Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Labskaus!

War hier im Blog schon Thema, hat bei bei Twitter für Erheiterung und Kontroversen gesorgt – so kann es aussehen:

 

 

Lecker!!! Zubereitet im schummrigen Raval.

17 Antworten zu “Labskaus!

  1. ring2 Februar 22, 2011 um 4:39 pm

    Das Gyros war aber auch lecker …

  2. momorulez Februar 22, 2011 um 4:45 pm

    Mein Labskaus war viel leckerer als Dein Gyros! 😀

  3. momorulez Februar 22, 2011 um 8:34 pm

    😀 – das ist ja die durch viel rote Beete sehr appetlich wie Jolly Rouge leuchtende Variante. Gibt auch deutlich braun-weissere Versionen, die wie schon mal gegessen nur zur Abschreckung für Süddeutsche so aussehen, um denen diesen kulinarischen Genuss gezielt vozuenhalten! Köstlich, wenn der saure Rollmops auf die deftige Masse trifft, mmmmmmh … Gruß ins Land des Spundekas.

  4. Bersarin Februar 22, 2011 um 8:40 pm

    Na also, dieses Bistro merke ich mir doch gleich, wenn ich irgendwann mal nach Hamburg kommen sollte und mich aus Berlin fortreißen lasse.

    Das Problem bei Food-Fotografie ist, daß die Bilder meist sehr unappetitlich aussehen, bei Labskaus kann das dann richtig verhängnisvoll werden. Weshalb bei den ganzen Kochbuchbildern sehr viel Aufhübschung im Spiel ist, und was dort zu sehen ist, kann man meist nicht mehr essen, wegen Kunststoff und Chemie. Keine Eiscreme bleibt unter 200°C-Scheinwerfen, was sie ist. (Aber gut: was bleibt im Leben schon, was es ist. Selbst die große Liebe wird irgendwann zur Garkeineliebe.)

    Ich überlege, bei mir auf dem Blog irgendwann Anti-Food-Photos zu machen: Dosenravioli, Hamburgerdreck, Bratwurst mit ausgelaufenem Spiegelei und Spinat, rote Bohnen aus Dosen, Sauerkraut. Und das Geruchsgemsich von Pizza und Pappe aus der Photographie heraus zu evozieren, das ist dann die Meisterklasse.

  5. momorulez Februar 22, 2011 um 8:47 pm

    Das Raval ist prima, lauter deftige hamburgische Küche, von St. Paulianer betrieben und in bester Lage unweit des nördlichen St. Pauli, des Karo-Viertels und der Schanze – und des Stadions natürlich auch 😉 … eine hervorragende Weinbar, ebenfalls st. paulianisch, ist gleich ein paar Häuser weiter.

    Fand ja wegen des Rots das Labskaus oben noch sehr ansehnlich, da gäbe es tatsächlich schlimmere Zubereitungsformen, fotografisch gesehen 😀 …

    Bei der Zeitung, wo ich als Jüngling mein erstes Praktikum machte, gab es mal eine Fotoreihe, auf der das Tierfutter im Zoo ganz edel auf damals hippem, schwarzen Porzellan drapiert wurde. Das sah auch prima aus!

  6. Bersarin Februar 22, 2011 um 9:05 pm

    Kleines Geheimnis noch: ich bin ja ein richtiger Labskaus-Fan. Rollmops mag ich eigentlich nicht so gerne. Aber bei Labskaus esse ich ihn doch.

    Seinerzeit die Kritik mit der Plumpsküche meinte ich übrigens eher allgemein. Wenn Sachen frisch zubereitet sind und Labskaus selbergemacht wird, dann ist das halt richtig lecker. Und an einem kalten Tag wie heute, esse ich sogar gerne Grünkohl mit gutem Fleisch.

    Ja, das Rot oben im Bild hat mich fasziniert. Bier mag zu diesem Essen auf alle Fälle sehr gut passen. Aber ich könnte mir hier geschmacklich auch einen guten Weißwein vorstellen. (Riesling allerdings weniger wegen der Säure.) Rosé-Wein soll mittlerweile auch in Mode kommen; könnte auch gehen.

    So, und jetzt habe ich Hunger und Durst. Und gegen letzteren mache ich einen Wein auf.

  7. momorulez Februar 22, 2011 um 9:14 pm

    Sonst esse ich auch keinen Rollmops, aber dazu …. mmmmh … mittags trinke ich auch gar keinen Alkohol zum Essen (abgesehen davon ist das Bild ja eh zu dunkel, aber das ist ja auch nur ein iPhone-Schnappschuss ohne Blitz), aber Weißwein mag ich ja durchaus auch. Mache demnächst sogar eine Weinfahrt in die Pfalz mit der St. Pauli-Weinbar, zu Weinproben 😉 … Bier trinke ich aber häufiger.

    Na, auf jeden Fall Prost und guten Appetit!

  8. bersarin Februar 22, 2011 um 9:23 pm

    Mange Takk.

    „Mache demnächst sogar eine Weinfahrt in die Pfalz mit der St. Pauli-Weinbar, zu Weinproben“

    Nun bin ich in der Tat etwas neidisch auf Dich. Und da kommt dann dieser kindliche Trieb bei mir durch, wie wenn einer einen Kunst- oder Photobildband hat, den ich nicht mein eigen nenne: Will ich auch haben! Will auch Weinprobe machen.

    Na ja, mache ich dann eben am nächsten Wochenende zu Hause. Danke also für die gute Idee!

