Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Wirre Gedanken zur Motivation, Hate Speech zu unterlassen

Gestern in einen nicht näher zu erläuternden Zusammenhang Bilder und O-Töne zu unserer Gegengeraden und unserer „Süd“ gesehen und gehört. Entscheidend, und das ist auch gut, war vielen der dort Stehenden das, was auch unsere Stadionordnung fest schreibt: Das Unterlassen von Minderheiten diskreditierenden Ausdrücken, ein Unterlassen im Sinne des Antirassismus, Antisexismus und des Kampfes gegen Homophobie. Auch das Unterlassen von „Spasti“ wurde nicht minder richtig als Lernerfahrung geschildert. Prima! Dass „Lutscher“ den selben Schwanz bläst, muss sich wohl erst mal als Erkenntnis durchsetzen.

Aber: Was mir nur einmal mehr auffiel, war die „ethnische Homogenität“ unseres Publikums. Zwar haben wir einen höheren Frauenanteil, zum Glück, als in anderen Stadien, und Schwule erkennt man halt auch nicht mal eben so.

Trotzdem ist mir die Selbstreferentialität dieser Aussagen einmal mehr, ja, vielleicht nur Schein, seltsam vorgekommen: Ganz so, als seien gar nicht Schwarze und Migranten, Schwule und Frauen in dem Moment von Relevanz, sondern das eigene Verhalten deutlich wichtiger. Also der Adressat sekundär gegenüber dem Selbstverständnis.

Manchmal ergeben diese Haltungen in jeder Hinsicht unterstützenswerten Haltungen eine Form der Selbstreferentialität, die nicht minder eigentümlich konterkarriert wurde, als z.B. im Falle Cornys immer wieder betont wurde, „seine“ „Sexualität“ spiele ja nun gar keine Rolle.

Ergänzend schwirren einem Wochen Kommentare wie der folgende im Kopf herum:

„ich vertrete hier auf diesem Bildungsblog den mittelmäßigen Normalo. Und entblöde mich, zu fragen.“

 

Was ja gut ist, das Fragen. Aber wieso die Betonung des „Normalos“ dem schwulen, na, irgendwie Intellektuellen gegenüber? Kann man nicht lieber aktiv dazu beitragen, jegliche „Normalitäts“kategorie als irrelevant zu begreifen, anstatt nun damit beschäftigt zu sein, das Andere zu produzieren?

Und, provokativ gefragt: Wieso wird darüber geredet, dass die Zusammensetzung einer Kurve „klar ginge“, wenn nun gerade die, in deren Sinne man agiert, was klasse ist, im Stadion u.U. gar nicht allzu präsent sind – außer zum Teil auf dem Platz? Brauchen wir einen Quotenregelung? Das sei ausdrücklich als theoretische, nicht praktische Frage verstanden 😉 …

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20 Antworten zu “Wirre Gedanken zur Motivation, Hate Speech zu unterlassen

  1. jekylla März 2, 2011 um 1:01 pm

    Selbstverständlich war diese Formulierung eine Provokation, die sich auf verschiedene Diskussionsstränge in Ihrem Blog gründet. Ich ging davon aus, Sie wüssten das. Oder würden das erkennen. Und den Zusammenhang zwischen dem von mir genannten Normalo als Gegensatz zum Schwulen kann ich jetzt so nicht nachvollziehen, der Normalo sollte den mainstreamigen Bildungsbürger kurzfassen, insbesondere ohne Detailkenntnis über das Zustandekommen von Spielernicknames in diesem speziellen Fall, den ich mir hier schon oft ans taillierte Kostüm heften liess. Mehr nicht.

    Und wenn Sie Normalitätskategorien per se nicht mögen, wie kultivieren wir dann in Zukunft das „Anderssein“, wenn nichts mehr normal, sondern alles … ja, wie genau ist dann alles?

    Bitte gestehen Sie mir außerdem zu, dass ich mich im Vergleich zu Ihren philosophischen Kenntnissen in der Tat auf dem bildungsbürgerlichen „Normal“level bewege und warum soll man diesen Unterschied nicht darstellen? Irrelevant ist der sicher nicht.

  2. momorulez März 2, 2011 um 1:10 pm

    Ich frage mich ja eher, wieso Sie sich für normal halten, mich aber nicht. Das ist ja auch jenseits der Provokation ein deutlicher Machtanspruch, der sich da artikuliert. Ich finde „normal“ da etwas eigentümlich, auch hinsichtlich de Bildungsgrades, so selten sind Universitätsabschlüsse ja auch nicht.

