Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Mitleid mit Sarrazin

Ach ja, die „Statistiker“. Dialog ist für die systematisch ein Problem. Ob man nun „die da“ – auch zu Statistikern – oder „Du“ bzw. „Sie“ sagt, wirkt auf die Erkenntnise, die man sich verschafft. Dieses Erfahrung machte nun auch KÜBRA GÜMÜSAY bei einer britischen Radiosendung: Sie traf auf den mutmaßlichen Volksverhetzer Nr. 1 und stellte fest, dass er – so sei es sinngemäß umschrieben – doch nur ein armes Würstchen sei. Auch, weil er aus dem Imperativ, typisch deutsch, nicht auszubrechen wusste und stattdessen in armseligen Appellen und Sottisen verbal verreckte. Kümmert sich denn kein Mensch mehr um die armen, alten Besserwisser in  dieser Gesellschaft? KÜBRA GÜMÜSAY zumindest wusste die Begegnung richtig einzuschätzen, und da sie die Zukunft, Sarrazin hingegen Vergangenheit ist, sei sie zitiert:

„Die nächsten zehn Minuten sprach ich so viel, dass ich wahrscheinlich mehr Redezeit hatte als Sarrazin im Rest der einstündigen Sendung. Als ich ihn nach der vergifteten Atmosphäre in Deutschland fragte, für die er mitverantwortlich ist, zitierte er eine mysteriöse türkische Frau: „Orientalen nutzen Emotionen, um Mitleid zu erregen.“ Aha, das würden Ur-Deutsche natürlich nie machen.

Das war nun auch dem Moderator zu rassistisch. So drängte er Sarrazin, Stellung zu diesem Zitat zu beziehen. Konnte er nicht. Er konnte auch weder etwas zu der Diskriminierung von Muslimen in diesem Land etwas sagen (wer das Kopftuch trägt, sei selbst für blöde Anmache verantwortlich) noch dazu, wie er Menschen integrieren will, die er genetisch minderwertig schimpft (er nenne nur Zahlen und Fakten).

Toll, da hatte ich ihn tatsächlich an die Wand geredet. Welch Genugtuung hätte das sein können! Doch ich empfand nur Mitleid. Wie traurig muss ein Mensch sein, der in Vielfalt kein Potenzial erkennt, nicht ihre Schönheit sieht. Ein Mensch, der jene respektlos vom Kopf stößt, die sein Land mit aufgebaut haben, und das im Gespräch nicht einmal begründen kann.“

Es lebe der demographische Wandel! Vielleicht hat Sarrazin ja recht, und seinereins stirbt einfach aus …

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