  9. momorulez Februar 22, 2011 um 9:26 pm

    Ist gekoppelt an das letzte Saisonspiel in Mainz. Hat @ring2, der heute dort (Pfannen-)Gyros aß, siehe oben, eingefädelt. Da freu ich mich schon drauf!

  10. momorulez Februar 22, 2011 um 9:43 pm

     Ausfahrt

    Vom Lande steigt Rauch auf.
    Die kleine Fischerhütte behalt im Aug,
    denn die Sonne wird sinken,
    ehe du zehn Meilen zurückgelegt hast.

    Das dunkle Wasser, tausendäugig,
    schlägt die Wimper von weisser Gischt auf,
    um dich anzusehen, gross und lang,
    dreissig Tage lang.

    Auch wenn das Schiff hart stampft,
    und einen unsicheren Schritt tut,
    steh ruhig auf Deck.

    An den Tischen essen sie jetzt
    den geräucherten Fisch;
    dann werden die Männer hinknien
    und die Netze flicken
    aber nachts wird geschlafen,
    eine Stunde oder zwei Stunden,
    und ihre Hände werden weich sein,
    frei von Salz und Öl,
    weich wie das Brot des Traumes,
    von dem sie brechen.

    Die erste Welle der Nacht schlägt ans Ufer,
    die zweite erreicht schon dich.
    Aber wenn du scharf hinüberschaust,
    kannst du den Baum noch sehen,
    der trotzig den Arm hebt
    – einen hat ihm der Wind schon abgeschlagen
    – und du denkst: wie lange noch,
    wie lange noch
    wird das krumme Holz den Wettern standhalten?
    Vom Land ist nichts mehr zu sehen.
    Du hättest dich mit einer Hand in die Sandbank krallen
    oder mit einer Locke an die Klippen heften sollen.

    In die Muscheln blasend, gleiten die Ungeheuer des Meers
    auf die Rücken der Wellen, sie reiten und schlagen
    mit blanken Säbeln die Tage in Stücke, eine rote Spur
    bleibt im Wasser, dort legt dich der Schlaf hin,
    auf den Rest deiner Stunden,
    und dir schwinden die Sinne.

    Da ist etwas mit den Tauen geschehen,
    man ruft dich, und du bist froh,
    dass man dich braucht. Das Beste
    ist die Arbeit auf den Schiffen,
    die weithin fahren,
    das Tauknüpfen, das Wasserschöpfen,
    das Wändedichten und das Hüten der Fracht.
    Das Beste ist, müde zu sein und am Abend
    hinzufallen. Das Beste ist, am Morgen,
    mit dem ersten Licht, hell zu werden,
    gegen den unverrückbaren Himmel zu stehen,
    der ungangbaren Wasser nicht zu achten,
    und das Schiff über die Wellen zu heben,
    auf das immerwiederkehrende Sonnenufer zu.

    Ingeborg Bachmann

     Lief mir gerade über den Surfweg, den Labskaus noch im Hinterkopf …

  11. bersarin Februar 22, 2011 um 10:00 pm

    Ich habe noch nicht recht herausgefunden, warum ich teils Ingeborg Bachmann sehr schätze und weshalb es immer wieder bei ihr Passagen gibt, die einen Vorbehalt erzeugen.

    Dennoch: diese Gedicht paßt hier und für diesen Rahmen! Vielleicht wird es diesen Sommer ja ein Urlaub irgendwo im Norden und am Meer.

  12. momorulez Februar 22, 2011 um 10:27 pm

    Alles ist Ufer. Ewig ruft das Meer …

    (das hatte ich eigentlich gesucht, das Klümpchen Schleim in einem warmen Moor oder so ähnlich. O dass wir unsere Ururahnen wären. Und fand das Bachmann-Gedicht. Und zu dem Seemannsessen für Skorbut-Geschädigte passte es sogar besser. Habe aber so gut wie gar nix von ihr gelesen.)

  13. bersarin Februar 22, 2011 um 10:41 pm

    Gesänge
    I

    Oh, dass wir unsre Ur-u-rahnen wären.
    Ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor.
    Leben und Tod, Befruchten und Gebären
    Glitte aus unseren stummen Säften vor.

    Ein Algenblatt oder ein Dünenhügel:
    Vom Wind Geformtes und nach unten schwer.
    Schon ein Libellenkopf, ein Möwenflügel
    wäre zu weit und litte schon zu sehr. –

    2.
    Verächtlich sind die Liebenden, die Spötter,
    Alles Verzweifeln, Sehnsucht, und wer hofft.
    Wir sind so schmerzliche, durchseuchte Götter. –
    Und dennoch denken wir des Gottes oft.

    Die weiche Bucht. Die dunklen Wälderträume.
    Die Sterne, schneeballblütengross und schwer.
    Die Panther springen lautlos durch die Bäume.
    Alles ist Ufer. Ewig ruft das Meer. –

    (G. Benn)

  14. bersarin Februar 22, 2011 um 10:44 pm

    Muß in der ersten Zeile heißen: „Ur-ur-ahnen“. Sorry. Falsch abgeschrieben. (Na ja, bin nicht der erste, dem das geschieht.)

  15. MartinM Februar 23, 2011 um 2:06 pm

    Selbstgemacht und selbstfotografiert: Labskaus.

  16. momorulez Februar 23, 2011 um 2:53 pm

    Sieht superlecker aus! Mmmmmmmmh ….

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