  3. Loellie März 2, 2011 um 1:15 pm

    „wie kultivieren wir dann in Zukunft das „Anderssein““

    Garnicht. Und es bedarf keinerlei philosophischer Bildung, dass es einem irgendwann aus dem Hals raushängt von irgendwelchen dahergelaufenen Pluntzen aufgrund irrelevanter Kategorisierungen als abnormal klassifiziert zu werden.

  4. Loellie März 2, 2011 um 1:28 pm

    Wenn ich mich als bewahrer des „N*-Wortes“ sehe und damit darauf bestehe, bei einem nicht unerheblichen Teil der Weltbevölkerung eine berechtigt aggressive Gegenreaktion auslöse, tu ich mir doch selbst was an.
    Heteronormative Zurichtung macht die Sexualitt der Heten doch auch kaputt. Auch wenn ich auf Schwule Horden, die 13 Jährigen Heterojungs eine Haarwäsche im Schulklo spendieren. ja immer noch warte.

    Weshalb Jeckylla grundlos und mit aller Gewalt darauf besteht, mich auszugrenzen und entsprechende Reaktionen zu „provozieren“ musst du sie schon selbst fragen. Vllt taugt die ja zu nichts als zur Fortpflanzung. Meine Ablehnung ihren Genpool aufzufrischen könnte in diesem Fall eine mögliche Erklärung liefern.

  5. jekylla März 2, 2011 um 1:39 pm

    @Loellie: Es ging speziell um das immer wieder gefeierte „Anderssein“ des FC Sankt Pauli. Sorry, hätte ich dazu sagen sollen.
    Kategorisierungen mögen für Sie irrelevant sein, sind aber etwas, was in jedem unbewusst abläuft. Die einen mögen verzichtbar sein, die anderen weniger, aber es gibt sie.

    @momo: Meine Bildung hinsichtlich philosophischer Betrachtungen nach Adorno und Hegel halte ich sogar nicht für normal, sondern eher unterdurchschnittlich. Was nichts mit einem Universitätsabschluss ja oder nein zu tun hat. Es gibt sicherlich auch Bereiche, in denen mein Wissen umfangreicher ist als Ihres, aber auch das ist „normal“. Jeder hat seine Stärken und Schwächen.

    @beide: Verstehe zwar die Problematik mit dem Ausdruck „normal“ in Verbindung mit „schwul=unnormal“, nur hefte ich mir DAS nun gar nicht an. Wehre ich mich auch vehement dagegen. Und das nun auf sämtliche Bereiche des Lebens zu übertragen, finde ich überzogen. Es gibt Normaltemperaturen, Normalblutdruck …

    Normal wird ja auch gerne in Verbindung mit langweilig gebracht. In manchen Bereichen bin ich eben normal, nicht von den Normen abweichend, spießbürgerlich, mainstreamig – nennen Sie es, wie Sie wollen. Manche meiner Ansichten und Eigenschaften sind in den Augen anderer eben langweilig->normal. Das ficht mich nicht an. Dass ich durch die Verwendung des Wortes „normal“ in Richtung böswilliger Intentionen geschoben werde -subjektive Empfindung natürlich- stört mich weitaus mehr.

  6. jekylla März 2, 2011 um 1:43 pm

    „Weshalb Jeckylla grundlos und mit aller Gewalt darauf besteht, mich auszugrenzen und entsprechende Reaktionen zu „provozieren“ musst du sie schon selbst fragen. Vllt taugt die ja zu nichts als zur Fortpflanzung. Meine Ablehnung ihren Genpool aufzufrischen könnte in diesem Fall eine mögliche Erklärung liefern.“

    Wie meinen? Wieso sollte ich Sie ausgrenzen? Ich habe Sie weder angesprochen noch gemeint, vielleicht sollten Sie Ihren Beißreflex mal auf Funktionalität überprüfen.
    Um meinen Genpool aufzufrischen, ist es deutlich zu spät, da müssen Sie sich jetzt eine andere Erklärung ausdenken, überdies kann ich mich nicht erinnern, Ihnen Gelegenheit zu einer Ablehnung gegeben zu haben. Aber ich bin sicher, einem überaus fantasievollen Typ wie Ihnen fällt da auch was Neues ein.

