Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Rauten erfolgreich gequält! DANKE DEM MAGISCHTEN TEAM DER WELT!!!!!!!

Und dann steht man da auf der Süd und weint. Schluchzt. Jauchzt. Frohlockt. Kann es nicht fassen, nicht glauben – doch es ist wahr!!!!

Ein surreales Szenario war es, in einem halb, aber zur Hälfte proppevollen Stadion zu sitzen, auf dessen Rasen gar nix passiert. Es ist kalt, aber laut. Gesänge. Gejohle. Und drei Vidiwalls. Ein Stadionsprecher begrüsst auch jene, die als Rauten kamen, aber als St. Paulianer gehen würden. Die Herren @Sparschaeler und @Unverlierbar an meiner Seite. Das Bier schmeckt. Überraschung: Bene spielt! Stani voller Wagemut und Dankbarkeit. Ein Riesengeschenk an unseren spielenden Ultra: Die fantastische Geste eines herausragenden Trainers.

Gott, spielen wir ängstlich in Halbzeit 1. Haben wir überhaupt eine Chance? Ganz schön dominant die Vorstädter. Verzweifelte Blicke unsererseits. Gesänge branden auf: Wir müssen das Team doch unterstützen! Und unsere Nervosität los werden. Dass die uns gar nicht hören, vergisst man fast, den Hals nach rechts verrenkt, weil das Bild auf der Anzeigentafel besser ist als das auf dem Rasen.

In der Halbzeit eher Beunruhigung. Doch irgendwie erinnert das alles an das Spiel in Hoffenheim. Nur dass es diesem Ekelkader von der Müllverbrennungsanlage nicht gelingt, ein Tor zu schießen. Was eine üble Truppe! So also gibt sich ein „Weltverein“: Ständig überflüssige Hinfallerei und üble Nickligkeiten. Die sind wie der ganz Verein: Großkotzig und hinterhältig. Gaukeln die ganze Zeit was vor, was sie nicht einlösen.Der Schiri verschärft unsere Lage, weil er in der ersten Halbzeit jeden Mist pfeifft – gegen uns. Auf das Zweikampfverhalten in Strafraumnähe wirkt sich das nicht förderlich aus.

Die Pyro-Einlage in unserem Block finde ich auch nicht so prima. Über Twitter freilich kommt die Nachricht aus dem Stadion, dass die Polizei nur darauf gewartet habe, mal wieder auf St. Paulianer einzuprügeln, als sie den Block stürmen – so wird zumindest berichtet. Wie faschistoid durchsetzt diese Reizgaz versprühende paramilitärische Organisation scheint, das kann man ja alltäglich auch auf dem Schulterblatt erleben. Leute wie Scholz und Ahlhaus haben diese Willkür immer gefördert. Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle, dass eine nunmehr Berufsarmee wie auch die sonstigen „Sicherheitskräfte“ von Rechten durchsetzt immer antidemokratischer agieren könnten.

Anpfiff Halbzeit 2. Was vergeben die denn da für Großchancen, die Rauten! Was hält der Bene denn da! Und was macht Asa denn da? Das Tor!!!!!!!!!!!!!!!! Erdrücke den Sparschaeler fast. Völlig entgeistert starren wir uns an. Es kann, kann, kann doch nicht wahr sein! Isses aber! Wie Orgasmen kann auch Torjubel unterschiedliche Intensitäten haben – dieser war in der Hinsicht nicht zu überbieten. Mit was einer Wucht der Asa den Ball ins Tor schiebt! Und Zé Roberto gleich mit!!!

Die letzten 20 Minuten: Das Grauen. Kaum auszuhalten. Entsetzlich. Unerträglich. Bestimmt macht der Pétric wie im Hinspiel wieder ein Kunstschusstor. Die Rauten haben jede Linie verloren, aus ihrem verträumten Gernegroßwolkenkukucksheim brutalstmöglich verstoßen, entsetzt mit der Realität der St. Pauli-Führung konfrontiert. Trotzdem. Pfeiff ab! Zittern, bibbern, bangen. Angst. Kniekehlen gummiweich, Hände verschwitzt. Grausam. Pfeiff ab! Warum passt der Ebbers da noch mal quer? Was hätte ich dem noch ein Tor gegönnt! Nachpsielzeit 4 Minuten. Spinnt der? Warum zum Teufel vier Minuten? Die unseren kämpfen, fighten, geben alles – eine Abwehrschlacht mit schnellen Vorstößen, purer Wille, purer Teamgeist. Während die Rothosen moralfrei irrlichtern, schaffen unsere – den Sieg!!!

Rausch. Jubel. Befreiuung. Nicht enden wollende Umarmungen. Auch die Wildfremder. Das Unglaubliche, das Unfassbare, das nur Erträumte ist WAHRHEIT! Tränen. Schluchzen. Jauchzen. Bin keine Sekunde traurig, nicht in Mordor, sondern zu Hause den Sieg zu genießen. Auszukosten. Hämisches Gelächter. Für die Vorstädter muss das so noch grausamer sein, als wenn wir sie an die Wand gespielt hätten. Die waren so dominant, klar besser, und mit so einem Grottenkick schreiben wir nun Hamburger Fussballgeschichte! Wildes Gelächter darüber trägt uns in die Domschänke, Haupttribünennachbarn knuddeln. Das Viertel ist in Aufruhr. Wer auch immer rund um Schanze oder St. Pauli gestern sich aufhielt, er berichtet heute von 90 Minuten turbulenter Lautstärke und irriwtzigen Feierszenen danach. Doch auch im Stadion fand es einer zum Kotzen, dass die St. Paulianer da jubelten:

Der Herr Reinhardt halt. Zu unserer Freude. Wie wir uns auch freuten, als Bene dem Pornogott den Bogen spannte und unsere Jungs wie aufgedreht zu unserer Ecke im Stadion liefen. Polonäse tanzten. Wie der Stani einem Irrwisch gleich auf den Bene zu rauschte.

