemein als das, was ich politisch so denke.

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