  7. Loellie März 2, 2011 um 2:05 pm

    „Und das nun auf sämtliche Bereiche des Lebens zu übertragen, finde ich überzogen.“

    Ich nicht, und da ist die Geschichte klar auf meiner Seite. Ich bin aber auch keine Temperatur sondern ein Schwanzlutscher und von daher selbstverständlich angesprochen, wenn dieser Umstand zum Schimpfwort taugt. Unabhängig davon, wasauchimmer sie sich woauchimmer hinheften wollen. Mal grobschlächtig und fantasielos formuliert.

  8. jekylla März 2, 2011 um 2:10 pm

    Naja, immerhin haben wir ja was gemeinsam.

    Ich finde Hetengedisse übrigens genauso unerträglich wie Schwulengedisse, das direkt an Ihre Adresse für Ihre Fortpflanzungstheorie.

  9. momorulez März 2, 2011 um 2:51 pm

    Jeky, das mit dem „Normalo“ war aber schon im Kontext der „Lutscher“diskussion, und selbst wenn man selbst normal langweilig findet, so ist das nichstdestrotz allzu wirksam, was normativ gilt, als dass solche Verwendungsweisen wie oben nun im machtfreien Raum sich bewegen würden. Dazu brauchen Sie keinerlei Intentionen zu verfolgen, und es bleibt trotzdem seltsam, dass Sie es Sie so bermerkenswert finden, wie normal Sie doch im Gegensatz zu mir sind. Finde auch das Stigmatsieren von Philsophen hinsichtlich deren „Anormalität“ gerade angesichts des Falls Guttenberg nun so gar nicht harmlos.

    Zudem ich Ironie im Zusammenhang mit dem „Kultivieren des Andersseins“ angesichts des obigen Eintrags schon merkwürdig finde, wenn, so scheint es, sich unter Antirassisten bemerkenswerterweise und mutßmaßlich vor allem rein arische Volksdeutsche, z.B. auf der Süd befinden, ich das anmerke, und Sie im Grunde entgegnen „Alles andere wäre ja auch anormal“.

    Diese Sottise mit dem „Hetendissen“ ist mir dann zu billig, als dass ich da noch drauf eingehen würde. Die armen, diskriminierten Heterosexuellen … sieht man ja allerorten, deren Benachteiligung.

  10. jekylla März 2, 2011 um 2:59 pm

    Es geht mir nicht um „allerorten“, sondern genau um hier.
    Wenn Sie das in Ordnung finden, was Loellie so über mein Fortpflanzungsbegehren -und das ist nicht willkürlich gewählt- zu sagen hat, dann finde ich das meinerseits wieder weder harmlos noch seltsam.

    Aber wenn Sie sich lieber in einer großen Seifenblase bewegen und über „die da draußen außerhalb der Seifenblase“ und ihre Motivationen oder eben fehlende Motivationen, bewusstes und unbewusstes Verhalten wundern wollen, dann machen Sie das.

    Stigmatisieren von Philosophen – also mehr aneinander vorbeireden kann man nun nicht. Wenn Sie meine Anerkennung für Ihr -für mich- außerordentlich großes Wissen im Bereich der Philosophie als Stigmatisierung verstehen, sind weitere Diskussionen in der Tat völlig überflüssig.

  11. jekylla März 2, 2011 um 3:00 pm

    Sollte heißen „nicht harmlos und sehr seltsam“

  12. goodsoul März 2, 2011 um 3:06 pm

    Quotenregelung?
    Das ist ja mal interessant! Ist mir noch gar nicht so aufgefallen, dass am Millerntor eine auffaellige Homogenitaet vorherrscht (ausser natuerlich der gemeinsamen Liebe oder zumindest des Interesses fuer den FC St. Pauli). Liegt vielleicht daran, dass ich ueberhaupt nicht auf die Idee kommen wuerde meine Mitmenschen im Stadion und ausserhalb so zu kategorisieren, um das ueberhaupt feststellen zu koennen.

    Wenn es jemandem (zumindest als Nichtphilosoph) vollkommen egal ist, ob sein Nebenmann schwarz, weiss, gelb, homo, hetero, bi, Christ, Jude, Sufi oder gar ein Briefmarkensammler ist kann die –nur theoretische- Antwort zur Quotenregelung doch nur lauten: FUCK Quotenregelung!