„Hach!“ sagt man da bei Twitter. Mit Tränen des Glücks in den Augen … ihr seid Götter, Legenden, Helden, ihr Spieler des FC St. Pauli!!!! Ich liebe dieses Team! Und dem Asa bauen wir noch ein Denkmal …

Quelle: Hamburger Morgenpost, 17.2. 2011

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10 Antworten zu “Rauten erfolgreich gequält! DANKE DEM MAGISCHTEN TEAM DER WELT!!!!!!!

  1. entdinglichung Februar 17, 2011 um 2:06 pm

    UI-Cupsiegerbesieger 2011!

  2. kleinertod Februar 17, 2011 um 4:09 pm

    Das Denkmal hat Asamoah doch schon selbst gezimmert. Geschädelt, sollte ich vielleicht sagen. Toller Bericht vom Public Viewing! Oh, ich kann nicht mehr, es ist so geil. ^^

  3. Pingback: Rollrasenverleger- versagerbesieger – FCSP gewinnt beim HSV « KleinerTods FC St. Pauli Blog

  4. momorulez Februar 17, 2011 um 4:20 pm

    Ich lese auch gerade hämisch im Rauten-Forum 😀 – prompt rief ein HSV-Fan-Kollege an und gratulierte einfach nur ganz souverän. Das gibt’s auch!

    Bin aber am Schweben und Dauergrinsen 🙂 …

  5. momorulez Februar 17, 2011 um 5:41 pm

    Kommentare, wie man sie lesen möchte, aus dem Rautenforum:

    „Wir haben es tatsächlich geschafft gegen die mit Abstand schlechteste und unfairste Mannschaft der Bundesliga zu verlieren. Die waren gerade mal 90 min. in der Lage die Bälle hinten raus zu hauen oder verletzt auf dem Platz liegen zu bleiben. Selbst bei ihren erbärmlichen Konterversuchen, als sie 4 gegen 1 gespielt haben, wurden die Bälle verstolpert. Eine Niederlage gegen eine so unglaublich schlechte Mannschaft, ist dann noch der Gipfel der Erniedrigung.“

    Schön 😀

    Vor allem absurd, dass die angesichts von Typen wie Jarolim „Fairness“ für sich in Anspruch nehmen. Völlig verblendet.

  6. Nörgler Februar 18, 2011 um 1:36 am

    Köstliches Zitat 5:41!
    „Eine Niederlage gegen eine so unglaublich schlechte Mannschaft, ist dann noch der Gipfel der Erniedrigung.“
    Man fühlt den Schmerz, aber man fühlt nicht ‚mit‘. Man ist sozusagen empathisch ohne Empathie. Aber das werden die Euch in 200 Jahren nicht vergessen.

  7. momorulez Februar 18, 2011 um 9:44 am

    😀 … genau auf solche Reaktionen wie die dieser Raute spekulierend habe ich Mittwoch abend einen dreckigen Lachanfall nach dem anderen bekommen. Was haben genau die Typen gewitzelt „Super! St. Pauli steigt auf! 6 sichere Punkte!“ Westermann vorm Hinspiel „St. Pauli kann uns nicht das Wasser reichen!“ (übrigens doppelt lustig nach dem abgesoffenen Rasen) und dieses ewig überhebliche Getue des natürlichen Meisterschaftsanwärters. Nun konnten wir ihnen spielerisch nicht das Wasser reichen und haben Dank derer 4 Punkte gegen den Abstieg geholt 😀 – schön.

    Das spielt ja neben den Kulturkampfaspekten – in einem anderen Blog, verlinke ich noch, stand so treffend, die seien die Großraumdisco, wo man den schlechten One Night-Stand aufreißt, den man gleich wiedet vergisst, wir der kleine Punkrock-Gig, wo man die Liebe seines Lebens trifft – immer mit rein, und wer so großspurig auftritt, muss mit Häme einfach leben können.

  8. kleinertod Februar 18, 2011 um 11:28 am

    „Super! St. Pauli steigt auf! 6 sichere Punkte!“ Naja, einen haben sie ja ergattert. Soooo schlecht ist der Vorstadtverein ja auch nicht. Und der HSV bleibt die Nummer 1 im Norden. Also Hannover, siehe aktuelle Tabelle. ^^

  9. momorulez Februar 18, 2011 um 11:40 am

    😉 – zudem, ich meine, genug Vereine wären mit Platz 7 tatsächlich glücklich. Sie haben prima gespielt gegen uns und schaffen es trotzdem schon wieder, sich selbst zu zerfleischen, wie seit Jahren schon. Alle Voraussetzungen gegeben – schönste Stadt der Welt, Platz 2 bei den Umsätzen, Liga-Dino usw. – und sie deuten vor lauter überzogenen Ansprüchen und der Unsitte, abgehalfterte, große Namen statt eigenen Gewächsen auf den Platz zu schicken, die Welt sich in ein Jammertal um, vergraulen die guten Traineer, holen arrogante Schnösel wie den Veh … wenigstens ekeln sie gerade den Hoffmann raus.

    Alles in allem ziemlich unhanseatisch 😀 …

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