Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

1 + 2 + 3 + 4 zusammen denken …

Na,da werden sich ja jetzt alle freuen,wenn sie erfahren das gegen Schalke schon 250 Karten an die Gelsenkirchener für die BS auf der HT weggeangen sind…und nein,das ist kein Gerücht.Da kann man sich ausmalen,wiebiel das noch werden.Und die Karten sind offiziell beim Verein gekauft worden.“

Bobby Peru im St. Pauli-Forum

„Schlimmer noch, die schon bei der JHV zutage getretene Separation der Südbewohner, wenn es um Gesamtinteressen geht, Stichwort “Rückbau Business-Seats Haupt”, zementiert sich.“

stpauli.nu

Hier traf ich auf einen 96er, der sich bitterlich über den FCSP beschwerte, weil so wenige Karten bei den Fans von Hannover 96 ankämen. Ein leider wohl bekanntes Dilemma am Millerntor. Neu war für mich, dass Hannover 96 nach seinen Angaben die Hälfte der Gästetickets für eigene Sponsoren reserviert – und die alle weggingen, anders als in anderen Partien.

stpauli.nu

„Die gefühlte Revolution – das wären also Reformen durch Abstimmung. Auf einem anderen Blatt steht, ob sich dadurch das strukturelle Problem lösen lässt, daß zu viele zentrale Posten (im Verein, MR) mit Leuten besetzt sind, die an einem richtigen Leben im falschen gar kein Interesse haben.“

René Martens, True Romance, in: KONKRET 3/2011, S.43

Aber vermutlich sind unter den 250 Sponsorenschergen der Schalker auch welche, die man headhunten könnte, gelle, Herr Spies? Und potenzielle Mandanten für Fachanwälte für Immobilien- und Firmentransaktionen, nicht wahr, Herr Stenger? Vielleicht ein wenig frisches Blut für die Zusammenarbeit mit dem CDU-Wirtschaftsrat, Herr Woydt? Gibt ja genug Geld in Hamburg, das sich Subventionen in strukturschwachen Regionen abgreift.

Als gestern diese 96-Jungs mit schmächtiger Brust im Kinderblock krawallten, die so gar keine Kinder mehr waren, habe ich das als ein Mehr gegenüber dem vollkommen verständlichen Sieg-Gejubel empfunden – dass ergänzend auf den Business-Seats mehr Hannoveraner denn St. Paulianer zu sein schienen (ja, ich bekenne, mein ehemaliger Commerzbank-Observateur, ein netter, selbstironischer Kerl, der über witzelnde Vergleiche zwischen SED und den internen Bankkommunikationen aufrichtig lachen kann, um deren Wahrheitsgehalt wissend, war auch dabei mit grün-weißem Schal), während im Sinne der Reinhaltung der Süd lauter Braunweiße draußen bleiben müssen, da hatte ich einmal mehr dieses Gefühl, das auch eintrat, als die Firmenfeiern meines ehemaligen Arbeitgebers nicht mehr für die Belegschaft, sondern für Investoren arrangiert wurden.

Die kamen und ließen uns Kreative für sich tanzen,  berauschten sich am Unkonventionellen – und doch war ihrem bierseligen Grinsen der Triumph und die symbolische Gewalt anzuspüren, diesem Anderen ihrer Systemlogik all ihre Machtwirkungen immer wieder angedeihen zu lassen.

Dieses Gefühl habe ich auch bei den jubelnden Auswärtsfan auf den Business-Seats, nicht denen im Fanblock: Dieser Triumph über die Bekloppten, die sich für Sozialromantiker halten und ihren affigen Postpunkkult pflegen, während in den Logen Geschäfte gemacht werden. „Ihr buntes Dreckspack, wir Grauen siegen sowieso!“

Da kriegt der „schwule Student“ symbolisch auf die Fresse, der naive, irreale Geisteswissenschaftler, der mit Mitte zwanzig einen auf hip macht, und der immer schon Langweilige aus den BWL-Trakten freut sich früh schon auf die Rache mit „Mein Haus, meine Yacht, meine Nutten …“ – ja, deshalb Susis Stangentanz – und dringt immer wieder in die letzten Biotope dessen ein, dort, wo das Spiel noch anders gespielt wird, um gleichzeitig die eigene Tristesse zu kompensieren und doch das, was man wie im Zoo betrachtet, insgeheim zu verachten.

Wie diese Hetengrüppchen, die sich in schwule Kneipen drängelten, um kurz nach dem Rauskommen auf den Hübschesten einzuquatschen „Na, wurdest Du angemacht?“ Manchmal trauert man um die mangelnde Gewaltbereitschaft der Homosexuellen … solche Konstellationen werfen repressive Volkhonks als „Schwule auf Parties schick finden“ in Blog-Diskussionen ein, die Perspektive derer einnehmend, die auf Business-Seats die St. Paulianer verachten, während sie das Schauspiel genießen.

Stimmt es, dass der Sky-Reporter gestern Takyi und Bartels „unmännliches Spiel“ diagnostizierte? Kommt, Fin, Charles, bitte weiter so!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s