  13. kleinertod März 2, 2011 um 3:10 pm

    Irgendwie verstehe ich die Aufregung hier nicht so wirklich. Wenn Jekylla sich gegenüber diesem „Bildungsblog“ als „mittelmäßigen Normalo“ bezeichnet, der sich „entblöde(t …) zu fragen“, dann ist dies kein „deutlicher Machtanspruch“ des „Normalen“, sondern eine demütige Geste in Sachen Unwissenheit, welche bezogen wird auf die als durchschnittlich empfundene Bildung – und dies kombiniert mit einer Bitte um Aufklärung durch den dadurch als diesbezüglich überlegen empfundenen Blogautor (ich nenne jetzt mal keine Namen 😉 ).

    Persönlich freue ich mich, wenn über Sprache nachgedacht wird und ich dabei Gelegenheit bekomme, die meinige kritisch zu hinterfragen. Bei „Lutscher“ als Schimpfwort hatte ich übrigens bislang mit Lollies assoziiert, also den Vorwurf, ein unreifen Kindes zu sein… Aber man lernt ja glücklicherweise immer dazu. Zu meinen aktiv benutzten Sprachschatz hat dieses Wort eh nie gehört, nach dieser Aufklärung gehört es für mich auf den aktiv Widerspruch auslösendem Index.

  14. Loellie März 2, 2011 um 4:01 pm

    @kleinertod:
    „Bei „Lutscher“ als Schimpfwort hatte ich übrigens bislang mit Lollies assoziiert, also den Vorwurf, ein unreifen Kindes zu sein…“

    Das ist ja auch nur halb falsch, wobei ich jetzt auch nicht wüsste, welche Frage in dem Zusammenhang die zielführendere wäre, warum schwänzelutschen soviel Spass macht, oder warum sich Kinder ständig Sachen (nicht nur) in den Mund stecken. Ein Zusammenhang besteht da auf jeden Fall. Abgesehen davon das der Loellie einen sehr leckeren Lollie im Angebot hat 😀
    Ein Problem, und ein sehr ernstes, wird das ja erst dann, wenn argumentiert wird „ich mein das aber anders weil … und lass mir nicht den Mund verbieten“. Das ist dann reines Machtspiel. Am besten kommt das bei Momo und mir an, wenn Homophobie als nichtexistent und oder Empfindlichkeit aufgrund spezifischer persönlicher Traumata definiert wird. Da ist der Schritt von der Seifenblase zur offenen Pathologisierung immer wieder erschreckend kurz, auf diesem Bildungsblog hier.

  15. jekylla März 2, 2011 um 4:09 pm

    @Loellie: Hätten Sie die Freundlichkeit, mir zu zeigen, wo ich Homophobie als nicht existent deklariert habe? Was auch kompletter Blödsinn wäre.
    Diese Rückschlüsse sind genauso gefährlich wie die Möglichkeit, sich mißverständlich auszudrücken, aber man kann auch mit Gewalt mißverstehen. Ein Beispiel dafür ist der Kommentar von kleinerTod, der in meiner Einlassung bezüglich der Fähigkeiten des Gastgebers hier genau das gesehen hat, was ich meinte und kein verstecktes Machtspiel und schon gar keine Stigmatisierung.

    Und genausowenig wie Sie lasse ich mir in der Tat den Mund verbieten. Sie mißverstehen mich offenbar ebenso konsequent wie ich Sie und auch das hat mit „Machtspielchen“ nichts zu tunschlichtweg bedauerlich. Den Mund halten, nur weil Sie mich nicht verstehen wollen/können, ist ebenso wenig zielführend wie vieles andere. Ich versuche dabei allerdings, Sie nicht persönlich zu beleidigen und sehe von Unterstellungen und Mutmaßungen bezüglich privater Präferenzen jeder Art ab. Ich kenne Sie nämlich nicht.

  16. jekylla März 2, 2011 um 4:11 pm

    Danke für das Gespräch allerseits, war wie immer sehr aufschlußreich.

  17. momorulez März 2, 2011 um 5:39 pm

    @Goodsoul:

    Ich will ja gar keine Quotenregelung durchsetzen, sondern allenfalls darauf hin weisen – ach, habe ich ja obe geschrieben. Weil es eben tatsächlich NICHT schnurz ist für die, die Marginalisierungserfahrungen machen. Und weil das viel mit gesellschaftlichen Macht- und Kräfteverhältnissen zu tun hatm, welche Leute wo und wnn dominieren. Ich habe lange auch gedacht, dass es nun gerade am Millerntor echt schnurz ist, wer nun was gerne leckt oder lutscht oder sonstwas, sehe das aber eher durch die Diskussionen in der Blogosphäre mittlerweile dezidiert anders. Und finde schon, dass man da sensibilisieren kann, weil insbesondere in der Antira-Arbeit linke Männer alles okkupieren, wo eigentilich mal Betroffene ans Ruder müssten.

    @KleinerTod:

    Wäre das nun eine Anmekrung zum Thema Hegels Dialektik gewesen oder dem Transzendentalen Programm Kants, dann würde ich das ja in dem Sinne verstehen. Aber doch nicht bei meiner Ansicht nach homophoben Sprüchen und dem, was die mit den Betroffenen machen. Das ist doch keine Frage nach Benes Intentionen, sondern nun gerade eine nach Empfindungen, die man hat, wenn eh schon ständig mit Normalitätsvorstellungen konfrontiert wird, die man noch nicht mal dann erfüllen könnte, wenn man denn wollte.

    @Jeky:

    Es geht nicht um „versteckte Machtspiele“, sondern ganz reale Machtwirkungen, die an Vorstellungen dessen, was als normal gilt, gekoppelt wird. Wenn dann immer noch „Du bist deviant, nicht ich!“ wie auch immer und aus was für Gründen nun auch betont wird, geht mir das nach 44 Jahren nunmehr ziemlich auf den Senkel. Wird man ja darauf hinweisen dürfen und das, glaube ich, auch adäquat in Sachen St. pauli noch mal aufarbeiten können. Ist schließlich Teil des „Markenkerns“, meeskisch gesprochen,

    Dass Sie Homophobie für nicht-existent halten, auf die Idee käme ich allerdings nicht.

  18. Loellie März 2, 2011 um 7:00 pm

    „Dass Sie Homophobie für nicht-existent halten, auf die Idee käme ich allerdings nicht.“

    Was ja nicht da steht, auch wenn sie sich in der Diskussion letztens um die Vielfalt der deutschen Sprache sorgte.
    ————-
    Die Berechenbarkeit bestimmter Argumentationsmuster verblüfft mich einfach immer wieder aufs neue.

    Um unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden, sei darauf hingewiesen, dass „die Rache der verschmähten Frau“ eine durchaus sexistische Figur in der Literatur ist. Das haben sich Heteros ausgedacht 😉

  19. momorulez März 2, 2011 um 8:37 pm

    Was mich jenseits der ja tatsächlichen Berechenbarkeit verblüfft, ist, dass gerade das Sexismus-Thema der „Normalität“ geopfert wird. Dass hinsichtlich Susis Mädels an der Stange zwar darüber geredet wird, aber nicht hinsichtlich der „Quotierung“ in der Kurve. Wir haben nur weiße Männer im Vorstand, in der Geschäftsführung, auf dem Platz auch Schwarze, und die Lesben gewissermaßen ausgegliedert spielen Rugby. Das ist nie Thema in Jekys Blog, und würde sie, würden Sie mir den typischen Intellekt-Macho rüber schieben, anstatt sich auf den Normalo zurück zu ziehen, hätte sie, hätten Sie ja recht.

  20. Loellie Juli 28, 2011 um 1:29 pm

    Manchmal gibts ja Sachen …

    Gerade vor ein paar Tagen stolpere ich Gottweisswie über folgendes:

    „Heaven has no rage like love to hatred turned, Nor hell a fury like a woman scorned,“ spoken by Zara in Act III, Scene VIII.

    William Congreve, The Mourning Bride, 1697

    „Unfortunately, his career ended almost as soon as it began. After writing five plays from his first in 1693 until 1700, he produced no more as public tastes turned against the sort of high-brow sexual comedy of manners in which he specialized.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/William_Congreve

    Ich dachte tatsächlich das wär von Shakespeare, dabei ist es offensichtlich von jemand, der Perrücken trug, dem Kit-Kat-Club angehörte und Sexualität und den Upper-Class-Kiez kapitalisert hat.

    Wenn der Thread schon eine Renaissance erfährt, kann man ja auch mal Bildung und so …

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